Jakob Lorber

Heilung und Gesundheit

in geistiger Schau

 

 

Erklärung der Titelabkürzungen

 

 

 

Textauswahl aus den Werken der Neuoffenbarung durch Jakob Lorber u.a.

Vorwort von Dr. med. Erich Heinze

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Wenn dich Nazareth nicht heilt,

so heilt dich auch nicht die ganze Welt.

Die Jugend Jesu, Kap. 278

 

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Vorwort

Das allgemeine Interesse für dieses Buch "Heilung und Gesundheitspflege" veranlaßte den Verlag zu einer Neuauflage. Die große Nachfrage nach diesem Werk ist nicht verwunderlich, da hier das Krankheitsgeschehen und seine Heilung von einer anderen Warte aus beurteilt wird, wie es gewöhnlich geschieht. Mancher fragt sich, warum muß es überhaupt Krankheit geben? Konnte der gütige Gott den Menschen nicht erschaffen ohne die Plage der Krankheiten und Schmerzen? Ist das Werk des Schöpfers somit nicht eine unvollkommene Schöpfung? So forschte man seit jeher, und die Ärzte bemühten und bemühen sich durch allerlei Methoden und auf vielen Wegen, den Kranken zu helfen. Aber wie will ein Arzt eine gute Therapie anwenden, wenn er keine richtige Diagnose stellen kann, wenn er nicht weiß, welches die eigentliche Ursache einer Krankheit ist?

Durch die Neuoffenbarungsschriften Jakob Lorbers erfahren wir Wichtiges über das Wesen der Krankheit und ihre Ursachen. Danach sollte jeder Mensch zunächst wissen, daß er aus der Dreieinheit von Körper, Seele und Geist besteht. Was ist der Leib? Dazu Jesus im Gr. Ev. Bd. I Kap. 227: "Der Leib eines Menschen ist an und für sich nichts als eine kunstvolle Maschine, die durch den freien Willen der Seele in mannigfache Bewegung gesetzt werden kann." Der Geist als göttlicher Funke ist im Herzen des Menschen in seiner Polarität lokalisiert.

Eine Definition gibt Jesus im Gr. Ev. Bd. VIII, Kap. 56,5-6: "Es befinden sich im Herzen des Menschen zwei überaus kleine, euren Augen kaum als winzige Pünktchen sichtbare Kämmerlein, die den beiden großen Blutkammern entsprechen. So klein aber auch diese Punkte sind, so bedingen sie durch ihre Einrichtung doch ganz allein das Leben des Herzens und dadurch des ganzen Leibes mit all seinen Organen. — Das erste und wichtigste Kämmerlein entspricht dem, was des Geistes und somit des eigentlichen Lebens ist, und wir wollen es das bejahende nennen. Das zweite, minder wichtige, ob schon zum Leibesleben unumgänglich notwendige aber wollen wir als das der Materie entsprechende das verneinende nennen. Dieses hat für sich kein Leben, sondern ist nur ein Aufnahmegefäß für das Leben, welches es mit jedem erneuten Herzschlag aus dem bejahenden Kämmerlein von neuem aufnimmt und dann dem ganzen Leib durch das Blut mitteilt. —

Die Seele des Menschen definiert Jesus in Gr. Ev. Bd. II, Kap. Heilung und Gesundheitspflege 169,3 folgendermaßen: "Die Seele eines Erdenmenschen ist eine Zusammensetzung vieler Lebensteilchen, die, vom Satan genommen, in der Materie des Erdenkörpers gefangengehalten werden, von dieser dann durch die Pflanzenwelt in die vielen Stufen der Tierwelt übergehen, sich endlich als eine Potenz, bestehend aus zahllosen Urseelenteilchen, zu einer Menschenseele ausbilden, bei der Zeugung im Schoße der Weiber Fleisch annehmen und dann in diese Welt geboren werden." Die Seelen, die sich auf diese Weise aus den Elementen der Erde entwickelten, werden in der Neuoffenbarung als "von unten" kommend bezeichnet, während die Seelen, die von anderen Sternen kommend auf unserer Erde reinkarnieren, als "von oben" kommend bezeichnet werden. Die Reinkarnationen der von anderen Sternen auf unserer Erde Reinkarnierten können oftmals stattfinden. Jesus sagt zu dem griechischen Gelehrten Philopold, daß er auf anderen Sternen bereits zum zwanzigsten Male reinkarniert sei. So ist die Seele der eigentliche Körper des Menschen, der in all seinen Teilen dem materiellen Körper entspricht. Als ätherischer substantieller Leib trennt sie sich beim Tode des Menschen von dem materiellen Körper und existiert weiter.

Durch das Außer-gott-gestellt-sein des Menschen ist er durch sein Bewußtsein und seinen freien Willen ein Ebenbild Gottes in seiner Schöpfung. Der freie Wille unter dem Einfluß des Gewissens, welches in seinem Geist verankert ist, befähigt ihn zu allem Guten wie auch zu allem Bösen. Dieser freie Wille brachte Luzifer und seinen Anhang zu Fall, während das andere größere Geisterheer sich für die göttliche Ordnung entschied. Durch den göttlichen Geistfunken mit Gott wesensverwandt hat der Mensch in sich die Berufung zu höchstem kosmisch-göttlichem Bewußtsein und zu höchsten geistigen Funktionen, je nachdem inwieweit er seine Seele von der Materie, die luziferischer Art ist, befreit hat.

Jesus im Gr. Ev. II Kap. 210, 12—15: "Verharrt die Seele in der leiblichen Materie mit Liebe und köstlichem Behagen, so ist sie ebenso unrein wie ihres Leibes unreinste und gerichtete Geister, bleibt dadurch in der Sünde, und somit in der Hölle und im Tode. Wenn sie auf der Welt auch gleich ihrem Leibe nach fortlebt, so ist sie dennoch so gut wie tot, fühlt auch den Tod in sich und hat eine große Furcht vor ihm. Denn die Seele kann in solcher ihrer Sünde und Hölle tun, was sie nur immer will, so kann sie dennoch kein Leben finden, obschon sie dasselbe über alle Maßen liebt. — Darin liegt auch der Grund, warum viele tausendmal Tausende von Menschen von einem Leben der Seele nach dem Tode ihres Leibes ebensoviel wissen wie ein Stein, der am Wege liegt. Und so man ihnen irgend etwas davon sagt, lachen sie höchstens oder werden gar erbost und treiben den Weisen zur Tür hinaus. Und doch sollte ein jeder Mensch längstens bis in sein dreißigstes Jahr soweit mit der Bildung seines Ich fertig sein, daß ihm das folgende freieste Leben nach dem Tode des Leibes so voll bewußt und sicher wäre wie einem Aar der Flug in der hohen, freien Luft. — Aber wie weit sind selbst die Menschen, die danach erst zu fragen anfangen, noch entfernt davon! Und wie weit erst jene, die davon gar nichts hören wollen und einen solchen Glauben sogar für eine Dummheit halten. Solche Menschen befinden sich demnach ihr ganzes Erdenleben hindurch in der Hölle und im vollsten Tode."

So steht die Seele des Menschen zwischen Materie und Geist. Der Mensch hat es durch seinen freien Willen, der von Gott nicht angetastet wird, um den Menschen nicht in einen gerichteten, das heißt gezwungenen Zustand zu bringen, in seiner Hand, seine Seele zu vergeistigen oder zu vermaterialisieren. Jesus sagt, daß, wenn ein Mensch seine Seele zu dreiviertel verfleischlicht hat, diese im Jenseits in einem sehr kümmerlichen Zustand einen langen beschwerlichen Weg vor sich hat, während sie hier auf der Erde die Möglichkeit besitzt, diesen langen beschwerlichen Weg durch ein Leben nach der göttlichen Ordnung abzukürzen. Diese besteht für den Menschen in der Befolgung der Zehn Gebote Gottes — die keine Muß-Gesetze sind — und die insgesamt in den beiden Geboten der Gottes- und Nächstenliebe, vor allem und insbesondere der werktätigen Nächstenliebe, enthalten sind.

Im Gr. Ev. Bd. III, Kap. 12 sagt Jesus: "Durch allerlei Selbstverleugnung wird die Seele freier und auch die rechte Abhärtung des Fleisches zustande gebracht. Wo aber alle Sorge für die Zärtung des Fleisches getragen wird, da gibt es keine freie, starke Seele mehr, und kommt dann nur ein leiser Gifthauch über solche ekelhaft schwachen Leiber, so hält der Tod leicht sein Erntefest. — Aber daran denkt niemand, daß all das Leiden, alle Krankheiten, alle Kriege, alle Teuerung, Hunger und Pest lediglich daher rühren, weil die Menschen anstatt für ihre Seele und ihren Geist nach der Ordnung Gottes alles zu tun, nur für ihren Leib sorgen!" Und im Gr. Ev. Bd. V, Kap. 75 heißt es: "Des Fleisches Schmerz ist stets nur die Folge einer teilweisen Losschälung der Seele vom Fleische. Der Hauptgrund zu einem Schmerze, den stets nur die Seele, nie aber das Fleisch empfindet, liegt im Drucke, den irgendein zu träg und somit auch zu schwer gewordenes Fleisch auf irgendeinen Lebensteil der Seele ausübt."

Gr. Ev. VI, Kap. 13,8: "Das Fleisch ist in sich tot und hat kein anderes Leben, als allein nur das zeitweilige Mitleben aus der Lebenskraft der Seele, die mit dem Geist verwandt ist und ihm ganz ähnlich und eins mit ihm werden kann, so sie sich von der Welt ganz abwendet und ihre Sinne allein dem Innersten, Geistigen, zuwendet nach der Ordnung und Weise, wie es euch zeigt Meine Lehre und Mein höchsteigenes Beispiel."

Diese in aller Kürze geschilderten Ausführungen über Geist, Seele und Leib sind notwendig zur Klärung der Frage: Was ist Krankheit? Wodurch entsteht sie und wie ist sie zu heilen? Wie wir bereits gesehen haben, ist das Wesen der Krankheit begründet in der Widerordnung, im Verstoß gegen die göttliche Ordnung. Da die Widerordnung von Geist und Seele ausgeht, geht auch die Krankheit von hier aus, die sich dann auch in Dysfunktionen des Körpers äußert. Die so von der Seele ausgehende Krankheit kann man nicht mit chemischen Präparaten oder durch andere äußerliche Anwendungen heilen, sondern sie sind ursächlich nur von der Seele aus zu beseitigen… — Man kann wohl öfters die Symptome eines kranken Körpers zum Verschwinden bringen, aber das Übel selbst ist damit nicht beseitigt. (Gr. Ev. Bd. IX, Kap. 35,6-7) Wie sehr die seelische Einstellung eines Menschen von ausschlaggebender Bedeutung für seinen Körper ist, sagt Jesus in folgenden Worten: "Des Leibes Krankheiten sind die bitteren Folgen der Nichtbefolgung der von Mir den Menschen klar ausgesprochenen Gebote. Wer diese von Jugend an treu hält, der wird bis in sein hohes Alter keines Arztes bedürfen, und seine Nachkommen werden nicht an den Sünden ihrer Eltern zu leiden haben." — Jesus heilte, indem er, wie er sagt, die Seele des Kranken, wenn sie noch nicht zu sehr verfleischlicht ist, frei macht und dann den Lebensfunken in ihr weckt durch den Glauben an ihn, das heißt Herstellung der Beziehung zu Gott. Zum Geheilten sagt er dann gewöhnlich: Sündige nicht mehr oder fügt hinzu: damit dir nicht noch Ärgeres widerfahre.

Die Heilweise Jesu und der Apostel, die allerdings durch Jesus eine besondere Kraft zur Heilung erhielten, sowie die Möglichkeit der Heilung von Mensch zu Mensch oder die Heilung durch Selbsthilfe im Gebet wird im vorliegenden Werk der Neuoffenbarung durch Jakob Lorber dargelegt, und es wird erklärt, welchen Sinn ein Krankheitsgeschehen hat und wie es zur Läuterung der Seele beitragen kann. Gr. Ev. II, Kap. 169,12: Jesus zu Petrus: "Die meisten Krankheiten der Menschen sollen verhüten, daß die Seele eins werde mit dem Fleische, das auch bei den Kindern des Lichts aus dem gebannten Satan genommen ist. Bei den Kindern des Lichts ist das Besondere, daß ihre Leiden, wenn ihre Seele fleischlich werden will, vom Himmel aus verfügt werden. Auch die Schmerzen der Kinder der Welt werden aus diesem Grunde aus den Himmeln verordnet und zugelassen, sind aber doch Schmerzen der Hölle, da der Leib des Weltkindes als ein Teil Satans es mitfühlt, wenn der Hölle durch den gewaltigen Einfluß der Himmel ein Teil ihres Gesamtlebens entrissen wird." — Im Gr. Ev. Bd. VIII, Kap. 16,12 sagt Jesus bezüglich der Leiden der Menschen: "Über Menschen, die durch allerlei Welttümlichkeiten ihre Seele zu sehr in ihr fleisch versenkt haben, kommen am Ende zumeist bittere Leiden, denn eine solche Seele muß, damit sie nicht völlig verderbe in ihrem Fleische, mit großer Gewalt davon losgetrennt werden, was auch im Leibe große Schmerzen erzeugt. Und das ist gut für die Seele, weil sie durch Schmerzen und Leiden von ihren fleischlichen Gelüsten gereinigt wird und dadurch im Jenseits einen leichteren Fortgang auf der Bahn des geistigen Lebens findet." — Gr. Ev. Bd. X, Kap. 148,12: Zu einem frommen Juden, dessen lahmen Sohn Jesus geheilt hatte, sagt er: "Du hast nun eingesehen, daß ein rechter Jude auch bei leiblichen Übeln stets mehr auf Gott als auf die oft unwissenden Weltärzte sein Vertrauen setzen solle, denn wo kein Arzt mehr helfen kann, da kann Gott allein gar wohl noch helfen. Und Ich wußte ja auch, daß Ich zu dir kommen werde, um dir in der Heilung deines Sohnes ein Zeichen zu geben, daß Ich der Herr bin, und daß Mir nichts unmöglich ist."

So wurde in diesen Ausführungen dargelegt, daß das Wesen von Krankheit, Heilung und Gesundheit in des Menschen geistig-seelischem Bereich zu suchen ist. Von diesem aus werden die Funktionen des Körpers bewirkt und durch den "Nervengeist", welcher wie die Seele auch substantiell-ätherischer Natur ist, gesteuert. Zu diesen Erkenntnissen verhilft dem Leser der Inhalt dieses Buches.

Dr. med. Erich Heinze

 

EINLEITUNG

Der Mensch — Ebenbild Gottes

(Zitiert nach den Textzusammenfassungen in "Neuoffenbarung" Bd. 1)

GrEv IX/22 (5-6) (NO, S. 185)

DER HERR: "Wenn die Menschen dieser Erde Kinder Gottes werden wollen, so müssen sie in allem so vollkommen zu werden trachten wie der ewige, heilige Vater im Himmel, der in sich ist die ewige Liebe, Wahrheit und Macht und alles endlos Gute, Gerechte und Herrliche. Darum heißt es auch in der Schrift: 'Nach Seinem Ebenmaß schuf Gott den Menschen und zu Seinem Ebenbilde machte Er ihn und blies ihm Seinen Odem ein, auf daß er eine lebendige, freie Seele werde!' Auf diese Weise sind die Menschen dieser Erde nicht etwa nur Geschöpfe der Allmacht Jehovas, sondern Kinder Seines Geistes, also Seiner Liebe."

GrEv 11/222 (4.5) (NO, S. 187)

DER HERR: "Der Mensch ist der Grund und das Endziel der gesamten Schöpfung; er ist das endlich zu gewinnende Ergebnis aller Vormühen Gottes. Und weil eben der Mensch das ist, was Gott durch alle Vorschöpfungen erreichen wollte und auch erreicht hat, so entspricht auch alles in den Himmeln und auf allen Weltkörpern dem Menschen."

BM, Kap. 163 (3) (NO, S. 187)

"Die Menschengestalt ist die eigentliche göttliche, da Gott uns Menschen nach Seinem Ebenmaße äußerlich wie innerlich geformt hat."

Hi II, 5. 135 (2.3.8) (NO, S. 186)

DER HERR: "Es ist wahrlich nichts Geringes, wenn ein Mensch aus dem Mutterleibe zur Welt geboren wird. Denn was dazu gehört, bis eine Menschenseele aus allen Stufen der seelischen Naturreiche reif wird zur Ausgeburt in die Menschen-Welt, glaube es Mir, ist mehr, als du in Ewigkeiten zu fassen imstande sein wirst! Daß die Werdung eines Menschen für Mich Selbst keine Kleinigkeit ist, beweisen ja alle Taten und Vorschöpfungen, welche nur für den Menschen bewirkt und gemacht wurden. — Demnach ist es denn auch billig und gerecht, daß sogar der leibliche Geburtstag für jeden Menschen ein wichtiger Tag sein muß, da er kein zufälliger, sondern ein schon von Ewigkeit her wohlberechneter Tag ist! Denn erst, als die Welten von den Urzentralsonnen abwärts ausgebildet waren, wurde jedes Weltenatom genau auf den tausendsten Teil einer Sekunde berechnet, wann es solle gelöst werden. Und war die große Rechnung einmal bestimmt, da erst begannen die organischen Schöpfungen auf den Weltkörpern durch alle Stufen in der allerhöchst weisen, wohlberechneten Ordnung. — Und hernach kam endlich der Mensch als ein vollkommenstes Aufnahmeorgan aller ihm vorangegangenen zahllosen Stufen und als ein vollkommener Wiedervereinigungspunkt des einst aus Mir gegangenen Lebens."

Fl, Kap. 7.9 u. 24 (NO, S. 186)

DER HERR: "Gott hat dem Bedürfnisse Seiner unendlichen Liebe zufolge von vielen Ewigkeiten her Geschöpfe überaus mannigfacher Art erschaffen, vom vollkommensten Geiste abwärts bis zum unbedeutendsten atomischen Tierchen. Allen diesen zahllosen Wesen hat Gott aus Seiner eigenen Kraft — jedem nach seiner Art — von Seinem Leben gegeben, damit die Summe ihres Lebens übergehe in ein vollkommeneres und kräftigeres Leben, und also fort und fort aufwärts bis zur Seele des Menschen, welche zugleich in sich zur Aufnahme des stärksten Lebens des Geistes aus Mir fähig wird, welches Leben sich mit Mir durch die Liebe nun wieder völlig zu einer Kraft vereinigen kann."

