Tanz und weltliche Zerstreuung
Eine Person fragt: Noch eine kleine Frage zu: „Wer den
Tänzer und den Akrobaten preist, der ist ein Fürst des Mörders …“ usw. Das
verstehe ich nicht ganz. Was ist mit „Tänzer und Akrobat“ gemeint?
ANTWORT
Um die Frage zu beantworten über „den Tänzer und den Akrobaten und das
Preisen von ihnen“, müssen wir etwas tiefer in die Schriften Jakob Lorbers eintauchen. Zum Beispiel das Folgende, in Kürze
zusammengefasst:
[Haushaltung Gottes, Band 3, Kapitel 352, Vers 5]
„Aber die Menschen der Tiefe [d.h. die auf einem niedrigen geistigen Niveau
stehenden Menschen!] haben keine Furcht! Das ist [dem heutigen
Menschengeschlecht eigen, wo auch immer auf der Welt!]
Sie erleuchten ihre Städte mit Fackeln und großen Öllampen [heute: die
übermäßige Beleuchtung der Städte und Dörfer!] und sie sind dabei fröhlich; sie
treiben noch Unzucht und lassen sich zur Unzucht hinreißen und unterhalten sich
beim Wirt mit Tanz und Spiel, während Ich, ihr Schöpfer, um sie trauere und ihnen
nicht helfen kann, ohne sie im Geist auf ewig zu vernichten!“

Solche [aufpeitschenden] feurigen Getränke [starke Spirituosen!] sind also
der erste Weg, auf dem diese „Fleischteufel“ in den Leib der Menschen
eindringen. [Erde und Mond.01_059,05]
(6) Der zweite Weg, ebenso gefährlich wie der erste, ist der über die
öffentlichen Tanzveranstaltungen. Man kann davon ausgehen, dass sich dort – sei
es bei einem Ball oder Ähnlichem – stets zehnmal mehr unsichtbare,
fleischgierige, unreine Seelen aufhalten als Gäste anwesend sind. Auf diese
Weise gelangen sie am leichtesten ins Fleisch [den Körper], das dabei stark
erregt wird und somit hervorragend geeignet ist, solch unreines Seelengesindel
in sich aufzunehmen. Aus diesem Grund verspüren die Menschen nach einem solchen
Ball eine regelrechte Abneigung gegen alles Höhere und Erhabenere. Das lässt
sich besonders in Städten, vor allem bei Studenten, leicht beobachten. Denn
nicht selten kommt es vor, dass sehr fleißige Studenten nach einem Ball,
anstatt sich ihren Büchern zu widmen, ständig den weißen Hals, die Brust, den
Arm und die Augen derjenigen vor sich sehen, mit der sie getanzt haben, und
sich dann fast nur noch mit dieser Person beschäftigen, die in ihnen auf dem
Ball eine so große Lust entfacht hat.
(7)
Viele Studenten kümmern sich daraufhin überhaupt nicht mehr um ihr Studium.
Mancher widmet sich dann statt der Wissenschaft lieber dem Broterwerb, um so
schnell wie möglich mit seiner lieblichen Tanzpartnerin ein Paar zu werden –
komme, was da wolle. Und wenn aus einem solchen Paar tatsächlich ein Ehepaar
wird, so gleicht dieses einem echten Ehepaar etwa so sehr wie der Tag der
Nacht.
(8)
Die erste Zeit wird von einem solchen Ehepaar nur in sinnlicher Lust verbracht,
sodass innerhalb kürzester Zeit fast alle Kräfte, die für die Zeugung bestimmt
sind, völlig aufgebraucht werden. Dann tritt gewöhnlich bald eine starke
Erschlaffung des Fleisches ein, besonders der Geschlechtsteile. In solchen
Fällen versucht der Fleischteufel, der in solchen Menschen wohnt, gewissermaßen
einen Schritt zurückzutreten, indem er der Seele – ähnlich einem Hausarzt –
über die Nieren einflüstert, sich nach anderem Fleisch umzusehen. So bekommen
Mann und Frau Abscheu voreinander. [Scheidungen!!!]
Sie beginnt sich allmählich nach jungen Hausfreunden umzusehen, während er
abends gewöhnlich „frische Luft“ schnappen geht – und wenn er vermögender ist,
unternimmt er Reisen, um Luftveränderung zu haben. Und so geht es weiter, bis
sie sich schließlich gegenseitig überdrüssig werden und sich scheiden lassen
oder einfach ohne offizielle Scheidung getrennte Wege gehen. In besseren
Familien wird dann häufig eine Vereinbarung getroffen, dass jeder in Bezug auf
seine sinnlichen Begierden tun und lassen kann, was er will. Solche Erscheinungen,
die heutzutage an der Tagesordnung sind, sind reine Produkte von Bällen und
Tanzveranstaltungen und die Folge des Besessenseins
durch die oben genannten bösen Fleischteufel.
(9)
Dieses Besessensein äußert sich anfangs zwar nicht mit
derselben Heftigkeit wie bei jenen, die durch aufpeitschende Getränke solche
unreinen Geister in sich aufgenommen haben. Die Geister aus den berauschenden
Getränken [oft starke Alkoholika!] lassen sich durch ein kräftiges Gebet der
Seele mittels ihres Geistes meist leicht vertreiben, woraufhin sich wieder ein
normaler Zustand des Fleisches einstellen kann. Aber die Besessenheit durch
öffentliche Tanzveranstaltungen ist nicht so leicht zu beheben. Dafür bedarf es
viel Fasten, Beten und Selbstverleugnung, wodurch sich die Seele immer mehr mit
ihrem Geist vereint – und dieser greift dann das böse Gesindel und entfernt es
aus dem Haus der Seele.
