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Jakob
Lorber Heilung und Gesundheit in
geistiger Schau Erklärung der Titelabkürzungen Textauswahl
aus den Werken der Neuoffenbarung durch Jakob Lorber u.a. Vorwort
von Dr. med. Erich Heinze * Wenn dich
Nazareth nicht heilt, so heilt
dich auch nicht die ganze Welt. Die
Jugend Jesu, Kap. 278 — *
— Vorwort Das
allgemeine Interesse für dieses Buch "Heilung und
Gesundheitspflege" veranlaßte den Verlag zu einer Neuauflage. Die große
Nachfrage nach diesem Werk ist nicht verwunderlich, da hier das
Krankheitsgeschehen und seine Heilung von einer anderen Warte aus beurteilt
wird, wie es gewöhnlich geschieht. Mancher fragt sich, warum muß es überhaupt
Krankheit geben? Konnte der gütige Gott den Menschen nicht erschaffen ohne
die Plage der Krankheiten und Schmerzen? Ist das Werk des Schöpfers somit
nicht eine unvollkommene Schöpfung? So forschte man seit jeher, und die Ärzte
bemühten und bemühen sich durch allerlei Methoden und auf vielen Wegen, den
Kranken zu helfen. Aber wie will ein Arzt eine gute Therapie anwenden, wenn
er keine richtige Diagnose stellen kann, wenn er nicht weiß, welches die
eigentliche Ursache einer Krankheit ist? Durch
die Neuoffenbarungsschriften Jakob Lorbers erfahren wir Wichtiges über das
Wesen der Krankheit und ihre Ursachen. Danach sollte jeder Mensch zunächst
wissen, daß er aus der Dreieinheit von Körper, Seele und Geist besteht. Was
ist der Leib? Dazu Jesus im Gr. Ev. Bd. I Kap. 227: "Der Leib eines Menschen
ist an und für sich nichts als eine kunstvolle Maschine, die durch den freien
Willen der Seele in mannigfache Bewegung gesetzt werden kann." Der Geist
als göttlicher Funke ist im Herzen des Menschen in seiner Polarität
lokalisiert. Eine
Definition gibt Jesus im Gr. Ev. Bd. VIII, Kap. 56,5-6: "Es befinden
sich im Herzen des Menschen zwei überaus kleine, euren Augen kaum als winzige
Pünktchen sichtbare Kämmerlein, die den beiden großen Blutkammern
entsprechen. So klein aber auch diese Punkte sind, so bedingen sie durch ihre
Einrichtung doch ganz allein das Leben des Herzens und dadurch des ganzen
Leibes mit all seinen Organen. — Das erste und wichtigste Kämmerlein
entspricht dem, was des Geistes und somit des eigentlichen Lebens ist, und
wir wollen es das bejahende nennen. Das zweite, minder wichtige, ob schon zum
Leibesleben unumgänglich notwendige aber wollen wir als das der Materie
entsprechende das verneinende nennen. Dieses hat für sich kein Leben, sondern
ist nur ein Aufnahmegefäß für das Leben, welches es mit jedem erneuten
Herzschlag aus dem bejahenden Kämmerlein von neuem aufnimmt und dann dem
ganzen Leib durch das Blut mitteilt. — Die
Seele des Menschen definiert Jesus in Gr. Ev. Bd. II, Kap. Heilung und
Gesundheitspflege 169,3 folgendermaßen: "Die Seele eines Erdenmenschen
ist eine Zusammensetzung vieler Lebensteilchen, die, vom Satan genommen, in
der Materie des Erdenkörpers gefangengehalten werden, von dieser dann durch
die Pflanzenwelt in die vielen Stufen der Tierwelt übergehen, sich endlich
als eine Potenz, bestehend aus zahllosen Urseelenteilchen, zu einer
Menschenseele ausbilden, bei der Zeugung im Schoße der Weiber Fleisch
annehmen und dann in diese Welt geboren werden." Die Seelen, die sich
auf diese Weise aus den Elementen der Erde entwickelten, werden in der
Neuoffenbarung als "von unten" kommend bezeichnet, während die
Seelen, die von anderen Sternen kommend auf unserer Erde reinkarnieren, als
"von oben" kommend bezeichnet werden. Die Reinkarnationen der von
anderen Sternen auf unserer Erde Reinkarnierten können oftmals stattfinden.
Jesus sagt zu dem griechischen Gelehrten Philopold, daß er auf anderen
Sternen bereits zum zwanzigsten Male reinkarniert sei. So ist die Seele der
eigentliche Körper des Menschen, der in all seinen Teilen dem materiellen
Körper entspricht. Als ätherischer substantieller Leib trennt sie sich beim
Tode des Menschen von dem materiellen Körper und existiert weiter. Durch
das Außer-gott-gestellt-sein
des Menschen ist er durch sein Bewußtsein und seinen freien Willen ein
Ebenbild Gottes in seiner Schöpfung. Der freie Wille unter dem Einfluß des
Gewissens, welches in seinem Geist verankert ist, befähigt ihn zu allem Guten
wie auch zu allem Bösen. Dieser freie Wille brachte Luzifer und seinen Anhang
zu Fall, während das andere größere Geisterheer sich für die göttliche
Ordnung entschied. Durch den göttlichen Geistfunken mit Gott wesensverwandt
hat der Mensch in sich die Berufung zu höchstem kosmisch-göttlichem
Bewußtsein und zu höchsten geistigen Funktionen, je nachdem inwieweit er
seine Seele von der Materie, die luziferischer Art ist, befreit hat. Jesus
im Gr. Ev. II Kap. 210, 12—15: "Verharrt die Seele in der leiblichen
Materie mit Liebe und köstlichem Behagen, so ist sie ebenso unrein wie ihres
Leibes unreinste und gerichtete Geister, bleibt dadurch in der Sünde, und
somit in der Hölle und im Tode. Wenn sie auf der Welt auch gleich ihrem Leibe
nach fortlebt, so ist sie dennoch so gut wie tot, fühlt auch den Tod in sich
und hat eine große Furcht vor ihm. Denn die Seele kann in solcher ihrer Sünde
und Hölle tun, was sie nur immer will, so kann sie dennoch kein Leben finden,
obschon sie dasselbe über alle Maßen liebt. — Darin liegt auch der Grund,
warum viele tausendmal Tausende von Menschen von einem Leben der Seele nach
dem Tode ihres Leibes ebensoviel wissen wie ein Stein, der am Wege liegt. Und
so man ihnen irgend etwas davon sagt, lachen sie höchstens oder werden gar
erbost und treiben den Weisen zur Tür hinaus. Und doch sollte ein jeder
Mensch längstens bis in sein dreißigstes Jahr soweit mit der Bildung seines
Ich fertig sein, daß ihm das folgende freieste Leben nach dem Tode des Leibes
so voll bewußt und sicher wäre wie einem Aar der Flug in der hohen, freien
Luft. — Aber wie weit sind selbst die Menschen, die danach erst zu fragen
anfangen, noch entfernt davon! Und wie weit erst jene, die davon gar nichts
hören wollen und einen solchen Glauben sogar für eine Dummheit halten. Solche
Menschen befinden sich demnach ihr ganzes Erdenleben hindurch in der Hölle
und im vollsten Tode." So
steht die Seele des Menschen zwischen Materie und Geist. Der Mensch hat es
durch seinen freien Willen, der von Gott nicht angetastet wird, um den
Menschen nicht in einen gerichteten, das heißt gezwungenen Zustand zu
bringen, in seiner Hand, seine Seele zu vergeistigen oder zu
vermaterialisieren. Jesus sagt, daß, wenn ein Mensch seine Seele zu
dreiviertel verfleischlicht hat, diese im Jenseits in einem sehr kümmerlichen
Zustand einen langen beschwerlichen Weg vor sich hat, während sie hier auf
der Erde die Möglichkeit besitzt, diesen langen beschwerlichen Weg durch ein
Leben nach der göttlichen Ordnung abzukürzen. Diese besteht für den Menschen
in der Befolgung der Zehn Gebote Gottes — die keine Muß-Gesetze sind —
und die insgesamt in den beiden Geboten der Gottes- und Nächstenliebe, vor
allem und insbesondere der werktätigen Nächstenliebe, enthalten sind. Im
Gr. Ev. Bd. III, Kap. 12 sagt Jesus: "Durch allerlei Selbstverleugnung
wird die Seele freier und auch die rechte Abhärtung des Fleisches zustande
gebracht. Wo aber alle Sorge für die Zärtung des Fleisches getragen wird, da
gibt es keine freie, starke Seele mehr, und kommt dann nur ein leiser
Gifthauch über solche ekelhaft schwachen Leiber, so hält der Tod leicht sein
Erntefest. — Aber daran denkt niemand, daß all das Leiden, alle Krankheiten,
alle Kriege, alle Teuerung, Hunger und Pest lediglich daher rühren, weil die
Menschen anstatt für ihre Seele und ihren Geist nach der Ordnung Gottes alles
zu tun, nur für ihren Leib sorgen!" Und im Gr. Ev. Bd. V, Kap. 75 heißt
es: "Des Fleisches Schmerz ist stets nur die Folge einer teilweisen
Losschälung der Seele vom Fleische. Der Hauptgrund zu einem Schmerze, den
stets nur die Seele, nie aber das Fleisch empfindet, liegt im Drucke, den
irgendein zu träg und somit auch zu schwer gewordenes Fleisch auf irgendeinen
Lebensteil der Seele ausübt." Gr.
Ev. VI, Kap. 13,8: "Das Fleisch ist in sich tot und hat kein anderes
Leben, als allein nur das zeitweilige Mitleben aus der Lebenskraft der Seele,
die mit dem Geist verwandt ist und ihm ganz ähnlich und eins mit ihm werden
kann, so sie sich von der Welt ganz abwendet und ihre Sinne allein dem
Innersten, Geistigen, zuwendet nach der Ordnung und Weise, wie es euch zeigt
Meine Lehre und Mein höchsteigenes Beispiel." Diese
in aller Kürze geschilderten Ausführungen über Geist, Seele und Leib sind
notwendig zur Klärung der Frage: Was ist Krankheit? Wodurch entsteht sie und
wie ist sie zu heilen? Wie wir bereits gesehen haben, ist das Wesen der
Krankheit begründet in der Widerordnung, im Verstoß gegen die göttliche
Ordnung. Da die Widerordnung von Geist und Seele ausgeht, geht auch die
Krankheit von hier aus, die sich dann auch in Dysfunktionen des Körpers
äußert. Die so von der Seele ausgehende Krankheit kann man nicht mit
chemischen Präparaten oder durch andere äußerliche Anwendungen heilen,
sondern sie sind ursächlich nur von der Seele aus zu beseitigen… — Man kann
wohl öfters die Symptome eines kranken Körpers zum Verschwinden bringen, aber
das Übel selbst ist damit nicht beseitigt. (Gr. Ev. Bd. IX, Kap. 35,6-7) Wie
sehr die seelische Einstellung eines Menschen von ausschlaggebender Bedeutung
für seinen Körper ist, sagt Jesus in folgenden Worten: "Des Leibes
Krankheiten sind die bitteren Folgen der Nichtbefolgung der von Mir den
Menschen klar ausgesprochenen Gebote. Wer diese von Jugend an treu hält, der
wird bis in sein hohes Alter keines Arztes bedürfen, und seine Nachkommen
werden nicht an den Sünden ihrer Eltern zu leiden haben." — Jesus
heilte, indem er, wie er sagt, die Seele des Kranken, wenn sie noch nicht zu
sehr verfleischlicht ist, frei macht und dann den Lebensfunken in ihr weckt
durch den Glauben an ihn, das heißt Herstellung der Beziehung
zu Gott.
Zum Geheilten sagt er dann gewöhnlich: Sündige nicht mehr oder fügt hinzu:
damit dir nicht noch Ärgeres widerfahre. Die
Heilweise Jesu und der Apostel, die allerdings durch Jesus eine besondere
Kraft zur Heilung erhielten, sowie die Möglichkeit der Heilung von Mensch zu
Mensch oder die Heilung durch Selbsthilfe im Gebet wird im vorliegenden Werk
der Neuoffenbarung durch Jakob Lorber dargelegt, und es wird erklärt, welchen
Sinn ein Krankheitsgeschehen hat und wie es zur Läuterung der Seele beitragen
kann. Gr. Ev. II, Kap. 169,12: Jesus zu Petrus: "Die meisten Krankheiten
der Menschen sollen verhüten, daß die Seele eins werde mit dem Fleische, das
auch bei den Kindern des Lichts aus dem gebannten Satan genommen ist. Bei den
Kindern des Lichts ist das Besondere, daß ihre Leiden, wenn ihre Seele
fleischlich werden will, vom Himmel aus verfügt werden. Auch die Schmerzen
der Kinder der Welt werden aus diesem Grunde aus den Himmeln verordnet und
zugelassen, sind aber doch Schmerzen der Hölle, da der Leib des Weltkindes
als ein Teil Satans es mitfühlt, wenn der Hölle durch den gewaltigen Einfluß
der Himmel ein Teil ihres Gesamtlebens entrissen wird." — Im Gr. Ev. Bd.
VIII, Kap. 16,12 sagt Jesus bezüglich der Leiden der Menschen: "Über
Menschen, die durch allerlei Welttümlichkeiten ihre Seele zu sehr in ihr
fleisch versenkt haben, kommen am Ende zumeist bittere Leiden, denn eine
solche Seele muß, damit sie nicht völlig verderbe in ihrem Fleische, mit
großer Gewalt davon losgetrennt werden, was auch im Leibe große Schmerzen
erzeugt. Und das ist gut für die Seele, weil sie durch Schmerzen und Leiden
von ihren fleischlichen Gelüsten gereinigt wird und dadurch im Jenseits einen
leichteren Fortgang auf der Bahn des geistigen Lebens findet." — Gr. Ev.
Bd. X, Kap. 148,12: Zu einem frommen Juden, dessen lahmen Sohn Jesus geheilt
hatte, sagt er: "Du hast nun eingesehen, daß ein rechter Jude auch bei
leiblichen Übeln stets mehr auf Gott als auf die oft unwissenden Weltärzte
sein Vertrauen setzen solle, denn wo kein Arzt mehr helfen kann, da kann Gott
allein gar wohl noch helfen. Und Ich wußte ja auch, daß Ich zu dir kommen
werde, um dir in der Heilung deines Sohnes ein Zeichen zu geben, daß Ich der
Herr bin, und daß Mir nichts unmöglich ist." So
wurde in diesen Ausführungen dargelegt, daß das Wesen von Krankheit, Heilung
und Gesundheit in des Menschen geistig-seelischem Bereich zu suchen ist. Von
diesem aus werden die Funktionen des Körpers bewirkt und durch den
"Nervengeist", welcher wie die Seele auch substantiell-ätherischer
Natur ist, gesteuert. Zu diesen Erkenntnissen verhilft dem Leser der Inhalt
dieses Buches. Dr. med. Erich Heinze EINLEITUNG Der Mensch — Ebenbild Gottes
(Zitiert nach den
Textzusammenfassungen in "Neuoffenbarung" Bd. 1) GrEv IX/22 (5-6) (NO, S. 185) DER
HERR: "Wenn die Menschen dieser Erde Kinder Gottes werden wollen, so
müssen sie in allem so vollkommen zu werden trachten wie der ewige, heilige
Vater im Himmel, der in sich ist die ewige Liebe, Wahrheit und Macht und
alles endlos Gute, Gerechte und Herrliche. Darum heißt es auch in der
Schrift: 'Nach Seinem Ebenmaß schuf Gott den Menschen und zu Seinem Ebenbilde
machte Er ihn und blies ihm Seinen Odem ein, auf daß er eine lebendige, freie
Seele werde!' Auf diese Weise sind die Menschen dieser Erde nicht etwa nur
Geschöpfe der Allmacht Jehovas, sondern Kinder Seines Geistes, also Seiner
Liebe." GrEv 11/222 (4.5) (NO, S. 187) DER
HERR: "Der Mensch ist der Grund und das Endziel der gesamten Schöpfung;
er ist das endlich zu gewinnende Ergebnis aller Vormühen Gottes. Und weil
eben der Mensch das ist, was Gott durch alle Vorschöpfungen erreichen wollte
und auch erreicht hat, so entspricht auch alles in den Himmeln und auf allen
Weltkörpern dem Menschen." BM, Kap. 163 (3) (NO, S. 187) "Die
Menschengestalt ist die eigentliche göttliche, da Gott uns Menschen nach
Seinem Ebenmaße äußerlich wie innerlich geformt hat." Hi II, 5. 135 (2.3.8) (NO, S. 186) DER
HERR: "Es ist wahrlich nichts Geringes, wenn ein Mensch aus dem
Mutterleibe zur Welt geboren wird. Denn was dazu gehört, bis eine
Menschenseele aus allen Stufen der seelischen Naturreiche reif wird zur
Ausgeburt in die Menschen-Welt, glaube es Mir, ist mehr, als du in Ewigkeiten
zu fassen imstande sein wirst! Daß die Werdung eines Menschen für Mich Selbst
keine Kleinigkeit ist, beweisen ja alle Taten und Vorschöpfungen, welche nur
für den Menschen bewirkt und gemacht wurden. — Demnach ist es denn auch
billig und gerecht, daß sogar der leibliche Geburtstag für jeden Menschen ein
wichtiger Tag sein muß, da er kein zufälliger, sondern ein schon von Ewigkeit
her wohlberechneter Tag ist! Denn erst, als die Welten von den
Urzentralsonnen abwärts ausgebildet waren, wurde jedes Weltenatom genau auf
den tausendsten Teil einer Sekunde berechnet, wann es solle gelöst werden.
Und war die große Rechnung einmal bestimmt, da erst begannen die organischen
Schöpfungen auf den Weltkörpern durch alle Stufen in der allerhöchst weisen,
wohlberechneten Ordnung. — Und hernach kam endlich der Mensch als ein
vollkommenstes Aufnahmeorgan aller ihm vorangegangenen zahllosen Stufen und
als ein vollkommener Wiedervereinigungspunkt des einst aus Mir gegangenen
Lebens." Fl, Kap. 7.9 u. 24 (NO, S. 186) DER
HERR: "Gott hat dem Bedürfnisse Seiner unendlichen Liebe zufolge von
vielen Ewigkeiten her Geschöpfe überaus mannigfacher Art erschaffen, vom
vollkommensten Geiste abwärts bis zum unbedeutendsten atomischen Tierchen.
Allen diesen zahllosen Wesen hat Gott aus Seiner eigenen Kraft — jedem nach
seiner Art — von Seinem Leben gegeben, damit die Summe ihres Lebens übergehe
in ein vollkommeneres und kräftigeres Leben, und also fort und fort aufwärts
bis zur Seele des Menschen, welche zugleich in sich zur Aufnahme des
stärksten Lebens des Geistes aus Mir fähig wird, welches Leben sich mit Mir
durch die Liebe nun wieder völlig zu einer Kraft vereinigen kann." Fl, Kap. 7, 5-6 (NO, S. 95) DER
HERR: "Um das unendliche, vollkommenste, freieste Leben Gottes zu
begreifen, denket euch einen unendlichen Raum, in dem sich ein Mittelpunkt
befindet, von welchem nach allen Seiten endlose Strahlen auslaufen, deren
Anfang zwar der Mittelpunkt, aber deren Ende ewig nirgends anzutreffen ist. —
In diesem Zentrum ist alle lebende Kraft der ganzen Unendlichkeit vereinigt
und geht von diesem Zentrum wieder in die ganze Unendlichkeit hinaus. Damit
aber diese lebende Kraft sich nicht zu sehr in das Unendliche zerstreue und
dadurch in sich selbst schwächer werde, so hat sie sich durch die ganze
Endlosigkeit des ewigen Raumes endlos viele Lebenssammelpunkte geschaffen, in
welchen sich das Leben gewisserart selbst auffängt und sodann zurückkehrt zu
seinem urewigen Zentralsitz." GS 11/126 (19-20) (NO, S. 95) DER
HERR: "Ich streue das Leben in den kleinsten Partikeln aus Mir hinaus in
die endlosen Gebiete Meines allwaltenden Seins, um aus jedem dieser kleinsten
Lebenspartikel ein höchst potenziertes Leben zurückzubekommen. Außer Mir gibt
es nirgends ein Leben, und daher auch bin Ich ewig die Nährquelle für alles
Leben!" H I/185 (19-22) (NO, S. 95/96) Auf
die Frage der Ghemela, der himmlisch-reinen,
demütigen Tochter des Erzvaters Zuriel: 'Was ist das Leben' belehrt
Abedam-Jehova sie und die Kinder der Höhe: "Was das Leben in Mir Selbst
ist, wäre dir unmöglich zu begreifen; denn wie Ich Selbst bin das
allereigentlichste Leben ewig und unendlich, wird auch der höchste,
tiefstweise Cherub nie zu begreifen imstande sein. — Das Leben aber in dir
ist Mein Odem in dir oder aber Mein vollkommenes Ebenbild in jeglichem
Menschen. Wie aber Ich Mich befinde im klarsten Bewußtsein des vollkommensten
Lebens, ebenso hat auch jedes Geschöpf einen, wenn auch für dich unbegreiflich
kleinsten Teil dieses Meines Lebens in sich und ist dadurch völlig lebendig
für seinen Bedarf. — Es ist aber alles Leben so beschaffen, daß es sich
beständig vermehren kann und wachsen durch Mein unablässiges Einfließen; je
ausgewachsener aber das Leben wird, desto vollkommener stellt es sich dann
auch immer dar. Aber sich selbst bewußt wird das Leben erst dann, wenn es mit
dem Fünklein der Liebe auch ein Fünkchen des Gnadenlichtes aus Gott
hinzubekommt; mit diesem Lichte erkennt das gegebene Leben sein Selbstiges
und wird frei sich selber bewußt. — Wenn aber dieses sich selbst bewußte
Leben auch seines ewigen, heiligen Ursprunges bewußt wird und gibt ihm Dank
und Ehre, Liebe und Anbetung und erkennt dessen Willen, dann erst wird es
vollkommen frei und ein Kind der ewigen Liebe und des ewigen Lebens." GrEv VII/147 (9) (NO, S. 188) Ein
erleuchteter Oberägypter: "Wenn es um den Menschen etwas Geringfügiges
wäre, so hätte ihn Gott nicht wunderbar weise und kunstvoll eingerichtet, so
daß der Mensch schon dem Leibe nach ein höchstes Meisterwerk der gesamten
materiellen Schöpfung ist, und zweitens hätte Gott ihm nicht eine Seele
gegeben, die Ihm, dem Schöpfer, in allem ähnlich werden kann, wenn sie das
nur ernstlich will, — und drittens würde Gott nicht schon so oft zu den
Menschen selbst geredet und sie belehrt haben, was Sein Wille ist, welche
Absichten Er mit ihnen hat und was sie erreichen können." GrEv VIII/140 (5) (NO, S. 187) Der
Engel Raphael: "Alles, was auf Erden und auf allen Sternen geschieht,
das geschieht allein zum Besten der Menschen; denn nur im Menschen liegt der
Grund und Zweck aller Schöpfungen im endlosen Raume." GrEv I/165 (7-8) (NO, S. 187) DER
HERR belehrt den klugen, kenntnisreichen Zöllner Kisjonah:
"Ein großer Teil von den für deine Begriffe zahllosen Urgeistern hat die
Freiheit seines Willens mißbraucht und ist dadurch ins angedrohte Gericht
versunken. Aus solchen Geistern, aus denen diese ganze Erde und alle
zahllosen anderen Welten, Sonnen und Monde bestehen, kommen nach einem in alle
Natur unwandelbar gelegten Gesetze die Menschen dieser Erde wie auch aller
anderen Welten hervor, und zwar auf dem bekannten Wege der Zeugung und
Geburt, und müssen sodann durch Erziehung und Unterricht zu wahren Menschen
und nach der Ablegung ihres Leibes zu reinen und völlig freien Geistern
herangebildet werden." H III/110 (7ff.) Der
Herr hat den Menschen die Schwächen zur selbständigen Probung gegeben. Eben
durch diese Schwächen ist unser aller geistige Freiheit bedingt, und durch
die Erkenntnis und Besiegung derselben können wir erst vollkommen frei im
Geiste werden. Denn
die Schwäche in uns ist ein vom Herrn geflissentlich unvollendeter Teil
unseres Wesens, den wir mit göttlicher Gnadenhilfe selbst vollenden sollen,
um dadurch die Gottähnlichkeit unseres Geistes in uns bekräftigend zu
rechtfertigen und ein wahrhaft freies Leben für ewig durch uns selbst zu
gründen. So
wir aber unsere Schwächen lieber verdeckt als geoffenbart in uns tragen
wollen, da schaden wir uns nur selbst und sind selbst Schuldträger, so wir am
Ende durch sie zugrunde gehen. GrEv VII/141 (3.4) (No, S. 188) DER
HERR: "Gott ist kein stolzer Kaiser auf einem goldenen Thron, der seine
Untertanen als verächtliche Würmer ansieht und jeden mit dem Tode bedroht,
der sich ohne Erlaubnis ihm nahen will. Gott ist von Ewigkeit ein
vollkommener Meister im Größten wie im Kleinsten. Der Mensch aber ist das
vollkommenste der zahllos vielen und verschiedenen Geschöpfe, der Höhepunkt
der göttlichen Liebe und Weisheit und bestimmt, ein Ebenbild Gottes zu
werden. Wie sollte sich da Gott Seines vorzüglichsten Werkes schämen und es
für unwürdig halten, sich Ihm zu nahen?!" GrEv 11/6 (3) (NO, S. 187) DER
HERR: "Gottes höchste Seligkeit ist der in Seiner Ordnung sich
entwickelnde Mensch. In ihm findet Gott Seinesgleichen wieder." — *
— Der Mensch als eine Dreieinheit von
Geist, Seele und Leib
1. Die menschliche Dreieinheit
a) Gfr,
S. 380 — Der Mensch ist nach den Lehren der Neuoffenbarung eine Dreieinheit
von Geist, Seele und Leib. Der Leib ist in diesem Dreiklang von mehr
untergeordneter, dienender Bedeutung. Er hat keine weitere Aufgabe, als der
Seele und dem Geist ein Gefäß und taugliches Werkzeug zu sein, durch dessen
Aufbau, Erhaltung und weisen Gebrauch die Seele unter Leitung des göttlich
erleuchteten Geistes den willigen und gesegneten Dienst in der Ordnung Gottes
lernen soll. Über die Wichtigkeit, daß der Mensch sich seines wahren Wesens
bewußt wird, klärt der Herr einen bekehrten Pharisäer auf: Das
Leben des Menschen faßt in sich eine Fülle von Fragen, und es wäre kein Ende
zu finden ohne Erleuchtung von oben. So ist auch das Verhältnis zwischen Leib
und Seele ein tiefes Rätsel, und gerade heute ringt die Menschheit besonders
um Licht in diesen Dingen. Können wir der Seele durch den Leib und dem Leib
durch die Seele Heilung verschaffen? Was soll demnach geschehen, wenn der
Leib in seiner Beschaffenheit und seinen Funktionen nicht in Ordnung ist? Was
hat über diese Fragen der große Bote aus dem Reiche des Lichtes, Jakob
Lorber, zu sagen? Wie kann dem kranken Menschen von geistigen Standpunkte aus
geholfen werden? b) GrEv
III/24 (6-12,14) (NO, S. 190/191) — (DER HERR:) "Siehe, der Mensch ist
ganz nach dem Ebenmaße Gottes erschaffen, und wer sich selbst vollkommen
erkennen will, der muß wissen, daß er als ein und derselbe Mensch aus drei
Persönlichkeiten besteht. — Du hast einen Leib, versehen mit den notwendigen
Sinnen und mit den für ein freies, selbständiges Leben nötigen Gliedern und
Bestandteilen. Dieser Leib hat zum Bedarf der Ausbildung der in ihm wohnenden
Seele ein ganz eigenes Naturleben, das sich von dem geistigen Seelenleben in
allem streng unterscheidet. — Auch die Seele ist ein vollständiger Mensch für
sich, der seelisch substantiell die gleichen Bestandteile enthält wie der
Leib und in höherer geistiger Entsprechung sich ihrer ebenso bedient wie der
Leib seiner materiellen. — Obschon aber einesteils der Leib und andernteils
die Seele zwei verschiedene Menschen oder Personen darstellen, von denen jede
für sich eine ihr eigentümliche Tätigkeit ausübt, so machen sie im Grunde
dennoch nur einen Menschen aus. — Es muß der Leib der Seele dienen und diese
mit ihrem Verstande und Willen dem Leibe, weshalb die Seele für die
Handlungen, zu denen sie den Leib benützt, ebenso verantwortlich ist wie für
ihre eigenen, die in allerlei Gedanken, Wünschen und Begierden bestehen. —
Wenn wir nun aber das Leben und Sein der Seele näher betrachten, so werden
wir bald finden, daß sie als ein substantielles Leibmenschenwesen für sich um
nichts höher stünde als die Seele eines Tieres, bei dem von einem Verstande
und einer höheren, freien Beurteilung der Dinge und Verhältnisse keine Rede
ist. — Dieses höchste, gottähnliche Vermögen im Menschen bewirkt ein rein
essentiell geistiger, dritter Mensch, der in der Seele wohnt. Durch ihn kann
die Seele Wahres vom Falschen und Gutes vom Bösen unterscheiden, völlig frei
denken und wollen und sich — wenn sie sich mit ihrem freien Willen für das
Wahre und Gute entscheidet — ihrem Geiste völlig ähnlich machen. — Obschon
also ein im Geiste völlig wiedergeborener Mensch nur ein vollkommener Mensch
ist, so besteht seine Wesenheit dennoch ewig fort aus einer wohl
unterscheidbaren Dreiheit." c) GrEv
III/42 (4-6) — (Mathael zu dem bekehrten Suetal:)
"Freund, wenn du das noch nicht weißt, daß in jeder Seele ein Geist
alles Lebens wohnt, dann kannst du freilich wohl noch lange nicht das wahre
Wesen des Menschen und dich selbst begreifen… Die
Seele ist ja nur ein Gefäß des Lebens aus Gott, aber noch lange nicht das
Leben selbst; denn wäre sie das Leben selbst, welcher Prophet hätte ihr von
der Erreichung des ewigen Lebens, wie umgekehrt von einem möglichen ewigen
Tode etwas sagen können? Da aber die Seele erst auf dem Wege der wahren,
göttlichen Tugend zum ewigen Leben gelangen kann, wie solches durch gar viele
Beispiele erwiesen werden kann, so kann sie ja doch unmöglich selbst das
Leben, sondern nur ein Aufnahmegefäß für selbiges sein. Nur
ein Fünklein im Zentrum der Seele ist das, was man Geist Gottes und das
eigentliche Leben nennt. Dieses Fünklein muß genährt werden mit geistiger
Kost, die da ist das reine Wort Gottes. Durch diese Kost wird das Fünklein
größer und mächtiger in der Seele, zieht endlich selbst die Menschengestalt
der Seele an, durchdringt die Seele endlich ganz und gar und umwandelt am
Ende die ganze Seele in sein Wesen. Dann freilich wird die Seele selbst auch
ganz Leben, das sich als solches in aller Tiefe der Tiefen erkennt." 2. Vom Geist als dem Grundleben des
Menschen
GrEv IV/76 (9-11) — (Der Jünger Johannes:) Der Geist ist der
Seele innerste Sehe, deren Licht alles durchdringt, weil es ein innerstes und
reinstes Licht ist … Wenn dein Geist in dir wach wird, so wirst du seine
Stimme wie lichte Gedanken in deinem Herzen vernehmen. Diese mußt du wohl
anhören und dich danach in deiner ganzen Lebenssphäre richten, so wirst du
dadurch deinem Geiste einen stets größeren Wirkungskreis verschaffen; also
wird der Geist wachsen in dir bis zur männlichen Größe und wird durchdringen
deine ganze Seele und mit ihr dein ganzes materielles Wesen. — Hast du diesen
Standpunkt erreicht, so bist du auch fähig, nicht nur das zu sehen und zu
erkennen, was alle natürlichen Menschen mit ihren Sinnen sehen und
wahrnehmen, sondern auch solche Dinge, die für den gewöhnlichen Menschen
unerforschlich sind. 3. Geistige Anatomie des Menschen
a) Aus "Weltbild des Geistes", Vorbemerkung nach Viktor Mohr: Man
kann nicht erwarten, mit rein materiellen Methoden samt ihren Apparaturen in
die Mysterien des Lebens einzudringen. Hier
bleibt der Mensch stets auf die innere Schauungsgabe, auf die Sehkraft seines
geistigen Auges angewiesen. Es ist kein Zufall, daß gerade die kontemplative
Betrachtungsweise des Ostens uns in zahlreichen, vor allem altindischen
Schriften eine Anatomie des feinstofflichen Menschenleibs überliefert hat:
jenes Ätherkörpers, der das vegetative Leben des physischen Daseins regelt
und dessen Strahlorgane (indisch Chakras) das
Bindeglied zwischen dem primären Seelenleben des Menschen und dem von ihm
miterregten Körperleben bilden. Die Ablehnung dieser Tatsachen durch die
westliche Schulmedizin ist der Grund, warum diese im Prinzip kaum mehr über
das bisher Erreichte hinauszugelangen vermag. Höher
noch als diese seelische Innenschau stehen jene seltenen Kundgaben des
Geistes, die dem Erdenmenschen zuweilen durch das inspirative "innere
Wort" vermittelt werden. Der bisher bedeutendste Träger dieser
göttlichen Gabe war der Mystiker Jakob Lorber. In seinen Schriften
finden sich mehrfach bedeutende Hinweise auf das Wunderwerk des menschlichen
Körpers mit der Vielfalt seiner kunstreichen Organe und deren Bestimmung im
Gesamtverband des Zellenstaates. Grundlage dieser Eröffnungen ist die Lehre
von der Dreieinheit des Menschen: seinem innersten Geiste als dem leitenden
Gottesfunken, seiner seelischen Wesenheit als der leben- und
gestaltvermittelnden Kraftwelt, und seiner fein- und grobstofflichen
Körperlichkeit als der Trägerin von Idee und Kraft. In
diesem Sinne drückt ein jedes Körperorgan eine stofflich gestaltgewordene
geistige Schöpfungsidee aus, die — vom Kraftstrom der Seele durchwirkt — so
lange organisches Leben zeigt, bis sich das Kraftpotential der Seele wieder
aus dem Stoff zurückzieht. Man sagt dann, das Leben sei aus dem Körper
entflohen. Es wirkt nunmehr allein im Seelenleib weiter, während das
irdisch-stoffliche Kleid zerfällt und in die undifferenzierte
Elementarmaterie zurückkehrt, aus der es durch Geistwillen und Seelenkraft
einst gebildet wurde. b) Das Herz als Lebensträger GrEv V/114 u. VIII/56 ff. (zit. n. V.M.) — (JESUS sprach): …
"Der Leibesorganismus des Menschen hat nahe in der Mitte des Herzens
seinen Lebensnerv: ein winziges Klümpchen, von dem aus der ganze andere Leib
belebt wird. Die Teile dieses einen Herzensnervklümpchens besitzen die
Einrichtung, den Lebensäther aus dem Blute und der eingeatmeten Luft derart
an sich zu ziehen, daß sie zunächst selbst überaus lebenstätig bleiben und
sodann diese Regsamkeit dem gesamten Organismus mitteilen, wodurch der ganze
Leib auf geeignetem Wege belebt wird. Die geringste Verletzung dieses Teils
des Herzens, in dem sich der genannte Hauptlebensnerv befindet, zieht den
augenblicklichen Tod nach sich. Der
für den Menschen so lebenswichtige kleine Nerv liegt nicht gerade im Zentrum
des Herzens, sondern mehr auf dessen linker Seite. Zwar befindet sich in der
Herzmitte auch ein sehr großer Lebenskomplex, aber er ist nicht der
Hauptlebenssitz, sondern bildet nur eine Werkstätte zur Aufnahme und
Bewahrung des Lebensnährstoffs aus dem Blute und der Luft. Von da nimmt ihn
erst der Hauptlebensnerv auf und befruchtet ihn als eine zum Leben taugliche
Substanz, das heißt zum einstweiligen Mitnaturleben der Seele, die ohne
diesen Nerv mit dem Organismus des Leibes überhaupt nicht in Verbindung
treten könnte. Dieser
Hauptlebensnerv an der linken Herzseite ist ein höchst unansehnliches,
überaus kleines Wärzchen, ähnlich einem kleinsten Gefühlswärzchen am
untersten Ballen der kleinen Zehe des linken, und einem entsprechenden des
rechten Fußes. [Diese Gefühlswärzchen, nur durch die äußere Haut bedeckt,
sind die Hauptgefühlsleiter des ganzen Fußes. Wer daher die kleinen Zehen
einbüßt, pflegt um vieles schwerer zu gehen, als wenn er die anderen Zehen
verloren hätte.]" "Weiter
befinden sich im Herzen zwei überaus kleine Kämmerlein, die den beiden großen
Blutkammern [rechter und linker Herzkammer] entsprechen. Für das Menschenauge
sind diese beiden Kämmerlein kaum als kleinste Punkte sichtbar. Und dennoch
bedingen sie durch ihre Einrichtung allein das Leben des Herzens und damit
auch das ganze Leben des Leibes in seinen zahllosen Teilen und Organen. Das
erste und wichtigste Kämmerlein entspricht dem, was des Geistes und seines
Lebens ist. Wir wollen es daher das wahre oder bejahende, positive, nennen.
Das zweite, gewisserart minder wichtige — obschon zum natürlichen Leibesleben
unumgänglich notwendig —wollen wir das der Materie entsprechende, daher das
verneinende, negative, benennen. Denn dasselbe hat für sich kein eigenes
Leben, sondern ist nur ein Aufnahmegefäß für das Leben, welches es mit jedem
Herzschlag wie von neuem aus dem positiven Kämmerlein aufnimmt und dann durch
das Blut dem ganzen Leibe mitteilt. Aus
diesem Bild läßt sich leicht entnehmen, wie das Herz in seinem Lebensgrunde
beschaffen ist und sein muß, um dem irdischen Leib als Lebensgrundlage zu
dienen. Daß darüber hinaus das Herz noch eine sehr weitläufige und überaus
kunstvolle organisch-mechanische Einrichtung zur Fortführung des in ihm
entwickelten Lebens besitzt, ist ohne weitere Erklärung begreiflich. Denn wo
etwas weitergeleitet werden soll, müssen hierfür auch wohlgebahnte Wege und
Mittel bestehen. Das
bejahende Lebenskämmerlein im Herzen ist — was seine Leibesteile betrifft —
wohl das unansehnlichste Partikelchen des ganzen Leibes. Es wird von den
Menschen, denen es doch das Leben schafft und gibt, gar nicht erkannt und
bleibt daher unbeachtet. Und doch muß ein jeder Mensch, der sich selbst und
Gott wahrhaft erkennen will, geistig in dieses unscheinbare Herzenskämmerlein
durch Demut und Fügsamkeit eingehen und das aus ihm empfangene Leben geistig wieder
zurückgeben. Tut ein Mensch solches, so erweitert er das Lebenskämmerlein und
erleuchtet es durch und durch. Damit wird das ganze Herz und vom Herzen aus
der ganze Mensch geistig neu belebt und erkennt Gott in sich. Denn er vermag
nun zu erschauen, wie das Leben in diesem Herzkämmerlein aus Gott einfließt
und sich hier sammelnd zu einem freien, selbständigen Leben ausbildet. In
diesem Kämmerlein wirkt somit der eigentliche Geist aus Gott. Geht die
Menschenseele durch Demut und Liebe in dieses Kämmerlein zur ewigen
Gottesliebe ein, so erreicht sie die Wiedergeburt der Seele im Geiste aus
Gott, was den Menschen erst zum Ebenbilde des Schöpfers macht." — c) Bau und Funktion des menschlichen
Gehirns GrEv IV/228 (zit. n. V.M.) — (DER HERR:) … Vor Mir auf dem
Tische lagen vier schneeweiße Kiesel. Zwei waren größer und zwei kleiner,
entsprechend dem großen Vorderhauptgehirn für die Bilder des Lichtes und dem
kleinen Hinterhauptgehirn für die Zeichen der Töne. Ich rührte die Steine an,
da wurden sie durchsichtig wie Bergkristall. Darauf hauchte Ich sie an, und
sie teilten sich in Millionen vierflächiger Pyramidchen, jedes bestehend aus
drei Seiten oder Außenflächen und der Unterfläche. Die zwei zu Meiner Rechten
aufgestellten Steine stellten das Gehirn in rechter Ordnung, die zu Meiner
Linken ein Gehirn verkehrter Ordnung dar, wie sie durch falsche Erziehung und
andere nachträglich böse Einflüsse gewöhnlich unter den Menschen herrscht.
Hier gab es nicht lauter reine Pyramiden, sondern neben diesen wenigen waren allerlei
andere Formen, Figuren und Typen zu sehen, und das um so genauer, als Ich
durch einen Anhauch diese Gehirnnachbildungen um das Zehnfache vergrößert
hatte. Nun
sagte ICH: "Sehet, hier zur Rechten besteht das große Vorderhauptgehirn
aus lauter höchst regelmäßigen Pyramiden, ebenso das kleine
Hinterhauptgehirn, nur sind letztere um das Dreifache kleiner, jedoch zur
Aufnahme von Luftvibrationszahlen [Tonschwingungen] noch übergroß genug für
die Betrachtung der Seele. Beschauet nun die beiden Haufen zu Meiner Linken!
Da gibt es sehr verschiedene Formen und diese passen nirgends zusammen. Nun
aber hauche Ich unsere vier Gehirnhaufen noch einmal an und du siehst zwei
Spitzlein vor unseren Gehirnpyramiden, deren jede gemäß ihrer Tafelflächen
acht besitzt. Mit diesen Schreibstiften besonderer Art werden —
mittels der Vibratoren der dazu vorhandenen Gehirnnerven, die mit den Seh-
und Gehörnerven in kunstvoller organisch-mechanischer Verbindung stehen — die
Täfelchen entweder nach einer gewissen Ordnung beschrieben oder mit noch
anderen, entsprechenden geistigen Lichtbildern bezeichnet. Wir
wollen nun die Schreibstifte mit einer Lymphe füllen und unsere Betrachtungen zuerst bei dem ordentlichen Gehirn
beginnen. Ich will, daß diese Gehirntäfelchen wie von einem ordentlichen
Gemüte ausgehend sowohl von Seite des Gesichtes wie auch des Gehörs richtig
überzeichnet werden! Was bemerkten nun die aufmerksamen Beobachter? Sie
sahen, wie sich aus den kleinen Spitzen rötliche und bläuliche Sternchen über
die Gehirntäfelchen ergossen, und zwar in solcher Ordnung, daß ein scharfes
Auge darin allerlei wundersame Bildlein zu entdecken begann. Ich bewirkte
dazu freilich auch, daß die Augen der Zuseher eine stark vergrößernde Kraft
erhielten, weil sonst die Beobachter von diesen kleinen Lichtzeichenbildern
und Formen nicht viel wahrgenommen haben würden. Da sie aber nun die
Gehirntäfelchen ums Tausendfache vergrößert erblickten, so vermochten sie
schon recht vieles zu entdecken. Ich fragte Cyrenius, was er nun sähe, und er
antwortete: (Cyrenius:)
"Herr, Wunder über Wunder! Aus den sehr beweglichen
Vorpyramiden-Obelisken, deren viele Organe kreuz- und querweise verlaufen,
strömen fortwährend eine Menge Sternlein von lichtrötlicher und
lichtbläulicher Farbe. Die beiden Spitzen, gleichsam Fühlhörner vor jeder
Pyramidenfläche, fahren funkensprühend unablässig auf der ihnen
entgegenstehenden Fläche umher und bestreuen sie mit diesen Sternen. Man
sollte meinen, es könnte durch dieses scheinbar sinnlos zufällige Herumfahren
auf der Dreikanttafel nichts als ein Gekritzel herauskommen. Aber dennoch
ersteht wie von selbst allerlei ordentliches Bilderwerk und ist gar lieblich
anzusehen! Nun merke ich, wie die beiden Säulchen ganz ruhig werden, sobald
eine Fläche voll angezeichnet ist. Es ist kaum glaublich, daß diese
tausendmal tausend Zeichen und Bilder in so kurzer Zeit von den zwei
lebendigen Stiften auf die Tafel eingezeichnet werden können. Obwohl wir die
Fläche in Mannesgröße erschauen, sind die Formen zwar noch klein, stehen aber
in vollendeter Reinheit da! Warum aber sind im Hinterhaupte auf den dem
Vorderhaupt ganz ähnlichen Täfelchen keine Bildchen zu entdecken? Ich sehe
darauf nichts als Linien, Punkte und hakenförmiges Zeichenwerk, aus dem ich
nicht klug werden kann, was es bedeutet." Sage
ICH: "Das sind Zeichen der Töne und des Wortes. Sie stehen jedoch nicht
für sich allein da, sondern stehen stets mit einer Fläche eines
Vorderhaupt-Gehirntäfelchens in einer polaren Verbindung. Damit wird der Ton
oder Begriff, wie er auf den Hinterhaupt Täfelchen mittels Zeichen
aufgetragen erscheint, im selben Moment gewöhnlich auch auf die unten
liegende Fläche einer Vorderhaupt Pyramide als ein entsprechendes Bild
aufgezeichnet und so der Seele zur leichteren Erkennung dargestellt. Dazu
müssen eine Menge von Nervenfäden von jeder Gehirnpyramide des Hinterhauptes
zur entsprechenden Pyramide des Vorderhauptes führen, ansonst sich niemand
von einem vernommenen Begriff oder von einer mit Worten beschriebenen Gegend
oder Handlung eine klare Vorstellung machen könnte. Unartikulierte
Töne, aber auch Musik werden dorthin nicht übertragen, weshalb sich auch kein
Mensch unter einem Ton, einer Harmonie oder Melodie irgendeine Sache
vorstellen kann. Denn es werden solche Töne nicht auf Gehirntafeln des
Vorderhauptes aufgezeichnet, sondern bleiben allein auf einer entsprechenden
Pyramidenfläche des Hinterhauptes als Linien, Punkte oder Häkchen haften.
Dafür aber gehen von den mit puren Tönen angezeichneten Pyramidenflächen des
Hinterhauptes Nerven durch das Rückgratmark zu den Magengrubennerven
[Ganglien des Sonnengeflechts!] und von da zum Herzen. Und dies ist der
Grund, warum reine Musik hauptsächlich nur auf das Gemüt wirkt und es fühlend
ergreift. Aber vom Gemüte [Herzen] aufsteigend, können solche Töne dennoch
durch das Licht der Liebe als Sternlein durch die zwei Obelisken auf die
Gehirntäfelchen in Formen gezeichnet werden. Sie sind dann nicht selten der
Seele wahre Wegweiser in die Lebenswelt des Geistes, daher lernet und lehret
reine Musik, denn diese ist der Seele sehr behilflich zur vollen Einigung mit
ihrem Geist. Eine unreine und zotige Musik aber bewirkt gerade das Gegenteil. Du
hast nun erfahren, wie selbst die Töne auf einem Umweg dennoch etwas für die
Seele Beschaubares werden, zwar nicht als Sachbilder, wohl aber als
höhergeistige Formen und Zeichen, wie man ähnliche auf den alten Denkmälern
Ägyptens antrifft. Dies
alles kommt jedoch nur bei einem wohlgeordneten und unverdorbenen Gehirn vor,
durch die rechte Vorbildung aus dem Gemüte, wobei die Gehirnpyramiden zuerst
durch das Licht der Liebe mit allerlei geistigen und seelischen Formen
beschrieben werden. Nach
dieser Vorarbeit müssen wir zum Verständnis der ganzen Sache noch darauf
einige Blicke richten, wie endlich die Seele auch die Bilder aus der materiellen
Welt denselben Gehirntäfelchen einprägen läßt. Ich will nun, daß auch die
durch das Auge kommenden Bilder dortselbst eingezeichnet erscheinen! Was
erblickt ihr nun? Betrachtet
jetzt die besonders vor zwei Flächen angebrachten Schreib-Obelisken, wie sie
auf einmal ganz dunkel geworden sind. Es scheint, als wären sie mit einem
sehr dunklen Safte angefüllt worden. Sehet, schon sind wir alle samt unserer
ganzen Umgebung genauest Zug um Zug auf den Flächen eingezeichnet, aber nicht
einseitig und tot, sondern allseitig und wie lebendig. Jede unserer
Bewegungen wird hier ein- wie abertausend Male wiedergegeben, und dennoch
bleibt eine frühere oder auch tausend frühere Stellungen in den inneren
Gemächern der Pyramide aufgezeichnet. Sie sind dort dem Auge der Seele
gleichfort ersichtlich, weil sie immer vom geistig-seelischen Lichte erhellt
werden. So wird das bewirkt, was man zum Teil "Gedächtnis" nennt und zum Teil "Erinnerung", da es innerhalb der Gehirnpyramiden haftet. Auf dem
Wege der vielfältigsten Reflexion vervielfachen sich aber solche "Eindrücke" so, daß man einen und denselben Gegenstand unzählige
Male in sich tragen kann. Daher
kommt es, daß ein jeder Mensch in seiner Seele und noch unaussprechbar mehr
in seinem Geiste die ganze Schöpfung vom größten bis zum kleinsten ihrer
Teile in sich trägt, weil er selber ja daraus genommen ist." Alle
Zeichnungen aus der Sphäre der äußeren Naturwelt erscheinen zwar für sich als
dunkle Bilder. Aber die hinter ihnen stehenden Lichtbilder aus der Sphäre des
Geistes erhellen diese Naturbilder, so daß sie die Seele in ihrem innersten
Gefüge wohl durchschauen und begreifen kann. Überdies
steht besonders das Vorderhirn mit den Geruchs- und Geschmacksnerven in
steter Verbindung, wie das Hinterhaupt mit den allgemeinen Gefühlsnerven.
Auch diese hinterlassen auf eigens dazu bestimmten Gehirntäfelchen gewisse
Merkmale, aus denen die Seele sofort und leicht wiedererkennt, wie zum
Beispiel eine Blume riecht oder eine Speise schmeckt. Denn es ist die
Einrichtung so getroffen, daß jedes Geruchs- oder Geschmackstäfelchen durch
sehr reizbare Nerven in enger Verbindung mit einem oder dem anderen
Sachtäfelchen steht. Sobald nun ein bekannter Geruch die Geruchs nerven in
Bewegung setzt, so stellt sich dies sogleich auf einer der erwähnten
Pyramidentafeln dar, die dem Geruche zugeordnet ist. Von dieser aus wird
sogleich die entsprechende Sachtafel angeregt, wodurch die Seele schnell und
leicht erfährt, womit sie dabei zu tun hat. Das gleiche gilt auch von den
Vorgängen des Geschmacks. Ebenso
repräsentiert sich der Seele auch ein Vorgang des allgemeinen Gefühls durch
das Hinterhaupt, wodurch die Sache, die das Gefühl erregte, in ihrer Form und
Beschaffenheit dargestellt wird. Dies alles aber erfolgt nur bei einem höchst
wohlgeordneten Gehirn. Bei verdorbenen Gehirnen werden wir kaum entfernte
Ähnlichkeiten dazu finden. "Seht
dieses rechte, urgeordnete Gehirn an! Welche Klarheit in seinen Gebilden.
Alles ist Licht, und alle Formen sind in ihrer äußeren Umfassung wie in ihrem
organischen Bau in höchster Klarheit ausgebildet zu sehen. Welch klare
Begriffe und Vorstellungen muß da eine Seele von allen Dingen und
Verhältnissen bekommen! Wie weise und in jeder Hinsicht lebenskräftig steht
ein solcher Mensch da! Nun
aber haben wir ein verdorbenes Gehirn vor uns und werden sehen, wie es durch
eine nachträgliche verkehrte Erziehung noch mehr entartet. Seht dieses wahre
Chaos von einem Gehirn! Nirgends ein geordneter Zusammenhang, nur hie und da
ein verkrüppeltes Gehirn-Pyramidchen. Alles gleicht eher einem Schotterhaufen
als einem geordneten Organ. Eine solche Gestalt erhält manches Gehirn schon
im Mutterleibe [durch Fehlbildungen der Seele!]. Ja, wenn man es beim Kinde
noch so beließe und würde zehn Jahre hindurch mit einer sorgfältigen Gemütsbildung beginnen! Wo aber wird einer solchen noch gedacht? Die
Weltklugen haben zwar in mancher Hinsicht meist einen scharfen, aber
selbstsüchtigen Verstand. Der Grund dieser Schärfe liegt darin, weil sich die
Pyramiden Gehirntäfelchen bei jedem Menschen wenigstens in der Mitte des
Gehirns teil- und zeilenweise erhalten. Daher vermag der Weltverstand
mitunter für rein irdische Zwecke sogar etwas Besonderes hervorzubringen.
Aber alles Innere, Tiefergeistige bleibt solchen Menschen dennoch fremd. Und
seht, das alles liegt in der Grundverdorbenheit eines Gehirns schon im
Mutterleib und nachfolgend in der noch schlechteren Erziehung des Herzens und
Gemüts. Würde wenigstens nach der Geburt eine rechte Erziehung in genanntem
Sinne eintreten, so könnte dadurch das vorgeburtlich verdorbene Gehirn zum
größten Teil wieder in Ordnung gebracht werden. Solche Menschen könnten in
der Folge zu so mancher Helle und Lebenskraft gelangen und durch die Kräfte
der wahren Herzensgüte würde sich nach Jahren das Verlorene wieder ganz ersetzen
lassen. Von
einem Menschen mit verdorbenem, finsterem Gehirn dringt kein — die
entsprechenden geistigen Formen in sich tragender — Lichtstrahl aus dem
stofflich-materiellen Gehirn in sein geistig-seelisches Gehirn über, daher
bleiben auch die gänzlich verkümmerten Gehirntäfelchen der Seele in sich
finster und leer. Dränge selbst des Geistes Licht auf diese Täfelchen, so
würde das der Seele ebensowenig nützen, als wenn jemand ein Licht in ein
völlig leeres Gemach stellte. Wenn aber des Geistes Auge in die
Gehirntäfelchen der Seele blickt und sie sind leer, dann läßt er auch kein
Licht mehr hineindringen und die Seele bleibt weiterhin finster. Dann werden
wohl Gewaltmittel zur tätigen Belebung ihres Gemütes von neuem nötig sein,
daß sich auf ihrem Grund und Boden rechte Wege zu ordnen anfangen. Nun
will Ich euch zeigen, welche Wirkung es hat, wenn einem solchen verdorbenen
kindlichen Gehirn die ersten Weltbegriffe eingeprägt werden. Ihr werdet jetzt
bemerken, wie die Obelisken von irgendeiner der zerstreut liegenden Pyramiden
plump und träge beginnen, auf einer Tafel von einer Sache ein sehr dürftiges
Bild mit einer ganz dunklen Substanz aufzutragen. Die Folge dieser
Schmierzeichen ist, daß sich die Seele solch eines Kindes in dem vorgesagten
oder vorgezeigten Sachbegriff lange nicht zurechtfinden kann, bis es sich
erst nach hunderten Malen eine noch dunkle Vorstellung zu bilden vermag. Der
Grund davon liegt in der Unreife der wenigen an sich noch ganz ordentlichen
Gehirntäfelchen. Die vor ihnen angebrachten Zeichenstifte, selbst noch
schwach und ungeübt, werden — ohne seelische Übung und ohne Besitz der
rechten Substanz — mit Gewalt genötigt, auf die rohen und noch unpräparierten
Pyramidalflächen zu zeichnen. Daher verrinnt das Bild immer wieder von neuem
und muß oft zahllose Male nachgezeichnet werden, um auf der unreifen Tafel
haften zu bleiben. Die Seele erschaut dann nur die matten äußersten Umrisse,
und von ihrem Eindringen in einen Sachbegriff ist nur schwer die Rede. Durch
das vielfältige Nötigen werden dann die brauchbaren Gehirntäfelchen mit
schwarzer Lymphe übersudelt, und auch die geistige Gotteslehre wird gleich
dem Einmaleins in das Gehirn eingekeilt, ohne der Bildung des Herzens und
Gemütes dienen zu können. Weil
nun durch keine regere Gemütsbewegung geistiges Licht vom Herzen zum Gehirn
aufsteigt, so muß sich die Seele statt aufs Beschauen auf das Befühlen ihrer
finsteren, stereotypen Gehirntafelbilder verlegen. Indem sich aber eine
solche verkümmerte Seele nur durch das Betasten jener Tafeln ihr Wissen
verschafft, so leugnet sie auch im irdischen Dasein alle Begriffe des Geistes
und hält nur für reelle Wahrheit, was sie mit ihren groben Erdensinnen
betasten kann. Jene Gebilde eines verdorbenen Gehirns, die zumeist keine
pyramidale Bildung haben, taugen für nichts. Sie erzeugen in der Seele nur
das Gefühl eines trostlosen Nichterkennens. Es ist darum mit solchen Menschen
ein jedes Gespräch über höhere und überirdische Dinge vergeblich, denn wenn
sie schon natürliche Dinge schwer begreifen, wie sollen sie geistige oder
himmlische Wahrheiten verstehen, da ihrer Seele das innere Licht
mangelt?" Wer
bei einem Kinde anstatt des Gemütes zuerst den Verstand einer gewissen
Bildung unterzieht, bringt die Entwicklung seines Gehirns in Unordnung. Ist
das Gehirn noch nicht zu zwei Drittel reif ausgebildet und wird damit
belastet, Worte, Bilder, Zahlen und Zeichen in Unmenge auf die noch sehr
weichen und noch wässerigen Gehirntäfelchen entsprechend aufzunehmen, dann
werden diese Pyramidenflächen einerseits zu sehr verhärtet, zum anderen aber
durch die Anstrengungen des Gedächtnisses gänzlich verbildet. Das ganze
Gehirn wird dabei schon lange vorher mit allerlei Eindrücken überkleistert
und für die Aufnahme der subtilen Zeichen ganz unempfänglich gemacht, welche
vom Gemüte aufsteigend sich den empfänglichen Gehirntäfelchen einprägen
sollen. Wird später der Seele vom Gemüte aus irgendeine höhergeistige
Wahrheit vorgetragen, so hat selbe keinen Haft und die Seele kann sie nicht
"fassen". Zudem
hat die Seele stets eine Menge materiell-grober Weltbilder wie einen dichten
Wald vor sich und vermag durch diese die endlos vielen zarten Zeichen des
Gemüts nur ganz schwach zu erschauen. Erspäht sie auf Augenblicke solche ganz
leise im Gehirn aufgetragene Dunstbilder, die aus dem Herzen emporgestiegen
sind, so erscheinen ihr diese als ein Zerrbild, weil die groben Materiebilder
[Sinneseindrücke] vor das geistige Bild zu stehen kommen und es zum Teil
verdecken oder gar zerstören. Der Weg über das Gehirn ist zwecks Beschauung durch
die Seele die einmal gestellte Lebensordnung. Beim Mechanismus des
Menschenleibes besteht eine strenge mathematische Ordnung, wonach alles auf
seinem Platz nicht um ein Haar verrückbar steht und ohne gänzliche
Veränderung des gesamten Organismus nicht abgeändert werden kann. So ist es
auch beim Organismus der Seele, der doch um vieles zarter und geistiger ist
als jener des Leibes. Sie kann während des irdischen Lebens nur sehen und
hören durch das Gehirn des stofflichen Körpers. Die anderen Eindrücke, die
jedoch stumpf und unerklärbar sind, kann die Seele freilich auch mit anderen
Nerven wahrnehmen, doch müssen diese gleichfalls mit den Gehirnnerven in
ununterbrochener Verbindung stehen, da sonst der Gaumen keine
Geschmacksfähigkeit und die Nase kein Riechvermögen besäße. Solange
die Seele den Erdenleib bewohnt, bleibt das Gehirn ihr Hauptsehorgan. Ist
dieses recht gebildet, dann wird die Seele auch die dem Gehirn vom Gemüte aus
eingeprägten Lebensbilder genau erschauen und wird danach denken, schließen
und handeln. Wo bei einem anderen Wahrnehmen der Seele während ihres
Leibeslebens [zum Beispiel durch die Magengrube, Sonnengeflecht] das Gehirn
des Hauptes nicht mitbeteiligt ist, bleibt der Seele keine Erinnerung,
sondern höchstens eine dumpfe Ahnung. Was aber bei der inneren Beschauung des
Gehirns durch die Seele entsprechend im seelischen Gehirn haften bleibt, das
kann nur der Geist in ihr betrachten und erkennen. Ein verbildetes
Leibesgehirn nützt der Seele für ihr inneres Schauen gar nichts. Wenn aber
das Gehirn nach der richtigen Ordnung vom Herzen aus gebildet wird, werden
sich die geistigen Lebensbilder den Gehirntäfelchen eher einprägen als die
materiellen Bilder. Und weil geistige Bilder ein Licht sind, so werden die
darauffolgenden außenweltlichen Eindrücke durchleuchtet und damit in allen
ihren Teilen der wahren Weisheit nach faßlich. (Die
obige Seelen-Gehirn-Lehre bestätigt mit ihrer Eröffnung von der Doppelprägung
des Gehirns durch Geistimpulse [Lichtbilder aus dem Herzen] und durch äußere
Sinneseindrücke [materielle Bilder] die Wichtigkeit einer richtigen
Gehirnentwicklung für die seelische Struktur eines jeden Menschen. Eine
geistige und physische Anatomie, die jede bisherige wissenschaftliche
Forschung weit in den Schatten stellt! D. Hg.) d) Bau und Funktion der Eingeweide Ed,
Kap. 10-12 (zit. n. V.W.) Nach einer äußeren Beschreibung der Milz erläutert
DER HERR zu deren Funktion das Folgende: "Die Blutgefäße, die in der
Milz in überaus großer Zahl verteilt sind, beginnen in einem einzigen Gefäß,
das mit dem Magen in Verbindung steht und endigen wieder in einem Hauptgefäß,
das direkte Verbindung zum Herzen besitzt. Zugleich
ist das ganze Milzgewebe von einer zarten Haut umfaßt, durch welche die
Kämmerchen und schnurartigen Blutgefäße wie dunkelrote Wärzchen
hervorschimmern. Da die Milz ein äußerst zartes Gewebe ist, so ist sie
überdies noch von einem Fettgewebe umgeben, damit sie wegen ihrer stets
reibenden Tätigkeit gut gesichert erscheint. Die
direkte Verbindung der Milz mit Magen und Herz ist darin begründet, daß sie
die vom Magen ins Blut übergehenden Säfte in sich aufnimmt, in eigentliches
Blut verwandelt und dann an das Herz weiterleitet. Bei vollblütigen Menschen
kann es daher leicht geschehen, daß die zu überfüllte Milz nicht alles Blut an
das Herz absetzen kann und das angehäufte Blut in den Magen zurücktritt, von
wo es erbrochen wird. Das häufig vorkommende Blutbrechen stammt daher
meistens von der Milz und nur selten von der Lunge her. — Wenn der
eiweißartige Saft aus dem Magen in die Milz übertritt, bleibt er in
perlschnurartigen Blutadern periodenweise haften und rückt mit jedem
Pulsschlage nur um eine Perle weiter, womit gleichzeitig eine Reibung der
Milzkammern erzeugt wird. Dadurch füllen sich die Kämmerchen mit elektrischem
Feuer, das sich gegen die Magengegend hin als positiv und gegen die Herzseite
hin als negativ darstellt. Daher sind auch die Kämmerchen gegen den Magen zu
viel scharfkantiger, während sie sich in der Gegend zum Herzen mehr ins
Eiförmige verlieren. Durch
dieses elektrische Feuer werden die Kämmerchen der Milz bald ausgedehnt, bald
zusammengedrückt. Und da sie an den Kanten sowohl untereinander als auch mit
jedem solchen Blutgefäßkügelchen durch kleine Zylinder in Verbindung stehen,
geraten die Säfte in den Blutgefäßen stets mehr in eine gewisse Gärung.
Dieser Vorgang scheidet den in ihnen noch zu stark überwiegenden Kohlenstoff
aus, der teils an die Galle, teils an das Fettgewebe abgeliefert wird.
Zugleich entstehen durch diese Gärung immer neue Bläschen, die unter der
Herrschaft der negativen Elektrizität zusammen schrumpfen und dann eine
linsenförmige Gestalt annehmen. Als solche werden sie zur Hälfte mit jener
Elektrizität angefüllt, erhalten dadurch eine safrangelbe Färbung und treten
schon als richtiges Blut in die Herzkammer ein. Das
Blut ist nicht eine kontinuierliche Flüssigkeit, sondern ein
kleinlinsenförmiger Brei, der mit seinen glatten und schlüpfrigen Linsen die
negative Elektrizität in den ganzen Körper verteilt. Diese Art von
Elektrizität erwärmt den gesamten Leibesorganismus. Wo die Blutlinsen durch
sehr enge Gefäße getrieben werden, zerplatzen sie, wodurch die Hülse flüssig
wird und in die sogenannten lymphatischen Säfte übergeht, während der frei
werdende elektrische Stoff als ein eisenhaltiger Äther zur Belebung des
Nervensystems verbraucht wird. Wie
die Milz ist auch die Leber als eines der wichtigsten Eingeweidestücke zu
betrachten. Die Leber ist im tierischen und menschlichen Körper der
Absonderungsapparat für Giftstoffe, die sich neben den belebenden Nährstoffen
in jeder Nahrung vorfinden. Jeder Mensch würde nach eingenommener Speise
leiblich getötet, besäße der Körper nicht ein Organ, das alle giftigen
Substanzen, hauptsächlich Kohlensäure und Blausäure gierig an sich zöge und
zum Teil durch den Harngang ableitete. Diese Tätigkeit vollführt die Leber.
Ihr Bau ist der Milz ähnlich, was die innere Konstruktion betrifft, der Form
nach herrscht jedoch größere Ähnlichkeit mit der Lunge. Die Leber besteht
demnach ebenfalls aus einer Menge aneinandergereihter Kämmerchen, die wie bei
der Milz, nur etwas enger miteinander verbunden sind. Daneben durchkreuzen
die Leber hauptsächlich vier verschiedene Gefäßröhren als gleichförmig
fortlaufende Organe, die gegenseitig mit noch kleineren Durchgangsgefäßen
verbunden sind. Ein
Teil dieser Gefäße entspringt im Herzen und führt reichlich Blut in dieses
Eingeweidestück, damit es hier mit dem nötigen Grad von Kohlenstoff und einer
kleinen Dosis Blausäure gesättigt wird. Erst dann ist das Blut tauglich, die
Verdauung in den entsprechenden Organgefäßen zu bewirken und weiter hinaus
auch die äußere Haut zu bilden. Zum inneren Gebrauch ist danach das Blut
nicht mehr verwendbar, daher sind Leberkrankheiten hauptsächlich an der
Außenhaut leicht kenntlich [Gelbsucht] — Eine
zweite Gattung der durchlaufenden Gefäße geht vom Magen aus in die Leber.
Diese nimmt alle wässerigen Substanzen auf, in denen Blausäure — sehr
verdünnt abgeleitet — durch die kleinen Verbindungsgefäße der Leber an das
Blut abgegeben wird. Der größere Teil der giftigen Blausäure aber wird aus
der Leber durch die Nieren zur Harnblase geführt, die selben als unnützen
Stoff gänzlich aus dem Leibe befördert. Eine
dritte Gattung der Gefäße geht wieder vom Magen aus und verbindet
insbesondere dessen Schleimhäute mit der Gallenblase in der Leber. Durch
diese Kanäle wird der schleimige Kohlen- oder Gallenstoff der Speisen im
Magen abgesondert und zum größten Teil in der Gallenblase aufbewahrt. Dies zu
dem Zweck, falls zu wenig dieses Verdauungsstoffs durch die aufgenommene
Nahrung im Magen entwickelt würde, daß die Leber sodann wieder etwas von
ihrem Vorrat an den Magen zurückliefert. Denn alle Verdauung besteht in einer
Art Gärung, deren einige Nährstoffe fähiger sind als andere. — Eine
vierte Gefäßgattung sind die kleinen Windadern, die von der Lunge ausgehend
die Leber in verschiedenen Krümmungen durchziehen. Durch diese wird die
Gallenblase zum Teil gebildet und in fortwährend gleichmäßiger Spannung
erhalten. Zugleich wird durch jene Gefäße stets eine bestimmte Menge
atmosphärischer Luft und damit soviel Sauerstoff der Galle zugeführt, daß
ihre Stoffinhalte nicht zu gären beginnen und dadurch jene bösartigen
Erscheinungen im Leibe erzeugen, aus denen hauptsächlich
Entzündungskrankheiten wie Rheumatismus, Gicht und dergleichen zum Vorschein
kommen. Es ist daher für den Menschen sehr schädlich, sich an solchen Orten
aufzuhalten, wo er statt der belebenden reinatmosphärischen Luft nur
Stickluft ohne genügenden Sauerstoff einatmet. Die
Aktion und Reaktion dieser vier Gefäßgattungen wird wie bei der Milz durch
das elektrische Fluidum bewirkt, das in den vorerwähnten Kammern durch ihre
reibende Bewegung entsteht. Zuerst aber wird das elektrische Feuer in der
Leber hauptsächlich durch jenes der Milz angeregt. Im
menschlichen und tierischen Organismus ist die Niere in dreifacher Hinsicht
ein sehr beachtenswertes Lebenswerkzeug. Sie hat drei wesentliche und überaus
wichtige Bestimmungen, ohne die das animalische Leben nicht bestehen könnte,
eine Fortpflanzung undenkbar wäre und kein Lebewesen in ein
physisch-fröhliches Wohlbehagen gelangen könnte. Eine gewisse Heiterkeit
kommt aus den Nieren, weshalb dieses Organ mehrfach in der Hl. Schrift
besonders erwähnt wird. Zuerst
hat die Niere die Bestimmung, das aus der Leber abgeführte und für den
Lebensorganismus untaugliche Wasser aufzunehmen. Der völlig unnütze Teil
dieses Wassers wird in die Harnblase weiterbefördert, während ein noch zum
Leben dienender Teil absorbiert und zum eigentlichen materiellen Stoff des
befruchtenden Samens umgebildet wird. Freilich wird der Same auch noch vom
Blute aufgenommen und in ganz eigene Gefäße geleitet, woselbst er dann als
positiv-polare Kraft durch die gleiche negative Kraft der Hoden zur Zeugung
tauglich gemacht wird. Dieses ist die zweite Bestimmung der Niere. Die
dritte, noch wichtigere Verrichtung besteht darin, daß die Niere durch
kleine, mehr verborgen liegende Gefäße mit Herz, Lunge, Magen, Milz und Leber
in inniger Verbindung steht und daher — geistig betrachtet — der Seele
zeitweilig gewisserart zu einem bei der Zeugung notwendigen Tätigkeitsfelde
dient. Und eben darum erzeugt die Niere im natürlichen Leben ein gewisses
heiteres Wohlbehagen, das zwar nicht diesem Organ selbst, sondern der Seele
und dem in ihr tätigen Geiste zuzuschreiben ist. Dieses Freudegefühl aber
wird physisch in der Niere bereitet, deren Polsterform sich
entsprechungsweise wie ein weicher Sitz für die Seele ausnimmt. Auch bei dem
sogenannten Somnambulismus [heute Trancezustand genannt] tritt das
Seelenbewußtsein zumeist in dieses Eingeweide, das durch die Gangliennerven
mit der Magengrube in innigem Kontakte steht, durch welche Gegend
[Sonnengeflecht] dann die Seele wahrnimmt und sich auch mit der Außenwelt in
Verbindung zu setzen vermag. Der
Bau der Niere hat gleichfalls bedeutende Ähnlichkeit mit dem der Milz und
Leber, wogegen sie sich durch die polsterartige Abteilung von jenen
wesentlich unterscheidet. Zu beiden Seiten der Niere findet man gewisse
wamsartige Säcke, die durch merkliche Eindrückungen und durch ein weißes
Zellgewebe voneinander geschieden sind. Sie hängen nur mit der Mittellinie
als ein Ganzes zusammen. Dieselbe ist ebenfalls ein weißes Zellgewebe, durch
das sich die Hauptwasserkanäle ziehen und den edlen Samenstoff in die Wämse
abliefern, den sie aus dem von der Leber kommenden Wasser absorbieren.
Mittels der in den Wämsen erzeugten Elektrizität wird dieser Saft reifer
gemacht und als subtile Flüssigkeit von den zarten Blutgefäßen der Niere
aufgenommen. Mit dem Blute vereinigt, wird die Samensubstanz dem Herzen
zugeleitet, von wo sie dann durch eigene Gefäße in die für sie bestimmten
Vorratskammern übertritt. Hier empfängt der Samenstoff für seine brauchbare
Bestimmung von den Hoden fortwährend Nahrung und gewinnt damit die für die
Zeugung nötige Tauglichkeit. e) Vom Werden des menschlichen Körpers GrEv IV/118-120 (zit. n, V.M.) — (DER HERR in einem
Lehrgespräch) "Was ihr da durch eure seelische Schaukraft wie eine
Unzahl feuriger Schlangen in pfeilschneller Bewegung erblickt, ist der
eigentliche Nährstoff alles organischen Lebens, ein Salz der Luft und des
Meeres, den die Naturweisen einst 'Sauerstoff' benennen werden. Dieser Stoff
ist ursprünglich die eigentliche Seelensubstanz und entspricht als solche den
Gedanken, bevor sie noch zu einer formbildenden Idee zusammengefaßt werden.