Fl, Kap. 7, 5-6 (NO, S. 95)

DER HERR: "Um das unendliche, vollkommenste, freieste Leben Gottes zu begreifen, denket euch einen unendlichen Raum, in dem sich ein Mittelpunkt befindet, von welchem nach allen Seiten endlose Strahlen auslaufen, deren Anfang zwar der Mittelpunkt, aber deren Ende ewig nirgends anzutreffen ist. — In diesem Zentrum ist alle lebende Kraft der ganzen Unendlichkeit vereinigt und geht von diesem Zentrum wieder in die ganze Unendlichkeit hinaus. Damit aber diese lebende Kraft sich nicht zu sehr in das Unendliche zerstreue und dadurch in sich selbst schwächer werde, so hat sie sich durch die ganze Endlosigkeit des ewigen Raumes endlos viele Lebenssammelpunkte geschaffen, in welchen sich das Leben gewisserart selbst auffängt und sodann zurückkehrt zu seinem urewigen Zentralsitz."

GS 11/126 (19-20) (NO, S. 95)

DER HERR: "Ich streue das Leben in den kleinsten Partikeln aus Mir hinaus in die endlosen Gebiete Meines allwaltenden Seins, um aus jedem dieser kleinsten Lebenspartikel ein höchst potenziertes Leben zurückzubekommen. Außer Mir gibt es nirgends ein Leben, und daher auch bin Ich ewig die Nährquelle für alles Leben!"

H I/185 (19-22) (NO, S. 95/96)

Auf die Frage der Ghemela, der himmlisch-reinen, demütigen Tochter des Erzvaters Zuriel: 'Was ist das Leben' belehrt Abedam-Jehova sie und die Kinder der Höhe: "Was das Leben in Mir Selbst ist, wäre dir unmöglich zu begreifen; denn wie Ich Selbst bin das allereigentlichste Leben ewig und unendlich, wird auch der höchste, tiefstweise Cherub nie zu begreifen imstande sein. — Das Leben aber in dir ist Mein Odem in dir oder aber Mein vollkommenes Ebenbild in jeglichem Menschen. Wie aber Ich Mich befinde im klarsten Bewußtsein des vollkommensten Lebens, ebenso hat auch jedes Geschöpf einen, wenn auch für dich unbegreiflich kleinsten Teil dieses Meines Lebens in sich und ist dadurch völlig lebendig für seinen Bedarf. — Es ist aber alles Leben so beschaffen, daß es sich beständig vermehren kann und wachsen durch Mein unablässiges Einfließen; je ausgewachsener aber das Leben wird, desto vollkommener stellt es sich dann auch immer dar. Aber sich selbst bewußt wird das Leben erst dann, wenn es mit dem Fünklein der Liebe auch ein Fünkchen des Gnadenlichtes aus Gott hinzubekommt; mit diesem Lichte erkennt das gegebene Leben sein Selbstiges und wird frei sich selber bewußt. — Wenn aber dieses sich selbst bewußte Leben auch seines ewigen, heiligen Ursprunges bewußt wird und gibt ihm Dank und Ehre, Liebe und Anbetung und erkennt dessen Willen, dann erst wird es vollkommen frei und ein Kind der ewigen Liebe und des ewigen Lebens."

GrEv VII/147 (9) (NO, S. 188)

Ein erleuchteter Oberägypter: "Wenn es um den Menschen etwas Geringfügiges wäre, so hätte ihn Gott nicht wunderbar weise und kunstvoll eingerichtet, so daß der Mensch schon dem Leibe nach ein höchstes Meisterwerk der gesamten materiellen Schöpfung ist, und zweitens hätte Gott ihm nicht eine Seele gegeben, die Ihm, dem Schöpfer, in allem ähnlich werden kann, wenn sie das nur ernstlich will, — und drittens würde Gott nicht schon so oft zu den Menschen selbst geredet und sie belehrt haben, was Sein Wille ist, welche Absichten Er mit ihnen hat und was sie erreichen können."

GrEv VIII/140 (5) (NO, S. 187)

Der Engel Raphael: "Alles, was auf Erden und auf allen Sternen geschieht, das geschieht allein zum Besten der Menschen; denn nur im Menschen liegt der Grund und Zweck aller Schöpfungen im endlosen Raume."

GrEv I/165 (7-8) (NO, S. 187)

DER HERR belehrt den klugen, kenntnisreichen Zöllner Kisjonah: "Ein großer Teil von den für deine Begriffe zahllosen Urgeistern hat die Freiheit seines Willens mißbraucht und ist dadurch ins angedrohte Gericht versunken. Aus solchen Geistern, aus denen diese ganze Erde und alle zahllosen anderen Welten, Sonnen und Monde bestehen, kommen nach einem in alle Natur unwandelbar gelegten Gesetze die Menschen dieser Erde wie auch aller anderen Welten hervor, und zwar auf dem bekannten Wege der Zeugung und Geburt, und müssen sodann durch Erziehung und Unterricht zu wahren Menschen und nach der Ablegung ihres Leibes zu reinen und völlig freien Geistern herangebildet werden."

H III/110 (7ff.)

Der Herr hat den Menschen die Schwächen zur selbständigen Probung gegeben. Eben durch diese Schwächen ist unser aller geistige Freiheit bedingt, und durch die Erkenntnis und Besiegung derselben können wir erst vollkommen frei im Geiste werden.

Denn die Schwäche in uns ist ein vom Herrn geflissentlich unvollendeter Teil unseres Wesens, den wir mit göttlicher Gnadenhilfe selbst vollenden sollen, um dadurch die Gottähnlichkeit unseres Geistes in uns bekräftigend zu rechtfertigen und ein wahrhaft freies Leben für ewig durch uns selbst zu gründen.

So wir aber unsere Schwächen lieber verdeckt als geoffenbart in uns tragen wollen, da schaden wir uns nur selbst und sind selbst Schuldträger, so wir am Ende durch sie zugrunde gehen.

GrEv VII/141 (3.4) (No, S. 188)

DER HERR: "Gott ist kein stolzer Kaiser auf einem goldenen Thron, der seine Untertanen als verächtliche Würmer ansieht und jeden mit dem Tode bedroht, der sich ohne Erlaubnis ihm nahen will. Gott ist von Ewigkeit ein vollkommener Meister im Größten wie im Kleinsten. Der Mensch aber ist das vollkommenste der zahllos vielen und verschiedenen Geschöpfe, der Höhepunkt der göttlichen Liebe und Weisheit und bestimmt, ein Ebenbild Gottes zu werden. Wie sollte sich da Gott Seines vorzüglichsten Werkes schämen und es für unwürdig halten, sich Ihm zu nahen?!"

GrEv 11/6 (3) (NO, S. 187)

DER HERR: "Gottes höchste Seligkeit ist der in Seiner Ordnung sich entwickelnde Mensch. In ihm findet Gott Seinesgleichen wieder."

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Der Mensch als eine Dreieinheit von Geist, Seele und Leib

1. Die menschliche Dreieinheit

a) Gfr, S. 380 — Der Mensch ist nach den Lehren der Neuoffenbarung eine Dreieinheit von Geist, Seele und Leib. Der Leib ist in diesem Dreiklang von mehr untergeordneter, dienender Bedeutung. Er hat keine weitere Aufgabe, als der Seele und dem Geist ein Gefäß und taugliches Werkzeug zu sein, durch dessen Aufbau, Erhaltung und weisen Gebrauch die Seele unter Leitung des göttlich erleuchteten Geistes den willigen und gesegneten Dienst in der Ordnung Gottes lernen soll. Über die Wichtigkeit, daß der Mensch sich seines wahren Wesens bewußt wird, klärt der Herr einen bekehrten Pharisäer auf:

Das Leben des Menschen faßt in sich eine Fülle von Fragen, und es wäre kein Ende zu finden ohne Erleuchtung von oben. So ist auch das Verhältnis zwischen Leib und Seele ein tiefes Rätsel, und gerade heute ringt die Menschheit besonders um Licht in diesen Dingen. Können wir der Seele durch den Leib und dem Leib durch die Seele Heilung verschaffen? Was soll demnach geschehen, wenn der Leib in seiner Beschaffenheit und seinen Funktionen nicht in Ordnung ist? Was hat über diese Fragen der große Bote aus dem Reiche des Lichtes, Jakob Lorber, zu sagen? Wie kann dem kranken Menschen von geistigen Standpunkte aus geholfen werden?

b) GrEv III/24 (6-12,14) (NO, S. 190/191) — (DER HERR:) "Siehe, der Mensch ist ganz nach dem Ebenmaße Gottes erschaffen, und wer sich selbst vollkommen erkennen will, der muß wissen, daß er als ein und derselbe Mensch aus drei Persönlichkeiten besteht. — Du hast einen Leib, versehen mit den notwendigen Sinnen und mit den für ein freies, selbständiges Leben nötigen Gliedern und Bestandteilen. Dieser Leib hat zum Bedarf der Ausbildung der in ihm wohnenden Seele ein ganz eigenes Naturleben, das sich von dem geistigen Seelenleben in allem streng unterscheidet. — Auch die Seele ist ein vollständiger Mensch für sich, der seelisch substantiell die gleichen Bestandteile enthält wie der Leib und in höherer geistiger Entsprechung sich ihrer ebenso bedient wie der Leib seiner materiellen. — Obschon aber einesteils der Leib und andernteils die Seele zwei verschiedene Menschen oder Personen darstellen, von denen jede für sich eine ihr eigentümliche Tätigkeit ausübt, so machen sie im Grunde dennoch nur einen Menschen aus. — Es muß der Leib der Seele dienen und diese mit ihrem Verstande und Willen dem Leibe, weshalb die Seele für die Handlungen, zu denen sie den Leib benützt, ebenso verantwortlich ist wie für ihre eigenen, die in allerlei Gedanken, Wünschen und Begierden bestehen. — Wenn wir nun aber das Leben und Sein der Seele näher betrachten, so werden wir bald finden, daß sie als ein substantielles Leibmenschenwesen für sich um nichts höher stünde als die Seele eines Tieres, bei dem von einem Verstande und einer höheren, freien Beurteilung der Dinge und Verhältnisse keine Rede ist. — Dieses höchste, gottähnliche Vermögen im Menschen bewirkt ein rein essentiell geistiger, dritter Mensch, der in der Seele wohnt. Durch ihn kann die Seele Wahres vom Falschen und Gutes vom Bösen unterscheiden, völlig frei denken und wollen und sich — wenn sie sich mit ihrem freien Willen für das Wahre und Gute entscheidet — ihrem Geiste völlig ähnlich machen. — Obschon also ein im Geiste völlig wiedergeborener Mensch nur ein vollkommener Mensch ist, so besteht seine Wesenheit dennoch ewig fort aus einer wohl unterscheidbaren Dreiheit."

c) GrEv III/42 (4-6) — (Mathael zu dem bekehrten Suetal:) "Freund, wenn du das noch nicht weißt, daß in jeder Seele ein Geist alles Lebens wohnt, dann kannst du freilich wohl noch lange nicht das wahre Wesen des Menschen und dich selbst begreifen…

Die Seele ist ja nur ein Gefäß des Lebens aus Gott, aber noch lange nicht das Leben selbst; denn wäre sie das Leben selbst, welcher Prophet hätte ihr von der Erreichung des ewigen Lebens, wie umgekehrt von einem möglichen ewigen Tode etwas sagen können? Da aber die Seele erst auf dem Wege der wahren, göttlichen Tugend zum ewigen Leben gelangen kann, wie solches durch gar viele Beispiele erwiesen werden kann, so kann sie ja doch unmöglich selbst das Leben, sondern nur ein Aufnahmegefäß für selbiges sein.

Nur ein Fünklein im Zentrum der Seele ist das, was man Geist Gottes und das eigentliche Leben nennt. Dieses Fünklein muß genährt werden mit geistiger Kost, die da ist das reine Wort Gottes. Durch diese Kost wird das Fünklein größer und mächtiger in der Seele, zieht endlich selbst die Menschengestalt der Seele an, durchdringt die Seele endlich ganz und gar und umwandelt am Ende die ganze Seele in sein Wesen. Dann freilich wird die Seele selbst auch ganz Leben, das sich als solches in aller Tiefe der Tiefen erkennt."

2. Vom Geist als dem Grundleben des Menschen

GrEv IV/76 (9-11) — (Der Jünger Johannes:) Der Geist ist der Seele innerste Sehe, deren Licht alles durchdringt, weil es ein innerstes und reinstes Licht ist … Wenn dein Geist in dir wach wird, so wirst du seine Stimme wie lichte Gedanken in deinem Herzen vernehmen. Diese mußt du wohl anhören und dich danach in deiner ganzen Lebenssphäre richten, so wirst du dadurch deinem Geiste einen stets größeren Wirkungskreis verschaffen; also wird der Geist wachsen in dir bis zur männlichen Größe und wird durchdringen deine ganze Seele und mit ihr dein ganzes materielles Wesen. — Hast du diesen Standpunkt erreicht, so bist du auch fähig, nicht nur das zu sehen und zu erkennen, was alle natürlichen Menschen mit ihren Sinnen sehen und wahrnehmen, sondern auch solche Dinge, die für den gewöhnlichen Menschen unerforschlich sind.

3. Geistige Anatomie des Menschen

a) Aus "Weltbild des Geistes", Vorbemerkung nach Viktor Mohr:

Man kann nicht erwarten, mit rein materiellen Methoden samt ihren Apparaturen in die Mysterien des Lebens einzudringen.

Hier bleibt der Mensch stets auf die innere Schauungsgabe, auf die Sehkraft seines geistigen Auges angewiesen. Es ist kein Zufall, daß gerade die kontemplative Betrachtungsweise des Ostens uns in zahlreichen, vor allem altindischen Schriften eine Anatomie des feinstofflichen Menschenleibs überliefert hat: jenes Ätherkörpers, der das vegetative Leben des physischen Daseins regelt und dessen Strahlorgane (indisch Chakras) das Bindeglied zwischen dem primären Seelenleben des Menschen und dem von ihm miterregten Körperleben bilden. Die Ablehnung dieser Tatsachen durch die westliche Schulmedizin ist der Grund, warum diese im Prinzip kaum mehr über das bisher Erreichte hinauszugelangen vermag.

Höher noch als diese seelische Innenschau stehen jene seltenen Kundgaben des Geistes, die dem Erdenmenschen zuweilen durch das inspirative "innere Wort" vermittelt werden. Der bisher bedeutendste Träger dieser göttlichen Gabe war der Mystiker Jakob Lorber. In seinen Schriften finden sich mehrfach bedeutende Hinweise auf das Wunderwerk des menschlichen Körpers mit der Vielfalt seiner kunstreichen Organe und deren Bestimmung im Gesamtverband des Zellenstaates. Grundlage dieser Eröffnungen ist die Lehre von der Dreieinheit des Menschen: seinem innersten Geiste als dem leitenden Gottesfunken, seiner seelischen Wesenheit als der leben- und gestaltvermittelnden Kraftwelt, und seiner fein- und grobstofflichen Körperlichkeit als der Trägerin von Idee und Kraft.

In diesem Sinne drückt ein jedes Körperorgan eine stofflich gestaltgewordene geistige Schöpfungsidee aus, die — vom Kraftstrom der Seele durchwirkt — so lange organisches Leben zeigt, bis sich das Kraftpotential der Seele wieder aus dem Stoff zurückzieht. Man sagt dann, das Leben sei aus dem Körper entflohen. Es wirkt nunmehr allein im Seelenleib weiter, während das irdisch-stoffliche Kleid zerfällt und in die undifferenzierte Elementarmaterie zurückkehrt, aus der es durch Geistwillen und Seelenkraft einst gebildet wurde.

b) Das Herz als Lebensträger

GrEv V/114 u. VIII/56 ff. (zit. n. V.M.) — (JESUS sprach): … "Der Leibesorganismus des Menschen hat nahe in der Mitte des Herzens seinen Lebensnerv: ein winziges Klümpchen, von dem aus der ganze andere Leib belebt wird. Die Teile dieses einen Herzensnervklümpchens besitzen die Einrichtung, den Lebensäther aus dem Blute und der eingeatmeten Luft derart an sich zu ziehen, daß sie zunächst selbst überaus lebenstätig bleiben und sodann diese Regsamkeit dem gesamten Organismus mitteilen, wodurch der ganze Leib auf geeignetem Wege belebt wird. Die geringste Verletzung dieses Teils des Herzens, in dem sich der genannte Hauptlebensnerv befindet, zieht den augenblicklichen Tod nach sich.

Der für den Menschen so lebenswichtige kleine Nerv liegt nicht gerade im Zentrum des Herzens, sondern mehr auf dessen linker Seite. Zwar befindet sich in der Herzmitte auch ein sehr großer Lebenskomplex, aber er ist nicht der Hauptlebenssitz, sondern bildet nur eine Werkstätte zur Aufnahme und Bewahrung des Lebensnährstoffs aus dem Blute und der Luft. Von da nimmt ihn erst der Hauptlebensnerv auf und befruchtet ihn als eine zum Leben taugliche Substanz, das heißt zum einstweiligen Mitnaturleben der Seele, die ohne diesen Nerv mit dem Organismus des Leibes überhaupt nicht in Verbindung treten könnte.

Dieser Hauptlebensnerv an der linken Herzseite ist ein höchst unansehnliches, überaus kleines Wärzchen, ähnlich einem kleinsten Gefühlswärzchen am untersten Ballen der kleinen Zehe des linken, und einem entsprechenden des rechten Fußes. [Diese Gefühlswärzchen, nur durch die äußere Haut bedeckt, sind die Hauptgefühlsleiter des ganzen Fußes. Wer daher die kleinen Zehen einbüßt, pflegt um vieles schwerer zu gehen, als wenn er die anderen Zehen verloren hätte.]"

"Weiter befinden sich im Herzen zwei überaus kleine Kämmerlein, die den beiden großen Blutkammern [rechter und linker Herzkammer] entsprechen. Für das Menschenauge sind diese beiden Kämmerlein kaum als kleinste Punkte sichtbar. Und dennoch bedingen sie durch ihre Einrichtung allein das Leben des Herzens und damit auch das ganze Leben des Leibes in seinen zahllosen Teilen und Organen. Das erste und wichtigste Kämmerlein entspricht dem, was des Geistes und seines Lebens ist. Wir wollen es daher das wahre oder bejahende, positive, nennen. Das zweite, gewisserart minder wichtige — obschon zum natürlichen Leibesleben unumgänglich notwendig —wollen wir das der Materie entsprechende, daher das verneinende, negative, benennen. Denn dasselbe hat für sich kein eigenes Leben, sondern ist nur ein Aufnahmegefäß für das Leben, welches es mit jedem Herzschlag wie von neuem aus dem positiven Kämmerlein aufnimmt und dann durch das Blut dem ganzen Leibe mitteilt.

Aus diesem Bild läßt sich leicht entnehmen, wie das Herz in seinem Lebensgrunde beschaffen ist und sein muß, um dem irdischen Leib als Lebensgrundlage zu dienen. Daß darüber hinaus das Herz noch eine sehr weitläufige und überaus kunstvolle organisch-mechanische Einrichtung zur Fortführung des in ihm entwickelten Lebens besitzt, ist ohne weitere Erklärung begreiflich. Denn wo etwas weitergeleitet werden soll, müssen hierfür auch wohlgebahnte Wege und Mittel bestehen.