(10) Aber wo findet man solche Tänzer oder Tänzerinnen, die das tun würden?
Gewöhnlich essen sie bereits während und nach dem Tanz noch mehr als davor und
wollen sich dadurch wieder zu Kräften bringen – was so viel heißt wie, dem
Fleischteufel lebenslang Kost und Logis auf Kosten von Seele und Blut zu
garantieren.
(11) Viele Tänzer gehen auch in körperlicher Hinsicht in kurzer Zeit
zugrunde, wenn sie zu viele solcher Gäste in sich aufgenommen haben; denn wenn
diese verdorbenen Eindringlinge im Fleisch keinen Platz in den Nieren oder in
den Geschlechtsteilen finden, so nehmen sie auch Zuflucht in der Milz, der Leber
oder den Lungen. Doch wo ein solcher Emigrant aus der Hölle seine Bleibe nimmt,
da tötet er gleichsam das Fleisch – und die Folgen davon sind: Verhärtung von
Milz und Leber sowie in den Lungen Tuberkulose und Schwindsucht. Wenn sich zwei
oder mehr solcher Geister auf die Lungen geworfen haben, kann auch die
sogenannte „fliegende Schwindsucht“ auftreten.
(12) Ich sage euch, und ihr könnt es getrost annehmen: Die meisten
Krankheiten der Menschen stammen von ihren höllischen Bewohnern, denen sie
selbst Zutritt zu ihrem Fleisch gewährt haben.
(13) Das sind also echte Kinder der Welt, und viele beginnen bereits in
ihrer Jugend, die Schule der Hölle zu durchlaufen. Damit sie jedoch nicht
merken, dass sie in ihrem Fleisch Gäste schlimmster Art beherbergen, bemühen
sich diese Geister nicht nur das Fleisch ihrer Wirte möglichst sinnlich zu
gestalten, sondern sie wirken auch auf die Seele ein, sodass diese beginnt,
sich in allerlei weltlichen Dingen heimisch zu fühlen.
(14) Diese weltlichen Dinge sind: Mode – das verlockende Fleisch muss
modisch gekleidet sein, das Haar gelockt, die Haut mit wohlriechenden Essenzen
eingerieben – und bei den männlichen Exemplaren darf die höllische Zigarre
nicht fehlen. So mancher junge Modefanatiker verraucht, sofern er nur über etwas
Geld verfügt, nicht selten an einem einzigen Tag so viel, dass man davon zehn
Bedürftige satt machen könnte.
(15) Doch wisst ihr auch, was dieser Rauchmodus bedeutet? Die bösen
Bewohner bemühen sich, die Seele schon zu Lebzeiten an den höllischen Dunst und
Gestank zu gewöhnen, damit sie nach dem Austritt aus dem Körper deren stinkende
Gesellschaft nicht gleich bemerkt – und sie es auch nicht so rasch empfindet,
wenn diese fragwürdige Gesellschaft sie ganz unerwartet in die Hölle hinabführt.
(16) Es wurde bereits gesagt, dass jede Seele nach dem Tod zuerst in die
Gesellschaft der Engel kommt, wobei ihr das schlechte Gefolge sogleich weichen
muss. Und das geschieht auch in solchen Fällen; doch bleibt eine solche Seele
nicht dauernd im Kreise der Engel, sondern sie wird von diesen in einen Zustand
versetzt, der es ihr ermöglicht, sich zu ergänzen – oder besser gesagt: Sie
wird an einen Ort gebracht, an dem sie durch eine bestimmte freie Tätigkeit
jene Specifica wiedererlangen kann, die sie auf Erden
vergeudet hatte und die sie zur Vervollständigung ihrer selbst benötigt.
(17) An einem solchen Ort kann eine solche Seele dann vom einstigen bösen
Fleischgesindel unbemerkt aufgesucht werden. Obwohl diese höllischen Wesen für
eine auch nur annähernd reine Seele stinken wie die Pest und ihre Gegenwart
leicht spürbar ist, ist in diesem Fall der Geruchssinn der Seele oft so
verdorben, dass sie eine solche Annäherung nicht bemerkt. Denn vom Sehen kann
ohnehin keine Rede sein – denn die Seele hat erstens viel zu wenig Licht und
das Sehen der Seele geschieht ja von innen heraus, sodass sie nur das sehen
kann, was in ihr ist, nicht aber, was außerhalb von ihr ist.
Deshalb, Meine Geliebten, handelt nicht wie die Kinder der Hölle, sondern
eure Gabe werde nur von Mir, von den Armen und von euch selbst gesehen. Und
jeder gebe reichlich nach dem Maß seines Vermögens! [HiG.01_40.07.07,05]
Denn wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Für einen Pfennig werdet ihr eine
Erde und für einen Schluck lebendigen Wassers eine SONNE erhalten – und dazu
werdet ihr selbst Fürsten sein! – Wenn ihr das aber aus reiner Liebe zu Mir
tut, dann, Freunde, sage Ich euch nichts anderes als dies: Erstens wird niemand
von euch je den Tod sehen oder spüren – und das bereits während seines
Erdenlebens. Denn ein seliges Sterben wird vielmehr ein großes Erwachen in den
Armen seines heiligsten Vaters sein. Und zweitens wird es bedeuten: „Ein Freund
Gottes für ewig zu sein“ – und, Freunde, bedenkt, Wer euch Seine Freunde nennt!
– Das könnt ihr gar nicht begreifen! [HiG.01_40.07.07,06]
Wir empfehlen euch die Lektüre des Buches „Erde und Mond“ von Jakob Lorber – erhältlich im Buchhandel oder bei der Jakob-Lorber-Stiftung in den Niederlanden. Natürlich gibt es
einen Unterschied zwischen „tanzen“ und „tanzen“. – G.