Findet ihr aber einmal eine hinreichende Menge dieses seelischen Lebensstoffs
irgendwo zusammengedrängt, so wird sich auch bald daraus eine belebte Form
herausbilden. Ziehen sich solche Feuerschlangen zu Hunderten und Tausenden auf
einen Klumpen zusammen, so beginnt dieser heftig zu leuchten. Dies ist das
Zeichen des Sichergreifens jener Lebensfeuerschlangen, und damit ist auch
schon eine Idee unter irgendeiner feinstofflichen Form fertig, die sich
weiterhin zu einem Geschöpfe ausbildet. Ihr fragt nun, wer da wohl diese
Lebensgeister zu irgendeiner lebensregsamen Form modelliert? Dies soll euch
nach Meinem Willen Raphael beantworten." (Raphael
erläutert:) "Der Stoff, aus dem alles entstand, was die Unendlichkeit
umfaßt, sind die puren Gedanken Gottes. Wir urgeschaffenen, allein durch den
Willen des allmächtigen Geistes Gottes hervorgerufenen Urengel, die
"Elohim" der Schöpfungsgeschichte, die "Erzengel" der
christlichen Lehre zuerst, — alle Dinge und Wesen aber dann durch uns, die wir
die ersten Aufnahmegefäße für Gottes Gedanken und Ideen waren und sind. Wir
fassen die aus Gott kommenden Lebensgedanken, die sich euch in Gestalt
feuriger Langzungen darstellen, zusammen und bilden nach der Gottesordnung in
uns Formen und Wesen. Und wenn ihr nach dem materiellen Stoff zur Bildung
dieser Wesen fragt: Diese schlangenartigen Feuerzungen sind die
geistig-seelischen Bausteine, aus denen alles Materiell-Wesenhafte geschaffen
wird. Fügen
sich nach dem Willen des Geistes solche feurige Langzungen zu einem
hellstrahlenden Feuerball zusammen, so drängen sich die Feuerzungen
aneinander und streben alle dem Mittelpunkte zu. Denn hier ist das Zentrum
der ausgereiftesten Gedanken, die der künftigen Form innewohnen, und die
gewisserart den reichsten Nährstoff für das Wirken der Langzungen bilden. Ihr
wundert euch zwar über meine, aus dem ersten Umfang eines Wesens abgeleitete
Erklärung. Wendet ihr aber eure Blicke zur Außennatur der Dinge, so werdet
ihr bald dasselbe leicht wiederfinden: Betrachtet
zum Beispiel den Eierstock einer Henne. Einige Eiklümpchen werden noch klein
sein wie Erbsen, andere schon wie kleine Äpfel. Innerhalb einer leichten
Umhäutung findet sich nichts vor, als ein formloser Dotterstoff. Nun wird
dieser Zentralstoff aber stets mehr ausgenährt und setzt um sich das klare
Eiweiß an. Nach einiger Zeit wird aus dem Eiklar das Gröbste ausgeschieden
und setzt sich als feste Schale um das Ei, als Schutz gegen das
Erdrücktwerden bei der Ausgeburt. Nun beginnt die Henne das Ei zu bebrüten. Welche
Veränderungen gehen da vor! Im Dotter fängt es an sich zu regen und zu
ordnen, denn die rechten Formgedanken (feurige Langzungen) verbinden sich und
ziehen die ihnen nächstverwandten an sich. Im Verlauf dieses immer weiter
sich ausdehnenden Vorgangs werdet ihr bald Herz, Kopf, Augen, Eingeweide und
Füße wie Flügel des werdenden Küchleins entdecken. Die so geordneten Gedanken
[Teilideen] ziehen dann stets mehr ihr Gleichartiges aus dem Stoffe an sich
und bilden alle Organe lebenstüchtig aus. Ist
so der Leib ausgebildet, nimmt der in den ganzen Organismus übergegangene
Lebensgedanke, was eigentlich die Seele ist, bald wahr, daß er sich noch in
einem Kerker befindet. Er fängt sich deshalb stärker zu regen an, durchbricht
den Kerker [Geburtsvorgang] und tritt noch matt in die große Welt hinaus.
Hier beginnt er äußere Weltnahrung zu sich zu nehmen und der Wachstumsvorgang
nimmt seinen weiteren Verlauf. Wir sehen nun eine ausgebildete, fruchtbare
Henne vor uns; ein organisches Lebewesen, das nun wiederum das Vermögen
besitzt, aus den Naturreichen die ihm entsprechenden Seelen-Spezifikalteile
als Nahrung aufzunehmen: Die geistigen zur weiteren Ausbildung ihrer
Lebensseele und die gröberen [das Stoffliche der Nahrung] nicht nur zur
Erhaltung des Organismus, sondern auch zur Neuschaffung gleichartiger Wesen. Die
Art des Geschlechtes rührt von dem jedesmaligen Mehr oder Weniger der
ursprünglichen Schwere, das heißt Gediegenheit und Kraft des lebendigen
Seelengrundgedankens her. Ist dieser schon vom Ursprung an völlig gediegen,
so daß er schon in sich selbst eine Idee [geistige Zusammenfassung von
Gedanken] bildet, so wird dessen Ausbildung zu einer männlichen Gestalt
führen. Ist aber das Primitive des Grundlebensgedankens auf einer leichteren
(noch der Entwicklung bedürftigen) Stufe stehend, so wird die Ausbildung sich
in eine weibliche Gestalt hinüberziehen. Durch
die Begattung der Tiere erfolgt nur eine Erregung zu geordneter Tätigkeit des
im Ei schon vorhandenen Seelen-Grundlebensgedankens, ohne die dieser in seiner
trägen Ruhe verbliebe. Tierseelenklümpchen [siehe die Feuerzungen] sammeln
sich in bestimmter Zahl und Ordnung in jedem Mutterleibe. Sie erregen zuerst
das Weiblein, dieses erregt sodann das Männlein zur Befruchtung; nicht aber,
als legte dieses einen neuen Samen in die Mutter, sondern nur zur tätigen
Erweckung des im Mutterleib schon vorhandenen Lebensklümpchens. Dies
geschieht, indem des Männleins Same — aus mehr freien und ungebundenen
Lebensgeistern bestehend — die gebundenen Lebensgeister im Eiklümpchen der
Mutter in eine Art Revolution versetzt und also zur Tätigkeit zwingt, ohne
welchen Zwang die Lebensgeister in Trägheit verharren und sich nimmer zur
Formung und Organisierung eines Wesens ergreifen würden. Des Männleins
Samengeister geben jenen im Weiblein keine Ruhe, welchem Anreiz sich die
Mutterlebensgeister kräftig zu widersetzen versuchen, da sie wie erwähnt, der
Ruhe zugeneigt sind und sich ohne Zwang nicht zu einer anhaltenden geordneten
Tätigkeit [Zellteilung, Organbildung] bereitfinden. Ohne
äußere Erregung würde ein Mutterlebensklumpen in seiner Ruhe stets mehr
einschrumpfen, da sich seine Teile stets mehr nach dem Zentrum zusammenzögen,
dieses ganz aussaugten und am Ende mit demselben ganz verkümmern müßten. Nun
aber treten männliche, nur für die Bewegung gleichfort erregte
Urlebensgeister hinzu und bestreichen die weiblich trägen Klumpen.
[Zusammentreffen von Sperma und Ovum.] Und schon beginnen sich die kleineren,
weiblichen Lebensgeister zu rühren und bemühen sich, diese Angreifer loszuwerden.
Allein diese weichen nimmer, und die Erregung der weiblichen Lebensgeister
greift immer tiefer bis zu ihrem Hauptlebenszentrum. Endlich beginnt sich
auch dies zu rühren, und — da die ihre Mitte umlagernden weiblichen
Langfeuerzungen durch starke Regsamkeit gleichsam wie hungrig wurden — sind
sie genötigt, vom Lichte der männlichen Feuerzungen Nahrung zu nehmen. Auf
diese Weise erhält dann auch der zentrale Hauptlebensgedanken-Geist durch sie
einen männlichen Antrieb. Durch diese Tätigkeit genötigt, erhalten die
Umlagerer von innen heraus eine Anregung, sich mehr und mehr zu ordnen, wie
zu einer Art gutorganisiertem Bollwerke. Die
nun gut erhellten kräftigeren Lebensgeister gegen das Zentrum hin erkennen
[seelisch] ihren Sinn und dessen Ordnung und scharen sich nach der Ordnung
ihrer Verwandtschaft. Daraus entstehen dann organische Verbindungen und das
Äußere geht in eine Form über, die stets mehr und mehr dem zu schaffenden
Wesen ähnlich ist [Embryonalentwicklung]. Wenngleich
nun bei der Zeugung und Werdung eines Menschen viel dem Tiere Ähnliches vor
sich geht, so ist aber der Grund davon dennoch höchst verschieden. Es hat
zwar die Frau auch schon einen Naturstoff in sich, und wenn die Zeugung
geschieht, wird auch ein Lebensklümpchen erregt und befruchtet. Aber dieses
wird wie eine Beere von einer Traube abgerissen und an die rechte Stelle
seiner künftigen Entwicklung gebracht. Dort tritt nun eine schon fertige
Seele hinzu und pflegt eine Zeitlang diese Lebensbeere, bis der Stoff darin
so weit gediehen ist, daß die sich stets mehr zusammenziehende Seele in den
sehr flüssiglockeren Embryo eindringen kann. Zu dieser Verrichtung benötigt
die Seele etwa zwei Monate. Hat sie sich des Embryos ganz bemächtigt, dann
wird das Kind fühlbar lebendig und wächst zur ordnungsgemäßen Größe heran. Solange
die Nerven des Fleischkindes nicht völlig ausgebildet und tätig sind,
arbeitet die Seele mit Selbstbewußtsein eifrig fort und richtet den Leib nach
ihren Bedürfnissen ein. Sind einmal die Nerven alle ausgebildet und wird
deren sich stets mehr entwickelnder Geist ordnungsgemäß tätig, dann begibt
sich die Seele mehr und mehr zur Ruhe und schläft endlich in der Gegend der
Nieren ganz ein. Sie verliert nun ihr Selbstbewußtsein und vegetiert nur ohne
jede Erinnerung an ihren früheren Naturzustand. Erst einige Monate nach der
Geburt beginnt sie immer mehr zu erwachen, was aus der Abnahme der
Schlafsucht des Säuglings gut wahrgenommen werden kann. Bis die Seele jedoch
zu einigem Bewußtsein gelangt, bedarf es einer längeren Zeit. Wenn ein Kind
der Sprache mächtig wird, dann erst tritt auch ein rechtes Bewußtsein in die
Seele, jedoch ohne Rückerinnerung, da eine solche für ihre willensfreie
Höherbildung durchaus hinderlich wäre. Die
Seele, nun ganz im Stoffe des Fleisches eingeschlossen, erkennt zunächst
nichts, als was ihr durch die Sinne des Leibes an Eindrücken vermittelt wird.
Denn sie vermag in sich darum nichts zu erkennen, weil sie durch die Materie
des Körpers derart verfinstert ist, daß sie zumeist gar nicht weiß, daß sie für
sich auch ohne ihren Leib bestehend ist. Lange Zeit hindurch fühlt sie sich
mit dem Fleischesleib ganz identisch, und es bedarf einer langen Entwicklung,
eine eingekörperte Seele so weit zu bringen, daß sie ein Selbstbewußtsein
empfindet und sich als etwas Eigenes zu betrachten fähig ist. Erst wenn der
Geist in der Seele zu erwachen beginnt, wird es nach und nach lichter im
Seelenbewußtsein, das sodann beginnt, sich genauer zu erkennen und in sich
ganz verborgene Dinge zu entdecken. Erst wenn der Geist und sein mächtiges
Licht in der Seele zur vollen Tat werden, dann kehrt auch alle Rückerinnerung
in die Seele zurück und sie überblickt ihre gesamte Entwicklung aus den
Naturreichen in einem verklärten Lichte. Damit fällt aller Trug und alle
Täuschung und es verbleibt nur die hellste Wahrheit des ewigen Geistes. f) Auge und Sehprozeß Aus:
GrEv, NS, Ed, Fl, NZ, LGh u. SGh (zit. n. V.M.) — Das
Licht der Sonne liefert durch seine produktive Kraft und Einwirkung auf die
zugehörigen Weltkörper den sprechendsten Beweis, daß es der Hervorbringer alles natürlichen Lebens ist. Wenn die
Sonne als die Hauptlichtspenderin der Erde untergegangen ist, begeben sich
nach und nach auch die Naturgeister der Atmosphäre zur Ruhe, das heißt, sie
beenden ihr durch das Licht erregtes Vibrieren innerhalb ihrer
feinstofflichen Hüllen. Daher merkt das materielle Auge ihr Dasein nicht
mehr, und für den Menschen wird es lichtlose, finstere Nacht. Wenn aber an
irgendeinem Punkte ein großer Verband dieser Äthergeister aufs neue in
vibrierende Bewegung gerät, so wird es an jenem Punkte für das Auge wieder
hell. Dies ist bei Sonnenaufgang der Fall, wobei die freien
Naturlebensgeister durch die Ätherlichtbewegung zur Tätigkeit erregt werden.
Je heftiger vibrierend eine solche naturgeistige Sphäre tätig ist, desto mehr
ergreift ihre Erregung auch die weiteste Umgebung und verkehrt deren träge
Ruhe zu einem ähnlichen Streben. Sobald
ein Lichtstrahl mit seiner Bewegung einen Gegenstand berührt, fangen dessen
Stoffteilchen oft billionenmal in der Sekunde mitzuvibrieren an. Durch diese
Schwingungen aber scheiden die Stoffe gewisse Lichtpartikel aus, die sich
dann auf der Oberfläche rückstrahlend dem Beobachter als Farben zeigen. Dazu
tritt noch die Reaktion, die in den Elementen des Augen selbst vor sich geht,
und zwar durch die erneute Brechung der reflektierten Farben in der
Regenbogenhaut und anderen Teilen der Sehorgane. "Sehen" heißt also
nichts anderes, als einen jeden Gegenstand in jener Farbe zu bemerken, die er
— als seinem Wesen nicht eigen — zurückwirft, während er alle anderen Haupt-
und Mischfarben aufsaugt, da sie zu seinem Bestande notwendig sind. So ist
Schwarz keine Farbe, weil der Gegenstand alle Lichtelemente aufgenommen hat.
Auch Weiß ist darum keine Farbe, da ein dem Auge erscheinender Gegenstand
gänzlich der Fähigkeit einer Farbenaufsaugung entbehrt und alle einfallenden
Lichtstrahlen zurückwirft, ohne selbe zu seinem Bedarfe zu zersetzen. Die
Wirkung des Lichtstrahls ist der große Faktor alles Lebens und vermittelt
diese Tatsache durch das Auge der menschlichen Seele. Wenn
ein Lichtstrahl aus fernsten Sternen ins Auge fällt, so würde er dennoch
nicht bemerkt, wäre das Auge selbst nicht sonnenhafter Natur! Schon in den
Feuchtigkeiten des Augapfels ruht eine Lichtwelt, die dem vom ganzen
Universum eingestrahlten Lichte homogen [gleichgeartet] ist und damit im
Menschen den nämlichen Prozeß hervorruft, den das Licht in der ganzen
Schöpfung bewirkt. Das Sehorgan ist einer von jenen Vermittlern, die durch
die Seele das Sichtbare zum Geistigen und Unsichtbaren erheben. In dem Grade,
wie sich im Auge von außen die Weiten der materiellen Welten abspiegeln,
leuchtet auch die innere geistige Welt durch das Auge hervor. Das Auge als
Aufnahmeorgan der Eindrücke von außen ist negativ-aufnehmend, aber als
Spiegel der Seele, als Ausdruck des Inneren, positiv-rückstrahlend. Was der
Mensch unbewußt durch Sternen- und Sonnenlicht empfängt, strahlt wieder
vergeistigt aus dem kleinen Sehorgan hervor, denn materielles Licht erweckt
wieder geistiges Licht. Im
menschlichen Auge sind Stoffe und Elemente im Pigment, in der Netzhaut und in
den Flüssigkeiten der Kristallinse, wie auch in der Regenbogen- und Hornhaut
zusammengestellt, die alle sonnenartiger Natur sind, also nur ätherische
Lichtstoffe in sich tragen. Aber diese Elemente unterliegen im Auge noch ganz
anderen geistigen Prozessen, die eine vergeistigende Verwandlung hervorrufen.
Eben darum vermag auch die Seele durch das Auge Kunde von dem zu geben, was
in ihrer Welt vorgeht. Innerste Regungen des geistigen Lebens können sich im
Auge abzeichnen, ohne weder seine Stoffe, noch seine äußere sichtbare Form zu
verändern. Solche durch den Seelenspiegel kundgegebenen Zustände sind zwar
unmeßbar, können aber von einem anderen Menschen [durch Übertragung des geistigen
Lichtfluidums] genau erfühlt werden: Ein Beweis für jenen Faktor des Lichtes,
der seine ursprüngliche geistige Potenz darstellt. Wenn
bei starker Begeisterung für Höheres, Nichtmaterielles dieser Drang der Seele
noch anwächst, so ereignet es sich nicht selten, daß der gewöhnliche,
physische Sehprozeß aufgehoben wird und ein anderer dafür eintritt. Dann
offenbaren sich dem Menschen die feineren Sphären einer Geisterwelt, an deren
Dasein er vielleicht niemals vorher geglaubt hätte. Beim Übertritt der Seele
vom Diesseits in das Jenseits nimmt der Mensch von seinem ganzen
Körperorganismus, somit auch vom Auge nur dessen geistigen Bestandteil mit
hinüber, womit er dann den Grund und die Ursache, nicht aber nur die Wirkung
des Geistes im Stoffe wahrzunehmen vermag. Das
Auge ist das Organ zur bewußten Aufnahme des Lichtes, das damit der Seele
mittels der Gehirneindrücke zur Beschauung der Außenwelt dient. Da nur
Gleiches das Gleiche anziehen und verwerten kann, ist das Auge aus allen
Elementen zusammengesetzt, die im Lichte vorherrschen. Unmöglich würde der
Mensch aus der Fülle des Lichtes das Bild der Sonne getrennt und bei weitem
stärker leuchtend als das ganz andere Lichtfirmament wahrnehmen, wäre nicht
das Auge dafür besonders eingerichtet. Es ist jedoch so beschaffen, daß alles
Licht nur die Hauptkonturstrahlen durch die kleine Öffnung der Pupille auf
die höchst reizbare Netzhaut und von dort auf den Sehnerven gelangen läßt.
Durch diese Einrichtung werden alle nur einfach erregten Lichtausflüsse
[Diffusionsstrahlen] ausgeschieden. Nur die Hauptkonturstrahlen — die durch
eine gewisse Rückwirkung sich in einem bestimmten Winkel durchschneidenden
Linien — gelangen gebrochen zum Sehnerv, durch den das Bild sodann mittels
geeigneter Organe in entsprechender Weise den Gehirntäfelchen eingeprägt
wird. Wäre das Auge nicht so eingerichtet, könnte der Mensch keine Sonne für
sich als Einzelbild erschauen und alles wäre ein gleichförmiges Lichtmeer. Das
Auge des Menschen entspricht vollkommen einer Hülsenglobe [Sternensystem im
Universum] mit ihrer im Mittelpunkte wirkenden Urzentralsonne. Daher befindet
sich in der Mitte des Auges die Kristallpupille, die (besonders bei manchen
Tieren) ein wahrnehmbares Eigenlicht besitzt. Zum anderen empfängt die
Pupille das Licht der Außendinge wie eine Sonne das Licht der anderen
Gestirne. Durch die Kristallinse nehmen die Innenwände des Auges sogleich
alle Strahlen auf und reflektieren sie, unterstützt durch das Eigenlicht der
Linse, wieder in die Ferne zurück. Es ist wichtig zu wissen, daß der Mensch
die Gegenstände nicht selber sieht, sondern nur deren entsprechende Abbilder.
Dies geschieht, indem selbe von der schwarzen rückwärtigen Spiegelhaut
aufgenommen und so gleich nach der Aufnahme wieder vollkommen erleuchtet nach
außen geworfen werden, wo man dann erst die Dinge an jener Stelle erblickt,
wo sie sich in ihrer natürlichen Wirklichkeit befinden. Was
die Wahrnehmung der Gestirne außerhalb des Erdkörpers betrifft, so erblickt
der Mensch nur deren Abbildung auf dem großen Erdauge. Dieses wird gebildet
von dem Luftkreise der Erde mit all seinen verschieden dichten Ätherarten. Es
gleicht einem linsenförmig-runden durchsichtigen Körper, der wie ein
Brennglas wirkend die Lichtstrahlen aus dem Weltall verdichtet und in
verjüngtem Maßstabe auf die Erdoberfläche und damit auch in das menschliche
Auge gelangen läßt. Ohne dieses Erdauge würde der Mensch keine Kleinbilder
der Gestirne aufnehmen können. Würde
das Auge die Gegenstände selbst schauen, so müßte es alle Dinge in ihrer
natürlichen Größe erblicken. Daß aber alles durch die hülsenglobenartige
Beschaffenheit des Auges nur in höchst verkleinertem Maße wahrgenommen wird,
beweist die Tatsache, daß sich sogar die kleinsten Materieteilchen durch ein
Mikroskop außerordentlich vergrößern lassen. Dieser Vorgang ist nichts
anderes als eine stete Annäherung des geschauten Gegenstands, beziehungsweise
dessen Lichtabbildes an die wirkliche Größe des Gegenstandes selbst. So
bekunden gerade die früher unsichtbaren Teilchen, daß das freie Auge unmöglich
die Dinge selbst erblickt, sondern nur ihre auf vorgeschilderte Art
verkleinerten Abbilder. Das
Auge ist ferner so gebaut, daß der Lichtstrahl mit der enormen Schnelligkeit
seines Eintritts in das Auge diesem nicht schadet und überdies der Seele Zeit
läßt, die ihr vermittelten Bilder zur geistigen Vorstellung des Gesehenen zu
verarbeiten. Die Seele steht durch das Gehirn und den Sehnerv mit dem Auge in
steter Verbindung. Da nun die geistigen Funktionen der Seele über die Materie
der Gehirnmasse erst einen bestimmten Prozeß durchmachen müssen, der
langsamer als das Licht vor sich geht, so besitzt das Auge Vorrichtungen, um
den schnellen Lichtstrahl entsprechend zu verlangsamen. Dazu dienen die
verschiedenen Feuchtigkeiten, die das Innere des Auges bilden und erfüllen
und gewisserart als vermittelnde Zersetzer dienen. Auch das Blut darf im
Vordringen zum Gehirn nicht mit derselben Kraft und Hast eindringen wie in
die anderen Organe, sondern muß seinen Lauf verlangsamen, damit die
Vermittlung zwischen Geist und Materie in allen Gehirnpartien entsprechend
erfolgen kann. Daher findet man, daß die große Schlagader, sobald sie sich
gegen den Kopf wendet, dort nicht gerade verläuft, sondern erst in Windungen
das Gehirn erreicht. Damit wird der Andrang des Blutes abgeschwächt und der
Seele Zeit gelassen, aus dem durch die Materie Empfangenen Geistiges zu
bilden. [Vergleiche die Bewußtseinstrübung als Schwindelgefühl bei
Blutüberfüllung des Gehirns!] Das gleiche gilt für den Organismus des Ohres,
wo auch die Schallschwingungen verkürzt und modifiziert werden, um sich über
die Seele zu geistigen Eindrücken umgestalten zu können. Die
Durchdringung der Lichtstrahlen mit jenen Substanzen, die sich im
menschlichen Auge befinden und dem Lichte verwandt sind, das heißt Magnetismus und Elektrizität im Phosphor enthalten,
würde zu obigem Resultat allein nicht genügen. Es ist daher vorgesehen, daß
der Lichtstrahl nicht als unaufgelöstes reinweißes Element in das Auge tritt,
indem dessen Flüssigkeitsstoffen noch Substanzen beigefügt sind, die den
Strahl zerteilen helfen. Dadurch ist die Fähigkeit gegeben, Farben
wahrzunehmen. Damit im kleinen Auge die Fülle der Lichtstrahlen aller
Gegenstände, sich wieder zerstreuend, ein verjüngtes Bild der erblickten
Dinge erzeugt, ist hinter die Pupille des Auges die Kristallinse gestellt.
Diese nimmt die Strahlen auf, konzentriert sie und läßt sie im Pigment der
Netzhaut wieder auseinandergehen, um auf dem spiegelgleichen schwarzsamtenen
Grunde das getreue Abbild wieder hervorzurufen. Die
Theorie, daß beim Sehvorgang sich auf der Nervenhaut das Bild verkehrt
spiegelt und sich dann durch Reflexion aus dem Auginneren wieder umkehrt,
beruht auf einem großen Irrtum. Zwar hat die Optik mit einem Glas, dessen
Schliff der Kristallinse nachgebildet ist, das Resultat einer Bildumkehr
erzielt. Glas jedoch ist leblos und seine Brechung der Lichtstrahlen ist
deshalb eine andere als im Organ des Auges. Denn dieses ist voll des
geistigen und materiellen Lebens, wobei die Seele dortselbst mit dem
Sehprozeß auf eine ganz andere Art zu Werke geht, als es die Wissenschaft der
Optik vermutet. Wie könnte auch der ganze Sehvorgang nur auf die
mathematischen Linien eines Kreises beschränkt sein, wo doch sicher auch das
Auge eines Pferdes oder einer Ziege, deren Pupille bekanntlich ein längliches
Viereck bildet, ein richtiges Sehbild hervorruft! Oder wie gänzlich anders
geartet ist zum Beispiel das Auge einer Fliege. Diese besitzt ein Augenpaar,
das nahezu den siebenten Teil ihres ganzen Wesens ausmacht. Ein jedes Auge für
sich besteht wieder aus mehreren tausend kleineren Augen, die — wie die
Zellen eines Bienenstocks aneinandergereiht und ein jedes kegelförmig
zugespitzt — alle auf einen gemeinsamen Sehpunkt zusammenlaufen. Sie bilden
damit ein unbeschreiblich starkes Mikroskop, womit die Fliege sogar atomisch
kleinste Tierchen zu erblicken vermag. Selbst
die materielle Betrachtung aller Teile des Menschenauges vermag die
Zweckmäßigkeit seiner Einrichtung nicht zu erforschen. Bei den meisten
Entdeckungen haben die Menschen stets vom Leblosen auf das Belebte
geschlossen und dadurch viele wissenschaftliche Irrtümer verbreitet, wodurch
immer wieder unerklärliche Widersprüche zum Vorschein gelangen. Beim Menschen
löst sich mit dem Leibestod das seelische Lebensprinzip vom materiellen
Körper, das mit den beiden großen Lebensfaktoren der Schöpfung — Elektrizität
und Magnetismus — allein jedes Naturleben zu erhalten vermag. So ist im
zerschnittenen Leichnam bestenfalls jene Zerstörung als Wirkung
festzustellen, welche die Unregelmäßigkeit des Ein- und Ausströmens dieser
beiden Hauptelemente bewirkte. Aber der eigentliche Lebensfaktor ist
entwichen und mit ihm jede Möglichkeit, den Grund des Lebens und sein Warum
zu entziffern. So
liegen auch im Sehorgan des Menschen tiefe Geheimnisse verborgen. Wenn er mit
seinem Auge, dieser kleinen Sonne in seinem Leibe, den gestirnten Himmel
betrachtet, dann wird sein Auge selbst zu einem kleinen Universum, in dem
sich Milliarden von Sonnen abbildlich widerspiegeln. Eine unendliche
Schöpfung trägt sodann das Auge des Menschen in sich. Und das Strahlen und
Widerstrahlen der zahllosen Sonnen im sonnenverwandten Auge bewirkt in der
Seele eine Ahnung des Wunders, wie das Größte im Kleinsten sich wiederfindet
und als das erkennt, was es in sich selbst wesenhaft ist. g) Wirkungsweise der Narkose GrEv X/209 u. Hi II, S. 309 ff. (zit. n. V.M.) — Alles, was vom
Magen zur Ernährung des Leibes aufgenommen wird, ist nicht so tot, wie es den
Anschein hat. Denn jede Nahrung besteht aus drei Teilen: Einem grobmateriellen,
einem ätherischen und einem substantiellen Teil. Der materielle Teil der
Speise ist jener, der sichtbar und fühlbar ist und sich in Mund und Nase
durch seinen Geschmack und Geruch den Sinnen kundgibt. Wenn Speise und Trank
in den Magen gelangen, so werden sie dort gewisserart zum zweiten Male
verkocht. Es entwickeln sich dabei zwei Hauptbestandteile, von denen der
gröberstoffliche durch das Blut zur Ernährung des Leibes, seiner Glieder,
Eingeweide und Muskeln überall dorthin geleitet wird, wo die Körperzellen
einer Stärkung bedürfen. Der
feinerstoffliche Bestandteil der Nahrung wird erst im unteren Magen
ausgeschieden. Hier wird auf dem Wege eines eigenen Gärungsprozesses der
ätherische Stoff der eingenommenen Nahrung aus den stofflichen Zellhülsen ausgesondert
und dient zur Belebung der Nerven, weshalb man ihn den
"Nervengeist" nennen kann. Das
ganz außerordentlich Fein-Ätherische aber, das die eigentliche Substanz jeder
Materie darstellt, wird [nach dem Vergärungsprozeß] durch die Milz auf einem
besonderen Wege in das Herz geleitet und geht von da aus völlig geläutert in
die Seele des Menschen über. Somit zieht auch die Seele von jeder
aufgenommenen Nahrung das ihr Verwandte an sich und wird dadurch in allen
ihren, dem stofflichen Leibe ganz ähnlichen Einzelteilen genährt und
gestärkt. [Daher der Einfluß der Ernährungsweise auch auf die seelischen
Qualitäten des Menschen!] Der
erwähnte Nervengeist nun dieses ätherischen Fluidums, das die Verbindung von
Leib und Seele herstellt, spielt beim Vorgang der Narkose eine entscheidende
Rolle. Jeder
Äther als eine spirituelle spezifische Flüssigkeit von reinster Zartheit
wirkt auf den Nervengeist betäubend. Ebenso Wein, Bier, Most und ähnliche
Flüssigkeiten, weil hier die seelischen Spezifika schon freier und ungebundener
sind als im Wasser und anderen ungegorenen Flüssigkeiten. Im reinen Äther
sind sie beinahe schon ganz frei und können nur in einem dicht verschlossenen
Gefäß fest gehalten werden. Gelangt
ein solcher Äther durch das Einatmen mit dem Leibesorganismus, in dem der
Nervengeist waltet, in Verbindung, so wird er von letzterem als mit ihm
verwandt gierig aufgesogen und zur Sättigung der inneren Nervenkammern
verwendet. Werden diese Kammern solcherart auf eine unvorbereitete Weise
plötzlich angereichert, so werden sie durch diese Sättigung gleich einer
Blase aufgebläht und sind in solchem Zustand keiner Reaktion mehr fähig,
weder als Empfindung bei äußeren Verletzungen, noch durch inneres Ergreifen
von seiten des Nervengeistes. [Das Anästhesieprinzip der Narkose!] Daß
aber dadurch auch der Nervengeist selber für den Leib untätig wird, ist
begreiflich, indem er sich wegen der momentanen Übersättigung der
Nervenkammern außer Verband mit denselben gestellt hat. Dadurch wieder wird
die Seele frei, weil sie der Nervengeist in jenem Zustande überfüllter
Nervenkammern nicht an diese zu binden vermag. Ist jedoch die Seele
vorübergehend vom Leibe befreit, so befindet sie sich in der Zeit dieser
kurzen Nervenbetäubung bewußtseinsmäßig in jener Sphäre der Geisterwelt, die
ihrem menschlichen Herzen oder Gemüt entspricht. Im Betäubungszustand der
Narkose weilt also die Seele genau in dem inneren Schauungsgrade, der ihrer
eigenen guten oder bösen Beschaffenheit angemessen ist. Da
hier aber Seele und Nervengeist wie beim natürlichen Schlaf sich noch im
Vollverbande befinden [nur Seele und Nervenkammern sind getrennt], vermag die
Seele die Formen ihrer Anschauungen in den mit ihr noch verbundenen
Nervengeist zu übertragen. So kann sie sich dessen, was sie in der geistigen Seelenwelt
sah, recht wohl erinnern, während sie jedoch nicht wahrnimmt, was indessen
mit dem Leibe vorgegangen ist. Aus einem rein somnambulen Zustand [heute
parapsychologisch "Trance" genannt], wie auch aus einem tiefen
natürlichen Traumleben bringt die Seele darum keine Rückerinnerung in den
natürlichen (wachbewußten) Zustand zurück, weil sie da gewöhnlich außer
Verband mit dem Nervengeiste steht. Denn dieser bleibt mit den Nerven eng
verbunden, die, weil sie sonst keine Sättigung erhielten und geschwächt
würden, ohne Nervengeist bald absterben und sich auflösen würden, was dann
auch den Tod des Leibes bedeuten würde. Bei
der Äthernarkose jedoch ist eben der Äther das Substitut (der Ersatz) des
Nervengeistes, so wie beim natürlichen Schlafe der Magenäther aus den Speisen
diese Funktion übernimmt. Hier kann sich der Nervengeist ohne Gefahr einer
mangelnden Sättigung der Nervenkammern frei machen. Weil er dabei völlig
allein der Seele zu Diensten steht, resultiert daraus eben die Rückerinnerung
der Seele von dem, was sie in den Sphären der Geisterwelt schaute. [Anm.
Diese Rückerinnerung bezieht sich auf die Aufnahme des Wahrgenommenen in das
seelische Gehirn, wobei weit seltener eine Weiterübertragung dieser Eindrücke
auf das physische Gehirn und damit ein tagesbewußtes Erinnern an das
Traumleben erfolgt.] Darin
liegt sehr leicht begreiflich der grundlegende Unterschied zwischen diesem
Äther-Betäubungszustand und dem sogenannten magnetischen Schlaf (Trance, bzw.
Hypnose], in dem die Seele ihren Leib beschauen kann, weil der Nervengeist
mit diesem noch verbunden ist, wogegen bei der Narkose beide außer Verband
mit dem Leibe stehen. Zuweilen
treten bei manchen Menschen nachträgliche Wirkungen der Narkose in Gestalt
von konvulsivischen Zuständen ein. Sie stellen einen gewissen
"Entweichungsdurst" der Seele aus ihren materiellen Fesseln dar,
welches Bedürfnis ihr eben durch den Zustand der Narkose eingepflanzt wurde.
Gegen dieses Übel sind Gebet und Fasten die wirksamsten heilenden Mittel. 4. Die Außenlebenssphäre des
Menschen
GrEv VIII/102 u. IV/215 — Seht, ein jeder Mensch hat als ein
geistig, seelisch und naturkörperlich lebendes Wesen ebenso eine
Außenlebenssphäre um sich, wie solche ein jeder Weltkörper, jeder einzelne
Stein wieder eigens für sich und so ein jeder Baum und jedes Gewächs nach
seiner Art und also auch ein jedes Tier hat. Denn ohne eine Außenlebenssphäre
könnte weder eine Erde noch ein Stein, noch ein anderes Mineral, noch ein
Gewächs und ein tierisch lebendes Wesen bestehen. Daß
sich die Sache aber so verhält, könnt ihr einer von euch schon sicher oft
erprobten Erfahrung entnehmen, daß ihr zum Beispiel in einem Eichenwald von
einer ganz andern Empfindung bemeistert werdet als in einem Zedernwald. Ein
ganz anderes Gefühl bemächtigt sich des Menschen, wenn er sich auf einem
Kalkfelsen befindet, und ein anderes auf einem Granitfelsen. Ein anderes
Empfinden hat der aufmerksame Mensch in einem Weinberge und ein anderes in
einem Garten mit Feigenbäumen. Und dasselbe wandelbare Gefühl hat der Mensch
bei der Annäherung verschiedener Tiere und noch mehr bei der Annäherung
verschiedener Menschen. Ein sehr feinfühlender Mensch empfindet das oft schon
auf eine beträchtliche Ferne und fühlt es, ob ihm ein guter oder ein böser
Mensch begegnen wird. Und
sehet, das empfinden auch die Tiere, und manche um vieles schärfer als
irgendein materieller und wenig über Gutes und Wahres nachdenkender Mensch. Ist
ein Mensch von einer vollendet guten Art und ist er in seiner Seele von
göttlichem Geiste erfüllt, so wird seine Außenlebenssphäre auch stets
kräftiger und in weite Fernen hin zu reichen anfangen. Wenn solch einem
Menschen sich dann auch selbst die reißendsten Tiere nähern, so werden sie
von seiner Außenlebenssphäre durchdrungen und gesänftet, werden sich ihm
voller Freundlichkeit nähern und ihm nichts zuleide tun, und er wird ihnen
sogar mit seinem Willen gebieten können, und sie werden sich ihm gehorsam
erweisen. Beispiele
von der Wahrheit des Gesagten findet ihr bei den Urvätern der Erde, bei den
Patriarchen und bei den Propheten; und in dieser Zeit habt ihr das schon
selbst an Meiner Seite gar vielfach erprobt. Ich Selbst sicher am meisten und
auch ihr mit Mir, wir haben wohl die am allerweitesten über uns selbst
hinausreichende Außenlebenssphäre von höchster Kraft, Güte und
Vollkommenheit! Die
im Gemüt vollkommene Seele ist persönlich zwar auch in der vollkommenen
Menschenform im Leibe vorhanden; aber ihr Empfinden, Fühlen und Wollen geht,
gleichwie die Lichtstrahlen der Sonne, nach allen denkbaren Seiten wirkend
weit hinaus. Je näher an der Seele, desto intensiver und wirksamer ist dann
dieser beständige Ausfluß des Denkens, Fühlens und Wollens. Die
Außenlichtsphäre der Sonne, in der sich diese Erde, der Mond und noch eine
große Menge allerleiartiger anderer Weltkörper befinden, ist gewisserart die
Außenlebenssphäre der Sonne, durch die alles, was in ihrem Bereich sich
befindet, zu einem bestimmten Naturleben erweckt wird. Alles muß sich da mehr
oder weniger in die Ordnung der Sonne fügen, und diese ist dann ein Gesetzgeber
und ein Herr aller anderen Weltkörper, die sich nur irgendwo im Bereich ihrer
Lichtausstrahlung befinden. Freilich kann man von der Sonne nicht sagen, daß
sie denke und wolle; aber ihr Licht ist dennoch ein gar großer Gedanke und
des Lichtes Wärme ein gar fester Wille — aber nicht von der Sonne, sondern
von Mir ausgehend und wirkend durch das organische Wesen des Sonnenkörpers.
Je näher denn ein Weltkörper der Sonne ist, desto mehr muß er auch die
lebenwirkende Kraft der Außenlebenssphäre der Sonne in sich wirkend und
bestimmend wahrnehmen und muß sich fügen in alles das, was das Licht und die
Wärme der Sonne in und auf ihm zeugen will. Wie
aber die Sonne auf den Weltkörpern Wunderbares bloß durch ihre Außenlebens-sphäre wirkt, also auch eine unverdorbene und in ihrer
ursprünglichen Art vollkommene Seele, die da ist voll des Lebens, also voll
Liebe, voll Glaubens und voll des festen Willens! Eine solche Seele ist ganz
Licht und Wärme und strahlt weithin aus, und diese Ausstrahlung bildet dann
gleichfort ihre mächtige Außenlebenssphäre. Wie sich aber in der
Außenlebenssphäre der Sonne Mein Wille als übervoll wunderbar wirkend
ausspricht und keine Macht demselben widerstreben kann, ebenso spricht sich
der Wille einer vollkommenen, unverdorbenen Seele, in der, weil in Meiner
Ordnung, auch Mein Wille ist, als wunderbar wirkend aus. 5. Vom Dämoneneinfluß und wie er zu
bannen ist
GrEv V/96 — Ein Engel spricht: "Du hast deinesteils ganz
recht, wenn du behauptest, daß die Dämonen über einen Menschen, der völlig in
der Liebe zu Gott sich befindet, in noch so großer Anzahl durchaus keine
Gewalt auszuüben imstande sind. Denn von einer Gemeinkraft kann bei ihnen
keine Rede sein, da von ihnen ein jeder in der größten Selbstsucht und
Eigenliebe ist, und es daher ja keinem beifällt, seinen Nachbarn in irgend
etwas zu unterstützen, aus Furcht, der Nachbar könnte heimlich und ganz
verkappt wieder einen Vorteil gewinnen, der ihm dann sicher eine fruchtlose
Reue abnötigen würde. Wenn
sie miteinander gewisserart auf den Raub ausgehen, so verrät keiner dem
andern seine höchst geheimgehaltene Absicht. Und kommen sie wie zufällig am
Orte des Raubes zusammen, so gibt es da unter ihnen selbst oft den bittersten
Krieg. Denn der erste sich auf eine Beute Werfende ist ein Feind eines jeden,
der sich neben ihm auch auf die Beute wirft, und sucht ihn zu verdrängen. Ein
Dritter benützt schadenfroh diese Gelegenheit und stiehlt für sich. Und fängt
ein Vierter neben ihm auch an, für sich zu stehlen, so kommen diese zwei auch
zum Raufen, und ein Fünfter stiehlt dann ganz ruhig wieder für sich. Kommt
ein Sechster hinzu, so entsteht gleich ein neuer Kampf, und ein Siebenter hat
dann wieder so lange gut stehlen, bis ein Achter in seine Nähe kommt. Alle
kämpfen nun, und keiner läßt sich vom andern die Stelle des Raubes und den
schon gemachten Raub selbst nehmen. Du
siehst, daß da sicher kein Teufel dem andern in irgend etwas hilft, aber
durch ihren höchst selbstsüchtigen Andrang vermehren sie dennoch das Gewicht
an der allgemeinen Beute. Und es geht dann ungefähr also, als wenn du zwei
ganz gleiche Gewichte in die Schalen einer Waage legst, die gegenseitig für
sich gar keinen Ausschlag geben. Du bestreichst nun aber ein Gewicht mit nur
einem höchst ungewichtigen Tropfen Honigs, und sogleich wird der süße Geruch
Tausende von Bienen anlocken; diese werden sich ans Gewicht setzen und
sogleich ganz unwillkürlich einen Ausschlag bewirken. Kannst
du Gott darum der Unweisheit beschuldigen, so Er der Biene den Geruch und die
Gier nach Honig und dem Honige selbst die duftende und anlockende Süße
gegeben hat?! Oder ist der Herr unweise, so Er Seine Geschöpfe nicht nur
höchst zweckmäßig, sondern auch höchst schön, jegliches in seiner Art,
gestaltet hat?! Ist es etwa unweise von Ihm, der Jungfrau jene höchst reizende
und anziehende Form gegeben zu haben, daß sie vor den Sinnen des schrofferen
Mannes auf dieser Welt den allerhöchsten Wert haben muß, so daß er Vater und
Mutter verläßt und seinem Weibe anhanget?! Wie
es aber schon in der Außenwelt sich erkennen läßt, daß ein Wesen das andere
in irgend etwas anzieht, um so mehr ist solches in der Welt der Geister der
Fall. Und wäre dies nicht also, wie bestände da eine Erde, ein Mond, eine
Sonne und wie die zahl vielen anderen Weltkörper im unermeßlichen
Schöpfungsraum?! Ein Atom hat Sympathie mit seinem Nachbarn; beide ziehen
sich an. Was die beiden tun, das tun dann zahllose Äonen, sie ziehen alles
Gleiche und Gleiche an, und es entsteht daraus am Ende eine Welt. Wenn
aber also, ist es dann unweise vom Herrn, so Er allernotwendigstermaßen einer
jeden Seele die unbedingte Willens- und Erkenntnisfreiheit läßt und danebst
natürlich auch die daraus entspringenden Folgen?! Oder würdest du Gott als
höchst weise preisen können, wenn da irgend jemand von hier nach Jerusalem reisen
wollte und setzete dafür seine Füße auch in Bewegung, käme aber damit doch
bei allem seinem Willen und bei der besten Wegkenntnis nicht nach Jerusalem,
weil es Gott nicht so haben wollte, sondern statt nach Jerusalem, wo er
wichtige Geschäfte abzumachen hätte, nach Damaskus, wo er gar nichts zu tun
hat?! Sage es mir, ob du solch eine göttliche Einrichtung für weise finden
würdest! Oder findest du es ungereimt, wenn dich am Tage Bienen, Wespen,
Hornissen und allerlei Fliegen ordentlich zudecken und auffressen, so du ganz
mit Honig bestrichen dich hinaus ins Freie begibst?! Wenn
aber nun deine Seele irgendeinen sündigen Leidenschaftsduft in ihre
Außenlebenssphäre streut, und die schon vom Fleische befreiten, aber noch in
einem gleichen Lieblingsdufte stehenden Seelen solchen in deiner
Außenlebenssphäre gewisserart riechen, auf dich losstürmen und sich an deinem
Überflusse sättigen — ohne eigentlich zu wissen, was sie tun, sondern rein
nur deshalb sich stets zahlreicher um dich versammeln, weil sie in deiner
Sphäre die erwünschte Kost finden —‚ so ist das gewiß nicht unweise vom
Schöpfer, der nichts so sehr für ewighin achtet wie die unbedingte Freiheit
einer jeden Seele. Hat ja doch eine jede Seele stets Mittel genug in Händen,
sich der ungeladenen Gäste zu entledigen, wie oft und wann sie es will. Willst
du in der Freie nicht von den stechenden Insekten belästigt werden, so wasche
und reinige dich von dem törichten Honiganstrich, und du wirst Ruhe haben.
Und willst du keine deine Seele schwächenden und belästigenden Dämonen in
deiner Außenlebenssphäre, so erwähle dir des Herrn dir bekannte Ordnung zu
deinem Lebensgrundsatz, und ich stehe dir dafür, daß dir kein Dämon in die
Nähe deiner Lebenssphäre kommen wird! Glaube
es mir, wenn du nicht mit irgendeiner in und aus dir selbst entstandenen
Lebensverkehrtheit die Dämonen anlockst und anziehst, so werden sie dich
sicher nicht anziehen, verlocken und verführen. Hast du sie aber angezogen,
so mußt du es dir dann selbst zuschreiben, wenn sie deine Seele in einer und
derselben Leidenschaft durch ihren Andrang noch mehr verhärten, ohne es
eigentlich zu wollen. Ich sage es dir: Ein jeder Mensch wird zuerst aus sich
selbst schlecht und der göttlichen Ordnung abtrünnig! Dazu wird er freilich
wohl zumeist durch eine ganz verkehrte Erziehung vorbereitet und gerät also
in allerlei üble Leidenschaften und aus diesen in allerlei wahre Sünden.
Durch diese aber öffnet er dann auch allen argen fremden Einwirkungen die
Türen und kann so in Grund und Boden des seelischen Lebens verdorben werden
und auch bleiben — aber doch immer nur, wenn er es also will. Will
er sich ändern, so steht ihm vom Herrn aus nichts im Wege; denn ein
Bedrängter darf ja nur den leisesten Wunsch in sich äußern, und es wird ihm
alsbald Hilfe gegeben. Aber so er sich in seiner Bosheit ganz wohl und
zufrieden befindet und nie einen bessern Wunsch von sich und in sich
vernehmen läßt, da freilich wird ihm in seinen Willen keine besondere
Einstreuung gemacht. Wohl
wird ihm das Gute in seines Herzens Sensorium [Empfindungsorgan], das man
"Gewissen" nennt, eingeflüstert, und er bekommt von Zeit zu Zeit
ganz tüchtige Mahnungen von uns aus. Kehrt er sich nur einigermaßen daran, so
ist da von einem Verloren gehen und Verdorbenwerden keine Rede mehr. Da kommt
dann die geheime Hilfe unablässig von oben und verleiht der Seele stets
Einsicht und Kraft, sich aus dem großen Gewirre mehr und mehr loszumachen.
Und es gehört dann nur so ein wenig guten Willens dazu, und es geht dann
schon recht hurtig vorwärts — wenigstens bis dahin, wo der Mensch, für eine
höhere Offenbarung geeignet, vom Geiste Gottes selbst ergriffen und im wahren
Lebenslichte weitergeführt wird. Aber
natürlich, wo sich der Mensch in seiner groben Verblendung und in seinem
Weltsinnenrausch an die gar sanften und leisen Mahnungen, von uns ausgehend
und sich im Herzen kundgebend, gar nicht im geringsten kehrt, sondern schon
gleich tut, als wäre er ein Herr der ganzen Welt — ja, da hat dann etwa doch
wohl niemand anders die Schuld am unverbesserlichen Zustande der Seele als
eben die Seele selbst!" — *
— Ursachen und Zweck von Krankheiten
und Leiden
1. Die Erbsünde als Grundursache
körperlicher Gebrechlichkeit
GrEv II/224 (6 ff.) — DER HERR: "Hätte Adam das im von
Gott gegebene positive Gebot beachtet, so wäre die Menschheit, das heißt die
vollkommene Seele des Menschen, nicht zu dem sehr harten, schweren und
gebrechlichen Fleischleibe gekommen, der nun mit gar vielen Gebrechen und
Mängeln behaftet ist. Aber der Ungehorsam gegen das positive Gesetz hat den
ersten Menschen notwendig auf einen weiten Umweg gebracht, auf dem er nun das
Ziel um vieles schwerer und um vieles später erreicht. Du
meinst freilich und sagst bei dir: "Ei, was kann denn ein kleines, bloß
moralisches Gesetz, ob es beachtet oder nicht beachtet wird, auf die gesamte
Natur des Menschen für einen gar so wesentlichen Einfluß nehmen? Adam wäre
ohne den dummen Genuß sicher ebenso der fleischliche Adam geblieben, wie er
es durch den Genuß des Apfels geblieben ist, und er hätte dereinst dem
Fleische nach sicher ebensogut sterben müssen wie nun noch alle
Menschen!" Du
hast einesteils wohl recht; aber andernteils auch unrecht. Es ist der Genuß
eines Apfels, der eine gesunde und süße Frucht ist, sicher nicht todbringend;
denn sonst müßten nun alle Menschen, die Äpfel essen, bald darauf sterben.
Also am Apfel selbst liegt wenig oder auch nichts. Aber so er zum Genusse auf
eine unbestimmte Zeit verboten wird, und das nur der größeren Konsolidierung
der Seele wegen, die Seele aber, ihres freien Willens bewußt, das Gesetz
mißachtet und übertritt, so macht sie gewisserart einen Durchbruch in ihrem
Wesen, und dieser gleicht dann einer offenen Wunde, die schwer je völlig zu
heilen ist, weil, wenn die Wunde auch vernarbt, durch die Vernarbung eine
Anzahl von Gefäßen so beengt werden, daß durch sie fürder die Lebenssäfte der
Seele nicht gut zirkulieren können und darum an der Stelle der Narbe stets
einen unbehaglich schmerzlichen Druck ausüben. Dadurch aber wird dann die
Seele abgezogen, hauptsächlich nur fürs freie Gedeihen des Geistes in ihr zu
sorgen, und sie verwendet nun zum größten Teil ihre Tätigkeit darauf, daß die
Narbe wieder vergehe. — Und sehet, diese Narbe heißt "Welt"! Die
Seele will zwar diese Narbe gleichfort loswerden; denn sie schmerzt die Seele
im Gefühl der Sorge, das heißt der Weltsorge. Aber je mehr die Seele sich da
abmüht, desto derber wird die Narbe, und je derber sie wird, desto mehr Sorge
erzeugt sie; und die Seele hat am Ende nichts zutun, als sich allein mit der
Heilung dieser alten Narbe zu beschäftigen, das heißt sich sorglos zu machen,
geht am Ende selbst nahezu ganz in diese Narbe über und kümmert sich wenig
mehr um ihren Geist. — Und sehet, das ist die sogenannte
"Erbsünde"! "Wie
aber kann sich so etwas wohl vererben?" wird man fragen. Oh, sehr
leicht, besonders in der organischen Seelengestaltung. Was diese einmal
angenommen hat, das kann ihr Tausende von Jahren bleiben, wenn solches nicht
durch den Geist in ihr wieder in die volle Ordnung gebracht wird. Sehet den
Typus eines Volkes an! Stelle Ich euch heute die Gestalt seines Urstammvaters
vor, so werdet ihr es alle bald erkennen, daß eine bedeutende Ähnlichkeit auf
alle seine Nachkommen übergegangen ist. War der Stammvater ein guter und
sanfter Mann und also auch dessen Weib, so wird am Ende mit wenig Ausnahme
das ganze Volk ein mehr gutes und sanftes sein als ein Volk, das da einen
zornmütigen, stolzen und herrschsüchtigen Stammvater hatte. Wenn
aber ein leichter, verwischbarer Zug eines Urstammvaters physisch und
moralisch noch nach ein paar Jahrtausenden in allen seinen Nachkommen gar
wohl zu erkennen ist, um wieviel mehr ein Zug des ersten Menschen der Erde in
allen seinen Nachkommen, indem seine Seele im Anfange viel empfänglicher und
somit notwendig um vieles reizbarer war als die späteren Seelen, denen das
Merkmal des Vaters gleich bei der Zeugung im Strome des Lebenssamens
eingeprägt ward und hernach auf natürlichem Wege nicht mehr verwischt und gar
getilgt werden konnte. Leider verunstaltet eine solche Narbe die Seele sehr,
und Gott hat allzeit alles angewendet, auf daß es einer Seele aus sich
möglich werden könnte, solch eine böse Narbe für alle Zeiten vergehen zu
machen. Aber es wollte die Sache nicht besonders gut gelingen, und Ich kam
darum schließlich selbst auf diese Erde, um die alte, häßliche Narbe
auszutilgen. Und
Ich werde sie auch tilgen — durch die vielen Wunden, die in Mein Fleisch
geschlagen werden." GrEv VIII/34 (13 ff.) — Wenn es in der Schrift heißt, daß Satan
in der Gestalt einer Schlange das erste Menschenpaar verführt habe, so will
das soviel sagen als: Das erste Menschenpaar, das Gott und Seinen Willen wohl
kannte, hat sich von der Anmut der materiellen Welt bestechen lassen, und
ihres Fleisches Begehren und Stimme sagte: "Wir wollen sehen, was daraus
wird, so wir einmal dem wohlerkannten Willen Gottes zuwiderhandeln! Denn Gott
Selbst hat uns das Handeln frei gestellt. Wir können dadurch an unserer
Erkenntnis ja nichts verlieren, sondern nur gewinnen! Gott weiß es sicher,
was uns durch ein freies Handeln werden kann. Wir aber wissen es nicht; darum
handeln wir einmal nur nach unserm Sinne, und wir werden dann durch die
Erfahrung auch das wissen, was jetzt Gott allein weiß!" Und
siehe, also aßen die beiden von dem verbotenen Baume der Erkenntnis auf dem
Wege der selbst-machen-wollenden Erfahrung und versanken dadurch um einen
Grad tiefer in ihr gerichtetes Materielle, das dem freien Geistleben
gegenüber auch der "Tod" genannt werden kann. Sie
erkannten darauf wohl, daß in ihrem Fleische das Mußgericht und der Tod daheim
sind, der bei der steigenden Weltliebe auch die freie Seele in sein Gericht
und seine Unfreiheit begraben kann, und verloren denn auch das reine
Paradies, das in der vollen Einung der Seele mit ihrem Geiste bestand, und
mochten aus sich heraus dasselbe wohl nicht völlig wiederfinden; denn ihre
Seele war vom Stachel der Materie verletzt worden und hatte viel zu tun, um
sich noch so frei als möglich über dem Gerichte, als dem geschaffenen Muß, zu
erhalten, wie das nun bei allen Menschen der Fall ist. Und Ich, der Herr, bin
darum in diese Welt gekommen, um den Menschen wieder den wahren Lebensweg zu
zeigen und ihnen das verlorene Paradies durch Meine Lehre
wiederzugeben." 2. Von selbstverschuldeter
Krankheitsnot
GrEv 111/12 (5) — Es wird viel gejammert und geklagt, und ein
halbgläubiger Mensch um den andern sagt: "Was kann denn aber Gott doch
für ein Vergnügen haben, so Er die Menschen in einem fort mit allerlei Plagen
heimsucht?!" Da schaue entweder gar kein Gott heraus, oder Gott sei zu
erhaben und kümmere sich ums Gewürm einer Erde nimmer. Oder Gott sei
opferhungrig und weihrauchlüstern geworden, man müsse Ihn wieder besänftigen
durch reiche Opfer, magische Sprüche und Weihrauch. Oder Gott sei erzürnt
worden und räche sich nun an der harmlosen, schwachen Menschheit; man müsse
in Sack und Asche Buße tun und zum wenigsten zwölf Sündenböcke in den Jordan
werfen! Aber
daran denkt niemand, daß all das Leiden, alle Krankheiten, alle Kriege, alle
Teuerung, Hunger und Pest lediglich daher rühren, weil die Menschen, anstatt
für ihre Seele und ihren Geist nach der Ordnung Gottes alles zu tun, nur
alles für ihren Leib tun. GrEv IX/35 — DER HERR: "Mangel, Not und allerlei Elend
lasse Ich nur dann unter die Menschen kommen, wenn sie von Mir ganz
abgefallen und zum Teil finstere Götzendiener, zum Teil nur selbstsüchtige
und gottlose Weltlinge geworden sind. Denn Not und Mangel nötigen die
Menschen zum Denken über die Ursachen ihres Elends, machen sie erfinderisch
und scharfsichtig, und es werden auf diese Art bald kluge und weise Männer
aus dem Volke aufstehen, die ihren Mitmenschen die Augen öffnen und ihnen die
Quellen des allgemeinen Elends zeigen. Würden
die Menschen sich nie von Gott abwenden, so würden sie auch nie in Not und
Elend verfallen. Wenn sonach ihr und eure Nachkommen stets im Glauben und in
der Tat nach Meiner Lehre verbleibet, so werdet ihr auch nie ein Elend zu
bestehen haben. Auch des Leibes Krankheiten werden eure Seelen nicht
ängstlich und kleinmütig machen. Denn des Leibes Krankheiten sind allezeit nur
die bitteren Folgen der Nichtbefolgung der von Mir den Menschen klar
ausgesprochenen Gebote. Wer
diese Gebote schon von seiner Jugend an treu zu halten sich bestrebt, der
wird bis in sein hohes Alter keines Arztes bedürfen und seine Nachkommen
werden nicht an den Sünden ihrer Eltern zu leiden haben. ... Aber wenn die
Menschen auszuarten anfangen, dann kommen auch bald schwere Körperleiden über
sie und lehren sie die Folgen der Gering- oder Garnichtachtung der Gebote
Gottes kennen. Wenn
der sachkundige Verfertiger einer Maschine dem, der sie ihm zum Gebrauche
abgekauft hat, sagt und zeigt, was er zu beachten hat, um von der Maschine
einen dauerhaft nützlichen Gebrauch machen zu können, so muß der Käufer das
auch genau beachten, was ihm der Maschinenmeister sagt. So aber der Käufer
mit der Weile das Gesagte aus Eigen- oder Leichtsinn nicht mehr beachtet, so
muß er es sich selbst zuschreiben, wenn die Maschine verdorben und somit für
den guten Gebrauch ganz oder doch zum Teil untauglich wird. Gott
aber ist der große Maschinenmeister des menschlichen Leibes, den Er zum
nützlichen Gebrauche für die Menschen als eine gar kunstvollste Maschine wohl
eingerichtet hat. Gebraucht die Seele diese belebte Maschine nach dem ihr
klar erteilten Rat, der in den Geboten Gottes besteht, so wird der Leib auch
in seiner stets wohl brauchbaren Gesundheit verbleiben. Mißachtet aber mit
der Zeit die träg und sinnlich gewordene Seele diese Gebote des ewig großen
Maschinenmeisters, so muß sie es sich denn auch selbst zuschreiben, so ihr
Leib in allerlei Elend verfällt." 3. Die Hauptursachen der
Krankheiten
GrEv VI/56 — DER HERR: "Von allen Lastern ist das böseste
die Unzucht aller Art. Zu diesem Laster aber werden die Menschen verleitet
durch Müßiggang, Hoffart und Hochmut. Denn dem Hochmut ist nichts mehr
heilig; er sucht alle ihm zu Gebote stehenden Mittel auf, um durch sie seine
weltsinnlichen Leidenschaften zu befriedigen. Wenn dann von solch einem
Menschen Kinder gezeugt werden — welch elende und mit vielen Krankheiten
behaftete Menschen kommen dadurch in diese Welt! — Also diese Sünde ist eine
Hauptquelle, durch welche die ärgsten Krankheiten in diese Welt kommen. Dann
kommen aber auch Fraß und Völlerei, der Zorn und allerlei Ärger, durch welche
Laster sich auch allerlei Krankheiten bei den Menschen entwickeln und sie
dann auf eine jämmerliche Weise quälen. Sagte
Ich nicht zu dem Kranken in Jerusalem, der volle achtunddreißig Jahre am
Teiche Bethesda harrte, um geheilt zu werden, als Ich ihn geheilt hatte:
"Gehe hin und sündige nicht mehr, auf daß dir nicht noch etwas Ärgeres
widerfahre!"? Seine böse Gicht war dem nach auch eine Folge seiner
früheren vielen Sünden. Und so ist es beinahe bei den meisten von Mir
Geheilten der gleiche Fall gewesen. Wären sie durch ihre vielen Sünden nicht
krank geworden, so wäre es auch um ihre Seelen geschehen gewesen. Nur eine
recht schwere und bittere Krankheit hat sie nüchtern gemacht und zeigte
ihnen, wie die Welt ihre Huldiger lohnt. Sie verloren durch die Krankheit
ihre Liebe zur Welt und sehnten sich, von ihr bald erlöst zu werden. Dadurch
wurde ihre Seele freier, und es kam ihnen dann auch zur rechten Zeit die
Heilung ihres Leibes. Neben
diesen Hauptursachen, aus denen die meisten Krankheiten bei den ohnehin von
der Geburt an geschwächten Menschen entstehen, gibt es wohl noch andere,
durch die der schwache Mensch auch sehr arg krank werden kann — aber Ich sage
es eigens noch einmal: Nur
dem schon von der Geburt an Geschwächten kann das begegnen! Die Ursachen aber
will Ich euch ganz kurz gefaßt zeigen: Einmal
steht da im Vordergrund das Essen schlechter, unreiner und schlecht und nicht
frisch zubereiteter Speisen und auch schlechter Getränke — dann das Essen von
allerlei unreifem Obst. Dann haben viele den argen Brauch, sich im erhitzten
Zustand schnell abzukühlen. Wieder andere setzen sich, ganz unbewußt ihrer
angeborenen Schwäche, allerlei Gefahren aus, in denen sie entweder ganz
zugrunde gehen oder einen lebenslang dauernden Schaden davon tragen. Ja,
dafür kann Gott nicht, und das um so weniger, da Er dem Menschen den
Verstand, den freien Willen und die besten Lebensgesetze gegeben hat! Gegen
die Trägheit des Menschen aber gibt es kein anderes Mittel als eben allerlei
zugelassene Übel, die notwendig auf die Nichtbeachtung des göttlichen Willens
folgen müssen. Diese wecken des Menschen in ihrem Fleische fest schlafende
Seele und zeigen ihr die leidigen Folgen ihrer Trägheit, und sie wird darauf
vorsichtiger, klüger, emsiger und gefügiger in den erkannten göttlichen
Willen. Und somit haben die verschiedenen Krankheiten, mit denen nun die
Menschen behaftet sind, auch ihr entschieden Gutes. Freilich sind sie auch
eine Art Gericht, das die Seele zum Guten nötigt. Aber es ist der Seele
dadurch dennoch der freie Wille nicht gänzlich benommen, und sie kann sich in
und nach einer Krankheit noch ganz ordentlich bessern, obschon sie ihre
weitere Vollendung erst jenseits einzuholen haben wird. Es
gibt aber wohl auch kranke Menschen, die wegen der Sünden ihrer Eltern oder
auch Voreltern schon vom Mutterleibe aus krank in diese Welt gekommen sind.
Die Seelen solcher Kranken sind zumeist von oben her und machen nur eine
zeitweilige Fleischprobe auf dieser Erde durch. Für diese aber ist jenseits
im Reiche der Geister schon ohnehin bestens gesorgt, und jeder, der sie pflegt,
mit Liebe und Geduld, den werden sie auch jenseits mit der gleichen Liebe und
Geduld in ihre himmlischen Wohnungen aufnehmen." Ed,
Kap. 59 — Ihr wisset, daß gewisse Menschen mit fleischlicher Lust sehr
behaftet sind, sowohl weiblicher- als männlicherseits — während es auch
wieder andere Menschen gibt, bei denen das sinnlich-fleischliche Wesen
beinahe ganz stumpf ist. Solche Menschen rühren sich nicht, selbst wenn ihnen
gegenüber das reizendste Fleisch aufgestellt würde, wogegen wieder andere
beim Anblick weiblicher Reize ganz rasend werden. Ja, es gibt Narren, die
sich in einen weiblichen Arm dergestalt verlieben können, daß sie ganz toll
werden, wenn sie so ein Frauenzimmer nicht zum Weibe oder doch wenigstens zum
zeitweiligen sinnlichen Genusse bekommen können. Der
Grund von solcher fleischlicher Neigung, besonders wenn diese sich sehr
heftig ausspricht, liegt nicht selten im Besessensein von einem oder auch
mehreren geilen Fleischteufeln. Aber
wie kommen diese in das Fleisch eines solchen Menschen? — Dazu bereiten die
Menschen selbst Gelegenheiten ohne Zahl und Maß. Solche Fleischteufel wohnen
vor allem in den hitzigen Getränken, im Wein, auch im Bier und besonders in
den gebrannten Wässern. Wenn sich Menschen mit derlei Getränken stark
berauschen, so haben sie in diesen Getränken sicher einen, wenn nicht mehrere
Fleischteufel in ihr Fleisch aufgenommen. Sind diese aber einmal im Fleische,
dann jucken und quälen sie die Genitalien auf eine so arge Weise, daß der
Mensch nicht umhin kann, solche Reizung durch den sinnlichen Genuß des
Fleisches zu befriedigen. Diese Fleischteufel sind aber nichts anderes als
unlautere Seelen solcher verstorbener Menschen, welche ebenfalls entweder dem
Trunk oder der fleischlichen Sinnlichkeit sehr ergeben waren. Sie treten zwar
aus einem Besserungsgrunde in das Fleisch eines noch lebenden Menschen über;
aber weil das Fleisch eben ihr Element war, so treiben sie es nicht selten in
solch einem Menschen, den sie besessen haben, noch ärger, als sie es früher
im eigenen Fleische getrieben haben. Ebendiese
verdorbenen Fleischseelen, wenn sie es zu toll treiben und sich stets mehr
und mehr in ihrer unreinen Lust entzünden, bewirken auch zuallermeist die
bekannten abscheulichen und sehr gefährlichen Krankheiten — was von den
schützenden Engelsgeistern darum zugelassen wird, auf daß die Seele des
erkrankten Menschen nicht gänzlich zugrunde gehe in der tobenden Wut ihres
Fleisches. Also
solche hitzige Getränke sind der erste Weg, auf welchem diese Fleischteufel
in das Fleisch des Menschen kommen. Der
zweite Weg, ebenso gefährlich wie der erste, sind die öffentlichen Tanzbelusti-gungen. Denn ihr könnt immer annehmen, daß
auf einem Ball oder einer sonstigen Tanzunterhaltung sich auch allezeit
zehnfach soviel unsichtbare, fleischsüchtige, unreine Seelen einfinden, als
sonst Gäste auf einem solchen Ball beisammen sind. Auf diesem Wege kommen sie
am leichtesten in das Fleisch, welches hier sehr aufgeregt wird und daher
überaus stark aufnahmefähig ist für derlei schmutziges Seelengesindel. Aus
diesem Grunde empfinden denn auch Menschen nach einem solchen Ball für alles
Höhere und Erhabene einen förmlichen Widerwillen, was in den Städten,
besonders bei Studierenden, von jedermann leicht beobachtet werden kann, da
nicht selten früher recht fleißige Studierende nach einem Ball, anstatt an
ihre Bücher zu denken, nur fortwährend den weißen Nacken, Busen, Arm und die
Augen ihrer Tänzerin vor dem Gesichte haben und ihr Sinn sich fast mit nichts
anderem mehr beschäftigt als bloß nur mit dem Gegenstande, der auf dem Ball
ihnen eine so große Lust bereitet hatte. Mancher Studierende läßt darob das
Studieren sein. Mancher aber studiert darauf statt der Wissenschaft nur das
Brot, um sobald wie möglich mit seiner lieblichen Tänzerin ein Paar zu
werden, gehe es wie es wolle. Und wird solch ein Paar auch wirklich ein
Ehepaar, so sieht es aber einem eigentlichen Ehepaar ebensowenig gleich wie
die Nacht dem Tage. Die
erste Zeit wird bei einem solchen Ehepaar bloß mit der sinnlichen Lust
zugebracht, so daß binnen kurzer Zeit fast alle Spezifika, die dahin bestimmt
sind, um Zeugungskraft zu bilden, völlig verbraucht werden. Dann tritt
gewöhnlich bald eine gänzliche Erschlaffung des Fleisches ein. In solchen
Fällen sucht dann der solchen Leuten innewohnende Fleischteufel dahin einen
Ausweg, daß er der Seele — wie gewisserart ein Hausarzt — einflüstert, sich
an ein anderes Fleisch zu wenden. Dadurch wird dem Manne sein Weib bald zum
Ekel — und der Mann seinem Weibe. Sie fängt an, nach und nach sich nach
jugendlichen Hausfreunden umzusehen; er aber geht gewöhnlich abends
"frische Luft" suchen. Und so geht die Sache fort, bis ein solches
Ehepaar sich dergestalt überdrüssig wird, daß es sich bald scheiden oder
einander ohne gerichtliche Scheidung sitzenläßt. Derlei Erscheinungen, die
gegenwärtig sehr an der Tagesordnung sind, sind lauter Früchte der Ball- und
Tanzunterhaltungen und Folgen des Besessenseins von den obenerwähnten, argen
Fleischpatronen. Dieses
Besessensein äußert sich anfänglich zwar nie mit der Heftigkeit wie bei
manchen, die durch hitzige Getränke derlei unreine Geister in sich
aufgenommen haben. Die Geister aus den hitzigen Getränken werden jedoch
leicht durch ein kräftiges Gebet der Seele durch ihren Geist hinausgeschafft,
worauf dann wieder der normale Zustand des Fleisches eintreten kann. Aber die
auf dem Wege öffentlicher Tanzbelustigungen zugezogenen Fremdgeister sind
nicht so leicht hinauszubringen, und es wird dazu schon sehr viel Fasten,
Beten und Selbstverleugnung erfordert, wodurch die Seele sich mehr und mehr
mit ihrem Geist vereinigt, dieser dann durch sie greift und das arge Gesindel
aus dem Hause der Seele schafft. Aber
wo ist nun ein solcher Tänzer und eine solche Tänzerin, die das täten? —
Gewöhnlich essen und trinken sie schon während und nach dem Tanze noch mehr
als vorher und wollen sich dadurch wieder "restaurieren", was
ebensoviel heißt, als dem Fleischteufel leibeslebenslängliche Pension und
Unterkunft in Seele und Blut zu garantieren. Manche Tänzerin und mancher
Tänzer, wenn sie zuviel solcher Gäste in sich aufgenommen haben, gehen auch
ihrem Leibe nach in kurzer Zeit zugrunde; denn diese argen Fleischbolde, wenn
sie in den Nieren und in den Genitalteilen nicht Platz finden, richten ihre
Wohnungen auch in der Milz, Leber oder in der Lunge auf. Wo aber ein solcher
Höllenemigrant seine Wohnung aufrichtet, da tötet er gewisserart das Fleisch,
und die Folgen davon sind Milz- und Leberverhärtungen und Lungensucht,
Abzehrung oder auch, wenn zwei oder mehrere sich auf die Lunge geworfen
haben, die sogenannte galoppierende Lungensucht. GrEv IV/80 — In der Fleischeslust liegt mehr oder weniger das
Hauptübel für alle Menschen. Aus dieser Lust entspringen nahezu alle
leiblichen Krankheiten und Übel der Seele. ... Daher sollet ihr eure Augen
abwenden von den reizenden Gefahren des Fleisches auf so lange, bis ihr
Meister über euer Fleisch geworden seid! Verwahret
die Kinder vor dem ersten Falle und erhaltet ihnen ihre Schamhaftigkeit, so
werden sie als Erwachsene ihr Fleisch leichter zu beherrschen haben und nicht
leicht zu Fall kommen. Aber einmal übersehen — und des Fleisches böser Geist
hat vom selben Besitz genommen! Kein Teufel aber ist schwerer aus dem
Menschen zu vertreiben als eben der Fleischteufel. Dieser kann nur durch
vieles Fasten und Beten aus dem Menschen geschafft werden. Hütet
euch darum, die Kleinen zu ärgern oder sie durch übermäßiges Putzen und durch
gezierte Kleidung zu reizen und fleischlich zu entzünden! Wehe dem, der sich
also an der Natur der Kleinen versündigt! Wahrlich, dem wäre es wohl
erklecklicher, so er nie wäre geboren worden! Den Frevler an der heiligen
Natur der Jugend werde Ich Selbst züchtigen mit aller Macht Meines Zornes!
