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Dieter Ulmer Leben im geistigen Reich Vorwort Dieser Schrift soll ein Wort aus dem Propheten Daniel Kap.
12, 9 vorangestellt werden, wo es heißt: Denn es ist
verborgen und versiegelt bis auf die letzte Zeit." Diese Zeit erlebt die Menschheit heute. Auf allen Gebieten
des menschlichen Lebens, sowie in der Natur zeigt sich, dass wir in der
großen Wendezeit leben, von der die Seher aller Zeiten und vor allem die
prophetischen Aussagen der Heiligen Schrift künden. Da zerbrechen auf der
einen Seite nicht nur die morbiden Strukturen, einer sich selbst verzehrenden
Welt, sondern es wird der Menschheit auf der anderen Seite auch Neues aus den
Himmeln geschenkt. Zu diesen neuzeitlichen Offenbarungen gehört auch das in
diesem Buch dargelegte Wissen über die jenseitigen Entwicklungsstufen. Was ist
geoffenbartes Wissen? Diese Frage wird sich dem Leser sofort aufdrängen. Und
es ist verständlich, wenn in einer Zeit, in der die Menschheit vom
zweifelnden Verstand gelenkt und geleitet wird, nach einer klärende Antwort
gefragt wird. Der Verstandeskraft steht eine im Menschen schlummernde und
noch wenig gepflegte Kraft gegenüber: Die Herzenskraft. Sie ist der direkte Zugang, zum in
uns schlummernden, göttlichen Geistfunken. Diese Herzenskräfte tun sich
entscheidend auf, wenn die Seele erwacht, nach dem Sinn und Ziel ihres Lebens
zu fragen und zu forschen beginnt. Wenn ein Mensch die geistigen Wege
aufrichtig und aus innerer Sehnsucht betritt, so wird der göttliche
Geistfunke im Menschen sich mehr und mehr zu regen beginnen. Es ist das
Geistfeuer, von dem Jesus Christus sprach, dass Er gekommen sei es im
Menschen anzuzünden. Wenn dieses Geistesfeuer im Herzen lebendig wird, werden
die Voraussetzungen geschaffen, dass der Geist Gottes solche Seelen als
Einsprachegefäße, oder Vermittler benutzen kann. Solches auf diesem Wege
erlangte geistige Wissen nennen wir göttliche, oder geistige Offenbarung. Es
ist das himmlische Manna, mit dem die Kinder Gottes in der geistigen Wüste
der Welt immer wieder gespeist werden. Es ist als das innere Worte bekannt
und in der Religionsgeschichte, sowie durch die Mystiker vielfach zu belegen.
Das geoffenbarte Wissen, wenn es durch wirklich geläuterte Seelen fließt, ist
dazu angetan, viel Segen in die Herzen der Menschheit zu tragen. Daneben hat
uns der Herr Jesus Selbst den Heiligen Geist verheißen, der uns in alle
Tiefen der Weisheit und Wahrheiten Gottes einführen wird. Das der Heilige
Geist dies oftmals auch mittelbar durch glaubensreife Menschen tut, zeigt die
Religionsgeschichte immer wieder. So sind solche, von Gott erwählten Gefäße,
ein Segen für alle gläubigen oder suchenden Menschen, da sie praktisch als
Postboten für die himmlisch-geistige Welt fungieren. Bei der
vorliegenden Niederschrift handelt es sich um eine auf diesem Wege erhaltene
Offenbarung. Dem Leser werden tiefste Einblicke in die geistigen Welten bzw.
in die einzelnen Himmelsstufen gewährt. Ja, noch mehr, er wird in Gottes Werkstatt
schauen und Wahrheiten über erhabenste Gottesgeheimnisse vermittelt bekommen,
wie sie die Menschheit in dieser Kürze, dabei aber auch Weite und Tiefe bisher nicht geschenkt bekam.
Das Herz erahnt hier oft in heiligem Zittern, was der Verstand noch gar nicht
richtig einordnen kann. Der Nur-Gehirn-Mensch wird
allerdings mit diesem Wissen nichts anfangen können. Wir haben deshalb
Verständnis dafür, wenn er das Buch zur Seite legt. Möge er es aber ohne
Kritik und Herabsetzung tun. Wenn das geistige Auge und die Herzenskräfte
noch schlummern, ist eine Aufnahme rein geistiger Kost nicht möglich.
Diejenigen aber, die geöffnet sind, werden Kräfte verspüren, die von diesem
hier übermittelten Geistesgut ausstrahlen, welche sie in eine heilsame Unruhe
zu versetzen vermag. Sie werden ein Drängen und Sehnen in der Seele
wahrnehmen, das ihnen Anstoß sein möge, alle in der Welt verstreuten Gedanken
und Kräfte zu sammeln, um sich wieder auf die wesentliche Aufgabe unseres
Erdenlebens zu konzentrieren. Wer in diesem Sinne den Inhalt der Schrift
aufnimmt, der wird reichen Segen ernten. Mögen viele Seelen die schon auf dem
Wege sind, oder vielleicht noch nach einer
Orientierung suchen, aus dieser Schrift eine Hilfe für ihren weiteren
Lebensweg erhalten. Die Engel sind dienstbare Geister,
ausersehen zum Dienste an denen, die das Himmelreich ererben sollen. [Hebräer
1,13-14] In der
folgenden Einleitung werden wir durch einen Engelsgeist in die Art und Weise,
wie dieses Buch zu lesen ist, eingewiesen. Der Herausgeber __________
* __________ Der
Religio-Verlag der diese Schrift einmal herausgegeben hat, existiert
inzwischen nicht mehr. Insofern lies sich der Herausgeber nicht feststellen. Der geschätzte
Leser möge sich nicht von der Bezeichnung der einzelnen Stufen (z. B. Land
der Macht) abschrecken lassen, sicher ließen sich dafür auch – entsprechend
den sieben Geistern – die Bezeichnungen Land der Ordnung, des Willens, der
Weisheit des Ernstes der Geduld, der Liebe und Barmherzigkeit wählen. Auch
ist Melchisedek nicht, wie in der Schrift (siebte Stufe) beschrieben, einer
der sieben Erzengel, sondern einer der drei obersten Urschöpfungsgeister
(auch „Vater-Ur“ genannt), die noch vor den sieben Erzengeln geschaffen
wurden. Von solch
kleinen Unstimmigkeiten einmal abgesehen, ist diese kleine Schrift ein in
dieser Kürze und Komprimiertheit äußerst wertvoller Beitrag zu einem Einblick
in das Weiterleben im Jenseits von den Anfängen bis hin zur Vollendung. Dieter
Ulmer __________ *
__________ Es gehört zum
wahren Jüngerleben, dass die Seele sich ausstreckt nach ihrer ewigen Heimat.
Wie das Kind sich nach der Heimat der Eltern sehnt, so auch die Seele des
Jüngers nach der Heimat des ewigen himmlischen Vaters. Und wie ein Kind
danach verlangt zu wissen, wie das Vaterhaus gestaltet ist, so auch die Seele
des Menschen. Man muss sich nur die Augen öffnen lassen für das, was
geschrieben ist, dann wird sich eine Fülle von Licht über jede Frage
ergießen. Du hast bisher oft danach gefragt und viel gesucht und du tust gut
daran, wenn du alles was dir begegnet, ernst nimmst und prüfst. Es wird wohl
so sein, dass dir manches vor die Augen kommt, was nicht in der Ordnung zu
sein scheint. Aber sei getrost, wenn du nur alles in das prüfende Licht des
Himmlischen stellst, dann wirst du nichts Falsches aufnehmen. Und wenn dies
sogar vorkommen sollte, dann wird solches sehr schnell klargestellt werden, wenn du nach Hause kommst.* Es ist nur wichtig, dass du die Bilder nicht einfach für
die Sache nimmst, da wir nicht anders können,
als zu euch in
Bildern reden. Da geht es immer wieder
nach dem Ausspruche des Apostels: „Ich hörte unaussprechliche Worte." *) Dies ist
geistig zu nehmen und kann in jedem Augenblick geschehen, wo ich mein Herz
zum Himmel erhebe. Du darfst aber deshalb nicht ängstlich werden, sondern
musst deiner Seele die Flügel wachsen lassen, dass sie sich mit uns erheben
kann in die ewige Heimat. Wir freuen uns ja so sehr, wenn wir einen Freund
haben, den wir einführen können in das Leben der Heimat. Oh mein Freund,
halte dich daran, dass du vorwärts kommst in der Erkenntnis des Ewigen und
Göttlichen. Glaube mir, es gibt keine Wissenschaft in dieser Welt, die für
dich so nützlich ist, wie der Umgang und das Erforschen des Himmlischen.
Darum wenden sich viele Gläubige ab, weil das in ihren Augen eine
unfruchtbare Spekulation ist. Sie vergessen ganz, dass in ihren
naturwissenschaftlichen Erkenntnissen viel mehr Spekulationen und Unklarheiten sind als in dem Ewigen, das sie erkennen könnten, wenn sie ihre Augen recht
gebrauchen wollten. Lass dich auch nicht beeinträchtigen durch sogenannte
„bescheidene Christen", die so bescheiden sind, dass sie wohl nach
irdischen, vergänglichen Ehren geizen können, aber den Fragen nach der Heimat
die Berechtigung absprechen und meinen, die Ewigkeit sei noch lange genug für
solcherlei Fragen. Lass vor dem Ewigen das Zeitliche zurücktreten und suche
in allem das Ewige, dann bleibst du vor vielem bewahrt, was andere zu Fall
bringt. Dem
himmlischen Kreise deiner Freunde geht es darum, dir und deinem Kreise so zu
dienen, dass ihr dabei dem Herrn ähnlich werdet. Ja, dass ihr hier auf dieser
Erde schon das Leuchten der Heimat seht. Sei ein treuer Führer, der sich
allezeit seiner Berufung bewusst ist und das tut, was der Herr von ihm
fordert, dann wirst du selber dabei am meisten gewinnen. Es geht mir
nicht darum, dass euer Kreis allerlei erfährt, was euch wohl auf Erden
interessant sein könnte, sondern darum, dass ihr durch diese Mitteilungen
angesprochen werdet der Heiligung nachzujagen und euch ausstreckt himmlisch
zu werden. Du hast kaum eine Vorstellung davon, wie wenige es sind, die sich
danach sehnen. Man möchte wohl einst bei dem Herrn sein, aber man will nicht
den Ernst anwenden, der nötig ist zu solcher Gemeinschaft. Deshalb „sursum corda!", die Herzen empor! Dann kommst
du und die andern aus der Erdatmosphäre heraus. Dann erst lasst ihr den
Dunstkreis der Erde hinter euch und kommt einmal in die himmlischen Stufen hinein.
Sei nur mit ganzem Ernst darauf aus, allein nach dem Herrn und seiner Ordnung
der Liebe zu fragen. Dann lässt du das andere weit hinter dir. Und so muss es
werden! Ihr sollt auf Erden schon die himmlischen Stufen durchwandern, die
ihr einst einnehmen wollt. Und nur so weit, als ihr hier gekommen seid, könnt
ihr dort direkt teilhaben an der Herrlichkeit, ansonsten ihr im jenseitigen
Reich noch viele
Stufen weit mühsamer durchwandern müsst, als es auf der Erde der Fall ist. Deshalb nur vorwärts im lebendigen Glauben der Liebe. Dann
eilt ihr mit den Flügeln der Hoffnung der Heimat entgegen! Auf diesem Fluge
ist dir unsere ganze Aufmerksamkeit und Liebe zugewandt. Du wirst nie allein
sein, sondern immer werden dir aus der höchsten Heimatstufe deine Freunde
nahe sein. Es wird dir gegeben werden, was du brauchst. Suche vor allem in der Stille zu
leben, im Ruhen deines Herzens in Gottes Geist. Lass nichts in dich hineintreten, was die Verbindung mit
uns stören könnte. Sei
allzeit darauf aus jede Selbstverleugnung zu üben. Denn durch alles, was du
aufgibst an Zeitlich-Materiellem, machst du dir Raum für Ewig-Himmlisches. Alles,
was du mit fleischlich-weltlichen Begierden festhältst, versperrt dir den Weg
zu neuen Ufern der Erkenntnis. Deshalb nur
vorwärts und aufwärts. Der Weg zur Höhe ist für den leicht, der keinen
Ballast mit sich herumträgt. Wer die
Flügel der Sehnsucht hat, der kommt rasch vorwärts. Wer aber den Ballast
der Welt tragen will, der mag machen was er will, er wird immer dazu
verurteilt sein, unten kleben zu bleiben. Ich möchte so gerne, dass du mit
deinen Freunden rasch aufwärts steigst. Wende dazu vor allem die heiligen
Verheißungen des Herrn an, dann wirst du mit großer Freude das himmlische
Ziel erreichen. Und habe auch recht genau acht auf die zarten Mahnungen der
himmlischen Freunde, denen es darum geht, dich in ihre eigenen Sphären
hinaufzuziehen. __________ *
__________ Du weißt, dass in dieser Stufe die wohnen, die es
aufrichtig mit Gott und ihrer Seele gemeint haben, und das sind doch sehr
viele. Unter allen
Völkern gab es und gibt es zu allen Zeiten Menschen, die mit Aufrichtigkeit
nach Gott fragten. Ihre Seelen gaben sich
nicht zufrieden mit den religiösen Formen und theoretischen Dogmen, sondern
sie strebten nach dem Wohlgefallen des lebendigen, persönlichen Gottes. Sie
kamen zu Gott auf dem Wege des geistigen Gebetes und der persönlichen Opfer
und der Herr hat sie daher auch in Gnaden angenommen. Dieser
Vielgestaltigkeit ihrer religiösen Einstellung und ihrer persönlichen
Erkenntnis entsprechend, ist diese Stufe eine ungeheure Welt. Ja, man kann
sagen, sie besteht aus Welten. Diese Himmelsstufe grenzt an die Erdatmosphäre
des Totenreiches (Hades). In den unteren Sphären dieser Stufe geht es noch
recht irdisch zu und auch recht unruhig. Gewiss, diese Welten gehören schon
zu den Geistesbezirken, aber es sind Grenzbezirke mit all den Gefahren, die
dieser Grenze innewohnt. Wenn sie auch (räumlich) über der Erdatmosphäre
liegen, so muss doch gesagt werden, dass der Fürst dieser Welt noch recht
hineinwirkt. Wundere dich darüber nicht, sondern denke an die Tatsache, dass
der heilige Seher einen großen Kampf im Himmel schildert, den der Drache mit
seinen Engeln kämpft gegen Michael und dessen Engel. Und dieser Kampf findet
in höheren Stufen statt als nur in der ersten. In dieser Stufe geht noch
vieles nach der Beeinflussung von unten. Dadurch werden auch die Beziehungen
der Bewohner untereinander beeinflusst. Du weißt, dass dort noch viel eigensinnig
gekämpft wird, auch um dogmatische Meinungen und kirchliche Gegensätze. Um
dessentwillen habe ich immer wieder auf dich eingewirkt, dass du dich nicht
durch menschliche Systeme und kirchliche Voreingenommenheiten trennen lassen
sollst von anderen, die dem Herrn mit gleicher Treue auf andere Weise zu
dienen trachten. Ich will dir heute nicht von den
gewaltigen Welten dieser Stufe erzählen, die anderen, nichtchristlichen
Bewohnern zur Verfügung stehen. Schon seit deiner Jugend ist dir unter unserer Beeinflussung
klargeworden, dass der Herr für die ernsten Gottsucher aller Völker eine
Gelegenheit gibt, die sie zur Gottnähe führen wird. Heute will ich dir nur sagen von den
Verhältnissen derer, die aus der christlichen Welt hierher eingehen. Aber gerade die sogenannten christlichen Bewohner dieser
Stufe zeichnen sich nur durch ihre Aufrichtigkeit aus. Sie wollten zu Gott
kommen, sie waren von der Welt unbefriedigt, aber sie waren noch nicht über
ihre eigenen Frömmigkeitsideale hinausgekommen. Ihnen fehlte das göttliche
Ideal. Deshalb ist es so wichtig, dass du den Menschen das göttliche
Menschheitsideal zeigst, welches in Jesus Christus damals auf Erden
verkörpert wurde, damit sie sich danach ausstrecken lernen. Wenn du es sehen
könntest, mit welcher Hartnäckigkeit man hier noch Glaubenssätze verteidigt,
du würdest erschrecken, wie diese Dinge Seelen voneinander und dadurch auch
von dem Herrn scheiden können. Da gibt es alle Kirchen und Gemeinschaften,
denn die meisten haben doch wirkliche Wahrheitsmomente, die sie nun mit Ernst
festhalten, aber daneben oft genug die alten Irrtümer von der Erde her. Dort
hindert die Seelen ihr falscher Glaube, dass sie den Herrn und den Nächsten
in heiliger Liebe erfassen. Doch gerade ihre Aufrichtigkeit wird
dann zu irgendeiner Zeit für sie der Weg, weiter zu suchen und zu streben.
Denn auch den Bewohnern dieser Stufe erscheinen ja die Wiedergeborenen, um
ihren Brüdern und Schwestern den Weg der Liebe nach oben zu zeigen. Das geht
aber oft sehr schwer. Die angeborene Trägheit feiert da oft unter dem
Einflusse des Feindes ihre Triumphe. Es ist viel
schöner als auf der Erde, man ist die drückenden Sorgen los. Man lebt in
einer Gemeinschaft, die einem Freude und Befriedigung schenkt, und hat dabei
alle kulturellen Einrichtungen, die einem auf Erden Befriedigung brachten.
Man hält sich in seinen kirchlichen Grenzen aber ebenso exklusiv, wie man das
bisher auf Erden getan hat. Dort gibt es wenig Allianzbestrebungen, also
Bestrebungen einander im Glauben näher zu kommen. Erst in den höheren
Sphären dieser Stufe werden die Seelen dahin geführt. Deshalb ist es nötig,
dass man der brüderlichen Liebe soviel wie möglich das Wort redet. Wer in
dieser Richtung arbeitet, der arbeitet an der Verbesserung der Verhältnisse
der ersten Stufe. Seid ihr schon auf
Erden hierfür Werbende! Auch die Familien leben dort auf lange Zeit,
Jahrhunderte oft, in einem Verbande. Man freut sich dieses Zusammenseins und
des Friedens, den man auf Erden wegen materieller Widerstande so oft
vermisste. Die sozialen Verhältnisse auf dieser Stufe tragen einen
unverkennbaren Fortschritt. Das Leben bewegt sich auf viel ideellerer Ebene.
Man hat viel Kraft, sich dem Schönen und Edlen zuzuwenden. Die Kraft der
Freude ist gewachsen. Der Mensch ist, mit einem Wort gesagt, erst einmal
selig. Alles das ist für viele ein Grund
zur Sesshaftigkeit. Man kann hier solche nicht verstehen, die sich in diesen
Verhältnissen immer noch nicht zufrieden fühlen und nach
mehr verlangen. Aber je höher die einzelnen in ihrer Erkenntnis steigen,
desto mehr fragen sie auch nach dem
Weiterkommen, d.h. Jesum näher
zu kommen. Und so kommt es auch dort vor, wie auf Erden nicht zu häufig, dass
ein Glied der Familie weitergeht und dadurch die anderen in Unruhe versetzt,
damit auch sie aus ihrem Genussleben erwachen und suchen weiterzukommen. Hier findest
du auch viele kranke Seelen, die über gewisse Dinge in ihrem Leben nicht
hinweggekommen sind. Hier sind die Sanatorien dieser Ebene. Lass es dich
nicht wundern, dass ich dir solches sage. Es gibt so vieles, was die Menschen
für unmöglich halten. Aber es ist so. Wie viele kommen hinüber, die in ihrem
Herzen einen Schmerz tragen, der sie hindert, zu wahrer Freude zu kommen.
Darum werden sie hingeführt in diese Sanatorien, die unter der belebenden Krafteinwirkung
vom Throne des Herrn stehen. Dort werden sie seelisch gepflegt und werden
gesund. In diesen Sanatorien werden die Seelen geheilt mit den Blättern der
Lebensbäume, die am kristallenen Strome blühen und Frucht tragen. Diese Orte
zeigen dir auch, dass es dort noch allerlei Arbeit gibt zur Pflege der Seele.
Und solche Arbeit tun vom Herrn dazu Beauftragte. Es sind zumeist solche
Seelen, die diese Arbeit auf Erden gemieden haben. Das trifft zu für
Priester- und auch Königsseelen. Hier gibt es viel Gelegenheit, sich in
Geduld zu üben und das abzulegen, was einen Aufstieg in höhere Sphären
verhindert. Ja, unser himmlischer Herr hat für alle, die aufrichtig zu Ihm
wollen, stets die rechten Mittel, um mit ihnen dies heilige Ziel zu
erreichen! Für die, welche nach oben drängen, gibt es Schulen aller
Art. Von der einfachsten bis zur anspruchsvollsten Betätigung können sich
dort die Seelen weiterbilden. Dem Herrn geht es in erster Linie um die
Vollendung. Darauf ist auch der ganze Unterricht zugeschnitten. Die Seelen
sollen zum Anschauen des Herrn in Seiner Herrlichkeit geführt werden. Und das
ist gar nicht so leicht! Denke nur daran, wie genügsam die Menschen in
göttlichen Dingen sind. Alles
andere ist ihnen wichtiger, was ihnen zeitweilige Genüsse und Vorteile
bietet. Von dieser Trägheit kommt ein
Mensch auch drüben sehr schwer los. Dazu gehört auch seine leidige Neugier.
Wenn aber der Mensch einmal in seinem Geiste erwacht ist, er seine
Endbestimmung erkannt hat, dann erst eilt er auch vorwärts. In diesen Schulen
sind meist Vorsteher, die auf Erden so mancherlei versäumten und nun an ihren
Schülern diese versäumten Lektionen lernen können und müssen. Da erst lernt
mancher Geduld, Stillesein und die schwerste Lektion der Demut. Ach, wenn
mancher Lehrer auf Erden wüsste, wie schwer das jenseitige Nachlernen ist.
Er würde mit mehr Fleiß zusehen, das Ziel zu erfassen: „Kommt her zu
Mir alle, die ihr mühselig und beladen seid ICH will euch erquicken! Nehmet
auf euch Mein Joch und lernet von Mir, denn Ich bin sanftmütig und von Herzen
demütig! Nur so werdet auch ihr Frieden finden für eure Seelen. Denn Mein
Joch ist sanft und Meine Last ist leicht!" Aber so
köstlich es ist, dass der Mensch hier nachholen kann. Noch köstlicher ist es,
wenn er weiter vordringen darf. Überhaupt ist die Ungeduld und die Auswirkung
ihrer unbeherrschten Affekte für viele der Grund, dass sie hier versuchen
müssen, diese Eigenheiten los zu werden. Und dies geschieht häufig erst nach
Durchwanderung der Sphären der zweiten Stufe, wenn auch unter erschwerten
Umständen. Sie müssen Dinge tun, von denen sie sich auf Erden keine
Vorstellung machen. Aber der Herr will gründliche Selbsterkenntnis und
völlige Reinigung von allem Eigenwillen und -wollen, da Sein Wille regieren
will als der Herr allen Seins in Freiheit aller Seiner Kinder. Der kirchliche Betrieb geht in der ersten Stufe vielfach so
weiter wie auf der Erde. Da wechseln Feste mit gewöhnlichem Gottesdienst; da
versammelt man sich zu Konferenzen, Synoden und treibt Reichsgottesarbeit.
Da gibt es auch noch Verketzerungen und Unduldsamkeit. Aber je höher die
Seelen emporsteigen, desto klarer und wärmer und brüderlicher wird der Umgang
mit allen. Also gibt es auch hier Allianzversammlungen und Einigkeitsbestrebungen.
Und diese werden je höher desto liebewärmer. Da geschehen auch sogenannte
Bekehrungen, die immer zu einer gewissen Freiheit führen. Bei diesen
Gelegenheiten ist der Platz dann nicht mehr von Geistern der ersten Sphäre
allein besetzt. Hier redet dann meistens der Himmel in seiner höheren
Sphärensprache. Und da zu den höheren Sphären nur solche kommen, die ein
Verlangen haben weiter zu kommen, so kann manches getan werden. Hier erst
gibt es für Seelsorger viel zu tun. Da kommt es zu Aussprachen, die zur
Freiheit führen und den Weg frei machen zu höherem Aufstieg. Was sich aber
sonst zeigt, ist nicht von großer Bedeutung; es sei denn, ein solcher
Geistlicher erwartet Hilfe von oben und lässt sich beraten und helfen von
Freunden aus den höheren Heimatgefilden. Aber sonst ist hier viel, sehr viel
Genügsamkeit bei früheren Geistlichen und den Herden. Du hast den Eindruck,
dass dies kaum ein Himmelreich zu nennen sei. Ja herrlich ist es hier nicht.
Die Landschaft ist wohl schöner als auf Erden. Das hast du ja damals in
deinem Traume, in dem du deine Jugendfreundin Maria gesehen hast, erkannt.
Wunderbare Palmen zieren die Gefilde, auch sonst ist die Natur voller
Herrlichkeit. Liebliche Berge wechseln mit wunderbaren Seen und hochragenden
Gebirgsketten, welche die erste Stufe von der zweiten trennen. Es gibt
allerlei Freuden, so schön wie sie eure Erde in diesem Falle nicht hat.
Freilich ist es den Seelen unmöglich, höher zu steigen als ihr Reifegrad ist.