Das bejahende Lebenskämmerlein im Herzen ist — was seine Leibesteile betrifft — wohl das unansehnlichste Partikelchen des ganzen Leibes. Es wird von den Menschen, denen es doch das Leben schafft und gibt, gar nicht erkannt und bleibt daher unbeachtet. Und doch muß ein jeder Mensch, der sich selbst und Gott wahrhaft erkennen will, geistig in dieses unscheinbare Herzenskämmerlein durch Demut und Fügsamkeit eingehen und das aus ihm empfangene Leben geistig wieder zurückgeben. Tut ein Mensch solches, so erweitert er das Lebenskämmerlein und erleuchtet es durch und durch. Damit wird das ganze Herz und vom Herzen aus der ganze Mensch geistig neu belebt und erkennt Gott in sich. Denn er vermag nun zu erschauen, wie das Leben in diesem Herzkämmerlein aus Gott einfließt und sich hier sammelnd zu einem freien, selbständigen Leben ausbildet. In diesem Kämmerlein wirkt somit der eigentliche Geist aus Gott. Geht die Menschenseele durch Demut und Liebe in dieses Kämmerlein zur ewigen Gottesliebe ein, so erreicht sie die Wiedergeburt der Seele im Geiste aus Gott, was den Menschen erst zum Ebenbilde des Schöpfers macht." —

c) Bau und Funktion des menschlichen Gehirns

GrEv IV/228 (zit. n. V.M.) — (DER HERR:) … Vor Mir auf dem Tische lagen vier schneeweiße Kiesel. Zwei waren größer und zwei kleiner, entsprechend dem großen Vorderhauptgehirn für die Bilder des Lichtes und dem kleinen Hinterhauptgehirn für die Zeichen der Töne. Ich rührte die Steine an, da wurden sie durchsichtig wie Bergkristall. Darauf hauchte Ich sie an, und sie teilten sich in Millionen vierflächiger Pyramidchen, jedes bestehend aus drei Seiten oder Außenflächen und der Unterfläche. Die zwei zu Meiner Rechten aufgestellten Steine stellten das Gehirn in rechter Ordnung, die zu Meiner Linken ein Gehirn verkehrter Ordnung dar, wie sie durch falsche Erziehung und andere nachträglich böse Einflüsse gewöhnlich unter den Menschen herrscht. Hier gab es nicht lauter reine Pyramiden, sondern neben diesen wenigen waren allerlei andere Formen, Figuren und Typen zu sehen, und das um so genauer, als Ich durch einen Anhauch diese Gehirnnachbildungen um das Zehnfache vergrößert hatte.

Nun sagte ICH: "Sehet, hier zur Rechten besteht das große Vorderhauptgehirn aus lauter höchst regelmäßigen Pyramiden, ebenso das kleine Hinterhauptgehirn, nur sind letztere um das Dreifache kleiner, jedoch zur Aufnahme von Luftvibrationszahlen [Tonschwingungen] noch übergroß genug für die Betrachtung der Seele. Beschauet nun die beiden Haufen zu Meiner Linken! Da gibt es sehr verschiedene Formen und diese passen nirgends zusammen.

Nun aber hauche Ich unsere vier Gehirnhaufen noch einmal an und du siehst zwei Spitzlein vor unseren Gehirnpyramiden, deren jede gemäß ihrer Tafelflächen acht besitzt. Mit diesen Schreibstiften besonderer Art werden — mittels der Vibratoren der dazu vorhandenen Gehirnnerven, die mit den Seh- und Gehörnerven in kunstvoller organisch-mechanischer Verbindung stehen — die Täfelchen entweder nach einer gewissen Ordnung beschrieben oder mit noch anderen, entsprechenden geistigen Lichtbildern bezeichnet.

Wir wollen nun die Schreibstifte mit einer Lymphe füllen und unsere Betrachtungen zuerst bei dem ordentlichen Gehirn beginnen. Ich will, daß diese Gehirntäfelchen wie von einem ordentlichen Gemüte ausgehend sowohl von Seite des Gesichtes wie auch des Gehörs richtig überzeichnet werden! Was bemerkten nun die aufmerksamen Beobachter? Sie sahen, wie sich aus den kleinen Spitzen rötliche und bläuliche Sternchen über die Gehirntäfelchen ergossen, und zwar in solcher Ordnung, daß ein scharfes Auge darin allerlei wundersame Bildlein zu entdecken begann. Ich bewirkte dazu freilich auch, daß die Augen der Zuseher eine stark vergrößernde Kraft erhielten, weil sonst die Beobachter von diesen kleinen Lichtzeichenbildern und Formen nicht viel wahrgenommen haben würden. Da sie aber nun die Gehirntäfelchen ums Tausendfache vergrößert erblickten, so vermochten sie schon recht vieles zu entdecken. Ich fragte Cyrenius, was er nun sähe, und er antwortete:

(Cyrenius:) "Herr, Wunder über Wunder! Aus den sehr beweglichen Vorpyramiden-Obelisken, deren viele Organe kreuz- und querweise verlaufen, strömen fortwährend eine Menge Sternlein von lichtrötlicher und lichtbläulicher Farbe. Die beiden Spitzen, gleichsam Fühlhörner vor jeder Pyramidenfläche, fahren funkensprühend unablässig auf der ihnen entgegenstehenden Fläche umher und bestreuen sie mit diesen Sternen. Man sollte meinen, es könnte durch dieses scheinbar sinnlos zufällige Herumfahren auf der Dreikanttafel nichts als ein Gekritzel herauskommen. Aber dennoch ersteht wie von selbst allerlei ordentliches Bilderwerk und ist gar lieblich anzusehen! Nun merke ich, wie die beiden Säulchen ganz ruhig werden, sobald eine Fläche voll angezeichnet ist. Es ist kaum glaublich, daß diese tausendmal tausend Zeichen und Bilder in so kurzer Zeit von den zwei lebendigen Stiften auf die Tafel eingezeichnet werden können. Obwohl wir die Fläche in Mannesgröße erschauen, sind die Formen zwar noch klein, stehen aber in vollendeter Reinheit da! Warum aber sind im Hinterhaupte auf den dem Vorderhaupt ganz ähnlichen Täfelchen keine Bildchen zu entdecken? Ich sehe darauf nichts als Linien, Punkte und hakenförmiges Zeichenwerk, aus dem ich nicht klug werden kann, was es bedeutet."

Sage ICH: "Das sind Zeichen der Töne und des Wortes. Sie stehen jedoch nicht für sich allein da, sondern stehen stets mit einer Fläche eines Vorderhaupt-Gehirntäfelchens in einer polaren Verbindung. Damit wird der Ton oder Begriff, wie er auf den Hinterhaupt Täfelchen mittels Zeichen aufgetragen erscheint, im selben Moment gewöhnlich auch auf die unten liegende Fläche einer Vorderhaupt Pyramide als ein entsprechendes Bild aufgezeichnet und so der Seele zur leichteren Erkennung dargestellt. Dazu müssen eine Menge von Nervenfäden von jeder Gehirnpyramide des Hinterhauptes zur entsprechenden Pyramide des Vorderhauptes führen, ansonst sich niemand von einem vernommenen Begriff oder von einer mit Worten beschriebenen Gegend oder Handlung eine klare Vorstellung machen könnte.

Unartikulierte Töne, aber auch Musik werden dorthin nicht übertragen, weshalb sich auch kein Mensch unter einem Ton, einer Harmonie oder Melodie irgendeine Sache vorstellen kann. Denn es werden solche Töne nicht auf Gehirntafeln des Vorderhauptes aufgezeichnet, sondern bleiben allein auf einer entsprechenden Pyramidenfläche des Hinterhauptes als Linien, Punkte oder Häkchen haften. Dafür aber gehen von den mit puren Tönen angezeichneten Pyramidenflächen des Hinterhauptes Nerven durch das Rückgratmark zu den Magengrubennerven [Ganglien des Sonnengeflechts!] und von da zum Herzen. Und dies ist der Grund, warum reine Musik hauptsächlich nur auf das Gemüt wirkt und es fühlend ergreift. Aber vom Gemüte [Herzen] aufsteigend, können solche Töne dennoch durch das Licht der Liebe als Sternlein durch die zwei Obelisken auf die Gehirntäfelchen in Formen gezeichnet werden. Sie sind dann nicht selten der Seele wahre Wegweiser in die Lebenswelt des Geistes, daher lernet und lehret reine Musik, denn diese ist der Seele sehr behilflich zur vollen Einigung mit ihrem Geist. Eine unreine und zotige Musik aber bewirkt gerade das Gegenteil.

Du hast nun erfahren, wie selbst die Töne auf einem Umweg dennoch etwas für die Seele Beschaubares werden, zwar nicht als Sachbilder, wohl aber als höhergeistige Formen und Zeichen, wie man ähnliche auf den alten Denkmälern Ägyptens antrifft.

Dies alles kommt jedoch nur bei einem wohlgeordneten und unverdorbenen Gehirn vor, durch die rechte Vorbildung aus dem Gemüte, wobei die Gehirnpyramiden zuerst durch das Licht der Liebe mit allerlei geistigen und seelischen Formen beschrieben werden.

Nach dieser Vorarbeit müssen wir zum Verständnis der ganzen Sache noch darauf einige Blicke richten, wie endlich die Seele auch die Bilder aus der materiellen Welt denselben Gehirntäfelchen einprägen läßt. Ich will nun, daß auch die durch das Auge kommenden Bilder dortselbst eingezeichnet erscheinen! Was erblickt ihr nun?

Betrachtet jetzt die besonders vor zwei Flächen angebrachten Schreib-Obelisken, wie sie auf einmal ganz dunkel geworden sind. Es scheint, als wären sie mit einem sehr dunklen Safte angefüllt worden. Sehet, schon sind wir alle samt unserer ganzen Umgebung genauest Zug um Zug auf den Flächen eingezeichnet, aber nicht einseitig und tot, sondern allseitig und wie lebendig. Jede unserer Bewegungen wird hier ein- wie abertausend Male wiedergegeben, und dennoch bleibt eine frühere oder auch tausend frühere Stellungen in den inneren Gemächern der Pyramide aufgezeichnet. Sie sind dort dem Auge der Seele gleichfort ersichtlich, weil sie immer vom geistig-seelischen Lichte erhellt werden. So wird das bewirkt, was man zum Teil "Gedächtnis" nennt und zum Teil "Erinnerung", da es innerhalb der Gehirnpyramiden haftet. Auf dem Wege der vielfältigsten Reflexion vervielfachen sich aber solche "Eindrücke" so, daß man einen und denselben Gegenstand unzählige Male in sich tragen kann.

Daher kommt es, daß ein jeder Mensch in seiner Seele und noch unaussprechbar mehr in seinem Geiste die ganze Schöpfung vom größten bis zum kleinsten ihrer Teile in sich trägt, weil er selber ja daraus genommen ist."

Alle Zeichnungen aus der Sphäre der äußeren Naturwelt erscheinen zwar für sich als dunkle Bilder. Aber die hinter ihnen stehenden Lichtbilder aus der Sphäre des Geistes erhellen diese Naturbilder, so daß sie die Seele in ihrem innersten Gefüge wohl durchschauen und begreifen kann.

Überdies steht besonders das Vorderhirn mit den Geruchs- und Geschmacksnerven in steter Verbindung, wie das Hinterhaupt mit den allgemeinen Gefühlsnerven. Auch diese hinterlassen auf eigens dazu bestimmten Gehirntäfelchen gewisse Merkmale, aus denen die Seele sofort und leicht wiedererkennt, wie zum Beispiel eine Blume riecht oder eine Speise schmeckt. Denn es ist die Einrichtung so getroffen, daß jedes Geruchs- oder Geschmackstäfelchen durch sehr reizbare Nerven in enger Verbindung mit einem oder dem anderen Sachtäfelchen steht. Sobald nun ein bekannter Geruch die Geruchs nerven in Bewegung setzt, so stellt sich dies sogleich auf einer der erwähnten Pyramidentafeln dar, die dem Geruche zugeordnet ist. Von dieser aus wird sogleich die entsprechende Sachtafel angeregt, wodurch die Seele schnell und leicht erfährt, womit sie dabei zu tun hat. Das gleiche gilt auch von den Vorgängen des Geschmacks.

Ebenso repräsentiert sich der Seele auch ein Vorgang des allgemeinen Gefühls durch das Hinterhaupt, wodurch die Sache, die das Gefühl erregte, in ihrer Form und Beschaffenheit dargestellt wird. Dies alles aber erfolgt nur bei einem höchst wohlgeordneten Gehirn. Bei verdorbenen Gehirnen werden wir kaum entfernte Ähnlichkeiten dazu finden.

"Seht dieses rechte, urgeordnete Gehirn an! Welche Klarheit in seinen Gebilden. Alles ist Licht, und alle Formen sind in ihrer äußeren Umfassung wie in ihrem organischen Bau in höchster Klarheit ausgebildet zu sehen. Welch klare Begriffe und Vorstellungen muß da eine Seele von allen Dingen und Verhältnissen bekommen! Wie weise und in jeder Hinsicht lebenskräftig steht ein solcher Mensch da!

Nun aber haben wir ein verdorbenes Gehirn vor uns und werden sehen, wie es durch eine nachträgliche verkehrte Erziehung noch mehr entartet. Seht dieses wahre Chaos von einem Gehirn! Nirgends ein geordneter Zusammenhang, nur hie und da ein verkrüppeltes Gehirn-Pyramidchen. Alles gleicht eher einem Schotterhaufen als einem geordneten Organ. Eine solche Gestalt erhält manches Gehirn schon im Mutterleibe [durch Fehlbildungen der Seele!]. Ja, wenn man es beim Kinde noch so beließe und würde zehn Jahre hindurch mit einer sorgfältigen Gemütsbildung beginnen! Wo aber wird einer solchen noch gedacht? Die Weltklugen haben zwar in mancher Hinsicht meist einen scharfen, aber selbstsüchtigen Verstand. Der Grund dieser Schärfe liegt darin, weil sich die Pyramiden Gehirntäfelchen bei jedem Menschen wenigstens in der Mitte des Gehirns teil- und zeilenweise erhalten. Daher vermag der Weltverstand mitunter für rein irdische Zwecke sogar etwas Besonderes hervorzubringen. Aber alles Innere, Tiefergeistige bleibt solchen Menschen dennoch fremd.

Und seht, das alles liegt in der Grundverdorbenheit eines Gehirns schon im Mutterleib und nachfolgend in der noch schlechteren Erziehung des Herzens und Gemüts. Würde wenigstens nach der Geburt eine rechte Erziehung in genanntem Sinne eintreten, so könnte dadurch das vorgeburtlich verdorbene Gehirn zum größten Teil wieder in Ordnung gebracht werden. Solche Menschen könnten in der Folge zu so mancher Helle und Lebenskraft gelangen und durch die Kräfte der wahren Herzensgüte würde sich nach Jahren das Verlorene wieder ganz ersetzen lassen.

Von einem Menschen mit verdorbenem, finsterem Gehirn dringt kein — die entsprechenden geistigen Formen in sich tragender — Lichtstrahl aus dem stofflich-materiellen Gehirn in sein geistig-seelisches Gehirn über, daher bleiben auch die gänzlich verkümmerten Gehirntäfelchen der Seele in sich finster und leer. Dränge selbst des Geistes Licht auf diese Täfelchen, so würde das der Seele ebensowenig nützen, als wenn jemand ein Licht in ein völlig leeres Gemach stellte. Wenn aber des Geistes Auge in die Gehirntäfelchen der Seele blickt und sie sind leer, dann läßt er auch kein Licht mehr hineindringen und die Seele bleibt weiterhin finster. Dann werden wohl Gewaltmittel zur tätigen Belebung ihres Gemütes von neuem nötig sein, daß sich auf ihrem Grund und Boden rechte Wege zu ordnen anfangen.

Nun will Ich euch zeigen, welche Wirkung es hat, wenn einem solchen verdorbenen kindlichen Gehirn die ersten Weltbegriffe eingeprägt werden. Ihr werdet jetzt bemerken, wie die Obelisken von irgendeiner der zerstreut liegenden Pyramiden plump und träge beginnen, auf einer Tafel von einer Sache ein sehr dürftiges Bild mit einer ganz dunklen Substanz aufzutragen. Die Folge dieser Schmierzeichen ist, daß sich die Seele solch eines Kindes in dem vorgesagten oder vorgezeigten Sachbegriff lange nicht zurechtfinden kann, bis es sich erst nach hunderten Malen eine noch dunkle Vorstellung zu bilden vermag. Der Grund davon liegt in der Unreife der wenigen an sich noch ganz ordentlichen Gehirntäfelchen. Die vor ihnen angebrachten Zeichenstifte, selbst noch schwach und ungeübt, werden — ohne seelische Übung und ohne Besitz der rechten Substanz — mit Gewalt genötigt, auf die rohen und noch unpräparierten Pyramidalflächen zu zeichnen. Daher verrinnt das Bild immer wieder von neuem und muß oft zahllose Male nachgezeichnet werden, um auf der unreifen Tafel haften zu bleiben. Die Seele erschaut dann nur die matten äußersten Umrisse, und von ihrem Eindringen in einen Sachbegriff ist nur schwer die Rede. Durch das vielfältige Nötigen werden dann die brauchbaren Gehirntäfelchen mit schwarzer Lymphe übersudelt, und auch die geistige Gotteslehre wird gleich dem Einmaleins in das Gehirn eingekeilt, ohne der Bildung des Herzens und Gemütes dienen zu können.

Weil nun durch keine regere Gemütsbewegung geistiges Licht vom Herzen zum Gehirn aufsteigt, so muß sich die Seele statt aufs Beschauen auf das Befühlen ihrer finsteren, stereotypen Gehirntafelbilder verlegen. Indem sich aber eine solche verkümmerte Seele nur durch das Betasten jener Tafeln ihr Wissen verschafft, so leugnet sie auch im irdischen Dasein alle Begriffe des Geistes und hält nur für reelle Wahrheit, was sie mit ihren groben Erdensinnen betasten kann. Jene Gebilde eines verdorbenen Gehirns, die zumeist keine pyramidale Bildung haben, taugen für nichts. Sie erzeugen in der Seele nur das Gefühl eines trostlosen Nichterkennens. Es ist darum mit solchen Menschen ein jedes Gespräch über höhere und überirdische Dinge vergeblich, denn wenn sie schon natürliche Dinge schwer begreifen, wie sollen sie geistige oder himmlische Wahrheiten verstehen, da ihrer Seele das innere Licht mangelt?"