Denn ist das Fleisch einmal brüchig geworden, dann hat die Seele keine feste
Unterlage mehr und ihre Vollendung geht schlecht vonstatten. Welche
Arbeit ist es für eine schwache Seele, ein brüchiges Fleisch wieder zu heilen
und ganz und narblos zu machen! Welche Angst steht sie dabei oft aus, so sie
ihres Fleisches, ihres irdischen Hauses Brüchigkeit und Schwäche merkt! Wer
schuldet daran? Die schlechte Überwachung der Kinder und die vielen
Ärgernisse, die den Kindlein durch allerlei sittliche Mißstände gegeben
werden! Namentlich
aber ist die Sittenverderbnis in den Städten stets größer als auf dem Lande. Darum
machet einstens als Meine Jünger die Menschen darauf aufmerksam und zeiget
ihnen die gar vielen bösen Folgen, die aus einem zu frühen Fleischbruche
entstehen, so werden sich viele daran kehren, und es werden daraus gesunde
Seelen zum Vorschein kommen, in denen der Geist leichter zu erwecken sein
wird, als es nun bei gar so vielen der Fall ist! Sehet
an die Blinden alle, die Tauben, die Krüppel, die Aussätzigen, die
Gichtbrüchigen; sehet weiter an alle die verschiedenartig bresthaften und mit
allerlei Leibesübeln behafteten Kinder und erwachsenen Menschen — alles
Folgen einer zu frühen Fleischbrüchigkeit! Der Mann soll vor seinem
vierundzwanzigsten Jahre keine Jungfrau anrühren. Und die Jungfrau soll
wenigstens achtzehn Jahre zählen oder mindestens volle siebzehn; unter dieser
Zeit ist sie nur notreif und soll keinen Mann erkennen! Wird sie zu früh
berührt von einem sinnlichen Manne, so ist sie schon brüchigen Fleisches und
zu einer schwachen und leidenschaftlichen Seele geworden. Es
ist schwer, eines Mannes brüchiges Fleisch zu heilen, aber noch um vieles
schwerer das einer Jungfrau, so es vor der Zeit brüchig geworden ist! Fürs
erste wird sie nicht leichtlich ganz gesunde Kinder zur Welt bringen, und
fürs zweite wird sie darauf von Woche zu Woche beischlafsüchtiger und am Ende
gar eine Hure, die da ist ein Schandfleck beim Menschengeschlechte, nicht so
sehr für sich selbst, als vielmehr für jene, durch deren Nachlässigkeit sie
dazu gemacht wurde. Wehe
aber dem, der die Armut einer Jungfrau benützt und ihr Fleisch bricht!
Wahrlich, für den wäre es auch besser, so er nie geboren worden wäre! Wer
aber eine schon verdorbene Hure beschläft, anstatt durch die rechten Mittel
sie von der Bahn des Verderbens abzuwenden und ihr auf den rechten Weg zu
helfen, der wird dereinst vor Mir ein mehrfaches, strengstes Gericht zu
bestehen haben; denn wer da schlägt einen Gesunden, der hat sich nicht so
mächtig versündigt wie einer, der einen Krüppel mißhandelt hat. Wer
irgend beschlafen hat eine ganz reife und gesunde Jungfrau, der hat zwar auch
gesündigt. Da aber das angerichtete Übel von keinem besonders schädlichen
Belange ist, besonders so beide Teile ganz gesund sind, so steht darauf nur
ein kleineres Gericht. Wer aber aus purer, schon alter Geilheit einer noch so
reifen Jungfrau das tut etwa also, wie er es täte einer Hure, ohne Zeugung
einer lebendigen Frucht in der Jungfrau Schoße, der soll ein doppeltes
Gericht zu bestehen haben; wenn er aber solches tut mit einer Hure, so soll
er auch ein zehnfaches Gericht zu bestehen haben! Denn
eine Hure ist eine in ihrem Fleische und in ihrer Seele vollkommen zerrüttete
und zerbrochene Jungfrau. Wer ihr hilft aus solcher ihrer großen Not
redlichen und Mir getreuen Herzens, der wird groß sein in Meinem Reiche
dereinst. Wer eine Hure um einen schnöden Sold beschläft und sie noch
schlechter macht, als sie früher war, der wird dereinst mit dem Lohne belohnt
werden, mit dem ein jeder böswillige Totschläger belohnt wird, im Pfuhle, der
allen Teufeln und ihren Dienern bereitet ist. Wehe
dem Land, wehe der Stadt, wo die Hurerei getrieben wird! Und wehe der Erde,
wenn dies große Übel auf ihrem Boden überhandnehmen wird! Über solche Länder
und Städte werde Ich Tyrannen zu Herrschern setzen, und diese werden den
Menschen unerschwingbare Lasten auferlegen müssen, auf daß alles Fleisch
hungere und ablasse von der frevelhaftesten Handlung, die nur immer ein
Mensch an seinem armen Mitmenschen begehen kann! Eine
Hure aber soll verlieren alle Ehre und Achtung sogar bei denen, die sie um
den Schnödsold gebracht haben, und ihr Fleisch soll in der Folge dazu noch
behaftet werden mit allerlei unheilbarer oder wenigstens schwer heilbarer
Seuche. Wenn sich aber eine ordentlich bessert, so soll auch sie bei Mir
wieder in Gnaden angesehen werden! GrEv IV (18 f.) — DER HERR: "Du, Zorel,
warst in fleischlicher Hinsicht eben auch nicht ganz rein. Schon als Knabe
warst du mit allerlei Unlauterkeit behaftet und warst ein ärgerliches
Beispiel für deine Jugendgefährten. Aber es kann dir solches dennoch zu
keiner Sünde gerechnet werden; denn du hattest keine Erziehung bekommen, aus
der du zu irgendeiner reinen Wahrheit gelangt wärst, die dir gezeigt hätte,
was da nach der Ordnung Gottes Rechtens ist. — Das Bessere hast du erst
einzusehen angefangen, als du bei einem Advokaten die Rechte der Bürger Roms
kennengelernt hast. Von da an warst du zwar wohl kein Tiermensch mehr, aber
sonst ein Gesetzesverdreher erster Klasse und betrogst deine Nächsten, wo es
nur immer möglich war. Doch alles das ist vorbei, und du stehst nun nach
deiner gegenwärtigen Erkenntnis als ein besserer Mensch vor Mir! Aber
dessenungeachtet merke Ich dennoch, daß in dir noch viel fleischlicher Sinn
vorhanden ist. Auf diesen mache Ich dich besonders aufmerksam und rate dir,
daß du dich in diesem Punkte sehr in acht nehmen sollst. Denn wenn du einmal
in einem etwas besseren Leben stecken wirst, so wird sich dein noch sehr
durchlöchertes Fleisch in seiner noch lange nicht geheilten Brüchigkeit zu
rühren anfangen, und du kannst dann deine Not haben, dasselbe zu beruhigen
und endlich an selbem die alte Brüchigkeit völlig zu heilen. Hüte
dich darum vor aller Übermäßigkeit! Denn in der Un- und Übermäßigkeit ruht
der Same der fleischlichen Wollust! Sei in allem mäßig und lasse dich niemals
zur Unmäßigkeit im Essen wie im Trinken verleiten, ansonst du dein Fleisch
schwer wirst bezähmen können!" GrEv III/10 — DER HERR: "Ich sage es euch, der Mensch
bedarf zum Leben auf dieser Erde gar nicht viel; aber des Menschen Hoffart,
seine Trägheit, sein Hochmut, seine Selbstsucht und Herrschsucht brauchen
unbeschreibbar vieles und sind dennoch nie zu befriedigen! Darauf ist zumeist
der Menschen Sorge gerichtet, und die Menschen haben dann natürlich keine
Zeit mehr, sich mit dem abzugeben, womit sie sich eigentlich abgeben sollten. Von
Adam bis Noah führten die Kinder der Berge nie einen Krieg, weil sie nur sehr
geringe Bedürfnisse hatten und keiner mehr sein wollte, als was da war sein
Bruder, und die Eltern ihr Ansehen gegenüber ihren Kindern dadurch stets
behaupteten, daß sie gleichfort die weisen Führer, Lehrer und Ratgeber ihrer
Kinder verblieben. — Wenn ich nun aber in Meinem Geiste, aus den Himmeln
kommend, euch wieder auf den glücklichen Urzustand der ersten Menschen
zurückführen will und euch die lange gänzlich verlorenen Wege ins Gottesreich
zeige, wie könnet ihr da sagen, daß die von Mir gestellten Bedingungen zu
hart und fürs Allgemeine nahezu unausführbar seien!? Ich sage euch: Das Joch,
das Ich auf euren Nacken lege, ist sanft, und die Bürde, die Ich euch zu
tragen biete, ist federleicht gegen das, was ihr nun Tag für Tag traget. Wie
weit hinaus in alle Welt sind eure Sorgen gerichtet! Tag und Nacht habt ihr
keine Ruhe und keine Rast! Und das allein nur der Welt wegen und daß ihr
nicht irgendwo verkürzt würdet in eurer eingebildeten Pracht und in eurem
Wohlleben auf Unkosten des oft blutigen Schweißes eurer schwachen Brüder und
Schwestern! Wo soll bei solch einem Sorgen die Seele noch irgendeine Zeit
finden, für die Erweckung des Geistes Gottes in ihr auch noch etwas zu tun!?
Ja, eure Seelen und die Seelen von Millionen wissen nicht einmal mehr, daß
sie Träger des Geistes Gottes sind, geschweige daß sie bei ihren ins Endlose
gehenden Weltsorgen zur Frei- und Selbständigwerdung des Geistes irgend etwas
Ersprießliches tun könnten und möchten." 4. Zweck von Krankheiten, Leiden
und Schmerzen
GrEv IX/158 — Es ist dem Menschen um seiner Seele willen nicht
allzeit zuträglich, so er völlig gesunden Leibes einherwandelt. Denn ist sein
Fleisch zu gesund, da wird es auch leicht erregt für allerlei sinnliche
Lustreize, in welche die Seele dann auch eher mitbegierlich wird, als so ihr
Fleisch kränklich und schwach ist. Und so ist eine Leibes krankheit
gewisserart eine Wache vor der Tür des innern Lebens der Seele… Ich
will zwar nicht, daß da jemand mit einem kranken Leibe dies irdische
Willensfreiheitsprobeleben durchmachen soll. So aber die Menschen den alten
Rat Meiner Liebe und Meiner Ordnung nicht beachten, sondern tun, was sie
nicht tun sollen, so sind sie denn auch selbst die Schöpfer aller Übel ihres
Leibes und ihrer Seelen. Ich
aber kann des Leichtsinns und der selbstverschuldeten Blindheit der Menschen
wegen Meine Ordnung, durch die allein der Bestand aller Dinge möglich ist,
nicht umkehren. Wer da weiß, daß sein Leib, so er geschlagen oder gestochen
wird, einen Schmerz empfindet, sich aber dennoch schlägt und sticht, der ist
ja selbst schuld daran, so sein Leib dabei große Schmerzen empfindet. Denn
der aberwitzigen Torheit der Menschen wegen werde Ich keine Seele mit einem unempfindlichen
Leibe versehen und nicht machen, daß man nicht der Schwere wegen vom Dache
auf den Boden herabfallen dürfte. I.
K. L. (v. 27. 11. 1883) — Mein liebes Kind! Siehe, nun sollst du wieder
schreiben, was Ich dir sagen werde, und zwar zuerst ein Wort für jenes kranke
Kind, das Mich im Herzen fragt: Warum muß diese Krankheit über mich kommen? Siehe,
was diese Frage betrifft, da kann Ich dir nur soviel sagen, daß bei Mir alles
seinen weisen und guten Zweck hat und nichts geschieht ohne Meinen Willen. Selbst
in den kleinsten, unscheinbarsten Dingen kannst du Mein wunderbares Walten
entdecken, um wieviel mehr erst da, wo es sich um ein Menschenleben handelt,
das nicht dem Zufall oder einem blinden Ungefähr preisgegeben ist, sondern in
den Händen eines liebevollen Vaters liegt. Darüber hast du, Mein Kind, noch
nicht vollernstlich nachgedacht, daß über allen menschlichen Geschicken eine
treue Vaterhand waltet, sonst könntest du nicht fragen: "Warum
also?" O
Kind, das Warum steht allein in Meiner Hand, und nur Ich weiß es, warum Ich
dich gerade so und nicht anders führe — weil es nur so zu deinem ewigen Heile
dienlich ist und du Mir anders nicht treu bleiben würdest und nicht Mein Kind
werden könntest! Verstehst
du nun das "Warum so?", Mein Kind? Bist du nun zufrieden mit deinem
Lose, das dich zu einem Gotteskinde macht? Denn Größeres gibt es für Meine
Kinder nicht! Drum
freue dich des herrlich großen Loses, das dir beschieden ist und dir
ermöglicht wurde zu erreichen durch das Leiden, das du im Glauben tragen sollst,
bis Ich es von dir nehme! — Alsdann wirst du Mir danken, nicht daß Ich dich
erlöset von dem Leiden, nein, danken wirst du Mir vom Grunde deines Herzens,
daß Ich des Leidens dich gewürdigt und dich in kurzer Zeit dem wahren Lichte
nahegebracht habe. H
III/72 — "O Herr, Du heiliger und allerliebevollster Vater und Schöpfer
aller Engel und Menschen! Siehe, das Leben auf der Erde zur Probung des
Geistes wäre an und für sich ja ganz seinem erhabenen Zwecke gemäß, wenn mit
diesem Leben nur eine höchst unangenehme Sache nicht verbunden wäre; diese
Sache aber ist die Fähigkeit für den entsetzlichen Schmerz! Warum
muß denn dieser Leib schmerzfähig sein? Warum muß es mir einen Schmerz
verursachen, so ich mich irgendwo anstoße, oder so ich irgendwo falle oder irgend
mich schneide, kneife oder steche? Warum müssen sich sogar öfters freie,
überlästige Schmerzen im Leibe entwickeln? Warum muß mich das Feuer so
unerträglich brennen, und warum muß das Weib unter großem Schmerze gebären? —
Siehe, o Du lieber, heiliger Vater, das kann ich durchaus nicht billigen in
der Sphäre des Lebens und möchte darum den Grund dieser traurigen Erscheinung
von Dir, dem Schöpfer, erfahren. Denn ich vermute mit großer Zuversicht, daß
das Leben des Geistes völlig schmerzunfähig ist. Darum könnte ja wohl das
Leben des Leibes ebenfalls völlig schmerzunfähig sein! — Habe ich recht oder
nicht?" DER
HERR: "Mein Sohn, sage Mir in deinem Gemüte: Wäre wohl irgendein Leben
denkbar, welches da nicht empfänglich sein sollte für Eindrücke aller Art? So
du keine Empfindung hättest, lebtest du dann? Ich setze den Fall, daß der
Mensch alle Eindrücke allein nur als wohltuend empfände. Würde sich da der
Mensch nicht alsbald zerstören, indem er sich fortwährend stoßen, schlagen,
stechen, schneiden und brennen würde?! Und ehe da verginge ein Jahr, wäre
doch sicher vom ganzen Leibe kein Glied mehr vorhanden. Ohne alle Empfindung
— weder wohltuender, noch schmerzender Art — aber ist nur der völlige Tod.
Also ist der Schmerz ja des Lebens größter Wohltäter und allergetreuester
Schutzwächter, ohne den das Leben auf gar keine Weise als bestandbar gedacht
werden könnte! Zudem
ist dir ja ohnehin ein schmerzloser Leib gegeben worden! So du ihn hältst
nach Meiner Ordnung und bist aufmerksam im Liegen, Sitzen, Stehen, Gehen und
Laufen, so wirst du dein Leben völlig schmerzlos durchbringen. Und so du
mäßig bist im Essen und Trinken, da wirst du auch verschont bleiben von
innerem Wehe. Und so du nicht zu sehr den Werken des Fleisches obliegst, da
wirst du nie erfahren, was da ist ein Schmerz in den Gliedern! Der
Schmerz ist das eigentlichste Zubehör des Lebens, ohne das du keine Sinne
hättest! Er ist die eigentliche Empfindung und die Wahrnehmung der Liebe. Und
so diese aus ihrer Ordnung gerät, so empfindet sie solches in der Art des
Schmerzes, die Ordnung aber stets als ein überaus behagliches Gefühl. Wünsche
dir daher den Schmerz nie hinweg; denn er ist deines Lebens treuester Wächter
und wird einmal auch der Zusammenzieher und Sammler und völlige Retter des
Lebens deines Geistes werden." GrEv X/112 — DER HERR: "Betrachte du einen Menschen auf
dieser Welt, der eine ganz kernfeste Leibesgesundheit besitzt! Weil der
Mensch gar so gesund ist, so mißbraucht er dies durch allerlei seine Sinne
ergötzende unmäßige Genüsse und unnötige Kraftanstrengungen. Es
kommen wohl recht erfahrene Menschen zu ihm und sagen: 'Freund, mißbrauche
nicht so sehr deine Gesundheit! Denn sie ist durch eine unnatürliche und
unvernünftige Lebensweise bald und leicht dahin; und ist sie einmal dahin, so
bringt sie dir kein Arzt und keine Arznei völlig wieder, und du bleibst dann
ein siecher und leidender Mensch dein Leben lang!' — Der gesunde Mensch aber
kehrt sich nicht danach, sondern tut nach wie zuvor. Nach
etlichen Jahren aber verfällt er in eine recht arge Leibeskrankheit, wird
anfangs ganz toll über diese ihm über alles lästige Krankheit und läßt Ärzte
kommen. Diesen gelingt es, ihn wieder zu heilen, wenn auch nicht vollkommen,
so doch ganz erträglich. Die Ärzte sagen ihm aber nach der Heilung ganz ernstlich:
'Freund, sei nun vernünftig und verfalle nicht in deine alte Lebensweise,
ansonst gerätst du abermals in eine noch um vieles ärgere Krankheit, als
diese jetzt war, und es wird dir dann schwerer zu helfen sein als diesmal!' Der
Geheilte beachtet diesen Rat wohl eine Zeitlang; aber dann wandelt ihn wieder
von neuem die Begierde an. Er fängt wieder an, unordentlich zu leben. Und ob
er auch schon ganz bedeutende Mahnungen zum abermaligen starken Krankwerden
verspürt, so kehrt er sich dennoch nicht daran und sündigt fort gegen seine
schon ohnehin sehr geschwächte Natur. Er verfällt denn auch notwendig in eine
noch ärgere Krankheit und bekommt unsägliche Schmerzen. Die Ärzte kommen
abermals und versuchen ihn zu heilen. Aber diesmal will es ihnen nicht so bald
gelingen, und sie ermahnen ihn zur Geduld; denn da er ihren Rat nicht befolgt
hat, so muß er es sich nun selbst zuschreiben, daß er durch seinen alten
Leichtsinn in ein viel ärgeres und länger währendes Übel verfallen ist. Dieser
Mensch muß nun über ein Jahr hindurch leiden und wird ganz schwach und voll
Zagens; aber nach einem Jahr wird es wieder um etwas besser mit ihm, und er
schwört nun bei allem, was ihm heilig ist, den Rat der Ärzte und auch anderer
kluger und erfahrener Menschen niemals mehr in den Wind zu schlagen. Ja,
diese zweite, sehr bittere Erfahrung hat den Menschen schon um ein
bedeutendes klüger und behutsamer gemacht, und er kommt wieder zu Kräften.
Wie er aber wieder sich ganz wohl fühlt, so denkt er bei sich: Ei, wenn ich
ein einziges Mal nur mir eine alte Freude gönne, so wird mir das doch sicher
nichts machen! Er tut das wohl nur einmal und kommt dabei wohl noch mit
heiler Haut davon. Aber weil er diesmal mit heiler Haut davongekommen ist, so
denkt er sich abermals: Nun, weil mir das nichts gemacht hat, so wird es mir
ein zweites und drittes Mal auch sicher nichts machen! Und er sündigt ein
zweites, drittes und auch viertes Mal. Und
siehe, die alte Krankheit wirft ihn abermals auf etliche Jahre lang derart
ins Bett, daß ihm kein Arzt mehr so wie das erste und zweite Mal zu helfen
vermag! Nach
vier langen Jahren bittersten Leidens wird es ihm mehr durch die Angewöhnung
ans Leiden denn durch die Arzneien leichter, und er sieht es erst jetzt ein,
daß all sein großes Leiden eine Gnade Gottes war, durch die er von all seinem
Leichtsinne insoweit geheilt worden ist, daß er dadurch doch seine Seele
reiner und Gott wohlgefälliger hat ziehen können. Denn durch die Leiden des
Leibes wird die Seele des Menschen demütiger, geduldiger und ernster und
gewinnt an geistiger Kraft, um der Sinne des Fleisches Meister zu
werden." J.L.
(v. 13.10.1842) — Schreibe nur abermals, denn Ich weiß schon, um was es sich
handelt! — Mein lieber A. Z. O. W., siehe die Stunde, in der du leiblich
geboren wurdest, ist Mir gar wohl bekannt. Ich habe dich damals gesegnet und
segne dich jetzt wieder, auf daß du stets gesund am Geiste wie auch nebenbei
am Leibe, soviel es zu deinem Heile vonnöten ist, verbleiben sollest. Halte
aber nicht zu große Stücke auf die Gesundheit des Leibes! Denn sie schadet
dem Geiste mehr, als sie ihm nützt. Siehe
an eine frische, grüne Nuß auf dem Baume, solange diese fest, frisch und grün
verbleibt, so lange auch wird der Kern nicht reif. Wann aber die äußere,
grüne Schale anfängt sich zu bräunen, zu vertrocknen und lose zu werden um
die Nuß, dann ist es ein Zeichen, daß die Nuß innerhalb der Schale reif
geworden ist. Aus dem Grunde lasse Ich die Meinen auch stets dem Leibe nach
dann und wann ein wenig kränkeln, damit sie ja nicht mit der Welt sich zu
sehr vermengen sollen in einem zu gesunden Leibeszustande. Denn ist da jemand
dem Leibe nach so recht löwenmäßig gesund, dann kommt ihm nicht der leiseste
Gedanke, daß er einst diese Trugwelt wird verlassen müssen. Denn da gefällt
ihm auf der Welt alles viel zu gut— ein jedes Blümchen, ein jeder Bissen,
eine jede Dirne, eine jede Gegend —‚ und er hat den sehnlichsten Wunsch, nur
ewig also auf der Erde zu leben, und bekommt nie das heilige Heimweh nach dem
ewigen Vaterhause im Himmelreich. Wird
aber sein Leib krank, da erinnert sich der Mensch, daß es auf der Erde für
ihn keines Bleibens sein wird, und fängt dann und wann an, doch etwas
ängstlich nachzudenken, was da nach dem Tode des Leibes etwa doch sein oder
kommen dürfte. Und das ist dem Geiste schon heilsamer als alle noch so
unschuldigen Vergnügungen beim kernfrischen und gesunden Leibe. Siehe,
so du einen Sohn in die Fremde schicken möchtest und es ginge ihm aber dort
ausgezeichnet gut, meinst du, daß er dir heim kehren wird? Meinst du, er wird
etwa ein Heimweh bekommen nach seinem väterlichen Hause? O nein, dessen
kannst du wohl versichert sein! Denn er wird sagen: "Da müßte ich ein
rechter Narr sein! Hier habe ich ja alles, was immer nur mein Herz verlangt,
und man ehrt mich noch obendrauf allorts, wo ich nur immer hinkomme; komme
ich aber nach Hause, da muß ich wieder um jede Kleinigkeit bittend zum Vater
kommen, und dann besinnt sich dieser erst lange genug, ob er mir wohl das
Erbetene geben solle oder nicht. Hier bin ich ein angesehener Herr für mich,
dort, zu Hause aber, an der Seite meines Vaters, der Niemand. Daher bleibe
ich hier!" Geht
es aber einem Sohne in der Fremde ziemlich kümmerlich oder oft gar elend, da
wird er es bald machen gleich dem Verlorenen Sohn! Daher sage auch Ich dir
heute das, auf daß du, so Ich dich mit kleinen leiblichen Unpäßlichkeiten
heimsuche, dich erinnern sollest und wissen mögest, daß derlei leibliche
Unpäßlichkeiten lauter Handbilletchen sind, durch welche Ich Meine Kinder an
ihr väterliches Haus und an ihre Heimkehr erinnere, auf daß sie sich ja nicht
in der fremden Welt zu fest ansiedeln sollen! Ich
will dich aber darum etwa sicher noch nicht sobald von der Fremde abrufen,
sondern nur an deine Heimat erinnern! — Daß du danach alle Unannehmlichkeiten
deines irdischen Lebens bemessen sollest, das wünsche Ich, dein heiliger
Vater, dir heute wie allezeit in aller Fülle Meiner Liebe und Gnade. Beachte
es darum auch lebendigst! — Amen. 5. Vom Wesen der Besessenheit
GrEv VIII/32 — DER HERR: "Es gibt Menschen, die von bösen
Geistern auf eine Zeitlang — dem Fleische nach aber nur — in Besitz genommen
werden, ohne daß dadurch die bösen Geister der Seele eines solchen Besessenen
schaden können. Die das Fleisch eines Menschen in Besitz nehmenden argen
Geister sind Seelen verstorbener Menschen, die einst auf der Welt ein arges
Leben geführt haben, und zwar wohl wissend, daß ihr Tun ein böses war. Es
kommt aber das Besessensein nur unter jenen Menschen vor, bei denen der
Glaube an einen Gott und an die Unsterblichkeit der Seele schwach oder rein
gar geworden ist. Diese an sich schlimm aussehenden Vorkommnisse in den
glaubensfinsteren Zeiten sind demnach eine Zulassung, damit die Ungläubigen
eine derbe Mahnung erhalten, daß ihr Unglaube ein eitler ist und daß es nach
dem Abfalle des Leibes ein sicheres Fortleben der Seele des Menschen gibt und
auch einen Gott, der die Bosheit und Dummheit der Menschen auch jenseits gar
wohl zu züchtigen imstande ist. Der
arge Geist, der das Fleisch eines Menschen in Besitz nimmt, erfährt trotz
seines bösen Sträubens für ihn kaum erträgliche Demütigungen und wird darauf
in sich sanfter und leichter. Und die Zeugen solcher Zustände werden aus
ihrem zu materiellen und finsteren Lebenswandel wie mit Gewalt losgerissen,
fangen an über Geistiges nachzudenken und werden besser in ihrem Tun und
Lassen. Und so hat diese unter den Menschen vorkommende und sehr schlimm
aussehende Sache auch wieder in den Zeiten der größten Glaubensnot ihr
entschieden Gutes. Bei
Menschen, die im wahren und lichtvoll-lebendigen Glauben sind, kommt das
Besessensein nie vor, weil des Menschen Seele und der Geist in ihr auch den
Leib so durchdringen, daß da kein fremder und etwa auch noch arger Geist in
das lautere und durchgeistigte Fleisch dringen kann. Aber wo die Seele eines
Menschen finster, fleischlich und materiell geworden ist und dadurch auch
ängstlich und furchtsam, krank und schwach, so daß sie einem fremden
Eindringling keinen Widerstand leisten kann — da geschieht es auch leicht,
daß dann und wann die argen Seelen, die sich nach dem Austritt aus dem Leib
zumeist in jenen niederen Regionen dieser Erde aufhalten und ihr Unwesen
treiben, wo die Menschen ihres Gelichters im Fleische leben, in den Leib
irgendeines schwachen Menschen dringen, sich zumeist im sinnlichen Unterleibe
ansetzen und als fremde und arge Geister durch das Fleisch des Besessenen
sich nach außen hin zu äußern anfangen. Der
Besessene aber erleidet für die Seele niemals einen Schaden. Und so ist das
Besessensein nicht so etwas Arges, wie es den Menschen vorkommt. Wo
ihr aber in der Folge solche Besessene antreffet, da leget ihnen in Meinem
Namen die Hände auf, und die argen Geister werden den Besessenen verlassen.
Solltet ihr aber irgend einen treffen, der von einem besonders hartnäckigen
Geiste besessen ist, den bedrohet, und er wird dann sogleich gehorchen dem,
der ihn ernst und vollgläubig in Meinem Namen bedroht hat! — Denn wo durch
euch Meine Lehre den Menschen gepredigt wird, da ist es nicht mehr nötig, daß
auch die Teufel bei den Menschen den gefallenen Glauben aus dem Fleische
eines Besessenen aufrichten. Wo die Engel lehren, da sollen die Teufel in die
Flucht geschlagen werden!" GrEv II/169 — Petrus: "Herr, ich begreife nun schon so
manches, aber das Besessensein, besonders unschuldiger Kinder, und daß sie
von solch einem argen Bewohner ihres Leibes oft auf die erbärmlichste Weise
geplagt werden, das begreife ich nicht! Wie kann solch einen Unfug Deine
Ordnung zulassen? — Das Töchterchen des Weibes, das uns heute nachlief,
dürfte kaum 13 bis 14 Jahre alt sein, und nach der Aussage der Mutter ist es
bereits sieben volle Jahre von einem Teufe auf eine kaum glaublich böse und
schmerzliche Weise gepeinigt worden. Warum mußte denn so etwas zugelassen
werden?" DER
HERR: "Das sind Dinge, die euer Verstand jetzt noch nicht vom Grunde aus
fassen kann! Aber Ich will euch gleichwohl einige Winke darüber geben! Die
Erde ist die Trägerin von zweierlei Arten von Menschen. Die eine und bessere
Art stammt von oben [das heißt, aus einem andern Stern]. Die andere und
eigentlich schlimme Art aber stammt pur von dieser Erde ab; ihre Seele ist
gewisserart eine Zusammensetzung von einzelnen Lebensteilchen, die, vom Satan
genommen, in der Masse des Erdkörpers als Materie gefangengehalten werden,
von dieser dann durch die Pflanzenwelt in die Tierwelt übergehen, sich durch
die vielen Stufen der Tierwelt endlich dann als eine Potenz, bestehend aus
zahllosen Urseelenteilchen, zu einer Weltmenschenseele ausbilden und bei den
Zeugungen im Schoße der Weiber Fleisch annehmen und weiter, gleichwie die
Kinder des Lichtes, in diese Welt geboren werden. Nun,
solche Kinder, da ihr ganzes Wesen aus dem Satan genommen ist, sind dann auch
stets mehr oder weniger der Gefahr ausgesetzt, von irgendeinem bösen Geiste,
das heißt, von der schwarzen Seele eines einst auf dieser Erde schon im
Fleische gelebt habenden Teufels von einem Menschen besessen zu werden, was
aber besonders da am ehesten geschehen kann, wo eine solch junge, aus dem
Satansteile der Erde genommene Seele eine gute und himmlische Richtung zu
nehmen beginnt. Weil dadurch ein Lebensteil sich aus der Sphäre der Hölle
entreißt, so verursacht solches der gesamten Hölle einen unerträglichen
Schmerz, darum sie dann auch alles aufbietet, um solch eine Verwundung zu
verhüten. Du
fragst nun freilich, wie solches der Hölle denn doch einen Schmerz
verursachen könne? Denn eine solche Seele müsse der Hölle gegenüber ja doch
noch ums Unnennbare kleiner und geringfügiger sein, als da ist ein Härchen am
Menschen dem ganzen Menschen gegenüber. Und Ich sage dir, daß dies allerdings
richtig geurteilt ist. Aber ergreife du an deinem Leibe das kleinste Härchen
und reiße es aus, und du wirst dabei gewahr werden, daß du beim Akte des
Haarausreißens nicht bloß an der Stelle des Härchens, sondern wohl im ganzen
Leibe einen Stechschmerz verspüren wirst, der dich zur Verzweiflung brächte,
so er nur eine Stunde gleichfort währte. Aus
dieser dir nun gegebenen Erklärung kannst du schon ein wenig tiefer einsehen,
warum auf der Erde das Besessensein vorkommt und bis ans Ende dieser Erde
vorkommen wird. Dieses
Besessensein hat für den Besessenen aber auch sein entschieden Gutes. Denn
eine solche Seele, deren Leib von irgendeinem Teufel in Besitz genommen wird,
wird durch die Qualen ihres Fleisches offenbar geläutert und vor dem bösen
Eingehen in ihren Leib bewahrt. Zur rechten Zeit aber kommt dann schon die
Hilfe von oben, und eine Weltseele ist dann völlig gewonnen für den Himmel. —
Sage, ob du die Sache nun etwas begriffen hast!" Sagt
Petrus: "Ja, Herr, das ist mir nun ganz klar geworden. Aber dann wäre es
ja beinahe besser, einem noch so schwer Besessenen gar nicht zu
helfen!?" DER
HERR: "Wenn jemand kommt und dich um Hilfe angeht, so sollst du sie ihm
nicht vorenthalten! Denn da sorgt schon Meine Vorsicht dafür, daß irgendein
Beteiligter nicht eher zum Hilfesuchen gelangt, bis es gerade an der Zeit
ist, daß ihm eine rechte Hilfe werde. Darum ist sie denn auch keinem
Suchenden vorzuenthalten! — Verstehst du nun auch diese vollwichtige
Erklärung?" Sagt
Petrus: "Ja, Herr, Dir allein allen Dank, alle Liebe und alle Ehre
darum! — So gibt es in der Welt denn doch nichts, woraus für den in
göttlichen Dingen Verständigen nicht gleichweg die höchste Liebe und Weisheit
Gottes vollauf ersichtlich wäre!" DER
HERR: "Ja, also ist es! Darum sollt ihr denn auch bei allen noch so
widerwärtigen Erscheinungen auf dieser Erde nicht verzagen; denn der Vater im
Himmel weiß darum und weiß es am besten, aus welchem Grunde Er sie zuläßt! Und
so sind auch die meisten Krankheiten, welche die Menschen zu durchleiden
haben, nichts als Verhütungen, daß die Seele nicht eins werde mit dem
Fleische." GrEv IX/128 — DER HERR: Der Zöllner Zachäus bat Mich, daß Ich
ihm einen Rat gäbe, was er mit seinem ältesten, bereits sechzehn Jahre
zählenden Sohne machen solle, der seit drei Jahren irrsinnig sei und beinahe
von Tag zu Tag in eine größere Raserei verfalle. Er habe zu dem Sohn schon
alle ihm bekannten besten Ärzte kommen lassen, und alle hätten versucht, den
Sohn zu heilen; doch all ihre Wissenschaft und Mühe sei nicht nur gänzlich
erfolglos geblieben, sondern der Sohn sei nach jedes Arztes Behandlung noch
ärger als vorher geworden. Da
sagte ICH zu Zachäus: "Freund, derlei Übel heilt kein irdischer Arzt mit
seinen Kräutern! Bringe aber den Sohn hierher, und du sollst die Macht der
Herrlichkeit Gottes sehen!" Da
befahl Zachäus seinen Knechten, daß sie den Sohn, wohl gebunden, aus seinem
verschlossenen Gemache bringen sollten. Da
sagten die Knechte: "Herr, das wird sich vor diesen fremden Gästen gar
übel machen; denn erstens rast er nun beinahe unausgesetzt, und zweitens
stinkt er ärger denn alle Pestilenz, da er sich gleichfort mit seinem Kote
beschmiert!" Da
sagte ICH: "Bringet ihn nur hierher; denn Ich will ihn sehen und
heilen!" Sagte
ein Knecht, der viel im Hause galt: "O Freund, nur Gott allein kann den
heilen, aber auf dieser Erde kein Mensch mehr! Wenn du auch den heilst, dann
bist du kein Mensch, sondern ein Gott!" Sagte
ICH: "Das kümmere dich nicht, sondern tue, was dir geboten ist!" Da
gingen die Knechte und brachten den Sohn, vor dem sich alle Meine Jünger
entsetzten und sagten: "Mit dem steht es noch ärger, als was wir sahen
in der Landschaft der Gadarener!" Ich
aber erhob Mich, bedrohte die bösen Geister im Sohne und hieß sie, ihn
augenblicklich für immer zu verlassen. Da rissen sie noch einmal den Sohn und
fuhren in Gestalt von vielen schwarzen Fliegen aus dem Sohne, welcher darauf
völlig gesund war. ICH
aber sagte nun zu den Knechten: "Nun führet ihn hinaus an den Brunnen
und reiniget ihn! Gebet ihm auch frische Kleidung und bringet ihn wieder
hierher, auf daß er mit uns das Mittagsmahl halte!" Das
geschah denn auch. Und als der Sohn nun gesund und gereinigt sich an unserem
Tische befand, da kamen alle im Hause wohnenden Verwandten und Bekannten in
unser Zimmer und konnten nicht zur Genüge staunen über solch eine schnelle
Heilung des Sohnes. Und Zachäus dankte Mir über alle Maßen für diese Heilung. Der
Hauptknecht aber sagte zu Mir: "Herr, Du bist kein Mensch wie unsereins,
sondern Du bist ein wahrer Gott, den wir Menschen allzeit anbeten wollen und
werden!" Als
der Knecht noch so redete, da wurde auch das Mittagsmahl auf den Tisch
gesetzt, und wir fingen an zu essen. Während des Essens und Trinkens fragten
mehrere den geheilten Sohn, der nun ganz frisch und heiter aussah, ob er in
seinem kranken Zustand auch große Schmerzen zu bestehen hatte. Der
geheilte Sohn aber sagte: "Wie kann ich nun das wissen?! Denn ich war ja
so gut wie tot, hatte kein Gefühl und wußte auch nichts um mich! Das aber
weiß ich dennoch, daß ich mich fortwährend in einem Traume befand und mich in
einer schönen Gegend mit guten Menschen unterhielt." Das
wunderte die Anwesenden, und sie konnten das nicht fassen. Und Zachäus fragte
Mich, wie das doch möglich wäre, und warum so etwas von Gott zugelassen
werde. Sagte
ICH: "Freund, darüber wollen wir nun nicht viele Worte verlieren! Bei
solchen Übeln zieht sich die Seele ins Herz zurück, und ein oder oft auch
viele arge und unreine Geister bewohnen den übrigen Leib und tun mit ihm, was
sie wollen, wovon aber die im Herzen ruhende Seele nichts wahrnimmt. Es
werden aber derlei Besessenheiten darum zugelassen, auf daß die Menschen, bei
denen der Glaube an Gott und an die Unsterblichkeit der Seele beinahe ganz
erloschen ist, doch wieder an etwas Geistiges zu denken und auch zu glauben
anfangen. Denn auch ihr seid schon schwachen Glaubens geworden, und so war
euch diese Lektion auch sehr notwendig vor Meiner Ankunft in dieses Haus. Wenn
Ich früher gekommen wäre, so hättest du selbst Mir nicht so geglaubt, wie du
Mir nun glaubst. Und wäre dein Sohn, auf den du die größten Stücke hieltest,
nicht in das Übel gekommen, so hätte dich der Stolz und Hochmut derart
zugerichtet, daß du zu einem wahren Teufel unter den Menschen geworden
wärest, allen Glauben an Gott aus dir verbannt und die Menschen für pure
Maschinen eingeschätzt hättest, die vor dir nur dann irgendeinen Wert hätten,
so sie dir beinahe umsonst dienten und dir zu noch größeren Reichtümern
verhülfen. Als
aber dein Sohn, als dein Liebling und dein größter Stolz, so krank wurde, wie
Ich ihn nun hier getroffen habe, da wurde es dir ganz anders ums Herz. Du
fingst an, wieder an einen Gott zu denken und zu glauben und wurdest
demütigeren Herzens. Du hattest freilich daneben noch deine Zuflucht zu allen
dir irgend bekannten Ärzten, ob Heiden oder Juden, genommen und hast dir's
viel kosten lassen. Aber als du sahst, daß deinem Sohne kein Arzt, auch kein
Essäer und noch weniger irgendein Zauberer hatte helfen können, da wurdest du
traurig und fingst an, ernstlicher darüber nachzudenken, warum Gott, so Er
irgendeiner sei, dich mit einem solchen Übel heimgesucht habe. Du
fingst wieder an, in der Schrift zu lesen und fandest dein Handeln und
Gebaren deinen Nebenmenschen gegenüber stets mehr und mehr für ungerecht und
hast denn auch Gott gelobt, daß du vollernstlich all das von dir begangene
Unrecht wieder mehrfach gutmachen wollest. Als
solche Vorsätze in dir stets ernster und wahrer geworden waren und du auch in
dem klarer geworden warst, daß dir nur der allmächtige Vater im Himmel helfen
könne, da kam Ich dann auch bald in diese Gegend, und du hast es vernommen,
was Ich an dem Blinden getan habe. Da
wurde dein Glaube an Gott denn auch mächtiger und lebendiger, dieweil du von
mehreren ein Zeugnis über Mich vernommen hast, das in dir keinen Zweifel
übrigließ, daß Ich kein bloßer Prophet, sondern der Herr Selbst sei. Und
siehe, so bist du denn auch dahin reif geworden, daß Ich nun bei dir
einkehrte und mit Meiner Macht deinem Sohne half. Wenn
du nun das wohl überdenkst, so wird es dir klar sein, warum Ich über
Menschen, in deren Herzen noch nicht jeder Himmelslebensfunke völlig
erloschen ist, allerlei Übel zulasse. Freilich
bei ganz verdorbenen und lebensverschlagenen Menschen, die keiner Mahnung von
Mir aus mehr wert sind, bleiben derlei sie bessernde Zulassungen denn auch
unterm Wege; denn sie fruchten hier nicht mehr und zeihen die Argen, daß sie
noch ärger werden. Diese Art Menschen aber verzehren ihr Materieleben hier
auf Erden; nach diesem Leben jedoch erwartet sie ihr eigenes Gericht, das da
ist der andere und ewige Tod. Über
den Ich noch allerlei Leiden und Trübsal zulasse, dem helfe Ich auch zur
rechten Zeit. Wen Ich aber sein irdisch stolzes und schwelgerisches Wohlleben
unbeirrt fortgenießen lasse, der trägt sein Gericht und seinen ewigen Tod
schon in sich und mit sich. Und somit weißt du denn nun auch, warum so
mancher Weltgroße und Weitreiche ungestraft bis zu seines Leibes Tode hin
fortsündigen und fortgreueln kann. Es
ist von Mir aus in dieser Welt aber einem jeden ein gewisses Maß gestellt,
sowohl im Guten und Wahren als auch im Bösen und Falschen. Hat der Gute durch
seinen Eifer dieses Maß völlig erreicht, dann hören für ihn alle weiteren
Versuchungen auf und er geht dann im Vollichte aus den Himmeln von einer
Lebensvollendungsstufe zu einer noch höheren und so ins Unendliche
vorwärts." — *
— Von der Heilhilfe
1. Hilfe durch Fürbitte
I.K.L.
(v. 12.2.1894) — Ja, Mein Kind, Ich will deine Bitte erhören und will Mich
der Kranken erbarmen, Ich will sie stärken und trösten und will ihr helfen.
Du aber sollst in der Liebe tätig bleiben und sollst in der Fürbitte nicht
laß werden, bis daß ihr Geist die nötige Kraft und Stärke besitzt, der
drückenden Last sich zu entledigen. Hier
kann nur Fürbitte, vereinte Fürbitte aus reiner Liebe zu Mir, wirken. Alles
andere ist vergeblich und befreit die Kranke nicht von ihrem Leiden. Siehe,
das ist nun deine Aufgabe, dich in der Fürbitte zu üben! Tue solches mit
allem Fleiß, mit Ausdauer und aller Liebe deines Herzens, so wirst du bald
den Segen an dir selbst verspüren, die Kranke aber wird Ruhe finden in ihrer
Seele. Glaube
an Den, der da mächtig ist in den Schwachen und Unmündigen! Erkenne du immer
mehr dein Nichts, auf daß Ich alles in allem werde in dir und Mein Geist in
dir wirken kann! — Amen. 2. Heilung nur mit Gottes Willen
GrEv V/75 — Der Hauptgrund eines jeden körperlichen
Schmerzgefühls — das aber stets nur die Seele, nie das Fleisch empfindet —
liegt im Drucke, den irgendein zu träge und somit auch zu schwer gewordenes
Fleisch auf irgendeinen Lebensteil der Seele ausübt. Es
ist daher zeitweilig jede Krankheit zu hellen, wenn man die Fleischmasse zu
erleichtern versteht. Aber fürs Alter des Fleisches gibt es keine
Erleichterung mehr, obwohl ein in guter Ordnung lebender Mensch noch bis in
ein sehr hohes Alter im ganzen wenig von einem Schmerze zu erzählen wissen
wird. Sein Fleisch wird bis zur letzten Stunde noch ganz fügsam und
geschmeidig verbleiben. Und die Seele wird sich nach und nach ganz sachte
ihrem Fleische entwinden können in der eigentlichen, besten und wahren
Ordnung. Sie wird zwar selbst im höchsten Alter auch nicht gerade wünschen,
sich vom Fleische zu trennen; wenn aber an sie
der ihr wohlvernehmbare, beseligende Ruf aus den Himmeln ergeht: "Komme
du aus deinem Kerker ins freieste, ewige, wahre Leben!", so wird sie
aber auch keine Sekunde Säumens machen, ihr morsches Erdhaus zu verlassen, um
hinauszutreten in die Lichtgefilde des wahren, ewigen Lebens. Nun,
dieses natürlich irdische Lebensende werdet ihr mit keinem Kräutersaft und
auch nicht durch die Macht Meines Namens je zu verhindern imstande sein, weil
das nicht Meines Geistes Wille sein kann. Mit der Kraft Meines Namens aber
werdet ihr nur nach Meinem in euren Herzen sich klarst zu erkennen gebenden
Willen und nie wider denselben wahrhaft Wunder zu wirken imstande sein. Daher
müsset ihr auch vor allem Meinen Willen, der ein wahrer Wille Gottes ist,
vollkommen zu dem euren machen. Und es wird euch dann unmöglich etwas
mißlingen, das ihr aus Mir und somit aus Meiner ewigen Ordnung heraus wollen
werdet. Es
kann daher davon keine Rede sein, als könnte etwa jemand infolge der euch
verliehenen Heilkraft in und durch Meinen Namen niemals sterben. Wohl sollet
ihr die Heilung niemandem vorenthalten, wo euch Mein Geist sagen wird im
Herzen: "Dem werde geholfen!" Sagt aber der Geist: "Den lasse
in der Plage seines Fleisches, auf daß seine Seele satt bekomme, zu fröhnen
den Gelüsten des Fleisches!", so lasset ihn und heilet ihn nicht von seinem
Fleischübel — denn er soll es erdulden zum Heile seiner Seele! 3. Voraussetzungen göttlicher Hilfe
I.K.L.
(v. 8.5.1894) — Mein lieber Sohn! Dein Vater erhört dein Flehen und kommt
zu dir durch das Wort Seines Mundes, um dich zu stärken, dich wieder
emporzurichten und dich neu zu beleben. Siehe,
du hast Mich gebeten, dir zu helfen, dich zu erlösen von deinen Schmerzen und
dich Ruhe finden zu lassen in deinem Gemüte. — Warum aber, Mein Kind, bist du
so unruhig in dir? — Warum suchst du nicht deine Ruhe in Mir und Meiner Liebe? O
komm, wirf dich an Meine treue Vaterbrust und vergiß deinen Schmerz im
Gedenken an Den, der noch viel größere Schmerzen ertrug um deinetwillen! Der,
welcher der Welt Sünde trug und alles auf sich nahm, der nimmt auf sich auch
deine Schmerzen und deine Sünden und heilet dich von all deinen Gebrechen. Doch
mußt du zu Ihm kommen in kindlichem Glauben, in wahrer Liebe und in aller
Demut deines Herzens und mußt zuerst bitten um die Vergebung deiner Sünden —
alsdann erst kann dir völlig geholfen werden. Solange
du nicht erkennest dein eigen Herz und lernest dasselbe erforschen, um zu
erfahren, was in demselben verborgen sei, so lange kannst du nicht Mein Tun
verstehen, noch Mich als deinen Vater erkennen. Trachte
also vor allem nach einer rechten Selbsterkenntnis! Das ist der erste Schritt
zur Besserung in deinem Leiden, das seinen Sitz im Nervensysteme hat und
darum nur durch möglichst einfache, naturgemäße Lebensweise geheilt werden
kann. Suche vor allem aufregende Getränke zu vermeiden und enthalte dich des
Fleischgenusses, so werden sich die Schmerzen verringern und deine Unruhe
wird schwinden, sobald du Mich im Herzen erfaßt und als dein höchstes Gut
erkannt hast. Das
lege dir zurecht mein Sohn und achte auf die Stimme deines Herzens; die wird
dich lehren und unterweisen in allen Dingen. — 4. Himmlischer Heilsrat: Treue zu
Gott
J.L.
(v. 27.9.1847) — So schreibe denn wieder einmal deinem Wunsche gemäß ein
Wörtlein für deine kleine Martha, die auch Meine Martha und Mein liebes
Töchterchen ist, weil sie auf Mich und dich mehr hält als manche ihrer
Geschwister, die da noch mehr auf das Außerordentliche und geistig
Unterhaltende als auf das Liebenützliche dieser Meiner großen Geistesgabe
sehen. — Schreibe dieser unserer Martha daher also: Höre,
du Mein Töchterchen! Ich, dein Herr und dein Vater, habe dich überaus lieb,
darum Ich dich auch von allen deinen leiblichen Übeln befreit habe, so daß du
nun vor lauter Gesundheit völlig strotzest. Und Ich habe eine Freude an dir
darum, daß du darob Meiner nicht vergissest, wie so manche andere, denen Ich
auch geholfen habe; da sie aber gesund wurden, da fingen sie an, sich alsbald
so sehr in die Welt hinein zu freuen, daß sie dann bald Meiner so vergaßen,
als hätten sie Mir nicht das Kleinste, sondern alles nur ihrer Natur und den
Weltärzten zu verdanken. Verbleibe
du, Mein liebes Töchterchen, aber auch fortwährend in der gleichen Verfassung
deines Herzens, so wirst du nie über Mangel an Gesundheit dich zu beklagen
haben und wirst mehr und mehr Meiner Liebe und Gnade dich erfreuen, je mehr
du mit dem ganzen Herzen treu an Mir hängen wirst. Und
siehe, diese Treue wird dir nichts nehmen, was sonst dein Herzchen irgend
redlich wünscht; sondern sie wird dir nur deine Wünsche segnen und beleben,
auf daß sie ehestens in die vollste Erfüllung gehen sollen. Denn siehe,
niemand gibt Mir aus dem Schatze seines Herzens etwas, das er nicht zehn- und
hundertfältig wieder im Vollmaße zurückbekäme! Aber
so du Mich von ganzem Herzen liebhast, da mußt du dich auch so mancher leiser
Überbleibsel von für deinen Leib schädlichen Gewohnheiten so sorgsam als
möglich enthalten, so wirst du stets gesünder und heiterer werden. Es ist
zwar keine Sünde, so du dann und wann eine offene Tabakdose beriechest oder
dich manchmal um den Leib etwas zu fest gürtest; wie auch noch manche deiner
Gewohnheiten gerade keine Sünde sind. Aber siehe, dergleichen ist deinem
Leibe nicht gut. Und so der Leib nicht in der Ordnung ist, da sieht es dann
auch bald mit der Seele trübe aus und mit der Entwicklung des Geistes noch
trüber. Siehe,
so die vielen törichten Menschen Meine Gebote hielten — was ihnen viel
leichter wäre, als zu halten die Gesetze ihrer eigenen, alten, dummen
Weltgewohnheiten —‚ da gäbe es auf der Erde auch keine Krankheiten. Weil aber
die törichten Menschen auf ihre Satzungen und alten, bösen Gewohnheiten mehr
halten als auf Meine Gebote, die nichts als die reinste Liebe sind, so sind
sie auch selbst Urheber von tausend Übeln und Krankheiten, die sie zu leiden
haben und an denen sie oft leiblich und geistig sterben. Würden
sie von ihren Narrheiten ablassen und die Gesetze Meiner Ordnung anziehen, so
würden sich alle eines hohen und gesunden Alters zu erfreuen haben, und des
Leibes Tod wäre bloß ein süßes Einschlafen des alten Leibes und ein
heiterstes und seligstes Erwachen der Seele und des Geistes zum ewigen Leben! Beherzige
demnach du, Mein liebstes Töchterchen, diese Wörtlein, so wirst du dich stets
der besten leiblichen und geistigen Gesundheit zu erfreuen haben und Meine
Liebe und Meine Gnade wird stets im Vollmaße bei dir sein zeitlich und ewig.
Amen. — Das sage Ich, dein heiliger, liebevollster Vater dir. — Amen. 5. Vertrauen und Gehorsam besser
als Medizin
J.L.
(v. 26.4.1842) — Ich sage dir, dieser teure Arzt wird deinem Weibe gar wenig
Heilung verschaffen, da Ich die Werke geld-, welt- und ruhmsüchtiger Menschen
niemals zu segnen pflege! So
dein Weib Mir mehr getraut hätte und wäre bleibend folgsamen Gemütes, da wäre
es schon lange besser mit ihr. Allein, da sie solches nicht beachtet, ist's
ja dann auch recht, daß sie empfindet, welche Hilfe die Welt bietet! Solange
sich aber jemand in den Schutzarmen der Welt befindet, kann und darf Ich ihm
die Meinigen nicht reichen. Denn so Ich auch jemandes Leib mit dem
heilsamsten Balsamöle salben möchte, aber er wäscht sich darauf folglich mit
der Kloake und ißt dazu einen lateinischen Weltquark, wie soll es da wohl
besser werden mit ihm? Ich
sage dir aber, wenn sie nehmen möchte irgendein gutes Harzpflaster und legte
dasselbe in Meinem Namen zum Teile auf die Sohlen der Füße, dann auf die
Waden, dann auf das Rückgrat, dann auf das Genick und dann noch auf den Magen
zu gleicher Zeit und tränke dabei frisches Wasser und äße eine einfache, gute
Kost, die da nicht zu fett sein dürfte und nicht zu fest, wie zum Beispiel
Maisgrütze in frischer Fleischbrühe und so auch etwas Fleisch mit einer
gelinden Zuspeise — da wäre sie schon lange gesünder als durch all den
lateinischen Teufelsquark! So
sie aber schon der Welt wegen einen Arzt haben muß, da soll sie bleiben bei
dem ersten und älteren, aber nicht bei einem, der sie erst durch Medizinen zu
prüfen nötig hat! — Amen. 6. Vaterwort und Gebet des
Hilfesuchenden
G.M.
(v. 11.1.1871) — Da du Mich anflehst, diesem Bruder eine Erleichterung in
seinem Leiden zu bringen, so schreibe nun und sage ihm: Ich
weiß wohl, wo es ihm fehlt — und er weiß, warum es ihm fehlt. Und so haben
wir zwei uns keine Generalbeichte abzulegen. Da er aber schon seit längerer
Zeit — mürbe gemacht durch seinen hilflosen Zustand — Mich um Hilfe bittet,
so will Ich denn Gnade für Recht ergehen lassen und ihm den Weg zeigen, wie
er eine rechte Hilfe von Mir erlangen kann und was er für sich selbst vorerst
tun soll, auf daß Mein Segen fruchte. — So höre! Bei
seinem Übel ist die Tatlosigkeit der Bewegungsnerven das Haupthindernis der
Genesung. Um nun dieses zu beseitigen, müssen die Nerven durch besseres Blut
ernährt werden, und dazu gehört eine für ihn vielleicht starke, aber
notwendige Verleugnung seiner Hauptgewohnheiten. Denn Ich kann sein Blut
nicht verbessern, wenn er jeden Augenblick zu dessen Vergiftung besonders
durch Tabak und Kaffee beiträgt... Da
aber auch bei euren menschlichen Heilmitteln und Ärzten das Vertrauen der
wichtigste Hebel zur Wirkung der gegebenen Arznei ist, so muß er auch in
Mich, als ersten Arzt der Welt, sein ganzes Vertrauen setzen. Mit
inbrünstigem Gebete muß er sein ganzes Schicksal in Meine Hände legen und
dann geduldig abwarten, was und wann Ich die gehoffte Linderung eintreten
lassen werde. Auch
jetzt betet er — es ist aber nicht das Gebet, wie Ich es will und es Mir
angenehm ist. Es darf nicht mechanisch sein. Es muß, Mir entsprechend, ein
geistiges Gebet sein. Nur dann dringt es zu Mir. Es muß mit dem Herzen und
nicht mit den Lippen vollführt werden. Um
zu diesem Gebete aber den Weg zu finden, soll er zuvor über sein ganzes Leben
etwas nachdenken, soll betrachten, wie er sich in der Vergangenheit gegen
Mich verhalten, wie er Meine Gnade geachtet oder mißachtet hat; wie er
endlich nach so vielen Verfehlungen gegen Mich, gegen seine Seele und endlich
auch gegen seinen Körper bis dorthin gekommen ist, wo er sich jetzt befindet. Wenn
ihn dann so eine recht herzliche Reue überkommt, wenn er klar einsieht, wie
sehr und wie oft er gegen Mich gefehlt, wenn er dann begreift, daß die Strafe
für seine Fehler noch hätte schlimmer kommen können — dann flehe er zu Mir,
bekenne vor Mir offen seine Schuld, bekenne, wie wenig er diese Langmut
seines Vaters verdient hat, der ihm jetzt noch im vorgerückten Alter wieder
die Hand bietet, um den längst verlorenen Sohn zu retten. Wenn
er so, zerknirscht, vor Mir steht, Meiner Gnade und Meiner Huld alles
überlassend, dann werde Ich neues Leben erst in seine Seele und durch diese
in seinen Körper einfließen lassen. Und mit seinem heiligen Versprechen, jetzt
alle weltlichen Ideen fahren zu lassen und nur sein geistiges Heil suchend,
wird er dann bald fühlen, was es heißt, auf seinen himmlischen Vater
vertrauen, der ebenso wie ein irdischer Vater ein flehendes Kind nie
zurückweisen wird. Hier
liegt nun der Weg offen vor ihm! Will er ihn wandeln, wird er die guten
Folgen davon bald ersehen. Ist aber seine Eigen- und Weltliebe stärker, so
wird er sich die Folgen, die daraus erwachsen werden, selbst zuzuschreiben
haben. Frei
habe Ich den Menschen erschaffen, und frei muß Ich ihn lassen. Er ist Herr
seines Schicksals und kann wählen entweder den Weg nach oben oder nach unten.
— Amen. Liebevollster
Vater! Hier liege Ich schon, jahrelang unbeweglich, mir und den Meinen zur
Last, ein lebendiger Vorwurf meines eigenen, vergangenen Lebens. — O Du
allerliebster, gnädigster und huldvollster Vater und Herr, der Du mir so
lange geduldig zugeschaut hast, wie ich leichtsinnig ohne Vorbedacht meine
weltliche Existenz und meinen Körper so nach und nach ruinierte. Mit welchem Gewissen
soll ich vor Dich hintreten, wenn ich bedenke, daß ich nicht nur mich,
sondern auch meine Lebensgefährtin und die Kinder, die ich in eitler Lust
gezeugt, nun mit unglücklich gemacht und dem weltlichen Elend preisgegeben
habe. Du,
o Vater, hast trotz all dieser Fehler mich doch nicht vergessen. Und jetzt,
wo ich auf keine Rettung mehr hoffte, jetzt sendest Du mir Hilfe, mir
Unwürdigem! — Was vermag ich Dir denn dafür zu bieten? Ein von Vorwürfen
zerrissenes Herz und ein mit Sünden beladenes Gewissen, das sind die Gaben,
die ich vor Deinem Throne hinlegen kann. Und doch, nach solchen Opfern
würdigst Du mich, mir Deine hilfreiche Hand zu reichen! Ja, lasse sie mich
fassen, diese so oft mir nahe gewesene und stets von mir verschmähte Hand!
Lasse sie mich fassen und festhalten, auf daß sie mich herausziehe aus diesem
Elend, in das mich meine eigene Schuld geworfen hat. Vater!
Als verirrtes, aber reuiges Kind rufe ich zu Dir, verzeih und hilf mir! Mehr
kann ich nicht erflehen. Denn auch dieses verdiene ich nicht. Aber Deine
unbegrenzte Liebe und Gnade, die auch den Wurm im Staube nicht vergißt,
erfüllt mich mit der heißen Hoffnung, daß Du auch mich, den verlorenen Sohn,
in Deine Arme aufnehmen und meine bis jetzt ausgestandenen Leiden als eine
kleine Abschlagszahlung meiner Schuld ansehen wirst. Du
willst mich Blinden führen und aus all meinen Fehlern und Verirrungen nur
eine beste Stufenleiter zu Deinem Herzen erbauen. — Wer kann solche Huld und
solche Liebe würdigen? — Ein Sterblicher nicht! Sondern nur stille weinend
kann das verirrte Ich Deinem väterlichen Rufe folgen. — Amen. 7. Die Hauptsache — Ergebung und
Vertrauen
J.L.
(v. 29.4.1841) — "O heiligster, allerliebevollster, barmherziger Vater!
Siehe gnädigst an die große Not meiner todkranken Schwester Klara und zeige
für sie ein Rettungsmittel an! Sei hochgelobt, o allerbester Vater, wenn Du
dem bekümmerten Manne das Weib und zwei unmündigen Kindern die Mutter
erhalten wirst! Sei aber auch hochgelobt, wenn Du die in Todesschmerzen
Daniederliegende aufnimmst in Dein heiliges Reich des ewigen Friedens,
Amen!" — — Was
soll Ich denn da auf diese Frage für eine Antwort geben? Wenn Ich helfen
möchte, da verderben eure Ärzte ja alles! Soll Ich denn die Ärzte umkommen
lassen? Der
da meint, Ich könne nur durch Ärzte und Medikamente helfen, der irrt sich
gewaltig. Denn gerade da helfe Ich meist gar nicht, sondern lasse nur
höchstens dann und wann zu, daß die verschriebenen Medizinen helfen, so ihnen
hie und da in Meinem Namen getraut wird. Wo aber sogar auch dieser allerletzte
Glaube noch mangelt, da bleibt Meine Hilfe ferne. Ich
aber habe in dieser Angelegenheit ja schon ohnehin durch den Knecht mündlich
angedeutet, daß, so ihr bittet und glaubet im Herzen ungezweifelt, so wird
die Aussätzige schon wieder rein werden. So ihr aber nur glaubet, daß Ich
wohl helfen kann, aber an Meinem Wollen zweifelt, so möget ihr auch denken,
der Aussatz wird, da er sehr böse ist, ihren Leib eher und leichter
zerstören, als daß die Leidende mit dem Leibesleben davonkommt. So
ihr aber Glauben hättet, so groß nur wie ein Senfkörnlein ist, so möchtet ihr
nicht nur der Leidenden helfen, sondern wohl auch tote Leiber zum Leben
erwecken! Allein euer Glaube gleicht noch einem Rohre, das vom Winde hin und
her geweht wird. Und euer Herz ist voll Kleinmut, Furcht und Zaghaftigkeit.
Und daher seid ihr auch bei Sterbefällen eurer Verwandten über Hals und Kopf
traurig, weil ihr nicht sicher seid dessen, was euer liebevollster Vater tut
und geschehen läßt, und auch nicht bedenket, daß alles, was Ich anordne, tue
und geschehen lasse, nicht anders denn überaus gut ist. Wenn
Ich die Aussätzige von der Welt nehme, so wird es überaus gut sein. Lasse ich
aber geschehen, daß sie bleibe, so wird des Guten nicht minder sein. So ihr
aber denket, daß das eine nur gut sein wird, nämlich daß sie bleibe am
Leibesleben — und ein großes Unglück in der Familie beim Gegenteil, da irret
ihr euch sehr. Denn alles, was da geschieht nach Meinem Willen, ist überaus
gut, ob so oder so. Wisset ihr denn nicht, daß alle Menschenhilfe zu nichts
nütze ist!? Meine Sorge geht weit und hoch über und vor und nach aller
Muttersorge! — Oder wird Der, welcher für Vater, Mutter und Kinder sorget,
nicht auch gar wohl für die Kinder allein zu sorgen imstande sein? — O ihr
Kleingläubigen, wie lange werde Ich euch noch müssen vorpredigen lassen, bis
ihr klug und glaubensfest werdet!? O
sehet, der lebendige Glaube voll hingebenden Vertrauens ist ein wahres
Thermometer der Liebe und zeigt genau die Grade an, wie hoch über dem
Gefrierpunkte die Liebe steht. — Hütet euch vor dem Reif in eurem Liebes- und
Glaubens- Frühlinge, damit die Fruchttriebe nicht verloren werden! Machet mit
dem Holze des Lebens einen Rauch, damit ihr nicht Schaden leiden möget an
eurem Herzen. Dir, mein lieber N.N., aber sage Ich, es ist besser, daß du
einige Zeit nicht hingehest, sondern bleibest dafür lieber zu Hause und bei
Mir verweilend. Denn wahrlich, deine Gegenwart wird der Aussätzigen nicht
viel nütze sein, wohl aber wird es
frommen, so du bei Mir und in Mir verbleibest, Mich liebst und Mich bittest,
daß Ich es lasse geschehen, wie Ich es will. Willst
du aber doch auch hingehen, da sie deine Schwester ist, so bete zuvor und
salbe dich mit dem Öle aus den Wacholderbeeren in Meinem Namen, so wirst du
dein Haus verschonen mit der Bosheit des Aussatzes. Und so du auch die
Kleider beräucherst mit denselben Beeren und deren drei verschluckest in
Meiner Andacht, so kannst du völlig ruhig sein. Aber, wie schon gesagt, nötig
ist es vorderhand gar nicht, daß du hingehest. Denn Ich sage dir, daß der
Aussatz im Ernst böse ist. Er ist ein Austritt aller bösen Geister, die oft
schon von Geschlecht zu Geschlecht sich eingebürgert haben — und
wohlverstanden daher auch sehr ansteckend; denn die freien Geister suchen
alsogleich wieder eine neue Unterkunft. Haben sie sich bei irgend jemandem
eingeschlichen und werden da wieder hinausgeschafft, so richten sie dann eine
größere Verheerung an in ihrer neuen Wohnung, als in der früheren, aus großem
Ärger — wie es soeben bei deiner Schwester nun der Fall ist, da sie von der
andern angesteckt wurde. Wer
aber betet, gesalbt und beräuchert ist in Meinem Namen, der darf sich sogar
vor keiner Pest fürchten und sorgen. Darum
aber ist die Wacholder also schützend, weil sie eines großen Segens aus Mir
schon natürlichermaßen teilhaftig ist. Also
ist der lebendige Glaube an die Kraft Meines Namens wohl das unfehlbarste
Heilmittel. Wahrlich, und wäre die Aussätzige in Amerika und du hier wie
jetzt, erführest aber, daß sie wie jetzt leide, und wendetest dich an Mich —
so möchte Ich sie retten vom Tode leiblich und geistig! Wenn ihr glaubet im
Herzen, aber nicht bloß in der Einsicht des Verstandes, so wird's besser mit
ihr durch eure Bitte und euren Glauben. Seid ihr aber schwach, so denket doch
wenigstens, daß Ich nichts Unrechtes tun werde, und was Ich immerhin auch tun
möchte, dürfte wohl sicher das Allerbeste sein! Denket
an den Jünger, der zuvor noch seinen Vater beerdigen wollte, ehe er Mir
folgte; und seid eingedenk Meiner Lehre an ihn, so werdet ihr allezeit große
Ruhe in euch finden! Mir
zu folgen in allem, ist das erste. Und alles Mir übergeben, das zweite. Darin
sind die Gebote, die Propheten und hauptsächlich die zwei Gebote der Liebe
völlig enthalten und mit ihnen alles Leben. Tuet und handelt danach, so
werdet ihr leben und wird alles überaus wohl gehen, hier und jenseits. Amen.
— Das sage Ich, der allerbeste Arzt. — Amen. 8. Heil am Vaterherzen
G.M.
(v. 4.2.1871) — Deine Schwester in ihrer Herzensangst geht dich an, du sollst
sie durch ein paar magnetische Striche dahin bringen, daß sie mehr Zuversicht
auf ihre eigenen Kräfte bekäme. Nun, und du bittest Mich darum mit der Frage,
was in diesem Falle geschehen solle? Ich
will also, um jedem seine Zweifel und seine Hoffnungen auf eine gerechte Art
zu lösen, den Vermittler, den Heiland und den Magnetiseur selbst machen. Denn
ohne Meine Hand, ohne Meine Hilfe ist dein Handausstrecken ja doch nur ein
leibliches Beeinflussen und kein seelischgeistiges, welches — durch Mich erst
höher potenziert — die gewünschte Wirkung bei deiner Schwester hervorbringen
kann. — Also zur Sache! — Ich frage deine Schwester bloß: Hat sie denn nie
gefühlt, daß das Gebet zu Mir Trost, Stärke, Seligkeit und Wonnegefühl gibt,
wenn es so ganz aus dem Grunde des Herzens an Mich gerichtet ist? — Und wer
bereitet denn dieses Gefühl? — Siehe, das bin ICH, durch Mein stärkendes
Einfließen in die wunde Seele. Wo ist eine magnetische Kraft, die in ihrer
Wirkung mit diesem Seligkeitsgefühle zu vergleichen wäre? Deine
Schwester soll es versuchen und soll zu Mir, zu ihrem Vater, ihr Herz in
tiefster Demut erheben, soll Mir ihre Leiden und Sorgen vortragen, soll vor
Meinem Throne zusammensinken in den Staub der Nichtigkeit. Und wenn sie dann
daliegt ohnmächtig zerknirscht und nur alles Mir überlassend, wenn sie sich
bis auf den kleinsten Punkt gedemütigt hat, dann werde Ich sie erheben. Denn
in ihrer tiefsten Demut ist sie Mir gerade am nächsten. Dann werde Ich in sie
den Trost, die Liebe und Geistesstärke einfließen lassen, um sie zu lehren,
ihre vermeintlichen Mißhelligkeiten nicht so schwarz anzusehen und dieselben
auch leichter ertragen zu können. Meine
Liebe ist der große Magnetismus, der alles anzieht und nichts von sich stößt.
Wer sich in dessen Bereich begibt, kann nur gewinnen, aber nicht verlieren. Daher
raffe sie sich auf, zu Mir, ihrem Vater, den Blick zu erheben! Ich als Vater
stoße kein Kind zurück, das flehend sich Mir naht — und um so weniger, wenn
sein Herz ein Altar der Liebe geworden ist, wo das ewige Feuer dieser Meiner
göttlichen Eigenschaft brennt, den ganzen Menschen durchleuchtet und sogar
auch den Körper mit Seligkeit erwärmt. Also
diesen Magnetismus suche deine Schwester, und er wird ihr mehr Früchte
tragen, als wenn du deine Hand ausstreckest, wobei gemäß deiner persönlich-geistigen
Erhebung die Wirkung wohl vorhanden wäre, aber nicht vergleichbar mit
derjenigen, welche sich ergibt, wenn Ich Mein Vaterherz als Lohn einer
kindlichen Ergebung in Meinen Willen darbiete. — Amen. 9. Bedingungen für den Erfolg
magnetischer Stärkungskuren
G.M.
(v. 5.2.1871) — Wieder fragt eine geistig und körperlich kranke Seele durch
dich bei Mir an und möchte sogar, daß Ich es ihr schriftlich gebe, daß die
von dir angegebene Heilart die richtige und daß durch dieselbe auch das
gewünschte Ergebnis herbeigeführt wird. Um diesem Kinde doch zuvor etwas
seine geistigen Augen zu öffnen, über welchen es noch eine sehr dicke Binde
trägt, muß Ich ihm sein Inneres vorhalten. Es wird ihm vielleicht manches in
diesen Zeilen nicht angenehm sein. Aber wahr ist es deswegen doch, und um so
mehr glaubhaft, weil Ich es sage. Nun
siehe, Mein liebes Kind, du hast eine kleine Unpäßlichkeit, die dich sehr
bekümmert und wegen welcher du schon die ganze Welt um Rat gefragt hast.
Jetzt ist dir auch etwas zu Ohren gekommen von einem geistigen
Heilungsprozeß. Und nachdem du alle allopathischen und homöopathischen, ja
selbst Meine Sonnenmittel versucht und nirgends ein befriedigendes Resultat
gefunden hast, so willst du auch dieses letzte geistige Heilverfahren
versuchen, mit der Idee: "Wenn's nicht hilft, so schadet's
nicht!" — Du betrachtest es nur als eine von den vielen anderen,
gewöhnlichen Verfahrensarten des Magnetismus und möchtest nebenbei gleichsam
ein Zeugnis ausgestellt haben, daß dieses Mittel hellen muß. Um
nun auf diesen deinen Grundgedanken entsprechend zu antworten, muß Ich dir
vorerst sagen, daß Ich recht wohl weiß, warum du jetzt von diesem Übel
befreit sein möchtest. Denn die Zeit drängt, es naht der Augenblick, da du
mit vollen Segeln in die Freuden der Welt und des Ehestandes hineinsteuern
willst. Und wegen dieser deiner so materiellen und weltlichen Wünsche soll
Ich, der Schöpfer und Herr der Unendlichkeit, Mich dir hingeben und sogar dir
noch schriftlich bezeugen, daß du mit diesem Mittel von deinem Übel befreit
wirst, das dir schon lange lästig und jetzt noch unangenehmer ist. Sieh,
du willst von Mir etwas vernehmlich hören und achtest doch auf die Stimme in
deinem Innern nicht — die Stimme, die ihr Menschen "Gewissen"
nennt! Was sagt dir denn dieses Gewissen oft? Sagte es dir nicht mehrmals:
"Treibe die Religion nicht so äußerlich! Gedenke, daß Gott ein Geist ist
und auch nur geistig verehrt und geliebt sein will und Seine Lehren auch
geistig verstanden werden müssen!" Sagt dir dein Gewissen nicht oft:
"Mehr Duldsamkeit gegen deine Mitmenschen — und mehr Liebe gegen deinen
Gott, deinen Vater!" — Nachdem du nun mit dem fleißigen Kirchengehen
glaubst, deine Pflicht als Mensch gegen Mich getan zu haben, so verlangst du
eine geistige Kur — während du doch diese hier an dich gerichteten Worte
nicht glaubst, als kämen sie von Mir! Wie kannst du also bei einer solchen
Ungläubigkeit ein geistiges Ergebnis von einer Behandlung verlangen, die nur
geistig verstanden werden und auch nur geistig wirken kann?! Die
geistige Erhebung deiner Seele zu Mir im inbrünstigen Gebete (aber so, daß
alle Fibern deines Wesens mit in dieses Gefühl hineingezogen werden!), dieses
Sich-ganz-aufgeben in Meinen Willen bei gänzlichem Vergessen alles
Weltlichen, dieses Aufleuchten aller deiner inneren Geisteskräfte, gepaart
mit dem festen Glauben an eine sichere Hilfe von Meiner Seite, kann ein von
Meinem Schreiber magnetisiertes Tuch zwar wirksam machen (weil dann nicht die
magnetisch-menschlichen Stoffe, welche das Tuch enthält, wirksam sind, sondern
Mein Segen, der den festen Willen Meines Schreibers begleitet und seinem
magnetisierten Tuche diese Heilkraft verschafft, die nicht nur dein Übel,
sondern jedes heilen kann). Solange du aber nicht fähig bist, dieses Gebet,
wie Ich es dir beschrieben habe, in dir zu erwecken — rate Ich dir: Laß ab
von den magnetischen Kuren! Denn sie führen zu nichts, du gibst dich nur
eitlen Hoffnungen hin, denen die Enttäuschung auf dem Fuße folgt. Lerne
zuvor deine geistige Stellung Mir gegenüber erkennen, und dann wirst du erst
deine weltliche zu schätzen wissen und wohl einsehen, wo die größere
Wichtigkeit und der größere Wert liegt. Solange du auf deinem bis jetzt
befolgten Weg nicht umkehrst und den Weg einschlägst, den Ich dir rate,
werden noch manche Stürme und Gewitter über deinem Haupte hinziehen und du
wirst mit Leiden und Furcht geplagt sein! — Amen. 10. Über den Heilmagnetismus
J.L.