Da aber diese Gebirge so unermesslich weit ausgedehnt sind, weil sie auch mit
denen anderer Religionen benachbart sind, so kann nicht nur der Reiseverkehr,
sondern auch der Missionsbetrieb fortgesetzt werden. Hier ist also
Gelegenheit, sich für Jahrhunderte aufzuhalten, wenn die Seele keinerlei
Sehnsucht nach Jesus Selbst im Herzen hat. Aber der Missionsbetrieb ist
insofern erschwert, da die Angehörigen der anderen Religionen wohl erkennen,
dass auch die Missionare aus dieser Stufe nicht weiter sind als sie. Dann
kommt erst so recht die Mahnung, sich um die eigenen Fehler, um sich selbst
zu kümmern. Und solche Erlebnisse müssen dann oft mithelfen, die Seelen zur
Selbsterkenntnis, Bescheidenheit
und Achtung gegen Andersgeführte zu bringen. Dann kommt doch manchem die Sehnsucht an,
weiterzukommen und sich selbst erst mal nach Helfern aus höheren Sphären
umzusehen und den Weg zu finden, weiter aufwärts und näher zur eigentlichen
Heimat - Jesum Selbst - zu gelangen. Deine Freundin
ist sehr rasch vorwärts gekommen und hat bald das erdbraune Kleid mit dem himmlischen
Weiß vertauscht erhalten. Und dass du sie gesehen hast, war eine Hilfe. Wenn
die Seelen weiter kommen, kehrt in sie der Hunger ein nach der Liebeskraft
des Herrn; sie will teilhaben an den Segnungen des Herrn, der auch von Zeit
zu Zeit fast menschlich verhüllt hier schon sichtbar wird. Seine unverhüllte
Herrlichkeit könnte hier niemand ertragen. So weckt der
Himmel auf jede erdenkliche Weise die Sehnsucht nach oben und lockt die
Seelen immer wieder, sich bereitzumachen auf die Heimkehr. Dazu benutzt der
Herr auch die unerwarteten Einbrüche des Feindes auf das Nachdrücklichste. Es
wird klar, wie vieles ihnen noch fehlt. Besonders wenn der Herr Selbst in
Seiner Herrlichkeit oder Seine Himmlischen den Feinden entgegentreten und Er
sie alle überwindet durch den Hauch Seines heiligen Mundes. Danach wird ihnen
auch klar, dass diese Feinde in ihrem Leben viel verwüstet und verdorben
haben. Das wiederherzustellen macht viel Mühe. Das weckt dann tiefe Buße. Und
diese Buße ist auch im Himmel der Weg zur Freiheit und zum Sieg im Geiste
der Liebe des Herrn. So kommen dann
die Seelen auf die gebirgigen Höhen der ersten Stufe. Unterweisung und vor
allem Beispiel hilft ihnen ganz besonders die demütige Haltung ihrer Lehrer,
die ihnen Handreichung darbieten zum Erfassen der göttlichen Wahrheiten, des
Heils und der Erlösung. Wenn sie dann auf diese Gebirge kommen, dann muss
sich erst erweisen, ob sie so weit gefördert sind, dass sie sich über diese
steilen Kämme hinweg wagen können. Das Licht, das ihnen dort begegnet, ist
für ihre Augen so durchdringend, dass sie in demselben ihre große Prüfung
sehen. Ist ihre Aufrichtigkeit jetzt mit Entschiedenheit gepaart, um alles
zu verlassen, dann mag es sein, dass sie unter dem Jubel ihrer Führer
hinwegschreiten in das Licht der zweiten Stufe. __________ *
__________ Wer aus dem Lande der Barmherzigkeit in das Land der Gerechtigkeit
eintritt, den umfängt eine andere Luft und ein anderes Licht. In diesen
Sphären kommt der Seele die Herrlichkeit des Himmels in ganz anderer Weise
nahe. Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit in heiliger Liebe! Wenn die Seele
diese Wahrheit erkennt, dann ist für sie ein neuer Anfang gegeben. Schon der
Übergang von der ersten Stufe in die zweite ist bemerkenswert. Ungleich
herrlicher ist hier das Leben und das Licht hat eine Tiefenwirkung, wie das
in den Sphären der ersten Stufe nicht der Fall war. Aus diesem Grunde ist es
auch unmöglich hier zu leben, wenn man nicht bereit ist, den Forderungen des
Herrn in allem nachzugeben. Deshalb gehen so viele wieder zurück, die sich
schon über die Höhen der ersten Stufe geschwungen hatten. Man kann eben nicht
in jenem Lichte wandeln ohne den ernsten Willen zu völliger Selbstaufgabe, um
ein Lichtträger des Willens des Herrn zu sein. Wer aber bereit ist, zu allen
Forderungen des Herrn freudig und liebend Ja" zu sagen, um danach zu
handeln, dem wird in wunderbarer Weise das Herz froh. Nun sieht er den
Himmelsweg offenbart, Gottes Herrlichkeit kommt ihm näher. Die erste Wirkung
dieser Herrlichkeit des Herrn ist die Enthüllung. Das ist eine Prüfung, wie
sie der ehrliche Erdenmensch dann und wann erlebt. Aber hier ist sie so
unglaublich ernst und tief. Wenn so ein himmlischer Fürst im Auftrage des
Herrn der Seele ihr bisheriges Leben enthüllt, dann würde sie verzagen, wenn
nicht gleichzeitig die ewige Liebe ihr einen unwiderlegbaren Beweis dafür
geben würde, dass sie ja empor geführt werden soll zu den Höhen der
Herrlichkeit Gottes. Trotz ihrer Not gewinnt sie dadurch einen großen Ansporn,
vorwärts zu gehen um jeden Preis. Der Herr ist in Seiner Liebe ja stets
gewillt, jeder Seele aufzuhelfen, die sich nach IHM ausstreckt.
Die Prüfung bezieht sich zunächst auf die persönliche Haltung, auf das, was
der Mensch im Lande der Barmherzigkeit erlangt haben kann, ohne selbst
barmherzig zu sein. Darauf bezieht sich die erste Enthüllung. Es kommt
niemand über die Höhen der ersten Stufe, der nicht in gewisser Hinsicht schon
das ernste Verlangen hat, nach den Ordnungsgesetzen der Himmel zu leben. Aber
es ist noch vieles in der Seele, was dem Betreffenden ganz verborgen ist. Da
wird nun der Mensch geprüft, oder er wird in Lagen gebracht wo er sich selbst
prüfen kann in seiner innersten Gesinnung. Und auf Grund dieser Prüfung der
Gerechtigkeit des Herrn geschieht die Einweisung in die verschiedensten Grade
und Heilanstalten dieses Landes. Es sind wirklich Heilanstalten! Hier werden
die Seelen mit allen Hilfsmitteln versehen, um auch in den tiefsten Tiefen
ihrer Herzen frei und rein zu werden und damit zu gesunden von aller Sünde,
die ihnen bisher anklebte. Hier gibt es Arbeit in Hülle und Fülle. Die Seelen
werden von den Priestern des Herrn an den Altar von Golgatha geführt. Dort
geht ihnen zunächst das Opfer des Herrn in ganz neuer Weise auf. Sie lernen
verstehen, dass der adamitische Schaden der Seelen so tief ist, wie sie es
vorher nie geahnt hatten. Sie begreifen, dass es nie ohne das Blut Jesu Christi geht, das auf Golgatha
an ihrer Statt geflossen ist. Das führt in immer tiefere Buße! In nichts
anderes. Es kommt über die Seele ein heiliger Ernst, der sich mit Abscheu von
allem abwendet, was der Herrschaft der Gerechtigkeit des Herrn im Wege
steht. Dieses geht vielfach sehr schnell, wie die Seele meint. Auf Erden kann
man im Glauben aber viel schneller und
leichter zur völligen Reinigung der Seele kommen als dort in den himmlischen
Sphären. Wie viele müssen da, um loszukommen von ihrer fleischlüsternen
Gebundenheit, in das Grab zurück, um das Verwesen ihres Leibes anzusehen,
oder, wenn er schon verwest ist, die Hinfälligkeit und Ohnmacht des Fleisches
zu erkennen. Ach, das ist eine unsagbare Not! Aber der Seele, der es
ernstlich darum zu tun ist, herauszukommen aus aller Unlauterkeit, die lässt
sich einführen in die Schlupfwinkel des Verderbens, um sich reinigen zu
lassen. Viel Not macht immer die
Ichsucht. Diese Selbstvergötzung (alles dreht sich nur um das eigene
Wohl, den eigenen Genuss und Vorteil. Solche Menschen können nicht selbstlos
geben, sondern sie verbinden auch soziale Handlungen immer mit einem
erhofften Vorteil für sich selbst) schließt unfehlbar aus dem Reiche der
Himmel aus. Sie wird auch nicht in der ersten Stufe aus dem Herzen
ausgeschieden. Sie findet sich als die Hauptwurzel des Verderbens in allem;
sie hat den Seelengrund verunstaltet und verhärtet. Deshalb muss der Kampf
gegen sie am härtesten geführt werden. Und das vermag am besten das Blut Jesu
Christi, als des Sohnes Gottes. Es ist köstlich, wie die Seelen, wenn sie
einmal die Kräfte des Blutes Christi erkannt haben, dasselbe anwenden, um
frei zu werden von dieser falschen Ich-Gottheit (Selbstsucht). Auf
Erden ist im gesegneten Taufwasser des Bundes mit Gott und im gesegneten
Weine des Gedächtnismahles, dieses Blut wirksam. Es hat sich zuweilen in
seiner mannigfaltigen Heilkraft erwiesen für Seele und Fleischleib. In diesen
Sphären wird die Seele umgewandelt durch die Kraft Gottes. Heiliger Dienst
der Himmlischen führt sie immer tiefer ein in die Herrlichkeit der
Gerechtigkeit Gottes. Sie lernt erkennen, dass es nichts Größeres gibt, als
wenn der Herr die rechte Stelle im Leben des Menschen bekommt. Wenn die Seele
dann dem Herrn gibt, was Ihm schon immer gehörte, dann wird sie gemäß ihrem
Ernst und Streben weitergeführt. Aber was diese
Sphären zu geben haben, ist dann noch lange nicht erreicht. Aus dieser ersten
Enthüllung und Klärung des eigenen Lebens und Lebensgrundes ergibt sich eine
andere. Das ist die Prüfung der Lebenshaltung dem Nächsten gegenüber. Auch
in jener Welt zeigt die Gnade Gottes nicht mit einem Male das Ganze. Es geht
stufenmäßig vorwärts. Erst muss der Mensch die rechte Haltung jedem Menschen gegenüber finden.
Diese zweite Enthüllung ist oft noch schmerzlicher. Nun wird auf einmal
erkannt, dass die falsche Haltung dem Herrn gegenüber, auch eine unrechte den
Menschen gegenüber zur Folge hatte. Wie viele halten etwas besonderes auf
ihre Gerechtigkeit; und doch ist das nichts anderes als Rechthaberei, die mit
der Gerechtigkeit der Himmel wenig zu tun hat. So wenig wie eine Erdenpfütze
mit dem Himmelstau. Es kommen die Handlungen, Worte und Gedanken unter das
prüfende Licht des Himmlischen. Aber auch da zeigt der Herr, dass diese
Prüfung nur Liebe ist. Am deutlichsten kommt ihnen das vielfach an ihren
Lehrern zum Bewusstsein. Diese zeigen ihnen die Not an ihrem eigenen früheren
Erdenleben. In vielen Fällen sind sie ja schon in höheren Sphären. Dort
müssen sie nachholen, was sie auf Erden versäumt hatten. Der Lehrer Demut und
Gerechtigkeitswillen ist ein lebendiger Ansporn, ihnen ebenso nachzueifern.
So kommen sie vorwärts, auch in schweren Augenblicken. Besonders schwer ist
es für viele, das wieder gutzumachen, in dem sie gefehlt haben auf Erden. An
dieser Forderung zerbrechen viele. Es erscheint ihnen unmöglich, ihre Fehler
zu bekennen und dann um Vergebung zu bitten. Aber wer dazu nicht willig ist,
der kommt eben nicht vorwärts, näher dem Herrn, und wenn er noch so viel
darum beten möchte. Die Ordnung der Gerechtigkeit ist eben unveränderlich. Der Herr vergibt nur da völlig, wo die
Seele bereit ist zu gleichem Vergeben. Wo sie aber in der Gerechtigkeit
Gottes zum Ziele kommen soll, da muss sie auch allen Menschen geben, was
ihnen zusteht und gehört. Leicht sind diese Ausräumungsarbeiten nicht. Es
gibt Erschütterungen der Seele, die buchstäblich den ganzen Menschen
bedrohen. Und viele gehen dann lieber zurück in die erste Stufe, um noch
einmal zu beginnen und dann später den Aufstieg nochmals zu wagen. Wo aber
die Seelen bereit sind, die wagen. Wo aber die Seelen bereit sind, die
Versäumnisse, Ungerechtigkeiten und Sünden zu bekennen, da gibt es eine
wunderbare Befreiung durch die Kraft
des erstehenden Lebens aus Christus. Es wird dann offenbar, was das Blut Jesu
Christi vermag, wenn der Mensch im gehorsamen Glauben alles nach dem Willen
und Wohlgefallen des Herrn ausrichtet. Daher trägt dieses Land seinen
Namen, das der Gerechtigkeit. Wie viele sind
eitelstolz auf ihre Sachlichkeit und Rechtschaffenheit. Dort wird es jedoch
offenbar, dass ihre Worte und Taten meist aus der Selbstgerechtigkeit und
ihrem unreinen Urgrunde geflossen sind. In jenen Sphären sind alle Schulen
Spezialschulen. In jeder wird in besonderen Gebieten unterrichtet. Eine der
hervorragendsten ist die der Selbsterkenntnis
und die der Gotteserkenntnis. Durch
diese müssen alle hindurch, die sich danach sehnen weiter zu kommen. In der
Schule, die Geist und Seele in besonderer Weise bekannt macht mit der
Herrlichkeit des Heilandswesens, geht allen erst so recht der Sinn Seines
Lebens auf. Sie merken dann, dass in Seinem Leben gar nichts von dem war, was
ihnen selbst in den Schulen der Selbsterkenntnis abzulegen schwer war; dass
bei Ihm jede Selbstgefälligkeit und eitle Empfindlichkeit fehlt. Dieses
Vorbild treibt die Seele dann an, mit um so größerem Ernste danach zu
streben, dass sie frei wird von diesen Eigenheiten, die sich bis hinauf auf
die höchsten Sphären der zweiten Stufe ziehen. Und immer wieder ist es die
Kraft des Blutes Christi und die Herrlichkeit der Gerechtigkeit des Herrn,
die die Willigen hinaufzieht zur größeren Klarheit. Eine ernste Prüfung, besonders für
die sogenannten Reichsgottesarbeiter, ist die, den Wert ihrer Arbeit
festzustellen. Es wird vieles zerschlagen, was für die Ewigkeit bestimmt
schien. Diese Prüfung gibt unmissverständliche Klarheit, dass der Herr nicht
anerkennt was dem Gesetz der göttlichen Liebe-Gerechtigkeit entgegensteht. Da
wird gründlich aufgeräumt mit all den irdischen Bestrebungen, so dass dann
absolut kein Raum mehr
ist für das Ergebnis dogmatischkirchlich-sektiererischer Zeitbestrebungen
und Bindungen. Alles, was dem Gesetz der Gottesgerechtigkeit
widerspricht, muss fallen und darüber hinaus muss auch Buße getan werden. Da
muss mancher Priester seine früheren Gemeindeglieder um Verzeihung bitten und
sie einer ernsten Neuarbeit unterziehen, in der es ihm von vielen nicht
leicht gemacht wird, weil sie sich von ihm betrogen und hintergangen fühlen.
Oh, wie viel ehrgeiziges Wesen wird dort offenbar, was auf Erden als treue
Pflichterfüllung und heiliges Streben verherrlicht wurde! Es bleibt eben gar
nichts in dieser Prüfung, was nicht vom Herrn befohlen und durch Seinen
heiligen Liebegeist gewirkt wurde. Wie mancher Prediger würde mit ganz
anderem Ernst arbeiten, wenn er nur daran dächte, dass alles geprüft wird auf
den Gehalt an Gerechtigkeit des Herrn und Seines Opfers. Dann verbliebe viel
mehr von seiner Erdenarbeit für die Ewigkeit erhalten. Diese Erkenntnisse und
Bekenntnisse bringen der Seele viel, viel Weh und Schmerzen. Wenn man sehen
muss, dass vieles, sehr vieles zu Staub wird, dann geht ein Klagen durch das
Herz, wie der Mensch es sich auf Erden gar nicht vorstellen kann. Aber je
mehr sich der Mensch beugt unter dieses Liebegericht
des Herrn, desto mehr kann von seiner Erdenarbeit für den Herrn gerettet
werden; desto mehr wird für seinen Verlust die stellvertretende Liebe des Heilandes wirksam zum Besten der
Seele. Jeder merkt, wie ernst und entscheidend diese Stufe ist, und wie
leicht die Seele zurücksinken kann auf die niedere Stufe, wenn sie nicht
bereit ist, der Gerechtigkeit Gottes ganz Raum zu geben. In dieser Stufe ist
jeder mit sich selbst beschäftigt, so sehr, dass keiner um den anderen sich
kümmern kann. Da muss die Seele hinein in das totale Selbstgericht, in das
Einzelexamen. Und da gibt es viel zu lernen und in Ordnung zu bringen. Viele
würden da den Mut verlieren, wenn ihnen nicht immer wieder von den Lehrern
Mut gemacht und von dem Baume des Lebens Blätter zur Gesundung gereicht
würden. Aber das stärkt den Ernst und den Willen auszuhalten, bis man zum
Ziele kommt. Unter solcher Führung kommen die Seelen dann weiter und steigen
mit der Kraft des Herrn immer höher empor. Das wirkungsvolle Licht wird immer
heller und die Seele dabei immer leichter und lichter. Denn wenn der Urgrund
des Menschen gereinigt ist durch das Blut Jesu Christi, dann kann alles durch
und durch leuchtend werden. Denn das ist ja der Wille des Herrn, dass der
Mensch ganz Licht werde. Das ist aber nur dann möglich, wenn alles was verborgen war ans Licht gekommen ist. Und wenn
alles hinweggetan ist, dann erst kann die Verklärung erfolgen. In den höheren
Sphären dieser Stufe erkennt dann die Seele, was die Liebegerechtigkeit
Gottes mit ihr vorhat. Da lernt sie erkennen, was der Herr in sie wunderbar
Göttliches als Keim hineingelegt hat, das zur Entfaltung und Vollentwicklung
kommen soll. Das ist eine Himmelsoffenbarung für sie. Da lernt die Seele das
Jauchzen! Überhaupt ist die Gerechtigkeit im Herrn der Anfang aller
Herrlichkeit und aller Amtswürden. Deshalb muss hier die Grundlage geschaffen
werden für die Herrlichkeiten der siebenten Stufe. Aber gerade diese hohe
Zielsetzung wird erst in den höheren Sphären klarer erkannt, so wie der Glanz
der Metalle erst bei ihrem Polieren hervortritt. In den oberen
Sphären merkt man nicht mehr so viel von den Einflüssen der Unterwelt. In diesen
Höhen ist der satanische Einfluss nicht mehr so hinterhältig und listig
wirksam. Wo der Gerechtigkeit Gottes Genüge getan wird, da verliert Satan
sein Anrecht. Und wenn er schon versucht, eine Seele zu überfallen, so sind
genug himmlische Streiter bereit, um sie zu schützen. Nötig ist nur, dass die
Seele sich allen Forderungen des Herrn unterwirft und sich dem heiligen
Willen völlig überlässt als Sein Werkzeug. Die Wohnungen sind in diesen Sphären nicht viel angenehmer
als in der ersten Stufe, denn hier geht es ja um die Reinigung, Umwandlung
und Verklärung. Da ist für das gemütliche Zusammensein, das in der ersten
Stufe vorherrscht, kein Raum. Aber herrlicher, leuchtender sind die Bauten
und durchsichtiger entsprechend ihren Einwohnern. Auch der Jubel der Vögel
klingt hier anders. Es liegt schon ein unbeschreiblicher Vorglanz auf den
Höhen der höchsten Sphären der zweiten Stufe. Menschenseelen, die sich lange
fremd geblieben waren, werden hier Freunde und wandeln miteinander den
höheren Stufen entgegen. Das Wort unseres Herrn von den „vielen Wohnungen in
des Vaters Hause" wird hier schon überherrlich offenbar als köstliche
Wahrheit. Alle Wohnungen sind entsprechend dem Inneren ihrer Bewohner. In
ihnen ruhen und forschen sie, um tüchtig zu werden zum höheren Lichte. Man
wohnt hier in Gemeinschaften. Obwohl jeder seine Wohnung hat, so sind doch
alle durch gleiche Erfahrungen und gemeinsame Schulung zu einer Gemeinschaft
und Einheit berufen. So muss es ja auch sein! Wie sollten sie ohne diese
Gemeinschaft die oft so unscheinbaren
Verästelungen der Eigenliebe und Selbstsucht
erkennen? Da müssen andere mithelfen, das ihnen Verborgene ans Licht zu
bringen. Aber das erfreut nun alle in herrlicher Harmonie und Zugeneigtheit. Der Himmel
tritt hier schon ganz anders in Erscheinung als in der ersten Stufe. Um daran
gemeinsam Anteil zu haben, gibt es als herrliche Verheißung neuartige
Freuden, um das Land der Herrlichkeit des Herrn zu erreichen. Und wenn der
Herr Selbst bisweilen in diese Sphären eintritt, um die Bewohner zu begrüßen
und aufzumuntern, so bedeutet dies Freudenherrlichkeiten unsagbarer Größe.
Mit Ihm kommt der Himmel mit seinen Erquickungen und bringt der sich selbst
verleugnenden Seele den Ruf, weiterzuschreiten und es zu wagen, sich auf die
letzten Höhen der zweiten Stufe zu begeben, um hinüberzukommen in das Land
des Friedens. Welche Freude ist es doch für die begleitenden Königs- und
Priesterseelen, die den Strebenden dazu die Bedingungen und ihre Erfüllung
leicht gemacht haben! Unter der Führung solcher Himmlischen geht es dann
weiterer Herrlichkeit entgegen. Auch für diese Führer bedeutet das
erfolgreiche Durchschreiten dieser Stufe eine Herrlichkeit, ein
Weiterschreiten zu Höherem. So ist der Jubel doppelt groß. Der Einzug in die
dritte Stufe ist neue Offenbarung. So ist jede Stufe ein Durchgangsland zu
höherem Leben. Der Heiland und Erlöser in Seiner wunderbaren Blutskraft ist
stets der Weg zur Seligkeit und Herrlichkeit! Das Sehnen und die Unruhe, die
Er in der Seele weckt, bringt es mit sich, dass sie nicht anders kann, als
sich Ihm ganz hinzugeben. Auf den Höhen der zweiten Stufe schaut die Seele
mit einer so tiefen Dankbarkeit auf den Herrn und Heiland, dass Er alles wohl
getan hat und Seine Gerechtigkeit für sie in jeder Weise das Heil bedeutet.
„Ja, Gerechtigkeit ist Seines Thrones Feste!" Der Herr schenke dir und
jedem Leser nach dir diese Haltung! __________ *
__________ Wenn die
Seelen unbeschwert von allen Früher unerkannten Sünden und Unreinheiten über
die hohen Grenzen der dritten Himmelsstufe schreiten, dann hebt in Ihnen ein
Freuen an, wie sie es bis dahin noch nie gekannt haben. Das erste Land, das
sie kennen lernten, war voller Barmherzigkeit, dem Ausruhen von Erdenleid und
Sorgen und der Freude, alte Verwandte wieder zu sehen und zu sprechen. Dann
kam die oft unerträgliche, aber notwendige Reinigungssphäre. Jetzt kommen
sie in das Land des Friedens und der Freude. Jede dieser Stufen ist so
verschieden, dass man dies in irdischen Wortbildern nicht ausdrücken kann.
Dementsprechend ist auch die Herrlichkeit der Freude. Die Seelen merken hier
erst so recht, was für eine furchtbare glückseligkeitshemmende Macht die
Sünde in ihrem Leben hatte, die sie von allen Herrlichkeiten Gottes
ausschloss. Und mit dieser Erkenntnis wächst in ihnen eine neue, reine,
himmlische Freude und Dankbarkeit dem Herrn gegenüber ins fast Unendliche des
Herzens. Es wird ihnen
bei dieser Herrlichkeit der dritten Stufe so ganz klar, was der Herr bisher
für sie alles getan, gelitten und in Geduld ertragen hat, und dass sie
eigentlich jetzt erst beginnen darüber Klarheit zu erhalten. Der Friede, der
die Seelen hier umgibt, ist von einer wunderbaren, untrübbaren Harmonie. In
den unteren Stufen ist ja immer wieder der störende Einfluss höllischer
Mächte zu spüren, die Eingang hatten durch die noch unerkannt in den Seelen
rastenden Sündenneigungen. Und wenn dieser Einfluss die Seele auch nicht von
des Herrn unverdienter Gnade trennen konnte, so war er doch trübend und
hinderlich und immer wieder Ursache zur Beugung und weiterer Reinigung. In
dieser dritten Stufe ist die Seele stille geworden, zur Ruhe gekommen, da sie
die Not der Sünde nicht mehr fühlt. Ihr Friede ist nicht mehr zu stören, weil
alle Sünde hinweggetan ist und das Herz zur völligen Vereinigung mit dem
Geiste des Herrn gekommen ist. Die Widerstände, die sich früher immer wieder in der Gemeinschaft
mit den Menschen zeigten, sind überwunden. Es ist alles in Ordnung gebracht,
was an Schuld und Sünde vorhanden war. Da niemand in die dritte Stufe
eingehen kann, der noch etwas gegen andere Menschen im Herzen hat, so ist
tatsächlich hier ein paradiesischer Frieden, ähnlich dem, den die ersten
Menschen in Eden vor dem Falle hatten. In der zweiten Stufe wurde der
Heilungsprozess so vollendet, dass keinerlei Schmerzen irgendwelcher Art
zurückblieben. Wer hier eingeht, ist in Wahrheit erst gerecht geworden,
gerecht gegen seine Mitmenschen, denen er alles wiedererstattete, was er an
ihnen verschuldet hatte. Gerecht gegen den Herrn Selber, den er erst jetzt
anfängt zu erkennen in der Herrlichkeit der von IHM erwirkten
Erlösung durch Seine Liebe; gerecht aber auch gegen sich in aller Strenge und
ganzem Ernst. Trat in der
zweiten Stufe das Blut Christi in seiner reinigenden Kraft vor die Seele der
Menschen, dann wirkt es sich hier aus in seiner wunderbaren Lebenskraft. In
der zweiten Stufe wurden die Krankheitsherde beseitigt, hier aber wirkt sich
die neugestaltende Kraft des göttlichen Lebens aus. Wie bei einem Kranken
zuerst die Krankheit überwunden werden muss, ehe sich Gesundheit und neue
Lebensfrische offenbaren können, so ist es auch hier. Deshalb ist in dieser
Stufe eine wunderbare Veränderung wahrzunehmen an denen, die hier eingehen
dürfen. Sie kommen zur Verklärung in
das Bild Jesu Christi. Darum ist hier der Jungbrunnen, der das ganze
Wesen neugestaltet. Die Seelen treten hier in eine Herrlichkeit ein, die
ihnen selber als eine nie geahnte Offenbarung der Liebe Gottes erscheint.