Wer bei einem Kinde anstatt des Gemütes zuerst den Verstand einer gewissen Bildung unterzieht, bringt die Entwicklung seines Gehirns in Unordnung. Ist das Gehirn noch nicht zu zwei Drittel reif ausgebildet und wird damit belastet, Worte, Bilder, Zahlen und Zeichen in Unmenge auf die noch sehr weichen und noch wässerigen Gehirntäfelchen entsprechend aufzunehmen, dann werden diese Pyramidenflächen einerseits zu sehr verhärtet, zum anderen aber durch die Anstrengungen des Gedächtnisses gänzlich verbildet. Das ganze Gehirn wird dabei schon lange vorher mit allerlei Eindrücken überkleistert und für die Aufnahme der subtilen Zeichen ganz unempfänglich gemacht, welche vom Gemüte aufsteigend sich den empfänglichen Gehirntäfelchen einprägen sollen. Wird später der Seele vom Gemüte aus irgendeine höhergeistige Wahrheit vorgetragen, so hat selbe keinen Haft und die Seele kann sie nicht "fassen".

Zudem hat die Seele stets eine Menge materiell-grober Weltbilder wie einen dichten Wald vor sich und vermag durch diese die endlos vielen zarten Zeichen des Gemüts nur ganz schwach zu erschauen. Erspäht sie auf Augenblicke solche ganz leise im Gehirn aufgetragene Dunstbilder, die aus dem Herzen emporgestiegen sind, so erscheinen ihr diese als ein Zerrbild, weil die groben Materiebilder [Sinneseindrücke] vor das geistige Bild zu stehen kommen und es zum Teil verdecken oder gar zerstören. Der Weg über das Gehirn ist zwecks Beschauung durch die Seele die einmal gestellte Lebensordnung. Beim Mechanismus des Menschenleibes besteht eine strenge mathematische Ordnung, wonach alles auf seinem Platz nicht um ein Haar verrückbar steht und ohne gänzliche Veränderung des gesamten Organismus nicht abgeändert werden kann. So ist es auch beim Organismus der Seele, der doch um vieles zarter und geistiger ist als jener des Leibes. Sie kann während des irdischen Lebens nur sehen und hören durch das Gehirn des stofflichen Körpers. Die anderen Eindrücke, die jedoch stumpf und unerklärbar sind, kann die Seele freilich auch mit anderen Nerven wahrnehmen, doch müssen diese gleichfalls mit den Gehirnnerven in ununterbrochener Verbindung stehen, da sonst der Gaumen keine Geschmacksfähigkeit und die Nase kein Riechvermögen besäße.

Solange die Seele den Erdenleib bewohnt, bleibt das Gehirn ihr Hauptsehorgan. Ist dieses recht gebildet, dann wird die Seele auch die dem Gehirn vom Gemüte aus eingeprägten Lebensbilder genau erschauen und wird danach denken, schließen und handeln. Wo bei einem anderen Wahrnehmen der Seele während ihres Leibeslebens [zum Beispiel durch die Magengrube, Sonnengeflecht] das Gehirn des Hauptes nicht mitbeteiligt ist, bleibt der Seele keine Erinnerung, sondern höchstens eine dumpfe Ahnung. Was aber bei der inneren Beschauung des Gehirns durch die Seele entsprechend im seelischen Gehirn haften bleibt, das kann nur der Geist in ihr betrachten und erkennen. Ein verbildetes Leibesgehirn nützt der Seele für ihr inneres Schauen gar nichts. Wenn aber das Gehirn nach der richtigen Ordnung vom Herzen aus gebildet wird, werden sich die geistigen Lebensbilder den Gehirntäfelchen eher einprägen als die materiellen Bilder. Und weil geistige Bilder ein Licht sind, so werden die darauffolgenden außenweltlichen Eindrücke durchleuchtet und damit in allen ihren Teilen der wahren Weisheit nach faßlich.

(Die obige Seelen-Gehirn-Lehre bestätigt mit ihrer Eröffnung von der Doppelprägung des Gehirns durch Geistimpulse [Lichtbilder aus dem Herzen] und durch äußere Sinneseindrücke [materielle Bilder] die Wichtigkeit einer richtigen Gehirnentwicklung für die seelische Struktur eines jeden Menschen. Eine geistige und physische Anatomie, die jede bisherige wissenschaftliche Forschung weit in den Schatten stellt! D. Hg.)

d) Bau und Funktion der Eingeweide

Ed, Kap. 10-12 (zit. n. V.W.) Nach einer äußeren Beschreibung der Milz erläutert DER HERR zu deren Funktion das Folgende: "Die Blutgefäße, die in der Milz in überaus großer Zahl verteilt sind, beginnen in einem einzigen Gefäß, das mit dem Magen in Verbindung steht und endigen wieder in einem Hauptgefäß, das direkte Verbindung zum Herzen besitzt.

Zugleich ist das ganze Milzgewebe von einer zarten Haut umfaßt, durch welche die Kämmerchen und schnurartigen Blutgefäße wie dunkelrote Wärzchen hervorschimmern. Da die Milz ein äußerst zartes Gewebe ist, so ist sie überdies noch von einem Fettgewebe umgeben, damit sie wegen ihrer stets reibenden Tätigkeit gut gesichert erscheint.

Die direkte Verbindung der Milz mit Magen und Herz ist darin begründet, daß sie die vom Magen ins Blut übergehenden Säfte in sich aufnimmt, in eigentliches Blut verwandelt und dann an das Herz weiterleitet. Bei vollblütigen Menschen kann es daher leicht geschehen, daß die zu überfüllte Milz nicht alles Blut an das Herz absetzen kann und das angehäufte Blut in den Magen zurücktritt, von wo es erbrochen wird. Das häufig vorkommende Blutbrechen stammt daher meistens von der Milz und nur selten von der Lunge her. — Wenn der eiweißartige Saft aus dem Magen in die Milz übertritt, bleibt er in perlschnurartigen Blutadern periodenweise haften und rückt mit jedem Pulsschlage nur um eine Perle weiter, womit gleichzeitig eine Reibung der Milzkammern erzeugt wird. Dadurch füllen sich die Kämmerchen mit elektrischem Feuer, das sich gegen die Magengegend hin als positiv und gegen die Herzseite hin als negativ darstellt. Daher sind auch die Kämmerchen gegen den Magen zu viel scharfkantiger, während sie sich in der Gegend zum Herzen mehr ins Eiförmige verlieren.

Durch dieses elektrische Feuer werden die Kämmerchen der Milz bald ausgedehnt, bald zusammengedrückt. Und da sie an den Kanten sowohl untereinander als auch mit jedem solchen Blutgefäßkügelchen durch kleine Zylinder in Verbindung stehen, geraten die Säfte in den Blutgefäßen stets mehr in eine gewisse Gärung. Dieser Vorgang scheidet den in ihnen noch zu stark überwiegenden Kohlenstoff aus, der teils an die Galle, teils an das Fettgewebe abgeliefert wird. Zugleich entstehen durch diese Gärung immer neue Bläschen, die unter der Herrschaft der negativen Elektrizität zusammen schrumpfen und dann eine linsenförmige Gestalt annehmen. Als solche werden sie zur Hälfte mit jener Elektrizität angefüllt, erhalten dadurch eine safrangelbe Färbung und treten schon als richtiges Blut in die Herzkammer ein.

Das Blut ist nicht eine kontinuierliche Flüssigkeit, sondern ein kleinlinsenförmiger Brei, der mit seinen glatten und schlüpfrigen Linsen die negative Elektrizität in den ganzen Körper verteilt. Diese Art von Elektrizität erwärmt den gesamten Leibesorganismus. Wo die Blutlinsen durch sehr enge Gefäße getrieben werden, zerplatzen sie, wodurch die Hülse flüssig wird und in die sogenannten lymphatischen Säfte übergeht, während der frei werdende elektrische Stoff als ein eisenhaltiger Äther zur Belebung des Nervensystems verbraucht wird.

Wie die Milz ist auch die Leber als eines der wichtigsten Eingeweidestücke zu betrachten. Die Leber ist im tierischen und menschlichen Körper der Absonderungsapparat für Giftstoffe, die sich neben den belebenden Nährstoffen in jeder Nahrung vorfinden. Jeder Mensch würde nach eingenommener Speise leiblich getötet, besäße der Körper nicht ein Organ, das alle giftigen Substanzen, hauptsächlich Kohlensäure und Blausäure gierig an sich zöge und zum Teil durch den Harngang ableitete. Diese Tätigkeit vollführt die Leber. Ihr Bau ist der Milz ähnlich, was die innere Konstruktion betrifft, der Form nach herrscht jedoch größere Ähnlichkeit mit der Lunge. Die Leber besteht demnach ebenfalls aus einer Menge aneinandergereihter Kämmerchen, die wie bei der Milz, nur etwas enger miteinander verbunden sind. Daneben durchkreuzen die Leber hauptsächlich vier verschiedene Gefäßröhren als gleichförmig fortlaufende Organe, die gegenseitig mit noch kleineren Durchgangsgefäßen verbunden sind.

Ein Teil dieser Gefäße entspringt im Herzen und führt reichlich Blut in dieses Eingeweidestück, damit es hier mit dem nötigen Grad von Kohlenstoff und einer kleinen Dosis Blausäure gesättigt wird. Erst dann ist das Blut tauglich, die Verdauung in den entsprechenden Organgefäßen zu bewirken und weiter hinaus auch die äußere Haut zu bilden. Zum inneren Gebrauch ist danach das Blut nicht mehr verwendbar, daher sind Leberkrankheiten hauptsächlich an der Außenhaut leicht kenntlich [Gelbsucht] —

Eine zweite Gattung der durchlaufenden Gefäße geht vom Magen aus in die Leber. Diese nimmt alle wässerigen Substanzen auf, in denen Blausäure — sehr verdünnt abgeleitet — durch die kleinen Verbindungsgefäße der Leber an das Blut abgegeben wird. Der größere Teil der giftigen Blausäure aber wird aus der Leber durch die Nieren zur Harnblase geführt, die selben als unnützen Stoff gänzlich aus dem Leibe befördert.

Eine dritte Gattung der Gefäße geht wieder vom Magen aus und verbindet insbesondere dessen Schleimhäute mit der Gallenblase in der Leber. Durch diese Kanäle wird der schleimige Kohlen- oder Gallenstoff der Speisen im Magen abgesondert und zum größten Teil in der Gallenblase aufbewahrt. Dies zu dem Zweck, falls zu wenig dieses Verdauungsstoffs durch die aufgenommene Nahrung im Magen entwickelt würde, daß die Leber sodann wieder etwas von ihrem Vorrat an den Magen zurückliefert. Denn alle Verdauung besteht in einer Art Gärung, deren einige Nährstoffe fähiger sind als andere. —

Eine vierte Gefäßgattung sind die kleinen Windadern, die von der Lunge ausgehend die Leber in verschiedenen Krümmungen durchziehen. Durch diese wird die Gallenblase zum Teil gebildet und in fortwährend gleichmäßiger Spannung erhalten. Zugleich wird durch jene Gefäße stets eine bestimmte Menge atmosphärischer Luft und damit soviel Sauerstoff der Galle zugeführt, daß ihre Stoffinhalte nicht zu gären beginnen und dadurch jene bösartigen Erscheinungen im Leibe erzeugen, aus denen hauptsächlich Entzündungskrankheiten wie Rheumatismus, Gicht und dergleichen zum Vorschein kommen. Es ist daher für den Menschen sehr schädlich, sich an solchen Orten aufzuhalten, wo er statt der belebenden reinatmosphärischen Luft nur Stickluft ohne genügenden Sauerstoff einatmet.

Die Aktion und Reaktion dieser vier Gefäßgattungen wird wie bei der Milz durch das elektrische Fluidum bewirkt, das in den vorerwähnten Kammern durch ihre reibende Bewegung entsteht. Zuerst aber wird das elektrische Feuer in der Leber hauptsächlich durch jenes der Milz angeregt.

Im menschlichen und tierischen Organismus ist die Niere in dreifacher Hinsicht ein sehr beachtenswertes Lebenswerkzeug. Sie hat drei wesentliche und überaus wichtige Bestimmungen, ohne die das animalische Leben nicht bestehen könnte, eine Fortpflanzung undenkbar wäre und kein Lebewesen in ein physisch-fröhliches Wohlbehagen gelangen könnte. Eine gewisse Heiterkeit kommt aus den Nieren, weshalb dieses Organ mehrfach in der Hl. Schrift besonders erwähnt wird.

Zuerst hat die Niere die Bestimmung, das aus der Leber abgeführte und für den Lebensorganismus untaugliche Wasser aufzunehmen. Der völlig unnütze Teil dieses Wassers wird in die Harnblase weiterbefördert, während ein noch zum Leben dienender Teil absorbiert und zum eigentlichen materiellen Stoff des befruchtenden Samens umgebildet wird. Freilich wird der Same auch noch vom Blute aufgenommen und in ganz eigene Gefäße geleitet, woselbst er dann als positiv-polare Kraft durch die gleiche negative Kraft der Hoden zur Zeugung tauglich gemacht wird. Dieses ist die zweite Bestimmung der Niere.

Die dritte, noch wichtigere Verrichtung besteht darin, daß die Niere durch kleine, mehr verborgen liegende Gefäße mit Herz, Lunge, Magen, Milz und Leber in inniger Verbindung steht und daher — geistig betrachtet — der Seele zeitweilig gewisserart zu einem bei der Zeugung notwendigen Tätigkeitsfelde dient. Und eben darum erzeugt die Niere im natürlichen Leben ein gewisses heiteres Wohlbehagen, das zwar nicht diesem Organ selbst, sondern der Seele und dem in ihr tätigen Geiste zuzuschreiben ist. Dieses Freudegefühl aber wird physisch in der Niere bereitet, deren Polsterform sich entsprechungsweise wie ein weicher Sitz für die Seele ausnimmt. Auch bei dem sogenannten Somnambulismus [heute Trancezustand genannt] tritt das Seelenbewußtsein zumeist in dieses Eingeweide, das durch die Gangliennerven mit der Magengrube in innigem Kontakte steht, durch welche Gegend [Sonnengeflecht] dann die Seele wahrnimmt und sich auch mit der Außenwelt in Verbindung zu setzen vermag.

Der Bau der Niere hat gleichfalls bedeutende Ähnlichkeit mit dem der Milz und Leber, wogegen sie sich durch die polsterartige Abteilung von jenen wesentlich unterscheidet. Zu beiden Seiten der Niere findet man gewisse wamsartige Säcke, die durch merkliche Eindrückungen und durch ein weißes Zellgewebe voneinander geschieden sind. Sie hängen nur mit der Mittellinie als ein Ganzes zusammen. Dieselbe ist ebenfalls ein weißes Zellgewebe, durch das sich die Hauptwasserkanäle ziehen und den edlen Samenstoff in die Wämse abliefern, den sie aus dem von der Leber kommenden Wasser absorbieren. Mittels der in den Wämsen erzeugten Elektrizität wird dieser Saft reifer gemacht und als subtile Flüssigkeit von den zarten Blutgefäßen der Niere aufgenommen. Mit dem Blute vereinigt, wird die Samensubstanz dem Herzen zugeleitet, von wo sie dann durch eigene Gefäße in die für sie bestimmten Vorratskammern übertritt. Hier empfängt der Samenstoff für seine brauchbare Bestimmung von den Hoden fortwährend Nahrung und gewinnt damit die für die Zeugung nötige Tauglichkeit.

e) Vom Werden des menschlichen Körpers

GrEv IV/118-120 (zit. n, V.M.) — (DER HERR in einem Lehrgespräch) "Was ihr da durch eure seelische Schaukraft wie eine Unzahl feuriger Schlangen in pfeilschneller Bewegung erblickt, ist der eigentliche Nährstoff alles organischen Lebens, ein Salz der Luft und des Meeres, den die Naturweisen einst 'Sauerstoff' benennen werden. Dieser Stoff ist ursprünglich die eigentliche Seelensubstanz und entspricht als solche den Gedanken, bevor sie noch zu einer formbildenden Idee zusammengefaßt werden. Findet ihr aber einmal eine hinreichende Menge dieses seelischen Lebensstoffs irgendwo zusammengedrängt, so wird sich auch bald daraus eine belebte Form herausbilden. Ziehen sich solche Feuerschlangen zu Hunderten und Tausenden auf einen Klumpen zusammen, so beginnt dieser heftig zu leuchten. Dies ist das Zeichen des Sichergreifens jener Lebensfeuerschlangen, und damit ist auch schon eine Idee unter irgendeiner feinstofflichen Form fertig, die sich weiterhin zu einem Geschöpfe ausbildet. Ihr fragt nun, wer da wohl diese Lebensgeister zu irgendeiner lebensregsamen Form modelliert? Dies soll euch nach Meinem Willen Raphael beantworten."

(Raphael erläutert:) "Der Stoff, aus dem alles entstand, was die Unendlichkeit umfaßt, sind die puren Gedanken Gottes. Wir urgeschaffenen, allein durch den Willen des allmächtigen Geistes Gottes hervorgerufenen Urengel, die "Elohim" der Schöpfungsgeschichte, die "Erzengel" der christlichen Lehre zuerst, — alle Dinge und Wesen aber dann durch uns, die wir die ersten Aufnahmegefäße für Gottes Gedanken und Ideen waren und sind. Wir fassen die aus Gott kommenden Lebensgedanken, die sich euch in Gestalt feuriger Langzungen darstellen, zusammen und bilden nach der Gottesordnung in uns Formen und Wesen. Und wenn ihr nach dem materiellen Stoff zur Bildung dieser Wesen fragt: Diese schlangenartigen Feuerzungen sind die geistig-seelischen Bausteine, aus denen alles Materiell-Wesenhafte geschaffen wird.

Fügen sich nach dem Willen des Geistes solche feurige Langzungen zu einem hellstrahlenden Feuerball zusammen, so drängen sich die Feuerzungen aneinander und streben alle dem Mittelpunkte zu. Denn hier ist das Zentrum der ausgereiftesten Gedanken, die der künftigen Form innewohnen, und die gewisserart den reichsten Nährstoff für das Wirken der Langzungen bilden. Ihr wundert euch zwar über meine, aus dem ersten Umfang eines Wesens abgeleitete Erklärung. Wendet ihr aber eure Blicke zur Außennatur der Dinge, so werdet ihr bald dasselbe leicht wiederfinden:

Betrachtet zum Beispiel den Eierstock einer Henne. Einige Eiklümpchen werden noch klein sein wie Erbsen, andere schon wie kleine Äpfel. Innerhalb einer leichten Umhäutung findet sich nichts vor, als ein formloser Dotterstoff. Nun wird dieser Zentralstoff aber stets mehr ausgenährt und setzt um sich das klare Eiweiß an. Nach einiger Zeit wird aus dem Eiklar das Gröbste ausgeschieden und setzt sich als feste Schale um das Ei, als Schutz gegen das Erdrücktwerden bei der Ausgeburt. Nun beginnt die Henne das Ei zu bebrüten. Welche Veränderungen gehen da vor! Im Dotter fängt es an sich zu regen und zu ordnen, denn die rechten Formgedanken (feurige Langzungen) verbinden sich und ziehen die ihnen nächstverwandten an sich. Im Verlauf dieses immer weiter sich ausdehnenden Vorgangs werdet ihr bald Herz, Kopf, Augen, Eingeweide und Füße wie Flügel des werdenden Küchleins entdecken. Die so geordneten Gedanken [Teilideen] ziehen dann stets mehr ihr Gleichartiges aus dem Stoffe an sich und bilden alle Organe lebenstüchtig aus.