(v. 12.7.1841) — Antwort auf die Fragen: 1. Welche
Menschen besitzen die Gabe, zu magnetisieren? Welche sind magnetisierbar? Und
wie ist die Gabe zu erlangen? 2. Sind die
Angaben, Äußerungen magnetisierter Personen über eigene oder fremde
körperliche Gebrechen, Krankheiten und über deren Heilmittel jedesmal richtig
und glaubwürdig? 3. Treten
magnetisierte, somnambule Personen in scheinbaren oder in wirklichen Verkehr
mit solchen von der Welt abgetretenen, in die Seligkeit eingegangenen
Menschen? 4. Warum
vermögen sich magnetisierte Personen im wachen Zustand der Ereignisse und
Reden, die sie im magnetischen Zustande erlebten oder selbst taten, nicht zu
erinnern? 5. War den
alten jüdischen und christlichen Völkern der Magnetismus bekannt? 6. Ist es
recht, daß manche Regierungen das Magnetisieren verbieten? Wäre nicht
vielmehr eine größere Verbreitung desselben für die Menschheit, und unter
welchen Bedingungen, wünschenswert? DER
HERR: Wenn ihr die Mitteilungen sowohl aus dem Gebiete der "Zwölf
Stunden" wie auch diejenigen im Anschluß zum "Mond" sowie die
viel früheren über die beiden Pole der Erde genau in vergleichende Erwägung
ziehet, so dürftet ihr beinahe selbst finden, daß einige dieser Fragepunkte
überflüssig sind — so zum Beispiel: Warum
sich Magnetisierte in ihrem wachen Zustande alles dessen nicht erinnern
können, was sie in ihrem isolierten, seelenwachen Zustand getan und gesprochen
haben. Ebenso
überflüssig ist auch die Frage, ob magnetisierte Personen in wirklichen oder
Scheinverkehr mit den Abgeschiedenen treten. Denn was soll hier das
"scheinbar" oder "wirklich" besagen? Oder vermöget ihr in
eurem körperlichen Zustand entweder in eine wirkliche oder scheinbare
Verbindung einzutreten? Wenn aber ihr dieses nicht vermöget, wie soll es die
Seele vermögen, die da ist ein wohlbereitetes Aufnahmegefäß, vermöge dessen
sie nur imstande ist, das aufzunehmen, was ihr wirklich entgegenkommt, nicht
aber auch das, was ihr nicht entgegenkommt. Solange sie im Körper ist, mag
sie wohl scheinbare Bilder, welche in dem Gedächtnis haften, beinahe für
wirkliche aufnehmen. Allein selbst bei dieser Aufnahme, so ihr die Sache
tiefer beleuchten wollt, hat es mit dieser Scheinbarkeit einen bedeutenden
Ungrund. Denn fraget euch selbst: Woher rührt denn das Bild im Gedächtnis?
Und die Antwort, die ihr euch selbst geben müsset, kann keine andere sein,
als daß ihr saget: Es rührt von einer Wirklichkeit her. Ja selbst wenn die
Seele gewisserart phantastische Bilder in sich erschaut, die in der
Wirklichkeit nirgends vorhanden sind, da werdet zwar ihr sagen: Es müssen
doch nur lauter nichtssagende Scheinbarkeiten sein. Ich aber sage euch, daß
diese Behauptung einen doppelten Ungrund hat. Denn fürs erste kennet ihr die
Formationen und all die zahllos vielen Gebilde in eurer Körperwelt noch
durchaus nicht (wie zum Beispiel jene euch zunächstliegende,
für euch aber gewiß überwunderbare Bildung auch nur eines einzigen Haares auf
eurem Haupte) —‚ um wieviel weniger erst jene unendlichen Mannigfaltigkeiten
in der kleinen, ursprünglichen Tierwelt. Wenn
nun die Seele eines feiner organisierten Menschen gewisserart leidend — ohne
zu wissen wie und woher — zur Anschauung solcher in der Wirklichkeit
vorhandenen Formen gelangt, saget, rühren diese nun von einer phantastischen
Scheinbarkeit oder von einer unphantastischen Wirklichkeit her? Und fürs
zweite, so die Seele aus den vorhandenen Wirklichkeits-Abdrücken in sich neue
Bilder zusammenstellt, rühren diese von einer Scheinbarkeit oder Wirklichkeit
her? So ihr dieses nur ein wenig durchdenket, so wird es euch ja
augenblicklich klarwerden müssen, daß aus nichts durchaus nichts gemacht
werden kann. Oder könnet ihr wohl behaupten, daß ein Spiegel auch imstande
sei, irgendein formelles Gebilde (das gar nicht existiert) auf Augen zu
werfen? Die Unmöglichkeit werdet ihr sicher ohne weitere Erklärung einsehen. So
aber die Seele als Aufnahmegefäß gleich ist einem nach allen Seiten überaus
fein polierten Spiegel, woher und wodurch soll sie dann in Konflikt mit
allerartigen Wesen treten, wenn diese ihr nicht irgend in aller Wirklichkeit
objektiv begegnen werden? Solches wäre unmöglicher, als daß jemand von seinen
eigenen Gedanken aussagen möchte, er habe manchmal wirkliche, manchmal bloß
scheinbare Gedanken. Ich aber sage euch: Wer da vermöchte scheinbare und
wirkliche Gedanken voneinander wohlbegreiflich abzusondern, den müßte Ich ins
uralte Testament, und zwar in die Gesellschaft des Adam verweisen, und zwar
in jene Zeitperiode, da Adam, durch die Lüge der Schlange verleitet, weiser
und verständiger werden wollte als Ich Selbst. Aus
diesem möget ihr wohl hinreichend entnehmen, daß die dritte Frage ein wenig
aus hohler Luft gegriffen ist. Und so ist auch die fünfte Frage ein wenig
verdächtig, wenn ihr bedenket, daß der sogenannte Heilmagnetismus oder
vielmehr das sogenannte magnetische Fluidum nichts anderes ist als Mein alles
gestaltender, ordnender und erhaltender Liebe-Wille. Wenn
ihn die Alten auch nicht unter diesem neuerschaffenen,
"wissenschaftlich-törichten" Namen kannten, so kannten sie ihn aber
der Natur und der Wahrheit nach unvergleichlich besser als die gesamte
gegenwärtige Generation der Erde. Was
waren denn jene euch mehr oder weniger bekannten Wundertaten des Geistes von
seiten der alten, frommen Patriarchen und Seher? Was waren die von Mir den
Aposteln, Meinen ersten Nachfolgern, befohlenen Handauflegungen zur Heilung
der Kranken in aller Liebe und lebendigen Glaubensfestigkeit? — Sehet, diese
waren nichts anderes als im vollsten Sinne das, was ihr heutzutage —
unverständig genug — "Magnetismus" nennet! Wenn
ihr die Sache so recht vom Grunde aus verstehen wollet, so denket euch Mich
Selbst als den Grundmagnetiseur. Wenn
ihr nun fraget, welche Menschen das Vermögen haben zu magnetisieren, so wird
sich etwa doch die Antwort von selbst geben, daß nur diejenigen Menschen,
welche entweder durch die Liebe oder wenigstens durch den Glauben mit dem
Grundmagnetiseur in Verbindung stehen, auch nach dem Grade der Liebe oder des
Glaubens nur allein fähig sind, die Hände auf ihre Brüder zu legen und sie
dadurch zu heilen von jeglicher Krankheit. Freilich
gibt es auch Menschen, die — ohne Verbindung mit Mir durch die Liebe oder den
alleinigen Glauben — eines festen Willens sind, sei es zum Guten oder zum
Bösen (Hexerei), welche Menschen auch mit Recht Eigenwillige oder in arger
Hinsicht auch Eigensinnige genannt werden können. Dieser Eigenwille ist das
gewöhnliche Produkt von irgendwelchen Begründungen. Und je wonach oder worin
sich ein Mensch also begründet hat, danach richtet sich auch unabänderlich
sein Wille und sein Sinn. Ist eine solche Begründung mehr gestellt auf irgend
etwas aus Meinem Worte unrichtig Aufgefaßtes, so kann ein solcher Mensch zwar
auch die andern Menschen magnetisch behandeln und sie unterziehen der Kraft
seines Willens und dem auf demselben gefesteten Glauben; allein ein solches
sogenannte Magnetisieren bewirkt nur die euch bekannten Erscheinungen in
diesem Fache, wodurch die beabsichtigte Heilung entweder nur sehr langsam und
selbst da nicht durch das eigentliche Auflegen der Hände, sondern mittels der
Beihilfe von selbstverordneten Medikamenten vor sich geht, welche aber wieder
eben nur durch den Glauben eine halbe Wirkung hervorbringen. Aus diesem aber
könnet ihr ersehen, daß Menschen von einem gewissen festen Willen von Mir
gewisserart unabhängig solche Handlungen begehen und verrichten können —
aber, "wie die Kraft, so der Effekt!" Nach
diesem Maßstabe haben dann wohl freilich nur gewisse Menschen die Fähigkeit
zu magnetisieren. Aber auf dem Wege der Wahrheit kann solches ein jeder, der
mit Mir in Verbindung steht. Ebenso
sind auch für solche "Halbmagnetiseure" nur gewisse Menschen
magnetisierbar, und zwar nur solche, welche von mehr schwacher Bildung sind
und auch einen sehr schwachen Willen besitzen, ja manchmal sogar gänzlich
willenlos sind und lediglich von dem Willen des Magnetiseurs abhängen. Wenn
da ein solcher Magnetiseur oder besser "Eigenwillensstreicher" sich
in seiner Willensstreicherei von der betreffenden Person entfernt oder nach
eurem Kunstausdruck "sich außer Rapport stellt" oder sich
wenigstens stellen möchte, so ist dann eine solche bestrichene Person elend
daran und zwar wenn sie stark bestrichen worden wäre, daß dadurch ihre Seele
vermöge der Überfüllung notgedrungen aus dem Körper treten müßte und dann bei
solcher Rapportauflösung nicht mehr in den Leib zurückkehren würde, und würde
sie sich zurückbegeben, so träfe sie ein für allemal einen zehnmal
geschwächteren Leib, als sie ihn früher hatte. Wenn aber der Magnetiseur ihr
nur wenige Striche gegeben hätte und sich darauf absonderte, so ist eine
solche Behandlung so gut wie gar keine und gleich einer Liebeserklärung an
ein Mädchen, das der Erklärende gleich nach der Zusage wieder sitzen läßt. Menschen
aber, welche an und für sich auch einen ziemlich festen Willen besitzen,
werden von einem solchen Magnetiseur entweder ganz fruchtlos behandelt, oder
er bringt solche Patienten kaum zum Gähnen, und zwar aus diesem Grunde, weil
ein jeder Wille in einer gewissen eigenen Überzeugung, ob richtig oder
falsch, sich begründet und dadurch seine Organe in Tätigkeit setzt, ein jeder
Wille aber, wenn er nicht mit dem Meinigen in Verbindung steht, ein eigener und
eigentümlicher ist. Wenn nun der Magnetiseur bei seiner Behandlung auf einen
solchen, seinem Willen entgegenstrebenden Willen stößt, so ist dann das
beabsichtigte Faktum ein fehlgeschlagenes und kann sogar auf den unklugen
Magnetiseur eine sehr nachteilige Rückwirkung haben, besonders bei solchen
Personen, die entweder von sehr sinnlicher Natur sind (welche von einer
inneren stummen Besessenheit herrührt), oder aber besonders dann, wenn die zu
magnetisierende Person gar von offenbar bösen Geistern besessen ist. Wenn
aber der Magnetiseur durch Mich seine Hände auflegt und Meinen allmächtigen
Willen "durch sich fließen läßt", so braucht er, mag was immer für
ein Mensch ihm zur Heilung vorgelegt werden, ihm nicht auch nur einen Strich
zu geben, sondern nur lediglich seine gereinigten Hände dem Kranken in Meinem
Namen aufzulegen, und es wird schon auf dem Wege des alleinigen Glaubens
besser mit dem Kranken. Wer aber solches tut aus der lebendigen Liebe, bei
welcher der allerlebendigste Glaube schon ohnehin von selbst sich versteht,
wahrlich, sage Ich euch, da mag Luzifer selbst jemand geistig und leiblich
plagen, so wird er ihn aber doch schon sogar durch den Blick und durchs Wort
— vor der Händeauflegung — verlassen müssen. Ein solcher eigentlicher
Magnetiseur kann nicht nur allein jeden Kranken heilen, sondern wenn es zur
Verherrlichung Meines Namens nötig ist, auch Tote erwecken. Wenn
ihr nun dies alles recht betrachtet, so ist dadurch auch die letzte Frage
schon wie völlig gelöst. Freilich was den Eigenwillens-Magnetismus anlangt,
da sage Ich: Es ist in jeder guten Hinsicht doch immer etwas besser als gar
nichts; aber in arger Hinsicht besser nichts als etwas. Denn eine arge
Magnetisierung ist um nichts besser als ein zeitweiliges Besessenmachen von
einem argen Geiste, wogegen die bessere Art des Magnetismus, wenn sie nur ein
wenig mit Mir in Verbindung tritt, doch wenigstens nach und nach der gar
blinden Menschheit zeigt fürs erste, daß außer den Kräutern noch bessere
Heilkräfte wirken, und fürs zweite, daß in dem Menschen eine unsterbliche
Seele und ein unsterblicher Geist wohnen. Und in dieser Hinsicht ist es
höchst unbillig, aus was immer für einem läppischen Grunde solches in einem
Staate zu verbieten. So
aber jemand eine solche Eigenschaft aus Mir besitzt, der lasse sich nicht
abschrecken von der weltlichen Gewalt, sondern glaube fest, daß er im Besitze
Meines mächtigen Willens noch Größeres zu leisten imstande ist, als allein
Kranke gesund zu machen und bei außerordentlichen Fällen auch
Jüngstgestorbene ins Leben zurückzurufen. Wie
aber irgendein Künstler sich von einem Orte entfernt, da er keinen Kunstsinn
antrifft, desgleichen tue um so mehr ein Gnadenbegabter. Denn eine solche
Gnade ist doch sicher über alle Kunst erhaben. — Am besten aber ist für diese
Zeit, daß jeder das Gute übe im Verborgenen, um Ärgernis zu vermeiden. Daher
wirket das Gute im Verborgenen und fürchtet nicht die Blindheit der Menschen,
die euch schwerer verfolgen, als ihr ihnen entgehen könnet. Denn Ich will den
Schall eurer Tritte, so ihr euch gegen Morgen wendet, also leiten, daß er den
Blinden ans Ohr gelange, als käme er vom Abende; und da möget ihr vor
wirksamen Nachstellungen der Blinden wohl sicher sein. Überdenket
alles dies und fasset es gläubig tief in euer liebendes Herz; dann werdet ihr
erst völlig begreifen, und zwar in der Tat, was ihr jetzt im Worte vernommen
habt. Amen. — Dieses sagt euch der große Grundmagnetiseur. — Amen. 11. Allopathie, Homöopathie,
Heliopathie, Hydropathie und Magnetismus
a) G.M. (v. 8.6.1873) — Hier habt
ihr eine Menge Titel von Heilmethoden, die mit verschiedenen Mitteln den
Krankheiten entgegenwirken sollen, welche ihr blinde Menschen euch selbst
durch Unachtsamkeit, Unverstand und Genußsucht aufbürdet. Alle diese
Heilmittel, welche da angegeben wurden, haben neben ihrer von den Menschen
gefertigten Klassifikation noch eine höhere, tiefere, die ihr nicht kennet
und die euch aufzudecken der Zweck dieses Wortes sein soll, damit die
Menschheit einmal ersehe, mit welchen Mitteln sie hantiert und war um so oft
das Gegenteil von dem, was bezweckt werden sollte, als Erfolg hervortritt. Ich
führte euch oben die aus fremden Sprachen genommenen Ausdrücke für gewisse
Heilmethoden an, weil eben mit diesen Namen nicht allein die Heilart eines
jeden Systems von dem andern streng abgegrenzt ist, sondern weil auch ihr
unter und mit diesen Namen euch besser zurechtfindet, während, würde Ich die
besser bezeichnenden (deutschen) Namen für diese Heilarten nehmen, die nötige
Erklärung hinzukommen müßte, was Ich denn eigentlich damit meine. Da Ich aber
am besten weiß, wie Ich mit euch verfahren muß, so habe auch Ich diese Titel
gewählt. Und ihr werdet von denselben aus in Meine Ansichten weit leichter
eingehen, als von Meiner Beurteilung auf eure Begriffe zurückzugreifen. Eure
Gelehrten und Mediziner haben recht getan, wenn sie ihren Systemen und auch
ihren entdeckten Dingen, Gesetzen usw. zumeist Namen aus fremden Sprachen
gegeben haben, besonders aus Sprachen verschwundener Völker, weil so —
während der Forschungsgeist der Menschen stets Neues entdeckt — doch die
Namen, mit denen er die entdeckten Dinge belegt, aus einer Sprache herrühren,
die keine Veränderung mehr erleidet und so das Studium dieser Wissenschaften
für alle Menschen, welcher Nation sie auch angehören, bei weitem erleichtert
wird. Dieses
lateinische oder griechische Benennen schadet dem Ganzen nicht und nützt dem
Studierenden, daß er nicht soviel Zeit nötig hat, um in seine Muttersprache
Benennungen zu übertragen, welche in älteren Sprachen oft kürzer und einfacher
als in seiner eigenen gegeben sind. Wie
es nun die Gelehrten und Doktoren machen, so will auch Ich mit diesen
Heilmethoden verfahren und will ihnen ebenfalls Namen aus alten Sprachen
beilegen, welche eben neben der Bezeichnung auch das Wesen zugleich erklären
sollen, warum, wie und wann ein Heilverfahren mit Erfolg gekrönt sein könnte
oder nicht. So
wie eure Doktoren von dem perfekten (gesunden) Organismus eines menschlichen
Körpers ausgehend auf dessen Fehler und Störungen schließen, sodann die nötigen
Mittel anwenden, um die Ordnung wiederherzustellen, ebenso will auch Ich, von
den Grundprinzipien Meiner Schöpfung als großem Lebensorganismus ausgehend,
euch klar beweisen, warum der gestraft wird, welcher Meinen Gesetzen
entgegenhandelt, und nur die Rückkehr zu Meiner Ordnung das gestörte
Gleichgewicht zwischen ihm und Meiner Natur wiederherstellen kann. Sehet,
Meine Kinder, als Ich die materielle Welt ins Leben rief und zur ewigen
Fortdauer, zum Wechsel und zur Erneuerung des Daseienden die großen Grundgesetze
feststellte, nach welchen alles Geschaffene, Wesende sich gestalten, sich
vervollkommnen und am Ende vergeistigen solle, da mußte natürlich beim Lichte
auch der Schatten, beim Guten auch sein Gegensatz, das Schlechte, bei der
Ordnung auch der Drang zur Unordnung, bei Gesetzen die Versuchung zum
Dawiderhandeln, entstehen. Denn
nur so konnte die Materie, deren innerster Grund doch nur Geist ist, einer
weiteren Ausbildung fähig sein; und wie — in der untersten Materie angefangen
— kosmische Gesetze den freien Willen der höheren Klassen ersetzen müssen, so
mußte ein Sündigen gegen das Gesetz, ein Kämpfen und Ringen zwischen Licht
und Schatten, zwischen Gutem und Bösem, zwischen Rechtem und Schlechtem,
dasein, damit die auf diese Art erprobten Wesen sich frei selbst gestalten,
selbst ausbilden, selbst vervollkommnen können und so durch die Materie das
Geistige läuternd endlich wieder zu ihrem Ursprung zurückkehren und, die
ganze Laufbahn als Prüfungs- und Läuterungsweg erkennend, das Ziel erreichen,
wegen dessen die materielle Welt geschaffen wurde. Nun
seht, alles Sündigen gegen Meine Urgesetze ist eben auch nichts anderes als
ein "Krankwerden", das heißt, ein Stören der gerechten Ordnung.
Dieses Stören kann herbeigeführt werden durch eigenes oder fremdes
Verschulden, durch notwendig bedingte oder auch freiwillige Veränderungen des
organischen Baues eines jeden Dinges. Denn "krank" heißt in diesem
Sinne auch beim Steine, wenn er seiner primitiven Anordnung entgegen andere
Verhältnisse eingehen muß, die zwar seine Veränderungen anbahnen, aber durch
die inneren geistigen und äußeren materiellen Einflüsse bedingt, seine
Auflösung, seine andere Bestimmung, seine Verwandlungen bestimmen und
bezwecken müssen. Denn so wie er geschaffen, konnte er nicht bleiben, da (wie
in jeder Kreatur beim ersten Atemzuge Tod und Leben miteinander kämpfen) auch
in ihm bei der ersten Minute seines Bestehens schon die Veränderungsgesetze
auf ihn einwirken. Deswegen
könnte man die Krankheiten oder Störungen des natürlichen Prozesses bei allem
Geschaffenen in nötige, bedingte oder freie und unfreiwillige einteilen; wie
ja auch beim Menschen und bei jeder lebenden Kreatur der Tod oder Übergang
von einem Stadium ins andere der Abschluß ist des seit der Geburt angebahnten
Störungsprozesses des Bestehenden, welcher ebenfalls das "ewige
Verändern", oder die Krankheit, bis zur Auflösung genannt werden kann. Nun,
nachdem wir den eigentlichen Begriff von Gesundheit und Krankheit näher
bezeichnet haben, so bleibt uns nur noch übrig zu erörtern, inwiefern denn
diese von Geburt aus anfangende Krankheit oder immerwährende Störung des
Lebensorganismus gerecht und inwiefern dieselbe nicht am Platze ist. Alles,
was besteht, hat, wie Ich es vorher sagte, den Drang des Bestehens, des
Veränderns, des Auflösens und des Sich-vergeistigens. Einem jeden Dinge ist
aber in seiner eigenen Organisation soviel Lebenskraft gegeben worden, daß
die Zerstörungseinflüsse der Außenwelt nicht so schnell ihren Zweck erreichen
können, sondern daß der Verwandlungs- und Auflösungsprozeß nur nach und nach,
nach gewissen Alters- oder Entwicklungsgesetzen, sich vollführen soll. Daher
wird die Störungs- oder Krankheitsperiode eines jeden Dinges immer durch neu
hinzukommende Lebenskraft so lange ausgeglichen, bis das Ding in der großen
Kettenreihe alles Geschaffenen den Zweck, zu dem es geschaffen wurde, erfüllt
hat. Das
Beschleunigen dieses Prozesses durch künstliche Fehler gegen das angestammte
Naturgesetz bedingt daher die uns sichtbare, nähertretende, eigentliche
Krankheit oder die sichtbare Strafe gegen das Mißachten allgemeiner
Naturgesetze. Der
Mensch nun, welcher als letztes Glied der Schöpfungen auf eurem Erdball, mit
freiem Willen begabt, tun kann, was er will, dieser freie Mensch, durch seine
geistige Gewalt und seine materiellen Leidenschaften gedrängt, wirkt in
dieser Hinsicht am meisten ein, sowohl durch Verheerungen der Oberfläche der
Erde oder durch öffnen ihres inneren Schatzes, daß selbst die Erde in ihren
Elementen krank wird, daß sie ihre Bestandteile — seien es ponderable oder
imponderable (wägbare oder unwägbare) — verändern muß und so, auch wieder auf
ihre Bewohner rückwirkend, auch diese krank macht, sie zum Auflösungs- und
Veränderungsprozeß mächtiger antreibt und dadurch sichtbar hervortretende
Krankheiten bei Pflanzen, Tieren und Menschen hervorbringt. b) Um nun diese Störungen,
"Krankheiten" genannt, wieder auszugleichen, bemühten sich die
Menschen schon in frühester Zeit, heilende Mittel zu finden, welche ihnen
wiedergeben sollten, was sie oft so leichtsinnig verloren haben, das ist die
Gesundheit. Je
mehr die Menschen in den ältesten Zeiten dem großen Schöpfungsplan gemäß
lebten, desto weniger wurden sie krank, desto weniger störten sie den von der
Natur angewiesenen Verlauf, der ihnen angewiesen war, um ihre Mission als
irdische Menschen zu vollführen und die geistige leichter antreten zu können.
Sie lebten im Einverständnis mit der Natur, und ihr eigener Organismus
unterlag keiner anderen Störung als der gesetzmäßigen, welche durch
Unbrauchbarkeit der Organe endlich den Tod herbeiführen mußte, da alle
anderen Einflüsse durch tägliche Ersetzung von Lebenskraft wieder
ausgeglichen wurden. Mit
dem Entfernen von diesem Wege traten verschiedene Umstände ein, welche das
gesunde Leben der Menschen bedrohten. Je weiter die Menschen von den
Urgesetzen abwichen, desto weniger halfen ihnen die einfachen, natürlichen
Mittel zur Herstellung ihrer verlorenen Gesundheit, desto kräftiger wirkende
mußten sie suchen, weil die einfachen nicht mehr ausreichten. So sanken die Menschen
herab, verkürzten sich ihr Leben und vermehrten sich ihre Leiden. Und so
entstand nach und nach das, was in früherer Zeit ein jeder wußte, nun als
Wissenschaft einzelner, welche sich der Heilkunde ganz widmeten. Die
erste und leichteste Methode, zu heilen, war natürlich: aus dem, was die
Menschen krank machte, ebenfalls auch die Heilmittel zu suchen. Und da die
Menschen meist durch unmäßigen Genuß materieller Speisen und Getränke
erkrankten, so suchte man aus dem Reiche, aus welchem die Speisen genommen
werden, auch die Heilmittel. So
entstand die Allopathie, oder wie Ich dieselbe nennen möchte:
"Die Heilkunst mit der Materie". Materielles
machte die Menschen krank, Materielles sollte sie wieder gesund machen.
Materiell waren sie selbst geworden, und so korrespondiert (bei diesem
Zustand) diese Heilmethode mit dem Organismus des menschlichen Körpers am
besten, wobei der Mensch im allgemeinen auch wieder materiell hergestellt
wurde (damals war ja auch die richtige Erkenntnis des Wesens der einzelnen Kräuter
usw. noch untrüglicher), um materiell sich von neuem wieder ruinieren zu
können. So ist auch heutzutage noch diese Heilmethode die weitverbreitetste,
und sie ist es, welche ihren Ärzten und Patienten für den Augenblick am
leichtesten hilft. Je
mehr die Menschheit ins Materielle hinuntersinkt, je komplizierter ihre
Lebensweise wird, desto weniger vermögen aber die früheren Mittel einen
Organismus, der durch Unordnung zerrüttet ist, wieder aufzurichten. Man griff
daher zu Giften. Denn die sanften balsamischen Kräuter, die leichten Mittel,
reichen nicht mehr aus, den genußsüchtigen Menschen "unter die Arme zu
greifen", und so müssen Gifte ersetzen, was milde, unschuldige Mittel
nicht mehr vermögen. Wenn
nun den allopathischen Ärzten viele Patienten sterben, wenn sie, eine
Krankheit heilend, zehn andere in den Leib des Leidenden hineinjagen —
Krankheiten, welche mit der Zeit wieder hervortreten müssen —‚ so ist es
natürlich, daß die Lebensdauer des Menschengeschlechtes stets abnimmt, stets
kürzer wird, und die Nachkommen der geschwächten Eltern stets kränker werden. Mitten
in diesem materiellen Verfall, welcher wenn er so fortginge, zum gänzlichen
Aussterben der menschlichen Rasse führen würde, erbarmte Ich Mich der
Menschheit und erleuchtete einzelne Männer, welche eine andere Heilmethode
aufstellten, die nicht auf den körperlichen Organismus des Menschen, sondern
auf seinen seelischen wirkt, und so durch eine höhere Potenz die Seelenkraft,
den materiellen Körper und das Gleichgewicht in seinem Organismus wiederherstellen
sollte. Diese
Heilmethode nannte man Homöopathie oder wie Ich sie nennen möchte:
"Seelen-Heilkunst". Denn die Seele wirkt hier zur Heilung gerade
mit den nämlichen Mitteln im kleinsten Maße, welche im großen die Krankheiten
hervorbringen würden — und warum? Ebendeswegen, weil in Meiner Natur nichts
Schädliches ist, sondern nur in der Art und Weise, wie es gegeben, und in
Quantität und Qualität der Grund liegt, daß das nämliche entweder nutzen-
oder schadenbringend ist. Sehet,
das Wasser ist, im gerechten Maß gebraucht, gewiß nicht schädlich. Und doch,
im Überfluß angewendet, bringt es euch den Tod. Und so verhält sich noch
vieles. Bei
den Arzneien, welche in der Homöopathie gegeben werden, wirkt nicht die
Materie, sondern nur das Geistige der Materie. Dieses Geistige aber hat sehr
viel Verwandtes mit den Stoffen, aus welchen die Seele des Menschen und der
Tiere zusammengesetzt ist. Und wo bei Krankheiten das eine oder andere
mangelt, da wird homöopathisch das Fehlende der Seele wieder ergänzt und so
die Ordnung wiederhergestellt. Wenn
die Allopathen nur ein wenig aufmerksam sein möchten, so könnten sie leicht
aus den Wirkungen der homöopathischen Mittel entdecken, was bei ihrer
Behandlungsweise gerade das Schädliche für den Organismus des Menschen ist.
Allein leider sind diese "Doktoren" so eifersüchtig und
unzugänglich gegen jede Einrede, daß selbst Meine eigene Zurechtweisung sie
auf keinen besseren Standpunkt bringen kann. Durch
die Homöopathie erhält die Seele ihre Kraft wieder; sie ergänzt sich und
arbeitet so seelisch, was der Allopath materiell zu bezwecken sucht. Der
Homöopathie am nächsten steht die Heliopathie oder Sonnen-Heil-Kunde,
auch "Sonnenkur" genannt, als eine Art, die gestörten Verhältnisse
des menschlichen Organismus wiederherzustellen vermittels des Sonnenlichtes,
sei es in Materie gebunden, sei es durch Einwirkung desselben direkt auf den
Leidenden. Diese Art und Weise, zu heilen, habe Ich euch genauer beschreiben
lassen. Und ihr kennet sowohl den Grund als auch die Wirkung davon. Was Ich
hier sagen will darüber, sei für jene, welche von dieser Heilmethode noch
nichts wissen und doch vielleicht bloß durch sie ganz geheilt werden könnten. Die
Sonne ist der Träger, ihr Licht der Erhalter alles Lebens. Ohne die
Sonnenwärme, ohne ihr Licht bestünde weder eure Erde noch ein anderer die
Sonne umkreisender Planet! Wenn also die Sonne als Erhalterin des ganzen
Systems dasteht, so muß sie auch alles besitzen, was zum Erhalten desselben
gehört. Und ebendeswegen, da Erhalten gleichbedeutend ist mit gesetzmäßiger
Ordnung im Ganzen, muß die Sonne auch die Ausgleicherin der Mißstände sein,
da sie und alle ihr untergeordneten Weltkörper Meine Ordnung als höchstes
Gesetz erkennen und nur in demselben fortbestehen können. Die
Sonne hat also die Kraft und Fähigkeit, alle Störungen auszugleichen und, wo
ein Mangel ist, das Fehlende zu ersetzen. Und ebendeswegen ist die Sonnenkur
eine der einfachsten aber auch wirksamsten, weil sie, wie die Homöopathie,
mit einfachen, geistigen Schöpfungselementen der Seele wiedergibt, was sie
durch Verirrungen eingebüßt hatte. Die
Tausende der Mittel der Allopathie sind in der Homöopathie [der Stoffmenge
nach] schon bedeutend reduziert. Die Sonnenkur vereinfacht sie noch auf bei
weitem wenigere, was den Beweis gibt, daß selbst Mein großer Weltenbau nur
auf ganz wenigen Hauptgrundgesetzen beruht, und daß der Mensch je mehr er
wieder geistig wird und wieder dem Reiche sich nähert, von wo er ausgegangen,
er desto weniger Mittel braucht, um seinen Organismus (wenn er gestört ist)
wieder so herzustellen, daß eine gesunde Seele in einem gesunden Körper zu
Lob und Dank gegen ihren Schöpfer stets mehr vor- und aufwärts steigen kann. Nächst
der Heliopathie oder Sonnenheilkunde kommt nun die Hydropathie oder
"Wasserkur". Wie die Sonnenkur mit Licht, so will die Heilmethode
der Wasserkur mit verdichtetem Licht oder verdichteter Atmosphäre auf den
kranken Körper heilend einwirken, und zwar hauptsächlich durch die Oberfläche
des Körpers auf die innere Organisation. Was die Sonnenkur als Heilmethode
mit Weltenäther oder Sonnenlicht, das leistet die Wasserkur mit den Elementen
der Erdseele, welche als Mutter alles auf eurer Erde Geschaffenen im Wasser
noch immer die Schöpfungs- und Gebärungskraft besitzt wie einst, wo aus dem
Schoße des Wassers das ganze Festland hervorgegangen ist, welches noch heute
durch diese Mutter genährt, erhalten und seiner Bestimmung zugeführt wird. Menschen,
ihr seid Kinder der Erde! Und ebendeswegen hat auch die Erde und was auf ihr
ist und was sie umgibt materiellen Einfluß auf euer Dasein. Und wie ihr auf
sie, so kann auch sie auf euch einwirken. Daher die Macht des Wassers auf
eure Organe! Da schon selbst euer eigener Organismus mehr als zu
Dreivierteilen ihm angehört, so wirkt durch die Haut das geistig Schaffende
dieses Elements auf die innere Organisation. Und wie das Wasser auf und in
der Erde deren Gedeihen, Pracht und Schönheit hervorbringt, so belebt auch
euch innerlich und äußerlich der Einfluß des Wassers und macht euch tüchtig,
eurer Seele ein gesundes Kleid zu erhalten. Schon
bei der Sonnenkur seht ihr eure Heilmittel auf wenige zusammenschmelzen, hier
bei der Wasserkur steht nur ein einziges da, welches in manchen Fällen
besonders heilbringend und im allgemeinen nie zu übersehen ist. Die
mehr oder minder guten Wirkungen und die kürzere oder längere Zeit, in
welcher das eine oder das andere zu heilen möglich ist, sowie andererseits
die Nachwehen des einen oder andern Krankheitsfalles sind die einzigen
Merkmale, nach welchen eine Methode der anderen vorzuziehen ist; wobei eben
jeder Mensch seiner eigenen Überzeugung oder Neigung folgt und dadurch
kundgibt, ob er selbst mehr Materie oder mehr Geist ist! c) Wir werden jetzt aber auf
noch feinere, höherstehende Heilmethoden übergehen, wobei das Ende euch zeigen
möge, daß, wo alles vereint ist und alle Bedingungen erfüllt sind, nie
Schaden, sondern nur Gutes bewirkt werden kann. Wir
kommen nämlich jetzt zur nächsten Art der Heilung, das ist die magnetische
Behandlung, als "animalischer" oder leiblicher Magnetismus
bekannt. Seht,
Meine Kinder, ein jedes Ding hat einen gewissen Bereich, in welchem es seine
Kraft auch auf andere äußern kann, und dieser Bereich ist seine es umgebende
Atmosphäre oder sein ihm eigener Dunstkreis. Mittels dieses Dunstkreises
schließt jedes Ding sich selbst ab, ist aber auch wieder eben durch denselben
mit allen andern Dingen verbunden. Diese Eigenatmosphäre ist eben diejenige
Kraft, welche auf andere lebende Wesen oder auch auf nichtlebende Dinge ihren
Einfluß ausübt, was bei den anorganischen willenlos, bei den organischen aber
mehr oder weniger mit Willen und demgemäß bewußt ausgeführt, verstärkt und
vermindert werden kann. Diese Lebensatmosphäre hat auch ein jeder Mensch. Und
durch sie steht er mit seinen Nebenmenschen und mit der ihn umgebenden Welt
stets in Verbindung. Diese
Atmosphäre als Heilmittel zu gebrauchen, ist schon von altem Datum. Und viele
gebrauchten und mißbrauchten sie, ohne doch eigentlich zu wissen, was sie
getan haben, und ohne zu wissen, was sie damit leisten könnten. Unter dem
Namen "animalischer" oder "leiblicher Magnetismus"
bekannt, bedeutet dieses Verfahren nichts anderes, als durch Willenskraft
diese Lebensatmosphäre in andere einströmen zu lassen, nach Belieben viel
oder wenig, und so heil- oder auch unheilbringend. Hier
bei diesem Heilverfahren haben schon die feinsten, imponderablen Stoffe der
Weltschöpfung begonnen, euch den Einfluß bemerkbar zu machen, unter welchem
alles lebt und webt und dem sich nichts entziehen kann. Schon ist es geistige
Einwirkung der feinsten materiellen Stoffe, welche, dem einen mangelnd, durch
den andern ihm zugeführt werden. Und dennoch ist es nicht der letzte Kursus
der euch lehrt, wo und wie Heilung gegeben und die Wiederherstellung der
Gesundheit bewerkstelligt werden kann. Denn
an diesen animalischen Magnetismus reiht sich ganz enge der
"animalische" oder seelische Magnetismus. Es ist dies die
Macht der Seele, auf die Seele anderer einzuwirken, dieselbe in Stimmungen
und Zustände zu versetzen, worin sie dann selbst der Arzt und Heiland ihrer
eigenen Krankheit werden kann. Bei
dieser Heilmethode ist schon kein leibliches, materielles Einwirken mehr;
sondern das Höchste und Geistigste, was die Seele hat, ihr Gottesfunke, muß
hier im Behandelnden auftreten und der Seele des Leidenden die Macht
verleihen, das Band zu lockern, welches diese an ihren Körper bindet, ihr das
geistige Auge zu öffnen, damit sie selbst die Schäden ersehe, welche ihren
Organismus beeinträchtigen, und sie so Selbstheiland werde, während bisher
nur andere sie kurieren mußten. Hier bei dieser Heilmethode sind die
Schranken geschwunden, die den Selbst-Arzt an sein Ich, an seine Erdscholle
und ihre Produkte knüpften. Zeit und Raum haben sich da vereinigt in dem
Begriffe der Ewigkeit. Keine Finsternis herrscht, nur Licht, Licht überall,
außerhalb des materiellen Körpers und in ihm. Die Seele erkennt da ihren
Geist, ihren Körper, ihre Verbindung mit dem Geisterreich, ihre Stellung zu
Mir, dem einzigen, großen Schöpfer und liebenden Vater! Könnten
oder wollten alle Menschen auf diese Art heilen, sie würden dann erst ihre
Blindheit beweinen müssen. Aber es ist nicht möglich, daß die Menschen diesen
Standpunkt leicht erreichen, wenigstens nicht im allgemeinen, weil dazu ein
hoher geistiger Standpunkt gehört. Man muß zuerst selbst als edelstes Wesen
dastehen, bevor man auf den Gebrauch von Kräften Anspruch machen will, welche
eben wieder das Höchste und Edelste in andern erwecken sollen. Und so wie es
dem Heilenden nicht leicht möglich ist, dahin zu gelangen, ebensowenig ist es
möglich, dort Edles zu erwecken, wo keines vorhanden ist. Es
gehört also ebendeswegen ein hoher Grad von Geistes- oder Seelenschönheit
dazu, daß solche Heilungen hervorgerufen und bewerkstelligt werden können.
Daher die Seltenheit derselben. Und daher auch der viele Mißbrauch, daher die
vielen Enttäuschungen, welche an solche Versuche oft geknüpft sind! Heilen
ist leicht, aber — erst muß der Standpunkt erreicht sein, daß alle
Naturelemente euch zu Gebote stehen. Eben dieses Wiedergeborenwerden ist
freilich nicht leicht. — Da wo es aber blüht, da tritt dann auch der letzte
und höchste Magnetismus ein, der göttliche, wobei auch Ich mit dem
Magnetiseur Meine Hand ausstrecke und mit einem Worte, mit einem Gedanken
heilen kann und werde, wenn es aus reinen Absichten von seiten des
Magnetisierenden verlangt wird und es in Meinen göttlichen Plänen liegt, zu
heilen. In
Meinem Namen zu heilen ist das Höchste, Einfachste und Wirksamste. Aber es
ist nicht jedem gegeben; denn dazu gehört viel, ja sehr viel: eine
selbstreine Seele, ganzes Vertrauen und hohe Begeisterung, welche die
menschliche Seele aus dem Schlamme des Irdischen heraushebt und Mir
näherbringt. Nur
dann ist solches möglich — ausgenommen die Fälle, wo Ich Selbst einem oder
dem andern den Auftrag in sein Herz lege, in Meinem Namen seine Hände
auszustrecken. Wenn
Ich einst sagte: "Wenn ihr ernstlich wollet, so heben sich die Berge
hinweg und stürzen ins Meer", so war mit diesen Worten gesagt, daß wenn
ihr Menschen euch mit Meinem Willen so vereinigen könnet, daß der eure nie
gegen Meine Pläne, gegen Meine göttlichen Absichten anstößt — dann könnet
auch ihr vollführen, dessen Ich Selbst fähig bin, und es gehorchen auch euch
alle Elemente der Natur, wodurch natürlich auch eine Heilung ein leichtes wird.
Aber bis dorthin zu kommen, ist ein weiter Weg, ist viel Vertrauen, ist weite
geistige Fernsicht und vor allem viel Demut, Liebe und Barm herzigkeit nötig. Nicht
im Irdischen Befangene können mit den Elementen schalten und walten, nicht
Halbgläubigen und Halbfrommen ist es gegönnt, mit Mir im Bunde Dinge zu
verrichten, die auch Ich einst nur Selbst — und nur ausnahmsweise Meine
Jünger — auszuführen fähig waren. Zu dieser letzten, alleinig großen
Heilmethode gehört weit mehr, als ihr alle glaubet, gehört diese große
Zuversicht, wie Henoch einst sie zu Mir hatte und welche nicht so leicht zu
erringen ist. Strebet
danach, aber verlanget sie nicht, bis Ich solche jedem Selbst gebe. Denn ihr
wisset nicht, was ihr verlanget, da ihr die Verantwortlichkeit nicht fassen
könnet, welche auf euch dann gelegt ist, damit ihr oft trotz des besten
Willens keinen Mißbrauch davon machet. Überhaupt
wünschet euch keine außerordentlichen Verhältnisse! Sie sind nicht immer das,
was ihr wähnt. Je mehr Macht einem verliehen ist, je mehr er die geistigen
Verhältnisse von den weltlichen zu unterscheiden weiß, desto schwerer wird
sein Stand in der Welt, desto größer die Versuchungen, desto größer die
Verleugnung, um in den Verhältnissen zu wirken, in welche er durch Mich
gestellt worden ist. d) Sehet, Allopathie,
Homöopathie, Heliopathie, Hydropathie, leiblicher, seelischer und göttlicher
Magnetismus — sind Stufen zur höchsten Erkenntnis. So steigt eure
Wissenschaft, so die Menschheit im Ganzen und der Mensch im einzelnen von der
Materie zum Seelischen, vom Seelischen zum Geistigen bis am Ende zum
Höchsten, zu Mir, empor. So
geht es in Meiner Schöpfung, so in den Bestrebungen des geistigseelischen
Menschen: Zuerst muß er sich aus der groben Materie des Weltlebens
herausarbeiten, dann zum Seelenleben aufsteigen, wo das Geistige in ihm
seinen Wert geltend machen will. Sobald die Seele dann vergeistigt, das
heißt, mehr Geist als Seele geworden ist, dann sind auch die Eigenschaften
derselben erweitert, vergrößert und können dann Dinge bewirken, die der
gewöhnliche Mensch als Wunder anstaunen wird, eben weil er nicht mit den
geistigen Gesetzen der Weltenschöpfung vertraut ist und nie begreift, daß nur
Mein Wille mit dem Wort "Es werde!" Welten erschaffen konnte und
die nämliche Kraft, nur in gebundenem Zustande, in jedes Menschenherz gelegt
ist. Aber
um sich dieser Kraft bewußt zu werden, gehört vor allem eine große Buße, eine
große Reinigung dazu, auf daß Ich, der Allerreinste, Mich mit dem Menschen
vereinigend, Meine Macht durch ihn wirken lassen kann. So
wie diese Heilmethoden stufenweise aufwärtssteigend in Mir ihren Endpunkt
finden, so steigt auch ihr von Grad zu Grad, von Stufe zu Stufe hinan, wobei
sich dann auch euer geistiger Gesichtskreis erweitern wird und ihr, wie in
einem Luftballon emporsteigend und die unter euch liegende Welt in größerem
Maßstabe erfassend, eure frühere, beschränkte Ansicht belächeln werdet. Deswegen
erging nun auch wieder ein neues Wort an euch, um euch eine Stufe höher zu
führen, wo ihr, das Weltliche noch mehr zu euren Füßen habend, wie auf hohen
Bergen Himmelslicht einatmet und, Meine Nähe ahnend, euch tüchtig machen
könnt, stets bessere Arbeiter in Meinem Weingarten zu werden! Lasset
jedes Pathos zurück und werdet vorerst selbst gereinigt, geheilt, wollet ihr
einst andere heilen! Dies
ist Mein Vaterwort hierüber an euch, die Ich alle so liebe und derentwegen
Ich so viel Zeit verwende, um euch mit vielen Worten begreiflich zu machen,
wie einfach die Gesetze der Natur sind und wie einfach Ich Selbst bin, indem
alle Meine Schöpfungen nur das euch zeigen und predigen, was Mein Ich
ausmacht, das heißt Liebe und nur Liebe! — Amen. 12. Hinweise zur Sonnenkur
J.L.
(1851/52) — Alle Heilkräfte der Natur entstammen dem Sonnenlichte, das mit
seiner Strahlung ja erst die belebende Wirkung der Luft, des Wassers und
aller anderen Faktoren hervorruft, deren sich die Naturheilkunde bedient. Die
durch Jakob Lorber empfangene Schrift "Die Heilkraft des
Sonnenlichtes" zeigt mehrfache Wege auf, in welcher Art die Sonnenenergie
unmittelbar an Stoffe des Mineral-, Pflanzen- und Tierreiches gebunden werden
kann, welche Stoffe dadurch zu unübertrefflichen Heilmitteln gegen
verschiedenste, auch schwerste Krankheiten werden. Ebenso sind die
entsprechenden Anwendungen dieser in dem angegebenen Verfahren gewonnenen und
durch geistige Seelenpotenzen angereicherten Stoffe sehr genau angegeben. Nach
geistiger Lehre wird jede Krankheit durch irgendeine Schwäche im menschlichen
Seelenkomplex verursacht. Da nun in den reineren Sonnengeistern alle jene
partikularen Seelenpotenzen, aus denen die Seele besteht, enthalten sind, ist
es für die Seele ein leichtes, aus ihnen das zur Stärkung zu nehmen, was ihr
abging, um dadurch auch wieder die frühere Ordnung in ihrem Nervengeiste —
und durch diesen in den Nerven — und im Blute die rechte, natürliche
Lebensspannung zu bewerkstelligen. Denn die in den Sonnenheilmitteln ja sehr
verdichteten und aufgespeicherten Energien wirken bei der Anwendung dieser
Heilmittel ganz unmittelbar stärkend auf die Seelenelemente des Menschen ein,
und mit Hilfe der dadurch neubelebten Seelenspannkraft wird dann auch der
körperliche Heilungsprozeß sofort eingeleitet und führt unter Umständen schon
in kürzester Zeit zur vollständigen Genesung. Auch äußere Beschädigungen des
Leibes können bei richtiger Handhabung des entsprechenden Medikamentes am
ehesten geheilt werden. Die
zur Herstellung solcher Sonnenheilmittel erforderlichen Verfahren verlangen
freilich ebenso wie dann die Anwendung der gewonnenen Medikamente sehr großer
Sorgfalt und Genauigkeit. Daher kann im Rahmen dieses Buches nicht näher
darauf eingegangen werden, doch soll auf die kleine Lorberschrift "Die
Heilkraft des Sonnenlichtes" mit ihren vielen wertvollen Hinweisen und
Ratschlägen hier nachdrücklich aufmerksam gemacht werden. (Siehe dazu auch
Teil V-8,11.) 13. Die ordentlichste und
natürlichste Heilung
GrEv III/12(8) — Ich bin ein Heiland. Wie, fragen sich die
toten und stockblinden Menschen, kann Mir doch solches möglich sein? Und Ich
sage es euch, daß Ich keines Menschen Fleisch heile, sondern, wo irgendeine
Seele noch nicht zu mächtig mit ihrem Fleische vermengt ist, mache Ich nur
die Seele frei und erwecke, insoweit es sich tun läßt, den in der Seele
begrabenen Geist. Dieser stärkt dann sogleich die Seele, die frei wird, und
es ist ihr dann ein leichtes, alle Gebrechen des Fleisches in einem
Augenblick in die rechte Ordnung zu setzen. Das
nennt man dann eine Wunderheilung, während das doch die allerordentlichste
und natürlichste Heilung des Fleisches ist! Was
jemand hat, das kann er auch geben; was er aber nicht hat, das kann er auch
nicht geben. Wer eine lebendige Seele nach der Ordnung Gottes hat und einen
freien Geist in ihr, der kann auch seines Bruders Seele frei machen, wenn sie
noch nicht zu sehr verfleischt ist, und diese hilft dann gar leicht ihrem
kranken Fleischleibe. So aber der Seelenarzt selbst eine überaus kranke Seele
hat, die viel mehr tot denn lebendig ist, wie sollte der hernach einer
zweiten Seele geben, was ihm selbst gänzlich mangelt?! 14. Heilung mit Kräutern
GrEv I/89 — DER HERR im "Großen Evangelium Johannes"…
Es gingen zwei Tage unter manchen guten Besprechungen und vielseitigen
Besuchen von seiten der Bürger dieser kleinen Stadt vorüber. Auch einige
Kranke wurden durch die bloße Auflegung der Hände geheilt. Und Ich zeigte
einem redlichen Arzte daselbst, der die Heilkraft durch das Auflegen der
Hände nicht begreifen konnte, eine Menge heilsamer Kräuter und anderer Dinge,
mit denen er dann die besten Kuren machte und sich dadurch einen rühmlichen
Namen erwarb. 15. Gehet gerne auf die Berge!
Ed,
Kap. 29 — Die reinen Geister der höchsten Luftregion kommen nicht selten in
die zweite, manchmal auch in die erste Region herab. Hauptsächlich aber sind
jene Stellen auf der Erde ihre sichtbaren Niederkunftsplätze, die ihrer
bedeutenden Höhe wegen fortwährend mit Schnee und Eis bedeckt sind. Und darin
liegt auch der Grund, warum solche Gegenden für fast jeden Menschen eine —
wie ihr zu sagen pflegt — magische, beseligende und zugleich das ganze
menschliche Gemüt erheiternde, stärkende und beruhigende Anziehungskraft
haben. Wer
da traurigen Herzens ist und voll Unruhe in seinem Gemüte, der begebe sich in
Meinem Namen auf eine solche Höhe oder gehe wenigstens in ihre Nähe, und sein
Gemüt wird wie mit einem stärkenden Balsam übergossen werden. Während
das Gemüt in den tieferen Regionen stets dumpfer, schwieriger und leidender
wird, ähnlich dem Gefühle eines Bergschluchten- und Höhlenbesteigers, wird
das Gefühl bei dem, der eine solche reinere Höhe ersteigt, heiterer und
heiterer. Und wer da hinaufkommt, mag füglicherweise ausrufen: "Herr,
hier ist gut sein!" — Aber da sage Ich dann dazu: "Es ist noch
nicht an der Zeit für dich, hier zu bleiben!" Dessenungeachtet
sage Ich dennoch: Gehet gerne auf die Berge! Denn auch Ich, als Ich im Leibe
wandelte auf der Erde, ging häufig auf Berge. Auf einem Berge ward Ich
verklärt; auf einem Berge trieb Ich den größten Versucher von dannen; auf
einem Berge predigte Ich das Himmelreich; auf einem Berge betete Ich und auf
einem Berge wurde Ich gekreuzigt! Darum
gehet gerne auf die Berge! Denn nicht nur euer Geist, auch euer Leib gewinnt
dabei mehr als aus hundert Apotheken! 16. Geistige Heilung in der Ferne
und durch Striche
GrEv IV/40 — DER HERR: "Mit dem Wasser reinigt man den Leib
und mit einem festen, guten, in allem Gott ergebenen Willen Herz und Seele;
und wie das reine, frische Wasser des Leibes Glieder stärkt, so stärkt ein
gottergebener, fester Wille das Herz und die Seele. Solche
gestärkten Seelen können dann einem Kranken in Meinem Namen auch geistig in
die weiteste Ferne hin die Hände auflegen, und es wird besser mit ihm werden. Wer
aber in der Vollendung seines Herzens noch schwächer ist, der nehme zu
magnetischen Strichen seine Zuflucht, und er wird einem Leibeskranken auch
eine große Linderung seiner Leiden verschaffen. Er wird ihn auch in den
verzückenden Schlaf bringen, und der Behandelte wir im Schlafe weissagen, was
ihm helfen kann. Das Geweissagte muß dann sorglichst angewendet werden, und
es wird in einiger Zeit dann auch besser mit dem Kranken werden — aber
freilich wohl so schnell nicht, als so ein geistig vollendeter Mensch ihm die
segensreichen Hände aufgelegt hätte, allwo die Heilung augenblicklich bewirkt
werden kann und mag." 17. Heilung im Verzückungsschlafe
(Hypnose)
GrEv IV/40 — DER HERR: "Wenn du eine genügende geistige
Vollendung erlangt hast, dann kann es geschehen, daß der Mensch, dem du die
Hände mit dem starken Willen, ihm zu helfen, festgläubig aufgelegt hast,
hellsehend wird und sich dann selbst eine taugliche Arznei bestimmen kann,
die, nach seiner Vorschrift angewendet, ihm die volle Heilung bringen muß.
Natürlich, wenn irgend gegen seine Vorschrift sich widrige Fälle ereignet
haben, da wird es mit der vollkommenen Heilung nicht gut gehen. Ist aber die
Vorschrift in ungestörter Anwendung geblieben, so erfolgt die volle Heilung
ganz sicher. Wenn
aber bei dieser Heilbehandlung irgendeine menschliche Person in den
weissagenden Schlaf gekommen ist, da soll sie nicht durch allerlei unnütze
Fragen gestört und geschwächt, sondern nur um das gefragt werden, was da
notwendig ist. Wer
aber jemand die Hände auflegt, der muß das in Meinem Namen tun, ansonst seine
Behandlung keinen Nutzen brächte und nichts bewirkte. — Es gehört ein fester,
unerschütterlicher Glaube und ein ebenso unerschütterlicher, fester Wille
dazu. Aus des Herzens tiefstem Grunde muß solch eine Bestrebung herrühren und
muß aus der wahren Nächstenliebe hervorgehen, dann erfüllt solche Kraft der
Liebe die Hände des Handauflegers, dringt dann durch dessen Fingerspitzen,
fließt wie ein sanfter Tau in die Nerven des Kranken und heilt den oft
stechenden und brennenden Schmerz. Das
aber ist wohl zu merken, daß mehr dazu gehört, einen Mann in den
Verzückungsschlaf zu versetzen als ein Weib! In gewissen Fällen könnte auch
ein Mann von einem Weibe in den Verzückungsschlaf versetzt werden; dem
frommen Weibe aber gelänge solche Behandlung nur mit Hilfe eines ihm zur
Seite stehenden, unsichtbaren Engels, den es sich dienstbar machte durchs
Gebet und des Herzens Reinheit." 18. Bewirkung des
Verzückungsschlafes
GrEV IV/42 — DER HERR: "Auf daß ihr das Entstehen und die
Wirkungen des Verzückungsschlafes auch praktisch sehet, werde Ich nun
veranlassen, daß aus Cäsarea Philippi so ein recht dummer und kreuzarger Mensch
ankommen wird. Dieser soll von einem aus euch also behandelt werden, und ihr
werdet es sehen und hören, in welch eine verwunderungswürdige Weisheit der
dumme und arge Mensch im Verzückungsschlafe übergehen wird. So er aber dann
wieder erwacht, da wird er gleich wieder derselbe arge und dumme Mensch sein,
der er zuvor war, und wir werden zu tun haben, ihm auf dem natürlichen Wege
nur einigermaßen hellere Begriffe von Gott und den Menschen einzuhauchen. … Zinka aber soll die Behandlung an ihm vornehmen. Denn er
besitzt die meiste Kraft dazu. Ich werde zum voraus dem Zinka
Meine Hände auflegen, auf daß er desto mehr Kraft gewinne und ihm die
Behandlung besser gelinge." Zinka tritt vor und sagt: "Herr, wie werde ich solches wohl
vermögen, da ich mit der Form der Behandlung viel zuwenig vertraut
bin?!" Spricht
DER HERR: "Lege die rechte Hand auf die Stirn und die linke auf die
Magengrube, und er wird sobald in den besprochenen Schlaf versinken und auch
alsbald zu reden anfangen, doch mit schwächerer Stimme als im Naturzustande!
Willst du ihn dann wieder erwecken, so brauchst du bloß deine Hände in
umgekehrter Ordnung aufzulegen, etliche Augenblicke lang anhaltend. Gleich
aber, wie er erwachen wird, ziehst du deine Hände zurück, und die Behandlung
ist zu Ende!" 19. Über Schwermut und deren
Behandlung
I.K.L.
(v. 12.6.1894) — Schreibe, Mein Kind, ein Wort für die kranke Schwester, die
bei Mir ihre Hilfe sucht und all ihr Vertrauen in Mich setzt, aber dennoch
nicht stark genug ist im Glauben an Mich, ansonst sie nicht Schwermut
ergriffen hätte. Du
fragst, Mein Kind, was Schwermut ist, woraus sie entsteht und wie diesem
Leiden gesteuert werden kann? — Nun siehe, das will Ich dir sagen, weil gar
viele an diesem Übel leiden und auch in dir Hang zu Schwermut vorhanden ist. Die
Schwermut ist im allgemeinen dem weiblichen Geschlechte mehr eigen als dem
männlichen und hat ihren Grund meist in einer unglücklichen Neigung, einem
verletzten Herzen oder versagten Wunsche, der zu tief sich dem Herzen
eingeprägt hat, um je wieder verwischt werden zu können. Daraus entsteht
Unzufriedenheit mit sich selbst, mit dem Geschicke, mit Meiner ganzen Führung
und mit der ganzen Umgebung. Ein
Unbefriedigtsein des Herzens ist der erste Schritt zur Schwermut. Und wenn da
ein solches Kind nicht alsobald Mein Vaterherz aufsucht und Mich zum Führer
wählt, Mich in sein Herz aufnimmt und in Mir und Meiner Liebe alles findet,
dann kann ein solcher Schritt die schrecklichsten Folgen nach sich ziehen,
daß — so es möglich wäre — Mir eine solche Seele ewiglich verlorenginge, wenn
Meine Liebe nicht ewiglich währte und auch nach Ewigkeiten sich einer Seele
noch erbarmte. Das
zeigt dir nun die eine Seite der Schwermut. Nun gibt es aber noch eine, die
ganz besonders Meine im Werden stehenden Kinder oftmals ergreift, so sie zu
wenig Vertrauen in Meine Liebe setzen und aus eigener Gerechtigkeit sich der
Seligkeit befleißen, also nicht aus Gnade und Erbarmen und durch das
Verdienst Jesu, sondern aus eigener Kraft sich die Seligkeit verdienen
wollen. Durch
vieles und lang anhaltendes Beten, durch gute Werke, durch Fasten und
Kasteien und durch die gänzliche Aufopferung eures Fleisches sowie durch ein
heiliges Leben, insoweit ihr rein oder heilig zu leben vermöget, könnet ihr
euch wohl den Kampf erleichtern, aber nimmermehr die Seligkeit erkaufen. Darum
suchet euch nicht den Weg zu erschweren durch allerlei selbstauferlegte
Bürden und stellet keine zu großen Anforderungen an euch selbst, sondern tuet
nur, was Ich von euch begehre, so wird Meine Gnade und Mein Erbarmen euch
retten und Meine Liebe euch alle aufnehmen in die Zahl der Kinder Gottes! So
hast du nun auch die zweite Art der Schwermut, die Meine Kinder von Mir
trennt und ihre Herzen mit Traurigkeit erfüllt, ob ihres Unvermögens und
ihrer Schwachheit willen — was aber nicht die rechte Traurigkeit ist, die aus
der Demut entspringt und darum Mir auch nicht wohlgefält. Ich sehe lieber
Meine Kinder heiter und fröhlich, mit der festen Zuversicht im Herzen. Wie
kann diesem Leiden gesteuert werden? So
wir hier auf die in erster Art Leidenden zurückkehren wollen, müssen wir
einen Punkt berühren, der von vielen verkannt, mißachtet und darum auch nicht
als in den Bereich des Geistes gehörig angesehen und beachtet wird. Weil es
aber dennoch ein tief ins menschliche Leben eingreifender Punkt ist, will Ich
euch ein Wort darüber geben und so höret: Der
Unglücklichen durch den falschen Begriff von Liebe ist eine große Zahl. Im
geistigen Sinne die Liebe betrachtet, ist sie das Herrlichste und Edelste,
was ein Menschenherz beglücken kann. Im materiellen Sinn dagegen ist sie eine
Unheil verkündende Macht, die das Herz bestrickt und es in Fesseln legt, es
blind und unzurechnungsfähig macht und zu den größten Torheiten führen würde,
so nicht Meine Hand dazwischen griffe, um die Wege der Menschen zu ebnen, das
heißt, nach Meinem Sinne zu lenken. Da
sind wir nun am Hauptpunkte der Frage: Wie ist dem Leiden zu steuern? Ist die
Liebe nicht göttlichen Ursprungs? Und woran erkennen wir die wahre und die
falsche Liebe? Die
wahre Liebe ist freilich göttlichen Ursprungs und in jedes Menschen Herz
gelegt als ein Gottesfunke, welcher aber so lange schlummert, bis er von
außen zur Tätigkeit angeregt wird. Wie aber alles, was für höhere Zwecke
bestimmt ist, einer Läuterung und gründlichen Reinigung unterzogen werden
muß, so bedarf auch die im Herzen schlummernde Liebe einer Reinigung. Sie
wird zuerst von der Materie entzündet und zu wahrer Liebestätigkeit erweckt;
hat sie darin einen gewissen Grad erreicht und ist Mein Zweck ein höherer für
die Seele des Menschen, so entziehe Ich ihm die Materie, welche zur Erweckung
der Liebe vonnöten, aber nicht dauernd für ihn bestimmt war. Hat
der Mensch diese Periode unter mancherlei Kampf und Anfechtung siegreich
überstanden, so tritt Mein Geist ihm näher und entzündet abermals die schon
zur Flamme gewordene Liebe, worauf das eigentlich wahre In-der-Liebe-Leben
beginnt und ein Leben des Geistes seinen Anfang nimmt. So
ihr nun den Grund dieser Leiden und Schmerzen einsehet, da werdet ihr auch
bald das Mittel zur Befreiung von denselben finden — und das bin Ich. Die
Liebe aller Liebe will sich euch geben und euch völlig zu ihrem Eigentum
ersehen. Das sagt euch die Liebe des Vaters, die euch gerne von allem Leid
befreien und euch zu fröhlichen, glücklichen Kindern der Liebe gestalten
möchte. Was
nun noch weiter die Erkennungszeichen der wahren und der falschen Liebe
betrifft, so sage Ich: Die
wahre Liebe wird sich stets selbstlos und uneigennützig erweisen, sie wird
nicht das Ihre suchen, sondern nur der andern Wohl und Glück im Auge haben,
sich in jeder Lage des Lebens zurechtfinden und Meine Führung preisen. So tut
die wahre Liebe, die stets sich gleich bleibt und ewig währt; die falsche
Liebe aber wird nur so lange sich als treu und wahr erweisen, bis sie anscheinend
ihren Zweck erreicht und ihre Wünsche befriedigt sieht. Hat sie es so weit
gebracht, dann wird sie sich bald entlarven und mit ihrer wahren Gestalt zum
Vorschein kommen; sie wird alsbald zu herrschen anfangen und versuchen, sich
alles untertan zu machen. Daß
es mit solcher Liebe seine geweisten Wege hat, könnet ihr leicht begreifen;
und ihr werdet auch einsehen, daß Ich da mit starken Mitteln eingreifen muß,
um solch eine vom Hochmut ergriffene Seele auf den Weg der Demut und der
wahren Liebe zurückzuführen. So
habe Ich euch nun wieder einen Punkt erleuchtet, der euch manches Dunkel
erhellt und Mich als den Gott der Liebe erscheinen läßt trotz allerlei Not
und Bedrängnis, in die Ich die Meinen führe, um sie vor dem gänzlichen
Verfalle des Leibes und der Seele zu retten. — So betrachte auch du, Mein
Kind, dein Leiden als eine züchtigende Gnade Gottes und widerstrebe Mir
nicht! Denn siehe, Ich will deine Seele reinigen und läutern und dich für
Mein himmlisches Reich zubereiten. Mein
liebes Kind, du bittest Mich um einen Wink, wie dem Leiden deiner Schwester
abzuhelfen wäre, wie du es anstellen sollst, um sie zur Annahme deiner
Ratschläge zu bewegen. Mache dir hierüber gar keine Sorge und überlasse auch
dieses Mir. Ich werde zur rechten Zeit mit Meinen Mitteln eingreifen, und
diese werden ihren Zweck nicht verfehlen. Und
was die sonstige Behandlung dieser Kranken betrifft, so ist hier eine
fortgesetzte Wachsamkeit nötig, besonders in bezug auf ihr inneres
Seelenleben und ihre Gedankenwelt. Um letztere zu regeln, ist besonders ein
langes Alleinsein zu vermeiden, um sie vor dumpfem Brüten zu bewahren,
welches die schlimmsten Folgen, hauptsächlich sinnliche Ausschweifungen aller
Art, sowie Sittenlosigkeit und allerlei Wahnvorstellungen und ein tolles
Durcheinander im Gehirn verursachen kann. Dadurch werden die Kranken der
Selbständigkeit beraubt und der Spielball fremder Einflüsse infolge
Zudringens arger Geister, die solch ein Wesen auf Augenblicke völlig in
Besitz nehmen, um durch dasselbe ihre sehr niederen und rohen Gelüste zu
befriedigen und um ihre Feindseligkeit und völlige Gottentfremdung auf
irgendeine Weise kundzugeben. Das alles sind Folgen der Sinnenreizung durch
sinnliche Grübeleien infolge schlechter Erziehung. Werden solche üblen Keime
nicht schon im Kinde getötet, ja bleiben sie völlig unbeachtet von seiten der
Eltern, dann setzt sich eine Menge arger Geister in das Fleisch solcher armen
Wesen, daß ihr Geist umnachtet, ihr Herz finster wird und sie für lange Zeit
unfähig sind, sich einem reinen und guten Einflusse hinzugeben. Solche
Unglückliche nennet ihr "wahnsinnig", sperret sie in Irrenhäuser,
wo sie, umgeben von lauter Kranken solcher Art, meist noch finstereren
Geistern anheimfallen und da vollends an Leib und Seele zugrunde gerichtet
werden. Anstatt daß ihr sie in euer tägliches Gebet einschließen würdet und
ihr Unglück euch Mitleid und herzliches Erbarmen einflößen würde, habt ihr
eine Art Abscheu und heimliche Verachtung für sie, manchmal sogar Furcht und
Entsetzen. Ich sage euch, stündet ihr im wahren Glauben und hättet ihr eine
rechte Liebe zu Mir und eurem Nächsten, so könnte Ich euch die Kraft
verleihen, den Kranken durch Auflegen der Hände zu helfen. Aber ihr seid noch
nicht stark genug, solch göttliche Kraft Meines heiligen Geistes zu empfangen
und dennoch in wahrer Herzensdemut zu verbleiben. Darum muß Ich noch allezeit
mit Meiner Hilfe verziehen und muß euch in eurer Schwäche belassen, auf daß
ihr Mir nicht verlorengehet, sondern euch stets von neuem das Kreuz zu Mir,
eurem Vater, treibt. Es
ist wahrlich keine leichte Sache für Mich, den Allmächtigen, euch nicht mit
Meiner Allmacht, sondern mit Meiner gottväterlichen Geduld und Sanftmut in
steter Willensfreiheit und nach eurer eigenen Selbsttätigkeit zu führen und
zu leiten mit der Liebe und Weisheit eines Vaters und nicht mit der Macht und
Kraft eines lebendigen Gottes. Die Macht Gottes würde zerstörend auf euer
sündiges Fleisch wirken. Aber die Liebe des Vaters wirkt belebend, erquickend
und stärkend. Darum freuet euch und danket von ganzem Herzen, daß ihr nicht
einem großen, allmächtigen Gott, sondern einem liebenden Vater in die Arme
gefallen seid. Nur als liebender Vater kann Ich noch länger euch in eurer
Schwachheit ertragen und Meine ganze Liebe über euch ergießen, euch täglich
so viel Kraft schenken, als ihr zum Tragen eures Kreuzes brauchet, und in
Meiner Liebe euch zeigen, wie ihr tun und handeln sollet, um Mir und Meiner
Liebe näherzukommen. 20. Über Pockenschutzimpfung
J.L.
(v. 7.2.1841) — Was ihr da wissen möchtet, ist einerseits praktisch ein gar
kleinlich Ding, wie es in der entgegengesetzten geistigen Art auch gerade von
keiner großen Bedeutung ist. Denn nehmet einen Baum, der da einen üblen,
verderblichen und seiner Natur gar nicht zusagenden Saft aus dem Boden der
Erde an sich gesogen hätte, so werdet ihr bald an dem Baume sehen, daß seine
Blätter ganz verkrüppelt und welk zum Vorscheine kommen und noch überdies
seine Zweige, Äste und sein Stamm mit allerlei Miß- und anderen Schmarotzer
Pflanzen umgeben werden. Wenn nun jemand eine auch nur oberflächliche
Kenntnis von der Baumzucht besitzt, so wird er den sicheren Schluß machen,
daß da eine Aufpfropfung anderer Gewächse, die an und für sich noch kränker
und schwächer sind, den zu pfropfenden Baum sicher nicht gesund machen wird,
sondern es wird eines das andere am Ende gänzlich zugrunde richten. Oder
wird derjenige, dem irgendein Gift beigebracht wurde, wohl geheilt werden
durch dasselbe Gift, das ihm ohnehin schon den drei viertel Teil seines
Lebens genommen hat? Da wird diese Nachgabe desselben Giftes wohl hinreichend
werden, dem Vergifteten noch das letzte Viertel des Lebens zu nehmen. Oder
könnet ihr in geistiger Hinsicht euch je eine größere Narrheit denken, als so
jemand zu einem Sünder sagen möchte: "Höre Freund, sündige du nur zu,
und du wirst durch die hinzukommenden Sünden sicher die alten vertilgen. Und
so du ein Unzüchtler bist, so tue, sooft du kannst, deiner Leidenschaft
Genüge, und du wirst dich überzeugen, daß du gerade auf diese Art am ehesten
und leichtesten den Sieg über dich und dein Fleisch davontragen wirst."