Hier erkennen sie auch die wunderbaren Veranlagungen, die der Herr in ihre
Wiedergeburt gelegt hat. So wie jedes Menschenkind eine Erbanlage mit sich
bringt wie ein Samenkorn auf eigenem Mutterboden, aus dem immer neue
Eigenschaften, Kräfte, Möglichkeiten erstehen, so hat auch jede Seele in der Wiedergeburt Anlagen und Kräfte
göttlicher Natur mitbekommen. Hier erst wird es ganz klar, dass auf
dieser Erde schon herrliche Anlagen in den einzelnen schlummern, die erst in
der dritten Stufe beginnen hervorzutreten und sich entfalten. Dann merken die
„Großen" erst so recht, dass „die Armen im Geiste" über eine
Liebe-Kraft verfügen, deren sie unfähig sind, dass sie diese ganz
unterschätzt hatten. Schöpferordnungen treten hier ans Licht von einer
Herrlichkeit, die alles Denken übersteigt, die die Seele aufjauchzen lassen
in ewiger Dankbarkeit und himmlischer Freude. Und eine
andere Klarheit weist sich da noch aus: Auf Erden gelten ja die
verschiedensten Berufe je nach Ansehen, das die Menschen in ihrer Tätigkeit
darin haben. Dort wird es auf einmal offenbar, dass jeder Beruf und jede
Tätigkeit ein höheres Gesetz verkörpert, das je nach der Treue und Liebe zu Jesus Christus, eine den Menschen kaum
vorstellbare Herrlichkeit schafft. Ihr kennt z.B. das Gesetz - man möchte es
das Gesetz des Geistes nennen -, dass in der Kohle ein Diamant steck; wenn
die Kohle entsprechend behandelt wird, im Sande ein Opal, im Lehm ein
leuchtender Saphir. So hat jeder irdische Beruf ein höheres Zielgesetz inne,
das seinem Träger bei rechter Treue und Liebe leuchtende Herrlichkeit gibt.
Aber vielfach wird dieses Gesetz erst hier in der dritten Stufe zur
Entfaltung gebracht und bringt dann eine Herrlichkeit zustande, die alles
menschliche Denken übersteigt. Das Klassenwesen, das auf Erden herrscht und
viele Menschen voneinander trennt, ist im Himmel gründlichst außer Kraft
gesetzt. Dass es unter solchen Umständen hier Verbrüderungsfeste gibt, die am
Throne Gottes Beachtung und Freude auslösen, das kann man sich denken.
Dementsprechend sind auch hier die Schulen. In den unteren Stufen haben
vielfach noch Himmlische unterrichtet, die nachholen mussten, doch hier sind
bisweilen schon Könige und Priester an der Lehrarbeit, um den Seelen zu
dienen. Und erst der Unterricht! Da braucht sich keiner zu plagen, weil ihm
die Voraussetzungen für den Unterricht fehlen. Nein! Hier ist die Gabe und
Anlage Voraussetzung für den Unterricht. Und mit welcher Lust wird hier
gearbeitet! In den Bewohnern der dritten Stufe ist ein größerer Drang
vorwärts zu kommen, als in den unteren Stufen. In ihnen lebt die Sehnsucht
nach ihrem Herzenskönige Jesus so stark, dass sie alles dahinten
lassen, was sie aufhalten könnte. Die dritte
Stufe ist so recht eine Hochschule der Menschenerkenntnis. Das göttliche Menschheitsideal ist
ein sehr wichtiger Unterrichtsgegenstand, dem ganz ernstlich nachgedacht
wird. Dort wird der Mensch in sehr eingehender Weise eingeführt in die Bedeutung
des Wortes: „Ein Bild, das uns gleich sei." Das Studium des Menschen ist
immer ein bedeutsames, aber dort erst recht. Da Gottes Ziel mit dem Menschen
Gemeinschaft mit Ihm ist, kann die rechte Menschenerkenntnis nur von Gott her
gewonnen werden. Und da ist es wiederum der Herr, der sie uns vermitteln
kann. Da gewinnt das Christentum reale Bedeutung, da wird es in Wahrheit
Christusähnlichkeit! Obwohl sich diese Entwicklung bis hinauf in die höchste
Stufe fortpflanzt, so ist dafür hier der Anfang. Christus ist der Mensch nach Gottes
Willen. Wie in Adam alle Anlagen der gesamten Menschheit
keimartig vorhanden waren, so sind auch in Christus Jesus alle
Herrlichkeiten der Gottheit vereinigt, die der Mensch durch den inneren
Christus gleichfalls keimartig in sich trägt. Darum wird hier der Herr
erkannt als der, in dem alle Schönheit der Himmel und der Erden ihren
wirklichen Heimatgrund haben. Die
Seelen werden eingeführt in das Wunder des Lebens und des Charakters Jesu
Christi. Und wie groß erscheint ihnen die Tatsache, dass auch in ihnen
selbst solche herrlichen Anlagen durch Sein lebendiges Ebenbild vorhanden
sind, die nun herausentwickelt werden sollen zu göttlicher Vollkommenheit und
Herrlichkeit. Dies geht aber nicht so schnell, wie manche sich das denken,
denn hier fällt das großfördernde Moment weg, das des Glaubens ohne zu
schauen. Hier lebt man ja schon im Schauen, ohne im schmutzigen Schlamme der
gefallenen Menschheit auf Erden im sterblich-versuchlichen Fleische zu sein
und dadurch in recht demütig-abhängiger Gemütsstimmung gehalten zu werden.
Hier wird sich der Mensch seiner göttlichen Hoheit bewusst. Das kann nicht
ganz ohne ein Hochgesinntsein ertragen werden, und das erschwert das
Fortkommen und das Wachstum. Niemand kann sich auf Erden vorstellen, dass
gerade der Glaube, der unter Nichtsehen vorwärts geht, das Wohlgefallen des
Herrn hat, weil vertrauensvolle Demut seine Wurzel ist. Dort geht es auf
anderem, nicht leichterem Wege, den die Ewige Liebe, Jesus erdachte, um Seine
Sprösslinge weiter zu führen. Oh, wenn doch die Menschen auf Erden anerkennen
würden, wie viel schneller sie wachsen könnten im treuen Glaubensgehorsam zu
den Geboten der Liebe, dann würden sie viel größeren Ernst anwenden! Es geht auch
dort von einer Klarheit in eine höhere und größere. Freilich wird in dieser
Stufe offenbar, dass noch vieles wachsen muss, um aus den schwachen Ansätzen
zur vollstarken Entfaltung und Christusgestaltung zu gelangen. In der zweiten
Stufe können den dortigen Seelen diese Herrlichkeiten und ihr Ziel noch gar
nicht gezeigt werden, weil sie es nicht ertragen könnten, da ihnen die
Festigkeit und die Demut dazu mangelt. Sie könnten dieses in seiner Wahrheit
auch gar nicht erfassen. Die Reinheit
und die Klarheit des Lebens Jesu wird dort so deutlich, dass die Seelen fast
geblendet sind von dieser Wesenheit. Was die Jünger auf Tabor und Johannes
auf Patmos erlebten, das wird dort vielfach erlebt, nur dass dabei der Tod
nicht mehr nach der Seele greifen kann. Aber auch die Seligkeit des Lebens
des Herrn strömt dort so stark aus, dass die Freude daraus so übermächtig
wird, wie es keiner auf Erden sich vorstellen kann. Der Mensch Gottes, der
innere Christus, der in der dritten Stufe aus seinem seelischen Kleide herauswächst,
ist himmlisch rein und herrlich. Herrlicher noch, wie die seit Urbeginn nie
Gefallenen. Denn sie kommen mit vielen kostbaren eigenen Erfahrungen aus dem
Lande der Sünde, des Todes und der Gottesferne als einst verlorene, nun aber
heimgekehrte Kinder der ewigen Liebe des Vaters. Doch hier erst können sie
heranwachsen zu göttlicher Größe der Unendlichkeit, wie die Gottheit Selbst
es ist. In dem Maße, wie die Seele in das göttliche Ebenbild kommt, gewinnt
sie auch einen Begriff von dem, was die Herrlichkeit und Majestät der Himmel
ist. Diese wird ihnen dann zu einem Maßstabe der göttlichköniglichen Höhe,
zu welcher der Herr sie erhebt. Ein anderer
Unterrichtsgegenstand ist das Geheimnis der Wege Gottes mit den Menschen. In
dieser Schule werden die Seelen noch tiefer eingeführt in die Weisheit der
Liebe Gottes. Es ist wunderbar, wie unter diesen Erkenntnissen der Friede und
die Freude in den Seelen wachsen und sie völlig umgestalten auch nach außen
hin. Was in der zweiten Stufe immer wieder störend eingriff war die Frage:
„Was wird aus meinen Sünden und meinem Unrecht an anderen und gegen Gott, die
ich nicht mehr gutmachen kann? Jetzt kommt für die Seelen die Erkenntnis,
dass der Herrn auch diese Dinge ganz auf sich genommen hat auf Golgatha und
es nun Seine Sache ist, auch dieses in der göttliche Ordnung aufzulösen. Wie
groß ist dann die Freude, wenn sie erkennen dürfen, dass der Herr auch das
Böse im Leben der Menschen als starken Dünger gebraucht für die Heiligung.
Wodurch es zu einer Ursache der grenzenlosen Dankbarkeit IHM gegenüber wird.
Es ist für euch Erdenmenschen noch unausdenkbar, wie groß die Freude der
Seele ist, wenn sie sieht, dass der Herr nicht nur alles vergeben hat,
sondern darüber hinaus im Leben der anderen alles Unrecht zu gebrauchen weiß,
um in des andern Leben Seine Gnade voll auswirken zu lassen. Auch dies ist
wieder ein neuer Grund zu größter Dankbarkeit und Freude. Dort wirkt der himmlische
Friede in der Tat wie ein Strom, in dem jede Erinnerung an das alte, böse und
verkehrte Wesen der Sünden ganz ausgelöscht wird aus der Erinnerung und es
wird offenbar an und in denen, die „nach Hause kommen". In der dritten
Stufe wirkt sich die Schuld nicht mehr aus, da ist Frieden geworden infolge
der tatsächlich vollen Erlösung durch den Herrn. In diesem Frieden wird der
Mensch ein Wesen voller Harmonie und Ausgeglichenheit, wie es auf Erden im
Laufe der Jahrtausende nur wenigen gelang, die den Tod nicht schmeckten,
sondern überkleidet entrückt wurden in die himmlischen Sphären. Diese
Erkenntnisse führen auch die dortigen Seelen einander immer näher.
Unvorstellbar sind die dort zustande kommenden Freundschaften, die überreich
und seligst machen in der gemeinsamen, anbetenden Betrachtung des himmlischen
Herrn und Schöpfervaters und im gemeinsamen Dienst. In Verbindung damit
wächst der reine Wille immer mehr zu seiner göttlichen Bestimmung empor. Er
lernt Seinen Herrn kennen in der Kraft der Weisheit und Herrlichkeit; er
beugt sich immer mehr in Anbetung und Hingabe in allem. Er geht mit einer
unbeugsamen Entschlossenheit darauf ein zu lernen, was die ewige Liebe von
ihm erwartet. Dadurch reift er immer mehr. Bei aller Freude und bei dem Frieden,
der unausdrückbar ist, ist der Eigenwille immer noch so stark, dass er sich
in mancher Hinsicht in der Gemeinschaft noch behauptet. Doch nicht mehr
dergestalt, wie in den unteren Stufen, aber doch so, dass bei aller
Freundschaft noch verschiedene, unterschiedliche, ja entgegengesetzte
Meinungen zu Tage treten. Damit zeigt sich, dass die höhere Weisheit und
Erkenntnis noch nicht allgemein ist, sondern der Weg höher gehen muss. Durch die
Schulen, in denen die einzelnen auf ihre höheren Aufgaben vorbereitet
werden, wird ja eine solche Gemeinschaft geboten, die restlose Befriedigung
gewährt, so dass kaum eine innere Not entstehen könnte durch Begegnung mit
Andersartigen. Schon die Ausbildung bringt es mit sich, dass die Gruppen
geschlossen sind, was sich durch Abgegrenztheit anderen gegenüber äußert.
Nicht wie in der ersten Stufe mit erdgebundener Haltung, sondern nur aus der
Beziehung zur eigenen Aufgabenbestimmung. Deshalb können auch die einzelnen
in höheren Sphären mit verschiedenen Aufgaben zusammentreffen. Hier sind die
Grade noch bedeutsamer als in der ersten und zweiten Stufe. Die Berge
leuchten hier noch heller und wunderbarer. Sie trennen von der vierten
Stufe. Auch hier gibt es Seelen, die sitzen bleiben und nicht weiterkommen.
Aber immerhin ist der Prozentsatz derer, die weiterstreben, größer als
weiter unten. Der Freude entsprechend gestalten sich die Feste hier in
ganz besonderer Weise. Denke dir zunächst einmal die großen Feste der
vereinten Seelen, die sich hier treffen und dem Herrn
Jesu innerlich zujauchzen, dass Er sie
völlig erlöst hat. Alle Erdenfreuden verschwinden vor der Stärke dieser
Empfindungen. Man kann gar nicht anders, als sich immer wieder zu freuen,
dass der Herr so Großes getan hat und die Seelen zusammenführte, deren Wesen
und Gleichartigkeit der Führung sie zu besonderen Familien- und
Geister-Gruppen vereinigte. In solchen Gruppen erscheint dann der Herr, wenn
auch nicht in Seiner Herrlichkeit der höchsten Stufe, aber doch so, dass die
Seelen einen tiefen Eindruck bekommen von der Klarheit und Herrlichkeit
Seines Wesens. Sein Kommen bedeutet für alle Bewohner die höchste Freude und
den größten Gewinn. Von IHM gehen Strahlen aus, die in deinem Innern die Freude einer
unstillbaren Sehnsucht wecken, IHM Näherzukommen. So ist Sein Kommen Freude und auch Lockung.
Dort ist eine Stunde zu Seinen Füßen das Herrlichste. ER allein ist die Quelle des Lebens und der reinsten
Glückseligkeit zugleich. Gegen diese Feste sind eure Feste, auch wenn sie
noch so schön sind, nur Schatten, die das wahre Fest nur ahnen lassen, aber
nicht wahrhaft darstellen können. Menschenherzen im Fleische sind nicht
imstande, jetzt schon das Glück zu ertragen, das damit verbunden ist. Herrlich sind
die Wohnungen in dieser Stufe. Es lässt sich auf Erden kein Vergleich ziehen,
der einigermaßen die Schönheit deutlich machen könnte. Hier ist man schon
jenseits der irdischen Baustoffe. Wenn sie auch an die Erde erinnern, weil
sie noch nicht durchsichtig sind wie in den höheren Stufen und Sphären, so
ist doch das Material so köstlich und wertvoll, die Farben so leuchtend und
lebendig, dass sie schon mehr himmlisch sind. Und diese Wohnungen des Lichtes
und der Freude werden von solchen bewohnt, die gemeinsam den Erdenweg
gegangen sind oder so gleichartig sind in ihrer Zielrichtung, dass sie nicht
nur die Freude der Gemeinsamkeit haben, sondern gleichzeitig auch die Hilfe
für das Weiterstreben. Und je höher es in den Sphären hinaufgeht, desto mehr
ist diese Geistesverwandtschaft vorherrschend. Störend wirkt hier keiner mehr
für den anderen. Wenn eine Seele sich zurückziehen will, um in der
Gemeinschaft seines himmlischen Lehrers oder in stiller Betrachtung des Herrn
allein zu sein, dann ist der andere von solch zarter Rücksichtnahme, dass
Menschen nur staunen könnten. Es geht eben hier nicht mehr um den
geschöpflichen Menschen, sondern um den Herrn Selbst und um Sein lebendiges
Abbild im neuen Menschen aus Gott. Wunderbar ist
auch das Verhältnis der Lehrer zu den Schülern. Es ist eher ein
Freundschaftsverhältnis, wenn es auch dem Schüler nie einfallen wird, sich
dem Lehrer gleichzusetzen. Aber gerade diese Hochachtung, die der Schüler
seinem Lehrer entgegenbringt, ermöglicht es den Lehrern, sich ihnen so
freundschaftlich zu nahen. Sie haben die große Aufgabe, die Liebe und das
Streben der Jünger ganz dem höchsten Ziele, dem Herrn Selbst, zuzuwenden. Da
gibt es natürlich große Unterschiede. Die einen lernen rascher als die
anderen. Aber es soll ja nur vorwärts gehen. Ich will dir noch von den leuchtenden Blumen erzählen, die
hier in einer Lieblichkeit strahlen, die jedes Auge entzückt. Die Farbenpracht
ist so herrlich, dass man nicht nur von Farbtönen sprechen kann, sondern von
Farbsymphonien. Und die Luft mit ihrem Balsam vollbringt wahre Wunder des
erneuernden Lebens, das ganze Innere wird erquickter. Die Herrlichkeiten der
Sphären mit ihren Schöpfungswundern, die den Bewohnern die Größe des
allmächtigen und unendlich liebevollen Schöpfergottes vor Augen führen,
helfen alle mit, dass die Freudefähigkeit
dauernd wächst und daraus die Anbetungskraft. Wie von starken Magneten werden die Seelen angezogen von
den Herrlichkeiten der Sphären und je nach ihrer Beschaffenheit und
Willigkeit dadurch nach oben gezogen. Wenn sie daher auf den letzten Grenzen
stehen und hinüberschauen in das Land des Gehorsams, dann werden ihre Augen
noch leuchtender und erfüllt von der Sehnsucht nach dem Herrn ihres Lebens,
sie jauchzen dem Kommenden entgegen. Wenn aber die Lehrer mit ihnen
hinübertreten in das herrliche Land, dann kommen ihnen dort jene Bewohner
entgegen und bringen ihnen den Willkommensgruß des Herrn zu höherem Glanz.
Ihrem Charakter und ihrer Liebekraft entsprechend sind dort die Kleider, als
Kennzeichen ihrer inneren Reife. Dort entscheidet nicht nur der Geschmack,
sondern die Gesinnung. Im Himmel kann man sich keine Kleider anschaffen wie
auf Erden. Der Glanz der Seele, die Reinheit des Charakters entscheiden über
die leuchtenden Gewänder. Das ist für viele zuerst ein schmerzliches
Erkennen, und damit auch Erkennen ihrer bisher noch unerkannten leisen
Eitelkeit. Aber es entspricht der Gerechtigkeit des Herrn, der auch hier
einen wunderbaren Ausgleich schafft für die Eitelkeiten des Geschöpfes, das
von der Erde kommt. Deshalb siehe du zu, dass auch du dort das leuchtende
Gewand tragen darfst, das den Seelen zugehört, die ihre Kleider, d.h. ihre Gesinnung
gewaschen haben im Blute der Demut des Lammes. Die sich Seine Demut zu eigen machten, welche als Frucht
die göttliche Liebe hat. Auszeichnungen sieht man hier noch nicht viele, sie
fehlen aber nicht ganz. Alles, was einem der Herr geben kann, das gibt Er
auch. Aber wie dort alles von der Vereinigung und Ähnlichkeit mit Christus
abhängt, so ist dies auch im Falle Seiner Auszeichnungen. Es ist wohl
denkbar, dass Seelen, die hier in einer Sphäre über eine gewisse Stufe nicht
hinausgekommen sind, in den höheren Sphären einen herrlichen Schmuck
bekommen, ihn aber erst dann tragen können, wenn sie dort sind. Doch viel
wichtiger als Auszeichnungen, so sehr sie auch erfreuen mögen, ist die Hineingestaltung
in das Bild Jesu. Das allein ist ausschlaggebend. Und wenn auch nicht
alle Gesichter gleich aussehen, so ist es doch gewiss, dass alle IHM
im Wesen ähnlich sein müssen oder es werden müssen, je höher sie zu IHM
emporsteigen, empor zu der Größe Seines Wesens. Daher eile der Herrlichkeit
des Herrn entgegen, damit wir dich einst mit Freuden begrüßen können in der
Herrlichkeit der Herrn im Lichte. __________ *
__________ Den Bewohnern der dritten Stufe, die sich über ihre Grenzen
begeben, um in das Land der vierten Stufe eingehen zu dürfen, tönen
Jubellieder entgegen, die die Liebesherrlichkeit des Herrn besingen, wie ihr
Erdenmenschen es noch nie gehört habt. Dazu leuchtet das Licht und die
Herrlichkeit der Paläste in einem Glanz, dass die Neuen es kaum ertragen
können. Wenn die sie begleitenden Engel nicht bei ihnen wären, dann könnten
sie kaum weitergehen. Hier im Lande des vollkommenen Gehorsams verstehen sie
erst so recht, was das Wort des Herrn bedeutet. Von dieser Stufe redet der
Herr auf Erden so manches Mal. Aber man hat IHN damals nicht verstanden und versteht IHN auch heute noch nicht darin. Wenn ER davon sprach, dass es Seine Speise sei, den Willen des
Vaters zu tun, dann sprach ER von der Gesinnung
derer, die in der vierten Stufe sind. Darauf bezieht sich auch die Bitte im
Vaterunser: Dein Wille
geschehe auf Erden wie im Himmel! Was wissen die Menschen schon von Seinem
Willen, und wie tun die danach, die sich nach Christi Namen nennen! Und doch
ist der Gehorsam die Lebensverbindung mit dem Herrn. Das sollten die sich
„Jünger Jesu" Nennenden ganz anders praktisch beachten und sich stets
danach richten. Wer sich nicht im steten und ganzen Gehorsam übt auf Erden
schon, dem ist der Aufstieg in diese herrliche vierte Stufe verschlossen.
Sein Gehorsamsgeist verkümmert, und er hat dann mehr verloren als die ersten
Menschen im Paradiese. Ausnahmen kennt
der wahre Gehorsam nie! Durch den Gehorsam kommen die Menschen erst in
die rechte Lebensbeziehung zum Herrn. Das Wort von der Speise ist nicht eine
bildliche Redewendung oder Entsprechung, sondern eine Tatsachse von der
allergrößten Bedeutung. Wer dem Herrn
ganz gehorsam wird, der kommt dadurch erst in die rechte Lebensverbindung
mit den Quellen des Thrones Gottes. Der nur hat den Anschluss, die
Vereinigung mit dem ewigen Leben aus Gott gefunden! Deshalb gilt in der
vierten Stufe nichts mehr, als der Alleinwille des Herrn und die Offenbarung
desselben durch Sein Wort. Bei diesen Bewohnern ist der Gehorsam
die innere Haltung, aus der ihr ganzes Leben fließt. So war es bei Maria, der
Gebärerin des Fleisches des Herrn, als sie im Glaubensgehorsam sagte: „Siehe,
ich bin des Herrn Magd, mir geschehe, wie du gesagt hast!" Diese innere
Haltung lehrt, dass die
Herrlichkeit des göttlichen Willens zuerst voll erkannt und dann ungeändert
und stets erfüllt werden muss. Wer im Ungehorsam des eigenen
Willens, und sollte dies in noch so fromm getünchtem Kleide sein, beharrt,
der hat keine Ahnung, was für eine wunderbare Herrlichkeit und Glückseligkeit
im Willen des Herrn verborgen ist! Sein
Wille ist immer auf die Vollendung Seiner Herrlichkeit in der Schöpfung
gerichtet. Und dieses hat man in der vierten Stufe ganz klar erfasst.
Dort hat man nicht nur gelernt, „Ja" zu sagen zum Willen des Herrn,
sondern man hat wirklich gelernt von der Haltung der höchsten Engel. Diese
erfüllen mit größter Freude und heiligem Ernst stets und in allem den Willen
des Herrn ohne die geringste Abänderung. Was hingegen die Erdenmenschen in vermeintlicher Verbesserung oder
Anpassung an die derzeitigen Verhältnisse glauben tun zu dürfen oder gar
zu müssen. Das ist nie des Herrn Wille, sondern der Eigenwille der Menschen!
Also Ungehorsam und Unglaube! Wer im Ungehorsam des eigenen Willens, selbst
im gläubig-frommen Kleide, verharrt, der hat keine Ahnung wie er sich selbst
schadet. Deshalb stehen
diese Bewohner in einer ganz anderen Rangordnung wie die der unteren Stufen.
Sie werden an die Seite des Herrn gerückt. Unten ging es vielfach noch um die
Errettung aus den Schlingen des Unfriedens und der Ungerechtigkeit, aber
hier geht es um mehr: Um das Tun des Willens des Herrn in Seiner
Herrlichkeit, in der völligen Erkenntnis, dass Sein Wille die allergenaueste
Ordnung enthält. Der in den allergeringsten und allerkleinsten Dingen der
Unendlichkeit, die Unendlichkeit in Harmonie erhält. Hier wird die völligste
Gottesherrschaft gepflegt, wie in keiner der unteren Stufen. Die Einigkeit
des Willens zum ganzen Gehorsam belebt alles und ist den Seelen hier zur
Natur geworden. Dadurch kehrt die Seele in das Ebenbild Gottes zurück und
bekommt wieder ihre ursprüngliche Gottesverklärung und Kraft. Aus diesem
Gehorsam heraus, der ein ganz neues Verhältnis zum Herrn schafft, gibt es
auch ein ganz anderes Licht. Hier ist schon mehr direktes Licht vom Throne
Gottes, während die unteren Stufen nur indirektes Licht empfangen. In diesem
unmittelbaren Gotteslichte leuchtet nun alles, besonders die Paläste, denn
von Wohnungen kann hier nicht mehr geredet werden. Klarheit und Herrlichkeit
prägt sich hier aus in allem. Die Bewohner leuchten und sind verklärt, so
dass sich vor ihnen die Bewohne der oberen Stufen nicht zu überschatten
brauchen. Ach, dass die Erdenmenschen doch erkennen, was es heißt und was es
ist, dein Herrn wirklich gehorsam zu sein? Übe dich, der du jetzt dies liest,
immer mehr im freudigen Vollgehorsam in steter Treue, damit du reif wirst für
diese Herrlichkeiten. Jede Gehorsamsübung vermehrt auf Erden schon das
himmlische Kraft-licht in dir. Während jeder Bruch des Gehorsams die
höllische Finsternis und den Abstand vom Herrn in dir vermehrt und dich in
der göttlichen Liebe erkalten lässt. Das Licht
bringt hier auch ganz andere Blüten hervor. Die Früchte, die hier reifen,
weisen eine Vollkommenheit an Herrlichkeit auf, die ein Erdenbürger nicht
verstehen könnte. Sie sind Entsprechungen des inneren Standes der Bewohner.
Ein Gleichnis vermag dieses nur unvollkommen zu erklären. Die Blüten und
Früchte im Süden eurer Erde und die im kalten Norden. Welch ein Unterschied?