Ist so der Leib ausgebildet, nimmt der in den ganzen Organismus übergegangene Lebensgedanke, was eigentlich die Seele ist, bald wahr, daß er sich noch in einem Kerker befindet. Er fängt sich deshalb stärker zu regen an, durchbricht den Kerker [Geburtsvorgang] und tritt noch matt in die große Welt hinaus. Hier beginnt er äußere Weltnahrung zu sich zu nehmen und der Wachstumsvorgang nimmt seinen weiteren Verlauf. Wir sehen nun eine ausgebildete, fruchtbare Henne vor uns; ein organisches Lebewesen, das nun wiederum das Vermögen besitzt, aus den Naturreichen die ihm entsprechenden Seelen-Spezifikalteile als Nahrung aufzunehmen: Die geistigen zur weiteren Ausbildung ihrer Lebensseele und die gröberen [das Stoffliche der Nahrung] nicht nur zur Erhaltung des Organismus, sondern auch zur Neuschaffung gleichartiger Wesen.

Die Art des Geschlechtes rührt von dem jedesmaligen Mehr oder Weniger der ursprünglichen Schwere, das heißt Gediegenheit und Kraft des lebendigen Seelengrundgedankens her. Ist dieser schon vom Ursprung an völlig gediegen, so daß er schon in sich selbst eine Idee [geistige Zusammenfassung von Gedanken] bildet, so wird dessen Ausbildung zu einer männlichen Gestalt führen. Ist aber das Primitive des Grundlebensgedankens auf einer leichteren (noch der Entwicklung bedürftigen) Stufe stehend, so wird die Ausbildung sich in eine weibliche Gestalt hinüberziehen.

Durch die Begattung der Tiere erfolgt nur eine Erregung zu geordneter Tätigkeit des im Ei schon vorhandenen Seelen-Grundlebensgedankens, ohne die dieser in seiner trägen Ruhe verbliebe. Tierseelenklümpchen [siehe die Feuerzungen] sammeln sich in bestimmter Zahl und Ordnung in jedem Mutterleibe. Sie erregen zuerst das Weiblein, dieses erregt sodann das Männlein zur Befruchtung; nicht aber, als legte dieses einen neuen Samen in die Mutter, sondern nur zur tätigen Erweckung des im Mutterleib schon vorhandenen Lebensklümpchens. Dies geschieht, indem des Männleins Same — aus mehr freien und ungebundenen Lebensgeistern bestehend — die gebundenen Lebensgeister im Eiklümpchen der Mutter in eine Art Revolution versetzt und also zur Tätigkeit zwingt, ohne welchen Zwang die Lebensgeister in Trägheit verharren und sich nimmer zur Formung und Organisierung eines Wesens ergreifen würden. Des Männleins Samengeister geben jenen im Weiblein keine Ruhe, welchem Anreiz sich die Mutterlebensgeister kräftig zu widersetzen versuchen, da sie wie erwähnt, der Ruhe zugeneigt sind und sich ohne Zwang nicht zu einer anhaltenden geordneten Tätigkeit [Zellteilung, Organbildung] bereitfinden.

Ohne äußere Erregung würde ein Mutterlebensklumpen in seiner Ruhe stets mehr einschrumpfen, da sich seine Teile stets mehr nach dem Zentrum zusammenzögen, dieses ganz aussaugten und am Ende mit demselben ganz verkümmern müßten. Nun aber treten männliche, nur für die Bewegung gleichfort erregte Urlebensgeister hinzu und bestreichen die weiblich trägen Klumpen. [Zusammentreffen von Sperma und Ovum.] Und schon beginnen sich die kleineren, weiblichen Lebensgeister zu rühren und bemühen sich, diese Angreifer loszuwerden. Allein diese weichen nimmer, und die Erregung der weiblichen Lebensgeister greift immer tiefer bis zu ihrem Hauptlebenszentrum. Endlich beginnt sich auch dies zu rühren, und — da die ihre Mitte umlagernden weiblichen Langfeuerzungen durch starke Regsamkeit gleichsam wie hungrig wurden — sind sie genötigt, vom Lichte der männlichen Feuerzungen Nahrung zu nehmen. Auf diese Weise erhält dann auch der zentrale Hauptlebensgedanken-Geist durch sie einen männlichen Antrieb. Durch diese Tätigkeit genötigt, erhalten die Umlagerer von innen heraus eine Anregung, sich mehr und mehr zu ordnen, wie zu einer Art gutorganisiertem Bollwerke.

Die nun gut erhellten kräftigeren Lebensgeister gegen das Zentrum hin erkennen [seelisch] ihren Sinn und dessen Ordnung und scharen sich nach der Ordnung ihrer Verwandtschaft. Daraus entstehen dann organische Verbindungen und das Äußere geht in eine Form über, die stets mehr und mehr dem zu schaffenden Wesen ähnlich ist [Embryonalentwicklung].

Wenngleich nun bei der Zeugung und Werdung eines Menschen viel dem Tiere Ähnliches vor sich geht, so ist aber der Grund davon dennoch höchst verschieden. Es hat zwar die Frau auch schon einen Naturstoff in sich, und wenn die Zeugung geschieht, wird auch ein Lebensklümpchen erregt und befruchtet. Aber dieses wird wie eine Beere von einer Traube abgerissen und an die rechte Stelle seiner künftigen Entwicklung gebracht. Dort tritt nun eine schon fertige Seele hinzu und pflegt eine Zeitlang diese Lebensbeere, bis der Stoff darin so weit gediehen ist, daß die sich stets mehr zusammenziehende Seele in den sehr flüssiglockeren Embryo eindringen kann. Zu dieser Verrichtung benötigt die Seele etwa zwei Monate. Hat sie sich des Embryos ganz bemächtigt, dann wird das Kind fühlbar lebendig und wächst zur ordnungsgemäßen Größe heran.

Solange die Nerven des Fleischkindes nicht völlig ausgebildet und tätig sind, arbeitet die Seele mit Selbstbewußtsein eifrig fort und richtet den Leib nach ihren Bedürfnissen ein. Sind einmal die Nerven alle ausgebildet und wird deren sich stets mehr entwickelnder Geist ordnungsgemäß tätig, dann begibt sich die Seele mehr und mehr zur Ruhe und schläft endlich in der Gegend der Nieren ganz ein. Sie verliert nun ihr Selbstbewußtsein und vegetiert nur ohne jede Erinnerung an ihren früheren Naturzustand. Erst einige Monate nach der Geburt beginnt sie immer mehr zu erwachen, was aus der Abnahme der Schlafsucht des Säuglings gut wahrgenommen werden kann. Bis die Seele jedoch zu einigem Bewußtsein gelangt, bedarf es einer längeren Zeit. Wenn ein Kind der Sprache mächtig wird, dann erst tritt auch ein rechtes Bewußtsein in die Seele, jedoch ohne Rückerinnerung, da eine solche für ihre willensfreie Höherbildung durchaus hinderlich wäre.

Die Seele, nun ganz im Stoffe des Fleisches eingeschlossen, erkennt zunächst nichts, als was ihr durch die Sinne des Leibes an Eindrücken vermittelt wird. Denn sie vermag in sich darum nichts zu erkennen, weil sie durch die Materie des Körpers derart verfinstert ist, daß sie zumeist gar nicht weiß, daß sie für sich auch ohne ihren Leib bestehend ist. Lange Zeit hindurch fühlt sie sich mit dem Fleischesleib ganz identisch, und es bedarf einer langen Entwicklung, eine eingekörperte Seele so weit zu bringen, daß sie ein Selbstbewußtsein empfindet und sich als etwas Eigenes zu betrachten fähig ist. Erst wenn der Geist in der Seele zu erwachen beginnt, wird es nach und nach lichter im Seelenbewußtsein, das sodann beginnt, sich genauer zu erkennen und in sich ganz verborgene Dinge zu entdecken. Erst wenn der Geist und sein mächtiges Licht in der Seele zur vollen Tat werden, dann kehrt auch alle Rückerinnerung in die Seele zurück und sie überblickt ihre gesamte Entwicklung aus den Naturreichen in einem verklärten Lichte. Damit fällt aller Trug und alle Täuschung und es verbleibt nur die hellste Wahrheit des ewigen Geistes.

f) Auge und Sehprozeß

Aus: GrEv, NS, Ed, Fl, NZ, LGh u. SGh (zit. n. V.M.) — Das Licht der Sonne liefert durch seine produktive Kraft und Einwirkung auf die zugehörigen Weltkörper den sprechendsten Beweis, daß es der Hervorbringer alles natürlichen Lebens ist. Wenn die Sonne als die Hauptlichtspenderin der Erde untergegangen ist, begeben sich nach und nach auch die Naturgeister der Atmosphäre zur Ruhe, das heißt, sie beenden ihr durch das Licht erregtes Vibrieren innerhalb ihrer feinstofflichen Hüllen. Daher merkt das materielle Auge ihr Dasein nicht mehr, und für den Menschen wird es lichtlose, finstere Nacht. Wenn aber an irgendeinem Punkte ein großer Verband dieser Äthergeister aufs neue in vibrierende Bewegung gerät, so wird es an jenem Punkte für das Auge wieder hell. Dies ist bei Sonnenaufgang der Fall, wobei die freien Naturlebensgeister durch die Ätherlichtbewegung zur Tätigkeit erregt werden. Je heftiger vibrierend eine solche naturgeistige Sphäre tätig ist, desto mehr ergreift ihre Erregung auch die weiteste Umgebung und verkehrt deren träge Ruhe zu einem ähnlichen Streben.

Sobald ein Lichtstrahl mit seiner Bewegung einen Gegenstand berührt, fangen dessen Stoffteilchen oft billionenmal in der Sekunde mitzuvibrieren an. Durch diese Schwingungen aber scheiden die Stoffe gewisse Lichtpartikel aus, die sich dann auf der Oberfläche rückstrahlend dem Beobachter als Farben zeigen. Dazu tritt noch die Reaktion, die in den Elementen des Augen selbst vor sich geht, und zwar durch die erneute Brechung der reflektierten Farben in der Regenbogenhaut und anderen Teilen der Sehorgane. "Sehen" heißt also nichts anderes, als einen jeden Gegenstand in jener Farbe zu bemerken, die er — als seinem Wesen nicht eigen — zurückwirft, während er alle anderen Haupt- und Mischfarben aufsaugt, da sie zu seinem Bestande notwendig sind. So ist Schwarz keine Farbe, weil der Gegenstand alle Lichtelemente aufgenommen hat. Auch Weiß ist darum keine Farbe, da ein dem Auge erscheinender Gegenstand gänzlich der Fähigkeit einer Farbenaufsaugung entbehrt und alle einfallenden Lichtstrahlen zurückwirft, ohne selbe zu seinem Bedarfe zu zersetzen. Die Wirkung des Lichtstrahls ist der große Faktor alles Lebens und vermittelt diese Tatsache durch das Auge der menschlichen Seele.

Wenn ein Lichtstrahl aus fernsten Sternen ins Auge fällt, so würde er dennoch nicht bemerkt, wäre das Auge selbst nicht sonnenhafter Natur! Schon in den Feuchtigkeiten des Augapfels ruht eine Lichtwelt, die dem vom ganzen Universum eingestrahlten Lichte homogen [gleichgeartet] ist und damit im Menschen den nämlichen Prozeß hervorruft, den das Licht in der ganzen Schöpfung bewirkt. Das Sehorgan ist einer von jenen Vermittlern, die durch die Seele das Sichtbare zum Geistigen und Unsichtbaren erheben. In dem Grade, wie sich im Auge von außen die Weiten der materiellen Welten abspiegeln, leuchtet auch die innere geistige Welt durch das Auge hervor. Das Auge als Aufnahmeorgan der Eindrücke von außen ist negativ-aufnehmend, aber als Spiegel der Seele, als Ausdruck des Inneren, positiv-rückstrahlend. Was der Mensch unbewußt durch Sternen- und Sonnenlicht empfängt, strahlt wieder vergeistigt aus dem kleinen Sehorgan hervor, denn materielles Licht erweckt wieder geistiges Licht.

Im menschlichen Auge sind Stoffe und Elemente im Pigment, in der Netzhaut und in den Flüssigkeiten der Kristallinse, wie auch in der Regenbogen- und Hornhaut zusammengestellt, die alle sonnenartiger Natur sind, also nur ätherische Lichtstoffe in sich tragen. Aber diese Elemente unterliegen im Auge noch ganz anderen geistigen Prozessen, die eine vergeistigende Verwandlung hervorrufen. Eben darum vermag auch die Seele durch das Auge Kunde von dem zu geben, was in ihrer Welt vorgeht. Innerste Regungen des geistigen Lebens können sich im Auge abzeichnen, ohne weder seine Stoffe, noch seine äußere sichtbare Form zu verändern. Solche durch den Seelenspiegel kundgegebenen Zustände sind zwar unmeßbar, können aber von einem anderen Menschen [durch Übertragung des geistigen Lichtfluidums] genau erfühlt werden: Ein Beweis für jenen Faktor des Lichtes, der seine ursprüngliche geistige Potenz darstellt.

Wenn bei starker Begeisterung für Höheres, Nichtmaterielles dieser Drang der Seele noch anwächst, so ereignet es sich nicht selten, daß der gewöhnliche, physische Sehprozeß aufgehoben wird und ein anderer dafür eintritt. Dann offenbaren sich dem Menschen die feineren Sphären einer Geisterwelt, an deren Dasein er vielleicht niemals vorher geglaubt hätte. Beim Übertritt der Seele vom Diesseits in das Jenseits nimmt der Mensch von seinem ganzen Körperorganismus, somit auch vom Auge nur dessen geistigen Bestandteil mit hinüber, womit er dann den Grund und die Ursache, nicht aber nur die Wirkung des Geistes im Stoffe wahrzunehmen vermag.

Das Auge ist das Organ zur bewußten Aufnahme des Lichtes, das damit der Seele mittels der Gehirneindrücke zur Beschauung der Außenwelt dient. Da nur Gleiches das Gleiche anziehen und verwerten kann, ist das Auge aus allen Elementen zusammengesetzt, die im Lichte vorherrschen. Unmöglich würde der Mensch aus der Fülle des Lichtes das Bild der Sonne getrennt und bei weitem stärker leuchtend als das ganz andere Lichtfirmament wahrnehmen, wäre nicht das Auge dafür besonders eingerichtet. Es ist jedoch so beschaffen, daß alles Licht nur die Hauptkonturstrahlen durch die kleine Öffnung der Pupille auf die höchst reizbare Netzhaut und von dort auf den Sehnerven gelangen läßt. Durch diese Einrichtung werden alle nur einfach erregten Lichtausflüsse [Diffusionsstrahlen] ausgeschieden. Nur die Hauptkonturstrahlen — die durch eine gewisse Rückwirkung sich in einem bestimmten Winkel durchschneidenden Linien — gelangen gebrochen zum Sehnerv, durch den das Bild sodann mittels geeigneter Organe in entsprechender Weise den Gehirntäfelchen eingeprägt wird. Wäre das Auge nicht so eingerichtet, könnte der Mensch keine Sonne für sich als Einzelbild erschauen und alles wäre ein gleichförmiges Lichtmeer.

Das Auge des Menschen entspricht vollkommen einer Hülsenglobe [Sternensystem im Universum] mit ihrer im Mittelpunkte wirkenden Urzentralsonne. Daher befindet sich in der Mitte des Auges die Kristallpupille, die (besonders bei manchen Tieren) ein wahrnehmbares Eigenlicht besitzt. Zum anderen empfängt die Pupille das Licht der Außendinge wie eine Sonne das Licht der anderen Gestirne. Durch die Kristallinse nehmen die Innenwände des Auges sogleich alle Strahlen auf und reflektieren sie, unterstützt durch das Eigenlicht der Linse, wieder in die Ferne zurück. Es ist wichtig zu wissen, daß der Mensch die Gegenstände nicht selber sieht, sondern nur deren entsprechende Abbilder. Dies geschieht, indem selbe von der schwarzen rückwärtigen Spiegelhaut aufgenommen und so gleich nach der Aufnahme wieder vollkommen erleuchtet nach außen geworfen werden, wo man dann erst die Dinge an jener Stelle erblickt, wo sie sich in ihrer natürlichen Wirklichkeit befinden.

Was die Wahrnehmung der Gestirne außerhalb des Erdkörpers betrifft, so erblickt der Mensch nur deren Abbildung auf dem großen Erdauge. Dieses wird gebildet von dem Luftkreise der Erde mit all seinen verschieden dichten Ätherarten. Es gleicht einem linsenförmig-runden durchsichtigen Körper, der wie ein Brennglas wirkend die Lichtstrahlen aus dem Weltall verdichtet und in verjüngtem Maßstabe auf die Erdoberfläche und damit auch in das menschliche Auge gelangen läßt. Ohne dieses Erdauge würde der Mensch keine Kleinbilder der Gestirne aufnehmen können.

Würde das Auge die Gegenstände selbst schauen, so müßte es alle Dinge in ihrer natürlichen Größe erblicken. Daß aber alles durch die hülsenglobenartige Beschaffenheit des Auges nur in höchst verkleinertem Maße wahrgenommen wird, beweist die Tatsache, daß sich sogar die kleinsten Materieteilchen durch ein Mikroskop außerordentlich vergrößern lassen. Dieser Vorgang ist nichts anderes als eine stete Annäherung des geschauten Gegenstands, beziehungsweise dessen Lichtabbildes an die wirkliche Größe des Gegenstandes selbst. So bekunden gerade die früher unsichtbaren Teilchen, daß das freie Auge unmöglich die Dinge selbst erblickt, sondern nur ihre auf vorgeschilderte Art verkleinerten Abbilder.