— Sehet, dieser hat zwar dem Freund einen artigen Rat gegeben; er ist auf
diese Art von Einimpfung der Sünde in sein Fleisch wirklich von der Sünde
losgeworden, weil die Leidenschaft und die lebendige Fähigkeit des Fleisches
dadurch getötet worden sind. Aber nun fraget euch selbst, ob dieser Mensch
nach getreuer Befolgung dieses Rates den Sieg des Lebens oder den Sieg des
Todes über sich erfochten hat? — Ist es denn nicht offenbar, daß man mit dem
Werkzeuge des Todes niemals gegen den Tod, sondern sicher allezeit nur gegen
das Leben kämpft? Und wer sich nun mit diesen Waffen den Sieg über sein
Fleisch erkämpft hat, der hat wahrlich das Leben getötet und hat auf diese
Art dem Tod den Sieg über sich eingeräumt. Denn ihr müsset euch erinnern, daß
ein altes Sprichwort noch hie und da unter dem Volke vorkommt, das da sagt
über eine alte Hure oder einen alten Bock: "Siehe, die oder den hat die
Sünde verlassen!" Nun aber frage Ich, in welchem Verhältnis steht der zum
Leben, den die Sünde für sich schon zu schlecht findet? Oder braucht der Tod
die Toten gefangenzunehmen, die lange schon seine Beute geworden sind? Ich
aber sage: Der Tod geht allezeit auf das offene Feld des Lebens und sucht
sich da reichliche Beute für seine Kammern des ewigen Verderbens. So
aber jemand das Leben will erhalten, der muß lebendig mit den Waffen des
Lebens gegen die Sünde, welche eine vernichtende Waffe des Todes ist,
kämpfen. Und wer mit dem Leben in sich ein Meister der Sünde geworden ist und
hat dieselbe überwunden in der Fülle des Lebens, der ist dann ein Held, der
sich mit dem Leben das Leben erkämpft hat. Und wer da gibt das Leben für das
Leben, der tut wohl und ist einer, der da ist voll Weisheit und voll Liebe
und voll Lebens. Aber wer das Leben gibt für den Tod, wie ist der ein großer
Narr! Und wie wenig Licht des Lebens muß dem zu eigen sein, der das Licht
flieht und die Finsternis sucht! O
sehet, gerade so, wenn ihr es genau erwägen wollet, verhält es sich auch mit
der oben erwähnten Pockenverhinderung durch das Einimpfen. Denn
die Pocken sind ein angeerbtes Übel der urgeschlechtlichen Unzucht, das von
Zeitperiode zu Zeitperiode bei den jüngsten Nachkommen ausgereift wird, und
haben mit dem ebenso genannten tierischen Übel, das besonders dem Rind, den
Schafen und Ziegen eigen ist und durch den Stich eines gewissen Insektes
bewerkstelligt wird, nicht die leiseste Ähnlichkeit! — Wie sollte demnach der
Eiterstoff aus den Pocken der Kühe ein Verwahrungsmittel sein gegen die
sogenannten Blattern, die sich bei den Menschen einfinden?! Ich
sage euch, diese Behandlung hat noch niemals die Früchte getragen, von denen
die törichte Menschheit geträumt hat. Und es hat der vermeinte günstige
Erfolg keinen anderen Grund, als entweder den durch diese Handlung
begünstigten und fixierten Aberglauben — was jedoch seltener wurde, da
überhaupt nun nahezu jeder Glaube bei den Menschen verschwunden und an seine
Stelle das sogenannte reine Wissen (?!) gekommen ist —‚ oder es ist eine
solche Behandlung vorgenommen worden an Kindern, die auch ohnedies ihr ganzes
Leben hindurch aus doppelten Rücksichten hätten verschont werden mögen, das
heißt, es ist eben die mit dem Keime dieses Übels behaftete Generation noch
nicht zum Standpunkt der Reife gekommen oder die Kinder waren von Grund aus
nicht mit dem Keime dieses Übels behaftet. Sehet,
wenn irgend solchen Kindern eine solche Narrheit eingeimpft wurde, so konnten
sie freilich leicht Zeuge sein von der Untrüglichkeit dieser Behandlung. Im
Gegenteil aber konnten die Geimpften zur Zeit der Ausreifung eines solchen
Übels davon ebenso gut befallen werden wie diejenigen, an denen eine solche
Behandlung nicht verübt wurde. Daß man aber dann solche wirkliche Pocken von
ärztlicher Seite nicht für Pocken, sondern für einen anderen pfiffig
ersonnenen Ausschlag erklärt hat, geschah — wie ihr leicht erraten könnt —
zur Rettung der ärztlichen Ehre. Nun
fraget euch selbst, wenn ihr dieses voraussetzt, was Ich euch hier gesagt
habe, und dabei nur einen kleinen Blick auf eure Erfahrungen werft — wozu
diese Mißhandlung der Kinder wohl taugen möge. Daß sie nichts nützt, davon
könnet ihr vollkommen versichert sein. Daß sie aber in vieler Hinsicht dem
Menschengeschlechte schädlich ist, ein mattes, abgespanntes Leben bewirkt,
Unlust, Untätigkeit, Abgespanntheit der tätigsten Organe des Lebens und
besonders bei dem weiblichen Geschlechte der Sinnlichkeit gleich einer
spanischen Fliege förderlich ist — dessen könnet ihr versichert sein. Denn so
ihr das nicht glauben möget, da nehmt die Geschichte zur Hand und vergleicht
eure geimpften Nachkommen und auch euch selbst mit jenen vorzeitlichen
Generationen, so wird euch doch gewiß und sicher der himmelhohe Unterschied
bezüglich der Gesundheit und natürlichen Lebensdauer in die Augen springen. Ich
sage euch, so ihr einen Stein ausbohret und gebet in das gebohrte Loch einen
Tropfen ätzenden Giftes nur — untersuchet dann den Stein in zwanzig Jahren,
und ihr werdet euch bald überzeugen, welche verderblichen Folgen dieser
Tropfen Ätzgiftes in dem Steine hervorgebracht hat, der doch gemacht ist, in
seiner Natürlichkeit Jahrtausenden zu trotzen. Wenn
nun aber dem zarten Organismus des Menschen das ätzende Sauergift der
Verwesung eingeimpft wird, dann wird es euch nicht schwer werden, auf dieses
Problem die passende Antwort zu finden. Ihr
werdet nun freilich fragen, und zwar mit Recht und gutem Grunde, daß Ich euch
dagegen zeigen möchte ein anderes Mittel zur Verhinderung oder schadlosen
Abtreibung dieses Übels — da Ich doch als einziger und alleiniger Erschaffer
aller Natur auch alle Natur einzig und allein am allerbesten kennen muß. Und
Ich sage euch, daß Ich auch dieses euch tun will; sage euch aber im voraus,
daß Meine naturmäßigen Mittel mit den geistigen stets gleichen Schritt
halten, und so gibt es da keine Universalmedizin, weder für den Geist noch
für den Leib. So
ihr euch nur ein wenig umsehet auf dem Wege, der da vorgezeichnet ist von Mir
zur Erlangung des ewigen Lebens als stets nur ein und derselbe einfache Weg
der Selbstverleugnung und Meiner getreuen Nachfolge — so werdet ihr da sicher
nur einen und nicht mehrere Wege entdecken, und das wahrlich aus dem guten
Grunde, weil Ich Selbst nur Einer und also auch der alleinige Weg und die
alleinige Tür zum ewigen Leben bin. Und da es also ist, könnet ihr nicht
umhin, zu glauben, daß es so ist. Wer
von euch möchte da wohl behaupten, daß es außer Mir noch andere Wege gebe, um
zu Mir Selbst, als Urquell alles Lebens, zu gelangen? Ist denn aber nicht das
Leben des Geistes vorzüglicher denn das Leben des Leibes? Oder ist das Leben
des Leibes nicht durchaus bedingt durch das Leben des Geistes? So
ihr aber wisset, daß es für den Geist, wenn er krank geworden ist, nur ein
Mittel zu seiner Wiederherstellung gibt — aus welchem Grunde sollte es denn
für den Leib, das zeitliche Werkzeug des Geistes, dessen Regsamkeit durch
denselben bedingt ist, bei allfälliger Untauglich- oder Krankwerdung andere
und mehrere Herstellungsmittel geben als für das Prinzip des Lebens selbst? Sehet
hin, da Ich unter den Menschen wandelte auf der Erde, welchen Arzt habe Ich
zu Rate gezogen? Und welcher Apotheke habe Ich Mich bedient, um einen Kranken
sowohl geistig wie leiblich zu heilen? Und welches Arztes und welcher
Apotheke haben sich alle Mir vertrauenden Jünger bedient, da sie dasselbe
taten, was Ich getan habe? Nun frage Ich euch, bin Ich denn schwächer
geworden oder habe Ich Mich verändert, oder ist Mein Wort nicht mehr dasselbe
Wort voll Macht und Kraft und Heiligung für Geist und Leib?! O
Ich sage euch, es ist dem wahrhaft nicht also — Ich bin noch immer Derselbe!
Nur mit dem Unterschied, daß Ich damals nur jene Menschen heilte, die mit
einem lebendigen Glauben sich Mir genähert haben und Mich darum noch
obendrauf lange bitten und beschwören mußten, bis Ich sie erhörte. Jetzt aber
darf Ich es gar nicht mehr auf eine vertrauensvolle Liebe ankommen lassen und
noch weniger auf eine feste Beharrlichkeit des Glaubens, sondern muß helfen,
da Ich nicht gebeten werde, und muß denen heilsam beispringen, die den
Glauben gar nicht kennen, damit nicht alles samt und sonders verderbe und
verlorengehe. Sehet,
wer demnach jetzt nur mit einem kleinen Vertrauen und geringer Bitte zu Mir
kommt, den werde Ich gewiß nicht verlassen und ihm helfen in jeder seiner
Nöte, da Ich oft genug sogar noch Meinen Spöttern und Verächtern Hilfe
angedeihen lassen muß. Sehet,
dieses Mittel, das Ich euch soeben angezeigt habe, ist das allerprobateste.
Und wer eines festen Glaubens ist und voll Vertrauen und Liebe zu Mir —
wahrlich, wenn Ich dem nicht helfen werde, so möge er sich mit allen Giften
der Welt einimpfen, assimilieren und einnehmen alle Medizinen aller Apotheken
der Welt und fressen gleich einem Ochsen die heilsamsten Kräuter, so wird
dieses alles ihm geradesoviel nützen wie einem Totenschädel ein Balsamtropfen. Ich
sage euch, ihr könnet den Toten sieden und braten in lauter Lebensessenzen
und werdet nicht eine Fiber an dessen Leibe beleben, den ihr einer solchen
"heilsamen" Kochanstalt anvertraut habt. — Aber höret: Mein Wort
vermag gar wohl den Toten die Gräber zu öffnen und in den Moder ihrer
Verwesung neues und ewiges Leben zu hauchen! Daher, so ihr dieses
Universalmedikament kennet, daß es zu allen Zeiten die wunderbarsten
Heilungen und sogar Totenbelebungen bewerkstelligt hat, was verleitet euch
denn, dasselbe jetzt um so wirksamere Mittel hintanzusetzen und euch dafür
mit allerlei Dreck des Teufels zu beschmieren, damit es euch helfe?! O
Ich sage euch, vergleichet nur eure Lebensdauer mit der Lebensdauer der
Alten, so werdet ihr gleich finden, zu welchem großen Gewinne es die
Verfeinerung eurer törichten Heilkunde gebracht hat. Oder gehet hin in jene
Gegenden der Erde, da die Menschheit von der ärztlichen Hilfe noch gar nichts
kennt, so werdet ihr finden, daß in einer solchen Gegend die Menschen von
einer Krankheit fast gar nichts, am allerwenigsten aber von einer allgemeinen
wissen, und besonders wenn ihre Lebensweise sittlich rein und einfach ist. Desgleichen
tuet auch ihr: Lebet möglichst einfach! Stopft euren Magen nicht
unnötigerweise mit allerlei Unrat aus allen bekannten Reichen der Natur,
sondern genießt, was dem Leibe wohltut: Eine einfache Kost hauptsächlich aus
dem Reiche der Pflanzen, und von den Pflanzenspeisen nur diejenigen, die von
alters her schon als nährendes Brot dem Menschen bestimmt waren. Und auch das
versteht sich von selbst: Alles mit gerechtem Maß und Ziel! So
könnet ihr versichert sein, daß euer Leib durchs ganze Leben von keiner
Krankheit geplagt sein wird und ihr dadurch ohne alle Impfung und andere
ärztliche Tollheit ein für euch unbegreiflich hohes Alter erreichen werdet.
Und wenn Ich dann einen solchen Menschen abberufen werde von dieser Welt in
Mein Reich, so wird es so leicht geschehen, als wie jemand gar süß
einschläft, nachdem er den ganzen Tag über treu, redlich und fleißig
gearbeitet hat. So
ihr aber alles dieses unterlasset und dafür eure Zuflucht nehmt zu Impfungen
und allerlei Medikamenten, so kommt am Ende als Folge nichts anderes heraus,
als daß ihr fürs erste — bloß in natürlicher Hinsicht betrachtet — schon in
den Jahren eurer Jugend Greise werdet und oft einen Sinn um den andern
einbüßt und werdet blind, taub, bresthaft, verliert eure Zähne, eure
Verdauung, wie auch alle heitere Frische des Lebens, so daß ihr im
vierzigsten Jahre eures Lebens mühseliger und krüppelhafter seid, als die
Alten im hundertsten Lebensjahre waren. Und an allem diesem ist niemand
schuld als eure eigene Blindheit! Sehet,
es geht damit gerade so zu, als so die menschliche Albernheit bei einer
nächtlichen Reise in allerlei sehenden und ahnenden Unsinn verfällt, da sie
dann am Tage selbst darüber weidlich lachen muß und nicht begreifen kann,
einen Baumstrunk für etwas ganz anderes angesehen zu haben als eben für einen
Baumstock — anderer nächtlicher Torheiten nicht zu gedenken! So ihr aber Mein
Mittel im Ernst gebrauchen wollet, so wird auch bei euch der Tag kommen, da
ihr einsehen werdet, was für einen nichtigen Schatz die Welt an ihren
unzähligen Torheiten besitzt. Wenn
Ich aber sage, daß Ich überall und in allem und jedem helfen kann und helfen will,
da Ich in allen Meinen Verheißungen getreu bin, so glaubet es, daß Ich jedem
auch bereitwillig in allem und jedem sicher helfen werde, so er nur glaubt,
daß es also ist und daß außer Mir an keine Hilfe zu denken ist, sowohl in
leiblicher als vorzugsweise in geistiger Hinsicht. Sehet,
die Alten, wenn sie schwach geworden sind durch eine eingerissene Sünde, so
fasteten sie und taten Buße, das heißt, durchs Fasten gelangten sie wieder
zur freien Tätigkeit des leiblichen Organismus und durch die mit demselben
verbundene Buße im Glauben richteten sie ihren Geist wieder auf und wurden
dann wieder Menschen kräftigen Leibes und lebendigen Geistes. Ihr
werdet fragen: Wieso denn? Wie ging das zu? — Da sage Ich euch, und es wird
die Antwort nicht schwer werden: Der Magen ist ein natürlicher Handlanger zur
Erzeugung nährender Säfte im Leibe. Wenn aber irgend fremdartige Teile sich
im Organismus befinden, so werden diese beständig in irgendeinem organischen
Engpasse festgehalten. So dann der Magen mit allerlei unnützer Speise
angestopft wird und derselbe dadurch die Säfte mehrt und drängt, so werden
die fremdartigen Teile, statt von ihrem Engpasse zurücktreten zu können und
wieder dahin zu gelangen, von wo sie weiter aus dem Leib befördert werden
könnten, durch die unablässige Zudringlichkeit der Säfte an den Ort, da sie
sich befinden, auf dem Wege der Assimilation nur potenziert und dadurch stets
hartnäckiger werden. — Sehet, wenn nun da statt aller Einimpfung und
Medikamente die gerechte Diät oder das Fasten ergriffen und mit diesem ein
fester Glaube und volles Vertrauen auf Mein Wort verbunden wird, so daß
dadurch auch der Geist als das Prinzip des Lebens gestärkt wird, da fraget
euch, ob es mit einem solchen Menschen nicht leiblich und geistig besser
werden sollte? Ich
sage euch, wenn sein Glaube und Vertrauen danach ist, so mag aus der
Verwesung selbst noch ein neues Leben erstehen. Wo aber solche Leibes- und
Geistesbuße mangelt, höret, da ist jeder durch Impfung oder Medikamente
Kurierte nur ein weidlich Betrogener, denn da haben die Medizinen das Übel
nicht aus dem Leibe geschafft, sondern haben es nur eingeschläfert oder
verschleiert. Und glaubet es Mir, es wird sicher die Zeit kommen, da dasselbe
Übel vielfach potenziert den Schleier durchbrechen und dem Leibe und nicht
selten auch dem Geiste den sichern Tod bringen wird. Sehet,
so verhalten sich buchstäblich und wahr die Dinge, wie Ich es euch gesagt
habe. Ihr
aber, führet eure Kinder und euch selbst zu Mir im Glauben und Vertrauen! Und
wahrlich Ich sage euch: Ihr werdet euch überzeugen, daß Mein Impfstoff der
beste ist! — Amen. Das sage Ich, der große Universalarzt! Amen, Amen, Amen. 21. Kur für Skrofulöse
J.L.
(v. 9.7.1848) — Wie oft wirst du Mir noch mit Rezepten kommen? — Glauben,
glauben und ein volles Vertrauen, das ist besser denn alle Rezepte und
Medizinen! Denn weißt du, bei den Fleischkuren werden wir unsere Rechnung
nicht finden. Ich rate wohl jemandem, der schwach im wahren Glauben ist, für
sein leidig Fleisch gern ein Mittel. Beachtet er es genau, so wird es ihm
wohl besser. Ist er aber zu bequem, alles genau zu beachten, und macht Mein
angeratenes Mittel dann nicht schnell die erwünschte Wirkung, so wird unser
Patient noch schwächer im Glauben, als er früher war. Und siehe, so eine Kur
bringt Mir sodann den erwünschten geistigen Nutzen nicht, welchen du dadurch
zu erreichen wähnst. — Wir aber arbeiten nur für den Geist und nicht für das
Fleisch! Daher habe Ich es auch nicht gerne, so du Mir um Medizinen für
irgendein Fleisch kommst. Das
Mädel soll nicht saure Sachen essen sowie auch keine blähenden Speisen wie
Kohl, Bohnen und dergleichen, da sie ein skrofulöses Fleisch hat. Warum hat
sie denn für ihren Skrofelkropf den Jodgeist gebraucht? Sie hat auch in den
Füßen verborgene Skrofeln, und vom Halse haben sie sich nun auf die Brust
gelegt. Hätte sie ihren Hals, nach deinem öfteren Rate, mit nüchternem
Speichel gerieben, so hätte sie nun eine freie Brust. Nun aber, ist es etwa
besser, so sie den Skrofelkropf samt dem guten Jodgeiste an der Brust hat? Nun
sollen wir beide wieder Wunder wirken? Wäre freilich gut, wenn der rechte
Glaube da wäre. Aber der ist nicht da, und somit wird es auch mit einem
Wunder etwas schwergehen. Es
wird ihr demnach vorerst ein rechter Glaube, dann eine recht breite Geduld
anempfohlen. Dann aber sollte sie nicht soviel singen, reden und nicht in
einem fort ihre Freundinnen küssen, was die Skrofelsucht vermehrt. Also solle
sie auch besonders abends gleich nach dem Untergang der Sonne in ihrem Zimmer
sein und die Zugluft besonders im Zimmer meiden — und nicht gleich nach dem
Tische sich an den Nähtisch setzen, was ihr sehr schadet. Ebenso soll sie
auch das rohe Obst meiden, sonst wird sie viel leiden. Nun
soll sie aber frischen Leinsamen stoßen, daraus leichte Breiumschläge machen
und etwas erwärmt auflegen. Dann des Tages zweimal einen Reinigungstee
nehmen, unter Tags auch fleißig Wasser trinken, aber keinen Wein, kein Bier
und auch keinen Kaffee, sondern zum Frühstück eine Suppe oder einen schwachen
Kakao. Am
besten aber wäre ein Maisabsud mit etwas Milch und ein wenig Zucker.
Überhaupt würde ihr Maisgrütze in einer Fleischbrühe sehr gut zustatten
kommen. Wenn sie das gläubig gebraucht, so wird es schon wieder mit ihr
besser werden. — Amen. 22. Rat für Dickblütige
J.L.
(v. 18.8.1841) − Manchmaliger geheimer Ärger ist deines Weibes
Grundübel und "vergället" ihr das sehr erregbare Blut; daher kommt
auch ihre Verschleimung. Du wirst sagen und fragen: "Sind denn so kleine
häusliche Ärgerlichkeiten auch von solch gallischer Wirkung? Solches sagt man
ja nur von bedeutendem Zorn oder von andern großen Gemütsbedrückungen." O
siehe, das ist ganz irrig und falsch genommen. Denn eigentlich zornmütige
Menschen haben auch eigentlich sehr wenig Galle, sondern nur ein zu reges
Blut, welches für Einwirkungen böser Geister sehr empfindlich ist. Wird
allenfalls durch einen Zornausbruch die Galle auch gewaltig in Anspruch
genommen bei solchen Menschen, so schadet ihnen das aber dennoch nicht; denn
ihr sehr leichtes, regsames Blut schafft bald wieder alles aus dem Leibe. Aber
ganz anders ist das bei jenen Menschen, besonders weiblichen Geschlechtes,
welche schon von der Geburt aus ein mehr dickes Blut haben. Diese Menschen
haben darum auch stets mehr ein unbehagliches Gemüt und können sich heimlich
sogar über eine Fliege ärgern, obschon sie eigentlich eines Zornes unfähig
sind. Dadurch aber geschieht es dann, daß ihr Blut beständig mit galligen
Substanzen untermengt ist. Wo das Blut dann seine Nährsäfte in den
Leibesorganismus absetzt, dahin gelangen auch die im Blute aufgelösten
galligen Teile und verdichten somit die Säfte. Solches
Übel aber kann leichtlich behoben werden durch geistige Mittel und durch ein
gerechtes Fasten, aber niemals durchs Baden in warmen, gesottenen und somit
aller Lebenskraft beraubten Wässern und am allerwenigsten durch das Trinken
gar abgestandener mineralischer Wässer zur Vertreibung irgendeines Hader von
selbst vergehen würde, wenn sich das Blut durch eine gerechte geistige und
natürliche Diät gehörig verdünnen würde. Was
aber ist diese geistige Diät? — Enthaltsamkeit von allen Ärgerlichkeiten, sie
mögen was immer für einen Grund haben. Denn sobald das nicht streng beachtet
wird, kann an keine Besserung gedacht werden. Ich will hier nicht die
verschiedenen Gründe anführen, durch welche all der Ärger erzeugt wird.
Genug, daß Ich sage, sie müssen samt und sämtlich von Grund aus vermieden
werden, sonst wird da von einer Gesundheit nie die Rede sein. Wie
kann aber solches gar leicht vermieden werden? Im beständigen, wahrhaften
Hinblick in vollem Glauben und aller Liebe auf Mich, aber nicht auch nebenbei
auf die Welt und allfällige Verwandte, die zwar viel Gebete tun aus den
Büchern, aber wenige aus dem Herzen; darum sie auch große Stücke halten auf
Weltärzte; aber dem wahren Hausarzte trauen sie nicht allein ohne einen
Weltarzt! Siehe, solches heißt soviel als rein nichts! Denn also sitzt der
Kranke zwischen zwei Sesseln auf dem Boden und wird von keinem getragen. Das
wäre somit die geistige Diät, welche gar leicht beachtet wer den kann. Was
aber die natürliche Diät betrifft, so besteht diese in einem gerechten
Fasten. Dieses aber besteht darin, daß sich da enthalten werden solle von
allen fetten Speisen und schweren Getränken. Denn dieses alles ist ein Gift
für derlei Naturen, die ein mehr dickes Blut haben. — Ebenso ist auch der
Genuß des Kaffees überaus schädlich schon an und für sich; so er aber noch zu
fett und manchmal zu stark genossen wird, da kann durch ihn die Natur so ganz
und gar verdorben werden, daß ihr kaum durch ein Wunder zu helfen ist. —
Ebenso schädlich sind auch alle Leckereien und zeitweiligen
Speisewechslungen, durch welche dann über einen Tisch alles verdorben wird,
was allenfalls sieben ordentliche, einfache Tage gutgemacht haben. Ebenso ist
auch alle Obstnascherei, besonders an den Nachmittagen, äußerst schädlich,
wenn das Obst nicht ehedem gesotten oder gebraten ist. Weizenbrot,
wie zum Beispiel gutgebackene Semmeln, reines Wasser, von allem Fett befreite
Milch, frische Fleischbrühen mit Kräutern, als: Salbei und Quendeln, süße
Rüben, Meerrettich zum mäßig genossenen Rindfleisch, dann und wann ein Lamm-
oder Kalbbraten, dann manchmal auch etwas Wein mit Wasser genossen — solches
bedingt die Gesundheit des Leibes, wie auch manchmal eine in der Fleischbrühe
eingekochte Maisgrütze. — Alles andere aber ist ein Gift für derlei Naturen,
besonders wenn sie schon sehr durch die Apotheken geschwächt worden sind! Das
ist die wohl zu beachtende natürliche Diät. Ferner ist solchen Naturen auch
alles Abkühlen nachteilig. Wohl aber ist ihnen eine beständige Bewegung zu
empfehlen, natürlich mit Maß und Ziel. Das Schlafen unter Tags aber, wie das
warme Baden, gebiert des Leibes Tod für solche Naturen! Siehe
Mein lieber A. H. W., solcher Natur ist dein Weib und hat sich durch eigene
Schuld also leidend gemacht. Wenn sie solches alles im Vertrauen zu Mir
beachten will, da kann's besser werden mit ihr; sonst aber wird sie siechen
ihr Leben lang. Noch immer ist sie voll Schwächen und mag Mir nie voll
vertrauen, sondern fürchtet ihre Verwandten oft beinahe mehr denn Mich und
hält noch so manche Stücke auf weltliche Beziehungen, was denjenigen durchaus
nicht gut ansteht, die Ich erwählet habe! Solches
aber magst du beachten, so wird's wohl besser werden; aber sonst lange nicht.
— Ich möchte sagen Amen. Aber hier kommt es auf dein Amen an. Verstehe es! 23. Winke zur Kur einer Besessenen
a) J.L. (v. 2.5.1842) — O
Herr! Darf ich die F. G. nach dem Wunsche ihrer Mutter und ihres Arztes St.
in den magnetischen Schlaf versetzen? Tat ich wohl, daß ich dem ihr
innewohnenden Dämon in Deinem heiligsten Namen gebot, aus ihr zu weichen und
nimmer in sie hineinzufahren? Darf ich diese Beschwörung wiederholen? DER
HERR: "Höre, Mein lieber A. H. W.! Ich habe dir ja schon bei der letzten
Anfrage hinreichend dargetan, wie es mit dieser Kranken steht und was ihr
helfen kann. Warum fragst du nun um etwas anderes? Meinst du denn, es wird
ihr etwas anderes helfen? Du kannst ja versuchen, was dir und dem Weltarzte
St. bedünket; aber siehe zu, daß du selbst an dir
und deinem Hause keinen Schaden leidest! Denn du kennst nicht die jetzige
Freiheit und Arglist der Geister!! Siehe,
dein Wille, zu tun wider Meinen Rat, in der Meinung, es sei etwas Gutes, hat
schon zwei grobe Geister vor die Tür deines Hauses gelockt. Habe acht, daß
sie nicht einen Brand in deinen Verstand und einen in deine Wißbegierde
schießen lassen! Denn in diesem Brande würde bald alles zerstört sein, was
Ich bis jetzt mühsam in deinem Herzen aufgebaut habe. Also
aber sehen die Geister aus: Der eine ist ein grausandiges, altes
Kriegsgebilde, um dich gefangenzunehmen in seine sandige Wesenheit. Der
andere und ärgere ist ein großes Riesenglasauge, gleich einem großen Fasse,
das sich vor die Tür deines Hauses hingewälzt hat; dieses Auge schießet
Brände aus seiner argen Mitte und mühet sich ab schon drei Tage und Nächte,
um das Zentrum deines Verstandes zu treffen; daher halte dich ja fest an Mich
an, sonst magst du Schaden leiden bei dir selbst! Meinst
du aber, das Einschläfern wird diese Kranke zur Ruhe bringen? — Kann sein,
wenn Ich sie auslassen würde auf einige Augenblicke, damit der Dämon euch
täusche, um dann mit größerer Hartnäckigkeit aufzutreten, aber nicht zu
weichen! Weißt du denn das nicht, daß die sogenannten magnetischen Striche
nur in den Krankheitskrisen erteilt werden müssen, aber niemals beim
Nachlassen der Krankheit; wenn sie aber erteilt werden beim Nachlassen,
werden die Krisen sobald wieder entweder offenbar oder heimlich
hervorgerufen, wovon die heimlichen ärger sind denn die offenbaren. Siehe,
also wird das sogenannte Magnetisieren hier wenig fruchten, da die kranke F.
es während der Krise gar nicht ertragen wird; beim Nachlassen aber wird es
ihr wenig nützen; warum — ist schon gesagt. Ich
habe es aber ja schon in des Mädchens Herz gelegt, was ihr helfen kann. Und
sie hat es auch schon laut ausgesprochen. Und dir habe Ich es auch in der
vorigen Mitteilung klärlich gezeigt. Warum wird
denn das nicht lebendig gläubig befolgt? Oder soll Ich etwa in den Rat eures
Weltarztes eingehen? O das werde Ich nicht tun! Siehe, das ist auch ein Stein
des Anstoßes, über welchen die Weltweisheit fällt und gar gewaltig scheitert.
Sie soll hier nur erfahren, was sie vermag! Mit Mir kann auch der wahre Arzt
alles segensreich tun; ohne Mich aber nichts! Wenn
die Ärzte ihre Hände zuerst zu Mir erheben würden und dann sie legten auf die
Kranken, so würde es mit diesen bald besser werden. Aber so reiben sie nur
zuvor ihre Stirn statt der Brust und legen dann eine Gansfeder auf einen
Fleck Papier und bekritzeln dasselbe mit ihrer lateinischen und griechischen
Weisheit, anstatt daß sie legten eine segnende Hand auf den Kranken, voll
Glaubens und Vertrauens auf Meine Kraft und Hilfe. Kann da wohl ein Kranker
je völlig genesen? Siehe,
das Mädchen verlacht die Ärzte schon; das ist ein gut Ding für sie. Daher
lasse die Ärzte nur handeln und erraten! Der Arzt L. aber soll beten und dann
ihr in Meinem Namen die Hände auflegen, soll aber die Zeit hindurch keinen
Tabak rauchen! Da würde er eine sehr gute Wirkung hervorbringen, aber nur
gläubig durch Mich allein, sonst aber durchaus nicht! Der sogenannte
Exorzismus, besser die Wort- und Glaubenshilfe, ist aber ja von Mir schon
ohnehin als das alleinig helfende Mittel angezeigt worden. Warum wurde er
denn nicht angewendet? Auch andere lindernde Mittel wurden euch von Mir
angezeigt; wer aber hat sie angewendet lebendig gläubig in Meinem Namen? Es
gäbe noch eine Menge natürlicher, gesegneter Mittel, die da alle könnten eine
gewaltige Linderung verschaffen in Meinem Namen; wer aber möchte sie
gebrauchen, da sie nicht mit der lateinischen Weisheit der Ärzte im Einklang
stehen? Siehe, daher ist hier guter Rat im Ernste etwas teuer, da ihn niemand
befolgen kann und will — wegen der Welt und wegen der lateinischen Weisheit
der Ärzte. Also lassen wir die Ärzte hier sich nur recht abpuffen, und zur
rechten Zeit werde Ich schon ohnehin tun, was des Rechtens sein wird. Dir,
Mein lieber A. H. W., aber sage Ich: Blas nicht, was dich nicht brennt!
Sondern lasse nur die blasen, die es nun schon ganz gewaltig brennt. Wenn es
dich aber brennen wird, dann blase auch du, und Ich werde dir da deinen Odem
segnen, auf daß du leichtlich deinen Brand wirst zu stillen imstande sein.
Willst du aber schon durchaus ein guter Mitarzt sein, da tue du Gutes nur im stillen,
auf daß dir darum niemand wird einen Dank schuldig sein. So werde Ich gerne
dein gläubig Gebet erhören, und das ist auch der allerwirksamste
"Exorzismus"! Sage
nicht: "Böser Geist, fahre aus!" — sondern sage: "Guter Vater,
hilf ihr!" — so wirst du recht bitten und beten, und Ich werde dann das
rechte Übel an und in ihr heilen! Wärest du schon völlig wiedergeboren und
somit auch schon völlig eins mit Mir, so könntest du wohl sagen: "Fahre
aus im Namen des Herrn Jesus Christus!" — und es müßte geschehen nach
deinem Worte. Aber solches ist bei dir nun noch nicht der Fall. Daher bete
nun dafür im Vertrauen und in aller Demut und Liebe deines Herzens, und es
wird da schon zur rechten Zeit geschehen, was das Allerbeste sein wird. —
Amen." b) O heiligster,
liebevollster Vater! Siehe meine große Verlegenheit, in die ich bezüglich der
F. G. gesetzt werde, da deren Mutter (der ich vor einem Monat meine
magnetische Beihilfe im Vertrauen auf Deinen göttlichen Beistand aus
Nächstenliebe zusagte) und ihre beiden Ärzte nun darauf bestehen und in mich
ernstlich dringen, daß ich das Mädchen magnetisieren solle, und zwar schon
morgen! — O Herr! Ich will ja nicht im allergeringsten Deinem heiligsten Rate
mißtrauen oder Deinem überheiligen Willen ungehorsam sein; aber auf der
anderen Seite will ich vor der bekümmerten Mutter und den verlegenen Ärzten
auch nicht als unerbittlich, gefühllos und grausam erscheinen, wenn ich mich
weigere, das zu tun, was ich leider, ohne Dich zu fragen, zugesagt habe. O
Herr! Ich bitte Dich recht demütig und inständig, zeige mir da gnädigst einen
Ausweg, denn Dir ist kein Ding unmöglich! Dein heiligster Wille geschehe an
dem armen, kranken Mädchen! Amen. DER
HERR: "Siehe, das ist die Folge, wenn man sich nicht allezeit eher mit
Mir beratet, bevor man etwas unternimmt, besonders zur Zeit, so die Tür zu
Mir so weit und breit geöffnet ist. Jetzt fragst du freilich wohl schon zum
dritten Male über einen und denselben Punkt; allein Ich kann dir alles
dessenungeachtet keinen anderen Bescheid geben, als den Ich dir in dieser
Sache schon zwei Mal gegeben habe! Wenn du aber schon durchaus den
Forderungen dieser Familie nicht auszuweichen vermagst, da kannst du ja einen
Versuch machen, um dich und den Arzt zu überzeugen, daß "Meine Wege
tiefer liegen als alle Weltweisheit". Die Folge aber wird dir zeigen,
wie weit Mein Rat und wie weit die Forderungen der Welt gehen! Setzen
wir aber den Fall, es möchte die sogenannte magnetische Behandlung dem
Mägdlein wenigstens dem Äußeren nach auf eine Zeit gut anschlagen, meinst du
wohl, das Übel wird dadurch gehoben? Weißt du aber auch, wie lange es, und
wie auf dich etwa rückwirkend, dauern wird? Siehe, auch das sollst du durch
die Erfahrung kennenlernen. So aber die Behandlung etwa doch nicht
fruchtbringend sein sollte, was werdet ihr dann machen? Siehe,
der sogenannte Magnetismus hätte wohl irgendeine naturmäßig bessere Wirkung
hervorgebracht, so er beim ersten Auftreten dieses Übels wäre gläubig, aber
nicht bloß "kunstmäßig" angewendet worden, da die Natur noch frei
war. Was aber wird er jetzt mit einem von Medizinen angestopften leiblichen
Organismus tun? Siehe, hier müßten erst die Medizinen alle hinausmagnetisiert
werden, bevor diese Behandlung irgend wohltätig eingreifen sollte und könnte.
Siehe, die Beseitigung dieses Übels wird sehr viel und einen sehr gewaltigen
Magnetismus brauchen! Ferner
bringt die magnetische Behandlung nur in den schwachen Nerven, welche
gewisserart in einen Hunger verfallen sind, eine gute, sättigende und
stärkende Wirkung hervor. Welche Wirkung aber wird sie da hernach
hervorbringen, wo die Nerven ohnehin überspannt gesättigt sind, bis auf
einige wenige Nervenpaare hinter den Augen und Augenlidern, welche aber mit
den anderen Nerven des Leibes nur durch das Gehirn in einem sehr geringen Zusammenhange
stehen? Aus welchem Grunde dem Mägdlein denn auch solche, nur auf die Augen
bezügliche, ärztliche Behandlung wohltut, während eine allgemeine sie
notwendig schmerzlich erregen muß; außer so da jemand verstünde, sie negativ
zu behandeln, welche Behandlung ihr dann zwar wohltun, aber sie dennoch nicht
heilen, sondern nur schwächen möchte gleich einer starken Blutwegnahme. —
Siehe, solches alles aber wirst du erst selbst ersehen! Ich
sage dir aber noch, was da den ungebetenen Gast betrifft, so kann es auch
geschehen, daß dieser bald gar tückisch zurückweicht und ihr meinen werdet,
die Magd sei hergestellt. Solches aber wird ferne sein! Denn bei solcher
Gelegenheit sagen solche Geister auch: "Aufgeschoben ist noch nicht
aufgehoben! Laßt ihr mich nicht auf dem Dache, so ziehe ich mich denn in den
Keller und will da Minen anlegen in aller Stille, daß euch darüber die Haare
zu Berge steigen sollen in der Zeit, wann ich euch wieder zum Kampfe
auffordern werde!" — Verstehst du solches?! Das ist zwar freilich der
Welt wohl gar fremd und, so es ihr gesagt werden möchte, überaus lächerlich
und ärgerlich; aber darum in der Natur der Sache dennoch nicht um ein Haar
anders! Siehe, in dieser Hinsicht wird wohl der örtliche wie der allgemeine
Magnetismus wenig nützen! Die Grundheilung aber brauche Ich nicht noch einmal
anzugeben! Wenn
denn aber schon durchaus magnetisiert werden muß, warum tun solches denn
nicht die bezahlten Ärzte oder lassen es durch irgend jemand anderen ihrer
Untergebenen tun nach ihrer Instruktion — also wie sie in der Apotheke lassen
unbekümmert die Medikamente verfertigen und von einem Chirurgen die Egel
setzen, zur Aderlassen und Pflaster anheften oder Glieder abschneiden? Sie
haben keine Zeit, und es trüge ihnen zu wenig? Kurz, da aber du schon einmal
dich ohne Meinen Vor-Rat der Sache angenommen hast, da magst du wohl einen
Versuch machen. Ich werde dir darum nicht gram werden; denn du sollst Meinen
Rat nicht für ein bestimmtes Gesetz ansehen. Meine
Hilfe aber kommt nicht von heute auf morgen, sondern nach der Lebendigkeit
des Glaubens, Vertrauens und der wahren Liebe zu Mir! — Solches verstehe
auch. Amen." 24. Ein Heilswink dem weiblichen
Geschlecht
J.L.
(v. 14.2.1847) — Und nun schreibe ein Wörtlein für die Schwester der kleinen Hausmartha, die heißet Al--e! — Von dir, du Meine liebe
Al--e, verlange Ich nichts als die Liebe. Denn siehe, die Schönen gefallen
auch Mir; und du bist schön, darum gefällst du Mir auch überaus wohl. Aber du
mußt da etwa nicht deinen Leib darunter verstehen, sondern dein Herz nur, das
gegen Meine armen Brüder und Schwestern sehr schön ist, was Mir an dir
überaus wohlgefällt. Aber
dennoch habe Ich etwas wider dich, und das ist, daß du manchmal in deinem
Äußeren etwas eitel tust und gerne sozusagen etwas putzsüchtig wirst. Siehe,
derlei Brennwürzlein müssen aus dem Leibe heraus, sonst verbittern sie mit
der Zeit das Herz. Und ein bitteres Herz mag nicht annehmen Meine Liebe! —
Das mußt du ganz ablegen, wie du schon wirklich einen bedeutenden Teil
abgelegt hast, dann wirst du dich ganz für Meine Liebe eignen. Auch
mußt du dich nicht zu sehr auf die Frisierkunst verlegen! Denn ein zu sehr in
Zöpfen verwickelter Kopf ist zumeist ein Aushängeschild des Herzens und zeigt
an, daß dieses auch zumeist so verflochten ist wie der Kopf mit seinen
Zöpfen. Nummer
drei aber will Ich dir, du Mein liebstes Seelchen, noch etwas sagen: Da du
nun noch recht jung und natürlich zart und üppig bist, so meide die
Fensterluft und setze dich nie zu nahe an die Fenster, so wirst du nie einen
Ausschlag, weder im Gesichte des Leibes noch im Gesichte deiner schönen
Seele, bekommen. — Das alles wünsche Ich dir nicht nur für den Geburtstag
deines Leibes, sondern für deine ganze Lebenszeit. Dann wirst du völlig Meine
Geliebte sein, und Ich dein lieber, heiliger Vater, zeitlich und ewig. Amen!
Das sage Ich in aller Meiner zärtlichen Liebe zu dir. — Amen. — *
— Gesundheitspflege
1. Zur geistigen Grundlage der
Gesundheit
a) Grundlehren der Leibes- und
Seelenpflege
GrEv II/210(1-16) — DER HERR: "Sehet, der Leib ist Materie
und besteht aus den gröbsten urseelischen Substanzen, die durch die Macht und
Weisheit des göttlichen und ewigen Geistes in jene organische Form gezwängt
werden, die der einen solchen Formleib bewohnenden Seele in allem Nötigen
wohl entspricht. Die
in einem Leibe wohnende Seele aber ist anfangs um nicht viel reiner als ihr
Leib, weil auch sie der unreinen Urseele des gefallenen Satan entstammt. Der
Leib ist für die noch unlautere Seele eigentlich nichts als eine höchst weise
und zweckmäßig eingerichtete Läuterungsmaschine. In
der Seele aber wohnt schon der reine Funke des Geistes Gottes, aus dem sie
ein rechtes Bewußtsein ihrer selbst und der göttlichen Ordnung in der Stimme
des Gewissens überkommt. Daneben
ist der Leib für außenhin mit allerlei Sinnen versehen und kann hören, sehen,
fühlen, riechen und schmecken. Dadurch bekommt die Seele allerlei Kunde von
der Außenwelt, gute und wahre, schlechte und falsche. Aus dem Urteil des in
ihr wohnenden Geistes fühlt sie in sich bald, was da gut und was schlecht
ist. Anderseits macht sie auch durch die äußeren Sinne ihres Leibes
Erfahrungen von guten und schlechten, wohltuenden und schmerzlichen und
anderen Eindrücken, und überdies wird der Seele von Gott, auf dem Wege der
außerordentlichen Offenbarung von innen und von außenher, durchs Wort, der
Weg der Ordnung Gottes gezeigt. Also
ausgerüstet kann dann die Seele nach der leicht zu erkennenden göttlichen
Ordnung frei sich selbst bestimmen, was natürlich nicht anders sein kann,
weil die Seele sonst unmöglich zu irgendeiner für ewig andauernden, in sich
abgeschlossenen, aber doch freien Existenz gelangen könnte. Jede Seele, die
fortbestehen will, muß sich durch die ihr gegebenen Mittel selbst als
fortbestandsfähig gestalten und gewisserart ausbauen, ansonst sie am Ende
entweder das Los des Leibes teilen kann, oder sie tritt als noch zu
dreiviertel Teil unausgebildet aus dem Leibe, der als völlig verdorben zur
weiteren und gänzlichen Ausbildung der Seele nicht mehr taugt — in welchem
Falle dann die Seele genötigt sein wird, in einer viel unbequemeren Maschine
auf eine gewöhnlich sehr traurige und schmerzliche Weise ihre weitere
Vollendung fortzusetzen. Der
Leib aber ist, weil aus lauter noch in tiefem Gerichte seienden Teilen
bestehend und darum des Todes fähig, für jeden Menschen die Hölle im engsten
Sinne. Die Materie aller Welten aber, in die der Mensch durch seinen Leib
gegeben ist, ist die Hölle im weitesten Sinne. Wer nun viel für seinen Leib
sorgt, der sorgt offenbar auch für seine höchsteigene Hölle und nährt und
mästet sein Gericht und seinen Tod zu seinem höchsteigenen Untergange. Der
Leib muß zwar eine gewisse Nahrung bekommen, damit er stets fähig ist, der
Seele für die hohen Lebenszwecke die entsprechenden Dienste zu leisten. Aber
wer da zu ängstlich sorgt für den Leib und nahezu Tag und Nacht hadert und
arbeitet und handelt, der sorgt offenbar für seine Hölle und für seinen Tod. Wenn
der Leib die Seele reizt, sich für seine sinnliche Befriedigung in alle
Tätigkeit zu werfen, so rührt das stets von den vielen unlauteren Natur- oder
gerichteten Materiegeistern her, die so ganz eigentlich das Wesen des Leibes
ausmachen. Gibt die Seele den Anforderungen des Leibes zuviel Gehör und tut
danach, so tritt sie mit ihnen in Verbindung und steigt auf diese Weise in
ihre höchsteigene Hölle und in ihren höchsteigenen Tod. Und tut die Seele
solches, so begeht sie eine Sünde wider die Ordnung Gottes in ihr. Verharrt
die Seele darin mit Liebe und köstlichem Behagen, so ist sie ebenso unrein
wie ihres Leibes unreinste und gerichtete Geister, bleibt dadurch in der
Sünde, somit in der Hölle und im Tod. Wenn sie auf der Welt auch, gleich
ihrem Leibe, noch fortlebt, so ist sie aber dennoch so gut wie tot, fühlt
auch den Tod in sich und hat eine große Furcht vor ihm. Denn die Seele kann
in solcher ihrer Sünde und Hölle tun, was sie nur immer will, so kann sie
dennoch kein Leben finden, obschon sie dasselbe liebt über alle Maßen. Sehet,
darin liegt auch der Grund, aus dem heraus nun viele tausendmal Tausende von
Menschen von einem Leben der Seele nach dem Tode ihres Leibes ebensoviel
wissen wie ein Stein, der am Wege liegt. Und so man ihnen irgend etwas davon
sagt, so lachen sie höchstens oder werden gar erbost und treiben den Weisen
zur Türe hinaus. Und doch soll ein jeder Mensch längstens bis in sein
dreißigstes Jahr in sich so weit mit der Bildung seines Ichs fertig sein, daß
ihm das folgende freieste, seligste Leben nach dem Tode des Leibes so
vollbewußt und sicher ist wie einem Aar der Flug in der hohen, freien Luft! Aber
wie weit sind Menschen, die danach erst zu fragen anfangen, noch davon
entfernt! Und wie weit aber erst hernach jene, die davon gar nichts hören
wollen und einen solchen Glauben sogar für eine Dummheit halten, die kaum
irgendeiner erheiternden Lache wert sei! — Solche Menschen befinden sich
demnach ihr ganzes Erdenleben hindurch in der vollsten Hölle und im vollsten
Tode. Nun
aber kann sich eine Seele schon ganz gereinigt haben, und es wird ihr oft
dennoch eine geraume Zeit gegeben zur Mitreinigung ihres an und für sich noch
immer unlauteren Leibes und seiner Geister. Dadurch kann der edlere
Leibesteil sich endlich auch aus der Seele die Unsterblichkeit anziehen und
jüngst nach dem Tode des gröbsten Teils seiner Wesenheit mit der Seele zu
ihrer Vollkräftigung miterweckt werden." b) Demut, die Grundbedingung allen
Heils
GrEv IX/159 — DER HERR: "Ohne Mich kann niemand etwas
wirken zum Heile seiner Seele. Und hat er auch alles nach den ihm
geoffenbarten Gesetzen wie aus eigener Willenskraft getan, so soll er aber
dennoch in sich bekennen, daß er ein fauler und träger Diener war, und soll
in allem Guten, das er gewirkt hat, Gott allein die Ehre geben. Und Gott wird
ihn so denn auch allzeit stärken und kräftigen. Wer
Gott in allem Guten die Ehre gibt, der ist Ihm wohlgefällig und ein rechter
Knecht und Diener nach Seinem Herzen. Den wird Gott nicht verlassen, sondern
schirmen mit Seiner Hand. Wer aber in seinem Herzen Gott verläßt und Seiner
wenig oder oft gar nicht achtet, sich selbst ein Herr zu sein dünkt und nach
seinem Weltverstande handelt und, so ihm etwas gelungen ist, sich dafür ehren
läßt und von seiner Klugheit und von seinen edlen Taten spricht, der belohnt
sich selbst und hat von Gott keinen Lohn zu erwarten. Was ihr denn immer tut,
das gut und wahr ist, das tut in Meinem Namen, und Ich werde mit euch sein
und euch stärken und kräftigen!" c) Irdisches und himmlisches
Streben
GrEv VII/222(9ff) — Ein römischer Freund des Kulturfortschritts
wünschte eine Verbesserung der Seeschiffahrt. DER
HERR erwiderte ihm: "Die späteren Geschlechter werden noch gar wunderbar
kunstvolle Schiffe erbauen, mittels welcher sie, an Schnelligkeit Vögeln
gleich, nach allen Richtungen über alle Meere hin fahren können. Aber es wird
dies das Glück der Menschen weder leiblich und noch weniger geistig erhöhen,
sondern gar gewaltig vermindern. Darum
bleibet nur recht lange bei dem, was ihr habt! Denn eine zu große
Verbesserung in irdischen Dingen ist stets eine wahre und dauernde
Verschlimmerung im Geistigen, das der Mensch mit allen Kräften seines Lebens
doch nur allein kultivieren soll. Was
nützt es dem Menschen, so er auch alle Schätze der Welt für sich gewinnen
könnte, litte aber dadurch den größten Schaden an seiner Seele?! Kennt ihr
denn noch nicht die kurze Lebensdauer alles Fleisches auf dieser Erde und das
endliche Los des Fleisches?! Ob du nun als ein Kaiser oder als Bettler
stirbst, so ist das für jenseits alles eins! Wer
hier viel hatte, der wird jenseits viel entbehren müssen, wer aber hier wenig
oder auch wohl nichts hatte, der wird jenseits auch wenig oder nichts zu
entbehren haben und wird um so leichter und eher zu den inneren und allein
wahren, lebendigen Geistesschätzen gelangen. Darum
waren die Urväter dieser Erde so glückliche Menschen, weil sie ihre diesirdischen
Lebensbedürfnisse so einfach als möglich befriedigten. Wie aber dann
besonders jene Menschen, die sich in den tieferliegenden Tälern aufhielten,
Städte zu erbauen anfingen, so ist damit auch die Hoffart in sie gefahren.
Sie verweichlichten, wurden träge und verfielen bald in allerlei Laster und
mit ihnen in allerlei Elend. Was Gutes hatten sie davon? Sie verloren Gott
aus den Augen ihrer Seelen, und alle innere Lebenskraft des Geistes verließ
sie, so daß sie gleich vielen von euch an kein Leben nach dem Tode des Leibes
mehr glauben konnten. War
das nicht ein gar entsetzlicher Umtausch, so man für die größere
Bequemlichkeit des materiellen Lebens das Geistige so gut wie völlig verlor?! Wer
darum ein Weiser unter euch ist, der suche nun wieder für das unnötigerweise
zu gute und bequeme Materieleben das reine, wahre, geistige einzutauschen,
und er wird da besser tun um ein endlos Großes, als so er die größten
Erfindungen machte, wie man ganz sicher und vogelschnell über alle Meere
fahren kann. Einmal wird er dennoch sterben müssen! Was werden ihm dann seine
großen Erfindungen für seine Seele nützen?! Bleibet
darum bei dem, was ihr habt! Suchet vor allem, wie ihr mehr und mehr auf dem
Wege des Geistes wandeln könnet, so werdet ihr dadurch die größte und beste
Erfindung für die große Schiffahrt aus diesem Irdischen ins andere,
jenseitige Geistige gemacht haben. Was
sicher für ewig währt, das zu erreichen setzet alle eure Kräfte und Mittel in
die vollste Bewegung. Ums Irdische für den Leib aber sorget euch nur insoweit,
als es vernunftgemäß nötig ist! Daß
ein Mensch essen und trinken und seinen Leib schützen muß gegen Kälte und
große Hitze, das ist eine ganz natürliche Sache; aber wer für den Leib mehr
tut als für die Seele und am Ende gar für den Leib allein sorgt, dagegen für
die Wohlfahrt der Seele, die doch ewig leben soll, gar nicht, der ist
wahrhaftig ein blinder und überdummer Narr. Wenn
ihr das nun wohl verstanden habt, so fraget Mich nicht mehr, wie ihr eitle,
irdische Dinge um ein gar Großes verbessern könntet. Denn Ich bin nur darum
in diese Welt gekommen, um euch die Wege zum ewigen Leben zu zeigen und fest
anzubahnen, auf daß ihr sicher und leicht auf denselben fortkommen
könnet!" d) Segen der Einfachheit
GrEv IV/183(7) — DER HERR: "Wollet ihr Menschen wahrhaft
glücklich leben auf dieser Erde, so bleibet bei eurer alten Einfachheit! —
Erstens kostet diese euch wenig Mühe und Arbeit, und zweitens habt ihr nur
ganz geringe natürliche Bedürfnisse, die ihr leicht decket... Ihr brauchet
daher sehr wenig Zeit auf eure natürlichen Bedürfnisse zu verwenden und
könnet euch darum mehr und ausschließlicher mit den geistigen Betrachtungen
abgeben! Und siehe, das ist mehr wert, als auf Unkosten von hunderttausend
Menschenleben mit blutigem Schweiße Paläste erbauen." e) Geistiger Nutzen natürlicher
Lebensweise
GrEv VI/140 — DER HERR zu drei Weisen aus Persien: "Alle
von Natur aus besseren Menschen werden von Geistern auf eine mehr oder
weniger fühlbare Weise unterwiesen in allerlei geistiger und natürlicher
Wissenschaft. Und je naturgemäßer, einfacher und in sich gekehrter die
Menschen in der Welt leben, desto mehr und lebhafter stehen sie auch mit den
besseren und guten Geistern aus dem Jenseits in Verbindung. — Das war auch
bei euch der Fall. Als ihr aber dann durch eure vielen Reisen weltläufiger
geworden seid, da haben euch auch eure Lehr- und Lichtgeister verlassen und
euch euren eigenen Erkenntnissen anheimgegeben." f) Was der Mensch braucht — und die
Erde bietet
GS
II/90 — Nehmen wir an, ein mäßiger Esser braucht für den Tag drei Pfund an
Speise; das läßt sich auf dreihundertfünfundsechzig Tage überaus leicht
berechnen. Das ist sonach auch ein naturgerechtes Bedürfnis eines Menschen.
Dieses Quantum darf er für sich alljährlich sich ersammeln. Hat er Weib und
Kinder, so kann er für jede Person dasselbe Quantum zusammenbringen, und er
hat da vollkommen seinem Naturrechte zur gerechten Folge gehandelt. — Einem
starken Esser, der besonders schwere Arbeiten verrichten muß, sei das
Doppelte sich zu ersammeln vollkommen frei gestattet. Wenn
dieses allgemein beachtet wird, dann wird die Erde nimmer von einer Not zu
klaffen haben. Denn vom Herrn aus ist ihr fruchtbarer Flächenraum so
gestellt, daß bei gehöriger Bearbeitung und Verteilung des Bodens
zwölftausend Millionen Menschen vollkommen genügend ihren Lebensunterhalt
finden können. Gegenwärtig aber leben kaum etwas über eintausend Millionen
Menschen auf der Erde, und darunter gibt es bei siebenhundert Millionen
Notleidende. Worin
liegt der Grund davon? Weil eben die Bedingungen dieses göttlichen Gesetzes,
welches in der Natur eines jeden Menschen gegründet ist, nicht in die
lebendige Ausübung gebracht werden. Gehen
wir aber weiter! Wie groß da ein Mensch ist und wieviel er zur Bedeckung
seiner Haut bedarf, läßt sich ebenfalls überaus leicht bemessen. Es sei aber
einem jeden Menschen gestattet, sich nach Beschaffenheit der Jahreszeit eine
vierfache Hautbedeckung zu verschaffen. Das ist der naturgerechte Maßstab für
die Ansammlung der Kleiderstoffe und der Bereitung derselben. Ich will aber
noch einmal soviel hinzufügen, was die Oberkleidung betrifft, und viermal
soviel für die Unterkleidung, und das des reinlichen Wechsels wegen. Wenn
dieser Maßstab beachtet wird, dann wird es auf der ganzen Erdoberfläche
keinen nackten Menschen geben. Aber wenn auf der Erde ungeheure
Kleiderstoff-Fabriken errichtet sind, die alle Kleiderstoffe in ihrem
Urzustande um erzwungene Schandpreise an sich kaufen, daraus dann eine
zahllose Menge, und das bei weitem mehr luxuriöser als nützlicher Kleidungszeuge
fabrizieren und dieselben dann zumeist um himmelsschreiende Preise an die
dürftige Menschheit verkaufen, zudem aber auch viele wohlhabende Menschen
sich im Verlaufe der Jahre, besonders weiblicherseits,
mit mehr als hundertfachem Kleiderwechsel versehen; da wird dieses
naturgerechte Ebenmaß auf das allergewaltigste gestört, und von tausend
Millionen Menschen müssen wenigstens sechshundert Millionen in dürftiger
Kleidung umhergehen. Wie
groß braucht denn ein Haus zu sein, um ein Paar Menschen mit Familie und der
nötigen Dienerschaft ehrlich und bequem zu beherbergen? Gehet aufs Land und
überzeuget euch, und ihr werdet darüber sicher ins klare kommen, daß zu einer
gerechten und bequemen Beherbergung keine hundert Zimmer fassende Schlösser
und Paläste erforderlich sind. Was
über ein solches gerechtes Verhältnis ist, ist wider die Ordnung Gottes und
somit wider Sein Gebot. Wie
groß muß denn ein Grundstück sein? Nehmen wir ein mittelerträgliches Land!
Auf diesem kann bei mäßiger Bearbeitung, und zwar auf einem Flächenraume von
tausend Quadratklaftern für einen Menschen selbst in Mitte ein vollkommen
hinreichender, ein Jahr dauernder Lebensbedarf erbeutet werden. Bei einem
guten Boden genügt die Hälfte; bei einem schlechten Boden lassen wir das
Doppelte vom Mittelboden für eine Person gelten. Soviel Personen sonach ein
Familienhaus zählt, so oftmal darf es
naturrechtlich solchen bestimmten Grundboden-Flächenraum in den Besitz
nehmen. Wir wollen aber in unserem Ausmaße recht freigebig sein und geben für
die Person das Doppelte und bestimmen solches auch vollkommen als
naturrechtlich von Gott aus gebilligt. — Wenn die Gründe so verteilt würden,
so könnten ebenfalls siebentausend Millionen Familien auf der Erdoberfläche
ihr gesichertes Grundbesitztum finden. g) Falsche Heiligkeit
GrEv VI/51 — DER HERR: "Der Leib braucht das Seinige — und
der Geist das Seinige. Wir sind nun unseren Gliedern eine rechte Stärkung zu
geben schuldig, und dann werden wir des Geistes nicht vergessen. Glaube
ja keiner, daß er Gott einen wohlgefälligen Dienst erweist, so er fastet und
für seine begangenen Sünden in härenen Kleidern vor aller Welt Augen Buße
tut! Sondern nur der ist Gott angenehm, der da dankbar ißt und trinkt, was
ihm Gott zukommen ließ, um dadurch seine irdischen Kräfte zu nützlicher
Arbeit zu stärken, wodurch er sich und seinem Nächsten viel nützen kann, und
so er irgendeine Sünde beging, sie als solche erkennt, bereut, verabscheut,
sie nicht mehr begeht und sich also wahrhaft bessert. Freilich
gibt es leider gar viele, die da ihre Lebenszeit mit lauter Essen und Trinken
zubringen. Sie sorgen nur für ihren Bauch und für ihre Haut. Die
Nächstenliebe ist ihnen fremd, und vor dem armen Menschen spucken sie aus und
lassen ihn nicht an ihres Hauses Schwelle kommen. Ihr stets voller Bauch läßt
sie nie den Schmerz des Hungers und des Durstes fühlen. Das sind die echten
Schwelger, Prasser und Vollsäufer, die dadurch ihren Leib stets zu allerlei
Unzucht, Hurerei und Ehebrecherei bereithalten. Das ist dann Fraß und
Völlerei, mit denen niemand je ins Reich Gottes eingehen wird. Im
Gleichen sind aber auch alle jene Gleisner, die da fasten, in härenen
Kleidern Buße wirken und für ihre Sünden ansehnliche Opfer dem Tempel
darbringen, damit sie von dem Volke als Gerechtfertigte angesehen und gelobt
werden, während sie selbst aber dann jeden Menschen über die Achsel ansehen,
ihn als einen vermeintlichen Sünder verachten und ihm schon von weitem
ausweichen, dieweil sie nicht irgend sahen, wie er gefastet, in härenen
Kleidern Buße gewirkt und dem Tempel geopfert hat. Ich
aber sage euch: Derlei Menschen sind ebenfalls ein Greuel vor Gott; denn ihr
Herz, ihr Sinn und Verstand sind verhärtet. Sie richten ihre Nebenmenschen
ohne alle Schonung und Nachsicht, sie kehren vor des Nachbars Tür und bemerken
den großen Haufen Unflat vor dem eigenen Hausflur nicht. O wahrlich, Ich sage
euch: Wie diese Tempelheiligen und -gerechten nun ausmessen, geradeso wird
ihnen drüben wieder zurückgemessen werden!" h) Keine Engherzigkeit gegenüber
fremden Sitten
GrEv VIII/99-100 — DER HERR: ... Darauf erhoben sich alle und
begaben sich dahin, wo ihre Ruhestätten für sie bereitet waren. Ich aber
blieb auf Meinem Ruhestuhle im Saale bis zum Morgen. Nachdem
sich in dieser Nacht ein jeder ganz wohl ausgeschlafen und ausgeruht hatte,
standen samt Mir alle schon mehr denn eine Stunde vor dem Aufgange der Sonne
auf und wuschen sich nach der Sitte der Juden. Die Römer aber wuschen sich
nach ihrer Sitte mit wohlriechenden Wässern und bestrichen sich hernach mit
ebenfalls wohlriechendem Öle, das einen großen Wohlgeruch in den Zimmern des
Hauses verbreitete. Da
traten einige Jünger zu Mir und sagten: "Herr, diese haben wohl unsern
Glauben und unsere Überzeugung angenommen, aber in ihren heidnischen
Gebräuchen scheinen sie dennoch verbleiben zu wollen! Diese ihre Wässer, Öle
und Salben mögen sehr kostspielig sein, und da wäre es für sie ja auch
dienlicher, sich gleich uns nur mit purem und frischem Wasser zu waschen und
das viele Geld, was ihre Wässer, Öle und Salben kosten, auf die Armen zu
verwenden!" Sagte
ICH: "Wer den Armen das tut, was diese Römer tun, der hat auch das Recht
— so er dazu des Vermögens in hinreichender Menge besitzt —‚ seinen Leib zu
pflegen nach der Art und Weise, wie er schon von Kindesjahren an gewöhnt
worden ist. Denn ihnen ist das zu einem so natürlichen Bedürfnisse geworden
wie euch das reine und frische Wasser. Ich aber sehe nicht darauf, ob und
womit jemand seine Haut gereinigt und belebt hat, sondern nur allein darauf,
ob er gewaschenen und reinen Herzens vor Mir ist. Daher,
so ihr den Völkern Mein Evangelium verkünden werdet, sollet ihr sie belassen
in ihren Leibespflegesitten! — Denn es genügt für einen jeden, daß er an Mich
und Meinen Namen glaubt und nach Meiner Lehre lebt. Seinen Leib aber soll er
nähren und pflegen, wie er das von Kindheit an gewöhnt war, damit er nach
seiner Art frisch und gesund verbleiben kann. Kurz
und gut, was ihr sehet, das Ich dulde, das duldet auch ihr! Was Ich aber zu
jedermanns Seelenheile euch angeraten habe, das ratet auch ihr — ohne euch zu
ärgern, ob es jemand annimmt oder auch nicht annimmt — denen an, zu denen ihr
von Meinem Geiste geführt werdet! Auch
ihr sollet essen und trinken, was euch irgend auf den Tisch gesetzt wird, und
sollet nicht Wesens machen mit dem materiellen äußern Judentume, das vor Mir
keinen Wert hat, sondern handeln nach dem Geiste des wahren, innern und
lebendigen Judentums, so werdet ihr Meine wahrhaftigen Jünger sein, und Ich
werde ein Wohl gefallen haben an euch und euren Werken und werde unter euch
im Geiste verbleiben bis ans Ende der Zeiten dieser Erde! — Habt ihr Mich
verstanden?" i) Keine Weltflucht
GrEv I/83(3ff) — DER HERR: "Wer Mein Wort völlig in sich
aufnimmt und unabweichbar danach handelt und lebt, der nimmt dadurch Mich
Selbst mit aller Meiner Liebe, Weisheit, Macht und Kraft auf und ist dadurch
zu einem wahren Kinde Gottes geworden, dem der Vater im Himmel nicht Eines
vorenthalten wird, was Er hat! Ich
will damit aber aus euch keine Kopfhänger und Verflucher
der Welt machen, sondern weise Benützer derselben! Wäre
der nicht ein Tor zu nennen, der sich in irgendein gut brauchbares Werkzeug,
das er zum Betriebe seiner Kunst benötigt, also verliebte, daß er es gar
nicht zu dem bestimmten Zwecke gebrauchen möchte, sondern dasselbe nur
wollüstig angaffte und verwahrte in einem Schreine, daß es nicht rostig und
dadurch weniger schön würde?! Die
Welt ist für euch auch ein Werkzeug, mit dem ihr, recht zwecklich angewendet,
überaus viel Gutes und Herrliches schaffen könnet! Aber ihr müßt als nun Meine
Jünger dies Werkzeug also gebrauchen, wie Ich als euer einziger, wahrster
Meister es euch gelehrt habe! Also
gebraucht und angewendet wird euch dies Werkzeug das ewige Leben bereiten und
befestigen. Werdet ihr es aber anders gebrauchen, so wird dies Werkzeug,
gleich einem scharfen Messer in den Händen unmündiger Kinder, euch leicht und
bald eine tödliche Wunde versetzen!" k) Keine blinde Gesetzlichkeit
I.K.L.
(v. 2.10.1894) — Schreibe, weil ihr noch immer nicht recht im klaren seid und
Mich fraget, ob das strenge Einhalten der Diät-Ordnung auch für ein etwas
kühleres Klima gilt. — Siehe, da sage Ich: Meine
Ordnung gilt nicht nur für diese vier Erdteile, sondern für die ganze
sichtbare Schöpfung. Diese Meine Ordnung besteht aber nicht in da oder dort
von Meiner Liebe erteilten Winken, sondern in der völligen Willensfreiheit
der Menschen, denen Ich stets nur väterliche Ratschläge, nie aber ein
göttliches Gesetz erteile: Darum hütet euch alle wohl, in Mir einen
Gesetzgeber zu erblicken! Ich bin nicht gekommen, euch unter das Gesetz zu
stellen, also euch dem Gerichte zu übergeben, sondern dazu bin Ich gekommen,
euch von des Gesetzes Last zu befreien und aus gerichteten, in enge Formen
gedrängten Wesen geistig freie Menschen, "Kinder Gottes" zu machen. Wer
in diesem Sinne Meinen erteilten Liebesrat befolgt, dem wird er zum Segen
gereichen. Wo aber nur der allerleiseste Zwang herrscht, also nicht die reine
Liebe zu Mir die Triebfeder ist, da ist's dem Menschen besser, so er lebt
nach seiner Liebe, welches ist die alte Fleisches- und Eigenliebe. Denn
alles, was ihr tuet, soll aus eurem eigenen Willen, aus eurem innersten
Herzen hervorgehen, weil anders keine wahre Liebestat aus eurem Herzen
hervorgehen kann, die ihr einst bei Mir gutgeschrieben finden werdet. Mir
ist ein freier Nichtbefolger Meines Willens lieber als ein aus Furcht und
knechtischem Sinne willenlos Gehorchender. — Ersterem fehlt nur noch die
rechte Erkenntnis und die lebendige Überzeugung, daß Ich im Worte bin. Hat er
diese einmal erfaßt, so wird er aus freiem Willen mit aller Liebe seines
Herzens die nun in sich erkannte Wahrheit annehmen und nach Kräften danach
leben. Der Furchtsame dagegen wird stets nur eine halbe Liebe und nahezu gar
keinen guten Willen Mir entgegenbringen, weil er nicht seiner innersten
Überzeugung, sondern einer von außen ihm beigebrachten Lehre lebt, die er im
Grunde seines Herzens weder liebt noch versteht, sondern nur der etwaigen
Vorteile wegen insoweit befolgt, solange es ihn keinen Nachteil und keine
erheblichen Opfer kostet. Sehet,
da habt ihr wieder ein kurzes Bild von den verschiedenen Hörern und Tätern
des Wortes, das Ich euch gebe, zum besseren Verständnis eurer Aufgabe auf
Erden und als ein Führer zum ewigen Leben! 2. Gesunde Ehe
a) Warnung vor unreinem Wesen
GrEv I/86 — DER HERR: "Wer da treibt Unzucht und Hurerei,
der ist sehr krank in seiner Seele! Denn durch diese Sünde wird das Herz des
Menschen von Tag zu Tag härter, gefühlloser und unbarmherziger gegen die
Nebenmenschen und liebt am Ende nichts als sich selbst und den Gegenstand
seiner Sinnenlust. Ein solches Herz fliehet dann das Gotteswort, das ihn
abmahnt von seiner bösen Begierde, und wird am Ende sogar ein Feind derer,
die das Wort Gottes im Herzen bewahren und danach leben. Ihr leidet viel an
dieser Krankheit, und Ich bin darum wieder zu euch gekommen, um euch von
dieser bösen und tödlichen Krankheit zu heilen. Wer von euch sich von dieser
bösesten Krankheit befallen weiß, der vertraue sich Mir an, und Ich werde ihn
heilen!... Wahrlich,
Ich sage euch: Unzüchtler und Huren werden ins Reich Gottes nicht eingehen;
es müßte denn geschehen, daß sie sich gewaltig bekehrten von ihrem schlechten
Lebenswandel! ... Denn der Wollustkitzel ist des Satans Kunstgriff! Wehe, wer
sich vom Satan also hat ergreifen lassen! Jeder wird am Ende große Not
finden, sich aus diesen Krallen loszumachen! Unsägliche Leiden und Schmerzen
werden sein Anteil sein! Beachtet dieses alles wohl; denn sonst kommen die
Tage, die euch nimmer gefallen werden!" b) Segen der Keuschheit
GrEv IV/230-231 — DER HERR: "Würden die Menschen das
Laster der Unzucht meiden und den Beischlaf nur so oft begehen, als er zur
Erweckung einer Frucht in eines Weibes Leibe notwendig ist, Ich sage es euch:
Nicht einen gäbe es unter euch, der nicht mindestens ein Hellseher wäre! So
aber, wie es unter euch Sitte ist, vergeudet der Mann wie das Weib die besten
Kräfte durch das oft tägliche Verpuffen der alleredelsten und
seelenverwandtesten Lebenssäfte und hat demnach nimmer einen Vorrat, aus dem
sich am Ende ein stärkeres Licht in der Seele ansammeln könnte! Darum
aber werden solche Menschen stets mehr und mehr träge und polypenartig
genußsüchtige Wesen. Sie sind selten eines hellen Gedankens fähig und sind
furchtsam, feig, materiell, launisch und wetterwendisch, selbstsüchtig,
neidisch und eifersüchtig. Sie können schwer oder oft gar nimmer etwas
Geistiges begreifen; denn ihre Phantasie schweift immer im Reize des
stinkenden Fleisches umher und mag sich nimmer zu etwas Höherem und Geistigem
empor erheben. Und gibt es darunter schon auch dann und wann etwelche
Menschen, die wenigstens in nüchternen Stunden einen flüchtigen Blick nach
oben senden, da kommen gleich, wie schwarze Wolken am Himmel,
fleischsinnliche Gedanken und verdecken das Höhere der art, daß die Seele
dessen rein vergißt und sich gleich wieder in die Fleischeslust stürzt! Darum
aber sei es euch auch für vollwahr gesagt, daß Hurer und Huren, Ehebrecher
und Ehebrecherinnen und Unzüchtlinge aller Art und jeden Geschlechts in Mein
Gottesreich schwer Eingang finden werden! So
du nun in deinem Herzen das für etwas zu stark hältst, da versuche du, so
einen fleischsinnlichen Menschen umzugestalten. Fange an, ihn auf die Gebote
Gottes aufmerksam zu machen, sage zu ihm: "Der Friede sei mit dir, das
Reich Gottes ist dir nahegekommen! Laß ab von deinem lasterhaften Leben,
liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst! Suche die
Wahrheit, suche das Reich Gottes in deines Herzens Tiefen! Laß ab von der
Welt und ihrer losen Materie und suche zu wecken in dir des Geistes Leben!