Viel vollkommener ist dieser Zustand zwischen denen der Herrlichkeit der
vierten Stufe und denen eurer finsteren Erde. Verwunderung und Erstaunen über
und über für alle, die von eurer Erde aufsteigen in diese Stufe. Die Blüten
hier sind von einer solchen Lichtschönheit und Farbenunendlichkeit, dass sie
allein die Seelen aufjauchzen lassen. Dabei tragen und spenden sie einen
Duft, der unbeschreiblich ist und seinesgleichen sich nur andeutungsweise
auf eurer Erde vorfindet. Diese Blumen können nie mehr welken und sterben,
denn sie sind unmittelbare Boten des alles Leben ausstrahlenden Herrn; auf
ihren Blütenblättern sind oft genug die Botschaften des Herrn geschrieben.
Alles hat hier Anteil an der himmlischen Offenbarung des Willens ihres
Schöpfen. Ein harmonischer Lobpreis in herrlichem Akkord, als beseligender
Schöpfungsjubel der Ewigkeit! Und wie es mit den Blumen ist, so ist es auch mit den
Früchten. Sie sind von einer lebensfrische, Herrlichkeit und unendlichen Vielfalt,
die wunderbare Erquickungen bringt. Der Genuss einer solchen Frucht ist
göttliche Kraftmitteilung und Beseligung aus der Hand der EWIGEN
LIEBE. Beachte daher jetzt und merke es dir: Jeder Genuss,
der dich von der Gemeinschaft des Herrn trennt hier auf Erden, er wird dich
auch trennen von dem Genuss dieser Herrlichkeiten. Daher vermeide sie alle
aus Liebe zum Herrn und um deiner Seligkeit willen? Die Früchte
vom Baume des Lebens sind entsprechend dem heiligen Organismus und
unvergleichlich in ihrer Wirkung. Wer nun wissen möchte, ob man dort auch
noch andere Nahrung hat, so sei gesagt, dass in den unteren Sphären außerdem
vielerlei Speisen geboten werden. Doch je näher zur Herrlichkeit des Herrn,
desto ausschließlicher dienen als Nahrung die himmlischen Früchte. In seinen
Höhen finden sich Tischgemeinschaften, die alle Harmonie und Schönheit
unfassbar weit in den Schatten stellen und geradezu wiederum eine Seligkeit
für sich bedeuten. Der Herr hat jeden
Menschen erschaffen, damit er in der Gemeinschaft mit IHM und untereinander
lebe. Deshalb finden sich auch in den himmlischen Stufen Dörfer und
Städte. Sie entstehen aus dem heiligen Liebewillen himmlischer Baumeister.
Der Baustoff ist hier Kristall. Auch er ist verschieden an Klarheit,
Schönheit und Farbe. Diese Siedlungen strahlen sonnenartiges Licht aus. Die
einzelnen Paläste sind verschiedenartigste, denn jeder entspricht der
Eigenart ihrer Einwohner. An der inneren Ausgestaltung und Einrichtung sind
himmlische Engel nicht unwesentlich beteiligt. Sie bringen nicht nur, das
Bild eures Wesens dem Himmel zur Kenntnis, sondern auch eure
Lieblingsneigungen und Hoffnungen. Es ist ganz wunderbar wie. Da wird gar
nichts übersehen, was Freude und Erquickung für die Einwohner bedeutet. Alles
entsprechend dem treuen Gehorsame in Selbstverleugnung des Inhabers. Dort werden die getreuen Erdenpilger
einmal alles vorfinden, was sie bewusst und unbewusst in ihrer Liebe zum
Heiland gern zu Seiner Freude und Verherrlichung geübt und gepflegt haben. Was
an Licht und Liebe in der Seele schlummerte, das kommt auch hier zur
Offenbarung. Und es drückt sich auch dann in seiner Häuslichkeit aus. Wie die
einzelnen Wohnungen sind, so auch die Gemeinschaften, in denen man lebt. Dort
entscheidet nicht mehr die Rasse, Blutverwandtschaft, der Stand oder die
Verstandesbildung, sondern nur die Wirkung des Blutes Jesu auf die Liebe des
damit Gewaschenen und Erlösten; der heilige Liebegeist, in dem man vereint
wird und vereint bleibt. Das sind dann Gemeinschaften von wunderbar
beseligendster Art. Bei allen ist hier der gleiche Gehorsam, das gleiche
Ziel, die gleiche Herrlichkeit in der gleichen Erkenntnis des alleinigen
Willens des Herrn. Dort findet jeder Mensch die Seelen, mit denen er am
besten der ganzen Herrlichkeit des Herrn nacheilen kann. Es fehlt aber auch
nicht an Hemmungen, die in der unaussprechlichen Schönheit des Landes selbst
begründet sind und deshalb die Seele hier aufhalten können. In den einzelnen
Sphären ist so mancher Unterschied zu bemerken durch die Verschiedenheit der
Herrlichkeit. Diese
Gemeinschaften hier dienen nicht nur der Freude und dem Gedankenaustausch,
obwohl dies ein hervorragender Zug dieser Stufe ist, sondern auch der Arbeit.
In dieser Stufe gibt es noch viel zu lernen, um reifer zu werden für die
höheren Stufen. Darum sind die Dörfer und Städte auch Arbeitsgemeinschaften
von gleichgearteten Wesen, die der Herr zusammengeführt hat, entsprechend der
Vielfalt Seines himmlischen „Leibes", und die nun ihrer ewigen Endbestimmung
auch untereinander näher gebracht werden. Wie herrlich
sich diese Gemeinschaften in ihrer gesammelten Liebeskraft auswirken, das
kann jeder Erdenpilger daran erahnen, der auf Erden die Segenskraft erlebt,
die er in gleichgearteten Kreisen spürt. Da ist es jedem eine Wonne, dem
anderen zu helfen und zu dienen. Nichts behält der Helfer und Liebende für
sich zurück, keine Gnade, keine Erfahrung, keine Unterweisung, alles wird
weitergegeben zum Besten der Nächsten. Hier hat man
ja endlich völlig erkannt und anerkannt, dass jede Seele das lebendige Abbild
des Herrn Selbst in sich trägt, und das alles, was man dem Nächsten tut, das
gibt man eigentlich ja freudig dem Herrn. Denn jede Hilfereichung ist
heiliges Opfer, das man dem Herrn auf dem Altar des anderen darbringt. Daraus
entstehen dann auch jene seligen Verbindungen, aus denen Freundschaften
hervorgehen, die die Erde nicht kennt, noch ahnt. Was diese
himmlischen Siedlungen besonders herrlich macht, das ist der Strom des
Lebens, der durch sie dahinfließt. Der Herr gibt durch diesen Strom eine hohe
Lebensoffenbarung. Kräfte der heiligen Dreieinigkeit wirken in diesem
Lebenswasser. Nur einiges - nicht alles - darf den Erdenmenschen darüber
gesagt werden. Ein Gleichnis: Wie Erdenmenschen
durch den Gebrauch von Heilquellen Kräfte in sich aufnehmen und dadurch in
ihnen so manche unerwartete und gute Veränderungen vor sich gehen, so ist es
auch bei dem Strom des Lebens der Fall. Das Untertauchen in diesem Strom
bedeutet nicht nur Erquickung, sondern erneute Lebensmitteilung vom Throne
Gottes her. An manchen Stellen weitet sich der Strom zum lieblichen See, der
wie ein kristallenes Meer erscheint, durchsichtig wie die Luft hier. An
seinen Gestaden befinden sich die Hochschulen der an ihnen erbauten Stadt,
die Anstalten Jesus, der ewigen Liebe Gottes, in denen Unterricht erteilt
wird von den Bewohnern höherer Stufen. Wenn ich dir, lieber Leser, diese
Landschaften und die mit Palästen gekrönten Hügel zeigen könnte, du würdest
wohl nicht mehr auf deiner dunklen Erde weiter leben wollen. Aber wir freuen
uns, dich einst nach Absolvierung der Erdenschule dort einführen zu dürfen zu
deiner und des Herrn Freude, um dir zu zeigen, was du im sterblichen Leibe
nicht ertragen noch ahnen kannst. In den Schulen dieser Stufe wird besonders Gotteserkenntnis
gelehrt. Da gibt es wunderbare Entdeckungen
für die Seligen im Wesen des heiligen Gottes. Der unaussprechlich gute und gnädige Gotteswille leuchtet
da himmlisch klar auf in allen Lebensführungen der Einzelnen. Und so lernt
jedermann den Herrn kennen und daraus noch inniger lieben. Der alles geordnet
in ihrem Leben, um einst IHM sogar gleichförmig zu werden in allem als Sein
ausgewachsenes wahres Kind. Aber nun wird auch der unendliche
Unterschied erkannt, der trotzdem zwischen ihnen und dem Herrn Selbst noch
besteht und der unbedingt überwunden werden muss. Denn ehe sie in die
nächsthöhere Stufe übergehen können, müssen sie auch in größter Not, in der
Anfechtung, dem Herrn ähnlich werden. Der doch völligen Gehorsam darin geübt
hat bis zu Seinem Gerichtstode, und der für eine völlig gefallene
Geschöpfeswelt Selbst in das bitterste Gottverlassensein und Gericht
hineinging. Sie müssen erkennen, dass ihr ganzes Ich-Wesen durch die Wesensart des Herrn Jesus verwandelt werden muss. Die Treue des Herrn, die besonders
in Seinen wunderbaren Führungen mit ihnen zum Ausdruck kommt, ist für sie ein
Grund hehrster Liebesanbetung. Hier geschieht „das Wachstum in das
vollkommene Mannesalter Christi", da wird empor geführt zur göttlichen
Größe. Neben dem herrlichen Gehorsam wird in dieser Stufe also die Erkenntnis
der Weisheit des Herrn vermittelt. Wenn die Seele das Licht des Bildes
Jesu Christi in sich aufleuchten sieht, dann lernt sie mit den
himmlischen Fürsten und Engelsmächten die Herrlichkeit der Gottweisheit
anbeten. Dort werden alle bisherigen Rätsel gelöst und jedes „Warum" zum
Schweigen gebracht. Jetzt lernt die Seele verstehen, dass sie auf keinem
anderen Wege der Gottesgnade zum Ziele gebracht werden konnte. Der Herr
musste gerade den Weg mit ihr durch so viele Dunkelheiten gehen, die aber
doch alle verklärt waren durch die der Seele unsichtbare Gegenwart des Herrn
und Seiner Liebeskraft über Tod und Teufel. Das schafft nun ein Vertrauen und
eine Anbetung des Herrn wie nie zuvor. Diese Bewohner dringen immer tiefer
ein in die geheimsten Wege des Herrn und
steigen so höher hinauf auf die Höhen zur fünften Stufe. Deshalb liegen auch
diese Sphären in einer wunderbaren Ruhe, in die keine Ausstrahlung des
Feindes mehr eindringen kann. Man schreitet der himmlischen Herrlichkeit, der
Ebenbildlichkeit Gottes entgegen und sieht alles in dem Lichte ewiger Gnade
liegen. Der Wille des Herrn wird je länger je mehr zur lebendigen Quelle des
Lebens und der Erkenntnis hinführen, der in den höchsten Sphären der vierten
Stufe dann seine Krönung findet. Lieber Leser, der Herr hat dir
diese Zeilen zugeführt, damit auch du dadurch angeregt wirst, in allem den
Willen des Herrn in dir zu erforschen und zu erfahren, um Ihm dann gehorsam
zu werden ohne Eigenwilligkeit. Je besser du dieses auf der Erde gelernt
hast, desto leichter und schneller kannst du drüben aufsteigen. Dabei kommt
der Ballast deines Eigenwollens heraus, der nur deinen Aufstieg, deine
Vollendung hindert. Du selber kannst also vieles dazu beitragen, dass deine
vom Herrn gewollte Vollendung rascher vor sich geht. In Verbindung damit
wirst du auch mehr und mehr königlicher Priester, lernst das Beten nach dem
Willen des Herrn und wirst eingeführt in
das Gebet des Herzens und der innigsten Liebesgemeinschaft mit dem Herrn
Selbst. Die Seele lernt Blicke tun in das Herz des Herrn und in die
geheimen Liebesgedanken Gottes, der nichts anderes begehrt, als die Seelen
Seinem Sohne ebenbildlich zu machen. Hier haben diese Priester eine
wunderbare Kleinarbeit die doch unendlich Großes hervorbringt. Wenige Menschen auf Erden kennen
die göttliche Macht des wahrhaft priesterlich, tragenden Gebets und die
Gesetze eines erhörlich-priesterlichen Gebetes. In der Gebetsgemeinschaft
mit jenen königlichen Priestern aus der sechsten und siebenten Stufe lernt
die Seele nicht nur den rechten inneren Herzensumgang mit dem Herrn, die
heiligen Umgangs- und Wesensformen, die Sitten und Gebräuche des
Heiligtumsgebetes, sondern auch die bisher verborgenen, geheimen Liebeswege
Gottes mit den Menschen erkennen. Er lernt hieraus die rechten Folgerungen zu
ziehen, nach diesem Liebewillen recht zu bitten. So hatten Elias und Henoch
innigste Herzensgemeinschaft mit dem Herrn und daher geschah auch stets und
ungemindert das, was diese beiden erbaten. Mit wie wenig Takt und Hochachtung
vor dem Herrn beten doch oft die Erdenmenschen zu Gott! Im Himmel wird des
Herrn und Seines Herzensheiligtums in ganz anderer Weise gedacht. Dort kommt es vor dem Herrn zur völlig
ich-gelösten Versenkung in des Herrn Herz. Noch ist dies nicht so möglich
wie in den höheren Stufen, aber hier ist der Anfang dieser wunderbaren
Entwicklungen. Die Möglichkeit der Vereinigung der Seelen mit dem Herzen des
Herrn ist so herrlich beglückend, dass ihr auf Erden mit diesen Möglichkeiten
der Vereinigung gar nicht rechnet. Die Kraft und Innigkeit dieser
Herzensvereinigung mit dem Herrn im Gebet wird im Johannesevangelium Kap. 17
nur angedeutet, und wird in der vierten Stufe bis ins Tiefste enthüllt und
praktisch geübt. Und es ist für die königlichen Priester eine heilige
Aufgabe, himmlische Sitten, Möglichkeiten, Gesetze und Freuden ihren
aufstrebenden Brüdern und Schwestern zu lehren, zu zeigen und lebendigst nahe
zu bringen. Die Mitteilungen dieser herrlichen Führer über die Zustände und
Bleibestätten in der höheren Herrlichkeit muten sich an wie die Schilderungen
ferner Länder. Bei diesen Unterweisungen über die volle Vereinigung mit dem
Herrn und der Seligen untereinander wird die Sehnsucht der Zuhörer nach oben
immer stürmischer. Die Gnadenauszeichnungen welche die Lehrer tragen, zeigen
den Bewohnern dieser Stufe Würden und Ehrungen aus den früheren, treuen
Selbstverleugnungen ihrer Lehrer, die ihre demütige Herrlichkeit erst so
recht offenbart. Das macht ihnen die eins große Wahrheit kund: „Alle Schönheiten
des Himmels und der Erde sind zusammengefasst in JESUS." Deshalb verlangen die Schüler auch
nach nichts mehr als nach IHM und der Vollendung in Sein Bild, um dann mit Ihm untrennbar
vereint zu bleiben. Und das treibt sie immer wieder an, sich in IHM zu
versenken und die verborgene Quelle Seines Herzenslebens im eigenen Herzen
aufzunehmen. Dort wird auch die herrliche Wirkung des Herzenslichtes Jesu so
recht sinnfällig. Du weißt aus den Neuoffenbarungen, dass alle Blüten und
Früchte nichts anderes als verklärte Welten darstellen. Dort wirst du erst in
aller Enthüllung erfahren, was die gütige Sonne vermag, wenn sie in ihrem
himmlischen Kraftlichte auf der neuen
himmlischen Erde Blüten und Früchte hervorbringt. Kannst du dir
vorstellen, was dieses beinhaltet? Nein! Aber ich sage es dir schon heute,
damit du dich beim Erreichen dieser Herrlichkeiten dankbar des Herrn
erinnerst. So viel Licht und Lichtschöpfungen in solcher Endlosigkeit an
Schönheit und Mannigfaltigkeit, kann ein Menschenherz in seiner größten
Phantasie nie erdenken. Um wie vieles weniger wirklich davon erfassen und
ertragen. So freue dich darauf und eile mit aller Herzensgewalt, um bald dort
schon Bürger zu sein! Über den Dienst im Kinderreiche,
der dort viele Aufgaben bringt, hast du aus den "Neuoffenbarungen
gehört". Der Dienst, der von ganz hervorragenden Erziehern getan wird,
macht viel Freude. Es ist auch ein wichtiger Dienst, denn es geht ja darum,
dass die künftigen Träger der Herrlichkeit als Seine Beauftragten herangezogen
werden in aller Erkenntnis des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
In diesen Erziehungsstätten singt und klingt es, wie das nur im Himmel
möglich ist. Die Kinderseelen jauchzen hier noch ganz anders wie auf eurer
Erde. Hier ist das Leben in aller Freiheit der Seelen in ganz anderer
Kraftfülle offenbar und macht sich dementsprechend frei. Die Schulen im
Kinderreiche haben einen wunderbaren Lehrplan, mit dem sich kein irdischer
vergleichen lässt. Schüler und Lehrer sind ganz aufeinander abgestimmt. Die Lehrer sind hier die vertrauten
Freunde ihres kleinen und kleinsten Schüler, gewisserart ihre liebenden
Eltern des Geistes, die teilhaben an ihrem sich entwickelnden Leben, Streben
und Wünschen. Dort werden auch alle
Fachwissenschaften gelehrt, die man auf Erden hat. Alle Lehrgegenstände sind
vorhanden und sind ja schließlich die Ergebnisse der Beziehung des Menschen
zum Geschaffenen und zu dessen Schöpfer. Diese Beziehungen sind aber dort
viel klarer und ertragreicher als auf eurer gefallenen, finsteren Erde. In diesen Schulen werden die Denker
und Forscher erzogen, die in ganz anderer Weise, wie sie das einst auf Erden
gekonnt hätten, die Ordnungen und Gesetze des Alls, des Menschen, der Seele
und des Geistes erforschen und beherrschend benutzen sollen. Wie sehnsüchtig
schauen sie nach den Riesen der Gebirge mit ihren Firnen und Gletschern, nach
den buntstrahlenden, glänzenden fernen Gestirnen. Drüben wird das Besuchen
und Erforschen dieser Schöpfungen für die meisten nicht ihr Beruf sein,
sondern Ferienerlebnisse im unendlichen All. Das von den Ferien klingt nun
ganz irdisch und doch ist es so. Auch der Herr ruhte am siebenten Tage. Für
die Bewohner der vierten Stufe ist die Erholung geradezu eine Notwendigkeit,
um all das neu in sich Aufgenommene zu überdenken und miteinander in rechte
verbindende Beziehung zu bringen. Sie sollen ja eingeführt werden in alle
Werke des Herrn. Dazu brauchen sie auch ein wachsendes inneres
Aufnahmevermögen und in diesen Ferien können sie es wachsen lassen. Da
geschieht der große Austausch, die notwendige Verknüpfung der einzelnen
Sonderwissenschaften. Die Forscher, die Himmel durchstreifend, gehen dort zu
den Priestern, um an deren Werken mit teilzuhaben; und diese wiederum gehen
mit hinein in die Wunder der Schöpfungen des Unendlichen. Auf jeden Fall ist
es so, dass jeder Geist universell ausgebildet wird. Das sind
Unterrichtsstunden für Lehrer und für Schüler, die mit Stunden der
gemeinsamen Erholung abwechseln. Niemals wird dabei übersehen, dass auch
Schwierigkeiten im Lehrstoff sind. Auch Schwierigkeiten des vom Herrn gegebenen unterschiedlichen
Charakters treten auf. Die Anlagen, welche die Kinder vor ihrem Erdentode
hatten, sterben mit diesem nicht ab. Sie müssen genauso beschnitten werden
und in die rechte Stellung zu Gott und den Nebenmenschen gebracht werden,
wie bei den Nutzbäumen und -sträuchern. Weil aber dort kein höllischer Feind
mehr verhindernd einwirken kann, so ist der Korrektur- und Veredelungsprozess
viel leichter und schneller. Aber im Gehorsam müssen sie genau geprüft und
gestählt werden, wie die Erdenmenschen durch völliges Auf-sich-selbst-gestellt-werden.
Dabei haben dann die Erzieher als priesterlich Beauftragte manchen Kummer und
rechte Not, wenn sie nicht verhindern dürfen, dass dann in diesen Entscheidungen
all ihre lebendigst angewandten Lehrbeispiele in den Wind geschlagen werden
und das entgegengesetzt Falsche und Arge getan wird. Die Seelen, welche als
Kinder hinübergehen, sind dadurch vielen Gefahren enthoben worden, aber sie
sind dadurch noch nicht zu bewussten, festen Überwindern geworden. Dieses
können sie im Kinderreiche unter viel größeren Schwierig-keiten jedoch
werden. Recht willig sich führen lassen und treugläubig gehorchen bringt auch
hier Erfahrungen, die das Tun nach Gottes Ordnung dann nach sich zieht. So
können auch sie emporsteigen zur Herrlichkeit Gottes, um zubereitet zu
werden für den Ewigkeitsdienst, den ihnen der Herr zugedacht hat und für den
ER alle Veranlagungen in sie hineingelegt hatte, vor
Grundlegung der Welt. In dieser Stufe erhalten auch viele
Künstler Arbeiten in Edelmetall und Edelgesteinen. Sie arbeiten nach
Aufträgen vom Throne Gottes, um Schmuck herauszuarbeiten, den der Herr den
Seinen als Zeichen Seiner anerkennenden Liebe schenkt. Was dort geschieht in
diesen Künsten, das lässt alles verblassen, was die Erdenkünstler schaffen.
Diese Auszeichnungen sind dann Offenbarlegungen des innersten Charakters
ihres Trägers. Auf Erden werden die Auszeichnungen statt dein Verdienste
verliehen, in den himmlischen Sphären sollen sie jedoch die betreffenden
Kräfte des Charakters der Liebe ihrer Träger offenbaren. Jede Stufe bringt
Steigerung dieser Liebeskräfte mit sich. Noch etwas Wichtiges aus dieser vierten Stufe: Wer in die
höheren Sphären aufwärts steigt, der kommt dadurch zu immer völligerer
Verklärung. Dem wird dadurch auch die
Möglichkeit gegeben zu herrlicherem Dienst in den unteren Stufen bis hinab
zur Erde. Der Herr beruft hier die
Seelen, entweder ganz persönlich oder durch eine leuchtende Schriftbotschaft
auf Tafeln erscheinend, die in einem besonderen Raume ihres Palastes sind.
Nun fängt eine neue Herrlichkeitsoffenbarung für sie an, die sie
überglücklich macht. Größer, beseligender als alles zuvor Erhaltene. Durch
das Dienen nach des Herrn Willen und Liebesordnung steigen sie empor zu den
Höhen der Herrlichkeit. Was sie dort an den Grenzen der fünften Stufe
erleben, ist die Herrlichkeit Gottes in Seinem Sohne Jesus Christus. Sie stehen vor den Wundern einer neuen Welt, die sie
jauchzend aufsingen lassen in den Glückstönen der Himmel. Und wie diese
Lobgesänge klingen! Aus ihnen schallt der Triumph des Herrn, dass Seine Gnade, Seine Geduld,
Sanftmut, Demut und Barmherzigkeit zum Ziele in ihnen gekommen ist. Der
Gehorsam Seinem Worte gegenüber wird offenbar als die Ursache der
Herrlichkeit, die sie nun erlangt haben durch ihre eigene vom Herrn so treu
geförderte Liebe und vor allem durch die Liebe des Herrn selbst. Die
herüberstrahlende Herrlichkeit der Fünften Stufe zieht sie hinüber über die
letzten Höhen, um einzugehen in den Glanz der weiteren Vollendung. Viele,
viele kommen in Jahrtausenden nicht zu dieser Klarheit und Tragfähigkeit.
Andere jedoch eilen vorwärts mit der Sehnsucht
einsamer Adler am Firmament, denen dieser Flug nach oben das Lebenselement ist. Einst wird der Tag kommen, an dem
auch du den Höhen dieser Stufe gegenüberstehst, dich nicht durch sie
aufhalten lässt, und weiterziehst dem Urlichte Gottes entgegen. Lerne aus
jedem Wort des Herrn für dich den Lockruf Seiner Vaterliebe zu vernehmen. Und
entnehme aus jedem Seiner Gebote die Sehnsuchtskraft des Adlers, der in die
höchsten Höhen fliegen muss, um gestillt zu werden in IHM, JESUS. Bei
Ihm ist deine bleibende Heimat, dieser eile zu! So vernimm denn auch, dass
alle deine dir noch unsichtbaren Freunde wünschen, dass auch deine Sehnsucht
so groß werden möge, um in allein zur Tat im völligen Gehorsam zu schreiten.