Das Auge ist ferner so gebaut, daß der Lichtstrahl mit der enormen Schnelligkeit seines Eintritts in das Auge diesem nicht schadet und überdies der Seele Zeit läßt, die ihr vermittelten Bilder zur geistigen Vorstellung des Gesehenen zu verarbeiten. Die Seele steht durch das Gehirn und den Sehnerv mit dem Auge in steter Verbindung. Da nun die geistigen Funktionen der Seele über die Materie der Gehirnmasse erst einen bestimmten Prozeß durchmachen müssen, der langsamer als das Licht vor sich geht, so besitzt das Auge Vorrichtungen, um den schnellen Lichtstrahl entsprechend zu verlangsamen. Dazu dienen die verschiedenen Feuchtigkeiten, die das Innere des Auges bilden und erfüllen und gewisserart als vermittelnde Zersetzer dienen. Auch das Blut darf im Vordringen zum Gehirn nicht mit derselben Kraft und Hast eindringen wie in die anderen Organe, sondern muß seinen Lauf verlangsamen, damit die Vermittlung zwischen Geist und Materie in allen Gehirnpartien entsprechend erfolgen kann. Daher findet man, daß die große Schlagader, sobald sie sich gegen den Kopf wendet, dort nicht gerade verläuft, sondern erst in Windungen das Gehirn erreicht. Damit wird der Andrang des Blutes abgeschwächt und der Seele Zeit gelassen, aus dem durch die Materie Empfangenen Geistiges zu bilden. [Vergleiche die Bewußtseinstrübung als Schwindelgefühl bei Blutüberfüllung des Gehirns!] Das gleiche gilt für den Organismus des Ohres, wo auch die Schallschwingungen verkürzt und modifiziert werden, um sich über die Seele zu geistigen Eindrücken umgestalten zu können.

Die Durchdringung der Lichtstrahlen mit jenen Substanzen, die sich im menschlichen Auge befinden und dem Lichte verwandt sind, das heißt Magnetismus und Elektrizität im Phosphor enthalten, würde zu obigem Resultat allein nicht genügen. Es ist daher vorgesehen, daß der Lichtstrahl nicht als unaufgelöstes reinweißes Element in das Auge tritt, indem dessen Flüssigkeitsstoffen noch Substanzen beigefügt sind, die den Strahl zerteilen helfen. Dadurch ist die Fähigkeit gegeben, Farben wahrzunehmen. Damit im kleinen Auge die Fülle der Lichtstrahlen aller Gegenstände, sich wieder zerstreuend, ein verjüngtes Bild der erblickten Dinge erzeugt, ist hinter die Pupille des Auges die Kristallinse gestellt. Diese nimmt die Strahlen auf, konzentriert sie und läßt sie im Pigment der Netzhaut wieder auseinandergehen, um auf dem spiegelgleichen schwarzsamtenen Grunde das getreue Abbild wieder hervorzurufen.

Die Theorie, daß beim Sehvorgang sich auf der Nervenhaut das Bild verkehrt spiegelt und sich dann durch Reflexion aus dem Auginneren wieder umkehrt, beruht auf einem großen Irrtum. Zwar hat die Optik mit einem Glas, dessen Schliff der Kristallinse nachgebildet ist, das Resultat einer Bildumkehr erzielt. Glas jedoch ist leblos und seine Brechung der Lichtstrahlen ist deshalb eine andere als im Organ des Auges. Denn dieses ist voll des geistigen und materiellen Lebens, wobei die Seele dortselbst mit dem Sehprozeß auf eine ganz andere Art zu Werke geht, als es die Wissenschaft der Optik vermutet. Wie könnte auch der ganze Sehvorgang nur auf die mathematischen Linien eines Kreises beschränkt sein, wo doch sicher auch das Auge eines Pferdes oder einer Ziege, deren Pupille bekanntlich ein längliches Viereck bildet, ein richtiges Sehbild hervorruft! Oder wie gänzlich anders geartet ist zum Beispiel das Auge einer Fliege. Diese besitzt ein Augenpaar, das nahezu den siebenten Teil ihres ganzen Wesens ausmacht. Ein jedes Auge für sich besteht wieder aus mehreren tausend kleineren Augen, die — wie die Zellen eines Bienenstocks aneinandergereiht und ein jedes kegelförmig zugespitzt — alle auf einen gemeinsamen Sehpunkt zusammenlaufen. Sie bilden damit ein unbeschreiblich starkes Mikroskop, womit die Fliege sogar atomisch kleinste Tierchen zu erblicken vermag.

Selbst die materielle Betrachtung aller Teile des Menschenauges vermag die Zweckmäßigkeit seiner Einrichtung nicht zu erforschen. Bei den meisten Entdeckungen haben die Menschen stets vom Leblosen auf das Belebte geschlossen und dadurch viele wissenschaftliche Irrtümer verbreitet, wodurch immer wieder unerklärliche Widersprüche zum Vorschein gelangen. Beim Menschen löst sich mit dem Leibestod das seelische Lebensprinzip vom materiellen Körper, das mit den beiden großen Lebensfaktoren der Schöpfung — Elektrizität und Magnetismus — allein jedes Naturleben zu erhalten vermag. So ist im zerschnittenen Leichnam bestenfalls jene Zerstörung als Wirkung festzustellen, welche die Unregelmäßigkeit des Ein- und Ausströmens dieser beiden Hauptelemente bewirkte. Aber der eigentliche Lebensfaktor ist entwichen und mit ihm jede Möglichkeit, den Grund des Lebens und sein Warum zu entziffern.

So liegen auch im Sehorgan des Menschen tiefe Geheimnisse verborgen. Wenn er mit seinem Auge, dieser kleinen Sonne in seinem Leibe, den gestirnten Himmel betrachtet, dann wird sein Auge selbst zu einem kleinen Universum, in dem sich Milliarden von Sonnen abbildlich widerspiegeln. Eine unendliche Schöpfung trägt sodann das Auge des Menschen in sich. Und das Strahlen und Widerstrahlen der zahllosen Sonnen im sonnenverwandten Auge bewirkt in der Seele eine Ahnung des Wunders, wie das Größte im Kleinsten sich wiederfindet und als das erkennt, was es in sich selbst wesenhaft ist.

g) Wirkungsweise der Narkose

GrEv X/209 u. Hi II, S. 309 ff. (zit. n. V.M.) — Alles, was vom Magen zur Ernährung des Leibes aufgenommen wird, ist nicht so tot, wie es den Anschein hat. Denn jede Nahrung besteht aus drei Teilen: Einem grobmateriellen, einem ätherischen und einem substantiellen Teil. Der materielle Teil der Speise ist jener, der sichtbar und fühlbar ist und sich in Mund und Nase durch seinen Geschmack und Geruch den Sinnen kundgibt. Wenn Speise und Trank in den Magen gelangen, so werden sie dort gewisserart zum zweiten Male verkocht. Es entwickeln sich dabei zwei Hauptbestandteile, von denen der gröberstoffliche durch das Blut zur Ernährung des Leibes, seiner Glieder, Eingeweide und Muskeln überall dorthin geleitet wird, wo die Körperzellen einer Stärkung bedürfen.

Der feinerstoffliche Bestandteil der Nahrung wird erst im unteren Magen ausgeschieden. Hier wird auf dem Wege eines eigenen Gärungsprozesses der ätherische Stoff der eingenommenen Nahrung aus den stofflichen Zellhülsen ausgesondert und dient zur Belebung der Nerven, weshalb man ihn den "Nervengeist" nennen kann.

Das ganz außerordentlich Fein-Ätherische aber, das die eigentliche Substanz jeder Materie darstellt, wird [nach dem Vergärungsprozeß] durch die Milz auf einem besonderen Wege in das Herz geleitet und geht von da aus völlig geläutert in die Seele des Menschen über. Somit zieht auch die Seele von jeder aufgenommenen Nahrung das ihr Verwandte an sich und wird dadurch in allen ihren, dem stofflichen Leibe ganz ähnlichen Einzelteilen genährt und gestärkt. [Daher der Einfluß der Ernährungsweise auch auf die seelischen Qualitäten des Menschen!]

Der erwähnte Nervengeist nun dieses ätherischen Fluidums, das die Verbindung von Leib und Seele herstellt, spielt beim Vorgang der Narkose eine entscheidende Rolle.

Jeder Äther als eine spirituelle spezifische Flüssigkeit von reinster Zartheit wirkt auf den Nervengeist betäubend. Ebenso Wein, Bier, Most und ähnliche Flüssigkeiten, weil hier die seelischen Spezifika schon freier und ungebundener sind als im Wasser und anderen ungegorenen Flüssigkeiten. Im reinen Äther sind sie beinahe schon ganz frei und können nur in einem dicht verschlossenen Gefäß fest gehalten werden.

Gelangt ein solcher Äther durch das Einatmen mit dem Leibesorganismus, in dem der Nervengeist waltet, in Verbindung, so wird er von letzterem als mit ihm verwandt gierig aufgesogen und zur Sättigung der inneren Nervenkammern verwendet. Werden diese Kammern solcherart auf eine unvorbereitete Weise plötzlich angereichert, so werden sie durch diese Sättigung gleich einer Blase aufgebläht und sind in solchem Zustand keiner Reaktion mehr fähig, weder als Empfindung bei äußeren Verletzungen, noch durch inneres Ergreifen von seiten des Nervengeistes. [Das Anästhesieprinzip der Narkose!]

Daß aber dadurch auch der Nervengeist selber für den Leib untätig wird, ist begreiflich, indem er sich wegen der momentanen Übersättigung der Nervenkammern außer Verband mit denselben gestellt hat. Dadurch wieder wird die Seele frei, weil sie der Nervengeist in jenem Zustande überfüllter Nervenkammern nicht an diese zu binden vermag. Ist jedoch die Seele vorübergehend vom Leibe befreit, so befindet sie sich in der Zeit dieser kurzen Nervenbetäubung bewußtseinsmäßig in jener Sphäre der Geisterwelt, die ihrem menschlichen Herzen oder Gemüt entspricht. Im Betäubungszustand der Narkose weilt also die Seele genau in dem inneren Schauungsgrade, der ihrer eigenen guten oder bösen Beschaffenheit angemessen ist.

Da hier aber Seele und Nervengeist wie beim natürlichen Schlaf sich noch im Vollverbande befinden [nur Seele und Nervenkammern sind getrennt], vermag die Seele die Formen ihrer Anschauungen in den mit ihr noch verbundenen Nervengeist zu übertragen. So kann sie sich dessen, was sie in der geistigen Seelenwelt sah, recht wohl erinnern, während sie jedoch nicht wahrnimmt, was indessen mit dem Leibe vorgegangen ist. Aus einem rein somnambulen Zustand [heute parapsychologisch "Trance" genannt], wie auch aus einem tiefen natürlichen Traumleben bringt die Seele darum keine Rückerinnerung in den natürlichen (wachbewußten) Zustand zurück, weil sie da gewöhnlich außer Verband mit dem Nervengeiste steht. Denn dieser bleibt mit den Nerven eng verbunden, die, weil sie sonst keine Sättigung erhielten und geschwächt würden, ohne Nervengeist bald absterben und sich auflösen würden, was dann auch den Tod des Leibes bedeuten würde.

Bei der Äthernarkose jedoch ist eben der Äther das Substitut (der Ersatz) des Nervengeistes, so wie beim natürlichen Schlafe der Magenäther aus den Speisen diese Funktion übernimmt. Hier kann sich der Nervengeist ohne Gefahr einer mangelnden Sättigung der Nervenkammern frei machen. Weil er dabei völlig allein der Seele zu Diensten steht, resultiert daraus eben die Rückerinnerung der Seele von dem, was sie in den Sphären der Geisterwelt schaute. [Anm. Diese Rückerinnerung bezieht sich auf die Aufnahme des Wahrgenommenen in das seelische Gehirn, wobei weit seltener eine Weiterübertragung dieser Eindrücke auf das physische Gehirn und damit ein tagesbewußtes Erinnern an das Traumleben erfolgt.]

Darin liegt sehr leicht begreiflich der grundlegende Unterschied zwischen diesem Äther-Betäubungszustand und dem sogenannten magnetischen Schlaf (Trance, bzw. Hypnose], in dem die Seele ihren Leib beschauen kann, weil der Nervengeist mit diesem noch verbunden ist, wogegen bei der Narkose beide außer Verband mit dem Leibe stehen.

Zuweilen treten bei manchen Menschen nachträgliche Wirkungen der Narkose in Gestalt von konvulsivischen Zuständen ein. Sie stellen einen gewissen "Entweichungsdurst" der Seele aus ihren materiellen Fesseln dar, welches Bedürfnis ihr eben durch den Zustand der Narkose eingepflanzt wurde. Gegen dieses Übel sind Gebet und Fasten die wirksamsten heilenden Mittel.

4. Die Außenlebenssphäre des Menschen

GrEv VIII/102 u. IV/215 — Seht, ein jeder Mensch hat als ein geistig, seelisch und naturkörperlich lebendes Wesen ebenso eine Außenlebenssphäre um sich, wie solche ein jeder Weltkörper, jeder einzelne Stein wieder eigens für sich und so ein jeder Baum und jedes Gewächs nach seiner Art und also auch ein jedes Tier hat. Denn ohne eine Außenlebenssphäre könnte weder eine Erde noch ein Stein, noch ein anderes Mineral, noch ein Gewächs und ein tierisch lebendes Wesen bestehen.

Daß sich die Sache aber so verhält, könnt ihr einer von euch schon sicher oft erprobten Erfahrung entnehmen, daß ihr zum Beispiel in einem Eichenwald von einer ganz andern Empfindung bemeistert werdet als in einem Zedernwald. Ein ganz anderes Gefühl bemächtigt sich des Menschen, wenn er sich auf einem Kalkfelsen befindet, und ein anderes auf einem Granitfelsen. Ein anderes Empfinden hat der aufmerksame Mensch in einem Weinberge und ein anderes in einem Garten mit Feigenbäumen. Und dasselbe wandelbare Gefühl hat der Mensch bei der Annäherung verschiedener Tiere und noch mehr bei der Annäherung verschiedener Menschen. Ein sehr feinfühlender Mensch empfindet das oft schon auf eine beträchtliche Ferne und fühlt es, ob ihm ein guter oder ein böser Mensch begegnen wird.

Und sehet, das empfinden auch die Tiere, und manche um vieles schärfer als irgendein materieller und wenig über Gutes und Wahres nachdenkender Mensch.

Ist ein Mensch von einer vollendet guten Art und ist er in seiner Seele von göttlichem Geiste erfüllt, so wird seine Außenlebenssphäre auch stets kräftiger und in weite Fernen hin zu reichen anfangen. Wenn solch einem Menschen sich dann auch selbst die reißendsten Tiere nähern, so werden sie von seiner Außenlebenssphäre durchdrungen und gesänftet, werden sich ihm voller Freundlichkeit nähern und ihm nichts zuleide tun, und er wird ihnen sogar mit seinem Willen gebieten können, und sie werden sich ihm gehorsam erweisen.

Beispiele von der Wahrheit des Gesagten findet ihr bei den Urvätern der Erde, bei den Patriarchen und bei den Propheten; und in dieser Zeit habt ihr das schon selbst an Meiner Seite gar vielfach erprobt. Ich Selbst sicher am meisten und auch ihr mit Mir, wir haben wohl die am allerweitesten über uns selbst hinausreichende Außenlebenssphäre von höchster Kraft, Güte und Vollkommenheit!

Die im Gemüt vollkommene Seele ist persönlich zwar auch in der vollkommenen Menschenform im Leibe vorhanden; aber ihr Empfinden, Fühlen und Wollen geht, gleichwie die Lichtstrahlen der Sonne, nach allen denkbaren Seiten wirkend weit hinaus. Je näher an der Seele, desto intensiver und wirksamer ist dann dieser beständige Ausfluß des Denkens, Fühlens und Wollens.

Die Außenlichtsphäre der Sonne, in der sich diese Erde, der Mond und noch eine große Menge allerleiartiger anderer Weltkörper befinden, ist gewisserart die Außenlebenssphäre der Sonne, durch die alles, was in ihrem Bereich sich befindet, zu einem bestimmten Naturleben erweckt wird. Alles muß sich da mehr oder weniger in die Ordnung der Sonne fügen, und diese ist dann ein Gesetzgeber und ein Herr aller anderen Weltkörper, die sich nur irgendwo im Bereich ihrer Lichtausstrahlung befinden. Freilich kann man von der Sonne nicht sagen, daß sie denke und wolle; aber ihr Licht ist dennoch ein gar großer Gedanke und des Lichtes Wärme ein gar fester Wille — aber nicht von der Sonne, sondern von Mir ausgehend und wirkend durch das organische Wesen des Sonnenkörpers. Je näher denn ein Weltkörper der Sonne ist, desto mehr muß er auch die lebenwirkende Kraft der Außenlebenssphäre der Sonne in sich wirkend und bestimmend wahrnehmen und muß sich fügen in alles das, was das Licht und die Wärme der Sonne in und auf ihm zeugen will.

Wie aber die Sonne auf den Weltkörpern Wunderbares bloß durch ihre Außenlebens-sphäre wirkt, also auch eine unverdorbene und in ihrer ursprünglichen Art vollkommene Seele, die da ist voll des Lebens, also voll Liebe, voll Glaubens und voll des festen Willens! Eine solche Seele ist ganz Licht und Wärme und strahlt weithin aus, und diese Ausstrahlung bildet dann gleichfort ihre mächtige Außenlebenssphäre. Wie sich aber in der Außenlebenssphäre der Sonne Mein Wille als übervoll wunderbar wirkend ausspricht und keine Macht demselben widerstreben kann, ebenso spricht sich der Wille einer vollkommenen, unverdorbenen Seele, in der, weil in Meiner Ordnung, auch Mein Wille ist, als wunderbar wirkend aus.

5. Vom Dämoneneinfluß und wie er zu bannen ist

GrEv V/96 — Ein Engel spricht: "Du hast deinesteils ganz recht, wenn du behauptest, daß die Dämonen über einen Menschen, der völlig in der Liebe zu Gott sich befindet, in noch so großer Anzahl durchaus keine Gewalt auszuüben imstande sind. Denn von einer Gemeinkraft kann bei ihnen keine Rede sein, da von ihnen ein jeder in der größten Selbstsucht und Eigenliebe ist, und es daher ja keinem beifällt, seinen Nachbarn in irgend etwas zu unterstützen, aus Furcht, der Nachbar könnte heimlich und ganz verkappt wieder einen Vorteil gewinnen, der ihm dann sicher eine fruchtlose Reue abnötigen würde.

Wenn sie miteinander gewisserart auf den Raub ausgehen, so verrät keiner dem andern seine höchst geheimgehaltene Absicht. Und kommen sie wie zufällig am Orte des Raubes zusammen, so gibt es da unter ihnen selbst oft den bittersten Krieg. Denn der erste sich auf eine Beute Werfende ist ein Feind eines jeden, der sich neben ihm auch auf die Beute wirft, und sucht ihn zu verdrängen. Ein Dritter benützt schadenfroh diese Gelegenheit und stiehlt für sich. Und fängt ein Vierter neben ihm auch an, für sich zu stehlen, so kommen diese zwei auch zum Raufen, und ein Fünfter stiehlt dann ganz ruhig wieder für sich. Kommt ein Sechster hinzu, so entsteht gleich ein neuer Kampf, und ein Siebenter hat dann wieder so lange gut stehlen, bis ein Achter in seine Nähe kommt. Alle kämpfen nun, und keiner läßt sich vom andern die Stelle des Raubes und den schon gemachten Raub selbst nehmen.