Bete, forsche und handle in der Ordnung Gottes!" — und du wirst diese
Worte an völlig taube Ohren gerichtet haben! Er wird dich verlachen, dir den
Rücken kehren und zu dir sagen: "Fahre ab, du frömmelnder Narr, reize
mich mit deiner Dummheit nicht, sonst nötigst du mich, dich ins Gesicht zu
schlagen!" Ermahnst
du ihn zum zweiten Male, so hast du noch eine ärgere Grobheit zu erwarten,
als da war die erste! Darum
ist ein Hurer nicht nur ein sinnlicher Sündenbock, sondern in seiner
Gereiztheit auch ein gar böser Mensch; er ist voll des wilden Feuers und
blind und taub für alles Gute und Wahre des Geistes. Einen Räuber bekehrst du
lange eher denn einen echten Hurer und Ehebrecher. Wo
unter den Menschen die Unzucht als eine wahre Seelenpest eingerissen ist, da
hat das Predigen des Evangeliums sein Ende erreicht. … Sorget darum vor
allem, daß dieses Laster nirgends einreiße! Und die Eheleute sollen nur
soviel tun, als da zur Zeugung eines Menschen unumgänglich notwendig ist. Wer
sein Weib stört während ihrer Schwangerschaft, der verdirbt die Frucht schon
im Mutterleibe und pflanzt derselben den Geist der Unzucht ein. Denn welch
ein Geist die Gatten reizt und nötigt, sich über die natürliche Gebühr zu
beschlafen, derselbe Geist geht dann potenziert (verstärkt) in die Frucht
über. Daher
soll auch bei der Zeugung dieses wohl und sehr gewissenhaft beachtet werden,
daß erstens die Zeugung nicht aus gemeiner Sinnengier, sondern aus wahrhafter
Liebe und seelischer Neigung ausgeübt werde — und zweitens, daß das einmal
empfangen habende Weib noch gut sieben Wochen nach der Ausgeburt ihrer Frucht
in der Ruhe ungestört belassen werde! Kinder,
auf diese ordentliche Art gezeugt und im Mutterleibe ungestört ausgereift,
werden erstens schon leiblich vollkommener in die Welt kommen, weil die Seele
in einem vollkommen ausgebildeten Organismus doch sicher eher und leichter
für ihren geistigen Herd sorgen kann als bei einem ganz verdorbenen, an dem
sie gleichfort zu bessern und zu flicken hat. Und zweitens ist sie selbst in
sich reiner und heller, weil sie nicht von den Unzuchtsgeistern, die durch
die oft täglichen Nachzeugungen in des Embryo Fleisch und auch Seele
hineingezeugt werden, gestört wird. Wie leicht kann solch eine Seele ihr
Gemüt schon in der zartesten Kindheit gleich einem Samuel zu Gott erheben aus
wahrer kindlicher, allerunschuldigster Liebe! Bei solchen Kindern fängt schon
frühzeitig eine Außenlebenssphäre sich zu bilden an, und sie werden bald und
leicht hellsehend, und ihrem Willen wird sich alles in Meiner Ordnung Seiende
zu fügen anfangen. Was
sind dagegen die schon im Mutterleibe verdorbenen Kinder? Ich sage es euch:
Kaum mehr als scheinbelebte Schattenbilder des Lebens! Und was ist
hauptsächlich daran schuld? Das, was Ich euch bisher sattsam als Folge der Wollust
gezeigt habe! Wo
irgend in der späteren Zeit Mein Wort von euch gepredigt wird, sollte diese
Lehre nicht fehlen! Denn sie bearbeitet des Lebens Grund und Boden und macht
ihn frei von Dornen, Gestrüppen und Disteln, von denen noch nie ein Mensch
Trauben und Feigen geerntet hat." c) Vom Zeugungsvermögen und seiner
rechten Verwendung
H
III/64(9-18) — Lamech, einer der Urväter sagt: "Der Mann hat ein Gefühl,
dem zufolge er nicht nur ein, sondern viele Weiber ergreift; und dieses
Gefühl ist ein wahrer Nimmersatt. Denn so da jemand schon hätte zwei, drei
und noch mehrere der schönsten Weiber, käme aber dann an einen Ort, da es
noch hundert wieder anders geformte, schöne Weiber gibt, siehe, da drängt es
ihn alsbald gewaltigst, daß er sich auch in den Besitz dieser hundert setzen
möchte! Warum
gabst Du, Herr, ihm solch einen Trieb, der Deiner Ordnung zufolge nicht
befriedigt werden darf?" DER
HERR erwidert: "Siehe, da verhält es sich mit dem Gefühlsreichtume
gerade also wie mit der reichen Ausstattung der Zeugungsfähigkeit. Das
Gefühl, welches sich als ein mächtiger Zug oder Trieb im Herzen ausspricht,
ist ebenfalls eine reiche Zeugungsfähigkeit im Geiste. — Wenn aber der Mann
ein Unzüchtler ist und seinen Samen auf den Gassen und Straßen verstreut,
sage Mir, wird so ein grundgeschwächter Mann wohl je selbst mit einem
fruchtbaren Weibe eine Frucht von gerechtem Maße zu zeugen imstande sein?
Siehe, das wird er nicht! Denn aus den Trebern preßt man keinen geistigen
Saft mehr. Also
aber steht es auch mit dem Gefühlsreichtume: Der Mann sammle nur sein Gefühl
im Herzen und kehre es dann zu Mir! Und wenn es die gerechte Kraftreife wird
erlangt haben, dann wird er in Mir, dem Urgrunde aller Dinge und somit auch
aller noch so schönen Weiber, den allergenügendsten und allerbefriedigendsten
Ersatz finden und wird dann mit diesem kraftvollsten Gefühle ein Weib in
aller gerechten Kraft lieben können, und es wird ihn das Weib seines Nachbarn
auch nimmer anfechten. Solches
aber wisse, daß auf dieser Welt alles im Menschen nur eine auszubildende
Anlage ist für einen endlos erhabenen, ewigen Zweck. Daher soll er von den in
sich wahrgenommenen Kräften nicht eher einen Gebrauch machen, als bis sie zur
Vollreife gelangt sind. — Wie aber die Früchte der Erde nur im Lichte der
Sonne reifen, also reifen auch die geistigen Kräfte des Menschen nur in
Meinem Lichte. Daher soll jeder Mensch seine Kräfte auf Mich hinwenden, so
wird er ein vollkommen reifer, mächtiger Mensch werden in Meiner Ordnung. Wer
aber das nicht tut, der ist selbst schuld an seinem Tode." d) Ein Evangelium der Ehe
JJ
102(17ff) — Das Jesuskindlein aber richtete sich sogleich auf und sprach zu
Cyrenius und dessen Braut Tullia: "Ich bin nicht ein Herr dessen, was
der Welt ist; daher seid ihr von Mir aus in allem Weltlichen frei! Habt ihr
aber eine wahre Liebe in euren Herzen zueinander gefaßt, da sollet ihr
dieselbe nicht brechen! — Denn es gilt bei Mir kein anderes Gesetz für die
Ehe, als welches da mit glühender Schrift geschrieben steht in euren Herzen. Du,
Mein Cyrenius, hast zu dieser Tochter dein Herz gar mächtig gefaßt; daher
sollst du es nicht mehr abwenden von ihr! — Und du, Tochter, warst beim
ersten Anblicke schon brennend in deinem Herzen zu Cyrenius, darum bist du
schon sein Weib vor Mir! Denn bei Mir gilt nicht äußerer Rat oder Widerrat,
sondern allein der Rat eurer Herzen ist bei Mir gültig. Bleibet sonach diesem
für ewig getreu, wollt ihr nicht zu wahrhaftigen Ehebrechern werden vor Mir! Verflucht
sei aber ein Widerräter aus weltlichen Gründen in der Sache der Liebe, die
von Mir ist! — Was ist denn mehr: die lebendige Liebe, die aus Mir ist, oder
der weltliche Grund, der aus der Hölle ist? Habt
ihr euch aber schon beim ersten Anblicke laut dieses lebendigen Gesetzes
erkannt und verbunden, da sollet ihr euch nicht mehr trennen, so ihr nicht
sündigen wollet vor Mir! Ich
halte aber kein weltliches Eheband für gültig, sondern allein das des
Herzens. Wer dieses bricht, der ist ein wahrhaftiger Ehebrecher vor Mir! Wehe
aber auch der Liebe, deren Grund die Welt ist — sie sei verflucht!" Diese
Worte des Kindleins machten, daß sich alle entsetzten, und niemand getraute
sich weiter etwas zu reden in Sachen der Ehe. e) Vaterworte auf den Eheweg
H
II/89(3ff) — Nachdem die Väter mit den Müttern das neue Ehepaar gesegnet
hatten, kam Jonas mit seinem jungen und schönen Weibe wieder zum Abedam* (*
Name des Herrn bei Seinem Erscheinen unter den Urvätern.) hin, wie Er ihn
vorher beheißen hatte. Da er nun wieder vor dem hohen Abedam sich befand,
legte alsbald der Heilige Seine Hände zuerst auf den Jonas, dann aber auch
auf die Besela, berührte das Haupt und das Herz,
das heißt die linke Seite der Brust, und sprach dabei folgende Worte: "Nehmet
hin Meinen Segen zum ewigen Leben! Zeuget aus euch wahre, lebendige Früchte
der reinen Liebe! Ferne sei euerm Leibe die stumme Befriedigung dessen, daran
das Fleisch und somit auch die Sünde hängt, so werdet ihr stets wandeln
wahrhaft und getreu vor Mir. Wer da aber wohltut seinem Fleische, es nährt
über das gerechte Maß und es dann durch alle Wollust sucht zu ergötzen, der
nährt seine eigene Sünde und räumt durch die Wollust des Fleisches dem ewigen
Tode alle Gewalt über sich ein. Daher
bezähmet allzeit eure Begierden, so es nicht Zeit ist, daß ihr Mir zeuget
eine lebendige Frucht! Wenn es aber Zeit ist, dann rufet zu Mir, damit Ich
euch halte, wenn ihr der Sünde ein Opfer bringet, und ihr darum nicht fallet,
sondern bleibet in Meiner Gnade. Denn
wer da fällt, der steht schwer auf, und bei jedem Falle wird der Geist mit
einem neuen Totengefängnisse umgeben. Wenn er dann erstehen möchte aus der
Gefangenschaft des Fleisches, welches ist die alte Sünde und der alte Tod des
Geistes — wie wird es ihm dann ergehen, wenn er statt einer Rinde mehrere
hunderte wird zu durchbrechen haben, da immer eine um die andere hartnäckiger
wird?! Daher
sage Ich es euch noch einmal: Nähret, stärket und ergötzet euer Fleisch
nicht! Denn dadurch nähret, stärket und ergötzet ihr euern eigenen Tod,
welcher nun den Geist umgibt als letzter Kerker vor seiner Wiederbefreiung oder
Wiedererstehung zum vollen ewigen Leben aus Mir und in Mir! Du,
Mein geliebter Jonas, hast geschaut die Größe und Erhabenheit dessen, was da
ist ein Kind Meiner Liebe! Du hast die Fülle der Glut Meiner Vaterliebe
empfunden! Also bleibe getreu Meinem Willen; bleibe getreu Mir, deinem Gott;
ja bleibe getreu Mir, deinem heiligen, liebevollsten Vater! Siehe
sooft das Fleisch eine ungebührliche Forderung an dein Herz legen wird
allezeit die Sterne des Himmels an, und Ich werde aus den Sternen zu dir
reden und werde dir sagen, was du zu tun hast! Wenn
du aber abweichen möchtest von diesem Meinem Wege, den Ich dir jetzt
vorgezeichnet habe, dann wird sich auch der Himmel vor deinen Augen in dichte
Wolken verhüllen, und du wirst so lange die sprechenden Sterne hinfort nicht
zu Gesichte bekommen, bis du voll Reue auf diesen Meinen Weg zurückkehren
wirst! So
du aber verbleiben wirst freimütig getreu Meinem Willen, da wirst du bald die
große Macht desselben in dir zu gewahren anfangen. Denn eben dadurch, daß du
befolgst Meinen Willen, nimmst du denselben in dich auf und machst ihn zu dem
deinigen … Wer
aber sich zu eigen gemacht hat Meinen Willen, der ist vollkommen geworden,
wie Ich, sein Vater, es bin, und er wird die Werke des Lebens verrichten, die
Ich verrichte. Wer aber also geworden ist ein Besitzer Meines Willens, der
hat auch die wahre Kindschaft überkommen ... Das
aber ist ja die wahre Kindschaft, daß jeder ist in Meinem Willen und Mein
Wille in ihm. Und das ist die wahre, lebendige Frucht der reinen Liebe und
das ewige Leben. Diese
Frucht sollst du Mir vor allem zeugen mit deinem Weibe. — Hast du solche
gezeugt, so wirst du auch dann Kinder zeugen, welche aus Meinem Willen
hervorgehen werden und werden sein vollkommen gleich dem, der sie gezeugt
hat. Das
aber ist Mein Segen, daß sonach Mein Wille der deine werde und du lebest aus
und in demselben ewig! — Amen." f) Der Wille Gottes für Mann und
Weib
H
I/36 — Ihr Weiber sollet wohl bedecken euren Leib, damit durch euer Wesen
nicht der Mann zur Unzucht gereizt werde. Daher seid vor allem züchtig wie
das Bienenweibchen, das sich nicht getraut mit seinem Wesen ans Licht der
Sonne, sondern Tag und Nacht sorglich kriecht über die Zellen seiner
harmlosen Kinderchen. So auch sollet ihr sein — und gehorsam in allem euren
Männern, insoweit es der allerheiligste Wille Gottes erheischt. Jedoch sollte
ein Mann euch wider den allerheiligsten Willen Gottes zu etwas zwingen
wollen, so soll auch euch gestattet sein, euer Haupt vor dem Manne zu
entblößen und selben lieblich zu mahnen an seine Pflichten aus Gott. Und so
ihr alles dieses genau erfüllen werdet, dann wird der Herr euch mit großen
Gnaden überhäufen, und ihr werdet in unendlicher Schönheit zur süßen
Augenweide des heiligen Vaters ewig und unsterblich. Euch
Männern aber sei kein anderes Gesetz gegeben als der allzeit sich euch
kundgebende heiligste Wille des allerhöchsten Gottes. Wer von euch jedoch
diesen je sollte unbeachtet lassen in seiner Brust, vor dem wird sich nach
und nach der heilige Mund Gottes, wie der der Natur, schließen. Dann wird
ihm, da er sich von Gott nach außen gewendet, auch ein äußerliches Gesetz
gegeben werden, welches ihn zum Sklaven der Sünde und Knechte der Hölle
machen wird, wenn er nicht alsobald sein Herz brechen und reinigen wird im
demütigen Gehorsam und es dann bittend hintragen wird vor Gott in Furcht und
Liebe, damit Er es wieder segne und heilige. g) Schlechte Ehen und ihre Früchte
NS
Kap. 23 — DER HERR: "Glaubet Mir: Die verächtlichste Ehe, welche auf der
Erde geschlossen wird, ist eine Geld- oder Güterehe. Diese hat auch ganz
sicher allda ein ewiges Ende, wo ihr Grund ein Ende hat. — So sind auch nicht
minder verderblich und verächtlich diejenigen Ehen, welche die Sinnlichkeit
und gegenseitige reizende Leibesform zum Grunde haben; denn auch diese
vergehen allmählich, wie ihr Grund. — Dergleichen sind auch politische Ehen
schlecht und vergänglich; auch sie dauern nicht länger als ihr Grund. — So
sind auch die vorzeitigen Jugendehen ohne Bestand; denn auch diese vergehen
wie ihr Grund. — Ingleichen die Glanzehen; auch diese vergehen wie ihr
verderblicher Grund. Nur
Ehen, die allein Mich zum Grunde haben, werden ewig bestehen, weil ihr Grund
ein ewiger ist! Darum
also habe Ich euch auch solches gegeben, damit ihr daraus ersehen sollet, wie
die wahren Ehen geschlossen und beschaffen sein und welchen Grund sie haben
sollen. Saget
ihr aber nicht selbst: Auf einem schlechten Grunde können keine edlen Früchte
zum Vorschein kommen, sondern nur Unkraut und Disteln? — Wenn ihr demnach die
ganze Welt im argen erblicket und fraget: Woher dieses? — da sage Ich euch:
Sehet auf den Grund, auf welchem die Früchte gewachsen sind, und urteilet
danach, ob in derlei Sümpfen und Morästen wohl edle Reben wachsen können? Ihr
leget die Rebe ja auch nur auf die Berge also, daß sie dort einatme und
einsauge die reineren Säfte und eine gute Luft, und saget: Das ist der beste
Grund für die Rebe! Sehet, also sollten auch die lebendigen Früchte des
Menschengeschlechtes, als die alleredelste Pflanze der Erde, auf den besten Grund
gesät sein! — Demnach wundert euch nicht der schlechten Früchte, wenn sie in
Pfützen, Kloaken, Sümpfen und Morästen gezogen werden! Solche Gründe aber
sind eure weltlichen Ehen; darum auch ihre Früchte, wie der Grund!" h) Mann und Weib
RBl II/157(12) — Die pure Weiberliebe ist Eigenliebe! Denn wer
von der Weiberliebe sich so weit verziehen läßt, daß ihm daneben die
Nächstenliebe und aus dieser die Gottesliebe zur Last wird, der liebt sich
selbst im Wesen des Weibes! Lasse dich daher von der reizenden Gestalt eines
Weibes nicht gefangennehmen übers gerechte Maß, ansonst du untergehst in der
Schwäche des Weibes, während doch das Weib in deiner Kraft erstehen soll zu
einem Wesen mit und in dir! — Wie du aber ein oder das andere Glied deines
Wesens liebst, also liebe auch das Weib, auf daß es eins werde mit dir! Aber
Gott liebe du über alles, auf daß du in solcher mächtigsten Liebe neu geboren
werdest zu einem wahren, freiesten Bürger der reinsten Himmel Gottes für ewig
und dein Weib wie ein Wesen mit dir! 3. Kindererziehung
a) Von der Seele der Kinder
Ed
Kap. 53 — Daß die Seele der Kinder zum Teil auch aus der Seele der Eltern
genommen ist, beweist die gestaltliche Ähnlichkeit der Kinder mit den Eltern.
Was darin fremdartig ist, das bleibt fremdartig und gestaltlich unähnlich den
Zeugern. Was aber aus den Zeugern ist, das spricht sich ebenbildlich durch
das Ebenbildliche mit den Zeugern aus, und die Eltern erkennen daran ihre
Kinder. b) Vom Ernst der Kindererziehung
J.L.
(v. 8.6.1840) — "O Herr! Wie sollen der Menschen Kinder erzogen werden,
damit sie fähig werden möchten, dereinst Deine Kinder zu heißen?" Nun,
so schreibe! Denn das ist eine gute und recht gestellte Frage, darauf Ich
euch eine vollbestimmte Antwort geben will. Aber sehet zu, so Ich euch ein rechtes
Licht hierin gebe, daß ihr getreue Hirten werdet eurer kleinen Herde, die
euch gegeben wurde aus der Tiefe, damit ihr sie bringet zur Höhe aller Demut
und dadurch auf den Weg alles Lebens durch das leuchtende Feuer Meiner Liebe.
Aber es wird euch viel Mühe machen, und diese Mühe soll sühnen eure
Fleischeslust, die ihr mit euren Weibern vielfach getrieben habt, wodurch
euren Kindern erteilt wurde das Kleid der Hure und ein Denkmal im zerstörten
Jerusalem und ein weites und tiefes Grab unter dem Schutte Babels. Denn
sehet, wäret ihr wiedergeboren gewesen aus dem Geiste Meiner Liebe, dann
hättet ihr die Jungfrau, die ihr zum Weibe begehrt habt, zuvor reinigen
können in den Strömen des lebendigen Wassers, das da in unendlicher Fülle
entströmt wäre eurem Wesen. Und so wäre dann eure Ehe eine himmlische
gewesen, und eure Kinder gezeugt in der Lust der Engel, welche ist eine wahre
Einung der Liebe mit der Weisheit, wären dann Kinder aus den Himmeln und
wären schon zur Hälfte wiedergeboren, darin der Geistessame bald gedeihen
würde zur Frucht in der neuen Erde, die da ist gelegt in den großen Gärten
des neuen Jerusalems. Und die Erziehung wäre euch zur großen Freude geworden
im Angesichte eures heiligen Vaters. — Da ihr nun aber eure Ehe geschlossen
habt in der Finsternis der Welt, zu verrichten die Werke des Todes und zu
zeugen Früchte der Hölle, das da sind eure lieben, verzärtelten Kinder — so
ist es auch schwer, der Brut der Schlangen das Gift zu nehmen. Und es kann
dies nicht anders geschehen, als durch gänzliche Abtötung des Fleisches und
volle Gefangennehmung des Willens, weil der Eigenwille solcher Kinder ein
rein höllischer oder satanischer ist, da auch nicht ein Funke ist, der da
wäre ein rein himmlischer. So
ihr aber meint, Ich sage hier zuviel, da entgegne Ich: Prüfet eure Brut, und
ihr werdet nichts finden als: Eigenliebe, Neid, Zorn, Trägheit, Unlust gegen
alles Ernste und einen heimlichen, entschiedenen Widerwillen gegen alles
Göttliche, weshalb sie nur durch Strafen oder weltsinnliche Belohnungen können
bewegt werden, irgend einige magere Sätze aus den harten Katechismen zu
erlernen. Und nun denn, so ihr solches bei euren Kindern gefunden habt, dann
saget und bekennet offen, daß Ich euch das nun nur aus Meiner übergroßen
Liebe des Heils eurer Kinder und eurer selbst wegen sage, daß eure Kinder
wahre Kinder der Hölle sind. Wollet
ihr nun aus eurer Brut neu zeugen Kinder der Liebe, so müsset ihr blind sein
gegen eine niedliche und geschmeidige Fratze und taub gegen jeden ihrer
törichten Wünsche und müsset schon frühzeitig gefangennehmen jeden Funken
ihres bösen Eigenwillens, damit da Raum werde für Meine Liebe und für einen
neuen Willen daraus. Alles,
was die Kinder starrsinnig begehren, müsset ihr ihnen versagen, und wäre es
auch Gutes, damit nicht der ihre, sondern euer Wille lebendig werde durch die
Ergebung und den gerechten und heilsamen Gehorsam in ihren Herzen. Strafet
allezeit den Eigensinn und den Unwillen, die Trägheit, die Unlust zum
Göttlichen, vorzüglich aber eine sich heimlich im Herzen aufhaltende
Geringachtung heilsamer Ermahnungen sowie Meines Namens und alles darauf
Bezug Habenden. Beim
Rechttun belobet nicht, und noch weniger belohnet die Kinder! Saget ihnen
freundlich ernst, daß sie ein Werk des neuen Willens ausgeführt haben,
worüber der Vater im Himmel schon eine kleine Freude habe. Und hat ein Kind
aus eigenem Antriebe in einer pflichtfreien Zeit als Erholung des Leibes
etwas getan, das da scheine, als wäre es etwas Gutes, dann fraget es ja
haarklein aus, was es dazu bewogen habe. Und habt ihr es bis auf den Grund
erfahren, ob es aus Eigenliebe, oder aus Liebe zur Pflicht, oder aus Liebe zu
euch, oder aus Liebe zu Mir geschehen ist, so richtet danach allezeit euer
Miß- oder Wohlgefallen. Aber
mit euren Liebkosungen seid sparsam wie der Winter mit den warmen Tagen,
damit die Fruchttriebe nicht zerstört werden in einer folgenden Versuchung,
gleich den Blüten des Frühlings durch einen späteren Reif. Jedoch lasset
häufig kalte Winde wehen, damit die Pestluft um die jungen Herzen zur Wohlfahrt
des Geistes gereinigt werde. Die
Knaben lehret gehorchen und lasset sie die Ursache des Gehorsams in Meiner
Liebe erkennen. Und bestrafet deren Neugierde und zu große Spielsucht und
weiset sie strenge zur Ruhe. Die
Mädchen aber haltet daheim und lasset ja nicht auch nur die allerleiseste
Begierde in ihnen wach werden, sei es in was immer. Und willfahret ja nie
auch nur im allergeringsten irgendeinem Wunsche, bevor euch nicht klar
geworden die geheimste Quelle des selben. Hütet
sie sorgfältigst vor Zusammenkünften mit fremden Kindern, die eine
Welterziehung genießen, sonst habt ihr selbst schwere Hagelwolken
zusammengezogen. Und da wird nicht eine Ähre des Weizens verschont bleiben. Mit
dem Alter gehe auch eure gerechte Strenge siebenfachen Schrittes vor. Höret
eure Kinder lieber weinen in der Kränkung ihrer verderblichen Eitelkeit, als
frohlocken in ihren allezeit hochmütigen Weltfreuden, damit ihr gleich werdet
den Engeln im Himmel, die große Freude haben an den reuig Weinenden der Welt. Ein
zorniges Mädchen soll fasten siebenmal so lange, als ihr Zorn gedauert hat,
damit sie sanft werde wie eine Taube. Eure
Liebe sei ihnen verborgen, wie Ich euren Augen, damit die neue, zarte Frucht
nicht ersticke in der Hitze eines unzeitigen Feuers. Und in dem Maße wie die
Frucht sich zeiget, die aus den neuen Samen des Himmels sproßt, und fester
und fester wird, und wie sicht- und sichtbarer wird in ihren Herzen die
wahre, reine Liebe zu Mir und daraus ein werktätiger Glaube, so auch öffne
sich euer Herz in verständiger Liebe zu den geistig neugeborenen Kindern. Sehet,
das ist der Weg des Lebens für eure Kinder! Und das ist der einzige, und
außer diesem gibt es keinen, wie es außer Mir keinen Gott mehr gibt. Wer ihn
wandeln will, der wird Segen finden und erkennen, daß er aus Mir ist. — Wer
aber tun wird nach dem Buche der Welt, der wird auch da seinen Lohn sicher
finden bei dem Fürsten der Welt im Pfuhle der Ewigkeit. — Amen. Ich, Gott,
der Allerheiligste, und Jesus, als Vater. — Amen. c) Die wichtigsten Regeln gesegneter
Kindererziehung
GrEv IV u. VIII/22(7) — DER HERR: Lehret früh die Kindlein den
Vater im Himmel lieben, zeiget ihnen, wie gut und liebevoll Er ist, wie Er
alles, was da ist, zum Besten der Menschen höchst gut, schön und weise
erschaffen hat und wie gar so sehr Er besonders den kleinen, Ihn über alles
liebenden Kindlein zugetan ist! Machet sie bei jeder besonderen Gelegenheit
aufmerksam, daß so etwas alles der Vater im Himmel anordnet und geschehen
macht und läßt, so werdet ihr die Herzen der Kleinen zu Mir kehren und Meine
Liebe wird in ihnen ehest zu wuchern anfangen! Wenn ihr also die Kleinen
leiten werdet, dann wird eure leichte Mühe euch bald die güldensten Früchte
tragen — sonst aber nur Dornen und Disteln, auf denen weder Trauben noch
Feigen wachsen! DER
HERR: Die Kinder sollen mit wahrer und ernster Liebe behandelt und erzogen
werden. Jede Verzärtelung und Nachgiebigkeit von seiten der Eltern ist ein
großer Seelenschaden für die Kinder, der den Eltern zur Schuld gerechnet
werden wird. — Weise Eltern werden auch mit weisen Kindern gesegnet werden. —
Bei der Erziehung der Kinder aber ist ein Muß so lange nötig, bis das Gute
der Gesetze zu einem freiwilligen und freudigen Gehorsam geworden ist. Ist
dieser Fall eingetreten, so hat das Kind des Gesetzes Muß in sich selbst
aufgehoben und ist zum freien Menschen geworden. d) Weiteres von der Erziehung der
Kinder
GrEv IV/124 — DER HERR: Der Hauptgrund der Verderbung der
Menschenseelen liegt in der affenliebigen Erziehung
der Kinder. Man läßt das Bäumchen wachsen, wie es wächst, und trägt durch die
sehr unzeitigen Verzärtelungen noch alles mögliche dazu bei, um den Stamm ja
recht krumm wachsen zu lassen. Ist aber der Stamm einmal erhärtet, so nützen
dann gewöhnlich alle Beugungsversuche wenig oder nichts mehr; eine einmal
krumm gewachsene Seele wird selten mehr zu einem völlig geraden Stamme! Darum
beuget eure Kinder in ihrer leicht lenksamen Jugend. Ein Kind ist bis ins
siebente Jahr stets noch bei weitem mehr Tier als Mensch. Denn was bei dem
Kinde Mensch ist, das liegt zumeist noch in einem tiefen Schlafe begraben. Da
aber ein Kind bei weitem mehr Tier denn Mensch ist, so hat es auch sehr viele
tierische und sehr wenige wahrhaft menschliche Bedürfnisse. Nur
das Nötigste werde ihnen gereicht! Man gewöhne sie frühzeitig an allerlei
Entbehrungen. Man lobe die Braven nie zu übertrieben, sei aber auch gegen
Minderbefähigte und -brave nie zu hart, sondern behandle sie mit rechter
Liebe und Geduld. Man
lasse sie sich üben in allerlei Gutem und Nützlichem und mache ein noch so
braves Kind ja nie eitel, selbstliebig und sich überschätzend. Auch mache man
Kinder, besonders wenn sie irgend schön von Gestalt sind, nie durch schöne
und reiche Kleider noch eitler und stolzer, als sie schon von Natur aus gerne
sind. Man halte sie rein, mache jedoch nie Hausgötzen daraus, so wird man sie
schon von der Geburt an auf jenen Weg setzen, auf dem sie in ihrer reiferen
Jugend dahin gelangen werden, wohin ihr alle nun erst durch Mich gelanget.
Die Jungfrau wird voll Keuschheit und Züchtigkeit den Stand einer ehrbaren
Mutter erreichen, und der Jüngling wird mit mannsreifer Seele und gewecktem
Geiste in das Mannesalter treten und ein Segen sein für die Seinen und für
alle Kreatur. Gebet
ihr aber den tierischen Begierden und Leidenschaften eurer Kinder zu sehr
nach, so werdet ihr mit ihnen auch allen Lastern ein neues und weites Tor
eröffnen, durch das sie heerscharenweise in diese Welt verderbensvoll dringen
werden. Und werden sie einmal dasein, so werdet ihr vergeblich gegen sie mit
allerlei Waffen zu Felde ziehen und nichts ausrichten gegen ihre Macht und
große Gewalt! — Pfleget daher die Bäumchen, daß ihr Wuchs ein
himmelanstrebend gerader wird, und reiniget sie sorgfältig von allen
Auswüchsen. e) Winke zur Säuglingsernährung
Ed
Kap. 62 — DER HERR: Wie muß sich ein Mensch schon von seiner Geburt an
verhalten, oder wie muß er gehalten werden, damit er in der Reife seiner
Jahre jene geistige und leibliche Diätordnung beachten kann, durch die allein
es ihm möglich wird, ein ruhiges, hohes Alter zu erreichen und eben durch
dieses hohe Alter seiner Seele einen wahren, festen, für die Ewigkeit
dauernden Bestand zu sichern? Das
Kind, wenn es sich schon in der Wiege zeigt, daß es sehr empfindlicher Natur
ist und leicht durch allerlei Einflüsse gereizt werden kann, sollte durch
solche Mittel genährt werden, die das Blut nicht erhitzen, sondern nur sanft
kühlend herabstimmen. Säugt
die Mutter das Kind an der Brust, so enthalte sie sich von geistigen
Getränken und hauptsächlich von Gemütsbewegungen; denn durch alles das setzt
sie Spezifika in ihre Brust, die eine Nahrung des Zorngeistes sind — kurz und
gut, sie enthalte sich von solchen Speisen und Getränken, die zu sehr die
Galle erzeugen oder die schon erzeugte aufrütteln. Hülsenfrüchte, besonders
Bohnen, sind einer solchen Mutter durchaus nicht zu empfehlen, wohl aber
mäßige Fleischbrühen, auch Braten vom Fleische reiner Tiere und Mehlspeisen
von Weizen, Roggen und weißem Mais; auch Wassergerste oder Reis ist einer
solchen gedeihlich, in nicht fetter Milch gekocht. Wenn
aber eine Mutter das Kind nicht selbst säugt, sondern es an der Brust einer
sogenannten Amme trinken läßt — was zwar nie recht gut ist —‚ da soll fürs
erste die Amme wohl erkannt sein, wessen Geistes Kind sie ist, und hat sich's
herausgestellt, daß sie eine gute und sanfte Seele ist, so muß sie dann fürs
zweite dieselbe Diät im Essen und Trinken und die Zügelung ihres Gemütes
ebenso beachten, wie solches der Mutter vorgeschrieben ist. Säugt
die Mutter oder die Amme das Kind, so soll es alsbald von der Brust entwöhnt
werden, wenn sich die ersten Zähne zeigen. f) Guter Rat für stillende Mütter
GrEv VI/80 — DER HERR: Ein junges Ehepaar hat schon ein Kind,
und zwar einen Knaben. Aber das kaum etliche Wochen alte Kind litt an bösen
Krämpfen, und zwar infolge eines Schrecks, den die junge Mutter noch im
Wochenbette dadurch erlitten hatte, daß in einem nachbarlichen Hause ein
Feuer entstand, das aber bald gelöscht wurde. Die jungen Eltern, wie auch
ihre noch lebenden Alten versuchten alles, das Kind von diesem Übel zu
heilen; aber da war alles vergebens. Als
Ich ins Haus trat und sie Mich wohl erkannten, da fielen sie vor Mir auf die
Knie nieder und sagten: "O Meister, Dich hat wahrlich Gott zu uns
geführt, auf daß Du heilest unser einziges Kind! Oh, wir bitten Dich
inbrünstigst darum! Daß Dir alles möglich ist, wissen wir schon lange." Sagte
Ich: "Stehet auf; denn es ziemt sich nicht, daß Menschen vor Menschen
sich auf die Knie werfen!" Sagte
das junge Ehepaar: "O Meister, wir wissen es aber, daß Du mehr bist als
nur ein Mensch, und so geziemt es sich wohl, daß man sich vor Dir auf die
Knie wirft! O hilf unserm Kinde!" Sagte
Ich: "Nun, nun, so stehet auf und bringet Mir das kranke Kind her!" Da
erhoben sich die Eltern schnell vom Boden und brachten Mir das Kind. Ich aber
legte ihm die Hände auf und segnete es, und im Augenblick wurde das Kind so
heiter und gesund, als ob ihm nie etwas gefehlt hätte. Darauf
sagte Ich zur jungen Mutter: "Du aber sei vorsichtig in der Folge! So
irgend etwas dein Gemüt stark erregt hat und du hast noch ein Kind an der
Brust, da laß das Kind so lange nicht saugen, bis dein Gemüt wieder in eine
völlige Ruhe zurückgekehrt ist! Denn mit der Muttermilch können allerlei Übel
im Leibe und sogar in der Seele der Kinder entstehen. Dies merket euch!" g) Erziehung von Brauseköpfen
Ed
Kap. 62 — DER HERR: Wenn Kinder erregbaren Wesens einmal gehen und reden
können, dann sollen sie mit allerlei mehr ruhigen und für das kindliche Gemüt
nützlich-erhebenden Spielereien beschäftigt wer den, und es sollte dabei
fortwährend die Aufmerksamkeit gehandhabt werden, daß solche Kinder sich nie
zu sehr erhitzen, weder durch Bewegung, noch viel weniger durch einen
Gemütsaffekt; es muß alles hinweggeräumt werden, was sie nur im geringsten
ärgern könnte. Wird
aber bei einem oder dem andern trotz aller Vorsicht bemerkt, daß nicht selten
Gemütsaufbrausungen vorhanden sind, da ist eine zweckmäßige Strafe nie zu
versäumen, welche jedoch nicht so geschwind mit Schlägen, sondern viel
wirksamer und gedeihlicher mit zweckmäßigem Fasten bei der Hand sein sollte;
denn nichts heilt den Zorn besser als der Hunger, und Hungernde sind am
wenigsten zu einer Revolution aufgelegt, während, wenn sie satt sind, ihnen
durchaus nicht zu trauen wäre. Sehr
gut für Kinder ist, wenn man sie dergleichen Ursachen wegen zu strafen hat,
daß man ihnen begreiflich macht und sagt, daß der himmlische Vater, weil sie
schlimm waren, ihnen kein Brot geschickt habe. Wenn sie aber wieder völlig
brav wurden und den himmlischen Vater um Brot bitten, so werde Er ihnen
gleich wieder eines geben. Dadurch werden dergleichen Kinder auf Gott
aufmerksam gemacht, und es wird sich ihrer jungen Seele stets tiefer
einprägen, daß sie in allem von Gott abhängt, und daß Er der getreueste
Vergelter ist für alles Gute und Schlechte. Sind
solche Kinder aber dann recht ruhig und sittsam geworden, dann soll es auch
nicht versäumt sein, ihnen recht begreiflich zu zeigen, wie der himmlische
Vater eine recht große Freude an ihnen hat und ihnen tagtäglich am Morgen,
Mittag und Abend zuruft: "Lasset diese lieben Kleinen zu Mir
kommen!" Wenn
die Kinderchen so geleitet werden, dann wird es späterhin wenig Anstände mit
ihnen haben; werden sie aber nicht also geleitet, so wird es schon etwas
schwerer sein, sie in späterer Zeit auf den rechten Weg zu bringen, und es
wird da das Sprichwort in Erfüllung gehen, laut dessen sich ein alter Baum
nicht mehr beugen läßt, außer manchmal durch Blitz und Sturm — wobei aber ein
solcher Baum selten ohne Schaden davonkommt. Sind dergleichen Kinder völlig
erwachsen und haben sie schon eine vollkommene Selbsterkenntnis erlangt,
zeigen aber noch hie und da merkliche Anzeichen übertriebener
Gemütsreizbarkeit, dann ist ihnen vor allem zu empfehlen, daß sie in allem
sehr mäßig leben, früh schlafen gehen, früh aufstehen, von geistigen
Getränken wie auch vom Fleische unreiner Tiere sich längere Zeit enthalten
und ja keine Orte besuchen, wo allerlei toller Spektakel zur schlechten
Belustigung der Zuseher aufgeführt wird, besonders aber jene Orte nicht, wo
getanzt und gespielt wird. Dergleichen muß von solchen Brauseköpfen auf
längere Zeit, wenn nicht bei manchen auf immer, gemieden werden. Sehr
gut ist für solche Menschen beiderlei Geschlechts auch, wenn sie bald
ehelichen. Denn die Brunst eines Brausekopfes ist viel ärger als die eines
sanften Menschen. Hauptsächlich aber sollen solche Menschen nebst einer
naturmäßigen Gesundheitspflege auch recht oft beten und geistige Bücher lesen
oder sich vorlesen lassen, wenn sie selbst nicht lesen können. Das wird ihre
Seele stärken und ihrem Geiste die Fesseln lösen, welcher leicht völlig frei
wird, wenn der gleichen Menschen Meine Liebe ergreifen. Denn weil solche
Menschen einer größeren Versuchung ausgesetzt sind als andere, so sind sie
aber auch eben darum Meiner Gnade um soviel näher. Eben diese Menschen sind
es, aus denen etwas Großes werden kann, wenn sie auf den rechten Weg gelangt
sind — weil sie den gerechten Mut in sich haben. Aus diesen Menschen werden,
geistig genommen, Schiffe und Paläste wie aus Eichenholz und Marmor gebaut in
Meinem Reiche. Aus Schwämmen und Schilf dagegen wird nicht leichtlich etwas
Besseres, als es ist in seiner Art. h) Rat für heranreifende Mädchen
G.M.
(v. 13.6.1872) — Mein lieber Sohn! Du hast dich an Mich gewendet, um Hilfe
und Rat zu erfahren wegen deiner kranken Pflegetochter. Um deinen Glauben zu
bestärken, will Ich dir auch antworten. Und so wisse denn, daß wenn man auf
einer Seite schadhafte Stellen ausbessert und auf der andern Seite wieder
Schaden verursacht, nichts Gutes herauskommen kann. Der
Arzt, welcher deine Pflegetochter behandelte und mittels Eisenpräparaten ihre
gestörten Unterleibsfunktionen regeln wollte und diese auch teilweise in
Ordnung gebracht hat, erreichte so wohl öfters seinen Zweck; allein, indem er
dieses Übel nur untergrub und ihm die Stütze raubte, hat er dasselbe nicht
vertilgt. Und sobald die Natur oder der ganze Organismus von der Schwächung
durch Arzneimittel sich erholt hatte, so zeigte sich das Übel wieder. Um
nun diesem Übel gänzlich den Garaus zu machen, muß Ich ein wenig mit dir in
weitere Einzelheiten eingehen, damit du auch Meine Heilmethode, das heißt die
wahre, richtig auffassen kannst. Siehe,
Mein Kind, das weibliche Geschlecht hat drei Hauptphasen in seinem Leben
durchzumachen, welche Veränderungen aber (zu mal in den jetzigen Zuständen)
nie so unbemerkbar vor sich gehen, und manchmal sogar, von andern organischen
Fehlern unterstützt, dem leidenden Körper verhängnisvoll werden können. Von
der Geburt an bis zur Entwicklung des jungfräulichen Alters ist das Mädchen,
obwohl schon mit allen Organen für ihren zukünftigen Beruf ausgerüstet, doch
eigentlich geschlechtslos, das heißt, es schlafen alle Triebe für spätere
Zwecke, und auch die dazu bestimmten Organe verhalten sich passiv, während
der übrige Teil des Körpers sich entwickelt. Sobald aber der Zustand des
jungfräulichen Lebens herannaht, tritt eine Veränderung aller Funktionen im
weiblichen Körper ein, um das aufblühende Mädchen zu dem geeignet zu machen,
wozu sie von Mir bestimmt ist, da ich das Weib als Fortpflanzungs-Organ der
Menschheit in die Welt setzte. Diese gänzliche Umwandlung bringt die zweite
Phase im weiblichen Körper- und Seelen-Komplex. Wenn dann die Jungfrau als
Weib ihre Mission erfüllt hat, so tritt im vorgerückten Alter die dritte
Phase ein, nämlich das Weib als Mutter geht wieder, wenigstens in ihren
inneren Funktionen, in die erste Phase der Geschlechtslosigkeit oder, besser
gesagt, in die fernere Unempfänglichkeit zurück! Da
das Eintreten in den Jungfrauenstand und auch das Austreten aus dem
Mutterschafts- oder gebärfähigen Zustande durch eine gänzliche Umwandlung in
den bis dorthin tätig gewesenen Funktionen bedingt ist, so treten dabei
häufig Störungen, krankhafte Erscheinungen und andere mißliche Symptome auf,
je nachdem das Individuum naturmäßig gelebt hat oder nicht (wobei natürlich
auch Konstitution und Veranlagung mitwirken). Denn diese Störungen beim
vorgerückten Alter, meistens von eigenen Fehlern herrührend, sind bei dem
ersten Eintreten in die empfängliche Zeit oft auch Schuld angeerbter oder von
Mutter auf Kind übertragener Fehler, sind aber ebendeswegen nur durch eine
gänzliche Umwandlung der bisher geführten Lebensart gründlich zu heilen. Denn
siehe, Mein Sohn, alles was den menschlichen Körper erhält, ihn aufbaut, von
ihm eingesogen und ausgeschieden wird, alles dieses ist Produkt der
Lebenskraft des Blutes. Wenn nun das Blut von verdorbenen Säften angefüllt
ist und dieselben an gesunde Organe abführt, was kann da anderes entstehen,
als daß das Organ dann selbst krank wird und seine Aufgaben nicht in dem Maße
erfüllen kann, wie es der ganze menschliche Organismus von ihm er heischt. In
den Organen aber tritt der Mangel an gesunder, naturgemäßer Nahrung und
Lebensweise erst sichtbar auf. Der
gewöhnliche Arzt will das Organ nun zumeist dadurch heilen, indem er es zu
größerer Tätigkeit reizt. Er vergißt aber dabei ganz, daß es im Grunde nicht
das Organ, sondern das in dasselbe einströmende Blut ist, welches diese
Störung hervorbringt. Und so gleicht er einem Manne, der in einem Kruge die
Löcher verstopfen will, die ein dahin einfließendes zerstörendes Element
verursacht, während er statt dessen den Inhalt mit andern Flüssigkeiten
austauschen sollte, wobei dann sein Flicken wohl eher nachhaltig sein würde. Nun,
deine Pflegetochter leidet eben an den Störungen der herannahenden Umwandlung
zum nächsten, reiferen Zustande. Und um dieselbe zu heilen, ihr dieses
Eintreten zu erleichtern und sie für den nächsten Zustand geeignet
herzustellen, mußt du auch daran denken, ihr Blut von unreinen Elementen zu
reinigen. Denn was sich an ihr zeigt, sind ja nur die unreinen Substanzen,
welche die Natur ausstoßen will! Das
Blut aber zu reinigen, heißt nicht medizinische Reinigungsmittel gebrauchen,
sondern das Kind auf die naturgemäße Lebensordnung zurückführen, von allen
reizbaren, verdorbenen Speisen fernhalten! So wird dann das Blut nach und
nach von den schlechten Stoffen gereinigt, führt den Organen bessere
Betriebsmittel zu, und die Ausscheidungen gehen natürlicher und auf geregeltere
Weise vor sich. Das Organ wird selbst wieder gesund (zwar langsam, aber
gründlich) und mit ihm alle anderen mitverbundenen Teile des ganzen
Organismus. Und
nun kommt, wie du es anfangen sollst, daß diese Reinigung sich
bewerkstelligen läßt! — Auch hier will Ich dir einen deutlichen Aufschluß
geben, um deine längst angewöhnten Vorurteile teilweise zu bekämpfen. Siehe,
"gut genährt" zu sein, viel und oft zu essen, ist nicht immer der
Gesundheit zuträglich! Der menschliche Körper braucht bei weitem weniger zu
seiner Erhaltung, als ihr im allgemeinen wähnet, daß in selben
hineingeschoben werden müsse. Die naturmäßige Lebensart, ohne zu viel Fleisch
von getöteten Tieren, ohne reizende Gewürze, ohne Kaffee, Wein oder Bier
würde die Menschen bei weitem gesünder erhalten, als bei nun üblicher
Lebensart die meiste Zeit eures Lebens mit Essen und Trinken zuzubringen. Deswegen
befolge du bei deinem Pflegekind eine naturgemäße Diät. Laß alles sogenannte
Nahrhafte, Reizbare hinweg, gib ihr schwarzes Brot und reife Früchte zu essen
— und das Übel wird sich verringern und mit der ganzen Folge von
Unterleibsstörungen mit der Zeit ganz verschwinden. Führe sie oft ins Freie!
Frische Luft (durch Sonnenlicht geläutert) und mäßige Bewegung in derselben,
beschleunigen und erleichtern die Ausscheidungen, stärken die Organe und
beleben das Blut. Dieses
sind Meine Medikamente, welche Ich für die Menschen schon seit undenklichen
Zeiten geschaffen habe. Und es ist nur euren eigenen, verkehrten Begriffen
zuzuschreiben, wenn ihr, statt mit Elementen und Ausflüssen der Liebe und
Gnade, als Mitteln aus geistigen Quellen, euch mit Arzneien aus der gröbsten
Materie, mit Giften und Säuren das Leben verkürzt und zugrunderichtet und
dadurch euch dem frühen Tode überliefert! Folge
Meinem Rat, und du wirst bald sehen, wer recht hat — eure Doktoren oder Ich,
der Allerwelts-Heiland! — Amen! i) Früchte schlechter und guter
Erziehung
GrEv IV/217 — DER HERR: Wenn Weltmenschen Kinder bekommen, so
werden diese unmöglich anders erzogen als nur in der Art, durch die ihre
Eltern zum Weltglücke emporgekommen sind, nämlich durch allerlei Weltklugheit
… Alles wird auf früheste Bildung und Schärfung des Verstandes verwendet,
dazu wird das Kind durch allerlei Geschenke und Auszeichnungen soviel wie
möglich angeeifert. Dabei wird es schon in der frühesten Zeit, zugleich mit
der Bildung des Verstandes, soviel wie nur möglich in der Selbst- und
Gewinnsucht geübt, trägt feine und geschmückte Kleider und kennt sich oft
schon im zehnten Lebensjahr vor lauter Hochmut nicht. Wehe einem armen Kinde
oder auch einem andern armen Menschen, der solch einem verbildeten Kinde die
gewünschte Ehre nicht bezeigt oder es etwa gar verhöhnt — der hat sich an
solch einem Kinde einen bleibenden Feind zugezogen! Wo ist aber dann bei solchen
Menschen noch an eine wahre innere Lebenskraft zu denken?! Wo ist da des
Menschen Herrlichkeit über die gesamte Natur und über die Elemente, aus denen
am Ende alles Geschaffene besteht und bestehen muß?! Wird
aber bei dem Menschen das Gemüt zuerst und vor allem gebildet, und kommt dann
erst eine ganz leicht zu bewerkstelligende und wirkungsreiche Ausbildung des
Verstandes hinzu, so wird der also geweckte Verstand zum lebendigen
Lichtlebensäther, der die Seele also umfließt wie der Lichtäther die Sonne
umflutet, aus dem heraus dann alle jene herrlichen Wirkungen zum Vorscheine
kommen, die ihr diese Erde allenthalben beleben sehet. Bei
der rechten Bildung der Seele des Menschen ist und bleibt die Seele ein
Inwendiges und ein Tätiges, und das, was ihr "Verstand" nennet, ist
die ausströmende Wirkung der inneren Tätigkeit der Seele. Das Außenlicht des
Verstandes erleuchtet der Seele alle noch so kritischen äußeren Verhältnisse,
und der Wille der Seele geht dann in dieses Außenlicht über und bewirkt wunderbar
alles Befruchten und Gedeihen. Denn weil also des Menschen Ordnung nach
Meiner Ordnung gestellt ist, so ist der Wille und das Vertrauen eben auch ein
aus Mir oder aus Meinem allmächtigen Wollen Hervorgehendes, dem sich alle
Kreatur fügen muß. Was dann solch ein geordneter Mensch will, das muß
geschehen im weiten Umkreise, weil die Außenlebenssphäre eines solchen
Menschen von Meinem Geiste durchweht wird, dem alle Dinge möglich sind. — *
— Ernährung
1. Gefahr unlauterer Speisen und
Einflüsse
GrEv X/54 — DER HERR: "Unlautere Geister — teils solche,
die schon einmal im Fleische in dieser Welt gelebt haben, größtenteils aber
solche Naturgeister, die noch niemals in ein Menschenfleisch eingezeugt
worden sind — gibt es allenthalben: in der Luft, auf und in der Erde, im
Wasser und im Feuer, in den Steinen, Metallen, Pflanzen, Tieren — und auch im
Blut und Fleische der Menschen. Darum sollen die Menschen auch nicht das
Fleisch erstickter und unreiner Tiere essen. Im
Notfall kann zwar auch das Fleisch von unreinen Tieren gegessen werden; aber
es muß zuvor wohl gereinigt, mit Salz und guten Kräutern gebeizt und darauf
mit guten Kräutern geräuchert werden, auf daß es von den unreinen Geistern
befreit werde. Das
Fleisch der Raubtiere aber ist für die Menschen auch bei aller der von Mir
euch angeratenen Vorsicht schädlich, da aus demselben die unreinen Geister
niemals völlig entfernt werden können. Ebenso
sollen die Menschen auch nicht das Wasser aus unreinen Quellen trinken und
sollen ihre Brunnen rein halten, wie das alles Moses in Meinem Namen den
Israeliten strenge anbefohlen hat. Wer
nach der Weisung des Moses dem Leibe nach lebt, der wird sich vor der
Besitzergreifung von seiten der argen und unlauteren Geister allzeit und
allenthalben verwahren, und das um so sicherer, so er lebendig an Mich und
Meine väterliche Fürsorge glaubt und alles in Meinem Namen anfängt, tut und
beendet. Ohne das aber ist er in jedem Augenblicke tausend Gefahren aller Art
und Gattung durch seine eigene Trägheit, Unwissenheit und Torheit ausgesetzt. So
Ich nicht durch Meine Engel die Menschen, die schon von Natur aus eines
bessern Sinnes und Willens sind, beschützen ließe, da würde es wohl wenig
unbesessene Menschen auf dieser Erde geben! Aber darauf sollen sich die
Menschen nicht allzusehr verlassen, weil Meine Engel dem Willen der Menschen
keine Zügel anlegen." 2. Ernährungsvorgänge
GrEv X/209 (zit. n. V.M.) — Alles, was vom Magen zur Ernährung
des Leibes aufgenommen wird, ist nicht so tot, wie es den Anschein hat. Denn
jede Nahrung besteht aus drei Teilen: einem grobmateriellen, einem
ätherischen und einem substantiellen Teil. Der materielle Teil der Speise ist
jener, der sichtbar und fühlbar ist, und sich in Mund und Nase durch seinen
Geschmack und Geruch den Sinnen kundgibt. Wenn Speise und Trank in den Magen
gelangen, so werden sie dort gewisserart zum zweiten Male verkocht. Es
entwickeln sich dabei zwei Hauptbestandteile, von denen der gröberstoffliche
durch das Blut zur Ernährung des Leibes, seiner Glieder, Eingeweide und
Muskeln überall dorthin geleitet wird, wo die Körperzellen einer Stärkung
bedürfen. Der
feinerstoffliche Bestandteil der Nahrung wird erst im unteren Magen, der in
zwölf Fächer abgeteilt ist, ausgeschieden. Hier wird auf dem Wege eines
eigenen Gärungsprozesses der ätherische Stoff der eingenommenen Nahrung aus
den stofflichen Zellhülsen ausgesondert und dient zur Belebung der Nerven,
weshalb man ihn den "Nervengeist" nennen kann. Das
ganz außerordentlich Fein-Ätherische aber, das die eigentliche Substanz jeder
Materie darstellt, wird (nach dem Vergärungsprozeß) durch die Milz auf einem
besonderen Wege in das Herz geleitet und geht von da aus völlig geläutert in
die Seele des Menschen über. Somit zieht auch die Seele von jeder
aufgenommenen Nahrung das ihr Verwandte an sich und wird dadurch in allen
ihren, dem stofflichen Leibe ganz ähnlichen Einzelteilen genährt und
gestärkt. (Daher der Einfluß der Ernährungsweise auch auf die seelischen
Qualitäten des Menschen! D.Hg.) Haben
die Speisen einmal das Wichtige an den Leib, an seine Nerven und an die Seele
abgegeben, so wird das eigentliche Unlautere der aufgenommenen
Belebungsmaterie durch die zwei natürlichen Gänge aus dem Körper geschafft.
Ist aber ein Mensch zum Schwelger geworden und genießt unmäßig Nahrung,
sowohl Speisen wie Getränke, so kann das Aufgenommene im ordentlichen
Verdauungsvorgang nicht mehr verarbeitet und abgesondert werden. Es gehen
dadurch noch viele unausgeschiedene Leibes-, Nerven- und Seelenbelebungsteile
in die Gedärme und andernteils über Leber, Milz und Nieren in die Harnblase
über, woselbst sie abermals Nachgärungen bewirken, aus denen sich allmählich
für Leib und Seele allerlei Krankheiten entwickeln. Mit den vielen tausend
Leckerbissen womit die Menschen heute ihren Magen füllen, nimmt eine große Anzahl
solch ungegorener Substanzen (an anderer Stelle Naturgeister genannt, weil
alles Substantielle der Nahrung geistig ist! D.Hg.)
oft den ganzen menschlichen Leib in Besitz. Diese geraten sodann miteinander
in einen ständigen Kampf, den der Mensch nur dadurch eine Zeitlang zu
beschwichtigen vermag, daß er zu bekannten Heilkräutern und -wurzeln seine
Zuflucht nimmt und mit deren Hilfe die Neigung der inneren Seelensubstanz zur
Revolution stillt. Aber eine solche Gesundheit ist nie von langer Dauer, und
nur wenn der Mensch wie einst bei einer einfachen und mäßigen Leibesernährung
verbliebe, würde er auch wieder bis ins hohe Alter gesund bleiben, wie
solches in den Urzeiten der Fall war … 3. Hauptregel: Einfachheit und
Mäßigkeit
H
II/245(8-16) — Henoch, der erste Hohepriester der Urzeit, zu dem bekehrten
König Lamech von Hanoch und dessen Gefolge: "Siehe, nicht allein vom
irdischen Brote lebt der Mensch, sondern viel mehr vom Worte Gottes! So du
aber ißest das natürliche Brot und wirst dadurch gesättigt und genährt, da
frage dich: "Warum und wie hat mich denn das naturmäßige Brot oder
überhaupt die naturmäßige Speise gesättigt und genährt? — und du wirst in dir
die allzeit vollgültige Antwort bekommen: "Weil auch all die naturmäßige
Leibeskost dem ewigen, allmächtigen Worte Gottes entstammt!" Nun
siehe, wenn dich aber schon das gefestete und hart gebannte Wort Gottes
sättigt und nährt, um wieviel mehr wird solches das freie, ungebannte,
lebendige Wort, frisch aus dem Munde Gottes gehend, zu bewirken imstande sein. Wir
alle entstammen dem Worte Gottes. Also kann es ja auch für uns ewig nichts
Ernährenderes und Sättigenderes geben als eben das lebendige Wort Gottes! Und
es lebt der Mensch nicht allein vom Brote und aller anderen weltlichen Kost,
sondern er lebt viel mehr von jeglichem Worte, das dem Munde Gottes
entstammt. Es
soll aber damit nicht gesagt sein, als solle der Mensch darum die natürliche
Kost nicht genießen, da sie doch Gott darum erschaffen und sogar sichtbar mit
uns gegessen hat. Nur zum Hauptbedürfnisse soll sie uns nicht werden! Siehe,
auch solches gehört in die Ordnung der göttlichen Dinge! Ich sage dir: Sei
allzeit mäßig im Genusse der naturmäßigen Kost, denn in ihr liegt eine große
Versuchung. … Wenn wir das natürliche Brot essen und die Früchte des
Erdbodens, so müssen wir dabei sehr behutsam sein, daß wir durch ihre grobe,
sinnliche Last nicht den unsterblichen Geist erdrücken! Denn solches magst du
schon an gefräßigen Kindern klar erschauen, wie sie durch ihre starke
Gefräßigkeit verdummen und dann zu nichts geistig Tüchtigem fähig sind.
Dagegen die stets mehr nüchternen Kinder werden bald feine Denker. Wie aber
solches leicht ersichtlich bei den Kindern der Fall ist, also ist es um so
mehr der Fall beim erwachsenen Menschen, da dieser ausgebildeter
Leidenschaften fähig ist, die dem Kind noch fremd sind. In
der natürlichen Kost nimmst du Naturmäßiges auf, und dieses wird in dir nicht
vergeistigt, sondern es vernaturmäßigt deinen
Geist. Aber im Worte Gottes nimmst du Geistiges auf, und dieses sättigt,
nährt und stärkt den Geist zum ewigen Leben. In der naturmäßigen Kost wird
der Leib genährt und der Geist gedrückt und zum Fasten genötigt; aber durch
die geistige Kost gewinnen beide: der Geist wird kräftig und mächtig und
seine Sinne endlos scharf, und der Leib wird dann durch den Geist
geschmeidig, genügsam, dauerhaft und wird kräftig erhalten wie ein gut
gewebtes Kleid aus feinen, aber in sich zähen und starken Fäden. In
der naturmäßigen Kost ruhen verdorbene Geister, und hat der Mensch deren zu viel
in sich aufgenommen, so werden sie des eigenen Geistes Meister und
untergraben seine Wesenheit gleich also, wie die argen Nagekäfer und
Nagewürmer einen Baum untergraben, seine Wesenheit zerstören und ihn endlich
ganz zugrunde richten. Die
geistige Kost aber ist dem Geiste ein belebender Regen vom Himmel, unter
welchem er gar bald zu einer herrlich kräftigen und wohlduftenden Blume des
ewigen Lebens erblühen wird." 4. Vom Segen einfacher Nahrung
GrEv X/182 — DER HERR: "Die Urmenschen, die in der ihnen durch
Meinen Geist gezeigten Ordnung und Einfachheit geblieben sind, wußten von
keiner dem Leibestod vorangehenden Krankheit etwas. Sie erreichten zumeist
ein sehr hohes Alter, wurden nie krank und schliefen am Ende ganz ruhig ein,
und ihre Seele empfand dabei keine Schmerzen und keine Todesangst. Ihre
Nahrung war aber auch immer eine gleiche und nicht heute so und morgen
anders. Zumeist lebten sie von Milch, Brot und guten und reifen Baumfrüchten.
Ein solches Gericht war ihr ganzes Leben hindurch ihre Leibesnahrung. Und zur
Stillung ihres Durstes diente das frische Quellwasser. Aus
diesem Grunde waren ihre Leibesnerven stets von denselben guten und
unschädlichen Seelensubstanzen genährt, und es konnte sich keine böse,
unreine und schädliche Seelensubstanz in den Leib hineinschmuggeln. Daher
blieben diese Menschen stets gleich kräftig und gesund, sowohl geistig als
auch leiblich." 5. Speisegebote des Vaters an die
ersten Menschen
H
I/17 — Essen sollet ihr gemeinschaftlich am Morgen, um die Mitte des Tages
und am Abend — aber allezeit sehr mäßig und stets in großer Furcht des Herrn,
nachdem ihr Ihm allezeit vorher und nachher gedankt habt, damit die Speise
gesegnet und ihr dadurch der Tod genommen werde. So
jemand dieses je unterlassen wird, der wird bald der üblen Folgen gewahr
werden. Wer es vergessen wird dreimal, den will Ich strafen mit einem langen
Schlaf. Wer es aber unterlassen wird aus einer trägen Faulheit, der soll dick
werden wie ein Ochse und fett wie ein Schwein und dumm wie ein Esel, und die
Kinder sollen seiner spotten und lachen aus vollem Halse über das Ekelhafte
seiner Gestalt. Und wenn er wird wieder werden wollen gleich den allezeit
Gehorsamen, so wird er müssen viel fasten und essen trockenes Brot. Wer es
aber unterlassen wird aus starrem Ungehorsam und aus Geringachtung dieses
Meines leichten Gebotes aus Liebe zu euch, über den wird kommen die Begierde
der Unzucht, da er leicht fallen wird in die Sünde und durch diese in den Tod
und zu bestehen haben wird einen großen Kampf gegen die starke Schlange der
Verführung Evas, und Ich werde ihn nicht ansehen früher, als bis er in großer
Reue gesiegt hat über sein Fleisch. Am
Morgen aber sollet ihr essen Früchte der Bäume; um die Mitte des Tages aber
sollet ihr essen vom Baume des Lebens, und am Abend sollet ihr trinken Milch
und Honig, den Ich für euch werde sammeln lassen auf den Ästen der Bäume von
vielen Tierchen der Luft des Himmels, die ihr "Celie"
(Bienen) benamsen sollet. Der Name "Celie"
aber heißt soviel als "Die Sorge des Himmels". Und am dritten Tage
vor dem Sabbat sollet ihr ein Schaf schlachten, es reinigen vom Blute, es
dann braten am Tage beim Feuer auf dem Steine und es essen am Abende
fröhlich. 6. Die einfachste, reinste und
gesündeste Kost
GrEv X/210 — Der Herr bezeichnet als gesunde Fleischkost:
Fische von guter Art, die in reinen Gewässern sich aufhalten, sind in der
einfachen Zubereitungsart, in welcher wir sie genossen haben, die
allergesündeste Kost für den menschlichen Leib. Fleisch ist nur von einigen
Hühnern und Tauben, dann vom gesunden und reinen Rind, sowie auch von Ziegen
und Schafen im vollkommen blutlosen Zustand, entweder gebraten oder gekocht,
als Speise zu genießen; das gebratene aber ist dem gekochten vorzuziehen. Das
Blut der Tiere soll von niemandem genossen werden. Wo
Fische nicht zu haben sind, da ist das Weizen- und Gerstenbrot an und für
sich die gesündeste Nahrung des Menschen, so wie auch die Milch von gesunden
Kühen, Ziegen und Schafen. Unter
den Hülsenfrüchten nehmen die Linsen den ersten Rang ein, wie auch zur
Bereitung des Muses der große persische Maisweizen. Das
ist und bleibt für den Menschen die einfachste, reinste und gesündeste Kost.
Alles andere, besonders im Übermaß Genossene ist für den Menschen schädlich,
besonders wenn es zuvor nicht jene Zurichtung bekommt, durch die das
Bös-Naturgeistartige völlig ausgeschieden wird. Das
genießbare Obst muß erstens vollkommen reif sein, in welchem Zustand man es
dann auch mäßig genießen kann. Es ist aber dennoch im gekochten, gebratenen
oder gedörrten Zustand gesünder als in seinem rohen, weil durch das Sieden,
Braten und Dörren die schlechten und noch ungegorenen Naturlebensgeister
hinausgeschafft werden. Dasselbe ist auch mit den Wurzeln der Fall. 7. Verschiedene Ratschläge und
Hinweise
GrEv IX/150(21) (NO, Bd. 2, S. 449) — DER HERR rät an
Fischvergiftung erkrankten Fremden: "Esset keinen Fisch, der im Wasser
gestorben ist, einen geschlachteten Fisch aber lasset keine halbe Stunde ohne
Salz, Thymian und Kümmel! Bereitet ihn dann auf die euch bekannte jüdische
Art, und ihr werdet vom Fieber verschont bleiben. Dasselbe beachtet bei
anderen Tieren, und esset auch kein faul werdendes Obst und kein
verschimmeltes Brot." GrEv VI/222(18) (NO, Bd. 2, S. 447) — DER HERR: "Das Blut,
besonders von erstickten Tieren, soll kein Mensch genießen, weil darin viele
böse Geister (Gifte) verborgen sind." GrEv II/218 — DER HERR: "Wenn du das Brot ißest, so wird
das materielle Mehl bald durch den natürlichen Gang wieder aus dem Leibe
geschafft. Das Keimleben aber geht als Geistiges sofort in das Leben der
Seele über und wird nach entsprechender Beschaffenheit eins mit ihr. — Das
mehr Materielle des Lebenskeimes aber, das ihm immer, wie das mosaische
Wasser dem Geiste Gottes, zur soliden Unterlage diente, wird Nahrung des
Leibes, geht endlich als gehörig geläutert auch in die Seele über und dient
ihr zur Bildung und Ernährung der seelischen Organe (d.h. deren Glieder,
deren Haare usw.) und überhaupt zur Bildung und Ernährung alles dessen, was
du vom Alpha bis zum Omega an einem menschlichen Leibe findest." J.L.
(ohne. Datum) — DER HERR: "Höre du, Mein lieber und sehr fleißiger
Abschreiber Meiner Liebesgaben für Geist, Herz und Verstand — du beklagst
dich immer über allerlei Schwächen deines Fleisches. Bald ist dein Kopf nicht
in der Ordnung, bald deine Füße, manchmal auch dein Magen, den du öfters
einer gewissen Blödheit beschuldigst. Aber siehe, das kann nicht anders sein;
denn du bist noch immer ein kleiner Schwelger und trinkst Bier und Wein
durcheinander, ißest dazu bald dies, bald jenes, was dir gerade dann und wann
schmeckt. Meinst du wohl, daß das deinem Leibe dient? O mitnichten. Das alles
ist ein Gift für deinen in den Jahren schon etwas vorgerückten Leib. Willst
du recht gesund sein und alt werden, so bleibe du schön fleißig bei der
Hausdiät! Bestelle dir abends zu Hause ein einfaches, dir gut schmeckendes
Abendmahl, aber nicht zu sauer noch zu stark gesalzen. Magst dabei auch etwas
Wein mit Wasser genießen und zuvor einen guten Gang ins Freie tun, so wirst
du gesund und stark verbleiben. Magst auch dann und wann an schönen Tagen
irgendwohin gehen, da ein guter Wein ist; aber das schlechte Lumpengesüff von einem Biere meide! Denn das hat alle
schlechten Eigenschaften, nur keine guten, besonders in dieser betrügerischen
Zeit, in der Hopfen und Malz rein verdorben sind. Aber
nicht nur für den Leib, sondern noch bei weitem mehr für die Seele und den
Geist ist das abendliche Gasthausschmausen bei Bier und Tabakdampf überaus
schädlich, da dabei durch die schlechte Kost in den Leib allerlei schlimme
Spezifika aufgenommen werden, die dann Seele und Leib trübe machen. Zu
dem aber gesellt sich noch die Nacht der Erde, in der auch das
allerschlechteste psychische Spezifikalgesindel in
den Luftraum der Erde aufsteigt und im selben wo und wie nur möglich durch
das Fleisch, da es augenblicklich durchdringt, die Seele mit allerlei Übeln
besudelt und nicht selten mit unkeuschen Gedanken und Begierden erfüllt. Siehe
du, Mein lieber N. N., Ich bin auch ein leiblicher Arzt. So du Meinem Rate
folgen wirst, dann wirst du stets recht gesund und stark in deinem Leibe wie
in deiner Seele sein, und dein Geist wird leicht Meister derselben werden.
" GrEv I/38(17) — Alle setzten sich nun, und ihrer waren viele,
das Morgenmahl zu nehmen, das in bester Milch und Honigbrot bestand.
Hierzulande wäre diese Art Frühstück eben nicht sehr köstlich zu nennen; aber
in dem Lande, das da sprichwörtlich von Milch und Honig überfloß, war das
wohl das köstlichste Frühmahl, besonders da der Honig des Gelobten Landes
wohl in der Welt der beste war und noch jetzt ist und ebenso auch die Milch
von keiner auf der Erde übertroffen wird. Nach dem Mahle wurde Obst
aufgestellt, und viele ergötzten sich daran und lobten Gott, der den Früchten
einen so köstlichen Geschmack und den Bienen die Fähigkeit verlieh, aus den
Blumen der Felder den so überaus süßen Honig zu saugen und ihn in ihre
kunstvoll erbauten Zellen zu tragen! JJ
252(3) — Es wurde auch für einen guten Trank gesorgt, den Joseph und die
Maria aus Wasser und Zitronensaft mit Beimischung von etwas Honig bereiteten. GrEv X/240 — DER HERR: "Von dem Fleische der erstickten
Tiere, wie es bei manchen Heiden gebräuchlich ist, soll der Mensch nichts
genießen, weil im Blute der Tiere gewisse ungegorene Naturgeister walten, die
für die menschliche Natur so gut wie Gift sind und daher auch das Blut beim
Menschen verunreinigen, ihn nur zu bald krank und zu andern Geschäften
unfähig machen. Siehe,
der Wein, so er ausgegoren ist und sich von aller Unreinigkeit gereinigt hat,
ist für jedermann zu seiner leiblichen Stärkung innerlich wie äußerlich
bestens anzuempfehlen! So aber jemand den neuen Most trinkt, aus dem die
unlauteren Naturgeister durch den Akt der Gärung noch nicht entwichen sind,
so ist dies Getränk für den Menschen schädlich. Daher soll man nur einen
alten und reinen Wein trinken und den Most so lange stehen lassen, bis er
sich gehörig gereinigt hat und zum wenigsten zwei bis drei Jahre alt geworden
ist." H
II/22(12,17) — DER HERR: "Glücklich seid ihr alle, da ihr als Kinder
dankbar esset das Brot aus Meiner Hand. Aber unaussprechlich glücklich ist
der, zu dem Ich komme als Gast, darum er hält für Mich in seinem Herzen einen
beständig wohlbereiteten Tisch und ein wohl schmeckendes Gericht auf
demselben und läßt nie ausgehen die Flamme auf Meinem Herde. … Wahrlich, so
Ich da unverhofft komme und treffe Meinen Gastwirt in der vollsten Tätigkeit
um Meinen Herd in Meiner Hütte — Ich sage: Wahrlich, seines Lohnes und seiner
Freude wird nimmerdar ein Ende werden!" DER
HERR: "Wem ihr immer Speise und Trank reichen werdet in Meinem Namen,
dem werdet ihr es also geben, als wenn ihr Mir Selbst ein Mahl bereitet
hättet! Ich aber werde es also ansehen und euch dafür segnen, als hätte Ich
Selbst das Mahl verzehrt." 8. Kost für Geistesmenschen
Ed
Kap. 35 — In den früheren Zeiten, in denen noch die Menschen viel einfacher
lebten als jetzt, gab es häufig solche, die das sogenannte doppelte (zweite)
Gesicht hatten und ganz naturgemäß in den beiden Welten lebten. Es könnten
auch Menschen in dieser heutigen Zeit gar leicht dahin gelangen, so ihre Kost
einfacher wäre. Aber zuallermeist schadet ihnen die gegenwärtig komplizierte
Kost. Mit der Kost verderben und verdummen sie ihre Natur so, daß in
derselben die Seele wie ein Vogel unter den Leimspindeln sich verwickelt und
verkleistert, daß sie unmöglich zu jener Regsamkeit und Gewandtheit gelangen
kann, in der ihr ein freier Auf- und Ausflug möglich wäre. Worin
bestand denn die Kost jener früheren, einfachen Menschen? Die Kost bestand
zumeist in Hülsenfrüchten, die ganz einfach weich gekocht, etwas gesalzen und
dann nie in heißem Zustand genossen wurden. So war auch einfaches Brot, Milch
und Honig ebenfalls eine uralte, einfache Kost, bei der die Menschen zumeist
ein sehr hohes Alter erreichten und fortwährend bis zum letzten Augenblick
ihres Lebens im Besitze des Zweiten Gesichtes waren. Wohl
kann jedermann dann und wann mäßig Wein genießen, jedoch nie soviel, daß er
sich berauscht fühlen würde. Fleisch
speisen sollten nur zu gewissen Zeiten, und da nie länger als sieben Tage
nacheinander, sehr mäßig und allzeit von frisch geschlachteten Tieren
genossen werden. Und da ist das Fleisch der Fische besser als das Fleisch der
Tauben; das Fleisch der Tauben besser als das der Hühner, das Fleisch der
Hühner besser als das Lämmerfleisch, dieses besser als das Ziegenfleisch und
dieses besser als das Kälber- und Rindfleisch — wie unter den Brotarten das
Weizenbrot das dienlichste ist. Jedoch soll von den angezeigten Speisen nie
mehr als eine mit etwas Brot genossen werden, so wie auch das Obst allzeit
nur mäßig und von bester Reife sollte genossen werden, desgleichen auch
einige Wurzelfrüchte, aber nur eine auf einmal. Bei
solcher Kost würde der Leib nie zu jener Wulstigkeit gelangen, in welcher er
träg, schläfrig und schwerfällig wird, daß dann die Seele zu tun hat, solch
eine schwerfällige Maschine in Bewegung zu erhalten, geschweige, daß sie sich
neben solch einer Arbeit noch mit etwas anderem beschäftigen könnte. Sehet,
so einfach lebende Menschen gab es in der früheren Zeit viele, und besonders
einfach lebten jene Menschen, die sich an Bergen ihre Wohnstätte errichtet
hatten. Diese Menschen hatten denn auch beständig das Zweite Gesicht, hatten
bei Tag und Nacht einen ganz natürlichen Umgang mit den Geistern und ließen
sich von ihnen in den mannigfachsten Sachen belehren. Die Geister zeigten
ihnen die Wirkungen der Kräuter und zeigten ihnen auch an, wo das eine oder
andere edle oder unedle Metall in den Bergen verborgen lag, lehrten sie auch
das Metall in den Bergen zu bekommen und durch Schmelzen und Schmieden zu
allerlei nützlichen Dingen brauchbar zu machen. Es war da selten ein Haus auf
den Bergen, das nicht seine eigenen Hausgeister gehabt hätte, die wie ein
anderes Hausgesinde ganz gewöhnlich zum Hause gehörten. Dadurch aber gab es
auch eine Menge Weiser, namentlich auf den Bergen, welche mit den geheimsten
Kräften der Natur, mit den Geistern nämlich, in der größten Vertrautheit
lebten — oder diese Kräfte oder Geister standen ihnen sozusagen fast allezeit
zu Gebote. 9. Vom Weingeist und anderen
Naturgeistern
GrEv VI/187 — DER HERR zu Seinen Jüngern: "Meine lieben
Freunde, es ist der Wein, im rechten Maße genossen, eine rechte Stärkung und
macht des Leibes Glieder kräftig und gesund. Aber so er übermäßig getrunken
wird, erweckt er die bösen Geister des Fleisches und betäubt die Sinne. Die
bösen Geister aber erwecken dann des Fleisches Lust, die da Unkeuschheit und
Unzucht heißt, durch die dann die ganze Seele auf langehin
unrein, darauf auch unmutig, zänkisch, träge und oft beinahe wie tot wird.