Dann können wir als Vollzahl vereint dienen in Seiner Kraft nach seinem
Willen. Daher entsage, entfliehe allen zeitlich-sinnlichen Genüssen, die doch
nur deiner Eigenliebe Nahrung geben. Sie halten dich auf. Nichts, gar nichts
in der Welt ist so wichtig wie das Eine: Des Herrn Wohlgefallen zu erlangen
durch völliges Eingehen in Seinen Willen, der dich ja herrlich machen will in
Seinem Bilde. So jage auch du nach dem Ziele, das droben ist. Lasse dir die
Liebesschwingen deiner Seele wachsen durch stetes Betrachten des Wesens des
Herrn und der Abkehr von deinem törichten Ich-Wollen. ER ist der alleinige Herr
der Unendlichkeit und auch der Deine! So wirst du getragen durch die
Schwingen deiner himmlischen Sehnsucht zu IHM. __________ *
__________ "Die Liebe ist die größte
unter ihnen!", mit diesen Worten beschließt
Paulus das Hohe Lied der Liebe im 1. Korintherbrief 13. Diese Wahrheit ist auch in den
himmlischen Welten höchste Erkenntnis. Aber diese Liebe erschließt sich nur
dem, der im Gehorsam zu Gottes Liebewillen ganz treu ist. Sie macht den Menschen
dem Herrn ähnlich und lässt ihn wachsend teilnehmen an der Herrlichkeit und
Kraft Seines Wesens, um zuletzt Ihm gleich zu sein und Ihn zu erkennen im
allerinnersten Herzensgrunde, wie ER ist. (1. Joh. 3,2). Deshalb ist der Übergang von dem
Reiche des Gehorsams in das Reich der Liebe eine Beförderung von großer
Bedeutung. Mit dieser Stufe kommt die Seele eigentlich erst zum Heiligtum der
Himmel, in dem die Herrlichkeit Gottes sich offenbart. Alles, was sich in den
unteren Stufen an Licht und Schönheit zeigte, findet hier seine Zusammenfassung
und helle Steigerung. Wie du manchmal in den Bergen beim
Sonnenuntergang noch einmal die ganze Schönheit der Sonnenstrahlen in den
Firnen sich spiegeln siehst, so ist es auch hier. Die Lichtfülle und Harmonie
ist unbeschreiblich, die den Seelen entgegen glänzt und sie blenden müsste,
wenn ihre Augen nicht durch den Liebeeinfluss des Herrn dazu vorbereitet
wären. Die Einführung der
Neuhinzugekommenen ist jedesmal ein großes Fest. Sie kommen mit ihren
Lehrern, die in einer höheren Lichtfülle erglänzen, sobald sie die Grenzen
dieser Stufe überschreiten. Aber auch die neuen Bürger dieser Ebene
erstrahlen im gleichen Augenblick. Ihr Angesicht wird noch mehr leuchtend
verwandelt in das Bild Jesu Christi, es leuchtet die Liebe in beseligender
Milde. Das Land der Vollkommenheit ist erfüllt mit dem Jubel seiner
Einwohner, die den Herrn Ihres Lebens preisen, der so unaussprechbar
wunderbar ist in Seinen Liebeplanungen und -führungen. Ein besonders
Wunderbares ist der Willkommengruß, der den Ankömmlingen entgegengebracht
wird. Lob, Preis und Anbetung sei dem Herrn dargebracht, der auch dich für
dieses hohe Ziel bestimmte. Nirgends und in nichts wirst du auf Erden
Befriedigung finden. Nur dort wird sie dir werden, wenn du mit dem Ursprung
alles Daseienden vereint bist. Wenn du schauen könntest, was der Herr für die
Seinen dort bereitet hat, dann würdest du verstehen, dass es sich aller Mühe
der Selbstverleugnung wahrlich lohnt, alles Hindernde zu meiden und von
ganzem Herzen zum Ziele der Vollendung bei Ihm zu eilen. Die Heimgekehrten kommen in einen neuen Kreis der
Vollendung und haben alles von einem leuchtenden Feuerkristall in sich, von
dem in der "Offenbarung Johannes" Kapitel 13 die Rede ist. Es sind
alles Seelen, die auf Erden durch viel Leid, Not, Verfolgung und Enttäuschungen
gegangen sind, doch ohne Widerstreben und in Gelassenheit ihres erkannten
Zieles wegen. Ohne Klagen oder Rachegedanken gegen ihre Feinde. Sie sind
berufen zur steten Gemeinschaft mit dem Lamme und haben gelernt, das Leid zu
ertragen, weil es sie fester an Jesus binden hilft. In ihrer Seele ist die Kreuzträger-Natur ausgeprägt, sie verherrlicht ihren großen Vorgänger. Sie wissen, dass
keine Seele erlöst werden kann, ohne dass sie bereit ist, mit Seiner stillduldenden
Lammesnatur am gleichen Leidensstamme des Querholzes befestigt zu sein wie
ihr ewiger Erlöser. Nur so können auch sie wirken als Bannerträger des ewigen
und vollkommenen Opfers Jesu. Niemand und nichts kann
eine Seele erlösen, nur der Herr, das Lamm Gottes. Diese erlösten Seelen
werden nun Teilhaber am großen Erlösungswerke in dem himmlischen Weinberge
des Herrn, auch im Mitleiden-Dürfen in Seinem Liebeleiden. Und die Erlösten
dieser Stufe tragen diesen herrlichen Leidenscharakter Seiner Sanftmut und Demut, der sich wunderbar zeigt in seiner Klarheit. Deshalb
können in diese Stufe keine Seelen aufrücken, die sich weigerten, ein Opfer
für Christus zu sein, teilzuhaben an Seinen unverschuldeten Leiden. Jetzt
sehen sie die Erfüllung des Wortes: „Leiden wir, so werden wir dadurch
auch mitherrschen." Und nach dem Maße des Leidens
tragen sie auch Seine Herrlichkeit. Auf Erden ist es der Seele oft schwer,
wenn sie verkannt, verachtet wird im Gehorsam zum ganzen Willen des Herrn.
Hier wird ihr das der Grund ewiger Glückseligkeit. Wie viele haben in ihren
letzten Stunden auf Erden in eingetretener Erleuchtung ausrufen müssen: „Wenn
ich noch einmal auf diese Erde kommen würde, ich würde viel, viel mehr leiden
wollen um des Herrn willen. Doch nun ist es zu spät dazu!" So ist es in
Wahrheit. Deshalb wehre dich nicht mehr zu leiden, lieber Leser! Zu leiden um der Liebewahrheit willen, wenn du anders handelst wie die
Unwissenden. Achte es schon dann für
eitel Freude und danke dafür dem Herrn. Nichts, gar nichts wird hier im
Lichte übersehen und vergessen. Bedenke, auch nichts Arges, Liebloses und
Gottwidriges. Aber alles, was der Mensch leidet um Jesu willen, das wandelt sich hier
in Herrlichkeit. Darum
freue dich und sei dankbar! Der Herr wertet dein Leben nach diesen
Gesichtspunkten und nicht nach denen der blinden Menschen. Wie viele dunkle
Wolken auf Erden werden in den Himmeln zu einem leuchtenden Kristall. Aber
wie viele Täler von materiell-seelischer Sorge, in denen die Tränen materiell-zeitlichen
Dingen und Genüssen nachgeweint wurden, sind doch wertlos und hinderlich für
sie! Doch die Tränen der Sorge in betender Angst um das ewige Heil der
anderen Seelen, diese werden hier offenbar als perlenklare Leuchten der
Herrlichkeit, an den Ufern des Lebensstromes liegend. Jede Sorge, jede Angst
für anderer Seligkeit findest du hier herrlichst erhalten!" Daher
weigere dich nie mehr zu leiden für Jesus. Hingegen danke Ihm für diese
besondere Art von himmlischen Segnungen. Aber nicht nur das Leiden für
Jesus, sondern jedes Leiden, wenn es kein Leiden aus der Sünde geboren ist,
verklärt die Seele, wenn sie es im Sinne Jesu und um Jesu willen in Geduld
und Vertrauen zu Ihm erträgt. Solche Leiden haben nun einmal eine wunderbare Verwandlungskraft, von
der viele auf Erden sich nennende Christen gar wenig wissen, noch erfahren
wollen, sonst würden sie leidenswilliger sein und sich allen Leiden,
Trübsalen, Entbehrungen, ja, ererbten Krankheiten selig-hoffnungsfreudiger
ergeben. Die Tage der Erdenfreude und
des Wohlgenusses erbringen selten Ewigkeitsfrüchte. Denke du nur an den
reichen Mann und den armen Lazarus. Die Tage des Leidens, des Entbehrens, des
Zerschlagens irdischer Hoffnungen sind bei rechter Betrachtung stets früchteschwer. Doch all diese
Leidensfrüchte werden hier im Lichte des Landes der ewigen Liebe wiedergefunden
und Lebenstriefend der Seele als himmlische Nahrung dienen. Vergiss daher nie, dass Dulden,
Erdulden und Ertragen im Geiste des Herrn, den Verlorenen Seinen himmlischen
Liebegeist in und an dir offenbaren sollen. Dann wird dein Platz auch für
dort bestimmt, wo die Herrlichkeit der ewigen Liebe weilt, hier im Lande der
Liebe. Jeder kann sich denken, dass es hier für die Überwinder
eine jubelnde Überraschung gibt. Ihnen wird dadurch die Liebe ihres Herrn so
groß, dass sie anbetend in heiligem Schmuck niedersinken. Sie merken jetzt,
dass der Meister ihnen in ihrer dunkelsten Erdenzeit am nächsten war. Sie
erkennen auch, dass Seine Weisheit ihr Leben so gestalten musste, um die herrlichen
Auswirkungen Seiner Gedanken in ihnen zu erzielen. Die Zeiten dunkelsten
Glaubens werden ihnen nun zu Offenbarungen lichtester Herrlichkeit. Und die
Schmerzen ihrer Seele, von denen sie oft meinten, dass sie zu heftige für sie
seien, erweisen sich jetzt als Boten der Liebe des Herrn, die heilige,
heilende Arbeit zu tun hatten, um die Seele von der Zeit der Vergänglichkeit
in die Endlosigkeit des Geistes zu geleiten. Hier gibt es keinerlei Schmerz
mehr, auch den des zu späten Reueschmerzes nicht. Keine Not, keine
Entbehrung, keine Enttäuschung, kein Kreuz, alles ist voller Glückseligkeit.
Dort ist alles überwunden. In diesem Lande der Liebe erschließt sich ihnen
erst so recht die Liebe des Herrn in ihrer führsorgenden, vorsorgenden,
tragenden und alles erhalten wollenden und könnenden und zum Besten dienenden
Wesenheit. Durch alle Stufen hindurch haben sie der Liebe des Herrn gedacht
und sind durch sie erhalten und genährt worden. Aber hier erkennen sie diese
Förderungskraft erst in ihrem rechten Sinne. Sie ist ja die Ursache ihrer
Glückseligkeit und der Grundzug ihres eigenen Wesens geworden, da sie einst
ganz anders ausgerichtete Wesen waren. Und alles preist den Herrn. IHM singen die Vögel ihre Lieder und die Blumen, als Welten
selbstbewusster Kleinwesen, verkünden Seine Weisheit. Groß und wunderbar ist
die Schöpfung, in der die Vollendeten und aus dem Herrn Gerechten glückselig
wandeln mit den Himmlischen in nun erst klarstem Wissen. Alles ist nur rein
geschenkte Liebe, Gnade, Weisheit und Barmherzigkeit: Und darin unterrichtet
hier alles, die Lehrer und die Schöpfung. Am herrlichsten jedoch erkennen die
Vollendeten diese Liebe des Herrn in sich selbst. Schon die Erwählung von IHM, ehe dieser Schöpfung Grund gelegt war, leuchtet auf als
himmlisches Licht. Die Erfahrungen, die in den unteren Stufen vorausgingen,
haben ihr jetziges Wissen vorbereitet. Die Seele wird gewahr, dass sie
erschaffen wurde, um in IHM und mit IHM zu sein und für alle Ewigkeiten ein Glücklichsein zu
genießen, das rein göttlich ist und nichts Geschöpfliches mehr an sich trägt,
als nur Sein Kind zu sein. Von hier aus erfasst die
Seele die Erlösung vom Geschöpf zum Selbstschöpfer ganz anders, als es vorher
möglich war. Ihr erschließt sich der bisher geheimnisvolle Zusammenhang zwischen
Seele und Geist, und auch der Unterschied zwischen den nie gefallenen Engeln
und den der erlösten, heimgekehrten, erfahrungsreichen, an sich völlig
zerbrochenen Seele, die das nun geschenkte Seligkeitsleben dadurch erst
recht zu werten weiß. Die Erlösung von Ewigkeit her wird
ein selig Besitz. Der irdische Weg unseres Herrn und Lebensmeisters,
angefangen von dem Verlassen Seiner Herrlichkeit bis zu Seiner
Wiederaufnahme des Thrones der göttlichen Majestät, leuchtet als Kronjuwel
auf. Kein Mensch kann ermessen, was es für den Herrn bedeutet hat, diesen Weg
zu gehen. Und nun sind wir in diese Liebe hineingestellt, das wird uns allen
hier zur bewussten, aber unaussprechlichen Glückseligkeit. Jetzt erst wird
Sein Kreuz als der Thron göttlicher Liebeweisheit erkannt, an dem das Gericht
über jede Sünde und den gefallenen, ersten Engel vollzogen und vollendet
wurde. Deshalb wird IHM hier, als dem Lamme Gottes Anbetung zuteil,
wie sie nur Vollendete und ganz Eingeweihte in ihren Herzen haben können.
Von hier aus steigen wie warmleuchtende Strahlenbündel die Herzensergüsse
empor zum Throne Gottes, und Engel begleiten sie in hehrem Staunen ob solcher
Schätze in den Herzen der Erlösten aus der Tiefe. Wenn die Seelen die Liebe als die
tiefste, höchste, letzte und stärkste in alle Räume der Unendlichkeit noch
dringende Kraft erkennen, dann kommen sie auch zur lebendigsten Erkenntnis,
dass in ihr alle Lebensanfänge sein müssen. So stehen sie mitten drin in der
Herrlichkeit des ewigen Lebens unendlicher Schöpfungswunder dieser Liebe
Gottes. All Sein Tun wird dann zu einer neuen Liebesoffenbarung. Der Umgang
mit den Seligen wird dann zum Lobpreis Seiner Liebe. Die Beschäftigung mit
der Kreatur und der Schöpfung wird Anlass, sich immer tiefer
hineinzuversetzen in die heilige Gottesordnung Seiner Liebe. Dass in solcher
Lebenshaltung eine Gemeinschaft mit dem Herrn entsteht und mit den
Seligkeiten daraus, wie sie die Erde nicht hat und verstehen kann, das ist
verständlich. Hier gibt es Vereinigungen mit dein Herrn und Seinen
Vollendeten, wie sie nicht zu schildern sind. Das muss man selbst erlebt
haben. Aber bedenke, dass auch schon bei euch auf Erden der Ausdruck geprägt
wurde: Zwei Herzen und ein Gedanke. Das ist nur ein Schatten der Herrlichkeit
himmlischer Herzensvereinigung, ein schwacher Hinweis auf die vollendete,
vollkommene Herzensgemeinschaft der Himmel. Nur die göttlich-heilige Liebe kann das Wesen, das Herz und die
Weisheitsgedanken in der unendlichen Schöpfung des Herrn verstehen. Deshalb ist der Unterricht ganz auf dieses Ziel
eingestellt. Alles soll die Liebe des Herrn erhöhen und das Echo dafür in
Seinen Kindern erhöhen. So sind auch die himmlischen Lehrer, die von dem
Throne Gottes kommen, darauf aus, der Seele die Zusammenhänge dafür zu
erschließen. Sie führen hinein in den heiligen Liebesdienst, der auf die
Seligen wartet. Diese dürfen in einem viel höheren Maße wirken, als sie
dieses bisher konnten. Der Herr gebraucht sie schon zum Dienst auf Erden. Aus dieser Stufe kommen viele von ihnen zu euch hernieder, um an euch
Seelen in göttlichem Sinne einzuwirken. Ihr verdanket diesen Himmlischen sehr, sehr viel.. Ohne
euren Freien Willen anzutasten, sprechen sie euch himmlische Ordnungsgedanken
ein, bringen euch Trost, geben euch warnende, tröstende, erleuchtende Träume,
bewahren euch vor Unglücksfällen und Gefahren mancherlei Art. Sie führen
euch solche Wege, die euch, wenn auch durch euren Willen beeinflusst,
letztendlich doch zu einer größeren Selbsterfahrung und Selbsterkenntnis
führen und damit durch echte, wahre Buße dem Herrn näher. Sie beten und
ringen für euch um vermehrte Gnadenströme. Ihr Herz ist erfüllt von solcher
Liebe, dass sie mit Freuden ihre herrlichen Lichtwohnungen verlassen, um wie
ihr Herr und Meister den Menschen zu dienen oft in einer Atmosphäre, die für
sie ärger ist als der Gestank tiefster Hölle. Wie wenige wissen doch von euch
diesen Engeldienst zu beachten und zu würdigen. Wenn die Erdenmenschen mehr
damit rechnen würden, dann könnte der Herr in ganz anderer Weise ihnen helfen
in allen Lebenslagen. Aber so sorgen die Menschen in
vermeintlicher eigener Kraft für sich, und Er kann dann nicht mit Seiner
Kraft himmlisch für sie sorgen. Der Engeldienst ist verschieden, je
nach den Bedürfnissen der Menschen. Deshalb ist das Dienstleben meist einem
höheren Führer unterstellt, der nach dem Plane des Herrn solche Vollendeten
herbeiruft, welche die große Autorität oder Vollmacht haben, nach dem
Ordnungswillen des Herrn zu wirken. Und je wichtiger, wertvoller eine Seele
ist, d.h. je mehr sie sich von oben zurichten zu lassen willens ist, desto
mehr und stärkere Hilfe erhält sie aus dem Heiligtum. Wer das einmal erkannt
hat, der will mit großer Treue vor dem Herrn wandeln, damit er nicht wieder
verliert und durch weltliche Lust verscherzt, was der Herr ihm gegeben hatte.
Höret! Im Lande der Liebe wird mit erhöhtem Ernste von den Königen
und Priestern gearbeitet. Die Erkenntnis der Ordnungspläne Gottes ist hier
besonders gefördert. Es soll ja einmal die ganze Schöpfung hineingeführt
werden in den Reichtum Seiner Liebe. Dazu braucht Er königliche und
priesterliche Tätigkeit der Vollendeten, d.h. von völlig Eingeweihten. Beide
Klassen, die der Könige und die der Priester, tragen das Panier von Golgatha,
so wie das schon während der Leidenszeit Jesu erwähnt wurde. Nicht umsonst wurde dort die Königsfrage
aufgerollt und dem ewigen Hohenpriester das Herz gebrochen. Wenn das Reich
Gottes aufgerichtet wird in seiner Herrlichkeit, dann wird erst so recht
offenbar werden, wie notwendig diese Königs- oder Hohepriesterklasse für die
Menschheit ist. So strecke auch du dich schon auf
Erden aus mit treuem Vollernste nach dieser Klarheit und gehorche den zarten
Herzensmahnungen aus der Himmelswelt. Dann wirst du recht geschickt werden zu
diesem Dienste wahrer Seligkeit himmlischen Dienens. Die Bewohner dieses
Reiches werden nicht nur teilhaben, sondern haben schon jetzt teil an der
ersten Auferstehung, über sie hat der zweite Tod jede Macht verloren. Darum
preist die Schrift sie auch als Selige und Heilige, denn der Herr ist mit
ihnen zu vorbestimmtem Ziele gekommen, was Er eigentlich allen Wesen
zugedacht hatte, Seine erwachsenen, voll in Seiner Liebe erstarkten Kinder
zu werden. Nun hat Er sie ganz ausgefüllt, ausgestattet mit Seiner
Herrlichkeit und Gottesmacht. In die Sphären dieses Reiches der Liebe, die
noch gewaltiger sind als die unteren, dringt keinerlei Schatten der Hölle
mehr. Der Kampf Satans kommt nicht bis hierher. Es sind daher Sphären, die
keine Heerscharen des Herrn nötig haben, sondern geschützt sind durch die
Kraft heiliger Gottesliebe und völliger Erlösung. (vgl. 1. Joh. 3, 6-9; 5,
18.) Dem herrlichen Zustande der Bewohner entsprechend ist auch
die himmlische Kleidung. Das Weiß der Kleider ist unbeschreiblich in seinem
Sonnenglanze. Von dem Verklärungskleide Jesu Christi heißt es: „Es war so weiß, dass kein Färber auf Erden es
hätte machen können." Und es ist nicht nur die Farbe sondern auch das
Gewebe das den leuchtenden Glanz hat. Kein Mensch könnte die Strahlen
ertragen. Diese sind so durchdringend, dass irdische Geschöpfe geblendet
würden. Aber hier gibt es noch andere Farben, aber alle sind so strahlend,
dass es nicht angeht, sie zu schildern. Dementsprechend sind auch die
Auszeichnungen. Alles was auf Erden für den Herrn getan wurde in
stetig-stiller Selbstverleugnung, das findet hier seinen übergroßen Lohn. Und
dieses wird durch die betreffende Art der Auszeichnung geoffenbart. Was der
Herr den einzelnen zugedacht hat, das wird von himmlischen Künstlern
ausgeführt und das empfängt der Heimgekehrte hier im ewigen Leuchten. Mancher
wird erst hier erkennen, dass die Liebe ihm übergenug Kräfte verliehen,
wenn er nur mehr erwartet und erbeten hätte. Wenn dort Feste gefeiert werden,
was zur Freude und Ehrung des Herrn oft geschieht, dann ist es ein Leuchten,
gegen das euer irdisches Licht die barste Finsternis ist. Alle Hoffeste der
Erde mit allen Diademen und Orden sind dagegen armseligste Eitelkeit. Deshalb blicke auch du weg von
allen Ehrungen, welche dir Menschen bereiten könnten und vergesse nie, dass
der Herr die ganze Erde mit all ihrer Herrlichkeit dem Ihn versuchenden
Fürsten dieser gefallenen Erde ausgeschlagen hat. Nur so kommst auch du zum
himmlischen Ziel und zur Herrlichkeit dieser Stufe. Lasse alles beiseite und
zurück, was nicht mit will zu diesem Ziele hin. Der Herr will es und wir
deine Freunde auch! Und die Wohnungen dieser Stufe!
Dafür fehlt mir ein gleichnismäßiger Sprachschatz aus eurer gefallenen
Erdensprache um sie zu schildern. Sie erinnern schon an den Kristallsonnenglanz
der Herrlichkeiten der Stadt Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und doch
kommt er diesem nicht annähernd gleich. Die Durchsichtigkeit, entsprechend
der Durchheiligung ihrer Einwohner, ist noch nicht so klar sonnendurchglänzt
wie in der sechsten und siebenten Stufe. Und trotzdem ist alles wunderbarst,
unbeschreiblich. Und die Einrichtungen! Sie verkünden jedem Besitzer und
Besucher den Geschmack und die innere Gesinnung ihres Einwohners. Da aber
auch hier gleichgesinnte Seelen am nächsten beieinander wohnen, so ist auch
die zusammenhängende Harmonie dieser Kristallpaläste unaussprechlich schön. Du merkst ja schon auf Erden, wie
selig man sein kann, wenn man unter Gleichgesinnten ist und wie wohl du dich
fühlst in dieser harmonischen Gemeinschaft. Dort ist all dieses
unbeschreiblich herrlicher. So hilft auch die Inneneinrichtung mit, dass
diese Gemeinschaften aufs beste gefördert werden. Jeder dient nach der Art
und dem Maße seiner Herrlichkeit. Keiner neidet dem anderen dessen Besonderheiten
der Herrlichkeit, sondern freut sich über diese Besonderheiten, da er darin
ja den Herrn Selbst erkennt in Seiner Liebeweisheit. So dient jeder in seiner
Art und sie dient ihm so am besten. Und er selbst ist dabei am glücklichsten.
Köstlich ist hier das Zusammenwirken, wobei der Herr gepriesen wird. Wo die Liebe in ihrer vollen Reinheit die Triebfeder ist,
da werden alle ihr innewohnenden Kräfte zur Entfaltung gebracht. Das ist
schon auf Erden der Fall, um wie vieles vollkommener erst in den Himmeln.
Diese mannigfaltigste Weisheit Gottes! Und die lichtvolle Schöpfung! Sie
erfordern aber auch große und unendlich weitgesteckte Ziele der Arbeit, die
getan wird von den Vollendeten des Himmels. Deshalb sind die Lehrer mit fasst
zu sagen, unendlichsten Erkenntnissen angefüllt, die ihren Schülern die
Himmel erschließen und erklären auf allen Gebieten. Hier werden die Seelen
eingeführt in das Denken des Herrn. Und Seine Gedanken sind lichte
Kraftstrahlen, die dann die Seelen mit großer Freude und tiefem Glück erfüllen.