Du siehst, daß da sicher kein Teufel dem andern in irgend etwas hilft, aber durch ihren höchst selbstsüchtigen Andrang vermehren sie dennoch das Gewicht an der allgemeinen Beute. Und es geht dann ungefähr also, als wenn du zwei ganz gleiche Gewichte in die Schalen einer Waage legst, die gegenseitig für sich gar keinen Ausschlag geben. Du bestreichst nun aber ein Gewicht mit nur einem höchst ungewichtigen Tropfen Honigs, und sogleich wird der süße Geruch Tausende von Bienen anlocken; diese werden sich ans Gewicht setzen und sogleich ganz unwillkürlich einen Ausschlag bewirken.

Kannst du Gott darum der Unweisheit beschuldigen, so Er der Biene den Geruch und die Gier nach Honig und dem Honige selbst die duftende und anlockende Süße gegeben hat?! Oder ist der Herr unweise, so Er Seine Geschöpfe nicht nur höchst zweckmäßig, sondern auch höchst schön, jegliches in seiner Art, gestaltet hat?! Ist es etwa unweise von Ihm, der Jungfrau jene höchst reizende und anziehende Form gegeben zu haben, daß sie vor den Sinnen des schrofferen Mannes auf dieser Welt den allerhöchsten Wert haben muß, so daß er Vater und Mutter verläßt und seinem Weibe anhanget?!

Wie es aber schon in der Außenwelt sich erkennen läßt, daß ein Wesen das andere in irgend etwas anzieht, um so mehr ist solches in der Welt der Geister der Fall. Und wäre dies nicht also, wie bestände da eine Erde, ein Mond, eine Sonne und wie die zahl vielen anderen Weltkörper im unermeßlichen Schöpfungsraum?! Ein Atom hat Sympathie mit seinem Nachbarn; beide ziehen sich an. Was die beiden tun, das tun dann zahllose Äonen, sie ziehen alles Gleiche und Gleiche an, und es entsteht daraus am Ende eine Welt.

Wenn aber also, ist es dann unweise vom Herrn, so Er allernotwendigstermaßen einer jeden Seele die unbedingte Willens- und Erkenntnisfreiheit läßt und danebst natürlich auch die daraus entspringenden Folgen?! Oder würdest du Gott als höchst weise preisen können, wenn da irgend jemand von hier nach Jerusalem reisen wollte und setzete dafür seine Füße auch in Bewegung, käme aber damit doch bei allem seinem Willen und bei der besten Wegkenntnis nicht nach Jerusalem, weil es Gott nicht so haben wollte, sondern statt nach Jerusalem, wo er wichtige Geschäfte abzumachen hätte, nach Damaskus, wo er gar nichts zu tun hat?! Sage es mir, ob du solch eine göttliche Einrichtung für weise finden würdest! Oder findest du es ungereimt, wenn dich am Tage Bienen, Wespen, Hornissen und allerlei Fliegen ordentlich zudecken und auffressen, so du ganz mit Honig bestrichen dich hinaus ins Freie begibst?!

Wenn aber nun deine Seele irgendeinen sündigen Leidenschaftsduft in ihre Außenlebenssphäre streut, und die schon vom Fleische befreiten, aber noch in einem gleichen Lieblingsdufte stehenden Seelen solchen in deiner Außenlebenssphäre gewisserart riechen, auf dich losstürmen und sich an deinem Überflusse sättigen — ohne eigentlich zu wissen, was sie tun, sondern rein nur deshalb sich stets zahlreicher um dich versammeln, weil sie in deiner Sphäre die erwünschte Kost finden —‚ so ist das gewiß nicht unweise vom Schöpfer, der nichts so sehr für ewighin achtet wie die unbedingte Freiheit einer jeden Seele. Hat ja doch eine jede Seele stets Mittel genug in Händen, sich der ungeladenen Gäste zu entledigen, wie oft und wann sie es will.

Willst du in der Freie nicht von den stechenden Insekten belästigt werden, so wasche und reinige dich von dem törichten Honiganstrich, und du wirst Ruhe haben. Und willst du keine deine Seele schwächenden und belästigenden Dämonen in deiner Außenlebenssphäre, so erwähle dir des Herrn dir bekannte Ordnung zu deinem Lebensgrundsatz, und ich stehe dir dafür, daß dir kein Dämon in die Nähe deiner Lebenssphäre kommen wird!

Glaube es mir, wenn du nicht mit irgendeiner in und aus dir selbst entstandenen Lebensverkehrtheit die Dämonen anlockst und anziehst, so werden sie dich sicher nicht anziehen, verlocken und verführen. Hast du sie aber angezogen, so mußt du es dir dann selbst zuschreiben, wenn sie deine Seele in einer und derselben Leidenschaft durch ihren Andrang noch mehr verhärten, ohne es eigentlich zu wollen. Ich sage es dir: Ein jeder Mensch wird zuerst aus sich selbst schlecht und der göttlichen Ordnung abtrünnig! Dazu wird er freilich wohl zumeist durch eine ganz verkehrte Erziehung vorbereitet und gerät also in allerlei üble Leidenschaften und aus diesen in allerlei wahre Sünden. Durch diese aber öffnet er dann auch allen argen fremden Einwirkungen die Türen und kann so in Grund und Boden des seelischen Lebens verdorben werden und auch bleiben — aber doch immer nur, wenn er es also will.

Will er sich ändern, so steht ihm vom Herrn aus nichts im Wege; denn ein Bedrängter darf ja nur den leisesten Wunsch in sich äußern, und es wird ihm alsbald Hilfe gegeben. Aber so er sich in seiner Bosheit ganz wohl und zufrieden befindet und nie einen bessern Wunsch von sich und in sich vernehmen läßt, da freilich wird ihm in seinen Willen keine besondere Einstreuung gemacht.

Wohl wird ihm das Gute in seines Herzens Sensorium [Empfindungsorgan], das man "Gewissen" nennt, eingeflüstert, und er bekommt von Zeit zu Zeit ganz tüchtige Mahnungen von uns aus. Kehrt er sich nur einigermaßen daran, so ist da von einem Verloren gehen und Verdorbenwerden keine Rede mehr. Da kommt dann die geheime Hilfe unablässig von oben und verleiht der Seele stets Einsicht und Kraft, sich aus dem großen Gewirre mehr und mehr loszumachen. Und es gehört dann nur so ein wenig guten Willens dazu, und es geht dann schon recht hurtig vorwärts — wenigstens bis dahin, wo der Mensch, für eine höhere Offenbarung geeignet, vom Geiste Gottes selbst ergriffen und im wahren Lebenslichte weitergeführt wird.

Aber natürlich, wo sich der Mensch in seiner groben Verblendung und in seinem Weltsinnenrausch an die gar sanften und leisen Mahnungen, von uns ausgehend und sich im Herzen kundgebend, gar nicht im geringsten kehrt, sondern schon gleich tut, als wäre er ein Herr der ganzen Welt — ja, da hat dann etwa doch wohl niemand anders die Schuld am unverbesserlichen Zustande der Seele als eben die Seele selbst!"

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Ursachen und Zweck von Krankheiten und Leiden

1. Die Erbsünde als Grundursache körperlicher Gebrechlichkeit

GrEv II/224 (6 ff.) — DER HERR: "Hätte Adam das im von Gott gegebene positive Gebot beachtet, so wäre die Menschheit, das heißt die vollkommene Seele des Menschen, nicht zu dem sehr harten, schweren und gebrechlichen Fleischleibe gekommen, der nun mit gar vielen Gebrechen und Mängeln behaftet ist. Aber der Ungehorsam gegen das positive Gesetz hat den ersten Menschen notwendig auf einen weiten Umweg gebracht, auf dem er nun das Ziel um vieles schwerer und um vieles später erreicht.

Du meinst freilich und sagst bei dir: "Ei, was kann denn ein kleines, bloß moralisches Gesetz, ob es beachtet oder nicht beachtet wird, auf die gesamte Natur des Menschen für einen gar so wesentlichen Einfluß nehmen? Adam wäre ohne den dummen Genuß sicher ebenso der fleischliche Adam geblieben, wie er es durch den Genuß des Apfels geblieben ist, und er hätte dereinst dem Fleische nach sicher ebensogut sterben müssen wie nun noch alle Menschen!"

Du hast einesteils wohl recht; aber andernteils auch unrecht. Es ist der Genuß eines Apfels, der eine gesunde und süße Frucht ist, sicher nicht todbringend; denn sonst müßten nun alle Menschen, die Äpfel essen, bald darauf sterben. Also am Apfel selbst liegt wenig oder auch nichts. Aber so er zum Genusse auf eine unbestimmte Zeit verboten wird, und das nur der größeren Konsolidierung der Seele wegen, die Seele aber, ihres freien Willens bewußt, das Gesetz mißachtet und übertritt, so macht sie gewisserart einen Durchbruch in ihrem Wesen, und dieser gleicht dann einer offenen Wunde, die schwer je völlig zu heilen ist, weil, wenn die Wunde auch vernarbt, durch die Vernarbung eine Anzahl von Gefäßen so beengt werden, daß durch sie fürder die Lebenssäfte der Seele nicht gut zirkulieren können und darum an der Stelle der Narbe stets einen unbehaglich schmerzlichen Druck ausüben. Dadurch aber wird dann die Seele abgezogen, hauptsächlich nur fürs freie Gedeihen des Geistes in ihr zu sorgen, und sie verwendet nun zum größten Teil ihre Tätigkeit darauf, daß die Narbe wieder vergehe. — Und sehet, diese Narbe heißt "Welt"!

Die Seele will zwar diese Narbe gleichfort loswerden; denn sie schmerzt die Seele im Gefühl der Sorge, das heißt der Weltsorge. Aber je mehr die Seele sich da abmüht, desto derber wird die Narbe, und je derber sie wird, desto mehr Sorge erzeugt sie; und die Seele hat am Ende nichts zutun, als sich allein mit der Heilung dieser alten Narbe zu beschäftigen, das heißt sich sorglos zu machen, geht am Ende selbst nahezu ganz in diese Narbe über und kümmert sich wenig mehr um ihren Geist. — Und sehet, das ist die sogenannte "Erbsünde"!

"Wie aber kann sich so etwas wohl vererben?" wird man fragen. Oh, sehr leicht, besonders in der organischen Seelengestaltung. Was diese einmal angenommen hat, das kann ihr Tausende von Jahren bleiben, wenn solches nicht durch den Geist in ihr wieder in die volle Ordnung gebracht wird. Sehet den Typus eines Volkes an! Stelle Ich euch heute die Gestalt seines Urstammvaters vor, so werdet ihr es alle bald erkennen, daß eine bedeutende Ähnlichkeit auf alle seine Nachkommen übergegangen ist. War der Stammvater ein guter und sanfter Mann und also auch dessen Weib, so wird am Ende mit wenig Ausnahme das ganze Volk ein mehr gutes und sanftes sein als ein Volk, das da einen zornmütigen, stolzen und herrschsüchtigen Stammvater hatte.

Wenn aber ein leichter, verwischbarer Zug eines Urstammvaters physisch und moralisch noch nach ein paar Jahrtausenden in allen seinen Nachkommen gar wohl zu erkennen ist, um wieviel mehr ein Zug des ersten Menschen der Erde in allen seinen Nachkommen, indem seine Seele im Anfange viel empfänglicher und somit notwendig um vieles reizbarer war als die späteren Seelen, denen das Merkmal des Vaters gleich bei der Zeugung im Strome des Lebenssamens eingeprägt ward und hernach auf natürlichem Wege nicht mehr verwischt und gar getilgt werden konnte. Leider verunstaltet eine solche Narbe die Seele sehr, und Gott hat allzeit alles angewendet, auf daß es einer Seele aus sich möglich werden könnte, solch eine böse Narbe für alle Zeiten vergehen zu machen. Aber es wollte die Sache nicht besonders gut gelingen, und Ich kam darum schließlich selbst auf diese Erde, um die alte, häßliche Narbe auszutilgen.

Und Ich werde sie auch tilgen — durch die vielen Wunden, die in Mein Fleisch geschlagen werden."

GrEv VIII/34 (13 ff.) — Wenn es in der Schrift heißt, daß Satan in der Gestalt einer Schlange das erste Menschenpaar verführt habe, so will das soviel sagen als: Das erste Menschenpaar, das Gott und Seinen Willen wohl kannte, hat sich von der Anmut der materiellen Welt bestechen lassen, und ihres Fleisches Begehren und Stimme sagte: "Wir wollen sehen, was daraus wird, so wir einmal dem wohlerkannten Willen Gottes zuwiderhandeln! Denn Gott Selbst hat uns das Handeln frei gestellt. Wir können dadurch an unserer Erkenntnis ja nichts verlieren, sondern nur gewinnen! Gott weiß es sicher, was uns durch ein freies Handeln werden kann. Wir aber wissen es nicht; darum handeln wir einmal nur nach unserm Sinne, und wir werden dann durch die Erfahrung auch das wissen, was jetzt Gott allein weiß!"

Und siehe, also aßen die beiden von dem verbotenen Baume der Erkenntnis auf dem Wege der selbst-machen-wollenden Erfahrung und versanken dadurch um einen Grad tiefer in ihr gerichtetes Materielle, das dem freien Geistleben gegenüber auch der "Tod" genannt werden kann.

Sie erkannten darauf wohl, daß in ihrem Fleische das Mußgericht und der Tod daheim sind, der bei der steigenden Weltliebe auch die freie Seele in sein Gericht und seine Unfreiheit begraben kann, und verloren denn auch das reine Paradies, das in der vollen Einung der Seele mit ihrem Geiste bestand, und mochten aus sich heraus dasselbe wohl nicht völlig wiederfinden; denn ihre Seele war vom Stachel der Materie verletzt worden und hatte viel zu tun, um sich noch so frei als möglich über dem Gerichte, als dem geschaffenen Muß, zu erhalten, wie das nun bei allen Menschen der Fall ist. Und Ich, der Herr, bin darum in diese Welt gekommen, um den Menschen wieder den wahren Lebensweg zu zeigen und ihnen das verlorene Paradies durch Meine Lehre wiederzugeben."

2. Von selbstverschuldeter Krankheitsnot

GrEv 111/12 (5) — Es wird viel gejammert und geklagt, und ein halbgläubiger Mensch um den andern sagt: "Was kann denn aber Gott doch für ein Vergnügen haben, so Er die Menschen in einem fort mit allerlei Plagen heimsucht?!" Da schaue entweder gar kein Gott heraus, oder Gott sei zu erhaben und kümmere sich ums Gewürm einer Erde nimmer. Oder Gott sei opferhungrig und weihrauchlüstern geworden, man müsse Ihn wieder besänftigen durch reiche Opfer, magische Sprüche und Weihrauch. Oder Gott sei erzürnt worden und räche sich nun an der harmlosen, schwachen Menschheit; man müsse in Sack und Asche Buße tun und zum wenigsten zwölf Sündenböcke in den Jordan werfen!

Aber daran denkt niemand, daß all das Leiden, alle Krankheiten, alle Kriege, alle Teuerung, Hunger und Pest lediglich daher rühren, weil die Menschen, anstatt für ihre Seele und ihren Geist nach der Ordnung Gottes alles zu tun, nur alles für ihren Leib tun.

GrEv IX/35 — DER HERR: "Mangel, Not und allerlei Elend lasse Ich nur dann unter die Menschen kommen, wenn sie von Mir ganz abgefallen und zum Teil finstere Götzendiener, zum Teil nur selbstsüchtige und gottlose Weltlinge geworden sind. Denn Not und Mangel nötigen die Menschen zum Denken über die Ursachen ihres Elends, machen sie erfinderisch und scharfsichtig, und es werden auf diese Art bald kluge und weise Männer aus dem Volke aufstehen, die ihren Mitmenschen die Augen öffnen und ihnen die Quellen des allgemeinen Elends zeigen.

Würden die Menschen sich nie von Gott abwenden, so würden sie auch nie in Not und Elend verfallen. Wenn sonach ihr und eure Nachkommen stets im Glauben und in der Tat nach Meiner Lehre verbleibet, so werdet ihr auch nie ein Elend zu bestehen haben. Auch des Leibes Krankheiten werden eure Seelen nicht ängstlich und kleinmütig machen. Denn des Leibes Krankheiten sind allezeit nur die bitteren Folgen der Nichtbefolgung der von Mir den Menschen klar ausgesprochenen Gebote.

Wer diese Gebote schon von seiner Jugend an treu zu halten sich bestrebt, der wird bis in sein hohes Alter keines Arztes bedürfen und seine Nachkommen werden nicht an den Sünden ihrer Eltern zu leiden haben. ... Aber wenn die Menschen auszuarten anfangen, dann kommen auch bald schwere Körperleiden über sie und lehren sie die Folgen der Gering- oder Garnichtachtung der Gebote Gottes kennen.

Wenn der sachkundige Verfertiger einer Maschine dem, der sie ihm zum Gebrauche abgekauft hat, sagt und zeigt, was er zu beachten hat, um von der Maschine einen dauerhaft nützlichen Gebrauch machen zu können, so muß der Käufer das auch genau beachten, was ihm der Maschinenmeister sagt. So aber der Käufer mit der Weile das Gesagte aus Eigen- oder Leichtsinn nicht mehr beachtet, so muß er es sich selbst zuschreiben, wenn die Maschine verdorben und somit für den guten Gebrauch ganz oder doch zum Teil untauglich wird.

Gott aber ist der große Maschinenmeister des menschlichen Leibes, den Er zum nützlichen Gebrauche für die Menschen als eine gar kunstvollste Maschine wohl eingerichtet hat. Gebraucht die Seele diese belebte Maschine nach dem ihr klar erteilten Rat, der in den Geboten Gottes besteht, so wird der Leib auch in seiner stets wohl brauchbaren Gesundheit verbleiben. Mißachtet aber mit der Zeit die träg und sinnlich gewordene Seele diese Gebote des ewig großen Maschinenmeisters, so muß sie es sich denn auch selbst zuschreiben, so ihr Leib in allerlei Elend verfällt."

3. Die Hauptursachen der Krankheiten

GrEv VI/56 — DER HERR: "Von allen Lastern ist das böseste die Unzucht aller Art. Zu diesem Laster aber werden die Menschen verleitet durch Müßiggang, Hoffart und Hochmut. Denn dem Hochmut ist nichts mehr heilig; er sucht alle ihm zu Gebote stehenden Mittel auf, um durch sie seine weltsinnlichen Leidenschaften zu befriedigen. Wenn dann von solch einem Menschen Kinder gezeugt werden — welch elende und mit vielen Krankheiten behaftete Menschen kommen dadurch in diese Welt! — Also diese Sünde ist eine Hauptquelle, durch welche die ärgsten Krankheiten in diese Welt kommen.

Dann kommen aber auch Fraß und Völlerei, der Zorn und allerlei Ärger, durch welche Laster sich auch allerlei Krankheiten bei den Menschen entwickeln und sie dann auf eine jämmerliche Weise quälen.