Darum beachtet auch im Trinken des Weines ein gerechtes Maß und ihr werdet
Ruhe haben in eurem Fleische! Denn
das Fleisch und das Blut eines jeden Menschen ist voll böser Naturgeister,
die darum böse genannt werden können, weil sie im Gerichte stehen; und
ständen sie nicht im Gerichte, so wären sie nicht euer Fleisch und Blut. Wenn
aber der Leib von euch genommen wird, so wird er auch alsbald darauf
aufgelöst werden, und seine Geister werden dann schon einer freieren
Bestimmung zugeführt werden. Aber
nicht nur in eurem Fleische, sondern auch in allen Elementen sind solche
Naturgeister die man noch lange nicht gut wird nennen können. Allein für den,
der schon durch Mich rein geworden ist, ist dann alles rein und gut durch die
Bestimmung, die es von Gott aus in sich birgt. Sehet,
ein Stein, der ganz tot da am Boden liegt, ist eigentlich nur scheintot!
Beleidiget ihn nur durch ein gewaltiges Schlagen und Reiben, und er wird euch
durch Funkensprühen schon kundtun, daß er pur aus gerichteten Natur-Geistern
besteht! Und leget ihr ihn in eine große Glut, so wird er weich werden und zu
fließen anfangen. Und wäre das nicht, wovon würden die Menschen sonst wohl
ihr teures Glas bereiten?! Also,
der bösen und ungegorenen Naturgeister gibt es allenthalben, wie es Körper,
Wasser und Luft gibt. Und das irdische Feuer ist nichts anderes als eine
Erlösung der schon reifer gewordenen Geister, die darauf schon wieder einer
höheren Bestimmung zugeführt werden. Es
ist jedoch ein großer Unterschied zwischen jenen bösen Geistern (Seelen
Verstorbener), von denen oft Menschen besessen werden, und den ungegorenen
Naturgeistern, aus denen die ganze Erde in allen ihren Teilen und Elementen
besteht. Aber diese Verwandtschaft und gegenseitige Beziehung haben sie doch,
daß ein Mensch, der seines Leibes Naturgeister nicht irgendwie zu sehr
erweckt, auch nicht leichtlich dem Leibe nach von den wirklichen, bösen
Menschenseelengeistern besessen wird. Eben
darum aber warne Ich euch denn auch vor aller Leidenschaftlichkeit. Sie ist
in sich eine Folge der Wachrufung der verschiedenartigen Fleisch- und
Blutgeister. Sind diese einmal zu wach, so gesellen sich dann auch bald die
sehr häufig noch in der unteren Erdregion sich aufhaltenden noch unreinen
Seelen verstorbener Menschen zu ihnen. Und geschieht das, dann ist ein
solcher Mensch im vollsten Ernste 'besessen'." 10. Vom Tabakrauchen und anderen
Torheiten
Ed
Kap. 59 — DER HERR: "Ich sage euch, und ihr könnet es für sicher
annehmen: Die meisten Krankheiten rühren bei den Menschen von ihrer
höllischen Einwohnerschaft her, der sie selbst den Weg in ihr Fleisch bahnen,
und es beginnen gar viele schon in der Jugend die Schule für die Hölle. Damit
sie aber ja nicht merken sollen, daß sie in ihrem Fleische fremde Gäste der
schmutzigsten Art beherbergen, so suchen diese Geister nicht nur allein das
Fleisch ihrer Hausherren so sinnlich als nur tunlich zu stimmen, sondern sie
wirken auch dergestalt auf die Seele, daß diese sich in allerlei weltlichen
Dingen sehr wohlzugefallen anfängt. Diese
weltlichen Dinge sind vor allem: die "Mode"! — Das reizende Fleisch
muß nach der Mode umhüllt sein, die Haare gebrannt, die Haut mit
wohlriechenden Spezereien eingerieben. Und bei den männlichen Individuen darf
der höllische Zigarrenzutzel nicht fehlen, und
mancher junge Modetölpel, wenn er nur einiges Geld besitzt, verraucht nicht
selten an einem Tag soviel, daß sich davon zehn Arme hinreichend Brot kaufen
könnten. Wisset
ihr aber auch, was diese Rauchmode zu bedeuten hat? Die bösen Einwohner
bemühen sich, die Seele schon bei Leibesleben an den höllischen Dampf und
Gestank zu gewöhnen, damit sie nach dem Austritt aus dem Leibe ihrer
stinkenden Gesellschaft nicht so bald gewahr werde und es auch nicht
allzubald empfinde, wenn diese saubere Gesellschaft sie ganz unbemerkt in die
dritte Hölle führt … Aus
dem aber könnt ihr leicht entnehmen, warum Ich zu öfteren Malen gegen das
höchst abscheuliche Tabakrauchen geeifert habe." 11. Diät-Hinweise
J.L.
Heilkr S. 11 — Im allgemeinen: Regelmäßigkeit in
allem, wie im Essen, Trinken, Schlafen, Baden, Waschen und Ausgehen. Im
besonderen: Enthaltsamkeit von allen sauren und gewürzten Speisen und
Getränken und besonders von Bier und Kaffee. Wenn noch irgendwo ein reines
Gersten- und Hopfenbier zu haben wäre, so wäre davon ein mäßiger Genuß nicht
gerade nachteilig, wenn auch nicht eben heilsam, obwohl es nur träge und sehr
herabstimmende Spezifika enthält. Aber ein Bier, wie es jetzt fast allgemein
verbreitet ist, nährt nicht und löscht nicht den Durst, sondern betäubt nur und
ist ein wahres Gift. Und
Kaffee ist beiweitem das schlechteste, was der
Mensch sich aus der Pflanzenwelt zu seinem Genusse erwählt hat. Diese Frucht
ist bloß für Pferde, Esel, Kamele und Dromedare und dergleichen Tiere auf der
Erde geschaffen und belebt dieselben und macht deren Nerven stark. Bei den
Menschen aber, die sie genießen, wirkt diese Feigbohne ganz entgegengesetzt;
bei ihnen verdirbt sie das Blut ungemein und erhitzt die Genitalien. Und es
macht auch nicht leichtlich etwas den Leib — besonders den weiblichen — für
eine heilsame Medizin unempfänglicher als eben der Kaffee. Frische
Mehlspeisen (Teigwaren) entweder in einer aus reinem und gesundem Fleisch
gewonnenen Brühe oder auch in frischer, guter, nicht zu fetter Milch gekocht,
sind — mäßig genossen — allen anderen Speisen vorzuziehen. Es können aber
auch — mit Ausnahme von Bohnen und Linsen — andere Lebensmittel wohl genossen
werden, zum Beispiel Grütze aus Mais, in Wasser oder Milch, als Suppen oder
Brei, gut gekochter Reis als weicher Brei, auch Hirsegrütze in obiger Brühe
oder Milch zubereitet. Auch gut gekochtes Fleisch schadet nicht, nur soll es
mit gekochtem Obst, Äpfeln, Birnen oder Zwetschgen genossen werden und zwar
mäßig, denn das Fleisch enthält Seelenspezifika gröberer und untergeordneter
Art. Durch das Obst werden diese gemildert und kommt solche Speise auch den
Kranken gut zustatten. Die
seelischen Nährspezifika der genießbaren Kräuter (Gemüse) und Wurzeln (auch
der Kartoffeln) sind noch viel unlauterer als jene im Tierfleische, und sind
während der Zeit medizinischer Behandlung hintan zu halten. 12. Das Vorbild des Herrn in der
rechten Ernährung
GrEv X/210 — DER HERR: "Will ein Mensch dem Leibe und der
Seele nach vollkommen gesund bleiben, so soll er von Kindheit an mäßig mit
einer reinen Speise genährt werden. Sehet
Mich an! Ich bin dem Leibe nach auch ein Mensch, esse und trinke aber nur
stets ein und dieselbe Speise und stille Meinen Durst mit ebenfalls einem
reinen, guten und gesunden Weine — aber allezeit mit dem gerechten Maß und
Ziele. Und was Ich jetzt genieße vor deinen Augen, das genoß Ich schon in
Meinen Kinderjahren, desgleichen auch die meisten dieser Meiner Jünger, die
nahezu sämtlich Fischer waren und von den Fischen lebten. Für den Überfluß
der gefangenen Fische bekamen sie Geld und kauften sich dafür die nötige
Kleidung, Brot, Salz und auch Wein, den sie mäßig mit Wasser genossen. Und
frage sie nun, ob je einer von ihnen irgendwann von einer Krankheit geplagt
worden ist bis auf den einen, den Ich dir nicht näher bezeichnen will. Ich
sage dir: Wenn die Menschen bei der ihnen durch den Propheten Moses
angezeigten Kost verblieben wären, so hätten bei ihnen die Ärzte mit ihren
Arzneien nie etwas zu tun bekommen. Aber so haben sie angefangen, gleich den
Heiden nach der Weise der Epikuräer ihren Leib mit hunderterlei sogenannten
Leckerbissen vollzustopfen und sind dadurch in kurzer Zeit in allerlei
Krankheiten verfallen." 13. Zur Frage des Vegetarismus
G.M.
(v. 12.9.1870) — Eine jede unnatürliche Todesart ist ein gewaltsamer Eingriff
in das von Mir organisierte Leben eines Tieres, und so geschieht bei diesem
Akte eine Zersetzung einer Menge Spezifika, die beim ruhigen Leben des Tieres
gebunden im Körper und Blute desselben schadlos schliefen. Durch den
gewaltsamen Tod wird das Blut wie auch das Fleisch des Tieres verändert. Es
gehen Prozesse vor, die dann teilweise durch den Läuterungsprozeß des Feuers
beim Kochen und Braten aufgehoben, aber nie ganz vertilgt werden, wodurch der
menschliche Körper, wenn nicht gleich, doch in der Folge gewisse auftauchende
Krankheiten solcher Nahrung zu danken hat, besonders bei Tieren, welche wie
die wilden durch Jagen und Ängsten in einer außerordentlichen Aufregung ihr
Leben aushauchen mußten. Ein
noch tieferer Grund in Bezug auf das Fleischessen liegt darin, daß die Tiere
jeder Art und Gattung ebenso verschieden in der Gemütsart sind wie die
Menschen. Denn es gibt friedliche und boshafte, streitsüchtige und gutmütige
Tiere. Daß das Fleisch des einen von dem des andern demnach ebenfalls himmelweit
unterschieden sein muß, versteht sich von selbst. Wer
also des Fleischessens sich enthalten kann oder dasselbe nur so mäßig als
möglich gebraucht, bewahrt sich auf diese Art vor einer Menge geistiger
Spezifika oder Elemente, die ein anderer gedankenlos in seinen Magen schiebt.
Aber was sein Geistiges betrifft, gewinnt er nur soviel, daß der eine seiner
Seele einen gesunden Körper darbietet, während der andere leichter von
Krankheiten und Übelständen geplagt ist, deren Grund er sich nicht zu
entziffern weiß. Wenn
ihr durchdrungen seid von dem schönen Geiste des Mitleids und wollet einem
Tiere nicht das Leben nehmen, bloß um sein Fleisch nicht in euer eigenes zu
verkehren, so tut ihr gut daran. Denn von allem, wovon der Mensch als
geistiges Wesen überzeugt ist, soll er nicht das Gegenteil tun, weil solches
nur schädlich auf ihn einwirken kann. Daß aber das Fleischessen nun so ganz
verboten und aus den Nahrungsmitteln des Menschen verbannt werde, ist
deswegen nicht nötig. Wenn Ich solches gewollt hätte, so hätte Ich ja eure
körperliche Beschaffenheit so einrichten können, daß ihr, wie zum Beispiel
der Ochs, der Esel, das Pferd, nichts anderes vertragen könntet als nur Gras
und Kräuter oder Vegetabilien oder Früchte allein. Da Ich aber den Menschen
zum Herrn der Welt machte, so gab Ich ihm auch einen Körper, welcher ihn dazu
geeignet machte, in allen Klimaten und von allen Produkten leben zu können. Da,
wie es sich von selbst versteht, das Zuviel schädlich ist, so hat der Mensch
auch, neben der Fähigkeit, alles zu genießen, seinen Verstand erhalten, um
das rechte Maß und Ziel in dieser Hinsicht zu bewahren. Ich gab ihm die
Mittel und die Befähigung alles zu genießen, aber Ich wollte nebenbei auch in
ihm den Grund legen, seine Gelüste und Begierden zu bekämpfen und nicht den
Magen als seinen Gott zu erklären! Dieses Bekämpfen, welches Mir geistig das
Erste Wichtigste ist, liegt als Grundprinzip in eurem Vegetarismus. Es stärkt
eure Seele durch Kampf, erhält euren Leib bei mäßiger Kost gesund, damit er
so als tüchtiges Werkzeug der Seele diene! 14. Zur Frage der Fleischkost
GrEv V/239 — DER HERR: "Im Notfalle kannst du aller Tiere
Fleisch essen, und es wird dir gut dienen. Denn alle Nahrung, die zu nehmen
ein Mensch durch die Not gezwungen wird, ist von Mir aus gereinigt — nur muß
er dabei eine noch größere Mäßigkeit beachten. Das Fleisch der Schweine ist
gut; aber es muß das geschlachtete Tier sehr gut ausbluten, dann sieben Tage
lang in Salz und Essig mit Thymiankräutern eingeschwert
liegen. Darauf nehme man es aus solcher Beize, trockne es mit Linnen gut ab
und hänge es dann einige Wochen lang in den Rauch von gutem Holze und
Kräutern, bis es völlig hart und ganz trocken wird. So man es dann genießen
will, so siede man es zuvor in halb Wasser und halb Wein mit Thymian und
Steinwürzlein (Petersilie), und man wird damit ein gutes und gesundes
Nährmittel auf dem Tische haben; doch müssen diese Tiere stets im Winter
geschlachtet werden. Wie
da aber mit den Schweinen, so ist auch mit den andern unreinen Tieren zu
verfahren, so ihr Fleisch bei mäßigem Genusse dem Menschen nicht schaden
soll. Wie aber mit den Landtieren, ebenso auch mit dem verschiedenartigen
Gevögel der Luft und mit dem mannigfachen Getier in den großen Meeren!" — *
— Fasten und Asketentum
1. Vom rechten Fasten
GrEv VII/85 — DER HERR: "Durch ein rechtes Fasten und
Beten zu Gott wird die Seele zwar freier und geistiger, aber selig wird
niemand durchs pure Fasten und Beten, sondern nur dadurch, daß er an Mich
glaubt und den Willen des Vaters im Himmel tut, wie Ich euch solchen verkünde
und verkündet habe. Das kann aber jedermann auch ohne die gewissen Fasten und
ohne das Sichenthalten von gewissen Speisen und Getränken. Wer
aber irgendeinen Überfluß hat und übt wahrhaft die Nächstenliebe, der fastet
wahrhaft, und solch ein Fasten ist Gott wohlgefällig und dem Menschen zum
ewigen Leben dienlich. Wer viel hat, der gebe auch viel, und wer wenig hat,
der teile auch das Wenige mit seinem noch ärmeren Nächsten, so wird er sich
dadurch Schätze im Himmel sammeln! Das Geben aber ist schon an sich seliger
als das Nehmen. Wer
aber vor Gott wahrhaft und zum ewigen Leben der Seele verdienstlich fasten
will, der enthalte sich vom Sündigen aus Liebe zu Gott und dem Nächsten, denn
die Sünden beschweren die Seele, daß sie sich schwer zu Gott erheben kann. Wer
da gleich den Pharisäern und anderen Reichen Fraß und Völlerei treibt und für
die Stimme der Armen taub ist, der sündigt gegen das Fastengebot, also auch
ein jeder Hurer und Ehebrecher. Wenn
dich das üppige Fleisch einer Jungfrau oder gar das des Weibes eines andern
anzieht und verlockt, so wende deine Augen ab und enthalte dich der Lust des
Fleisches, und du hast dadurch wahrhaft gefastet! Wenn
dich jemand beleidigt und erzürnt hat, dem vergib; gehe hin und vergleiche
dich mit ihm, und du hast dadurch gültig gefastet! Wenn
du dem, der dir Böses zugefügt hat, Gutes erweisest und den segnest, der dir
flucht so fastest du wahrhaft. Was
zum Munde eingeht zur Ernährung und Kräftigung des Leibes, das verunreinigt
den Menschen nicht; aber was aus dem Munde kommt als Verleumdung,
Ehrabschneidung, unflätige Worte und Reden, böser Leumund, Fluch, falsches
Zeugnis und allerlei Lüge und Gotteslästerung, das verunreinigt den Menschen.
Und wer solches tut, der ist es, der wahrhaft das wahre Fasten bricht. — Denn
wahrhaft fasten heißt, sich selbst in allem verleugnen, seine ihm zugewiesene
Bürde geduldig auf seine Schultern legen und Mir nachfolgen; denn Ich Selbst
bin von ganzem Herzen sanftmütig und geduldig. Ob
aber jemand dies oder jenes ißt, um sich zu sättigen, ist einerlei; nur soll
ein jeder darauf sehen, daß die Speisen rein und auch gut genießbar sind. Besonders
sollet ihr mit dem Fleischessen behutsam sein, so ihr am Leibe lange und
dauernd gesund bleiben wollet. — Das Fleisch von erstickten Tieren dient
keinem Menschen zur Gesundheit, da es böse Geister in den Nerven des Leibes
erzeugt. Und das Fleisch der als unrein bezeichneten Tiere ist nur dann als
gesund zu genießen, wenn es so zubereitet wird, wie Ich euch solches schon
angezeigt habe. Wenn ihr, Meine Jünger, aber in alle Welt unter allerlei
Völker in Meinem Namen hinausziehen werdet, da esset, was man euch vorsetzen
wird! — Esset und trinket jedoch nie über ein rechtes Maß, so werdet ihr die
rechte Faste halten. Alles andere aber ist Aberglaube und eine große Torheit
der Menschen, von der sie erlöst werden sollen, wenn sie es selbst
wollen." 2. Vom Schwelgen und von rechter
Selbstverleugnung
GrEv I/207 — DER HERR: "Das Schwelgen und Prassen macht
die Seele sinnlich und materiell. Sie wird überladen, der Leib kann nicht
allen Unflat der Seele aufnehmen, und die Folge ist, daß der Unflat in der
Seele bleibt, sie drückt und ängstigt, so daß sie dann alle Mittel und Wege
in Anspruch nimmt, den zu sehr gehäuften Unflat aus sich zu schaffen. Die
Wege sind dann: allerlei Unzucht, Hurerei, Ehebruch und derartiges mehr. Weil
aber derlei der Seele einen gewissen Lustreiz gewährt, so wird sie darauf
stets lüsterner und verlegt sich noch mehr aufs Schwelgen und Prassen, wird
endlich ganz sinnlich und in geistigen Lebensdingen vollends finster, hart,
gefühllos und am Ende böse, stolz und hochmütig. Denn wenn eine Seele ihren
geistigen Wert aufgrund der nun gezeigten Lebensweise verloren hat und sonach
geistig tot geworden ist, so fängt sie an, sich buchstäblich aus ihrem Unflat
einen Thron zu errichten, und findet am Ende sogar eine Ehre und ein Ansehen
darin, daß sie so unflatreich ist." 3. Verschiedene Ratschläge und
Hinweise
GrEv IV/167(12,14) (NO, Bd. 2, S. 480) — DER HERR zu unzeitig
Fastenwilligen: "Der Leib braucht seines zeitlichen Fortbestehens wegen
ebenso eine Nahrung und Stärkung wie die Seele, wenn sie in der Erkenntnis
und in der Kraft des Willens wachsen soll. Ein übertriebenes und grundloses
Fasten ist daher ebenso eine Torheit und kann sogar zur Sünde werden wie ein
allzu üppiges Schwelgen. Wer in der wahren Ordnung leben will, der sei mäßig
in allem; denn jedes Unmaß muß mit der Zeit für Leib, Seele und Geist
nachteilige Folgen haben. Esset und trinket darum ganz wohlgemut und seid
dabei heiteren und dankbaren Gemütes!" GrEv V/222(6-7) (NO, Bd. 2, S. 480) — DER HERR: "Es gibt
Menschen, die allerlei Fasttage streng halten in der Meinung, sich dadurch
das Himmelreich zu verdienen; diese aber werden sich sehr irren! Ich will damit
nicht sagen, daß ihr Schwelger, Prasser und Säufer werden sollt, sondern ihr
sollt allezeit mäßig sein in allem!" Lao,
Kap. 2(4-6) (NO, Bd. 2, S. 482) — Paulus an die Gemeinde zu Laodizea:
"Wenn jemand sagt, lehrt und begehrt: 'Diese und jene Speise darf nicht
gegessen werden, da sie unrein ist nach Moses!' —‚ da entgegne ich: Moses und
die Propheten sind in Christo erfüllt und vom Gesetz befreit worden; uns aber
hat der Herr keine Speise verboten, indem Er Selbst aß und trank mit Sündern
und Zöllnern und hat ausgerufen: 'Was du ißest, verunreinigt dich nicht; aber
was da kommt aus deinem Herzen — als: arge Reden und Begierden, das
verunreinigt allezeit den Menschen!" GrEv VII/156(4-7) (NO, Bd. 2, S. 480) — DER HERR: "Der
Mensch kann sich wohl von der Welt ganz absondern gleich den Einsiedlern von
Karmel und Sion, die kein Weib ansehen und sich kümmerlich von Wurzeln,
Beeren, wildem Honig und Johannisbrot ernähren. Auch verschneiden sie sich
sogar des Reiches Gottes wegen, weil sie dann in keine Versuchung geraten,
ein Gebot zu übertreten. Aber zu wessen Nutz und Frommen alles?! Ich sage es
euch: Das nützt ihnen nichts und den anderen Menschen auch nichts! Denn Gott
hat dem Menschen die verschiedenen Kräfte, Anlagen und Fähigkeiten nicht
darum gegeben, daß er sie in einer Klause als Einsiedler verschlafe, sondern
daß er nach dem geoffenbarten Willen Gottes tätig sei und damit sich und
seinem Nächsten nütze! — So hat Gott zu dem Menschen auch niemals gesagt:
'Verstümmle und verschneide dich, auf daß dich das Fleisch des Weibes nicht
reize!', sondern Gott sprach zu Adam, als Er ihm das Weib gab: 'Gehet hin,
vermehret euch und bevölkert die Erde!' Und bei Moses heißt es: 'Du sollst
nicht Unzucht und Hurerei treiben, sollst nicht begehren deines Nächsten Weib
und nicht ehebrechen!' — Der Mensch muß also in der Welt wirken und
freiwillig ihren bösen Verlockungen widerstehen. Dadurch wird die Seele
stark, und die Kraft des Geistes Gottes wird sie durchdringen!" GrEv VII/141(15) (NO, Bd. 2, S. 483) — DER HERR: "Wenn
jemand gesündigt hat, so vergleiche er sich mit dem, gegen den er sündigte,
und sündige in der Folge nicht wieder, dann werden ihm seine Sünden auch
vergeben. Aber durch Beten, Fasten und Kasteien werden niemandem seine Sünden
nachgelassen, solange er sie selbst nicht läßt." GrEv VIII/42(3) (NO, Bd. 2, S. 481) — DER HERR: "Fort mit
Sack und Asche, fort mit dem Kasteien und Fasten, mit der Opferung der Böcke
und mit allen anderen Tempelopfern wegen der Vergebung der Sünden; denn sie
haben vor Mir nicht den geringsten Wert! Aber dafür herbei mit einem festen
und unbeugsamen Willen zur wahren, inneren Lebensbesserung! Herbei mit der
lebendigen Liebe zu Gott und zum Nächsten und mit dem vollen Glauben an Gott
und Seine Menschwerdung in Mir! Denn nur das heiligt den Menschen und macht
stark die Seele in Meinem in ihr waltenden Geiste!" H
I/99 — Höre! Wer hat dir die Fasten auferlegt? Warum ißest du nicht, so es
dich hungert? Hat Jehova dir solches anbefohlen? Oder welchen Dienst glaubst
du Gott dadurch zu erweisen, so du, dich selbst strafend, fastest und
ankämpfest gegen deine eigene Natur. Gott
hat den Menschen nicht dazu geschaffen, daß er sich selbst unhaltbare
törichte Gesetze vorschreibe. Sondern er soll leben der göttlichen Ordnung
gemäß, soll essen und trinken nach nötigem Bedarf des Leibes und soll Gott
erkennen und Ihn über alles lieben und seinen Nebenmenschen wie sich selbst.
Siehe, das ist alles, was Gott von dir und euch allen verlangt, und Er gibt
euch kein anderes Gebot als das der Liebe. Wisse in deinem Herzen, daß Gott
keine Freude hat an deiner törichten Knechtschaft, sondern nur an deiner
Liebe und Freiheit! — *
— Aus der Kindheit Jesu
1. Fröhliches Morgenmahl
JJ
Kap. 228 — Als sich nun alles am Speisetische befand, da wurden auch sobald gar
schmackhaft zubereitete Fische auf den Tisch gesetzt. Und Cyrenius
verwunderte sich hoch, wie denn der Joseph schon in aller Frühe eine solche
Menge ganz frischer Fische hatte bekommen können. Und Joseph zeigte auf den
großen Jonatha und sprach etwas scherzhaft:
"Siehe, wenn man einen so großen Fischmeister zum Freunde hat, da
braucht man nicht weit zu greifen, und die Fische sind da!" Hier
lächelte Cyrenius und sprach: "Ja, da hast du wohl recht. Wahrlich, bei
solchen Umständen kann man allezeit frische Fische haben, und ganz besonders,
wenn man noch Wen in seinem Hause hat!" Und
Joseph hob seine Hände auf und sprach mit dem gerührtesten Herzen: "Ja,
Bruder Cyrenius, und noch Wen, Dessen wir alle ewig nicht würdig sein werden!
Dieser segne uns allen dieses gute Morgenmahl, daß es uns wahrhaft stärken
möge in unseren Gliedern und in unserer Liebe zu Ihm, dem
Allerheiligsten!" 2. Des Jesuskindleins Leibspeise
JJ
263(11-16) — … Alle begaben sich in das Speisezimmer, allwo das Frühstück der
Gäste harrte. Als aber Das Kindlein die Fische auf dem Tisch erblickte, da
lächelte Es und lief zu Salome und sagte zu ihr: "Aber wer hat dir denn
gesagt, daß Ich die Fische gern esse? Da hast du Mir eine rechte Freude
gemacht! Denn siehe, das ist vor allem Meine Leibspeise! Ich esse wohl auch
die Honigkuchen gerne, wie auch die Fischbrühe mit Weizenbrot, aber die
Fische sind Mir dennoch lieber als alle anderen Speisen." 3. Kalte Fische mit Öl und
Zitronensaft
JJ
Kap. 215 — Es begab sich alles wieder ins Haus und allda nach dem Willen des
Kindleins zum Tische. Die drei großen Fische lagen noch unangetastet da und
waren inzwischen kalt geworden, in welchem Zustande sie von den Juden zumeist
nicht genossen werden durften. Da aber die Sonne noch nicht untergegangen
war, so durften die Fische wohl noch genossen werden; nur mußten sie wieder
frisch übers Feuer gebracht und wohl erwärmt werden. Das
Kindlein aber sprach: "Joseph, laß diese Arbeit gut sein! Denn von nun
an sollen die Fische auch kalt genossen werden, wenn sie nur zuvor gebraten
sind. Laß aber anstatt des Wiederbratens Zitronen und gutes Öl bringen, und
diese Fische werden also besser schmecken, als so sie wieder gebraten
würden!" Joseph
befolgte sogleich den Rat des Kindleins und ließ einen großen Korb Zitronen
und ein tüchtiges Gefäß voll frischen Öles bringen. Cyrenius war der erste,
der sich ein recht tüchtiges Stück vom Fische nahm und Öl und den Saft einer
Zitrone darauf gab. Und als er zu essen begann, da konnte er nicht genug den
Wohlgeschmack des also zubereiteten Fisches rühmen. Hier
lächelte Das Kindlein und sprach gar freundlich: "Der Herr ist der beste
Koch!" Und da kann man schon auch einen kalten Fisch mit Zitronen und Öl
genießen. Und das darum, weil der kalte, aber doch gut gebratene Fisch gleich
ist dem Zustande der Heiden, der Zitronensaft gleich der sie einenden und
zusammenziehenden Kraft aus Mir und das Öl gleich Meinem Worte an sie.
Verstehst du nun, warum der Fisch also besser schmeckt?" Alles
ward darob gerührt und wunderte sich hoch über des Kindleins Weisheit. 4. Gott wohlgefällige Gäste
JJ
141(11-24) — Es berief aber Das Kindlein den Cyrenius zu sich und sprach zu
ihm: "Cyrenius, viel hast du getan, um Joseph, dem reinsten Mann der
Erde eine Freude zu machen. Siehe, du gibst heute ein großes, gar herrliches
Gastmahl. Was drei Weltteile nur immer Bestes und Edelstes hervorbringen, ist
heute hier vereint! Daran tust du auch wohl. Denn fürwahr, eine größere Ehre
widerfuhr durch alle Ewigkeit und Unendlichkeit auf keiner Welt einem Hause —
als nun dem deinen! Denn du hast in Mir nun vor dir, Den, vor welchem alle
Himmelmächte ihr Antlitz verdecken! Aber
eines hättest du bald vergessen! Sende hinaus deine Diener, und sie sollen
allerlei Arme, Blinde, Lahme, Krüppel und bresthafte Menschen hierher bringen!
Für diese laß auch einen Tisch decken und sie festlich bewirten. Und siehe,
also wird dann alles in Ordnung sein." Der
Cyrenius küßte darauf das Kindlein und befolgte sogleich dessen Rat. Und im
Verlaufe einer Stunde war der Saal mit Armen gefüllt. — *
— Tischgebet, Segensverheißung,
Liebesmahl
1. Tischgebet
RBL
II/254 — Lieber, heiliger Vater! Du bescherest allen Menschen auf Erden
Speise und Trank. Die da vor dem Genießen der Speisen zu Dir in ihrem Herzen
kommen und Dir danken und um Deinen besonderen Segen flehen, die werden von
der Speise dann auch wahrhaft genährt. Die aber meinen, so etwas sei gar
nicht mehr nötig, denn eine Speise, die einmal auf dem Tische sich befindet,
sei ohnehin schon gesegnet und es sei eine abergläubige Dummheit, die Speise
noch einmal nachgesegnet haben zu wollen — denen gereicht sie zu keinem
Segen, weder leiblich noch geistig. Denn man kann Dich nie genug loben,
lieben, preisen und Dir danken, und die Fülle Deines Segens kann niemandem
Schaden bringen. — Darum segne uns Deine Gaben, o Du heiliger Vater! 2. Segensverheißung
GrEv IX/11(11) — Einem von schwerem Magenleiden Geheilten
empfiehlt DER HERR: "Bitte im Herzen Gott vor dem Essen, daß Er dir und
allen Menschen die Speisen und den Trank segnen möge. Und Er wird solche
Bitte allezeit erhören. Und dir wird dann jegliche für die Menschen bestimmte
Speise wohl dienen und deinen Leib wahrhaft nähren und stärken." 3. Liebesmahl
GrEv IX/166 — DER HERR: "Ihr wisset, daß alle Priester —
die jüdischen so gut wie die heidnischen — gewisse äußere Heiligungs- und
Reinigungsmittel haben, deren Annahme und Gebrauch sie ihren Bekennern
aufdringen unter Bedrohung mit allen Schrecknissen und ärgsten zeitlichen und
ewigen Strafen. Ich aber sage euch: Mit all dem soll es bei euch für alle
Zukunft sein vollkommenes Ende haben! Und Ich werde den, der sich auch in
Meinem Namen solcher Mittel zur Heiligung und Reinigung bedienen möchte, mit
zornigen Augen ansehen. Es genügt, daß ihr den, der Meine Lehre im Herzen
angenommen hat, in Meinem Namen taufet und ihm einen Namen der Ordnung wegen
gebet, und Ich werde ihn stärken. Dann
möget ihr auch in Meinem Namen und in Meiner Liebe denen, die an Mich
lebendig glauben und Meine Gebote halten, von Zeit zu Zeit, so ihr es habt,
Brot und Wein geben zu Meinem Gedächtnisse. — Wo ihr ein solches Liebesmahl
unter euch halten werdet, da werde auch Ich unter euch, bei euch und in euch
sein, wie nun mit Fleisch und Blut. Denn das Brot, das eure Liebe zu Mir
bieten wird, wird gleich sein wie Mein Fleisch und der Wein wie Mein Blut,
das bald für viele wird vergossen werden. Das
allein genüge euch als ein äußeres Zeichen, das aber nur durch die Liebe
einen rechten Wert vor Mir überkommen wird." — *
— Bekleidung, Erholung und Schlaf
1. Bekleidung
GrEv VI/123(17) — Gott hat den Menschen erschaffen ohne Kleid
und erschuf ihn nach Seinem Ebenmaße, und Gott gefiel also die Gestalt des
Menschen, weil sie Sein Ebenmaß war. Gott zeigte dem Menschen auch, sich ein
Gewand zu machen, damit er seine Haut vor Kälte schützen könne. Aber darum
lehrte Gott die ersten Menschen nicht, sich Kleider zu machen, daß sie
dieselben als eine hoffärtige Zierde ihrer Glieder tragen sollen. Und noch
weniger lehrte Gott den Menschen, sich darum ein verbrämtes Kleid zu machen,
daß er allein in selbem nur Gott würdig anbeten solle. — Darum kleidet euch
zwar nun nach eurem Stande, aber einfach, und leget auf den Rock und Mantel
keinen andern Wert als allein den, daß er bedecke den Leib. Was darüber ist,
das ist vom Übel und trägt keine guten Früchte. GrEv VI/128(15) — Etliche Arme sagen: "Herr, wir sind
nicht würdig, an eurem Tische zu sitzen, und unsere Bekleidung ist zu dürftig
und schmutzig für euch, die ihr Herren und wohlbekleidet seid!" DER
HERR erwidert: "Tuet das, was Ich euch lehre, dann wird bald auch eure
Bekleidung eine bessere werden! Der Mensch ist und bleibt, wenn sein Inneres
in der Ordnung ist, ein Mensch auch in den dürftigsten Kleidern." GrEv I/52 — DER HERR: Siehe die Maria, die Mutter Meines
Fleisches! Sie ist rein mit weißer Wäsche angetan und trägt darüber eine ganz
gewöhnliche blaue Schürze und sie ist damit gut genug bekleidet! Auf dem
Haupte trägt sie gewöhnlich einen viereckigen Sonnenschirm (Hut) so wie alle
andern Weiber, die Mir aus Galiläa und Judäa gefolgt sind. Und sie taugen
also gerade am besten für unsere Gesellschaft. Naturverbundenheit — keine
Verweichlichung!
GrEv III/211(3-9) — DER HERR: "Freund, Adam und seine
ersten Nachkommen hatten weder Zelte noch Hütten oder gar für alles ganz
bequem eingerichtete Häuser. Der Erde Boden und ein schattiger Baum war ihnen
alles, und sie ruhten gar viele Nächte unter dem freien Himmel und waren
gesund und stark. Nicht einmal eine Leibesdecke wußten sie sich anzufertigen;
ein Feigenlaubkranz zur Bedeckung der Scham war ihre ganze Leibesbekleidung,
und sie erreichten ein Alter von mehreren hundert Jahren! Nun
aber haben die Menschen alle Lebensbequemlichkeiten erfunden und sich für ein
verlorenes irdisches Paradies viele hundert tausende selbst geschaffen, und
sieh, jetzt sind hundert Jahre Alters ein Wunder geworden! Sieh, daran
schuldet die Verweichlichung der Menschen, die sich dadurch selbst der Natur
dieses Weltkörpers entfremden, der in allem die Bestimmung hat, die Menschen
zu tragen, zu ernähren und stark und gesund zu erhalten! Darum
sei du, Mein Freund, ums Nachtlager unbesorgt! Der gute und gesunde Boden
wird euch alle ganz wohl beherbergen! Wen einmal der Schlaf übermannt, der
ruht auf einem Kissen aus Stein ganz gut aus; geniert ihn der Stein unter dem
Haupte, dann ist der Mensch nimmer müde und der Ruhe bedürftig, und da kann
er sich schon wieder aufrichten und an die Arbeit gehen! Weiche
Betten machen die Menschen weich und benehmen ihren Gliedern die nötige
Kraft. Und ein zu langer Schlaf schwächt die Seele und des Leibes Muskeln.
Des Menschen Natur ist wie ein Säugling, den nichts so gut nährt wie der
Mutter Brust. Und jene Kinder, die lange von der Brust der kräftigen Mutter
die Nahrung erhielten — vorausgesetzt, daß die Mutter so naturgesund und
unverdorben ist wie eine Eva —‚ werden stark, und der Kampf mit einem Löwen
wird sie nicht ermüden. Im
gleichen Maße ist auch die Natur dieser Erde eine wahre Mutterbrust für die
Menschen, wenn sie sich von ihr nicht entfernen durch allerlei unnötige
Verweichlichungen. Moses
sagte: "Ehre Vater und Mutter, so wirst du lange leben, und es wird dir
wohlergehen auf Erden!" Damit bezeichnete Moses nicht nur den Zeugevater
und die Zeugemutter, sondern ebensogut auch die Erde und ihre stets neues
Leben gebärende Kraft. Dieser soll der Mensch auch nicht den Rücken zukehren,
sondern sie tatsächlich in hohen Ehren halten, und er wird jenen Segen dafür
erhalten, den Moses verheißen hat leiblich." 2. Erholung
a) Ruhezeiten in der geistigen Welt
GS
II/72 u. 6 — Auch der Geist hat ordnungsmäßig zu seiner Stärkung der
Ruhezeiten vonnöten — was der Herr schon bei der ersten Schöpfungsgeschichte
dadurch anzeigte, daß Er nach den bekannten sechs Schöpfungswerktagen einen
siebenten Ruhetag bestimmt hat. Und
zu den Zeiten Christi hat der Herr Selbst gezeigt, daß Er nach getaner Arbeit
gleich einem jeden andern Menschen geruht hat. So müssen auch die Geister
hier, in der geistigen Welt, Ruheperioden haben, in denen sie sich wieder zu
neuem Wirken stärken. Auch
hier, in den Himmeln, sind die allerseligsten Geister nicht in einem stets
gleich hohen Grade der innersten Weisheit aus dem Herrn, sondern darin findet
auch hier ein Zustandswechsel statt, welcher zu vergleichen ist mit dem
Wirkungsstande und dem darauf folgenden Raststande. — Im Wirkungsstande ist
ein jeder nach Bedarf mit der tiefsten Weisheit des Herrn ausgerüstet; im
Raststande aber bedarf niemand solcher Tiefe, sondern auch hier einer
gewissen Sabbatruhe in der stillen, heimlichen Liebe zum Herrn. b) Der Herr als Vorbild
GrEv IX/152 — Es fragten Mich einige Jünger: "Herr und
Meister, wir bemerken, seit wir um Dich sind, daß Du stets gut eine Stunde
vor dem Sonnenaufgange, auch zur Winterszeit, Dich ins Freie begibst und Dich
gleich uns Menschen an den Erscheinungen der Naturwelt erheiterst, und haben
schon oftmals darüber nachgedacht, wie Du an den Dingen und Erscheinungen auf
einem kleinen Flecke dieser Erde noch irgendein Wohlgefallen haben
magst!" Sagte
ICH: "Es ist ja doch alles, was da ist, Meine ewige Liebe, verkörpert
vor euren Augen! Wie sollte Ich dann kein Wohlgefallen an Meiner Liebe haben,
die doch von Ewigkeit her alles in allem ist?! — Daß Ich Mich aber stets
schon am frühen Morgen, wie oft auch bis in den späten Abend, gerne im Freien
befinde, das hat seinen doppelten Grund: Denn erstens sollet ihr daraus
lernen, wie auch in des Menschen Seele der geistige Morgen, ähnlich dem
dieser Erde, frühzeitig erwachen soll und dann, daß Ich Mich an solch einem
frühzeitigen Morgen im Menschen ebenso erfreuen werde, wie Ich Mich vor euch
sichtbar an jeglichem Naturmorgen erfreut habe. Und
zweitens aber sollet ihr aus Meinem steten und frühen Morgenbesuche die
Tätigkeit und den rechten Eifer kennenlernen und sollet Mir auch darin
gleichen und die Menschen, denen ihr Mein Evangelium predigen werdet, daran
wohl erinnern. Denn nur durch den rechten Eifer und durch eine frühe
Tätigkeit kann der Mensch zum wahren Reiche Gottes in sich gelangen und es
dann auch für ewig behalten. Daß Ich aber auch die Abende gerne im Freien
zubringe, dadurch zeige Ich euch an, daß der Mensch auch am Abende seines
Erdenlebens tätig sein soll, um das innere Lebenslicht zu kräftigen. Ihr
möget daraus ersehen, daß eine freie Ruhe am Abende dann erst zu einer wahren
Seligkeit wird, so man schon vom frühen Morgen an bis zum Abende hin vollauf
tätig gewesen ist." c) Gerechte Ruhe und Müßiggang
GrEv I/220 — DER HERR: "Was sich der Mensch mit seinen ihm
von Gott verliehenen Kräften nicht selbsttätig verschafft, das kann und darf
ihm auch Gott nicht verschaffen, ohne ihn zu richten! Darum seid denn nicht
eitel pure Hörer Meines Wortes, sondern eifrige Täter desselben, so werdet
ihr dessen Segnungen in euch wahrnehmen! Denn
das Leben ist ein Tun und kein Müßigstehen der Kräfte. Und so muß das Leben
auch durch die fortwährende Tätigkeit der sämtlichen Kräfte für ewig erhalten
werden. Denn in dem Sich-zur-Ruhe-Legen waltet kein bleibendes Leben. Das
gewisse Wohlgefühl, das euch die Ruhe beut, ist nichts als ein teilweiser Tod
der zum Leben erforderlichen Kräfte. Wer stets mehr und mehr an der tatlosen
Ruhe, besonders der geistigen Lebenskräfte, ein behagliches Wohlgefallen
findet, der schiebt sich dadurch stets mehr dem wirklichen Tod in die Arme,
aus denen ihn auch kein Gott leicht mehr befreien wird! Ja,
es gibt auch eine rechte Ruhe voll Lebens. Aber die ist in Gott und ist für
jeden Menschen ein unnennbar beseligendes Gefühl der Zufriedenheit, nach dem
Willen Gottes tätig gewesen zu sein. Dieses beseligende Zufriedenheitsgefühl
und die klare Erkenntnis, wahrhaft nach der Ordnung Gottes gleichfort
gehandelt zu haben, ist die bewußte rechte "Ruhe in Gott", die
allein voll Lebens ist, weil voll Tatkraft und Handlung. — Jede andere Ruhe,
die in einem Aufhören der Lebenskräfte besteht, aber ist, wie schon gesagt,
ein wahrer Tod insoweit, als die verschiedenen Lebenskräfte sich der
Tätigkeit entzogen haben. Wie
aber der Leib durch zu vielen Schlaf stets mehr und mehr tot wird, ebenso und
noch bei weitem mehr wird es die Seele, wenn sie mehr und mehr nachläßt in
ihrer Tätigkeit nach Meinem Worte und Willen. Wo aber der Müßiggang sich
einmal in eine Seele eingenistet hat, da nistet sich auch bald das Laster
ein. Denn der Müßiggang ist nichts als eine sich selbst wohltuende Liebe, die
jede Tätigkeit für jemand anderen flieht, weil sie im Grunde nur will, daß
alle anderen zu ihren Gunsten und Nutzen arbeiten sollen! Darum hütet euch
insbesondere auch vor dem Müßiggange! Denn der ist ein wahres Samenkorn für
alle möglichen Laster! Nach
getaner Arbeit ist eine mäßige Ruhe gut den Gliedern des Leibes, aber eine
übermäßige schlechter als gar keine." d) Lob der Tätigkeit
GrEv I/221 — DER HERR: "Nur Tätigkeit über Tätigkeit zum
allgemeinen Wohle der Menschen! Denn alles Leben ist eine Frucht der
beständigen und nie ermüdenden Tätigkeit Gottes und kann daher nur durch die
wahre Tätigkeit erhalten und für eine ewige Dauer bewahrt werden — während
aus der Untätigkeit nichts als der Tod zum Vorscheine kommt und kommen muß. Leget
eure Hände auf euer Herz und merket es, wie es in einem fort Tag und Nacht
tätig ist! Von solcher Tätigkeit aber hängt ja das Leben des Leibes ab. Wie
aber die Ruhe des leiblichen Herzens offenbar der volle Tod des Leibes ist,
also ist auch die Ruhe des Seelenherzens der Tod der Seele! Das
Herz der Seele aber heißt Liebe, und das Pulsen desselben spricht sich in
wahrer und voller Liebtätigkeit aus. Die unausgesetzte Liebtätigkeit ist
demnach der nie zu ermüdende Pulsschlag des Seelenherzens. Je emsiger das
Herz der Seele pulst, desto mehr Leben erzeugt sich in der Seele. Und wenn
dadurch ein hinreichend hoher Lebensgrad in der Seele sich erzeugt hat, so
daß er dem göttlichen, allerhöchsten gleichkommt, dann weckt solch ein
Lebensgrad der Seele das Leben des göttlichen Geistes in ihr. Dieser — als
pur Leben, weil die unermüdliche, höchste Tätigkeit selbst — ergießt sich
dann in die ihm durch die Liebtätigkeit gleichgewordene Seele, und das ewig
unverwüstbare Leben hat in der Seele seinen vollen Anfang genommen! Und
sehet, das kommt alles von der Tätigkeit, nie aber von einer faulen Ruhe her!
Daher fliehet die Ruhe und suchet die volle Tätigkeit, und euer Lohn wird
sein das ewige Leben!" e) Versenkung und Selbstbeschauung
GrEv I/224 — DER HERR: "Wahrlich, Ich sage euch: Nichts
ist dem Menschen heilsamer als eine zeitweilige innere Selbstbeschauung! Wer
sich und seine Kräfte erforschen will, der muß sich zu öfteren Malen selbst
erforschen und innerlich beschauen. … Es wissen aber einige nicht, wie sie es
mit der innern Selbstbeschauung anfangen sollen. So höret denn! Ruhet
und denket im stillen lebendig nach über euer Tun und Lassen, über den euch
wohlbekannten Willen Gottes, und ob ihr demselben nachgekommen seid zu den
verschiedenen Zeiten eures Lebens — so habt ihr euch innerlich selbst
beschaut und dadurch stets mehr und mehr dem Eindringen des Satans in euch
den Weg erschwert. Dieser sucht nichts emsiger, als durch allerlei äußere,
nichtssagende Gaukeleien den Menschen an seiner inneren Sichselbstbeschauung
zu verhindern. Denn hat der Mensch einmal durch Übung eine Fertigkeit in der
Beschauung seines Innern erreicht, so findet er in sich auch leicht und bald,
welche Fallen ihm der Satan gelegt hat, und kann dann diese weidlichst
zerstören und zunichte machen und aller künftigen Arglist des Feindes
vorbauen. Nun
wisset ihr, worin die innere Sichselbstbeschauung besteht, Machet darum von
nun an öfter eine solche Übung im stillen und lasset euch durch keine äußere
Erscheinung stören!" f) Wahre Sabbatfeier
GS
II/76 — "Du sollst den Sabbat heiligen." — Was will das sagen? —
Wann ist denn wohl Sabbat? Auf Erden heißt es, man soll an dem als Sabbat
gebotenen Feier tage durchaus keine knechtliche Arbeit verrichten, worunter
alle Erwerbstätigkeit verstanden werden solle. Wohl aber ist es erlaubt,
Spektakel aufzuführen, zu spielen und gleich den Heiden zu tanzen. — Einen
Tag vor dem Sabbat zu fasten ist geboten, um an dem Sabbat desto besser und
mehr schwelgen zu können. — So ist auch den Wirten erlaubt, ihre Speisen zu
verkaufen. Das heißt demnach rechtlichermaßen, den Sabbat heiligen. — Nur keine
mehr gesegnete Arbeit auf dem Felde und auf dem Acker darf verrichtet werden,
alles andere aber ist für den Sabbat tauglich. Der
Herr jedoch hat gezeigt, daß man auch am Sabbat gar füglich arbeiten und
Gutes wirken kann. Wenn aber der Herr Selbst am Sabbat gearbeitet hat, da
meine ich, sollte jeder Mensch des Beweises genug haben, daß da unter
"Heiligung des Sabbats" etwas ganz anderes verstanden werden soll,
als nichts zu arbeiten, noch etwas in die Hände zu nehmen, was nützlich und
ersprießlich ist. Was
aber wird demnach unter der Heiligung des Sabbats verstanden? Was ist der
Sabbat? Ich will es euch ganz kurz sagen: Der
Sabbat ist weder der Samstag noch der Sonntag, noch irgend ein anderer Tag in
der Woche oder im Jahre, sondern er ist nichts anderes als der Tag des
Geistes im Menschen, das göttliche Licht im menschlichen Geiste, die
aufgehende Sonne des Lebens in der menschlichen Seele. Das allein ist der
lebendige "Tag des Herrn" im Menschen, den er fortwährend mehr und
mehr erkennen und heiligen soll durch alle seine Handlungen, die er
verrichtet aus Liebe zu Gott und daraus aus Liebe zu seinem Nächsten. Da
aber der Mensch diesen heiligen Ruhetag des Herrn im Gewühle der Welt nimmer
finden kann und, mag, daher soll er freilich wohl sich von der Welt
zurückziehen und diesen Tag des Lebens der heiligen Ruhe Gottes in sich
suchen. Darum
war auch dem Volke der Israeliten geboten, wenigstens einen Tag in der Woche
dazu zu bestimmen, an welchem es sich von weltlichen Geschäften zurückziehen
und allein diesen Tag des Lebens in sich suchen sollte. Aber man beobachtete
das Gesetz bloß äußerlich, materiell, und brachte es auf diesem Wege am Ende
so weit, daß man nicht einmal den Herrn des Sabbats erkannte, Ihn, den
heiligen Vater, als Er, von unendlichster Liebe getrieben, zu Seinen Kindern
auf die Erde kam! Ich
meine, aus diesen Worten dürfte es euch völlig begreiflich sein, was da unter
der "Heiligung des Sabbats" verstanden und wie diese gehandhabt
werden solle. Und
zugleich aber dürfte euch auch begreiflich sein, ob sich eure
Sonntagsheiligung wohl als eine Sabbatheiligung in der Wahrheit ausnimmt, ob
man durch eine Stunde kirchlichen Andachtsdienstes, dann aber durch lauter
Weltunterhaltungen, wohl zum innern, ewig lebendigen Ruhetag des Herrn
gelangen kann? 3. Schlaf
a) Nachtruhe auf Liegestühlen
GrEv V/169 — DER HERR: "Ich sage euch in
leiblich-ärztlicher Beziehung, daß die Menschen ihr Leibesleben gut um ein
Drittel verlängern würden, so sie sich statt ihrer ebenen Nachtlager gute
Ruhebänke und Ruhestühle herrichten würden in der Art, wie du sie hier
siehst! Denn mit den Ebenlagern erleidet der Blutstand und -gang zwischen Tag
und Nacht eine zu starke Veränderung, von der allein schon frühzeitig
allerlei Hemmnisse und Veränderungen in den Verdauungs- und Ernährungsorganen
eintreten. Aber in dieser Nachtruheart auf Ruhestühlen wird alles viele Jahre
in der größten Ordnung verbleiben. Abraham,
Isaak und Jakob schliefen alle nur in gewissen Ruhe- und Lehnstühlen, kannten
keine Ebenlager und erreichten darum bei sonstiger Lebensnüchternheit ein
sehr hohes Alter bei vollster Seelenkraft. Als aber später die Menschen nicht
mehr darauf achteten, fiel ihre Lebenszeit mehr als um die Hälfte der Jahre
herab. Am
meisten nachteilig aber ist das Ebenliegen den schwangeren Weibern; denn fürs
erste werden dadurch die Kinder schon im Mutterleibe verkrüppelt und
geschwächt, und fürs zweite rühren ihre schweren und oft sehr verkehrten
Geburten zumeist von den Ebenlagern her. — Das sei euch in
leiblich-gesundheitlicher Hinsicht gesagt! Wer sich danach kehren wird, der
wird die leiblichguten Folgen davon verspüren. Dann
sollet ihr des Sommers die Nachtruhe auch wo möglich mehr im Freien als in
den Gemächern und dumpfen Hütten nehmen — ihr würdet die guten Folgen davon
bald wahrnehmen! Nur im Winter kann man die mäßig erwärmten, aber stets
reinen und trockenen Gemächer benutzen. Wer also der ursprünglichen Ordnung
gemäß und sonst in Speise und Trank nüchtern lebt, der wird wenig mit Ärzten
und Apotheken zu tun haben." b) Vom Traumleben
GrEv III/135(3-5) — Die Seele trägt als eine Welt im Kleinen
alles in sich, was die Erde im großen Maße in und über sich enthält und faßt.
So nun des Leibes Sinne im Schlafe wie tot und untätig ruhen, da beschaut die
Seele, die nicht schlafen und tot werden kann, eins ums andere aus den
materiellen Gebilden in sich, belebt sie auf Augenblicke und erheitert sich,
so sie auf etwas Schönes und Angenehmes geraten ist. Ist sie aber auf etwas
Arges und Unschönes geraten, dann wird sie auch im Traume ängstlich und müht
sich ab, der sie belästigenden Erscheinung durch den vollen Rücktritt in
ihres Leibes Fleisch loszuwerden. Was
eine Seele in solchem ersten Schaugrade in einem Traume ersieht, hat dann
freilich keine objektive, sondern nur eine leidende, subjektive und
verbandlose Wirklichkeit. Denn sie beschaut da nur in der ihr eigenen
materiellen Weise ihr eigenes Weltkonglomerat und ist dabei zum Teil tätig
und zum Teil leidend. GrEv I/37 — DER HERR: "Was die Seele im Traume schaut, das
ist alles ihrer Art. Ist die Seele im Wahren und Guten aus dem, was Ich euch
lehre zu glauben und zu tun, so sieht sie auch im Traume Wahres und kann sich
daraus Gutes fürs Leben schaffen. Ist aber die Seele im Falschen und Bösen,
so wird sie im Traume Falsches sehen und daraus Böses bilden ... Ob
aber die Seele das auch fasset, was sie schaut im Traume, das ist freilich
eine ganz andere Sache. Denn gleich wie ihr das nicht fasset und begreifet,
was alles ihr schauet in der Außenwelt, in der ihr am Tage lebet, also faßt
die Seele auch nicht, was sie schaut in ihrer Welt. Wann
aber in euch der Geist wiedergeboren wird …, dann werdet ihr alles fassen und
begreifen und vollkommen einsehen." c) Träume und ihre Deutung
Ed
Kap. 67 — Die gewöhnlichste und jedermann wohlbekannte Art von Visionen sind
die nächtlichen Träume. Hier läßt sich fragen: Wer träumt eigentlich, und was
sind die Bilder des Traumes? Im
gewöhnlichen Schlafe träumt bloß die Seele, und dieses Träumen ist nichts
anderes als ein wirres Schauen der Seele in ihre eigenen Verhältnisse, die
aber keinen Verband haben, sondern ungefähr so wie die Bilder in einem
sogenannten Kaleidoskope mit jeder Bewegung sich verändern und als völlig
dieselben nie wieder zum Vorscheine kommen. Dieses
verbandlose Schauen der Verhältnisse und Zustandsbilder in sich hat darin
seinen Grund, weil die Seele selbst sich außer Verband sowohl mit der
Außenwelt als auch ganz besonders mit ihrem Geiste befindet. Diese Art
Visionen haben für die Seele keinen andern Nutzen als den bloß, daß sie sich
nach einem solchen Traume erinnern solle, wie es mit ihr in einem absoluten
Zustande noch steht. Wenn sie die Träume zusammenfaßt, ja, wo tunlich, sogar
aufschreibt, so kann die Seele an ihnen ein gutes Porträt ihrer selbst haben;
denn sie zeigen ihr, wie sie in sich selbst ist, was ihre Hauptbegierden, was
ihr Streben, und wie überhaupt ihr gesamter Zustand beschaffen ist und auch
beschaffen sein wird, wenn sie sich völlig außer dem Fleische befinden wird. Diese
Art Träume werden weder von höllischen, noch weniger von himmlischen Geistern
in der Seele hervorgerufen, sondern sie sind ganz eigene Produkte der Seele,
deren sie sich bald mehr, bald weniger, bald gar nicht erinnert, was bei
einem noch ganz natürlichen Menschen hauptsächlich davon abhängt, wie sein Nervengeist
beschaffen ist. Neigt er sich mehr zur Seele hin, so wird sich der Mensch
fast jedes Traumes genau erinnern; neigt er sich aber mehr dem Fleische zu
und schläft gewöhnlich mit demselben, so wird der Mensch auch wenig oder gar
keine Rückerinnerung an seine Träume haben — was gewöhnlich bei jenen
Menschen der Fall ist, die sehr sinnlich und grobmateriell sind. Aber
ganz anders verhält es sich mit gewissen hellen Träumen, in welchen es dem
Träumenden also vorkommt, als wäre die Erscheinung Wirklichkeit, so daß er
darob beim Erwachen sich selbst kaum Bescheid geben kann, ob es ein Traum war
oder Wirklichkeit. Derartige Visionen oder Träume gehören nicht der Seele an,
sondern den sie umgebenden Geistern, mögen diese guter oder böser Art sein.
Sind sie böser Art, so wird die Seele, und durch sie auch ihr Leib, wie ganz
erschöpft aus einem solchen Traume erwachen; sind diese Visionen aber ein
Werk guter Geister, dann werden sich beim Erwachen Seele und Leib in einem
gestärkten Zustande finden. Beide Arten dieser Visionen werden nur zum
Nutzen, aber nicht zum Schaden der Seele zugelassen; in den schlechten
Visionen soll sie eine Warnung, in den guten eine Stärkung finden. Diese
Visionen werden darum so lebhaft, weil da die Geister, die solche bewirken,
zuerst den Nervengeist von seiner materiellen Dienstleistung ablösen und ihn
mit der Seele verbinden. In einem solchen Zustand hat die Seele das Gefühl
der Natürlichkeit, weil sie sich im Verband mit ihrem Nervengeiste befindet
und daher kräftiger ist, um die kräftigeren und bedeutungsvolleren Bilder in
sich aufzunehmen und zu behalten. Zu
dieser Klasse von inneren Visionen gehört auch das Schauen der Somnambulen
wie auch das Schauen in der sogenannten Schwefeläther-Narkose. Diese Visionen
haben daher auch schon in sich einen gewissen Verband und eine gewisse
Ordnung, weil hier der Seele von den sie umgebenden Geistern schon ein mehr
"reiner Wein" eingeschenkt wird. In solchen Visionen werden der
Seele von den Geistern nicht selten künftige Begebnisse vorgeführt, was für
die Geister eben nichts Schweres ist, da sie die Ordnung der Dinge kennen, in
welcher sie unabänderlich aufeinander folgen müssen, und weil sie selbst die
Hersteller dieser Ordnung sind. Von
dieser Art Vision ist alsonach auch schon etwas zu halten. Jedoch soll
niemand auf sie, wie einst die Heiden, als auf ein sogenanntes unwandelbares
Fatum (Schicksal) halten; denn darob soll dessenungeachtet niemand in seiner
Willensfreiheit beeinträchtigt sein. Will jemand ernstlich etwas anderes, als
was ihm die Geister in dieser Vision gezeigt haben, so darf er sich nur an
Mich wenden, daß die Sache anders würde, und sie wird anders, so derjenige
glaubt und vertraut, darum er sich an Mich gewendet hat; denn Ich allein kann
alle Dinge in jedem Augenblick verändern. Daher soll ob solcher eben nicht
selten vorkommender Visionen niemand zu sehr erschrecken; denn sind sie gut,
so braucht niemand davor zu erschrecken, und sind sie böse, so können sie
wohl abgeändert werden. Natürlich, wer aber fest daran glaubt und mutet Mir
nicht mehr Kraft zu als seiner Vision, da mag es dann freilich wohl
"fiat!" ("es geschehe") heißen. Das menschliche Gemüt ist
aber freilich wohl so schwach, daß es schon aus den ganz einfachen Träumen
gern und oft sehr gläubig allerlei zukünftige Begebnisse folgert, und die
Menschen haben sich schon eine gewisse Regel gemacht, derzufolge nach
gewissen Träumen gewisse Dinge geschehen müssen, welche Regulierung der
Träume und ihrer gewissen Folgen ganz natürlich ebenso außerordentlich dumm
ist als derjenige, der sie reguliert hat. Diese
Bilder, die sich der Seele im Traume darstellen, sind jedoch wohl
Entsprechungen des Seelenzustandes, aber keineswegs Prophezeiungen
zukünftiger Begebnisse. Sehet,
dergleichen Glauben ist dann ein Übel, welches der Seele sehr schaden kann,
weil die Seele sich dadurch angewöhnt, ob solcher Dinge das Vertrauen auf
Mich ganz fahren zu lassen! Wennschon
dergleichen einfache Träume bloß der Seele angehören, so gehören aber danach
die dummen Deutereien einem argen Geistergesindel zu. Dieses bekriecht das
Fleisch bei solchen Gelegenheiten wie die Schmeißfliegen einen Schmeißhaufen,
saugt aus demselben dergleichen seelische Traumvisionen und beschwatzt dann
die Seele mit solchen albernen Propheteleien, die
an sich nichts als ein Unrat solcher argen geistigen Schmeißfliegen sind. d) Vom Schlafwandeln
Ed
S. 244 — Das Schlafwandeln wird bewirkt um die Zeit des Vollmondes durch das
intensiver werdende magnetische Fluidum der Erde. Wenn der Mond im Vollichte
der Sonne ist, so treibt das vom Monde rückstrahlende Licht das magnetische
Fluidum gewisserart wieder zur Erde zurück, auf welche Weise dann die Erde
damit vollgeladen wird. Und Menschen, die in ihrem Blute durch verschiedene
Einwirkungen entweder des Wassers, der Luft oder der Speisen mehr Metall
haben, haben dann die natürliche Fähigkeit in sich, eben dieses
zurückströmende Fluidum leitend aufzunehmen. Wenn
ihre Nerven dann dadurch angefüllt sind und die Seele lästig zu drücken
anfangen, dann erwacht diese, oder sie macht sich vielmehr los von ihren
leiblichen Banden und will dem drückenden Leibe entfliehen. Der Leib besitzt
nun noch einen ganz eigentümlichen Nervengeist, welcher höchst verwandt ist
fürs erste mit dem magnetischen Fluidum, fürs zweite aber ebenso innigst mit
der Seele, welche eben durch diesen Nervengeist mit dem Leibe zusammenhängt
und mit demselben korrespondiert. Wenn die Seele sich nun aus dem Staube
machen möchte, so erweckt sie auch den ihr innigst verbundenen Nervengeist
und dieser natürlicherweise den Leib, und so geht dann der sogenannte
Schlafwandel also vor sich, wie wenn drei Menschen, die aneinandergebunden
wären, hintereinander hergingen. Der Geist jedoch bleibt in der Seele, darum
sie auch lebendig ist. Wenn dann ein solcher Schlafwandler sein Gesicht gegen
den Mond wendet und oft auf Dächer und Kirchtürme steigt, so geschieht es
darum, damit er sich aus der magnetüberfüllten Tiefe der Erde erhebe und
dadurch seine drückende Überfülle an diesem Fluidum vermindere, damit dann
der Leib wieder geeignet werden möchte, durch den Nervengeist seine Seele
mitsamt dem Geiste wieder aufzunehmen und zu beherbergen. Wenn der Leib nun
wieder frei geworden ist, so trägt ihn die Seele durch den Nervengeist wieder
an die vorige Stelle zurück und vereinigt sich daselbst erst vollends wieder
mit dem Leibe. — *
— Alter, Sterben, Tod
1. Altersbeschwerden
GrEv VIII/16(11-13) — DER HERR: Wandelt gleichfort auf den
Wegen, die Ich euch nun treulich gezeigt habe, so werdet ihr wenig zu leiden
haben, und euer Abgang von dieser Welt wird ein leichter sein! Nur über jene
kommen am Ende zumeist bittere Leiden, die aus allerlei Welttümlichkeiten
ihre Seele zu sehr in ihr Fleisch vergraben haben; denn eine solche Seele
muß, damit sie nicht völlig verderbe in ihrem Fleische, mit großer Gewalt von
selbem losgetrennt werden, und dies muß dann auch im Leibe große Schmerzen
erzeugen. Und das ist noch gut für die Seele, weil sie durch die Schmerzen
und Leiden von ihren fleischlichen Gelüsten gereinigt wird und dadurch im
Jenseits einen leichteren Fortgang und ein sichereres Vorwärtsschreiten auf
der Bahn des geistigen Lebens findet. Ganz
welttümliche Menschen aber, die an keinen Gott glauben und dabei doch ein
gesundes Leben bis in ihr hohes Alter genießen und am Ende auch eines
schnellen und schmerzlosen Todes sterben, haben ihren Lebens auch schon auf
dieser Welt empfangen und werden im Jenseits sehr schwer je mehr einen zu
gewärtigen haben." 2. Über die Todesfurcht
GrEv IV/127(1-8) — DER HERR: "Das Werden einer Sache,
eines Dinges, eines Wesens oder gar eines Menschen hat gewiß stets etwas
Erheiterndes in sich, aber das sichtliche Vergehen und das Sich-Auflösen,
besonders eines Menschen, hat in sich wieder nur etwas Trauriges, das jedes
Menschen Gefühl stets mit einer Wehmut erfüllt. Ich aber frage: Ja, warum
denn das, so die Menschen doch an die Unsterblichkeit der menschlichen Seele
noch irgendeinen Glauben haben?! Vorerst entstammt diese Trauer der Furcht
vor dem Tode. Ist
eine Seele einmal völlig wiedergeboren und in alle wahre Lebenstätigkeit
übergegangen, so ist wohl natürlich alle Trauer und alle die leere Furcht vor
dem Sterben oder Vergehen vergangen; aber bei Seelen, die noch nicht den
rechten Grad der innern Lebensvollendung erreicht haben, bleibt noch immer
etwas von der Trauer um ihre verstorbenen Nächsten und in ihnen selbst etwas
von der Furcht vor dem Tode zurück, von der sie auf dieser Welt nur dann erst
völlig los werden, wenn ihre Seele in ihrem Geiste und der Geist in ihr groß
geworden ist. Wie
aber in einer trägen Seele eine große Furcht vor aller ernsten und
anhaltenden Tätigkeit stets daheim ist, so ist in der Seele auch aus
derselben Quelle herrührend die Furcht vor dem Tode, ja sogar vor einer etwas
gefährlicheren Krankheit vorhanden. Ihr
werdet auch schon öfter zu erleben die Gelegenheit gehabt haben, daß so recht
fleißige und sehr arbeitsame Menschen bei weitem keine so große Furcht vor
dem Sterben haben wie jene arbeitsscheuen, aber dabei doch wohllebensheiteren
und lüsternen sie haben; und diese Furcht verliert sich nicht eher, als bis
solche Seelen eine rechte Tätigkeit ergriffen haben. Ihr
meinet freilich, diese Furcht sei nur eine Folge der Unbestimmtheit im Wissen
und Erkennen des Jenseits. Ich aber sage es euch allen: Es ist das nur eine
Folge der tief wurzelnden Tätigkeitsscheu der Seele, und weil die Seele es
geheim ahnt, daß mit der Wegnahme des Leibes ihre Weiterexistenz eine höchst
tätige werden wird, so ist sie ganz untröstlich darüber und gerät in eine Art
Fieber, in welchem dann auch eine Art Ungewißheit über das einstige
Fortbestehen sich herausstellt." GrEv VI/133(6-7) — DER HERR: "Sowie eine Seele anfängt,
den wahren Gott wie außer sich seiend zu erkennen und durch das Gefühl ihrer
Liebe zu Ihm Ihn ordentlich wesenhaft wahrzunehmen, dann ist sie schon von
den Banden der göttlichen Allmacht frei und gehört dann auch schon stets mehr
und mehr sich selbst an und ist sonach Selbstschöpferin ihres eigenen Seins
und Lebens und dadurch eine selbständige Freundin Gottes für alle Ewigkeiten
der Ewigkeiten. Wenn aber also, so verliert das eigentliche Wesen ja
eigentlich gar nichts, so demselben der für weiterhin unbrauchbare Leib
abgenommen wird, damit es dann schneller seine endliche Bestimmung erreichen
kann." GrEv V/133(7-8) — DER HERR: "Wie aber sollte sich der vor
dem Tode fürchten, der in der höchsten Klarheit das ewige Leben in sich trägt
und ganz vollkommen ein Herr des Lebens in sich selbst geworden ist und gar
wohl wissen muß, daß diejenigen, die wohl den Leib töten können, der Seele
und ihrem ewigen Lebensgeiste durchaus keinen Schaden mehr zuzufügen
vermögen, und daß die Seele mit dem Wegfalle des schweren Leibes für ewig
einen nie aussprechbaren Gewinn macht, den alle Schätze dieser Erde ewig
nimmer aufzuwiegen irgend imstande wären! — Wer aber solches in sich selbst
in höchster und tiefster Lebensgrundklarheit erschaut, der wird dann ja doch
etwa keine Furcht vor dem Tode des Leibes haben?!" GrEv VI/68(1-4) — DER HERR: "Die Furcht vor des Leibes
Tode liegt eigentlich nicht in dem unbestimmten Bewußtsein des Lebens der
Seele nach dem Abfalle des Leibes, als vielmehr in der Liebe zur Welt und in
der Selbstliebe. Durch diese beiden Liebearten wird die Seele stets mehr in
ihr Fleisch vermengt, und die Folge davon ist, daß sie eben dadurch das
Gefühl des Sterbens, Vergehens und Aufhörens stets mehr und mehr zu ihrem
eigenen machen und übergehen muß in allerlei Angst und Furcht. Siehe,
die Urväter der Menschen dieser Erde hatten keine Furcht vor dem Tode des
Leibes, sondern oft nur Sehnsucht danach, daß sie befreit würden von dem
gebrechlich gewordenen Leibe! Sie hatten ob ihres Gott wohlgefälligen
Lebenswandels von Zeit zu Zeit helle Blicke und Gesichte ins Jenseits und
hatten sich dadurch ein klares und wahres Bewußtsein über das Leben der Seele
nach dem Abfalle des Leibes erworben. Aber
in dieser Zeit ist ja beinahe aller Glaube an Gott bei den Menschen
erloschen! Wo sollte dann bei den Menschen das helle Bewußtsein des Lebens
der Seele nach dem Leibestode noch herrühren?! — Wo man am Grunde alles
Lebens schon beinahe allgemein zweifelt, da ist es dann nicht verwunderlich,
wenn man über das Fortleben der eigenen Seele nach des Leibes Tode in starkem
Zweifel ist." GrEv XI/30(9-18) — DER HERR: … Als wir allein waren, sagte Rael zu Mir: "Herr und Meister, ich bin ein sündiger
Mensch, der nicht wert ist, daß Du mit Deinem Fuße dieses Haus heiligst; aber
ich weiß auch, daß Du über die Maßen barmherzig bist und mir daher alle die
begangenen Torheiten meines bisherigen Lebens sicherlich vergeben wirst, so
ich Dich recht von Herzen darum bitte. Und so bitte ich Dich denn, Herr und
mein Gott, zunächst darum: Du mögest meine bisherige große Schwäche nicht
ansehen und mir verzeihen, was ich je wissentlich und unwissentlich gesündigt
habe!" Sagte
Ich: "Rael, alle deine Sünden sind dir schon
lange vergeben; denn Ich bin kein Gott der Strafe, sondern der Liebe. Wie
könnte Ich also irgend etwas strafen wollen, wenn es einem Menschen so wie
dir ernst ist mit solcher Bitte, wie du sie geäußert?! Ich bin aber in die
Welt gekommen, um die große Sündenlast, welche die Menschen in ihrer großen
Blindheit auf sich laden, zu zerstören und ihnen die Wege zur größten
Glückseligkeit frei zu machen. Habe also keine Sorge mehr um deine Sünden
meist nur aus früherer Zeit, die dir als böse Werke bei deinem Ableben von
der Erde nachfolgen wie die guten! Sie sind verzehrt von Meiner Liebe. —
Jetzt aber rede, was dich noch bedrückt; denn du hast ein besonderes
Anliegen, weswegen du insgeheim mit Mir sprechen wolltest!" Sagte
Rael: "Herr und Vater, ich danke Dir für Deine
Worte aus tiefstem Herzen! Ich bin nun um so mehr von dem Wunsche erfüllt,
der mich beseelte, seit ich Dich gesehen habe. Siehe, ich bin alt, mein
Körper ist morsch und wenig tauglich mehr, Behausung dieser Seele zu sein!