So werden sie nämlich hinaufgeführt zur völligen Liebesvereinigung mit ihrem
Herrn und werden dabei immer mehr IHM ähnlich an Wesen und Kraft. Er wartet ja darauf so
sehnlichst, dass sie alle hinaufkommen zu Seiner Herrlichkeit! Die Dienste werden je umfangreicher
auch immer vielfältiger, damit alle vordem kleinsten Eigenarten und Gaben
voll zur Entfaltung kommen. Die Lehrer, die dem höchsten Kreise um den Thron
angehören, tragen die Demutswürden des Lammes. Sie sind daher auch bestrebt,
dass ihre Schüler, ihrem Vorbilde nacheifernd, ebenso kraftvoll tüchtig
werden wie sie und zu dem gleichen Erbteile der Göttlichkeit gelangen. Du
kannst nicht erfassen, wie viel Herrlichkeit schon in dieser Stufe
vorzufinden ist. Sie ist maßlos groß und den Seelen die darauf nicht
vorbereitet sind unerträglich. Es sind schon zuweilen solche hierher geführt
worden, und sie fielen wie ein Blitz wieder zurück in ihren Kreis. Die hier Wohnenden gehören zum
Hochadel der Himmel. In dieser Stufe leuchtet nicht nur alles im Lichte der
Herrlichkeit, hier ist auch alles eine harmonisch tönende Musik. Wo die
Harmonie so weit gediehen ist wie hier, da ist alles ein herrliches Klingen
und Tönen - „Sphärenmusik" - die zuweilen Erdenpilger hörten. Die
Akkorde der Himmel erfüllen den Äther und die ganze Schöpfung atmet sie ein
mit wonniger Lust. Ich wünsche, dass du einmal teilnehmen kannst an dieser
Glückseligkeit und an dem Lobpreise des ewigen Lammes Gottes! Dann wüsstest
du, was Anbetung im Himmel ist. Es würde dir dabei klar werden, dass du jetzt
noch vieles abzulegen zu lernen hast, was dieser völligen Herzensreinigung
und Verklärung hinderlich ist. Der Dienst des Königspriesters wird
hier in seiner Bedeutung erst so recht erkannt und ausgeübt. Von hier aus
sendet der Herr die Seligen, damit sie dienen sollen auf Erden den
Erdenpilgern, um ihnen den Himmel begehrenswert und bereit zu machen. Das ist
nur möglich, wenn diese Vollendeten selbst zubereitet sind, ausgerüstet mit
allen Gaben göttlicher Liebe in Vollkommenheit. Weil in den Sphären dieser Stufe nichts mehr von Eigenliebe ist, die das Reingeistige stets verdrängte, so kommt die wahre Demut des Herrn zur Entfaltung. Daher
betrachte auch du des Herrn Demut und mache sie dir zu eigen durch totale
Selbstverleugnung in allen deinen Sonderwünschen und bisherigen Ergötzungen,
dann wird dein reines Lieben auch immer gereinigter von aller geschöpflichen Eigenliebe werden. So können sich die Seelen hier in ungeahnter
Weise in Jesu Bild entwickeln unter der Leitung der himmlischen Lehrer. Dieses ist das Land, wo die
göttlichen Geheimnisse offenbar gemacht werden. Und da gibt es viel zu
lernen. Deshalb werden die Schüler schon soviel auf Erden zum Dienste
gebraucht, damit sie viel Gelegenheit haben zur Bestätigung ihrer neuen
himmlischen Erkenntnisse und um die Wahrheit der im Lichte enthüllten
Geheimnisse zu erleben. Je tiefer sie in diese Geheimnisse eindringen, desto
mehr empfangen sie Vollmacht und werden so geschickt zum Eintritt in das Land
der Macht. Keiner geht über die Grenzen dieser Stufe, der auf dem Gebiet der
ewigen Liebe nicht die Reife erlangte. Deshalb
ist es töricht, wenn die Menschen irgend etwas höher achten als die Liebe
Jesu Christi. In jedem Liebedienst wird die Seele
immer herrlicher, göttlicher und fähiger zum Dienste am Throne Gottes. Alles
drängt schließlich zum Herrn aller Herrlichkeit. Jede Fähigkeit wird nur
durch die Liebe verklärt und empfängt das Siegel der Gnade: „Höheres Licht
über das Herz des Herrn." In dieser Liebe strebt die Seele immer mehr nach
Höhen, wo sie den Herrn Selbst in Seiner Vollendung weiß. Wo sie geht und
steht, wo sie arbeitet oder ruht, macht sich der Zug der Liebe des Herrn in
den Herzen immer stärker geltend, um volle Vereinigung zu gewinnen und dann
Seine Klarheit zu schauen. Wenn es dadurch zur Fülle dieser Sehnsucht
gekommen ist, und alles in der Seele auf den Herrn ausgerichtet ist, dann
kommt der Augenblick, in der sie höher zu steigen befähigt ist, gleich dem
vorangegangenen Herrn, als Er Sich von der staubigen Erde abhob, um dem
Himmel entgegen wieder nach hause zu gehen. So kann nichts mehr die Seele
aufhalten. Ihr ganzes Sein liebt den Herrn mit aller Kraft der Liebe. Der sie
ja zuerst geliebt hat, herausgeliebt aus der dunklen, kalten Erdensphäre. Nun
ist sie ausgerichtet mit neuen Gnadenströmen. Sie ist aufgebrochen und zieht
weiter, um einzugehen in das Land der Macht. __________ *
__________ Hoch über der fünften Himmelsstufe erhebt sich die sechste
Stufe im Glanze der Herrlichkeit des Herrn. Wenn hier so oft von „Herrlichkeit"
gesprochen wird, so meint dies bei zunehmender Schilderung dieses Berichtes
auch eine Steigerung der himmlischen Herrlichkeit. Das Strahlen, Leuchten und
Widerstrahlen der seligen Gefilde und ihrer herrlichen Wohnstätten ist
anzusehen wie das Mittagslicht ewiger Sonne. Wer von der fünften Stufe
hinübergehen darf, dem wird es zum großen Ereignis. Doch nur solche
überschreiten die Grenzen, die in der Liebe die Fülle in sich aufgenommen
haben durch ihre Demut. Sie haben die Reife erlangt. Bei ihnen ist alles
durchglüht von der Liebe Jesu Christi, die IHN erfüllte, als Er sterbend
für Seine Mörder flehte: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie
tun." Und da Er stets erhörlich
betete, so haben dadurch Seine Mörder eine Vergebung erhalten, die den
Erdenmenschen als unwahrscheinlich vorkommen muss, weil die Rechtfertigung durch Jesu Liebe über die Gerechtigkeit Gottes
noch weit, weit hinausgeht. Nur solche, die diese Liebeswahrheit in sich zu ihrem
Lebensgrundsatz erhoben haben und vergeben, wo eigentlich nur noch ein Grund
für die nackte Gerechtigkeit vorhanden ist, nur solche können eingehen in das
Land der Macht. Auf Erden ist es doch so, dass der,
der die größte Macht besitzt, auch die meisten Mittel hat, diese anzuwenden.
Und er wendet sie an, wo er kann. Vor solcher Macht beugen sich die Menschen
und erkennen sie an. Die Reiche der Erde haben in ihren Wappen zumeist
Raubtiere als Symbole dieser Macht. Irdische Gewaltmacht ist deshalb meist
mit Grausamkeit und Blutvergießen verbunden. Dort sagt man auch: Wer gesiegt
hat über den Schwächeren, der ist im Recht. Das ist die Gewalt und die
Gerechtigkeit der Hölle. In der biblischen Prophetie erscheinen alle
Weltreiche unter Tiergestalten, das letzte unter dem Zeichen eines Drachen.
Der Drache beherrscht in der Menschenvorstellung alle Tiere und stellt den
listigsten und grausamsten Geist Satans dar! Diese Macht wird sich kurz vor
der Erscheinung des himmlischen Königs am stärksten entfalten! Im Lande der göttlichen Macht
erscheint der große Gegensatz zwischen Himmel und Erde. Irdische Gewalt
gegründet auf Lüge, Gewalt der Heere und Waffen unter stärkster Knebelung des
freien Willens der Menschen. Sie kann nicht ewig dauern. Wenn die göttliche
Liebe einmal ihre Macht und Herrschaft über die Welt in den Händen hat, dann
wird diese Macht auf kein böses, der Liebe trotzig widerstrebendes Volk mehr
kommen. Der Gegensatz ist freilich so groß, dass ihn Menschen nicht
begreifen können. So wie die Weisheit nur von Weisheit verstanden werden
kann, so kann göttliche Liebe nur verstanden werden von denen, die diese
Liebe in sich frei und ungezwungen aufnehmen. Alle Grundsätze dieser Liebe
sind schon im Leben unseres Herrn und Heilandes in tätigste Erscheinung
getreten und haben sich in göttlicher Macht ausgewirkt über Tod, Sünde und
Satan in der ganzen sichtbaren und unsichtbaren Geisterwelt. Die ganze
Schöpfung wurde umgestaltet, die gesamte Geisterwelt fing seither an
heimzukehren in das Herz der Liebe Gottes. Und so wie es im Unendlichen ist,
so geschieht es seither auch im Leben der einzelnen Menschen. Die göttliche Liebe, verkörpert in der Person Jesu, überwand damals
alles und besiegt seither meist
unsichtbar den blinden Menschen. Voran gehen einzelne, dann folgen Gruppen,
darauf Völker und zuletzt die gesamte Menschheit. Es ist immer so, dass der
Gottesliebe die größte Überwindermacht innewohnt. Sie allein kann und wird
Friede Freude und Seligkeiten über alles Verstehen bringen. Das erleben die
neuen Ankömmlinge in diesem Reich der Macht, der sechsten Stufe. Alles was
sie sehen und erleben ist so erhaben, so unaussprechlich schön und herrlich,
da ihnen die unteren Himmel kein Annäherndes bieten konnten. Das Land ist in seinen Gliederungen und in seiner Anlage
schon nahe am Throne des Herrn und ihm so verwandt. Was nutzt es, wenn ich
von Diamantengebirgen und -Palästen erzähle, was verstehst du unter den
Bildern von Perlenfenstern, und Lichtsymphonien. Das geht über das irdische
Denken, Sinnieren und Phantasieren hinaus. Sie sind nur armselige
Behelfsworte ohne das wahre Leben dieser Stufe wirklich ausdrücken zu können.
Verwandt sind die Paläste an Klarheit und himmlischer Schönheit denen der
siebenten Stufe und ihr Inneres offenbart das Innere ihrer Bewohner. Auch
hier wohnt man in Gemeinschaftssiedlungen. Doch nicht so, dass sie auf Grund
ihrer inneren oder irdischen Verwandtschaft in Wohnungen beisammen sind.
Nein, es sind ja alles Gleichgesinnte, deren Lebensentwicklung sie erst hier
zusammenführte. Doch in welcher himmlischen Mannigfaltigkeit. Sehr groß sind
die Gesellschaften hier nicht, aber innerlich um so lebendiger und
machtvoller; nach außen hin stiller und in sich gekehrter. Das ganze Streben
ist darauf eingestellt, die Grundsätze der göttlichen Liebemacht praktisch
anzuwenden. Man geht hier den verborgenen Wegen und Kräften der Liebe Gottes
nach, die alle Menschenherzen zu erreichen sucht. Auf diesem Wege erst
erkennen sie so eigentlich die Weisheit dieser Gottesliebe,
die ganz andere Wege geht, als geschöpfliche Geister es erahnen oder wie es die
irdischen Machthaber in ihrer Eigenliebe erzwingen wollen. Haben die Bürger dieser sechsten
Stufe in den unteren Stufen gelernt im Gehorsam gegen die Gebote der
Gottesliebe und Weisheit stets Ja" zu sagen, so lernen sie hier, das
göttliche „Warum", das „Woher" und das „Wozu" erst recht
erkennen und anzuerkennen, als alleinige Ordnung zum ewigen Leben in größter
Freiheit und Glückseligkeit. Hier werden ihnen die Quellen aller
Lebensgeheimnisse eröffnet. Ihre früher durchgemachten Drangsale und
Schwierigkeiten sehen sie jetzt als Ausflüsse dieser göttlichen Liebesmacht,
welche sie nur auf diesem Wege zu dieser Herrlichkeit empor führen konnte.
Daraus ergibt sich ein allerinnerstes und doch stärkstes Lobpreisen dieser
Gottesgnade, das sich würdig einfügt in das große Te Deum der Herrlichkeit am
Throne Gottes. Dort wirst du wissen, dass dein Erdenleben so verlaufen musste
und nicht anders. Dein freier Wille wurde in keiner Weise angetastet dabei,
doch bist du stets geführt worden, und Arges, Unangenehmes musste dir als
Dünger dienen zur Selbstdemütigung, zur Selbsterkenntnis und zum
Herzenszerbruch. Letztendlich zur völligen und immer völligeren Umkehr zur
Liebesordnung deines Herrn, Heilandes und Vaters im Himmel. Du musstest
gerade dort hindurch. In den Hochschulen ewiger Weisheit, die auch hier
vorhanden sind. Um die Vollendeten weiter zu führen, lernen sie die
Grundsätze der göttlichen Liebemacht in Gottes Wegen tiefst begreifen. Dort
sind auch die Lichtarchive, in denen die Wege dieser Gottesliebe auf Erden
geschildert sind für jedes einzelne Himmelskind. Hier liegen auch die Pläne
der zukünftigen Machtoffenbarungen des Herrn, in denen jeder unterwiesen wird
um tüchtig zu werden für seine Aufgabengebiete in der Ewigkeit. Das
unendliche Reich unseres Herrn braucht Könige und Priester, die theoretisch
und praktisch wohl unterrichtet und bewandert sind in der Macht, Größe und
Weisheit ihres Herrn. Wenn ihr die Grausamkeit Satans und
dessen Helfern ersehen könntet, dann würdet ihr entsetzt sein von dessen
Plänen. Erdenmenschen würden ihr Leben verlieren, wenn sie in dessen
Herzensabgrund schauen könnten. Aber die Bewohner der sechsten Stufe wissen,
dass Satan schon den Kampf verloren hat, und dass der Herr gerade sie
teilhaben lässt an Seinem Siege über Satan und alle trotzig widerstrebenden
Geisterscharen. Ihnen ist der Sieg des Herrn ein wunderbarer Beweis der
völligen Bezwingung des Feindes und seiner höllischen Macht. Viel Freude macht es diesen
Königsseelen eingeführt zu werden in die göttliche Erlösungsstrategie. Sie
lernen erkennen, dass der Herr dem Satan immer wieder Raum gibt entweder
umzukehren von seinem Widerstreben, oder im Gegenteile, um ihm um so gründlicher
alle seine ihm einst gegebenen Macht zu nehmen. Nun erkennen sie, dass des
Satans Scharen, wie mächtig sie einst auch waren und noch sind in ihrem Rest
von Macht, nicht mehr imstande sind, den Heerscharen der Liebe Gottes zu
widerstehen. In überlegener Stärke werden die Schlachten von den Heeren des
Herrn siegreich beendet. Auch da, wo Satan immer noch zu siegen hofft und das
zeitweilige Überwinden von Erdenpilgern die Horden der Hölle aufjauchzen
lässt. Die dann einsetzenden Trübsalzeiten der Überwundenen und Lauen, in
denen sie das Ziehen der Gottesgnade nicht mehr spüren, wird auch sie in
tiefster Reue und Scham zurückfinden lassen zur Ewigen Liebe. Auf Erden wird manchmal die Frage aufgeworfen: „Warum hat
Gott die Menschen erschaffen, da Er doch wusste, dass so viele von ihnen ein
Opfer Satans würden? In dieser Stufe gibt es dafür eine ebenso restlose
Erklärung wie für die Frage: „Warum hat Gott den Satan erschaffen und warum
hat Er ihn noch nicht einfach ausgeschaltet durch seine Macht? Der Zweck
dieser Schrift ist dazu da, um Menschen, die den Herrn Selbst suchen, die
geistige Welt erstrebenswert zu schildern. Aus diesem Grunde daher hier
nichts weiteres über das große Heer der Gefallenen und deren Treiben. Ja, der
Herr hätte wohl alle Macht, Seine Widersacher sofort zu vernichten, aber der
Herr zwingt den Satan, mit der ihm weise noch belassenen Macht auch gegen
seinen Willen mit zu arbeiten, an der Durchführung der Ewigkeitspläne.
Nämlich durch die Anfechtungen bewährte und erstarkte Kinder zu erhalten, die
alles erlebt haben, gleich wie der Herr es im Gleichnis vom verlorenen Sohn
sagt, der heimgekehrt, völlig kuriert war von allen seinen Untugenden,
Wünschen und Eitelkeiten. Der in allem erfahren, ein nun gehorsamstes Kind
des Vaters wurde, das bewusst das Glück bei seinem Vater sein zu dürfen noch
mehr empfand, als sein stets daheim gebliebener Bruder. Daher wird die
Seligkeit der Heimgekehrten maßlos größer sein, als das der stets im Himmel
ungefallenen höchsten Geistwesen. Was mit Satan und den ihm weiter
Gefolgsamen einst geschehen wird, darüber geben die Bibel einen kleinen und
die neuen Offenbarungen einen größeren Ausblick. Aber nur der himmlische
Vater weiß, was dereinst mit den Verdammten nach der Wiederbringung aller
Dinge geschehen wird. Solches weiß auch kein Engel, selbst der höchste fürs
Licht erschaffene Geist nicht. Nur die Gottheit des ewigen Vaters in Ihrer
Heiligkeit sieht vorher die Schicksale aller Kreatur durch alle Ewigkeiten der
Ewigkeiten, jeder nach dem heiligen Willen Gottes in dieser übergeheimnisvollen
Sache. Erst in künftigen Zeiten werden von Gott Erleuchtete auch hierüber
Aufschluss erhalten. Der Blick in diesen ewigen
Ratschluss Gottes, des Vaters, weitet sich, wenn auch nicht vollkommen, so
doch sehr den Bewohnern der sechsten Stufe. Und je mehr sie dieses erkennen,
um so mehr verherrlichen sie durch ihr Tun danach den göttlichen Meister und
Herrn. Doch streben sie von Herzen tiefere Einsicht in die Pläne des Herrn zu
erhalten, um stärker teilzunehmen am großen Erlösungswerke Gottes. Bis zur fünften Stufe waren sie
mehr mit sich selbst beschäftigt. Sie waren in der großen Umgestaltung in das
Ebenbild Christi begriffen. Jetzt hat für sie eine neue Ewigkeitsoffenbarung
begonnen. Sie treten ein in eine neue dienende Stellung, als Boten und Engel
Gottes. Unter der Führung ihrer königlichen Lehrer erlangen sie ihre
Standeszeichen und besonderen Berufungen. Gewiss, sie hatten schon vordem
Auszeichnungen ihrer Würde und Herrlichkeit, aber diese stehen in keinem Verhältnis
zu den jetzigen. Nun gibt ihr Dienst mit den
Vollendeten ihnen noch mehr Vollmacht und größere Verantwortung. Sie
arbeiten in allen Zweigen der göttlicher Haushaltung und in allen Gebieten
der Herrlichkeit. Ihr Dienst kommt zunächst der Heimat zugute. Sie stehen in
der Arbeit ihres Meisters für die unteren Stufen, im dortigen Lehren und der
Priestertätigkeit. Wo sie erscheinen, da tragen sie die Kraft ihrer Heimat
mit sich in aller Vollmacht. Aufgeprägt ist ihnen die Wesensart ihres
Heilandes und Meisters. Daher dienen sie auch auf der Erde an Seinen
Gläubigen, gleich wie Er auf Erden diente. Wer das Vorrecht hat, einen dieser Herrlichen zu seinem
führenden Lehrer zu haben, der ist hoch begnadet, denn gewöhnlich steht
dieser im Auftrage eines himmlischen Fürsten aus der siebenten Stufe, der
unmittelbar dem Herrn untersteht. Ihr Dienst kommt denen auf Erden zugute,
die sich im großen Ernst ausstrecken nach dem höchsten Ziele: Völlige Eins- und Gleichgestaltung in das Wesen und die Liebe Jesu. Der Herr sendet Seine herrlichen
Fürsten in der Liebe Jesu nur dorthin, wo Menschen dieses höchste Ziel suchen
und daher den schmalen Pfad oft einsam, verkannt und verketzert pilgern. Neben dem priesterlich-königlichen
Dienst der Heranbildung von Menschenseelen steht noch eine andere: Die
königlich-priesterliche Tätigkeit. Der Herr geht nicht an der verschiedenen
Grundstruktur Seiner Geschöpfe vorüber. Er beachtet und wertet sie
genauestens nach der ewigen Weisheit. Sonst ist es ja so, dass die Tätigkeit
eines Menschen meist eine gewisse Einseitigkeit aufweist, die gebunden ist
durch Begabung und Erziehung, vor allem durch zeitliche und materielle
Umstände. Dort im Lichte fällt dies fort und es ist wesentlich anders. Der
Herr gibt Seinen Dienern ein Höchstmaß der Vollkommenheit, in der sich alle
Fähigkeiten voll entwickeln, ausbilden und auswirken können. Jeder ist
wohlausgebildet in beiden Disziplinen - des königlichen und des
priesterlichen Dienstes - und sehr wohl imstande, ganz selbständig darin
vollendet zu arbeiten. Aber wie der Herr es auf Erden schon getan hat, so
stellt Er auch jetzt meist zwei Seiner Begnadeten an die Aufgabe, damit sie
einander in ihrer verschiedenen Seelenspezifität harmonisch ergänzen können. Dieser himmlische
Gemeinschaftsdienst zeitigt wunderbare Früchte. Das wäre auch auf Erden
gleich so, wenn mehr gegenseitige Höherachtung der Sonderart des anderen, als
einer von Gottes Liebeweisheit gegebenen Verschiedenartigkeit, vorhanden
wäre. Dann käme wahres fortschrittliches Leben zutage, wobei alle Gottesgaben
zur Entfaltung kommen würden. Ein möglichst vollkommenes Gemeindeleben würde
entstehen, wie es in der urchristlichen Zeit vorhanden gewesen ist. Aber die
Herrschsucht, die Rechthaberei und der Neid als Kinder der Eigenliebe, setzen
alles daran, beginnende Ansätze für solch eine gegenseitige Unterstützung zu
verhindern. Das hat zur Folge, dass die Gemeinde mit seelischen Ersatzmitteln
abgefüttert wird und Erstarrung in allen reingeistigen Gebieten eintreten
muss. Aus solch himmlisch gearteten Ministerien sollten die
irdischen Gemeinden geleitet und beherrscht werden. Aber solches ist heute in
den seltensten Fällen zu finden. Es besteht ein himmelweiter Unterschied
zwischen Gottes Wort und Menschenwort. Das Gotteswort ist lebendig durch und
durch. Es schafft dem Hörer unmittelbares Leben und enthält auch die Kraft
danach zu tun, während das beste Menschenwort ein geschöpfliches Wort ist,
das nicht Leben hat und schafft. Es ist vergänglich, genau wie die Zunge,
welche vielleicht wahrste, edelste Worte sprach. Der Hörer des menschlichen Wortes hat in diesem Worte nicht auch die
Kraft erhalten, danach zu tun. Die wohlgeprüften Geistesgaben der Zungen und der
Weissagung sind für den Zungenbegabten unmittelbares Gotteswort, ebenso wie
dem Weissagenden sein inneres Gotteswort. Daher ist als Kennzeichen echter
Zungen und ihrer Auslegung sowie des Weissagens: "Die Ausgestaltung des Wesens Christi in ihren Gabenträgern."
Fehlt dieses Kennzeichen, dann liegt eine seelische oder gar satanische
Nachahmung vor. Die himmlischen Könige und Priester werden zum Dienste der
Beratung vom Herrn zuweilen auch zu den Regierungen der Erde gesandt. Der
Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika - Washington-, hat einige
Male sichtbar solchen beratenden Besuch aus den Himmeln am Tage erhalten.
Zumeist stehen die Erdregierungen unter der Beratung von höllischen Fürsten.
Wenn Jesus als König der Unendlichkeit Seinen Regierungssitz auf diese Erde verlegen wird, und die Reiche der
Himmel von hier aus gelenkt werden, dann wird auch der Himmel wieder zu seinem Rechte kommen.
Alles wird sich entwickeln nach der Ordnung göttlicher Liebe. Wunderbar ist der Verkehr zwischen
der sechsten und siebenten Stufe. Die Herrlichkeit des Thrones leuchtet
herein, auch wenn sie selbst bis dorthin noch nicht zu kommen vermögen. Aber
sie sollen dafür fähig gemacht werden. Die Einwohner der sechsten Stufe haben
in der siebenten ihre Freunde, darunter den Herrn und Lebensmeister Jesus,
der sie jetzt auszeichnet mit besonderer Gnade. Ihr Sehnen zieht sie immer
stärker hin zur Wohnstätte des Herrn, der oft zu ihnen kommt und sich mit
ihnen bespricht. Dabei erkennen sie am besten, dass sie noch nicht vollendet
sind, um in Seiner steten Gegenwart sichtbar leben und wirken zu
können. Sie tragen wohl erkennbar Seine Wesenszüge, aber es fehlt
ihnen noch viel von Seiner Klarheit, die man erst in der siebenten
Stufe überkommt. Sie sehen am Herrn und den Seinen, dass ihnen selbst
noch der Namenszug der Göttlichkeit des neuen Jerusalems und der neue Name
abgeht. Die volle Göttlichkeitskraft könnten sie in der sechsten Stufe noch
nicht ertragen. Deshalb sind diese werdenden Fürsten noch stark mit sich
selbst beschäftigt. Ihr Dienst ist nicht nur Dienst an anderen, sondern auch
an der eigenen Seele. Es muss das letzte Eigene hinweggetan werden, bis sie
fleckenrein und schattenlos ganz von Gott erfüllt dastehen. Erst wenn sie zu jeder Selbstgefälligkeit
unfähig geworden sind, dann ist die Neugestaltung ihrer Gedanken
vollendet. Ihre Triebe und Wünsche sind erstorben, und sie sind dann zu
Trägern des Willens und Wollens des Herrn geworden. Daher sind auch in der
sechsten Stufe in dieser Hinsicht noch Unterschiede vorhanden. Bis die Seele
dahin kommt, können oft lange, lange Zeitabschnitte vergehen in dem
Aufsteigen zu der Grenzsphäre zur siebenten Stufe. Hier an der Grenze wird
der Zug des himmlischen Jerusalems immer stärker, den die Seelen als
Machtvollkommenheit aufnehmen. Die Erhabenheiten der Majestät Jesu verkörpern
sich zunehmend in ihnen. Dementsprechend sind auch die
Kleider und Würdenauszeichnungen. Wegen ihrer himmlisch-geistigen
Beschaffenheit ist es unmöglich, viel davon zu sagen. Ihr könntet es ja doch
nicht fassen, sondern eher missverstehen. In solche Klarheit kann kein
Erdenmensch schauen. Aber wie werden sich die Dortigen freuen, wenn du,
lieber Leser, dort eingeführt wirst und dir all die Herrlichkeiten gezeigt werden. Ein
Gang durch die Gärten und Paläste, ein Ausflug nach jenen Lichtgebirgen lösen
dann unaussprechliche Wonneschauer aus. Der Erdenmenschen Phantasie versagt
hier völlig. Nur irdisch verzerrt lässt sich dieses alles erahnen. Nicht
umsonst hat Paulus gesagt: "Was in keines Menschen Sinn gekommen ist und in
keines Menschen Herz, das hat Gott bereitet denen, die IHN
lieben." Oh, was
beraten sich die Menschen mit ihrem kalten Verstande. Darum verstehen sie
auch nimmer, was lieben, göttlich lieben ist. Die strahlenden Leuchtfarben der
Blumen besingen den Schöpfer und ihr Duft atmet Herrlichkeitsliebe Gottes
aus. Eure Sprachen, wie tot und unfähig sind sie, um all dieses himmlisch
Hohe zu beschreiben! Weder den dortigen leuchtenden
Diamant in seinen himmlischen Strahlenbrechungen, noch die Düfte, noch die
Klänge des Äthers dort. Noch die Jubel- und Preisgesänge der Himmlischen in
ihrer zeitlosen, Ich-gelösten Harmonie verklärter Kehlen aus vollem, reinem
Herzen der Gottesliebe. Das Aufleuchten der Angesichter ist trotzdem nur ein
matter Widerschein des sanftfreundlichsten Angesichtes des Herrn Jesus
Selbst. Das ist das lebendige Wesen echter und voller Liebe. Alles ist wonnevollst! Wenn du das „Halleluja" hören
könntest, abwechselnd mit den Tonschöpfungen vieler eurer großen Komponisten,
du würdest in Wonne "zerfließen". Ihr seid noch viel zu schwach und
zu unrein, um die Früchte der Liebe Jesu annähernd auch nur zu erahnen. Eilet dorthin zu gelangen
durch die Abkehr von allem, was nicht diese Heimat zum Ziele hat. Gehet aus
allen Gebundenheiten eurer fleischlichen Gesinnung heraus. Achtet auf die
feine Stimme des Herrn in eurem Inneren. Suchet die Stille und die größte
Einfachheit, damit ihr Zeit, Kraft und Ruhe in IHM erhaltet alles gründlich zu überlegen und zu tun, was den
Christusgeist in Seiner Liebeweisheit fördert. Gehe, ringe, kämpfe auf dem
Wege, wie ihn Jesus dir vorangegangen ist,
den Weg der Selbstlosigkeit, der Selbstverleugnung, der Feindesliebe in
steter Kreuzesgesinnung. Und dies alles warum? Nicht aus Selbstgerechtigkeit,
sondern in echter Würdigung und Dankbarkeit zu Jesus als Erlöser, der vor der unbestechlichen heiligen Gerechtigkeit
der Gottheit dich losgekauft hat durch Sein Blut am Kreuzesstamme von
Golgatha. So
gehörst du rechtmäßig nicht mehr dir selbst, sondern bist Sein Eigentum. Und alles was Jesus besitzt,
das möchte er allen Seinen Erkauften schenken. Er freut sich in der Wonne
Seiner Erlösten. Trage auch du dazu bei, dass Seine Freude voll werde durch
die Vollzahl Seiner erlösten Schar! Fange an deinen Wandel nach dem
Wandel der Himmlischen umzuformen und überlasse
die Erde und ihre zeitlichen Freuden denen, die nichts anderes kennen und
haben wollen. Neide ihnen nicht die gespendete Gunst und Achtung ihrer
Mitmenschen. Du mache dem Herrn Freude und deinen dir im Himmel
Vorangegangenen! Du aber sollst und wirst an das Ziel kommen, wenn du alles
daran setzt, Heim zu kommen in das ewige heilige Vaterhaus, wo nichts
Gefallenes, Unreines, Beflecktes sein kann. Viele laue Fromme wissen nichts
davon, sie wiegen sich in falscher Selbstgefälligkeit und falscher Heilsgewissheit.
