Berge in der Bibel –
Symbolik und geografische Hinweise
Übersicht wichtiger
biblischer Berge und ihrer Bedeutung:
Weitere Angaben zu
besonderen Bergen (nach Jakob Lorber):
Berg der Versuchung
(Häufig identifiziert mit Djebel Quarantal,
westlich des Jordans. Nach Lorber eher oberhalb von Bethabara. Jesus fastete dort 40 Tage. Heute befindet sich
dort ein Kloster aus dem Jahr 1894.)
Berg Garizim
(Lorber)
Die Samariterin sagt zu Jesus: „Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott
angebetet ..." (Joh. 4:20). Jesus erwidert: „Es kommt die Zeit, dass ihr
weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.“ (Joh. 4:21)
Laut Lorber begann dort die Bergpredigt (GJE 1-39
ff.) am Fuße des Berges, nicht auf der Spitze. Das dortige „Haus Gottes“ sei
vernachlässigt, solle aber wiederhergestellt werden.
Berg in der Nähe von Tyrus und Sidon
(Sehr weite Sicht bis zum Mittelmeer. Großes Plateau,
schwer zugänglich. Aussicht konkurrierte mit weit höheren Bergen.
Möglicherweise identisch mit dem Berg Kisjonah oder
Berg bei Cäsarea Philippi.)
[Quelle: GJE2-170, 175]
Berg Kisjonah
(Liegt nordwestlich von Magdala. Aufstieg nahe dem
Haus des Jonas, mit Blick über die Bucht. Herberge am Fuße, wichtige
Straßenverbindung nach Jerusalem.)
[GJE1-228]
Berg bei Galiläa
(Jesus verweilte dort drei Tage. Petrus stieg um 3 Uhr morgens ab. Der Berg lag
oberhalb des Sees, in Richtung Tyrus und Sidon.)
[GJE2-169, 175]
Tabor und Hermon
Tabor erhebt sich isoliert wie ein Kegel in der Landschaft (588 m hoch). Hermon ist der höchste Berg Israels.
[Psalm 89:13]
Sibarah
(Ort mit Klippen am See. Heute liegen diese weiter im Landesinneren. [Zeitangabe:
etwa 2000 Jahre zurück])
Biblisches Zitat zur
Zukunft des Berges des Herrn:
„In der Endzeit wird der
Berg, wo das Haus des Herrn ist, höher sein als alle Berge und über alle Hügel
erhoben werden. Und alle Heiden werden dorthin ziehen … Denn von Zion wird das
Gesetz ausgehen und das Wort des Herrn von Jerusalem.“
(Jesaja 2:2–3)
Es war kurz nach dem Sabbat, also
am heutigen Sonntag – ein besonders klarer und schöner Tag –, als Kisionah zu Mir kam und vorschlug, gemeinsam mit den
Anwesenden den nächstgelegenen hohen Berg zu besteigen.
In der Nähe von Kis befand sich ein solcher Berg,
der damals keinen offiziellen Namen trug. Man nannte ihn einfach den „Berg des Kisionah“, da er in dessen Besitz war. Die Geografie war
vor 2000 Jahren noch wenig entwickelt, und viele Berge, Täler, Ebenen, Seen und
Flüsse hatten lediglich lokale Bezeichnungen, die sich je nach Bewohner oder
Zeit änderten. Nur markante Einzelberge wie der Tabor, der Libanon, der Ararat
oder der Sinai waren allgemein bekannt.
Auch dieser Berg gehörte – wie das umliegende Land – verwaltungstechnisch
zu einer römischen Provinz. Er lag an der Grenze zwischen Galiläa und einem
griechisch geprägten Verwaltungsgebiet und war deshalb ein bedeutender
Zollposten. Ein gut begehbarer Bergpfad führte von Galiläa über das Gebirge
dorthin, auf dem viele Händler ihre Waren mit Kamelen, Maultieren und Eseln
transportierten.
Der Berg erstreckte sich über rund zwanzig Gehstunden in der Länge und etwa
fünf Gehstunden in der Breite – und war vollständig Eigentum von Kisionah. Wer seinen Gipfel bestieg, konnte einen
außergewöhnlich weiten Blick über Judäa, Galiläa und große Teile des griechisch
verwalteten Ostens genießen.
Berge, die zu einer größeren Kette gehörten und nicht als Einzelmassiv
herausragten, hatten damals gewöhnlich keinen eigenen Namen. Wenn überhaupt,
trugen sie den Namen eines reichen Besitzers, der dort seine Herden weiden
ließ. Kam ein anderer Eigentümer, änderte sich auch der Name des Berges – so
wie hier bei dem Berg des Kisionah, der faktisch
schon zum griechischen Verwaltungsgebiet zählte.
Als einige neu eingetroffene Pharisäer hörten, dass wir den Berg besteigen
wollten, baten sie Kisionah um Erlaubnis, sich
unserer Gesellschaft anschließen zu dürfen. Er entgegnete: „Wenn ihr nichts
Böses im Sinn habt, so bietet mein Berg, der sich bis ins griechische Gebiet
hineinzieht und mein Eigentum ist, mehr als genug Platz für alle.“
Wir setzten unsere Reise in aller Ruhe fort und erreichten gegen Abend die
weitläufigen Bergbauernhöfe Kisionahs, wo wir auch
die Nacht verbrachten. Erst am nächsten Tag – aus Rücksicht auf die ermüdeten
Frauen – begannen wir mit der Besteigung des höchsten Gipfels. Von dort aus bot
sich eine prachtvolle Aussicht über Judäa, Samaria, Galiläa und einen großen
Teil des angrenzenden griechischen Gebietes. (Quelle: Großes Johannes-Evangelium, Band 1, Kapitel 150 [2–6, 17])
Zwar hatten die Pharisäer bereits
Boten in östlicher Richtung ausgesandt, um Mich zu suchen – denn sie sahen uns
von der Schule aus nach Osten aufbrechen –, doch dass wir bald darauf durch
einen Wald gewandert und danach in westlicher Richtung weitergezogen waren,
wussten sie nicht. Auch nicht, dass wir im Anschluss das Meer überqueren
würden. So suchten sie vergeblich.
Auf dem Gipfel des Berges bei Kis befahl Ich
Meinen drei Engeln, die zwölf ausgesandten Jünger, die ihre Mission erfüllt
hatten, umgehend zurückzuholen. Sie wurden augenblicklich durch die Luft zu Mir
gebracht. Das Volk sprach noch lange von diesem Wunder, dass die Apostel von
Engeln sichtbar durch die Luft getragen worden seien.
Auf diesem Gipfel hielten sich etwa achthundert Menschen auf. Er war sehr
breit und hatte ein auffälliges Felsplateau von etwa 1,8 × 9
Metern. Auch von Süden her war der Gipfel gut erreichbar. Ich sprach zu den
Engeln:
„Verhüllt euch und geht schnell hinunter zu jenen Orten, wo Meine zwölf Apostel
weilen! Sie haben Meinen Auftrag erfüllt; holt sie und bringt sie hierher!“
Im selben Moment verbargen sich die Engel vor den Blicken, entfernten sich
rasch – und nur wenige Augenblicke später waren die Jünger durch die Luft zu
Mir gebracht worden. (Quelle: Großes Johannes-Evangelium, Band 1, Kapitel 154
[4–5])
Hinweis: Mehrere Angaben beruhen auf den Visionen und Texten aus dem
"Großen Johannes-Evangelium" (GJE) durch Jakob Lorber.