Die Hoffnung, den Erwählten Gottes noch sehen zu können, hat bisher nur
diesen müden Staub aufrechterhalten, und jetzt, wo diese Hoffnung erfüllt
ist, bitte ich Dich, Herr und Vater: Lasse Deinen Knecht in Frieden in die
Grube fahren, damit er Deinem Reiche, das er nun mit leiblichen Augen
gesehen, ein tüchtigeres Werkzeug werde, als er noch im Fleischesleben sein
kann! Könnte ich unter Deinen Augen dahinscheiden, so werde ich den Tod
gewißlich nicht schmecken und sicher und friedlich einkehren in das Reich,
das Du uns verheißen hast!" Sagte
Ich: "Rael, dieser Wunsch ruht schon lange in
deinem Herzen und deshalb solltest du ihn äußern, damit deine Seele auch von
diesem letzten Drucke frei werde. Siehe, was ist denn der Tod des Menschen?!
Weiter nichts als das Abfallen der reifen Frucht vom Baume, welches Fallen
auch geschieht wie von selbst, ohne besonderes Zutun der Frucht. Ist der
Mensch in seinem innersten Wesen so weit geläutert, um als reife Frucht zu
gelten, so wird die Ablösung der reifen Seele von dem Stamme, dem Körper,
auch völlig zwanglos geschehen. Dieser Augenblick tritt aber bei dem
Menschen, der nach Meinem Willen gelebt hat, derart ein, daß er auch ohne
Meine Gegenwart völlig schmerzlos, ja sogar mit den freudigsten Empfindungen,
hinübergleitet vom irdischen zum geistigen Leben. Du
aber hast dennoch, trotzdem du nicht am Leben gerade hängst, eine Art
Besorgnis vor diesem Augenblicke und denkst, gestärkt von Meiner Gegenwart,
am leichtesten über diesen dir unangenehmen Wendepunkt hinwegzukommen. Ich
sage dir aber nun, daß du auch diese verzeihliche menschliche Schwäche
ablegen mußt, damit dein Glaube, der dich bis jetzt erhalten hat und dieses
hohe Alter erreichen ließ, völlig gekräftigt werde; denn der Glaube an Mich
soll ja gerade das beste und einzige Mittel sein, alle drohenden Schrecknisse
des Todes zu besiegen. Ist
der Mensch völlig gläubig geworden, und habe Ich ihm ins Herz gelegt, es sei
Zeit für ihn, die Fleischesbande zu lösen, da sein irdisches Tagewerk
vollbracht, so werde Ich ihm sogar die Kraft geben, selbst die Fesseln zu
sprengen, und er entschlummert sanft vor den Augen der Seinen in Frieden. Das
ist der Tod, wie er sein soll, wie er jedoch in den allerseltensten Fällen
nur eintreten kann, weil die Menschen den Augenblick des Abrufens mehr fürchten
als alles andere und nicht durch gerechte Abnutzung, sondern durch gewaltsame
Zerstörung der Körpermaschinerie den Übergang herbeiführen. Das verkehrte
Leben hat daher auch die vielen Krankheiten geschaffen, die mit dem
eigentlichen Tod nichts zu tun haben sollen, da nicht diese den Übergang,
sondern die seelische Vollreife ihn bedingen soll. Du, Mein Rael, sieh es daher nicht an, als wolle Ich dir einen
Wunsch versagen, wenn Ich dir sage: Lebe noch eine kurze Zeit! Sieh das nicht
als Strafe an, sondern übe dich, auch noch diesen letzten Rest eines
irdischen Anhangens zu tilgen, um mit Mir vereint dann einzugehen in Mein
Reich!" 3. Zum Selbstmord
GrEv VI/162(11)/163(2) — DER HERR: "Was nützte es dem
Menschen, so er mit diesem Erdenleben die ganze Welt gewönne, aber Schaden
litte an seiner Seele?! Was kann ein solcher Mensch dann geben, seine Seele
zu lösen?! Darum muß der Mensch dieses Leibesleben ja allein nur dazu
benützen, daß er dadurch das ewige Leben der Seele gewinnt. Benützt ein
Mensch sein Leibesleben nicht vor allem dazu, so ist er selbst schuld daran,
wenn er das Leben seiner Seele verwirkt oder es mindestens so weit schwächt,
daß sie hernach jenseits oft eine überaus lange Zeit zu tun hat, um sich so
weit zu sammeln, daß sie dann in ein nur etwas helleres und besseres
Geistleben überzugehen imstande ist." Ein
Ältester: "Herr, ich habe viel darüber nachgedacht, wie man des Leibes
Leben gar nicht lieben, sondern vielmehr verachten und fliehen sollte, um
dadurch das Leben der Seele zu gewinnen und zu erhalten. Das ist mir nun so
ziemlich klar geworden. Aber es ist da dennoch ein Punkt, der mir noch nicht
so recht einleuchten will. Es gibt unter den Menschen auch solche, die da
wahre Erzfeinde ihres eigenen Lebens sind, und wenn sie dessen aus irgendeiner
Veranlassung überdrüssig werden, so entleiben sie sich selbst. Diese müßten
doch da vor allem das Leben der Seele gewinnen! — Was ist da Deine Meinung? DER
HERR: "Hat ihnen Gott denn das Leibesleben darum gegeben, daß sie es
vernichten sollen?! Das Leben des Leibes ist das dem Menschen von Gott
gegebene Mittel, durch welches er das Leben der Seele für ewig gewinnen kann
und soll. Nun, so er aber das Mittel zuvor vernichtet, womit sollte er dann
das Leben der Seele erhalten und eigentlich zuvor gewinnen?! Ich sage dir:
Die Selbstmörder — so sie nicht Irrsinnige sind — werden schwerlich je oder
auch gar nie das Reich des ewigen Lebens besitzen! Denn
wer einmal ein solcher Feind seines Lebens ist, in dem ist keine Liebe zum
Leben; ein Leben ohne Liebe aber ist kein Leben, sondern der Tod." GrEv IV/152(1-12) — DER HERR: "So jemand aus dem Grunde,
weil durch jemand anders sein großer Hochmut zu sehr gedemütigt wurde und ihm
keine Möglichkeit zu einer Rachenehmung offensteht, sich das Leibesleben
nimmt, so ist das eine böseste Art des vorsätzlichen Selbstmordes. Eine
solche Art des Selbstmordes kann an einer Seele nimmer völlig gutgemacht
werden. Tausendmal Tausende von Jahren werden erfordert, um eine solche Seele
nur zum wenigsten zu einer Umhäutung ihrer dürren, aller Liebe baren
Scheinknochen zu bringen, geschweige zu einer Inkarnierung*
ihres ganzen Wesens; denn die Inkarnierung ist ja
eben ein Produkt der Liebe und erweckt auch wieder Liebe. (* hier in der
Bedeutung von: Umhüllung des Seelenskeletts mit geistigem
"Fleisch") Daneben
gibt es Selbstmörder um einer Jungfrau willen; auch solche Selbstmörder
werden einst höchst schwer nur zu einiger Vollendung des Lebens gelangen. Dann
gibt es Selbstmörder, die geheim ein großes Verbrechen begangen haben, auf
das, ihnen bewußt, eine schimpflichste und schmerzlichste Todesstrafe gesetzt
ist. Sie wissen, daß ihr Verbrechen offenbar werden muß. Was geschieht da
gewöhnlich? Ein solch geheimer Verbrecher geht aus größter Furcht und aus
seiner gerechten Gewissensqual in die vollste und finsterste Verzweiflung
über und erwürgt sich selbst. Eine solche Seele erscheint jenseits im Skelett
ihrer Vorkreaturen. Kurz, wenn eine Seele einmal meist auf Grund einer
schlechten Erziehung, aller Liebe, auch der zu sich selbst, bar geworden ist,
dann ist von der ganzen Hölle, als des Lebens ärgstem Feinde, auch die ganze
Seele durchdrungen und wird dadurch in sich selbst ein Feind des eigenen
Lebens und Seins und trachtet stets, auf irgendeine schmerzlose Art dasselbe
zu vernichten! Bei solch einer totalen Lebensfeindschaft muß am Ende ja alles
aus den Lebensfugen gehen, und eine solche Seele kann dann jenseits doch
unmöglich anders als ganz in ihre Urlebenssonderformen aufgelöst erscheinen,
und da nur in deren fleischlosen Skeletten, die bloß das notwendige Gericht
in sich tragen. Wenn
jenseits dann ein Selbstmörder in der vorbeschriebenen Art erscheint, so
könnet ihr es euch nun schon vorstellen, wie schwer und wie lange es gehen
wird, bis eine solche Seele nur einmal dahin kommt, in ein menschliches
Gerippe überzugehen und dann eine Haut und gar ein Fleisch aus sich selbst
bekommt. Aber
es entsteht in euch nun die Frage, ob eine solche Seele auch irgendwelche
Schmerzen leide. Und Ich sage es euch: zuzeiten die größten und brennendsten,
zuzeiten auch wieder gar keine! Wird sie ihrer noch immer möglichen
Wiederbelebung halber von den sich zu dem Behufe nahenden Geistern
gewisserart aufgerührt, so empfindet sie in ihren Teilen einen brennendsten
Schmerz; kommt sie aber dann wieder zur Ruhe, dann ist in ihr weder ein
Gefühl, ein Bewußtsein, noch somit irgendein Schmerz vorhanden. Es
gibt aber noch weiter eine Menge Arten des Selbstmordes, die aber in ihren
Folgen nicht so bösartig auf die Seele einwirken wie die beiden soeben
beschriebenen; aber von irgend guten Folgen für die Seele gibt es keinen
Selbstmord." 4. Vom Sterben und vom Tode
GrEv V/75(2-6) — DER HERR: "Wer das Fleisch angezogen hat,
wird dasselbe auch wieder ausziehen müssen, ob nun mit oder ohne Schmerz, das
ist eine ganz gleichgültige Sache; denn nach der Trennung hat aller diesweltliche Schmerz aufgehört. Denn die Luft, die des
Menschen Seele einatmen wird in der andern Welt, wird eine ganz andere als
die Luft dieser materiellen Welt hier sein. Wo es keinen Tod mehr gibt, da
gibt es auch keinen eigentlichen Schmerz, weil des Fleisches Schmerz stets
nur die Folge einer teilweisen Losschälung der Seele vom Fleische ist. Es
ist aber damit gar nicht gesagt, als wäre eine Seele in ihrem reinen Zustande
etwa ohne Gefühl und Empfindung — denn ohne das wäre sie ja offenbar tot;
aber sie wird in der ihrem Wesen entsprechenden Welt nur nichts finden, das
sie drängte, drückte, kneifte und preßte und
dadurch ein schmerzliches Gefühl erzeugte; und so wird sie auch keinen
Schmerz je wahrnehmen. Der
Hauptgrund zu einem Schmerz, den stets nur die Seele, nie aber das Fleisch
empfindet, liegt also im Drucke, den irgendein zu träg und somit auch zu
schwer gewordenes Fleisch auf irgendeinen Lebensteil der Seele ausübt. Es ist
daher zeitweilig jede Krankheit zu heilen, wenn man die Fleischmasse zu
erleichtern versteht; aber fürs Alter des Fleisches gibt es keine
Erleichterung mehr, obwohl ein in guter Ordnung lebender Mensch noch bis in
ein sehr hohes Alter im ganzen wenig von einem Schmerze zu erzählen wissen
wird. Sein Fleisch wird bis zur letzten Stunde noch ganz fügsam und
geschmeidig verbleiben, und die Seele wird sich nach und nach ganz sachte
ihrem Fleische entwinden können in der eigentlichen, besten und wahren
Ordnung. Sie wird zwar auch nicht wünschen, gerade selbst im höchsten
Erdalter sich vom Fleische zu trennen; wenn aber an sie der ihr wohl
vernehmbare, beseligendste Ruf aus den Himmeln ergehen wird: "Komme du
aus deinem Kerker ins freieste, ewige, wahre Leben!" so wird sie aber
auch keine Sekunde verlieren, ihr morsches Erdhaus zu verlassen, um
hinauszutreten in die Lichtgefilde des wahren, ewigen Lebens." Vom frühzeitigen Tode
GrEv VI/55(3-7) — DER HERR: "Als bei den Menschen allerlei
Hoffart und mit ihr ein ganzes Heer von tollsten Sünden wider die Gebote
Gottes und wider die Gesetze der Natur Eingang fand, da erst kamen aus
eigenem Verschulden allerlei böse Krankheiten unter die Menschen. Die also
geschwächten Menschen konnten dann auch keine gesunden Kinder mehr zeugen.
Solche schon vom Mutterleibe an verkümmerten Kinder mußten nach und nach auch
stets mehr und mehr von allerlei Krankheiten befallen werden und sterben in
allen Stadien ihres Alters. Daß
nun solches also geschieht, müßt ihr euch nicht denken, als hätte solches
Gott aus irgendeiner unerforschlich-geheimen Absicht unter die Menschen
verordnet; aber zugelassen hat Er es, damit die Menschen fürs erste durch die
Krankheiten vom zu vielen Sündigen abgehalten werden, und fürs zweite, daß
sie durch die bitter schmerzlichen Krankheiten mehr von der Welt abgezogen
werden, in sich gehen, ihre Sünden erkennen, sie verabscheuen und so in
Geduld und Ergebung in den göttlichen Willen selig werden können. Also
ist das auch bei den Kindern der Fall. Was soll aus einem körperlich verkümmerten
Kinde auf dieser Erde werden, besonders bei Eltern, die selbst in allen
Sünden geboren worden sind?! Wer wird sie erziehen, und wer wird sie heilen
von ihren Übeln?! Ist es da nicht besser, daß sie von dieser Welt
zurückgenommen werden und sodann dort im eigens für sie bestehenden
Kinderreiche von den Engeln großgezogen werden?! Ich
sage euch: Gott weiß um alles und sorgt auch für alles! Aber da die meisten
Menschen in dieser Zeit Gott gar nicht mehr kennen und nichts von Ihm wissen,
wie sollen sie dann darum wissen, was Gott tut, und was Er verordnet zu ihrem
möglichen Heile?! Würde
Gott auf die Sünden der Menschen nicht die entsprechenden Krankheiten
zugelassen haben, so ginge mehr denn die halbe Menschheit gänzlich zugrunde,
und die Erde würde ganz zur Hölle werden und müßte zerstört in toten Trümmern
im endlosen Weltenraume umherirren, wie dieser sichtbare Sternen- und
Weltenraum schon ähnliche Beispiele aufzuweisen hat, wovon euch Meine Jünger
etwas Näheres sagen können." GrEv VIII/81(2-5) — Ein Schriftgelehrter: "Alle die
Altväter und Propheten, die auch streng nach Deinem ihnen geoffenbarten
Willen gelebt und gehandelt haben, sind am Ende denn doch gestorben, und wir
werden auch sicher alle sterben müssen, weil Du Selbst uns auf den Abfall des
Fleisches von der Seele schon bei verschiedenen Gelegenheiten nur zu deutlich
und klar aufmerksam gemacht hast; und nun sagtest Du aber, daß es für den,
der Deine Lehre annehmen und werktätig befolgen wird, keinen Tod geben werde.
Wie sollen wir das verstehen?" DER
HERR: "Meinte Ich denn, daß ein Mensch, der nach Meinem Worte leben
wird, auch leiblich gleichfort auf dieser Erde leben werde?! Dem Leibe nach
wird freilich ein jeder Mensch sterben, und sein Leib wird den Tod sicher
nicht sehen, fühlen und schmecken, — aber desto mehr die Seele eines Sünders,
so er nicht nach Meiner Lehre sich bessern und eine rechte und wahre Buße tun
wird! Denn bei wem die Seele noch gar sehr ins Fleisch und seine sinnliche
Lust vermengt und verwachsen ist, bei dem wird auch eben die Seele den Tod
sehr sehen, fühlen und schmecken, so für den Leib die Stunde des Abfallens
kommen wird. Eine
Seele aber, die nach Meiner Lehre in ihrem Geiste aus Mir schon auf dieser
Erde völlig wiedergeboren wird, wird solch einen Tod sicher ewig nie sehen,
fühlen und schmecken, weil sie mit dem vollsten und hellsten Lebensbewußtsein
frei von aller Qual aus dem Leibe scheiden wird, wenn Ich sie zu Mir für ewig
berufen werde. Und so einer und der andere von euch von den Heiden um Meines
Namens willen zum Tode geführt wird, so wird er lachen und frohlocken, daß er
als Blutzeuge seines Fleisches entledigt wird, und wird Seligkeit und Wonne
empfinden selbst in des Fleisches Schmerzen." GrEv II/232(6-7) — DER HERR: "Wenn auch die Wesen nach
ihrer geistigen Vollendung ein vollkommen freies Sein haben, das vom
Gottessein wie unabhängig dasteht, so würde solch eine wie selbständige
Unabhängigkeit aber dennoch keine Dauer haben können, so diese nicht von
Ewigkeit her von Gott aus Seiner Ordnung heraus, und mit derselben eins
seiend, zum voraus festgestellt wäre. Diese Feststellung von Ewigkeit her
aber ist so ganz eigentlich für alle geschaffenen Wesen schon das, wodurch
jedem geschaffenen Wesen die ewige Dauer fortwährend verschafft und erhalten
wird. Aus
dem geht nun auch wie von selbst hervor, daß da kein Ding, das von Gott
einmal ins wie immer geartete Dasein gerufen worden ist, unmöglich je
vergehen und zunichte werden kann. Es kann wohl die Form verändern und aus
einer minder edlen in eine stets edlere übergehen, auch umgekehrt, wie wir
solches beim Falle der erstgeschaffenen Geister gesehen haben; aber
vernichtet kann da nichts mehr werden, was Gott einmal in irgendein Dasein
gerufen hat." — *
— Vom Leben mit und ohne Gott
1. Wo kein Arzt mehr hellen kann
GrEv X/148 — DER HERR hatte eines Tages den blinden und lahmen
Sohn eines Herbergswirtes geheilt. Sagte
der Wirt: "O Herr und Meister, nun sehe ich es ganz klar ein, daß Du
allein höchst weise bist und in allem recht hast. Die Menschen sind allzeit
selbst schuld an allen Übeln, von denen sie körperlich und seelisch
heimgesucht werden. Doch wer war denn daran schuld, daß dieser mein Sohn, der
stets von frühester Jugend an mein allergeratenster und frömmster war, blind
und lahm geworden ist?" DER
HERR: "Siehe, Freund, da wirkten drei Hauptumstände zusammen! — Der
erste Umstand war deine zu große Vorliebe für diesen Sohn. So er nur ein
wenig von irgendeinem kleinen Kopfübel bedroht war, so mußten gleich alle dir
bekannten Ärzte zu ihm kommen, um ihn zu heilen. Diese haben ihm durch ihre
starken Mittel einen ziemlich heftigen Kopfkatarrh in die Augen getrieben,
und der Sohn wurde blind. Zweiter
Umstand: Als der Sohn blind geworden war, da wollten die Ärzte ihn wieder
sehend machen, gebrauchten innerlich und äußerlich starke, aber ganz
verkehrte Mittel, und dein Sohn wurde dadurch denn auch bald am ganzen Leibe
lahm. Dritter
Umstand: Ich wußte wohl auch darum, ließ es aber zu, daß dir solches begegne,
und zwar aus dem folgenden Grunde: Zum ersten hast du dann auch deinen
anderen Kindern eine größere Liebe bezeigt und hast sie alle besser zu
erziehen angefangen. Zum zweiten hast du angefangen einzusehen, daß ein
rechter Jude auch bei den leiblichen Übeln stets mehr auf Gott als auf die
zumeist blinden und unwissenden Weltärzte sein Vertrauen setzen solle; denn
wo kein Arzt mehr helfen kann, da kann noch Gott allein gar wohl helfen. —
Und zum dritten ließ Ich das auch darum zu, weil Ich wohl wußte, daß Ich zu
dir kommen werde, um dir in der Heilung deines Sohnes ein Zeichen zu geben,
daß Ich der Herr bin und mir nichts unmöglich ist. Aus
dem wirst du nun wohl einsehen, was da alles schuld war, daß dein Sohn auf
eine Zeitlang blind und lahm geworden ist. Es
gibt zwar wohl noch einen dir jetzt noch völlig unbegreiflichen, geheimen,
innern, geistigen Grund, der dir aber erst im andern Leben klar werden wird.
Das magst du aber nun aus Meinem Munde für dich und deinen Sohn vernehmen,
daß weder du selbst, noch dieser dein Sohn der Seele nach von dieser Erde,
sondern von oben her, das heißt von einer andern im endlos weiten
Himmelsraume bahnenden Erde abstammt. Denn alles, was sich dir am weiten und
tiefen Himmel als ein bleibendes Gestirn zeigt, ist Weltkörper über
Weltkörper, und keiner ist ohne euch ähnliche, vernünftige Menschenwesen;
doch Meine Kinder trägt nur diese Erde. Doch frage Mich darüber um nichts
Weiteres mehr! So du im Geiste wirst vollendet sein, wird sich deine innere
Sehe auch in diesem Punkte zu einer größeren Klarheit erheben." 2. Verheißungen und Ratschläge
H
I/1-3 — Den Kranken sage: Sie sollen sich in ihrer Krankheit nicht betrüben,
sondern sollen sich ernstlich an Mich wenden und sollen Mir ja ganz
vertrauen! Ich werde sie trösten. Und ein Strom des köstlichsten Balsams wird
sich in ihr Herz ergießen, und des ewigen Lebens Quelle wird unversiegbar in
ihnen offenbar werden. Sie werden genesen und erquickt werden wie das Gras
nach einem Gewitterregen. Den
Buhlern und Buhlerinnen aber sage: Wer im Fleische wandelt, der wandelt im
Tode, und seine Lust wird bald zur Speise der Würmer werden. Nur wer im
Geiste wandelt, kommt zum Lichte, der Urquelle allen Lebens; sein Anteil wird
ewig bestehen und sich vermehren. Den
Kleiderpracht- und Modesüchtigen sage ernstlich, daß sie nackt vor ihrem
gerechtesten Richter stehen werden. Ihre Pracht wird vergehen wie ein Schaum;
ihre Herrschsucht wird in die niedrigste Sklaverei verwandelt werden, und sie
werden sich ewig ihrer Torheit schämen müssen. Ist denn nicht ein großer Tor
der, welcher sich vornimmt, einen Schmeißhaufen vergolden zu wollen, die
Edelsteine aber, statt in Gold, in den schmutzigsten Kot fassen läßt?! Oh,
daß es der Irrsinnigen jetzt in der Welt doch gar so viele gibt! Das Licht
halten sie für Finsternis und die Finsternis für Licht! Sage
den ängstlichen Müttern: Sie sollen ihre Töchter nicht in der Furcht vor den
Männern und der Welt erziehen — denn was man fürchtet, dem gehorcht man
blindlings in der Versuchung, und dem Gefürchteten wird der Sieg leicht
werden; sondern sie sollen sie lieber in Meiner Furcht und Liebe erziehen,
damit Ich Sieger werde, damit die Töchter die Welt verachten und in Meiner
unbegrenzten Liebe schwelgen. Sie sollen sie der Gewinnung eines Ehegatten
willen nicht auf öffentliche Orte führen, sondern zu Mir sollen sie sie
bringen! Und Ich sage dir: Nicht eine ihrer Begierden soll ungesegnet und
unbefriedigt bleiben! Denn Ich bin ein reicher Gott, der an allem unendlichen
Überfluß hat, der alles im höchsten Übermaße geben kann und auch geben will. Deinen
Freunden und Brüdern sage ja in aller Liebe: Ich, ihr liebevollster Vater,
habe schon Meine beiden Arme ausgestreckt, um sie allesamt an Mein Herz,
ewig, ewig zu drücken. Sie sollen sich ja nicht von Mir wenden, sondern
unverwandt sollen sie in Mein Angesicht schauen, und Mein Auge wird es ihnen
sagen, ja laut verkünden, wie sehr Ich sie liebe und wie aufrichtig Ich es
mit ihnen meine. Sage ihnen: Ich habe ihre Sünden von Meinen Augen hin
weggetan und habe sie gewaschen so weiß wie der Schnee; es ist nun kein
Hindernis mehr. Ich will ihnen kein unsichtbarer Vater mehr sein; sie sollen
Mich allzeit schauen und mit Mir sich freuen. Alle ihre Sorgen sollen sie Mir
übertragen! Oh,
mit welcher Freude will Ich fernerhin sorgen für sie! — Oh, was sind alle
Freuden und Seligkeiten Meiner Himmel für Mich, den Vater, gegen die, von
Meinen lieben Kindern als einziger, wahrer Vater geliebt zu sein! Siehe, alle
Seligkeiten gebe Ich euch für diese einzige, die Ich nur für Mich bestimmt
habe. Und darum sollen Meine Kinder auch niemanden als Mich nur ganz allein
ihren Vater nennen; denn Ich bin es mit allem Rechte, und außer mir ist
keiner mehr. 3. Trostlicht für Hilfesuchende
GrEv V/169 — DER HERR: "Ich werde jeden ernsten Strebens
Hilfe, Kraft und Stütze sein! In der Zeit der Not werde Ich niemanden verlassen,
der stets treugläubig und Mich hebend auf Meinen Wegen gewandelt ist. Ist er
aber durch allerlei Lockungen der Welt von Meinen Wegen abgewichen, da muß er
es sich dann schon selbst zuschreiben, so für ihn Meine Hilfe zur Zeit der
Not unterm Wege verbleiben wird, und das so lange, als der Gefallene nicht
voll Ernstes und reuig und vol sich an Mich wenden wird. Ich
werde zwar ewig ein und derselbe treue Hirte verbleiben und nachgehen den
Schafen, die sich irgend verloren haben. Aber das Schaf muß irgend zu blöken
anfangen und sich finden lassen nach dem ihm eigenen und unantastbaren freien
Willen. Wer
da irgend belastet ist mit einer für seine Kraft zu großen Lebensbürde, der
komme im Herzen zu Mir und Ich werde ihn stärken und erquicken! Denn Ich gebe
eben darum manchem eine größere Bürde zu tragen, auf daß er fühle seine
Schwäche und dann im Herzen zu Mir komme und Mich bitte um hinreichende Kraft
zur leichteren Ertragung seiner größeren Lebensbürde. Und Ich werde ihn
stärken in jeglicher Not seines Lebens und ihm ein rechtes Licht geben, zu
durchwandeln die finsteren Wege des Lebens dieser Welt. — Wer aber die zu
große Bürde wohl fühlt, aber nicht zu Mir kommt im Herzen, der muß es sich
selbst zuschreiben, so er erliegt unter der zu großen Last des Erdenlebens." 4. Liebe, das Allheilmittel
GrEv III/48 — DER HERR: "Ich sage es euch, alles im
Menschen ist tot bis auf die Liebe! Darum lasset eure Liebe walten in der
Fülle über euer ganzes Wesen und fühlet Liebe in jeder Fiber eures Wesens —
so habt ihr den Sieg über den Tod in euch! Und was in euch tot war, ist durch
eure Liebe ins unverwüstliche Leben übergegangen. Denn die Liebe, die sich
selbst fühlt und aus solchem Gefühle heraus auch erkennt, ist das Leben
selbst, und was in sie übergeht, das geht auch ins Leben über!" 5. Der Arzt, der doppelt gesund
macht
J.L.
(v. 10.5.1842) — Also kannst du ja schreiben dem doppelt kranken Weibe des U.
H. W. zu dessen Leibesgeburtstage — obschon bei Mir ein jeder Tag ein
Geburtstag ist zum ewigen Leben. Sie
könnte schon lange der vollen Gesundheit sich erfreuen, wenn sie ein volles
Vertrauen auf Mich hätte. Allein wie da ist ihr Vertrauen ein geteiltes, also
ist auch ihre Gesundheit eine solche. Was aber kann da Meine Hilfe bringen,
so sie sogleich wieder von irgendeinem weltweisen Arzte vertrieben wird? Und
habe Ich da neben einem Arzte auch jemandem aus der Not seines Leibes
geholfen, wer erkennt solches und gibt Mir dann die Ehre, da er geteilten
Glaubens ist in dem, ob Ich oder der Arzt ihm geholfen habe? Wenn aber Meine
Hilfe nur gewisserart also mitzotteln muß mit der Hilfe des Arztes, siehe, da
lasse Ich Mir auch Zeit und sage: Wie die Zahlung, so auch die Arbeit! — Wer
hier am meisten bezahlt wird, der soll auch am meisten arbeiten! Was
nützte es aber der Seele und somit auch dem Geiste, welcher ist das Leben der
Seele, so Ich dem Leibeskranken helfen möchte in der Medizin des Arztes?
Würde er, wenn er sobald genesen würde, nicht auch sein ganzes, volles
Zutrauen auf den Arzt setzen, Meine Hilfe aber nur als eine Chimäre und Mich
somit nach und nach für ganz entbehrlich betrachten? Siehe,
aus diesem Grunde habe Ich da mit den Leibeskranken nicht viel zu tun. So
aber der Arzt Mir trauete und Mir allein die Ehre
gäbe, und mit ihm auch der Kranke, so wäre das freilich wohl etwas anderes
und Meine Hilfe sicherer, als so der Arzt sich noch schmählich darüber
aufhält, wenn ein Gesundgewordener in seiner Gegenwart ausruft: "Der
liebe Gott hat mir geholfen!" — der Arzt aber dann beisetzt: "Wenn
dir Gott geholfen hat, warum hast du denn hernach mich zu dir rufen lassen?
Hättest ja gleich können dich zu deinem Gott um Hilfe wenden! Hier habe ja
nur ich, der Arzt, dir geholfen durch meine Kunst und Wissenschaft!" Für
was werde denn Ich im wahren Sinne gehalten, so Ich dem Arzte und Chirurgen
soll einen Nachzottler machen? Ja einen Nachzottler, der da nach guter Kur auch nicht auf den
leisesten Dank irgendeinen Anspruch machen, sondern nur ganz im Verborgenen
stets fleißig helfen soll für den Gewinn und für die Ehre der Ärzte — gleich
wie ein Soldat, der sich auch für die Ehre irgendeines in einem Luftzelte
schwelgenden Feldherrn muß totschlagen lassen! O siehe, für solche Arbeit
fühle Ich Mich denn doch etwas zu gut und werde es daher auch allzeit bleiben
lassen, um solchen Schmähsold zu dienen. Willst
du aber vollkommen gesund werden, dann vertraue dich nur Mir allein fest an,
und das mehr denn deinen Alten und Ärzten, sonst kann Ich dir nicht helfen.
Ich kann aus Meiner großen Erbarmung es wohl zulassen, daß du halbsiech
erhalten wirst von den Ärzten; aber ganz gesund wohl sehr schwer oder nie! Wenn
du wüßtest, wie gerne ich so manchem helfen möchte, wenn er nur zu Mir käme
voll Vertrauens und Glaubens und Liebe! Aber jetzt kommen die Besten kaum mit
einem Viertel Glauben, einem Sechstel Vertrauen und einem Achtel Liebe.
Siehe, bei solchen Verhältnissen gibt es denn auch für Mich bei den Kranken
aller Art wenig zu tun! Solches aber sage Ich dir zu an diesem deinem Tage,
dieweil Ich dich doppelt gesund machen will. Verstehe aber wohl, was das
heißt: doppelt gesund! — Das alles sage Ich, dein lieber Jesus. 6. Heilung durch geistige Umkehr
I.K.L.
(v. 10.11.1893) — O liebe Kinder, daß ihr doch einmal weise wäret und
verstündet Mein Tun! Ich bin ja nicht gekommen, euren Leib von seinen Übeln
zu befreien, sondern darum bin Ich in diese Welt gekommen, eure Seelen durch
des Leibes Gebrechen zu läutern und zu reinigen. Anstatt daß ihr Mir nun
danket für solch gnädige Mithilfe, wollet ihr, daß Ich euch abnehme, was zu
eurem Seelenheile dient! —O wie blind seid ihr noch! Und wie lange muß Ich
noch bei euch sein, bis ihr das Wahre vom Falschen unterscheidet und nach dem
Lichte verlanget und das wahre Sein ergreifet, anstatt dem Schatten und dem
Scheine nachzujagen!? Ihr
denket da nun wohl bei euch: "Ja wenn also jede Sorge, die wir dem Leibe
zuwenden, eine törichte ist, und wir aufhörten für ihn zu sorgen, da würde er
doch bald untauglich werden und seinen Zweck verfehlen, nämlich der Seele als
Läuterungs- und Reinigungsort zu dienen! Die Sorge um den Leib ist doch
instinktmäßig und sogar unsere Pflicht, warum wird sie hernach hier als
gänzlich verwerflich hingestellt?" Nun,
liebe Kinder, diese Art, für den Leib Sorge zu tragen, verwerfe Ich durchaus
nicht. Darum höret Mich nur weiter an, so werdet ihr bald merken, wo es
hinaus will. Sehet, ihr alle, die ihr mit irgendwelchen Leiden und Gebrechen
des Körpers behaftet seid, habt euch dieselben zum größten Teile selbst
zugezogen — entweder durch ungeordnetes Leben, in Essen und Trinken oder
durch Unkeuschheit in mancherlei Beziehung, sei es auch nur in unlautern und
unreinen Gedanken. Wenn die letzteren auch niemals zur Ausführung kamen noch
kommen werden, so ist es dennoch ein Spielen mit der Sünde, die den Tod
gebiert. All die anderen Ausschweifungen und Sünden will Ich gar nicht
berühren; denn sie sind ein Greuel und der Untergang der ganzen Welt. Die mit
diesem Höllengift Behafteten werden schwerlich das Reich Gottes sehen. Lasset
uns aber noch zu denen uns wenden, deren Krankheit und Siechtum ein Erbteil
von Eltern und Voreltern ist. Das sind diejenigen, die Ich vom Mutterleibe an
vor dem Schlangengift der Welt bewahren will. Dadurch, daß sie ihr Kreuz
sozusagen mit auf die Welt bringen, reifen ihre Seelen früher aus und sind
Mir daher bald tüchtige Werkzeuge. Denn ihr Geist ist schon vereint mit
Meinem Geiste durch das frühzeitige Wachwerden der Seele. Sie sind
geringgeachtet vor der Welt ihrer leiblichen Schwäche wegen; aber eben darum
stehen sie im Geistesreiche obenan und sind auch früher reif für dasselbe. Doch
nun haben wir noch eine dritte Art, und das sind die von zuviel irdischer
Arbeit Geschwächten, die sich aber in zwei Teile teilen — in solche, die aus
übergroßer Gier nach irdischem Gut sich schädigten, und solche, die aus Not
und Armut über ihre Kräfte taten. Sehet,
da haben wir in kurzem den Hauptteil der menschlichen Leiden im allgemeinen,
deren Träger die Mehrzahl der heutigen Menschheit bilden, und diese sind es,
denen Ich sage: "Euer Streben durch äußere Mittel leidensfrei zu werden ist
vergebens! Richtet eure Sorge nicht auf den Schein, sondern auf das Sein!
Betrachtet euer irdisches, körperliches Leiden als gerechte Sühne eurer
Sünden und bekehret euch von ganzem Herzen, so wird es besser mit euch
werden, wenn auch nicht am Leibe, so doch an eurer Seele! Diese ist es, die
Ich zu retten gekommen bin einst und nun! Darum lasset ab von allen euren
Versuchen, das für das Heil eurer Seelen erforderliche Kreuz abzuschütteln. Ich
habe geistige Zwecke mit euch vor, während euer Sinn nur auf Irdisches
gerichtet ist. Darum verstehet ihr nicht Mein Tun und Meine Liebesabsichten.
Ich aber will dennoch euch nicht lassen, sondern euch mit himmlischer,
väterlicher Geduld und Langmut auch ferner hin ertragen und euch dem ewigen
Lichte näher führen. Denn Meine Liebe will nicht, daß eines verlorengehe,
sondern daß sich alle zur Buße kehren." 7. Vom wahren Heilsstreben
GrEv V/89 ff. — DER HERR: "Ich sage dir: Unter gewissen,
wahren Verhältnissen ist alles gut auf der Erde und bringt Segen durch den
wahren Gebrauch für Leib, Seele und Geist, und es ist dem Reinen alles rein,
und für den, der selbst ein Licht geworden ist, kann es keine Nacht mehr
geben. Aber durch einen dummen, verkehrten und also ordnungswidrigen Gebrauch
muß am Ende selbst das Beste schlecht werden — statt Segen und Heil — fluch
und Unheil bringen! Du
weißt, daß das Wasser die mannigfachsten und allerbesten Eigenschaften
besitzt und zum naturmäßigen Leben der Menschen, Tiere und Pflanzen das
unentbehrlichste Element ist. Aber so der Mensch sich eine Wohnung errichten
wollte in der Tiefe des Meeres, um darin mit den Fischen zu hausen, so würde
er in solcher Wohnung schnell den Tod seines Leibes finden. — Ebenso ist das
Feuer gleich dem Wasser ein notwendiges Element zum Leben; wer sich aber in
ein Feuer stürzte in der Meinung, darin eine noch größere Fülle des Lebens
sich anzueignen, der wird bald als Asche keinen Funken Naturlebens mehr
besitzen! Und
so geht es mit allen Dingen! Selbst die giftigsten Pflanzen und Tiere haben
ihren großen Segen für diese Erde; denn sie saugen den bösen Giftstoff aus
der Luft an sich. Ihre Natur ist so eingerichtet, daß ihnen das Gift, das in
den ganz ungegorenen Naturlebensgeistern besteht, keinen Naturlebensschaden
bringen kann. Lasset darum diese Dinge in ihren für die Erde nützenden
Bezirken unangefochten! Trachtet vor allem, vollkommene Menschen zu werden —
ja, werdet so vollkommen, wie da euer Vater vollkommen ist, so wird euch
alles Gift der Pflanzen und der Tiere nichts anhaben können! Werdet
doch einmal wieder das, wozu ihr berufen seid und was die Erzväter waren,
denen alle Kreatur gehorchte. Werdet durch die Beachtung Meiner Lehre Herren
der Schöpfungen eures Vaters in Seiner Ordnung, und es wird bei so bewandten
Umständen keine Feindschaft mehr bestehen weder unter euch, noch zwischen
euch und den euch untergeordneten Kreaturen! — Aber so ihr aus solcher
Ordnung tretet, so werdet ihr euch den alten Fluch und Unfrieden wieder
müssen gefallen lassen. In
dieser Zeit wird zwar Mein Reich auf dieser Erde viel Gewalt bedürfen, und
die es sich nicht mit Gewalt aneignen, werden es nicht in ihren Besitz
bekommen. Später wird es jedoch leichter gehen; aber ohne einen gewissen
Kampf, wenigstens mit sich selbst, wird sich Mein Reich schon auf dieser Erde
nicht gewinnen lassen. Denn so schon das diesirdische Leben nur ein Kampf
ist, um wieviel mehr das wahre geistige Leben aus dem Jenseits, besonders
wenn es schon in dieser Welt sich äußern soll. Aber der Kampf wird dennoch
für jeden, der Gott wahrhaft liebt, durchwegs ein leichter sein! Denn dies
sei einem jeden Meiner wahren Freunde gesagt, daß Mein Joch sanft und Meine
Bürde leicht ist! … Wer
dies alles erkennt und treu beachtet, der wird unfehlbar des Lebens
Vollendung erreichen und wird den Tod nimmer fühlen, noch auf irgendeine Art
wahrnehmen. Denn wer schon im Leibe sich das ewige Leben des Geistes erweckt
hat, der wird im Abfalle des Fleisches nichts als eine ihn über alles
beseligende Befreiung im höchst klaren Bewußtsein seines vollkommensten Seins
vollwahr und allerrichtigst wahrnehmen, und sein Seh- und Lebenskreis wird
ins Unendliche erweitert werden." 8. Bergung in der Arche Noah
GrEv III/13 — Siehe, als zu Noahs Zeit die Flut kam über den
Boden der Erde, den die im Grunde des Grundes lebensverdorbene Menschheit
bewohnte, da tötete die Flut bis auf Noah und dessen kleine Familie und die
Tiere, die Noah in den Kasten aufnehmen konnte, in der weiten Weltgegend
alles, nur die Fische im Wasser natürlich nicht. Wie aber erhielt Noah sich
und seiner Familie das Leben hoch über all den todbringenden Wogen der großen
Flut? — Siehe, er befand sich in seinem festen Kasten, den die tolle Flut
ganz gehorsamst auf ihrem Rücken tragen mußte! ... Diese
tödliche Flut Noahs erhält sich aber geistig noch gleichfort auf dem Boden
dieser Erde. Und Ich sage dir, daß diese geistige und beständige Sündflut
Noahs dem Leben der Weltmenschen nicht minder gefährlich ist als die einstige
naturmäßige zu den Zeiten Noahs. Wie
aber kann man sich vor dem Zu-Tode-Ersaufen in der geistigen Sündflut
schützen? Ich sage dir: Was Noah körperlich tat, das tue man nun geistig, und
man ist für immer geschützt vor der großen geistigen Sündflut! Mit andern
Worten: Man gebe nach der Ordnung Gottes zwar auch der Welt, was der Welt ist
— aber vor allem Gott, was Gottes ist! Die "Arche Noahs" ist eines
Menschen rechte Demut, Nächsten- und Gottesliebe. Wer recht demütig ist und
voll der reinen, uneigennützigen Liebe zu Gott dem Vater und zu allen
Menschen und hat stets das rege Bestreben, allen Menschen, so möglich, zu
dienen in der Ordnung Gottes — der schwimmt ganz wohlbehalten und
bestverwahrt über die sonst gar so leicht todbringenden Fluten aller
Weltsünden hinweg. Und am Ende dieser seiner irdischen Lebenslaufbahn, wenn
für ihn die Flut sinken und sich verlaufen wird in ihre finsteren Tiefen, da
wird seine Arche am großen Ararat des lebendigen Gottesreiches eine
wohlgestellte Ruhe nehmen und wird dem, den sie getragen, zu einem ewigen
Wohnhause werden. 9. Erkenne dich selbst!
GrEv V/125 — DER HERR: "Nehmet euch alle Mühe und prüfet
euch, ob ihr nichts unterlasset, auf daß ihr am Ende nicht sagen müsset:
"Da, sieh her, nun habe ich volle zehn bis zwanzig Jahre hindurch alles
getan, was mir die göttliche Lehre vorschrieb, und dennoch stehe ich stets
gleich auf einem und demselben Flecke, verspüre noch immer nichts von einer
besonderen Erleuchtung in mir, und vom sogenannten ewigen Leben empfinde ich
auch noch ganz blutwenig in mir! Woran fehlt es denn noch?" Ich
aber sage zu euch darum: Prüfet euch sorgfältig, ob nicht noch irgend starke
weltliche Vorteilsgedanken euer Herz beschleichen, ob nicht zeitweiliger
Hochmut, eine gewisse zu überspannte Sparsamkeit, eine jüngste Schwester des
Geizes, die Ehrsucht, richterlicher Sinn, Rechthabelust, fleischlicher Wollustsinn
und dergleichen mehreres euer Herz und somit auch eure Seele gefangenhalten!
Solange das bei dem einen oder dem andern der Fall ist, wird er zu der
Verheißung, das heißt, zu ihrer vollen Erfüllung an ihm selbst, nicht
gelangen. Denn betrachtet nur den Most und den reinen, geistvollen Wein in
einem Fasse oder Schlauche! Solange sich grobe und fremde Bestandteile im
Moste befinden, wird er gären und zu keiner Reinheit gelangen; sind aber
diese samt und sämtlich einmal hinausgeschafft, so wird es ruhiger und
ruhiger im Fasse, der Most klärt sich und wird zum reinen, vollgeistigen
Weine. Es
wird oft so manchem gar nicht vieles fehlen von der vollen Besitznahme des
Gottesreiches in seiner Seele, und dennoch wird er es nicht einnehmen, weil
er sich zu wenig prüft und nicht acht darauf hat, was etwa noch Irdisches an
seiner Seele klebt. Wird er sich aber sorgfältiger prüfen, so wird er bald
finden, daß er eben noch sehr empfindlich ist und ihn gar bald eine
Kleinigkeit beleidigt. 'Ja',
sagt da jemand, 'soll ein Mensch denn gar kein Ehrgefühl haben?' — O ja, sage
Ich, der Mensch kann allerdings ein Ehrgefühl haben, aber das muß von der
edelsten Art sein! Hat dich ein noch schwachgeistiger Mensch beleidigt, so
werde ihm darum nicht gram, sondern gehe hin und sage zu ihm: 'Freund, mich
kannst du mit nichts beleidigen; denn ich liebe dich und alle Menschen! Die
mir fluchen, die segne ich, und die mir Übles tun, denen tue ich nach allen
meinen Kräften nur Gutes! Aber es ist nicht fein, daß ein Mensch den andern beleidigt;
darum unterlasse das für die Folge zu deinem höchsteigenen Heile! Denn du
könntest bei deiner stets wachsenden Beleidigungssucht einmal an einen
kommen, der dir die Sache sehr übelnähme und dir dann große und gewiß sehr
unliebsame Ungelegenheiten bereiten könnte!' Wenn
ihr mit einem, der euch beleidigt hat, ohne den geringsten Groll im Herzen
also redet, so habt ihr das edle und göttliche Ehrgefühl in eurem Herzen
vollkommen gerechtfertigt. Sowie ihr aber darob noch so eine Art kleinen
Grolles in euch merket und auf den Menschen bitter und unfreundlich werdet,
so ist das noch eine Folge eines kleinen, in eurer Seele verborgenen
Hochmutes, der allein noch lange gut genügt, die Vereinigung eurer Seele mit
Meinem Lichtgeiste in euch zu verhindern. Oder
es spricht einen von euch mehrere Male ein und derselbe Arme um ein
namhafteres Almosen an. Ihr habt es wohl und könntet dem armen noch
tausendmal soviel geben, als ihr ihm schon gegeben habt; aber es berührt euch
seine gewisserartige Unverschämtheit bitter, und
ihr weiset ihm die Türe mit dem Bedeuten, er solle nicht so oftmals kommen
und denken, daß man ihm allezeit, so oft es ihm einfällt, ein Almosen
verabreichen wird. Ja
sehet, das ist für einen Weltmenschen wohl eine ganz vernünftige Rede, und es
geschieht dem Bettler so eine kleine Zurechtweisung recht; aber derjenige,
der dem Armen also begegnet, ist dem nach lange nicht reif zu Meinem Reiche,
der Ich Meine Sonne scheinen lasse über gute und böse Menschen und zum
Frommen aller Kreatur. Derselbe
Strahl, der die vergoldeten Paläste der Könige verherrlicht und in der Rebe
den edelsten aller Säfte reinigt, reift und sehr versüßt, leuchtet auch über
Pfützen und Kloaken und ärgert sich nicht an dem Gequake der Frösche und an
dem Gezirpe der Grillen. Eine solche Zurückhaltung hat hinter sich noch etwas
Karges, und die Kargheit und die allzu ökonomische Sparsamkeit ist eben nicht
sehr weit vom Geize entfernt und trübt den Lebensmost der Seele. Und solange
das noch ununterbrochen der Fall ist, wird aus der Seele kein reiner und
geistvoller Lebenswein. Wer
aber als wohlhabend im Geben nur eine recht große Freude findet und den Armen
gar nicht ansieht, darum, daß er ihm schon zu öfteren Malen eine kleine Gabe
verabreicht hat, der ist dann in diesem Punkte schon fähig, in Mein Reich
überzugehen, so er etwa keines andern kleinen Fehlers in seiner Seele
gewärtig ist. Darum
sagte Ich zu euch, daß ihr euch stets in allem genau erforschen und euch auf
den Lebensstandpunkt erheben sollet, auf welchem ihr es in euch hell und
lebendig wahrnehmet, daß ihr von allen irdischen Schlacken frei seid." 10. Beim Uhrmacher
BM
Kap. 21 — Ja, mein Gott, du hast recht, und ich liebe und schätze dich
überaus ob deiner Weisheit und der damit vereinten Kraft, Liebe, Geduld und
Ausharrung! Würdest du nur sanfter mit mir reden, so daß ich aus deinen
Worten nicht allzeit meine Fluchwürdigkeit in aller Fülle und Schwere
erschauen muß, dann wäre ich schon lange förmlich verliebt in dich! Aber eben
diese deine durchdringliche Wortschärfe erfüllt mich eher mit einer Art
geheimer Furcht als mit Liebe zu dir! — Rede sonach schonender mit mir, und
ich werde dich dann aus allen meinen Kräften lieben! DER
HERR: "Freund, was verlangst du von Mir, daß Ich dir's nicht angedeihen
ließe im höchsten Vollmaße, ohne von dir dazu aufgefordert zu werden?! Meinst
du denn, daß da nur ein Schmeichelredner ein wahrer Freund ist oder einer,
der sich aus lauter Ehrfurcht nicht getraut, die Wahrheit jemandem unters
Gesicht zu bringen?! — Oh, da bist du in großer Irre! Du bist einer, an dem
kein gutes Härchen irgendwo steht! Kein edles Werk der Liebe ziert dich! Hast
du je etwas getan, das vor der Welt wie lieb-edel schien, so war es aber
dennoch eitel Böses. Denn all dein Tun war nichts als eine arge Politik,
hinter der irgendein geheimer herrschsüchtiger Plan verborgen lag! Gabst
du irgend jemandem ein karges Almosen, so mußte davon der ganze Umkreis Notiz
nehmen; sage — war das evangelisch, wo doch die Rechte nicht wissen soll, was
die Linke tut?! Gabst
du jemandem einen sogenannten guten Rat, so war auch der allzeit so gestellt,
daß am Ende dessen Wasser dennoch auf deine Mühle laufen mußte! Zeigtest
du dich herablassend, so geschah es nur, um den Untenstehenden so recht
anschaulich deine Höhe einzuprägen! War
der Ton deiner Rede sanft, so wolltest du damit das erreichen, was da zu
erreichen suchen die Sirenen mit ihrem Gesange und die Hyäne mit ihrem Weinen
hinter einem Busche! Du warst fortwährend ein gierigstes Raubtier! Kurz
und gut, an dir war auch nicht ein gutes Haar, und du befandest dich schon
vollkommen in der Hölle! Gott der Herr aber erbarmte sich deiner, ergriff
dich und will dich nun völlig frei machen von all den Höllenbanden! — Meinst
du wohl, daß solches möglich sein könne, ohne dir zu zeigen, wie du beschaffen
bist?! Hast
du auf der Erde nie gesehen, was die Uhrmacher mit einer verdorbenen Uhr
machen, so diese wieder gut und brauchbar werden soll? — Siehe, sie zerlegen
sie in die kleinsten Teile, aus denen sie zusammengesetzt ist, untersuchen da
jedes Stückchen sorgfältig und reinigen es, machen das Krumme gerade, feilen
das Rauhe hinweg und ergänzen, wo irgend etwas fehlt, und setzen am Ende das
Werk wieder zusammen, auf daß es wieder wirkend entspräche seiner Bestimmung!
Meinst du wohl, daß solch eine ganz verdorbene Uhr zum Gehen kommen möchte,
so der Uhrmacher bloß ihr Äußeres recht blank putzte, das Innere aber
beließe, wie es ist?! Ebenso
aber bist auch du ein Uhrwerk, in dem auch nicht eines Rades Zahn in der
Ordnung ist! Sollst du gebessert werden, so mußt du auch zerlegt werden in
allem deinem verdorbenen Wesen! Es muß alles heraus ans Licht der ewigen,
unbestechlichen Wahrheit, auf daß du dich selbst beschauen kannst und sehen,
was alles in und an dir völlig verdorben ist! Hast
du erst alle deine Gebrechen erkannt, dann erst kann die Raspel, die Feile,
die Zange und endlich auch eine Putz- und Polierbürste angelegt werden, um
aus dir wieder einen Menschen in der Ordnung Gottes zu gestalten, und das
einen ganz neuen Menschen; denn dieser dein jetziger Mensch ist völlig
unbrauchbar! So Ich nun aber alles das an dir tue — sage, verdiene Ich da
nicht deine Liebe?!" 11. Vom Segen des Gebets
I.K.L.
(v. 23.2.1893) — Liebe Kinder! Sehet, das Gebet ist es, das Mich zu euch und
euch zu Mir treten läßt. Das Gebet ist der Weg zu Meinem Herzen. Im Gebet
liegt eine verborgene Kraft, die aus Meinem Herzen strömt. Je mehr ihr betet,
desto mehr Kraft kann Ich euch verleihen und um so inniger wird die
Verbindung mit Mir. Wer im Gebet sich Mir naht, mit was immer es auch sein
mag, der wird nie ohne eine Antwort, einen Trost, eine Versicherung Meiner
Liebe und Gegenwart bleiben. Natürlich
verstehe Ich hierunter ein wahrhaftiges Gebet, das aus der Tiefe des Herzens
emporsteigt, und nicht nur ein eitles Lippengeplapper, von dem das Herz
nichts fühlt und nichts empfindet, also nur eine "pflichtschuldige"
Abhandlung ist, ein Tribut, den man Mir schuldig zu sein glaubt — das nenne
Ich nicht beten. Da wäre Mir kein Gebet um vieles lieber denn ein solches,
das die Herzen nicht erwärmt, sondern nur noch mehr erkältet. Unter
einem wahren Gebet verstehe Ich nicht die Stunden oder Augenblicke, die ihr
Mir schenket, wenn euch die Not oder irgendeine Trübsal treibt und wobei ihr
den Notgott anrufet, den ihr im Glück wohl schon längst vergessen hättet,
dessen ihr nun aber gedenket, weil ihr Seine Hilfe nötig habt. Sehet, auch
das ist kein wahrhaftiges Gebet (obschon Ich in den meisten Fällen Mich damit
begnügen muß)! Ein
wahres Gebet ist ein Gebetsleben, ein Leben mit Mir und in Mir. Wer ein
solches lebt, der hat das ewige Leben und wird den Tod nicht sehen, fühlen
und schmecken! Wer
sein Leben nach Meinem Wort einrichtet, der betet im wahren Sinne ohne
Aufhören. Wer Mich im Herzen hat, der betet stets; denn seine Gedanken sind
stets auf Mich und Meine Liebe gerichtet, und was er tut und beginnt, das tut
er im Hinblick auf Mich. Und seine Freuden bestehen darin, beständig im
Verkehr mit Mir zu sein, Mir zu dienen durch die Liebe seines Herzens. — Das
heißt: Beten mit dem Herzen ohne Unterlaß. Und wer also tut, den will Ich
erhören und ihn segnen. Dies
sei heute Mein Segensgruß für euch von eurem Vater Jesus. Amen. 12. Der rechte Glaube
RBl II/280(4ff) — Es ist wohl sehr schön, löblich und gut,
sich von Mir und Meinem Reiche zu besprechen, aber noch schöner, löblicher
und besser ist es, sich in den Geschäften der Himmel recht wacker zu üben!
Das Wissen geht natürlich dem Geschäft voraus. Weiß man aber einmal, was man
zu tun hat, dann muß man — handeln! Und es ist dann schon eine kleine gute Handlung
besser als ein großes Wissen für sich ohne Handlung! — Denn aus einer noch so
kleinen Handlung wird schon etwas zum Vorschein kommen, der Handlung folgt
stets ein Werk; aber dem puren Wissen folgt nichts, so es nicht ins Handeln
übergeht. Was
nützet es einem Töpfer, so er noch so ausgezeichnet in der Kunst, Töpfe zu
formen, bewandert wäre, aber nie einen Lehm auf die Drehscheibe nähme und
seine Wissenschaft ins Werk zu übertragen versuchte? — So ist auch der Glaube
eine Wissenschaft des Herzens. Solange sie aber nicht ins Werk gesetzt wird,
ist sie so gut wie tot. Nur das nach ihr vollbrachte Werk gibt ihr erst das
Leben. 13. Prophetenschulen, Wege zur
geistigen Vollendung
GrEv IX/56(10ff) — DER HERR, über die alten Prophetenschulen
befragt, sagt: "… Von gottesfürchtigen Eltern schon von der Geburt an
rein und wohl erzogene Knaben, natürlich vor allem solche, die auch zu
allermeist leiblich völlig gesund und kräftig waren, wurden von den im Geiste
geweckten Richtern und Priestern des Volkes Israel in diese sogenannte
Prophetenschule aufgenommen, in der sie zuerst des Lesens, Schreibens und
Rechnens wohlkundig werden mußten. Dann wurden sie in der Schrift wohl
unterwiesen, das heißt in den Büchern Mosis, und so auch in der Länder- und
Völkerkunde der den Menschen bekannten Erde. Dabei
aber wurden sie auch sorglichst angehalten, die Gebote Gottes nicht nur zu
erkennen, sondern sie auch strenge, und das soviel als möglich freiwillig und
sich-selbst-bestimmend, zu beobachten. Sie wurden dabei nach ihrem Alter und
nach dem Grade ihrer geistigen Entwicklung gar manchen Proben und Prüfungen
ausgesetzt, auf daß sie in sich selbst zu der lebendigen Überzeugung kamen,
inwieweit sie schon in der Kraft, aller Welt und ihren Reizen zu widerstehen,
gekommen waren. Vor
allem mußten sie vor der Trägheit, als der Mutter aller anderen Sünden und
Übel, bewahrt werden; darum sie denn auch zu allerlei ihren Kräften
angemessenen körperlichen Arbeiten angehalten wurden. Waren
sie einmal in aller Selbstverleugnung und Selbstbesiegung groß und stark
geworden, so wurden sie durch die Wissenschaft der Entsprechungen in ihr
Inneres geführt, wodurch sie zum lebendigen Glauben und zu einem unbeugsamen
Willen unter der Einung mit dem wohlerkannten und auch schon von Kindheit an
stets genau beachteten Willen Gottes gelangten. Dadurch waren sie dann auch
imstande, so manche Zeichen zu bewirken, weil ihr eigener Selbstwille mit dem
Willen Gottes eins geworden war und der Glaube als ein wahres, lebendiges
Licht aus den Himmeln in ihren erleuchteten Herzen keinen Zweifel mehr
zuließ. War
das alles einmal in der wahren und lebendigen Ordnung erreicht, so wurden die
Zöglinge (eben durch den lebendigen Glauben und durch den in aller Tat mit
dem Willen Gottes geeinten Selbstwillen) mit dem Geiste Gottes nach der
individuellen Fähigkeit erfüllt, wodurch die innere Sehe erweitert wurde und
sie dadurch auch zukünftige Dinge und Begebenheiten in entsprechenden Bildern
voraussahen, die sie dann für die Nachwelt aufzeichneten. Wer
einmal in diesen Zustand, in welchem er Gesichte bekam, gelangte, der
gelangte auch zum inneren lebendigen Wort und vernahm also die Stimme Jehovas
in sich, und das war das "Gotteswort", das der Prophet wie aus dem
Munde Gottes den Menschen verkündete und eigentlich verkünden mußte, weil er
von dem in ihm waltenden Geiste Gottes dazu angetrieben war. Und
siehe, also sah die Schule der Propheten aus. Und auf die beschriebene Art
wurden die Menschen in einer förmlichen und wahren Lebensschule zu Propheten
gebildet. Aber
es wurden fromme und an Gott allezeit fest glaubende und Ihn im Herzen
liebende Männer oft auch ohne die vorangehende Schule zu wahren Propheten
erweckt … Es
werden in der Zukunft wohl gar viele Schulen errichtet werden. Jedoch werden
daraus wohl eine Unzahl falscher Propheten, aber nur sehr wenige wahre
Propheten dem Willen Gottes gemäß hervorgehen. Denn
wahrlich, Ich sage dir: In der Folge wird nur der ein Prophet und Seher, der
an Mich glaubt, Mich über alles und seinen Nächsten wie sich selbst liebt und
Meine Lehre tatsächlich befolgt. — Und es wird nicht jeder, der gläubig zu
Mir rufen wird: 'Herr, Herr!', in Mein Reich eingehen, sondern nur der,
welcher Meinen in Meiner Lehre klar ausgesprochenen Willen tut. Darum seid
denn auch ihr nicht nur eitle Hörer, sondern sofortige Täter Meines Wortes,
so werdet ihr in euch auch das wahre Reich Gottes überkommen. Erwartet
aber niemals, als werde das Reich Gottes, als das Reich des inneren Lebens,
jemals mit irgend äußeren Zeichen und äußerem Glanzgepränge zu den Menschen
kommen, sondern es ist inwendig in euch! Wer es auf die von Mir euch gezeigte
Art und Weise in sich sucht und da nicht findet, der sucht es in aller Welt
und in allen Gestirnen vergeblich. Der
Pfad zum wahren und lebendigen Reiche Gottes ist somit ein sehr schmaler und
oft mit allerlei Dorngestrüpp überwachsener. Demut und vollste
Selbstverleugnung ist sein Name. Für den Weltmenschen ist er völlig
ungangbar. Wer
aber an Mich glaubt und Meine Gebote hält, dem werden die Dornen am Pfade zum
Reiche Gottes nicht die Füße verwunden. Nur ein ernster Anfang ist schwer.
Wenn der Ernst aber bleibt und nicht durch allerlei Weltrücksichten
geschwächt wird, so ist die volle Erreichung des Reiches Gottes in sich etwas
ganz Leichtes. Denn solch einem stets vollernstlichen Bestreben nach dem
Gottesreiche in sich ist Mein Joch sanft und leicht die ihm zu tragen von Mir
auferlegte Bürde. Und Ich werde den ersten Suchern des wahren Reiches Gottes
stets laut in ihrem Herzen zurufen: 'Kommet alle zu Mir, die ihr mühselig und
belastet seid! Ich Selbst komme euch schon mehr als auf dem halben Wege
entgegen und will euch vollauf kräftigen und erquicken!' Die
aber zu Mir nur 'Herr, Herr!' rufen, ihre Hauptsorge aber nur weltlichen
Dingen zuwenden und nur so nebenbei nach dem, was das Reich Gottes ist,
trachten, zu denen werde Ich sagen: 'Was rufet ihr Weltlinge Mich, und was
schreiet ihr!? Mein Herz hat euch noch nie erkannt. Um was ihr euch sorget,
das bringe euch auch die von euch gewünschte Hilfe!' Wahrlich,
Ich sage euch: Solche Menschen werden im Diesseits schwerlich je das wahre
und lebendige Reich Gottes in sich finden und werden ihren Nebenmenschen
gegenüber schlechte Lehrer, Seher und Propheten darstellen! Und im Jenseits
wird es für solche halbtoten Seelen noch ums Unvergleichbare schwerer sein,
das Reich Gottes in sich zu suchen und zu finden! Darum
und dafür arbeite ein jeder, solange der Tag währt; denn kommt darauf die
Nacht, da wird es sich schwer arbeiten lassen." 14. Weitere Worte zum Leben mit und
ohne Gott
H
I/4(4-5) — DER HERR: "Wenn jemand seine Liebe an die materielle Welt
heftet, so wird seine Liebe durch die Macht des Todes erdrückt, und die Folge
ist dann das Los der Materie oder der Tod. Wer aber seine Liebe zu Mir
richtet und an Mich heftet, der verbindet seine Liebe mit der Liebe oder mit
dem Leben allen Lebens und wird selber lebendig durch und durch." H
I/160(7) — DER HERR: "Dem Menschen tut nur eine Sorge not, und diese
besteht darin, Gott, den heiligen Vater, zu suchen allzeit, nicht nur in der
Not, sondern auch auf den liebegerechten Wegen! Und wer da Ihn als das
allerhöchste Gut gefunden hat, der soll Ihm nicht sobald wieder den Rücken
zukehren, sondern bei Ihm verbleiben, — sonst wird er allzeit seiner Ohnmacht
gewahr werden schon auf dem halben Rückwege und erst durch bittere
Erfahrungen erkennen müssen, wie gar nichts er ohne Mich vermag!" H
I/160(8-10) — DER HERR zu dem eigenwilligen Adam: "Wenn jemand Meinen
Namen ruft, hat aber seinen Rücken Mir zugewendet, wahrlich, der wird nicht
erhört so lange, bis er nicht Herz und Angesicht zu Mir gewendet hat! Doch
merket euch: Es wird aber eine solche Umkehr allzeit auf eine heiße Probe
gestellt werden, und es wird sich dann zeigen, wieviel des Ernstes im Herzen
waltet; — denn da wird die Welt gewaltig toben um dich —, und es wird kein
anderes Wort erhört denn allein das des Herzens. Verstehe es wohl und kehre
Mir nimmer den Rücken, sondern laß dich überallhin von Mir geleiten und
führen!" GrEv IX/139(6-7) — DER HERR zu Judas Ischariot: "Wer es
mit der Welt hält und sie liebt, der findet früher oder später sicher den
Lohn, den die Welt für ihre Freunde stets in Bereitschaft hat: den Tod! —
Mein Reich aber ist nicht von dieser Welt, und wer es mit Mir hält, dem wird
das ewige Leben zum Lohne! Schreibe dir das in dein Weltherz!" GrEv IX/149(16) — DER HERR: "Wer dieses Leibes Leben liebt
der Welt wegen, der wird das Leben der Seele verlieren. Wer es aber nicht
liebt um Meinetwillen, der wird es erhalten für ewig in Meinem Reiche!" GrEv IX/118(24-25) — DER HERR zu einem verstockten
Schriftgelehrten, der auf das leidensvolle Los vieler Gläubigen hinweist:
"Mit dem Lebensglück der von Gott begeisterten Menschen sieht es immer
am allerbesten aus; denn diese wissen es, warum sie in diese Welt gestellt
sind, und wenn sie leiden, so wissen sie auch, warum. Sie haben keine Furcht
vor dem Leibestode, weil sie das ewige Leben der Seele schon in aller
Klarheit in sich haben und darin auch die Macht des Geistes Gottes. — Was hat
dagegen ein in allen Weltwohlgenüssen schwelgender Mensch in sich? Wessen
wird er am Ende inne? Des Todes, hinter dem sich ihm kein Leben zeigen will,
— und Verzweiflung ist zuletzt sein Los!" GrEv VIII/217(13-18) — Der erleuchtete Essäeroberste
Roklus auf die Frage eines Griechen, was man tun
solle, um die Hilfe Gottes zu erlangen: "Da heißt es, zuvor an diesen
Gott lebendig im Herzen glauben, Seine Gebote unter allen Umständen halten,
Ihn dann über alles lieben und seine Mitmenschen wie sich selbst! Wer das
nicht tut, den erhört Gott nicht! Ich
und meine Brüder aber tun das und haben auch die untrüglichsten Beweise, daß
unser allein wahrer Gott allzeit gerne unsere Bitten erhört, vorausgesetzt,
daß wir Ihn nicht um Törichtes bitten. Darum wendet euch im Herzen gläubigst
an unseren Gott wie an einen allerbesten Vater." GrEv VIII/16(10-11) — DES HERRN Abschiedsworte an bekehrte
indische Weise: "Der Vater ist gut und hat kein Wohlgefallen an den
Leiden der Menschen. Aber Er hindert auch nicht, daß solche über die Menschen
kommen, wenn sie aus lauter Weltsinn des Vaters vergessen, keinen Glauben
haben und sich selbst in alles begeben, was ihnen Ungemach bereiten muß.
Wandelt gleichfort auf den Wegen, die Ich euch treulich gezeigt habe, so
werdet ihr wenig zu leiden haben, und euer Abgang von dieser Welt wird ein leichter
sein." H
II/51(1-5) — DER HERR: "Wahrlich, Ich sage euch, wer Mir folgt, der
wandelt einen rechten Weg und wird nicht irre werden auf dem Pfade des Lebens
hin zum Leben. Wer aber mag ohne Licht wandeln auf einem Waldweg bei Nacht?
Die Welt aber ist der Wald und der Menschen irdisches Leben der Weg, und die
Zeit der Seelen im Körper ist die dichte Nacht. Ich aber bin ein wahrhaftes,
untrügliches Licht und bin der Weg und das ewige Leben selbst." GrEv IV/166(6) — DER HERR: "Wenn im Menschen alles himmlisch
geworden ist, dann wird auch seine Umgebung himmlisch. Die Tage werden
Himmelstage, und die Nacht wird zu einer Ruhe der Himmel, voll des
herrlichsten Lichtes für des Menschen reine, mit ihrem Geiste vereinte
Seele." H
III/10(9) — Der Erzengel Zuriel: "Unser Leben ist Gottes Leben, wir
mögen leben, wann und wo wir wollen, — sobald wir den Grund des Lebens
erschauen und begreifen, wenn wir unser Herz nach Gott gewendet haben, so
leben wir schon ein vollkommenes Leben, ob noch im fleischlichen Leibe oder im
reinen Geiste, da ist kein Unterschied!" GS
I/98(13) — DER HERR zu erlösten Seelen im Geisterreich: "Mit Mir
vermöget ihr alles, ohne Mich aber nichts! So ist es bei Mir auch allzeit gut
sein! Außer Mir aber gibt es nirgends ein Sein, das da wäre von Bestand; denn
Ich allein bin der Weg, die Wahrheit und das Leben! Wer in Mir verbleibt
durch die Liebe und Ich in ihm, der hat das Licht, die Wahrheit und das
Leben!" ________ *
_______ Erklärung
der Titelabkürzungen
Der Mensch als eine Dreieinheit von Geist, Seele und Leib 1. Die menschliche Dreieinheit 2. Vom Geist als dem Grundleben des Menschen 3. Geistige Anatomie des Menschen 4. Die Außenlebenssphäre des Menschen 5. Vom Dämoneneinfluß und wie er zu bannen ist Ursachen und Zweck von Krankheiten und Leiden 1. Die Erbsünde als Grundursache körperlicher Gebrechlichkeit 2. Von selbstverschuldeter Krankheitsnot 3. Die Hauptursachen der Krankheiten 4. Zweck von Krankheiten, Leiden und Schmerzen 2. Heilung nur mit Gottes Willen 3. Voraussetzungen göttlicher Hilfe 4. Himmlischer Heilsrat: Treue zu Gott 5. Vertrauen und Gehorsam besser als Medizin 6. Vaterwort und Gebet des Hilfesuchenden 7. Die Hauptsache — Ergebung und Vertrauen 9. Bedingungen für den Erfolg magnetischer Stärkungskuren 11. Allopathie, Homöopathie, Heliopathie, Hydropathie und Magnetismus 13. Die ordentlichste und natürlichste Heilung 15. Gehet gerne auf die Berge! 16. Geistige Heilung in der Ferne und durch Striche 17. Heilung im Verzückungsschlafe (Hypnose) 18. Bewirkung des Verzückungsschlafes 19. Über Schwermut und deren Behandlung 23. Winke zur Kur einer Besessenen 24. Ein Heilswink dem weiblichen Geschlecht 1. Zur geistigen Grundlage der Gesundheit a) Grundlehren der Leibes- und Seelenpflege b) Demut, die Grundbedingung allen Heils c) Irdisches und himmlisches Streben e) Geistiger Nutzen natürlicher Lebensweise f) Was der Mensch braucht — und die Erde bietet h) Keine Engherzigkeit gegenüber fremden Sitten k) Keine blinde Gesetzlichkeit c) Vom Zeugungsvermögen und seiner rechten Verwendung f) Der Wille Gottes für Mann und Weib g) Schlechte Ehen und ihre Früchte b) Vom Ernst der Kindererziehung c) Die wichtigsten Regeln gesegneter Kindererziehung d) Weiteres von der Erziehung der Kinder e) Winke zur Säuglingsernährung f) Guter Rat für stillende Mütter h) Rat für heranreifende Mädchen i) Früchte schlechter und guter Erziehung 1. Gefahr unlauterer Speisen und Einflüsse 3. Hauptregel: Einfachheit und Mäßigkeit 4. Vom Segen einfacher Nahrung 5. Speisegebote des Vaters an die ersten Menschen 6. Die einfachste, reinste und gesündeste Kost 7. Verschiedene Ratschläge und Hinweise 9. Vom Weingeist und anderen Naturgeistern 10. Vom Tabakrauchen und anderen Torheiten 12. Das Vorbild des Herrn in der rechten Ernährung 13. Zur Frage des Vegetarismus 2. Vom Schwelgen und von rechter Selbstverleugnung 3. Verschiedene Ratschläge und Hinweise 2. Des Jesuskindleins Leibspeise 3. Kalte Fische mit Öl und Zitronensaft Tischgebet, Segensverheißung, Liebesmahl Bekleidung, Erholung und Schlaf Naturverbundenheit — keine Verweichlichung! a) Ruhezeiten in der geistigen Welt c) Gerechte Ruhe und Müßiggang e) Versenkung und Selbstbeschauung 1. Wo kein Arzt mehr hellen kann 2. Verheißungen und Ratschläge 3. Trostlicht für Hilfesuchende 5. Der Arzt, der doppelt gesund macht 6. Heilung durch geistige Umkehr 13. Prophetenschulen, Wege zur geistigen Vollendung 14. Weitere Worte zum Leben mit und ohne Gott ________ *
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