Du aber weißt es nun. Daher suche dir nicht einzubilden, du seist schon
erlöst und errettet, sondern suche mit ganzem Ernst das Zeugnis Jesu
unmittelbar von IHM zu erlangen, wie es in der Offenbarung Johannes
19,10 kurz beschrieben ist. Gebe acht, dass du auf dem rechten schmalen Wege
bist, um das heilige Ziel nicht zu verfehlen und zu verscherzen durch
seelische Tändeleien der irregeleiteten Masse. Doch nun zurück zur sechsten
Stufe. Die Seligen dieser Gefilde steigen
mit heiliger Entschlossenheit den alles Frühere hinter sich lassenden Sphären
der Stadt Gottes entgegen. Von hier aus haben sie schon einen Fernblick nach
der Stätte, wo Gott wohnt. In diesen Höhen fühlen sie sich unaussprechlich
wonnewohl und gekräftigt zu letzten Anstrengungen. War dort ihr Herz auch
schon lange, bevor sie hier waren, so stehen sie jetzt vor der Erfüllung
ihrer maßlos gewachsenen Sehnsucht, einzugehen in die Wohnungen der
Herrlichkeit Gottes. Sie lassen sich zurüsten für den Augenblick ihrer
Heimkehr zum Vater Selber. Sie durchforschen wie nie zuvor, lange und
zutiefst nochmals ihr Herz mit einer gründlichen Aufmerksamkeit. Gilt es
doch, dem lebendigen Ursprung ihres Lebens gegenüberzutreten in einem Lichte
der unverhüllten Liebeherrlichkeit. Nichts, gar nichts dulden sie in ihren
Herzen, was ihrem Vater missfallen oder IHN hindern könnte, sie an Sein
überheiliges Herz zu drücken. Eine lange Zeit ernstester und gründlichster
Selbstbeschauung! Soweit dies Wort noch gelten kann: Eine allerletzte
Durch-und durch-Buße. Und jetzt stehen sie vor den Toren
jener Stadt, dessen Baumeister Gott Selbst ist, die aus (nur unvollkommenst
ausgedrückt) "Perlen" gebildet sind. Diese haben die Wunderkraft
alles zu scheiden, was nicht eingehen kann in die heilige Stadt. Wer versuchen
wollte als Unvollendeter, Befleckter einzudringen, ohne die entsprechende
Vergöttlichung seines Charakters in das Wesen Jesu Christi, der würde
weit zurückgeworfen werden in tiefere, untere Himmelsstufen. Doch vor den
Toren der Stadt kann man es nicht aushalten, ohne die heiße und immer heißere
Sehnsucht im Herzen, den gleichen inneren Glanz des Herzens zu gewinnen, wie
diese Stadt und ihre Einwohner ihn haben. Es gibt auf jenen letzten Höhen der
sechsten Stufe Tempel heiliger Anbetung, in denen der HERR oft
erscheint und Selbst die letzten Belehrungen gibt. Wo ER liebevollst
unterweist in den letzten Geheimnissen der nun eintretenden Gnade in der
Stadt Jerusalem im Licht. Dabei, im Alleinsein mit IHM, werden sie nun
völlig eins mit IHM, sowie ER eins ist mit dem Vater, Seinem
Vater. Bei dieser Vereinigung der Seelen
mit Jesus geschehen die Wunder des restlichen Austausches Seiner
Gotteskräfte, wodurch sie stark werden, Seine unverhüllte Gottesliebe zu
ertragen und als Träger derselben aufzunehmen. So werden sie völlig
zubereitet für den herrlichen Zustand als Erbe der ewigen Lebensfreude und
Seligkeit. Da es schon ein Fest ist, wenn die Bewohner der fünften Stufe in
die sechste vorrücken, so ist das Fest der Einführung in die Stadt Gottes
ganz ohne Beispiel. Alle, die an dieser Einführung teilhaben, bereiten sich
darauf vor. Und wenn es soweit ist, dann erscheint der Zug der Priester und
Könige in ihren Festgewändern, im himmlischen Schmuck, um der Seele
entgegenzugehen, die im Kreise Ihrer besonderen Freunde erscheint. Unbeschreiblich ist der Jubel, der
dem Lamme dargebracht wird. Lobgesänge erfüllen den himmlischen Äther. Alles
dankt dem ewigen HERRN, was ER so unbeschreiblich Großes und
Gutes getan hat und immer tun wird. Aber der Augenblick der Krönung des neu
hinzugekommenen übersteigt doch alles, was Mensch und Menschenseelen
empfinden können. Wenn die neue Seele sich in höchster demütiger
Liebesanbetung vor dem Throne niederwirft, um von ganzem Herzen dem HERRN
zu huldigen und Seine Krone und den neuen Namen zu erhalten, dann ist die
Glückseligkeit bei allen dabei Anwesenden aufs Höchste gestiegen. Die Krone des Lebens zu empfangen
bedeutet ja nicht nur die Krone als Auszeichnung königlicher Würde zu
erhalten, sondern an die Quelle alles Lebens, zu Gott Selbst gekommen zu
sein. Die Krone ist ein sichtbarer Ausdruck all ihrer Siege in
Selbstverleugnung, um Jesu willen erlittener Demütigungen. Und aller ihrer
Leiden auf dem schmalen Pfade in Seiner getreuen Nachfolge und auch aller
Treue in Seinem Dienste. Sehr verschieden ist dort auch die Herrlichkeit! Ahnst du
nicht deine Herrlichkeit, die auf dich wartet wenn du IHM getreu gewesen bist, der dich so teuer und bitter erkauft
hat durch Sein stellvertretendes Sühnen, an deiner Statt! ER will dich
dazu bereiten! __________ *
__________ Wenn die Sehnsucht der Seele
gestillt ist, soweit sie nun ewig beim über alles geliebten HERRN sein darf,
dann wird sie hinübergeleitet von den Saphirgebirgen des Thrones Gottes in
das Land der Herrlichkeit, wobei eine noch herrlichere Veränderung mit ihr
vorgeht, als beim Übergang von der fünften zur sechsten Stufe.
Unbeschreiblich ist die Lichtfülle auf dem Wege zur himmlischen Stadt! Es
wäre niemandem möglich, in diese Herrlichkeit vorzudringen, in dessen Leben
nicht das Letzte und Kleinste verklärt und verwandelt worden wäre in das Bild
Christi. Es erscheint kaum fasslich, dass ihre Gewänder noch strahlender
werden und ihre Auszeichnungen noch herrlicher erglänzen. Die Angesichter
dieser Gottesfürsten sind so umgestaltet, dass auf ihnen etwas von der
Majestät Gottes an Liebe, Weisheit und Macht widerstrahlt. Sonst könnten sie
die Majestät der Gottheit überhaupt nicht ertragen. Gewaltig sind die Sphären in dieser siebten Stufe. Hier
sind die Königreiche beieinander von einem Ausmaße an Vollkommenheiten, wie
sie die übrige Welt ganz und gar entbehrt. Die Paläste, welche den
Neuankömmlingen entgegenleuchten, haben nichts mehr von dem schwerfälligen
Charakter des Kristalls. In diesen Sphären leuchtet der Jaspis als
strahlender Lichtdiamant in seinen verschiedensten Farben. Es ist
unbegreiflich und unmöglich, davon einen nur annähernd starken Eindruck mit
Menschenworten zu vermitteln, wie das tatsächlich der Fall ist. Denn solche
nun rein geistige Substanz hat eine solche Klarheit und
Reinheit, eine solche Schönheit und Erhabenheit, wie sie für die Materie und
für aus der Materie kommenden Seelen unmöglich zu erahnen ist. Du aber jage
diesem hehren Ziele nach, das dir in dieser Stufe jetzt noch verborgen
bereitet ist und dich erwartet! Wie vergöttlicht die Bewohner hier
geworden sind, so auch ihre Häuser. Sie sind gänzlich verklärt in göttlich
erhabenste Schönheiten und Mannigfaltigkeiten. Du weißt von der sechsten Stufe
her, dass sie dort im Lande der Macht eingeführt wurden in ihren eigentlichen
Dienst. Nun aber strahlt auf ihren Angesichtern der "Name des Vaters
und des Sohnes und des Heiligen Geistes". Das ist für euch auf Erden
noch ein größtes Geheimnis und kann von niemand auf Erden begriffen werden
bei deutlichster Schilderung. Es ist das Wunderbarste, vergleichbar mit
einer, den Träger, beim Tragen verwandelnden dreifachen Krone. Köstlich ist
es zu beobachten, wie verschiedenartig die Namen sind, die hier an ihren
Stirnen erscheinen. Je nach der Führung und der himmlischen Berufung leuchtet
dort ein besonderer Name auf ihren Stirnen, der die Bewohner der siebenten
Stufe in ganz klare Klassen scheidet, die jedoch untereinander aufs innigste
verbunden sind. Sie alle zusammen stellen miteinander die Herrlichkeit des
göttlichen Namens dar. Erinnere dich an die Verschiedenheit der Einzelteile
deines Organismus und der
Menschenseelen leibliche Außenformen. Wie mancher ähnelt einem andern
äußerlich und ist doch innerlich im Charakter und im Wesen, so wie in den
Fähigkeiten oft sehr verschieden. Ebenso ist es auch hier in der siebten
Stufe. Diese einzelnen Klassen, wenn sie hier auch nicht so genannt werden,
stellen als Organismus die Herrlichkeit Gottes dar, als das Aufnahmegefäß
Seiner Liebe. In gleicher Weise wie ein rechtes Weib das Aufnahmegefäß der
Liebe des Mannes ist. Auch in der siebten Stufe hat die
Weiterentwicklung nicht aufgehört und sie wird als
solche niemals aufhören. Der Grund zur endlosen Herrlichkeit liegt in der Wiedergeburt, wie ihr
es nennt. Richtiger heißt es jedoch: "Wiedererzeugung oder
Umzeugung" des einst Gefallenen in die Urherrlichkeit. Dementsprechend
sind auch dann die verschiedenen Lebensführungen. Wie ein Händel, Bach oder Mozart
nichts anderes werden konnten als Musiker und talentvolle Komponisten, so ist
es auch im Reingeistigen. Wie ein Jesajas, Hesekiel, Daniel, ein Johannes der
Täufer nichts anderes werden konnten, gemäß ihrem inneren Gottesgeist, als
Propheten, so ist es auch hier. Deshalb ist es äußerst wichtig,
dass der Mensch sein ihm von Gott angepasstes Aufgabengebiet erfährt. Dann
weiß er auch sein Ziel und geht den entsprechenden Weg, der zu diesem Ziele
führt und verliert es nie aus den Augen. Wer dieses besondere Ziel kennt, der
schreitet viel leichter und schneller durch die unteren Stufen, als wenn er
sich mit allem anderen abgibt in einem vermeintlichem Eifer für Gott, das
nicht zu Seinem Aufgabengebiet in der Ewigkeit gehört. Die Gesellschaften, die sich hier oben im Lichte bilden,
werden in allen Dingen immer göttlich-königlicher. Das gleiche gilt auch von
den Priestern, die alle gleichen Rang und gleiche Herrlichkeit haben, wenn
sie auch verschiedenen Dienst tun am Thron oder im Tempel, denn diese beiden
sind das gleiche. Der Tempel als Zusammenfassung der
großen, vollen Erlösung und der Thron als Darstellung göttlich-königlicher
Majestät und Vollmacht. Die Gesellschaften sind weniger zahlreich als in der
sechsten Stufe oder gar in der fünften, aber ihre Majestät und Gotteskraft
übersteigt die übrigen Stufen bei weitem. Bis zur sechsten Stufe
unterstanden sie alle noch der Führung eines Fürsten aus der siebten Stufe.
Jetzt, nachdem sie eingereiht wurden in die Schar der Träger des neuen
Namens, haben sie selbst diese Würde und stehen unter der direkten Leitung
des Königs
aller Könige, ihres höchstgeliebten HERRN; der Selbst einen neuen Namen hat, den auf Erden niemand
kennt (siehe Offb. Joh. 19,12). Doch gibt es unter diesen Himmelskönigen
noch Rangunterschiede, im "Alten Testament" vorgeschattet. 24 Priesterordnungen waren dort unter
einem besonderen Hohenpriester. So ist es auch hier der Fall. Darum "die 24 Ältesten um den Thron" (Offb. Joh. 4, 1-5). Der Himmel weiß nichts von
sogenannter Demokratie. Dort ist die ausgebildete
Theokratie d.h. Gottesherrschaft, was sich vollendet in der 7. Stufe darstellt. Du musst warten, bis du dieses
Geheimnis Gottes recht verstehst (1. Korinth. 4,1 und Offb. Joh. 10,7 +
11,15). Soviel ist gewiss, dass diese Könige und Priester einander ähnlich
sind, auch in ihren Klassen und den Führern dieser Klassen. Du hast gelesen
von dem Zwölferkreise der Erstgeborenen. Das ist ein Stück dieser Herrschaft
im Himmel und nur ein ganz geringster Bruchteil jener Gottesordnung droben,
die sich erst ganz offenbart, wenn die "Vollzahl aus den Nationen wird
eingegangen sein in diese Herrlichkeit". Denn jene Ordnungen haben ihre
eigentlichen Aufgaben in der Ewigkeit, wenn die uranfängliche Herrlichkeit
aller Dinge wird wiederhergestellt sein. Wenn nun eine neue Seele aus der
sechsten Stufe in die siebte hinübergeführt wird, dann wird sie innerhalb
ihrer Ordnung geführt, begrüßt und willkommen geheißen. Die Einführung in
diese Herrlichkeit geschieht nicht so oft, wie es in den unteren Stufen der
Fall ist. Denn mit jeder Stufe werden es weniger, die sich über die maßlos
hohen Grenzen hinüberschwingen können durch die erforderliche "Absage
oder Aufgabe von allem, was sie Eigenwilliges und Selbstwilliges in sich
haben". Die hier eingeführt werden sind
Geister, in deren Leben schon auf Erden Jesus Christus alles in
allem war. Auf Erden schon kann man feststellen, ob jemand nach dieser
siebten Stufe sich ausstreckt. Er trägt etwas an sich von der letzten
Sehnsucht, die eben durch nichts befriedigt werden kann, als in und durch Jesus
Selbst. Groß ist der Jubel und die Freude über jeden Einzelnen, der in
diese Herrlichkeit eintritt. Wahrhaft königlich ist die Begrüßung, denn alle
Begrüßenden tragen königlichen Adel an sich, der sich in ihrem ganzen Wesen
in Wort und Gebärde ausdrückt. Hier lernt die Seele, die verborgensten
Quellen der Geheimnisse Gottes erforschen und erkennen. Und mit bräutlichem
Liebesdank fällt sie ihrem über alles Geliebten zu Füßen, der sie
erlöste vom zweiten Tode und nun Selbst willkommnen heißt in Seiner
Herrlichkeit. Der ganze Thronhimmel nimmt an solcher Einführung teil. Ich
muss hier früher Gesagtes wiederholen: Die Seelen nähern sich den Perlentoren
der heiligen Stadt; schaue sie dir in heller Phantasie an. Der Name
"Perlentor" ist ja nur ein schwaches Gleichnis, denn es geht auch
eine geheimnisvolle Macht von ihnen aus. Eine abweisende Macht allem Unreinen
gegenüber. Ich sprach schon darüber, dass beim
Übergang in diese Stufe eine wunderbare Umwandlung im Leben und in der
Kleidung der neuen Fürsten sichtbar wird. Oh, wie oft schauen die Bewohner
der sechsten Stufe brennend und verlangend nach diesem höheren Lichte aus,
und sie kommen leuchtender und sehnsuchtsvoller zu ihren Sphären der 6. Stufe
zurück. So kämpft die Sehnsucht nach Höherem mit der Selbstliebe des
Geschöpfes! Auf den Perlentoren stehen als lebendige Krönung Engel Gottes,
die mit ihren silberhellen Posaunen die Feste der himmlischen Stadt allen
Himmeln kundtun. Wenn diese ertönen, dann dringt dieser Ton bis in die
untersten Stufen hernieder. Es bedeutet jedesmal eine Aufmunterung, den Weg
zur heiligen Stadt Gottes zu suchen und dann getreulich zu gehen. Diese
heiligen Posaunentöne geben die Akkorde zum "Loblied des Lammes"
an, ein oft gesungener Festgesang der Erlösten. Ja, bis in irdische Sphären
hinein dringt der Ton, vernehmbar all denen, die in Jesus allein vollstes
Genüge haben. Er lässt sie erwachen aus der zeitlich, weltlichen Betäubung.
Gleichzeitig kündet dieser Ton den Engeln, die in irdischem Dienste stehen,
den Beginn himmlischer Freudenfeste an. In solchen Zeiten geschieht auch oft
eine Änderung in der Führung und zwar so, dass bis zum nächsten Feste einer
aus den himmlischen Stufen herabsteigt und einen dortigen Führer ablöst, um
ihm die Teilnahme am himmlischen Feste zu ermöglichen. So wirkt die himmlische Stadt, der
Thron Gottes schon mit an jedem Gläubigen, ja bis hinein in eure Völler und
ihre Regierungen. Und selbst die höllischen Fürsten müssen warten, bis der
Thron es ihnen zulässt, ihre dunklen Pläne an den Gottlosen zu deren Züchtigung
auszuführen. Bedenket, dass am Throne alles beobachtet wird, und dass es
deshalb für jeden Himmelspilger nötig ist, gemäß dem Lichte der himmlischen
Stadt zu wandeln. Diese Engelsfürsten sind bestimmt zu posaunen. Von ihnen
geht der Ruf aus zur heiligen Versammlung und zur Heimkehr der Vollendeten in
dieses Reich der Herrlichkeit. Auf den Grundsteinen der Mauern des neuen Jerusalems, die
aus Jaspis sind, stehen die Namen der zwölf Apostel des Lammes. Es ist euch
Menschen in seiner Herrlichkeit wirklich unbeschreiblich. Gott Selbst ist
hier der Baumeister. Da könnt ihr euch die unendliche Erhabenheit Seines
Baues ahnend vorstellen. Diese Stadt hatte Abraham ersehnt, als er von Ur in
Chaldäa auszog, um ihretwillen lebte er in Zelten, d.h. als Fremdling
inmitten von Welttümlichen, genau so wie alle Frommen nach ihm, die sich als
himmlische Bürger oben im Lichte wussten. Sie alle hatten das Heimweh nach
dieser Stufe. Aber keiner, das muss immer wieder betont werden, kann hineinkommen,
dessen Seele und Charakter nicht durchsichtig
geworden, außen wie innen und innen wie außen, gleich leuchtend rein und himmlisch wahr. Die Namen der
zwölf Apostel auf den verschiedenen Grundedelsteinen der Mauer, zeigen hier
ebenfalls den Plan Gottes mit jeder grundverschiedenen menschlichen
Persönlichkeit an, zu einer völligen Einswerdung in himmlischer Verklärung.
Jeder Träger dieses Namens ist ein heiliges, vollkommenes und göttliches
Original geworden. So sind sie schon durch ihre heilig reine Besonderheit an
Art und Wesen, in ganz besonderer Weise Botschafter der unendlichen
Herrlichkeit Gottes. Jede Farbe dieser Edelsteine ist mit ihrem Glanze, als
Entsprechung, ein Zeugnis für die verschiedenartige Rettungsarbeit und
Verklärkraft des Lammes. Der Herr und Vater macht nicht alle Wesen und alle
Erscheinungsformen gleichartig, aber ER vollendet sie alle zur göttlichen,
harmonisch einzigartigen Schönheit und Erhabenheit. So strecke du dich danach
aus und halte stets stille während der Zurichtung nach Seinem Liebeswillen. Auf eurer Erde sind die meisten
Menschen so kurzsichtig, das sie das eine schöner nennen als das andere, weil
sie nur das Außen bewerten und nie die innere Wunderbarkeit der darin
wirkenden Gottesliebe. In der heiligen Stadt, wo alles zu der Urform der
Schönheit und Herrlichkeit zurückgekehrt ist, von der alles einst ausgegangen
ist, wird jeder und jedes offenbar als Schöpfung der ewigen Liebe und Seiner
Weisheit. Könnte ich mit dir einen Rundgang machen durch diese Gotteswunderstadt,
wie es Johannes der Apostel einst tun durfte, wie gern möchte ich dich auch
hinführen an den Strom des lebendigen Wassers, wo du deine so oft recht müde
Seele baden könntest in seinen Fluten zur Erquickung und vollen Kräftigung.
Erinnerst du dich noch an jenen Traum, den du einmal in deiner Kindheit
hattest? Du warst abends mit der Sehnsucht nach völliger Reinigung
eingeschlafen. Und dann sahst du den Herrn stehen im kristallklaren Strome
und erlebtest, wie Er dich eintauchte in diesen Strom, wodurch du völlig
verwandelt wurdest innerlich und äußerlich an Seele und Leib. Dein vordern
aschgraues Kleid wurde weiß wie neugefallener Schnee und die Gnade Seiner
Liebe strahlte dir aus des Herrn Angesicht entgegen. Noch viel wunderbarer
wäre es, wenn du für ewig dorthin dich durchgerungen hättest, und du
könntest dann in Wirklichkeit von Ihm untergetaucht werden, denn damit wärest
du zur Urquelle göttlichen Lebens gelangt. Auch zu den Bäumen würde ich dich
führen mit ihren überaus köstlichen Früchten, die herrlicher noch sind wie
jene, die Adam und Eva im Paradiese hatten. In deinen Träumen hast du
bisweilen davon kosten dürfen. Waren sie nicht unbeschreiblich? Ach, diese
Früchte des ewigen Lebens würden deine Sinne so hell machen und dir solche
Kräfte vermitteln, dass du dich dann aufschwingen könntest zu dem Berge
Gottes. Also wird es sein, wenn du nach Hause kommst und du dann dieses alles
schauend erleben darfst. Das schenkt der HERR allen denen, die überwunden haben! Die Stadt Gottes mit ihren Palästen
ist die Heimat der Braut des Lammes. Das
ist die Schar jener Vollendeten, die gewürdigt sind aufgenommen zu werden
unter die, welche das Weib des Herrn in der Unendlichkeit an Zeit und Raum
darstellen, als Gesamtaufnahmegefäß Seiner Liebeweisheit und Kraft zu einer
unendlich, herrlicheren, neuen Schöpfung. Sie sind also der Augapfel der
Freude des göttlichen Lammes, ewig
vereint für eine Arbeit himmlischer Geistes-Ehe. Diese Ehe bildet die Spitze der Unendlichkeit. Ach, es ist
das Größte und Herrlichste diese Vollendeten zu schauen und persönlich zu
erleben in ihrem Wesen und Wirken. Aber das weitaus Größte und Erquickendste
ist, wenn man den HERR Selbst sieht von
Angesicht zu Angesicht in Seiner unverhüllten höchsten Klarheit! In Seine Augen zu schauen bedeutet nicht nur verklärt zu
werden in Sein Liebebild, sondern erhoben zu werden an Seine Seite auf Seine
Gottesmacht! Es bedeutet teilhaftig zu werden Seines unendlichen Erbes und
berufen zu werden, mit IHM zu regieren und zu immer
herrlicheren Neuschöpfungen mit IHM zu schreiten, von Ewigkeit
in alle Ewigkeiten. Das ist Vollmacht, volle Macht Gottes besitzen und
verwalten, um mitzuwirken an den geheimsten und verborgensten Wege der Pläne
Gottes mit den Menschen und allen Geistern. Das bedeutet ein
Ausgerüstetwerden mit Gottes Autorität, vor der auch der gefallene Urengel
Luzifer-Satan mit seiner Macht ärmlich versagt. Freilich, wer dort eingeht, der
muss bereitet sein nach langer und vielseitig schwierigster Lehr- und
Prüfungszeit, in völliger Liebe und vollendetem Ganzgehorsam, den Willen des
Herrn treulichst auszuführen, ohne mit dem eigenen Willen verändernd auch
nur im Kleinsten einzugreifen. Er kann nicht mehr im eigenen Namen wandeln
und handeln. So einsgeworden ist sein eigener Wille mit dem des Herrn, um
schon jetzt in die unterste Hölle zu gehen und dort den Willen des Herrn zu
tun. Oh, wenn du ahnen könntest, wie
reich die Arbeit und wie erhaben und wie köstlich dein Empfinden beim Werke,
das dort getan wird, dann ist. Du würdest alles was du hast und noch liebst,
nicht nur mit Freuden sofort aufgeben. Nein! Du wärest bereit, auch tausend
Leben dem Meister alles Daseienden ganz und für ewig zur Verfügung zu
stellen, wenn du nur dabei sein dürftest. Wie töricht sind doch die Menschen,
die den Thron Gottes als eine Stätte der Ruhe betrachten und erwünschen.
