Sibara
Das Dorf Sibara wurde in den Offenbarungen Jakob Lorbers (1840) vom Herrn
als nördlich von Kis gelegen beschrieben. Es zeichnete sich durch seine steilen
Felsenklippen am See Genezareth aus und diente vor 2000 Jahren als Anlegestelle
für die Städte Kapernaum und Nazareth.
Eine alte Straße von Kapernaum nach Sibara endete abrupt an einem
überhängenden Felsrand. Folgte man ihr in entgegengesetzter Richtung, erreichte
man nach etwa einer Stunde Fußmarsch einen Hügel, auf dem einst Kapernaum
gestanden haben soll. Das plötzliche Straßenende wird mit einer einst
vorhandenen, gesprengten Jordanbrücke in Verbindung gebracht (vgl. GJE
1,111,7). Früher benötigte man für diese Strecke drei Stunden, obwohl sie bei
zügigem Gehen in einer Stunde zu bewältigen gewesen wäre. Es wird betont, dass
Sibara nie vier Stunden von Genezareth entfernt war.

Kisjona und die Umgebung
Kisjona besaß große Landflächen bis zum See. In einem der zahlreichen
Felsen nahe Sibara wurde ein Tempelschatz aufbewahrt. In dieser Gegend gibt es
viele Felsen, darunter einen besonders hohen mit einer steilen Wand, die in den
See ragt. Aufgrund dieses Felsens existierte kein begehbarer Landweg nach
Sibara. Menschen, Vieh und Güter mussten deshalb an einer bestimmten
Anlegestelle über das Wasser transportiert werden. Bei ruhiger See, was selten
vorkam, war auch eine direkte Fahrt nach Pirah möglich.
Etwa zweitausend Schritte von dort entfernt, in Richtung Kana, führte ein
Weg durch das Tal, wo eine von den Bewohnern erbaute Brücke den Bach
überspannte. Dieser Weg verlief dann weiter am linken Talrand hinauf nach Kana.
Die Pharisäer hatten später ohne Genehmigung einen eigenen Weg durch das
Gebirge von Kisjona angelegt.
Jesus in Sibara und die
Zollstationen
Jesus verließ Nazareth und begab sich mit seinen zwölf Jüngern zum See bei
Sibara. Dort bestieg er ein Schiff und fuhr in die Gegend oberhalb von
Bethabara. Zahlreiche Menschen kamen aus Kana (Galiläa und Samaria), Jesaira,
Kis, Kapernaum, Chorazin, Caesarea, Genezareth und Bethabara. Sibara war die
erste Zollstation auf dem Weg dorthin, gefolgt von Kis und Kana in Samaria.
In Sibara befand sich das Zollamt des Matthäus, der später ein Jünger Jesu
wurde. Hier begegneten die Jünger auch den sieben Jüngern des Johannes (vgl. GJE 1,231; 2,36; 2,91; 2,95). Die Zollstation war
verpachtet. Eine weitere Zollstation befand sich in Pirah, ebenfalls verpachtet
für zehn Jahre (vgl. GJE
1,230,5–6).
Der junge Matthäus sagte zu Jesus: „Herr, ich kenne ihn, er ist ein
außerordentlich unangenehmer und lästiger Mensch! Der hat bei meinem Zollamt
immer Schwierigkeiten gemacht, wenn er mit Waren nach Kapernaum oder Nazareth
zog. Ich ärgere mich immer noch über ihn und hätte große Lust, ihn mal unter
die Lupe zu nehmen!“ (GJE
1,208,8)
Überfahrt und Schiffbruch
Nachdem Jesus von den Jüngern des Johannes gehört hatte, was ihm innerlich
bereits bekannt war, verließ er Nazareth mit seinen Jüngern und begab sich zum
See bei Sibara. Dort bestieg er ein Boot, um in die Gegend oberhalb von
Bethabara zu fahren. Während der Fahrt erzählten die Jünger von ihrem
bisherigen Wirken, und Jesus lobte sie dafür (GJE 2,95,1).
Jesus bemerkte: „Es ist ein wackliges Boot voller junger Leviten und
Pharisäer. Sie kommen aus der Gegend von Kapernaum und Nazareth und sind auf
dem Weg nach Jerusalem. Sie zogen lieber über das Wasser als über Land, weil es
kürzer und weniger ermüdend ist. Aber sie bekamen in Sibara nur ein ziemlich
undichtes Fischerboot, und nun geraten sie in Schwierigkeiten, weil ein starker
Mitternachtswind aufgekommen ist. Wenn ihnen nicht schnell geholfen wird,
könnten sie untergehen!“ Markus entgegnete: „Herr, da wäre nichts verloren,
wenn sie Fischfutter würden! Ich würde mit der Rettung noch etwas warten. Aber
wenn du es willst, soll ihnen geholfen werden“ (GJE 2,234,8–9).
Lage von Sibara
Aus den Beschreibungen geht hervor, dass Sibara sich nordwestlich von
Tiberias befunden haben muss, an einer Stelle mit steilen Klippen. Wegen des
hohen Felsens, der direkt in den See ragt, war kein direkter Landweg dorthin
möglich. Wer Sibara erreichen wollte, musste auf den Wasserweg ausweichen. Bei
ruhiger See war eine Überfahrt nach Pirah möglich.

Zusammenfassend zeigt sich, dass Sibara eine strategisch wichtige, jedoch
schwer zugängliche Siedlung mit Zollfunktion war, eingebettet in eine bergige
Landschaft mit zahlreichen Felsen und nur beschränktem Landzugang.