Gewiss, in der Stadt Gottes gibt es wohl eine Ruhe, eine wahre Ruhe, wie sie
auf Erden nicht gefunden wird. Aber am Throne Gottes ist die höchstmögliche
Tätigkeit. Das unaufhörliche Lob und die ununterbrochene Anbetung Gottes besteht
in dem unaufhörlichen und ununterbrochenen Tun Seiner offenbarten Aufträge. Über den Thron darf ich dir nicht
viel sagen. Das was eure Bibel über ihn sagt, muss dir genügen. Aber der
Thron Gottes und des Lammes sind die Offenbarer und Künder der letzten
Vollendung der Pläne Gottes mit allen Schöpfungen. In alle Ewigkeiten gehen
von dort die göttlichen Aufträge aus, die zu immer herrlicherer Vollendung
hinführen. Denn das ist die Herrlichkeit Gottes: Selbst unendlich herrlicher
zu werden und Seine Kinder dorthin nachzuziehen. Das vorläufige Endziel des
Herrn ist, "dass Gott einst alles in allem sei". Vornehmlich die
Bewohner der siebten Stufe sind es, die vom Herrn mitbeauftragt sind, die
Pläne des Herrn auszuführen. Hier gehen der Königs- und Priesterdienst Hand
in Hand, so wie das jetzt schon im Leben derer ist, die sich auf den Willen
und die Liebe des Herrn stützen. Diese wünschen Seine vollendeten Diener zu sein
in allen Ewigkeiten. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Träger
dieser Vollendung als Menschen in die Niedrigkeit eurer Erde gehen, oft in
größter Einfachheit und Armut, um als Gottesdiener wohlgeübt zu sein und den
Unwissenden in diesem Dienen vorzuleben, dass man sie lieb hat und höher
wertet als sich selbst. So wollen sie auch auf der Erde tätigen Anteil haben
an der Erlöserarbeit ihres Herrn. Dem Dienste und der Vollendung entsprechend sind auch die
Kronen, die diese Könige des Herrn tragen. Es kann und wird keiner in der
ewigen Stadt Gottes die Kronen der Überwinder tragen, der nicht auf Erden bereit war, an der Dornenkrone tiefster Leiden und
Demütigungen in Jesu Kreuzesgesinnung mitzutragen. Wer aber das will und tut, der kommt Heim mit dem Zeichen des
Herrn. Und von den Wundmalen des Herrn trägt er einen Abglanz. Diese Wundmale
des Herrn sind die größten Ehrenzeichen dort in den Himmeln und wer sie
bekommen hat, ist damit ausgezeichnet vor vielen Millionen. So mancher
ärmlichste Mensch auf Erden, z.B. die gläubige Ehefrau eines Wüstlings und
Trinkers, die still im Aufblick auf den Herrn Jesus ihre Liebepflicht zum
armen, satansgebundenen Ehemanne und ihren Kindern tat, unter Hintenansetzung
ihres eigenen Wohllebens, diese wird sich überrascht bis in die höchsten
Stufen der Himmel hinaufgezogen sehen, durch stetes untergeordnetes Dienen
dazu eingestellt. Denn was vor den Menschen hoch und angesehen ist, das ist
vor der Liebeweisheit des Herrn ein Nichts. Wer jedoch verachtet und
unansehnlich in geringster Dienstarbeit treulich war und in allen Menschen Gottes Finger sah,
dieser ist des Herrn Liebling, den Er nimmer verlieren und missen will bei
Sich in der Ewigkeit. Es sind Seine allerliebsten Erdenkreuzträger! Wer etwas
von diesem Kreuzesdienst an sich trägt, dieser legt Zeugnis davon ab, dass er
seinen Leib und seine Seele auf dem Kampfplatz des Märthyriums dem Herrn aus Liebe zu Ihm und allen Menschen aufopfert, mögen sie gut oder schlecht gewesen sein. Diese Wundmale der Schwierigkeiten, Nöte und Verfolgungen
im Erdenleben um des Geistes der Liebe Christi willen, gelten oft mehr als die blutigen Opfertode. Ach, wenn die Menschen wüssten, wie
vieles davon abhängt, sie würden mit großer Freude bereit sein, zu leiden und
zurückzustehen um Jesu willen. Sie würden es für höchste Ehre halten,
um Seinetwillen von den Menschen verachtet, verfolgt und gepeinigt zu
werden. Sie würden sich nicht aufbäumen gegen Spott, Verleumdung und
Benachteiligung, wenn sie wüssten, dass in die Stadt Gottes keiner eingehen
kann, der nicht Gutes für Böses vergolten hat. Die Kronen der himmlischen Könige
entsprechen auch ihrer Lebenshaltung und ihrem Dienste auf Erden. In ihren
Kronen ist ersichtlich, ob sie durch ihr Vorbild viel oder wenig Seelen zum Herrn
und Seiner Liebewahrheit geführt haben. An ihnen sieht man, wie vieles sie
erlitten haben im Missionsdienste für den Herrn. Auch sieht man an den
Kronen, wie vieles sie im Verborgenen entbehrt haben, aufgeopfert für den Herrn
um Seinetwillen und auf was sie verzichtet in ihrem Wohlleben, um der ärmeren
Nächsten willen. Wie leuchtende Edelsteine zeigen sich an den Kronen und
Kleidern diese Liebesdienste auf Erden wieder. Ja, auch eine sternlose Krone
kann leuchten, aber sie preist die tätigste Liebe Jesu nicht entfernt
so wie eine, die über und über geschmückt ist mit den Edelgesteinen tätigster
Gottes- und Nächstenliebe auf Erden. So offenbaren die Kronen die Größe und
Kraft ihrer Erdenliebe zum Herrn, ihre Selbstverleugnung, Hingabe und
Treue. Das alles bildet die Voraussetzung für ihren himmlischen Dienst.
Könige und Priester sind alle; die einen stehen mehr im Tempel, die anderen
mehr am Throne in geistiger Entsprechung. Doch gleich wichtig ist ihr
Seligkeitsdienst. Und keiner trägt das Verlangen, seinen Dienst für einen
anderen Vollendeten zu tun. Jeder freut sich unaussprechlich mit dabei zu
sein bei dieser Arbeit. Alle Not und jedes Leid, ja, die Sünde selbst muss
diesen Königspriestern helfen, die unendlich erhabenen Gedanken ihres Heilandgottes
durchzuführen. Das Leid, das der Mensch um Jesu willen erduldete, es
wird dort also der Anlass zu weiterer Herrlichkeit sein. Deshalb liebe,
liebe, liebe immer mehr, immer wieder aufs Neue! Werde im Lieben nimmer müde
und lau, sondern werbe Seelen für
Jesus durch liebendes Vorbild in Treue in Wort und Tat, dann wird deine
Krone einst leuchten im Lichte himmlischen Schmuckes. Höchste Freude für sie alle ist es,
einen neuen Himmelsbürger der Herrlichkeit einführen zu dürfen in diese
Stadt, um zu sehen, dass der Herr mit jedem zu diesem hohen Ziele kommt, der
dieses von Herzen und mit ganzem Ernste will. Von den Wundern der Einführung
habe ich schon einiges gesagt. Die Anteilnahme des Thrones dabei ist
unvergleichlich. Dort gibt es keine älteren Brüder mehr, die sich aus Neid
ärgern an den Ehrungen des heimkehrenden Jüngeren (wie im Gleichnis vom
verlorenen Sohn). Nein! Sie alle freuen sich von ganzem Herzen, ehren und
feiern ihn mit und preisen dabei den Herrn für Seinen Sieg im Leben
des neuen Fürsten. Jeder der früheren Fürsten bringt dein Herrn seinen
spezifischen Dank dar und jeder legt eine kleine Gabe nieder im Wohnpalast
des neuen Bürgers. Ach, welche Überraschungen erwarten dort den Bürger als
Überwinder, wenn er heimkommt und das Werk des Heilandes ist auch an ihm
vollbracht! Allen voran geht die Huldigung des
Thrones. Dort findet die Krönung statt. Aus den Händen des Herrn Selbst,
dem Herrn aller Herren empfängt der Überwinder seine ihm
eigentümliche Krone und wird als königlicher Bürger beglaubigt vor allen
Anwesenden. Er hat mit dieser Krone seinen neuen Namen und die Vollmacht zum
königlichen Dienst in der Unendlichkeit. Der Sohn bekennt ihn vor Seinem
Vater und den übrigen Throngewaltigen, den sieben Geistern, die vor Gott
stehen, als Verkörperung der Herrlichkeit Gottes in Seinen verschiedenen
Wesenseigenschaften. So wird in die himmlische, königliche Familie
aufgenommen, wer treu erfunden wurde. Für die betreffende Seele ist dieser
Moment, der glückseligste und herrlichste Augenblick. Was ihr noch geschenkt
werden kann an Gnade und was noch für sie ertragbar ist an Freude, das wird
ihr dabei geschenkt. Und vom Throne aus geht es dann
unter der Führung königlicher Freunde in seine Ewigkeitswohnung, die der
Seele vom Herrn und den Vorangegangenen bereitet ist. Dort im eigenen
Heim begrüßt ihn der Herr als Erster durch Übergabe Seines ganzen
Reichtums an Herrlichkeit. Und die Seele kann weiter nichts in dieser völlig
unerwarteten Gnade tun, als den sich ihr nun gebenden "Freunde und
Herzensbruder" bräutlich-liebend anzubeten. Er hat sie so unsagbar
geliebt schon vor Grundlegung der Welt und alles Eigene für sie dahingegeben,
um sie in höchster Glückseligkeit in der seligsten Ewigkeit bei Sich zu haben. Dieser Augenblick der Vereinigung
bedeutet für jeden einzelnen der dabei Anwesenden einen wahrhaft großen
Beweis der Demut des Herrn von höchstem Ausmaße. Aber dort erwarten sie auch ihre Freunde, die
sie auf Erden geführt und geleitet und vor den dortigen Gefahren bewahrt
hatten. Sie erkennt wiederum, welch großen, tätigen Anteil der Himmel an
ihrem Wohlergehen genommen hat, und wie kostbar sie in deren Augen sein muss. Manche Begebenheit und Bewahrung in
ihrem Erdenleben findet sie dort in den dreidimensionalen Bildern ihres
Palastes, sowie in der Krone und in ihren Orden und Auszeichnungen. Dadurch
bekommt sie, soweit dieses überhaupt noch möglich ist, eine so tiefe,
ungeahnte Dankbarkeit und erkennt dann auch erst, was die Demut Gottes ist.
Sie sieht, dass jeder Kampf, den sie siegreich bestanden hatte, auch seine
Erinnerung und bleibende Auszeichnung hier im himmlischen Strahlenlichte
erhält. Was an Würde und Majestät dort offenbar wird, ist
unvorstellbar. Es ist der Herrlichkeit des großen Königs aller Könige
entsprechend, die ihresgleichen in der ganzen Unendlichkeit nicht mehr
wiederfindet Ist es da verwunderlich, dass der Überwinder zu Boden gerissen
wird in heißester Dankbarkeitsliebe, dass er niederfällt, "Seinen Herrn, Vater, Freund und Bruder anbetet und huldigt" lange, lange Zeit, soweit man hier noch von Zeit reden
kann. Diese Liebesanbetung ist auf Erden nicht zu finden, noch möglich, da
solche Anbetung den Anbetenden töten würde im sterblichen Fleische. Und diese
Anbetungshuldigung steigt als unbeschreiblich lieblichster Wohlgeruch zum
Throne des Allerhöchsten empor. Die einzelnen Wohnungen in dieser Stadt sind
wunderbar verschieden. Jede ist eine einzigartige Kostbarkeit und alle
insgesamt bilden eine himmlisch-harmonische Einheit, genau so wie die
verschiedenen Perlentore in der verschiedenfarbigen Edelsteinmauer. Sie alle
sind nicht aus Kristall, sondern aus Jaspis. Auch hier wohnen Seelenverwandte
nahe zusammen. Dienst, Charakter und Rangordnung sind den einzelnen Palästen
aufgeprägt. Es gibt größere und kleinere. Die größeren stehen im Einklang mit
den auf Erden schon erweiterten Liebesherzen, die möglichst viele beschenken,
um selbst noch mehr Glück als die Beschenkten dabei zu empfinden. Die Einführung in den heiligen
Dienst ist wiederum etwas Wunderbares. In den unteren Stufen standen auch
die Überwinder mehr oder weniger unter der betreuenden Leitung des Herrn und
werden daher auch von Ihm Selbst in den heiligen Dienst eingeführt. Auch
diese Einführung gestaltet sich wieder zu einem himmlischen Fest, an dem die
ganze Ordnung der Königspriester teilnimmt. Der anbetende Jubel füllt dabei
den Tempel des Herrn mit himmlischer Freude. Hier in dieser Stadt gibt es, da
alles hier vollkommen ist, Bindungen der Freundschaft, die an Stärke und Gemeinschaft
durch Vereinigung der Seelen alles Bisherige in den unteren Stufen weit, weit
übertreffen. Wenn der Überwinder eingeführt wird in seine ewige Heimat, dann
darf er auch ein Fest geben, bei dem dann alle zugegen sind, die an seinem
Leben mitgearbeitet, mitgebetet und mitgerungen haben und ebenfalls nun all
die Herrlichkeiten dieser Stadt mit ihm teilen. In diese Stadt kann keiner
gelangen, der nicht die erforderliche Heiligung und Reife dafür erlangte. Von
den oberen Stufen kann wohl nach unten hin frei hernieder gestiegen werden,
doch niemals umgekehrt. Es sind wohl seltene Ausnahmen vom Herrn Selbst
vorgenommen, doch haben diese Unreifen aus den untern Stufen oder gar
höllischen es als unerträglich empfunden, so dass sie nach ihrem eigenen Willen
schneller als der Blitz mit entsetzlichem Wehegeschrei wieder in ihre
früheren Örter fielen. Deshalb können die Seelen aus den unteren Stufen nicht
teilnehmen an der Festen der siebten Stufe. Da alles Leben und alle Kraft in
der Unendlichkeit vom Herrn Selbst ausgeht und nirgends eine andere
Lebenskraft vorhanden ist, so ist die eigentliche Herrlichkeit der Herr
Selbst. Alles Licht, alle Schönheit aus der Liebe, Ordnung, Gerechtigkeit und
Heiligkeit des Herrn ruht herrlich strahlend über dieser Stadt, als wunderbar
sanfter und für nicht völlig Geläuterte, unerträglicher Glanz. Straßen, Plätze, Paläste und Gärten und der Strom des
lebendigen Wassers, selbst die Bäume, Pflanzen und Blumen verkünden allesamt
den Reichtum der Liebe Gottes. Es ist überwunderbar, wie dort das sanfte
Liebelicht und Leuchten Gottes alles verklärt. Die wunderbarsten Gottesgedanken treten hier Seinen Kindern enthüllt in Erscheinung. Was
dort an Lebendigem hervortritt, ist nur noch Herrlichkeit Gottes. Ob das nun
die Vogelwelt, Bäume oder Blumen sind oder die auch dort lebenden Tiere
betrifft, sie alle sind Herrlichkeit! Alle atmen daher auch
Leben aus, ewiges Gottesleben! So leuchten die Überwinder in ewiger Jugend und ihr Vater
von Urewigkeitsbeginn ist Selbst bei ihnen in der blühendsten Lebensjugend.
Ist das nicht herrlich schön? Und doch trägt alles die Würde himmlischer
Reife, Vollendung und Majestät. Ihre Kleider sind glänzend weiß wie die Sonne
am hohen Tage. Dort herrscht auch der Purpur und bei den Himmelsfesten wird
er getragen. Er steht immer in Verbindung mit dem Dienst des Trägers. Die
Feste der Erlösung werden im himmlischen Jerusalem stets mit großer,
ungeteilter Freude und Innigkeit gefeiert aus tiefster Dankbarkeit zum
Urheber aller dieser Glückseligkeiten. Und wie überaus erquickend diese
Feste sind, wo alle Teilnehmer frei, völlig frei sind von jeder Eitelkeit,
Selbstliebe, Neid und Missgunst. Das ist für euch Erdenbewohner
unvorstellbar, die ihr euch noch von diesen argen Eigenschaften völlig
reinigen lassen müsst, durch die Liebeskraft des
Blutes Jesu Christi. Dort erst geht dem Überwinder die unendliche Größe der Barmherzigkeit
Gottes in
Jesu Christo auf und er schaut klaren
Auges hinein in die Länge, Breite und Tiefe dieser erbarmenden Liebeskraft
der Demut. Vom Throne pflanzt sich der Jubel weiter fort bis in die untersten
Stufen, ja bisweilen hörbar selbst auf Erden, einem frommen Herzen, das sich
der Liebe Jesu ganz zu Eigen gegeben hat. Was völlige Freiheit von der
Erdenschwere und Erdensünde an Glückseligkeit hervorbringt und vermag, das
siehst jeder erst hier im Licht. All die Worte: Lobpreis, Anbetung, Jubel,
Glückseligkeit, Herrlichkeit sind hier im Lichte der persönlichen Gegenwart
des Herrn Wirklichkeit. Denke nicht, dass solches auf die Dauer verflachen
und zur leeren Form oder Gebärde herabsinken kann, wie es leider bei euch auf
Erden fast immer der Fall ist, in den am Anfang noch lebendigen, neuerweckten
Gemeinden; aber auch in den sogenannten "aus Liebe geschlossenen
Ehen". Über der Stadt, unnahbar den
Vollendeten ist der Thron des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Er ist eingehüllt in das Feuer der Cherubin und Seraphin. "Niemand sieht den Vater, denn
der Sohn und wem es der Sohn will offenbaren." So lauteten die Worte Jesu auf Erden. Wer kann hintreten in diese alles verzehrende
Feuerglut? Alle erträgliche Herrlichkeit Gottes des Vaters, wird den Geschöpfen nahe
gebracht "im Sohne"! Aber alle Vollmacht des Heiligen
Geistes offenbart sich als verzehrender Flammenglut der Gottheit, genannt:
"das Zornfeuer Gottes." In den sieben Erzengeln, die zum
Throne Gottes gehören und in
Wirklichkeit die sieben Eigenschaften der Heiligkeit des Wesens Gottes
darstellen, erscheint Er in Seiner Machtvollkommenheit. Gott der Vater, als "der
unendliche Mensch" ist der Gott in Seiner Unendlichkeit, der da Seine
Selbst- und Alleineinheit auf das Allerbestimmteste und Allerklarste denkt
und in allen Seinen allerkleinsten Teilen fühlt. Er ist der Träger und
Erhalter der unendlichen Vielheit in Sich. Er ist gestaltlich ein vollkommener
Mensch, welcher von niemandem gedacht und empfunden werden kann, denn allein
von Jehova-Jesus, der
Ewigen Liebe in Gott. Und diese Liebe ist das alleinige Leben in Gott, dem Unendlichen, die
da gestaltlich wieder als ein vollkommener Mensch ihren Sitz hat in der
zentralen Tiefe der Unendlichkeit. Diese
Liebe Gottes als positiv-polare Lebens- und Schöpferkraft Gottes ist ein ganz
selbständiges Wesen, und von den sieben Geistern - die vollkommene
Menschengestalt haben - der oberste, herrschende als alleiniger Schöpfer und
deren Ordner und Erhalter. Durch diese Gottesliebe wurde alles Selbst- und
Nichtselbstbewußte seit dem Urbeginn der Schöpfung, aus unendlich kleinsten
Atomen organisch miteinander verbunden und in selbständige Lebenstätigkeit
gebracht. (Er, die inkarnierte oder Mensch gewordene Liebe Gottes kam
in Sein Eigentum, aber die Seinigen haben Ihn nicht erkannt.) Die materiell-geschöpflich denkende und handelnde
Menschheit kann nicht die geistigen Lebensgesetze kennen und ihre sprachliche
Ausdrucksweise kann nicht das Wesen und die Kraftgröße der einzelnen
Geistwesen beschreiben in ihren siebenfachen Dimensionen. So schützen die
sieben Geister, unter ihnen die ewige Liebe in Gott, die noch nicht völlig
vergöttlichten Geister ihrer Schöpfung vor dem heiligen unendlichen
Gottmenschen, der in sich ist ein alles verzehrendes Feuer. Die ewige Gottesliebe hat es sich zum Ziele gesetzt, alles von ihr
Erschaffene zu diesem unendlichen Gott hinzuführen, indem sie durch und durch geheiligt, vergöttlicht,
fleckenlos als die Gesellschafter des ihnen nun sichtbaren unendlichen
Menschen ebenfalls auch zu dessen Unendlichkeit herangewachsen sind. Die
Gottheit ist dann mit ihrem einzigen Sohne - Jehova-Jesus - nicht mehr allein!
"Dann werden sie Ihn sehen, wie ER ist und sie werden Ihm gleich sein (1. Joh. 3,1-2). Die unendliche allerheiligste Vater-Gottheit ist demnach das Ziel
aller Erdenmenschen, wozu ihnen Jesus den Weg frei gemacht hat durch Sein
Opfer auf Golgatha. Hier wurden die
Voraussetzungen errungen, das der unendliche Gottmensch den Blutgereinigten
und Erkauften, Seinen Heiligen Geist als
überwindende Kraft aus der Höhe senden konnte, welches ist der innere
heilige Christus im umgezeugten Menschen. (Umgezeugt von der Adams- in die Christusnatur.) Es wird also eine Ewigkeit
(Schöpfungsabschnitt) heraufgeführt werden, in der der Vater-Gott allem
Geschaffenen endlich gegenüber tritt, in der völligen Offenbarung Seines
unendlichen Wesens. Und es wird wahr werden was die ersten Apostel darüber
kurz andeuteten (1. Korinth. 15,22-28) "Gleichwie in Adam alle
starben, also werden in Christo alle lebendig gemacht. Ein jeder aber in
seiner Ordnung: Der Erstling Christus, danach die Christus angehören, wenn Er
wiederkommen wird. Danach das Endziel, wenn Er das Reich Gottes, dem Vater
überantworten wird. Er musste wohl herrschen, bis dass Er alle Seine Feinde
unter Seine Füße legte. Wenn aber alles Ihm untertan sein wird, alsdann
wird auch der Sohn selbst untertan sein Dem, Der Ihm alles untertan gemacht
hat, auf das Gott sei alles in allem!" Bis dahin bleibt Jesus der alleinige Mittler zwischen der
Gottheit und den Menschen in aller Wirksamkeit des
unendlichen Vater-Gottes. Jesus
Christus
ist der Herr, durch den dieser Vater Sich offenbart bis zur heiligen
Vollendung der Seelen, sei es in der Wirklichkeit im Lichte oder in der
Durchführung seiner Gedanken auf Erden, in den sichtbaren oder unsichtbaren
Himmeln. Eure Erdenschule ist nicht mehr die
alleinige Gotteskinderschule. Jesus-Jehova ist der Seligmacher, aber auch der
Zurechtbringer und Richter aller Verlorenen. In unendlicher, höchst
achtungsvoller Dankbarkeit betet der gesamte selige Geisterhimmel durch ihren
Herrn Jesus den unendliche Vater und Jesus selbst an. Alle werden gesegnet
durch Sein Lieben, Seine Fürbitte und Seine errungene unendliche Vollendung
in des Unendlichen Ebenbild. Zu Ihm strebt der Himmel, um durch Ihn
teilhaftig zu werden des Vaterherzens selbst, in dem sie allein teilhaftig
werden können der unendlichen Herrlichkeitsnatur Gottes. Und keine größere
Freude hat der einzige Sohn des Unendlichen, Jesus, als die
Herrlichkeit des Vaters, Seines Vaters, den Erlösten zu vermitteln. Von einem steht geschrieben, dass
er dem Sohne Gottes gleich geachtet und Priester in Ewigkeit sei. Es ist der
geheimnisvolle Melchisedek (Mei-lechi-sedec = Meines Lichtes Sitz),
der neben dem Sohne erscheint. Ihm ging Abraham entgegen und opferte ihm als
König von Salem seinen Zehnten. Er ist es, der das melchisedekische Hohepriestertum
verkörpert, ohne Vater und ohne Mutter, d.h. auf Erden ungezeugt und
ungeboren. Melchisedek ist einer der sieben Geister Gottes. Die sieben
Geister Gottes sind: Liebe - Weisheit - Wille - Ordnung - Ernst - Geduld -
Barmherzigkeit. Dies sind die geistigen
Grundeigenschaften Gottes, welche sich im Laufe der Schöpfung auch
personifiziert den Engeln und Menschen dargestellt haben. Doch trägt auch Melchisedek
nach dem Worte Gottes die Vollkommenheit in göttlicher Herrlichkeit. Wir
merken seine Wirksamkeit und nehmen Anteil daran. Mit Ehrfurcht schauen wir
auf die sieben Geister am Throne Gottes. Um diesen Thron sind die 24 Throne
und das mit Feuer gemengte "kristallene Meer". An ihm stehen zu
Festzeiten die Seelen der Überwinder singend und spielend auf ihren Harfen
zur Freude ihres Herrn und Gottes. Unaussprechlich, mit irdischen Maßstäben
nicht meßbar, strahlt die göttliche Klarheit schon einen Teil Seines
Uferfeuers in himmlischen Ratsversammlungen, von denen auch die Erde und
alle Himmel gelenkt und gestaltet werden. Im Lichte dieser Throngemeinschaft
sehen wir diesen Hohenpriester von Ewigkeit - Melchisedek -. Dort sind auch die Jünger und
Jüngerinnen Jesu Christi während Seiner Erdenzeit. Auch Maria, Seine
Leibesgebärerin als Königin unter anderen Himmelsköniginnen, all jener Frauen
die Jesum dienten, und Sein Leben durch die Hingabe und Liebe
bereicherten. Maria ist also nicht die alleinige Himmelskönigin. Und unter
diesen sind die vollendeten Frauen, die wie viele Männer weder das Feuer der
Scheiterhaufen noch Kreuz oder Beil und Schwert fürchteten. Sie waren
bereit, als Zeugen für Jesus, ihren Schöpfer, Gott, Heiland, Erlöser
und Herrn alles hinzugeben. Nun leuchten sie im himmlischen Glanze und haben
Teil an der göttlich, herrlichen Vollendung der Wege und Gedanken Gottes.
Noch kannst du nicht ahnen, was alles damit in Beziehung steht. Nur einen
winzigsten Herrlichkeitsstrahl kannst du erfassen und dich von deinem inneren
Christus dahin ziehen lassen, dessen brusterweiterndes Seufzen du schon oft
bei tiefen Gotteseindrücken bemerktest. Er will dich hinziehen zu der
himmlischen Herrlichkeit der unendlichen Gottheit, zu der du berufen bist. Doch gilt es, das Letzte deines
Eigenwillens aufzugeben und alles dafür zu wagen. Bitte Jesus darum, nie müde dabei zu werden
oder gar lau und träge. __________ *
__________ 1. Stufe - Das Land der Barmherzigkeit 2. Stufe - Das Land der Gerechtigkeit 3. Stufe - Das Land des Friedens 4. Stufe - Das Land des Gehorsams 7. Stufe - Das Land der Herrlichkeit __________ *
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