Sagte Ich nicht zu dem Kranken in Jerusalem, der volle achtunddreißig Jahre am Teiche Bethesda harrte, um geheilt zu werden, als Ich ihn geheilt hatte: "Gehe hin und sündige nicht mehr, auf daß dir nicht noch etwas Ärgeres widerfahre!"? Seine böse Gicht war dem nach auch eine Folge seiner früheren vielen Sünden. Und so ist es beinahe bei den meisten von Mir Geheilten der gleiche Fall gewesen. Wären sie durch ihre vielen Sünden nicht krank geworden, so wäre es auch um ihre Seelen geschehen gewesen. Nur eine recht schwere und bittere Krankheit hat sie nüchtern gemacht und zeigte ihnen, wie die Welt ihre Huldiger lohnt. Sie verloren durch die Krankheit ihre Liebe zur Welt und sehnten sich, von ihr bald erlöst zu werden. Dadurch wurde ihre Seele freier, und es kam ihnen dann auch zur rechten Zeit die Heilung ihres Leibes.

Neben diesen Hauptursachen, aus denen die meisten Krankheiten bei den ohnehin von der Geburt an geschwächten Menschen entstehen, gibt es wohl noch andere, durch die der schwache Mensch auch sehr arg krank werden kann — aber Ich sage es eigens noch einmal:

Nur dem schon von der Geburt an Geschwächten kann das begegnen! Die Ursachen aber will Ich euch ganz kurz gefaßt zeigen:

Einmal steht da im Vordergrund das Essen schlechter, unreiner und schlecht und nicht frisch zubereiteter Speisen und auch schlechter Getränke — dann das Essen von allerlei unreifem Obst. Dann haben viele den argen Brauch, sich im erhitzten Zustand schnell abzukühlen. Wieder andere setzen sich, ganz unbewußt ihrer angeborenen Schwäche, allerlei Gefahren aus, in denen sie entweder ganz zugrunde gehen oder einen lebenslang dauernden Schaden davon tragen.

Ja, dafür kann Gott nicht, und das um so weniger, da Er dem Menschen den Verstand, den freien Willen und die besten Lebensgesetze gegeben hat!

Gegen die Trägheit des Menschen aber gibt es kein anderes Mittel als eben allerlei zugelassene Übel, die notwendig auf die Nichtbeachtung des göttlichen Willens folgen müssen. Diese wecken des Menschen in ihrem Fleische fest schlafende Seele und zeigen ihr die leidigen Folgen ihrer Trägheit, und sie wird darauf vorsichtiger, klüger, emsiger und gefügiger in den erkannten göttlichen Willen. Und somit haben die verschiedenen Krankheiten, mit denen nun die Menschen behaftet sind, auch ihr entschieden Gutes. Freilich sind sie auch eine Art Gericht, das die Seele zum Guten nötigt. Aber es ist der Seele dadurch dennoch der freie Wille nicht gänzlich benommen, und sie kann sich in und nach einer Krankheit noch ganz ordentlich bessern, obschon sie ihre weitere Vollendung erst jenseits einzuholen haben wird.

Es gibt aber wohl auch kranke Menschen, die wegen der Sünden ihrer Eltern oder auch Voreltern schon vom Mutterleibe aus krank in diese Welt gekommen sind. Die Seelen solcher Kranken sind zumeist von oben her und machen nur eine zeitweilige Fleischprobe auf dieser Erde durch. Für diese aber ist jenseits im Reiche der Geister schon ohnehin bestens gesorgt, und jeder, der sie pflegt, mit Liebe und Geduld, den werden sie auch jenseits mit der gleichen Liebe und Geduld in ihre himmlischen Wohnungen aufnehmen."

Ed, Kap. 59 — Ihr wisset, daß gewisse Menschen mit fleischlicher Lust sehr behaftet sind, sowohl weiblicher- als männlicherseits — während es auch wieder andere Menschen gibt, bei denen das sinnlich-fleischliche Wesen beinahe ganz stumpf ist. Solche Menschen rühren sich nicht, selbst wenn ihnen gegenüber das reizendste Fleisch aufgestellt würde, wogegen wieder andere beim Anblick weiblicher Reize ganz rasend werden. Ja, es gibt Narren, die sich in einen weiblichen Arm dergestalt verlieben können, daß sie ganz toll werden, wenn sie so ein Frauenzimmer nicht zum Weibe oder doch wenigstens zum zeitweiligen sinnlichen Genusse bekommen können.

Der Grund von solcher fleischlicher Neigung, besonders wenn diese sich sehr heftig ausspricht, liegt nicht selten im Besessensein von einem oder auch mehreren geilen Fleischteufeln.

Aber wie kommen diese in das Fleisch eines solchen Menschen? — Dazu bereiten die Menschen selbst Gelegenheiten ohne Zahl und Maß. Solche Fleischteufel wohnen vor allem in den hitzigen Getränken, im Wein, auch im Bier und besonders in den gebrannten Wässern. Wenn sich Menschen mit derlei Getränken stark berauschen, so haben sie in diesen Getränken sicher einen, wenn nicht mehrere Fleischteufel in ihr Fleisch aufgenommen. Sind diese aber einmal im Fleische, dann jucken und quälen sie die Genitalien auf eine so arge Weise, daß der Mensch nicht umhin kann, solche Reizung durch den sinnlichen Genuß des Fleisches zu befriedigen. Diese Fleischteufel sind aber nichts anderes als unlautere Seelen solcher verstorbener Menschen, welche ebenfalls entweder dem Trunk oder der fleischlichen Sinnlichkeit sehr ergeben waren. Sie treten zwar aus einem Besserungsgrunde in das Fleisch eines noch lebenden Menschen über; aber weil das Fleisch eben ihr Element war, so treiben sie es nicht selten in solch einem Menschen, den sie besessen haben, noch ärger, als sie es früher im eigenen Fleische getrieben haben.

Ebendiese verdorbenen Fleischseelen, wenn sie es zu toll treiben und sich stets mehr und mehr in ihrer unreinen Lust entzünden, bewirken auch zuallermeist die bekannten abscheulichen und sehr gefährlichen Krankheiten — was von den schützenden Engelsgeistern darum zugelassen wird, auf daß die Seele des erkrankten Menschen nicht gänzlich zugrunde gehe in der tobenden Wut ihres Fleisches.

Also solche hitzige Getränke sind der erste Weg, auf welchem diese Fleischteufel in das Fleisch des Menschen kommen.

Der zweite Weg, ebenso gefährlich wie der erste, sind die öffentlichen Tanzbelusti-gungen. Denn ihr könnt immer annehmen, daß auf einem Ball oder einer sonstigen Tanzunterhaltung sich auch allezeit zehnfach soviel unsichtbare, fleischsüchtige, unreine Seelen einfinden, als sonst Gäste auf einem solchen Ball beisammen sind. Auf diesem Wege kommen sie am leichtesten in das Fleisch, welches hier sehr aufgeregt wird und daher überaus stark aufnahmefähig ist für derlei schmutziges Seelengesindel. Aus diesem Grunde empfinden denn auch Menschen nach einem solchen Ball für alles Höhere und Erhabene einen förmlichen Widerwillen, was in den Städten, besonders bei Studierenden, von jedermann leicht beobachtet werden kann, da nicht selten früher recht fleißige Studierende nach einem Ball, anstatt an ihre Bücher zu denken, nur fortwährend den weißen Nacken, Busen, Arm und die Augen ihrer Tänzerin vor dem Gesichte haben und ihr Sinn sich fast mit nichts anderem mehr beschäftigt als bloß nur mit dem Gegenstande, der auf dem Ball ihnen eine so große Lust bereitet hatte. Mancher Studierende läßt darob das Studieren sein. Mancher aber studiert darauf statt der Wissenschaft nur das Brot, um sobald wie möglich mit seiner lieblichen Tänzerin ein Paar zu werden, gehe es wie es wolle. Und wird solch ein Paar auch wirklich ein Ehepaar, so sieht es aber einem eigentlichen Ehepaar ebensowenig gleich wie die Nacht dem Tage.

Die erste Zeit wird bei einem solchen Ehepaar bloß mit der sinnlichen Lust zugebracht, so daß binnen kurzer Zeit fast alle Spezifika, die dahin bestimmt sind, um Zeugungskraft zu bilden, völlig verbraucht werden. Dann tritt gewöhnlich bald eine gänzliche Erschlaffung des Fleisches ein. In solchen Fällen sucht dann der solchen Leuten innewohnende Fleischteufel dahin einen Ausweg, daß er der Seele — wie gewisserart ein Hausarzt — einflüstert, sich an ein anderes Fleisch zu wenden. Dadurch wird dem Manne sein Weib bald zum Ekel — und der Mann seinem Weibe. Sie fängt an, nach und nach sich nach jugendlichen Hausfreunden umzusehen; er aber geht gewöhnlich abends "frische Luft" suchen. Und so geht die Sache fort, bis ein solches Ehepaar sich dergestalt überdrüssig wird, daß es sich bald scheiden oder einander ohne gerichtliche Scheidung sitzenläßt. Derlei Erscheinungen, die gegenwärtig sehr an der Tagesordnung sind, sind lauter Früchte der Ball- und Tanzunterhaltungen und Folgen des Besessenseins von den obenerwähnten, argen Fleischpatronen.

Dieses Besessensein äußert sich anfänglich zwar nie mit der Heftigkeit wie bei manchen, die durch hitzige Getränke derlei unreine Geister in sich aufgenommen haben. Die Geister aus den hitzigen Getränken werden jedoch leicht durch ein kräftiges Gebet der Seele durch ihren Geist hinausgeschafft, worauf dann wieder der normale Zustand des Fleisches eintreten kann. Aber die auf dem Wege öffentlicher Tanzbelustigungen zugezogenen Fremdgeister sind nicht so leicht hinauszubringen, und es wird dazu schon sehr viel Fasten, Beten und Selbstverleugnung erfordert, wodurch die Seele sich mehr und mehr mit ihrem Geist vereinigt, dieser dann durch sie greift und das arge Gesindel aus dem Hause der Seele schafft.

Aber wo ist nun ein solcher Tänzer und eine solche Tänzerin, die das täten? — Gewöhnlich essen und trinken sie schon während und nach dem Tanze noch mehr als vorher und wollen sich dadurch wieder "restaurieren", was ebensoviel heißt, als dem Fleischteufel leibeslebenslängliche Pension und Unterkunft in Seele und Blut zu garantieren. Manche Tänzerin und mancher Tänzer, wenn sie zuviel solcher Gäste in sich aufgenommen haben, gehen auch ihrem Leibe nach in kurzer Zeit zugrunde; denn diese argen Fleischbolde, wenn sie in den Nieren und in den Genitalteilen nicht Platz finden, richten ihre Wohnungen auch in der Milz, Leber oder in der Lunge auf. Wo aber ein solcher Höllenemigrant seine Wohnung aufrichtet, da tötet er gewisserart das Fleisch, und die Folgen davon sind Milz- und Leberverhärtungen und Lungensucht, Abzehrung oder auch, wenn zwei oder mehrere sich auf die Lunge geworfen haben, die sogenannte galoppierende Lungensucht.

GrEv IV/80 — In der Fleischeslust liegt mehr oder weniger das Hauptübel für alle Menschen. Aus dieser Lust entspringen nahezu alle leiblichen Krankheiten und Übel der Seele. ... Daher sollet ihr eure Augen abwenden von den reizenden Gefahren des Fleisches auf so lange, bis ihr Meister über euer Fleisch geworden seid!

Verwahret die Kinder vor dem ersten Falle und erhaltet ihnen ihre Schamhaftigkeit, so werden sie als Erwachsene ihr Fleisch leichter zu beherrschen haben und nicht leicht zu Fall kommen. Aber einmal übersehen — und des Fleisches böser Geist hat vom selben Besitz genommen! Kein Teufel aber ist schwerer aus dem Menschen zu vertreiben als eben der Fleischteufel. Dieser kann nur durch vieles Fasten und Beten aus dem Menschen geschafft werden.

Hütet euch darum, die Kleinen zu ärgern oder sie durch übermäßiges Putzen und durch gezierte Kleidung zu reizen und fleischlich zu entzünden! Wehe dem, der sich also an der Natur der Kleinen versündigt! Wahrlich, dem wäre es wohl erklecklicher, so er nie wäre geboren worden! Den Frevler an der heiligen Natur der Jugend werde Ich Selbst züchtigen mit aller Macht Meines Zornes! Denn ist das Fleisch einmal brüchig geworden, dann hat die Seele keine feste Unterlage mehr und ihre Vollendung geht schlecht vonstatten.

Welche Arbeit ist es für eine schwache Seele, ein brüchiges Fleisch wieder zu heilen und ganz und narblos zu machen! Welche Angst steht sie dabei oft aus, so sie ihres Fleisches, ihres irdischen Hauses Brüchigkeit und Schwäche merkt! Wer schuldet daran? Die schlechte Überwachung der Kinder und die vielen Ärgernisse, die den Kindlein durch allerlei sittliche Mißstände gegeben werden!

Namentlich aber ist die Sittenverderbnis in den Städten stets größer als auf dem Lande. Darum machet einstens als Meine Jünger die Menschen darauf aufmerksam und zeiget ihnen die gar vielen bösen Folgen, die aus einem zu frühen Fleischbruche entstehen, so werden sich viele daran kehren, und es werden daraus gesunde Seelen zum Vorschein kommen, in denen der Geist leichter zu erwecken sein wird, als es nun bei gar so vielen der Fall ist!

Sehet an die Blinden alle, die Tauben, die Krüppel, die Aussätzigen, die Gichtbrüchigen; sehet weiter an alle die verschiedenartig bresthaften und mit allerlei Leibesübeln behafteten Kinder und erwachsenen Menschen — alles Folgen einer zu frühen Fleischbrüchigkeit! Der Mann soll vor seinem vierundzwanzigsten Jahre keine Jungfrau anrühren. Und die Jungfrau soll wenigstens achtzehn Jahre zählen oder mindestens volle siebzehn; unter dieser Zeit ist sie nur notreif und soll keinen Mann erkennen! Wird sie zu früh berührt von einem sinnlichen Manne, so ist sie schon brüchigen Fleisches und zu einer schwachen und leidenschaftlichen Seele geworden.

Es ist schwer, eines Mannes brüchiges Fleisch zu heilen, aber noch um vieles schwerer das einer Jungfrau, so es vor der Zeit brüchig geworden ist! Fürs erste wird sie nicht leichtlich ganz gesunde Kinder zur Welt bringen, und fürs zweite wird sie darauf von Woche zu Woche beischlafsüchtiger und am Ende gar eine Hure, die da ist ein Schandfleck beim Menschengeschlechte, nicht so sehr für sich selbst, als vielmehr für jene, durch deren Nachlässigkeit sie dazu gemacht wurde.

Wehe aber dem, der die Armut einer Jungfrau benützt und ihr Fleisch bricht! Wahrlich, für den wäre es auch besser, so er nie geboren worden wäre! Wer aber eine schon verdorbene Hure beschläft, anstatt durch die rechten Mittel sie von der Bahn des Verderbens abzuwenden und ihr auf den rechten Weg zu helfen, der wird dereinst vor Mir ein mehrfaches, strengstes Gericht zu bestehen haben; denn wer da schlägt einen Gesunden, der hat sich nicht so mächtig versündigt wie einer, der einen Krüppel mißhandelt hat.

Wer irgend beschlafen hat eine ganz reife und gesunde Jungfrau, der hat zwar auch gesündigt. Da aber das angerichtete Übel von keinem besonders schädlichen Belange ist, besonders so beide Teile ganz gesund sind, so steht darauf nur ein kleineres Gericht. Wer aber aus purer, schon alter Geilheit einer noch so reifen Jungfrau das tut etwa also, wie er es täte einer Hure, ohne Zeugung einer lebendigen Frucht in der Jungfrau Schoße, der soll ein doppeltes Gericht zu bestehen haben; wenn er aber solches tut mit einer Hure, so soll er auch ein zehnfaches Gericht zu bestehen haben!

Denn eine Hure ist eine in ihrem Fleische und in ihrer Seele vollkommen zerrüttete und zerbrochene Jungfrau. Wer ihr hilft aus solcher ihrer großen Not redlichen und Mir getreuen Herzens, der wird groß sein in Meinem Reiche dereinst. Wer eine Hure um einen schnöden Sold beschläft und sie noch schlechter macht, als sie früher war, der wird dereinst mit dem Lohne belohnt werden, mit dem ein jeder böswillige Totschläger belohnt wird, im Pfuhle, der allen Teufeln und ihren Dienern bereitet ist.

Wehe dem Land, wehe der Stadt, wo die Hurerei getrieben wird! Und wehe der Erde, wenn dies große Übel auf ihrem Boden überhandnehmen wird! Über solche Länder und Städte werde Ich Tyrannen zu Herrschern setzen, und diese werden den Menschen unerschwingbare Lasten auferlegen müssen, auf daß alles Fleisch hungere und ablasse von der frevelhaftesten Handlung, die nur immer ein Mensch an seinem armen Mitmenschen begehen kann!

Eine Hure aber soll verlieren alle Ehre und Achtung sogar bei denen, die sie um den Schnödsold gebracht haben, und ihr Fleisch soll in der Folge dazu noch behaftet werden mit allerlei unheilbarer oder wenigstens schwer heilbarer Seuche. Wenn sich aber eine ordentlich bessert, so soll auch sie bei Mir wieder in Gnaden angesehen werden!

GrEv IV (18 f.) — DER HERR: "Du, Zorel, warst in fleischlicher Hinsicht eben auch nicht ganz rein. Schon als Knabe warst du mit allerlei Unlauterkeit behaftet und warst ein ärgerliches Beispiel für deine Jugendgefährten. Aber es kann dir solches dennoch zu keiner Sünde gerechnet werden; denn du hattest keine Erziehung bekommen, aus der du zu irgendeiner reinen Wahrheit gelangt wärst, die dir gezeigt hätte, was da nach der Ordnung Gottes Rechtens ist. — Das Bessere hast du erst einzusehen angefangen, als du bei einem Advokaten die Rechte der Bürger Roms kennengelernt hast. Von da an warst du zwar wohl kein Tiermensch mehr, aber sonst ein Gesetzesverdreher erster Klasse und betrogst deine Nächsten, wo es nur immer möglich war. Doch alles das ist vorbei, und du stehst nun nach deiner gegenwärtigen Erkenntnis als ein besserer Mensch vor Mir! Aber dessenungeachtet merke Ich dennoch, daß in dir noch viel fleischlicher Sinn vorhanden ist. Auf diesen mache Ich dich besonders aufmerksam und rate dir, daß du dich in diesem Punkte sehr in acht nehmen sollst. Denn wenn du einmal in einem etwas besseren Leben stecken wirst, so wird sich dein noch sehr durchlöchertes Fleisch in seiner noch lange nicht geheilten Brüchigkeit zu rühren anfangen, und du kannst dann deine Not haben, dasselbe zu beruhigen und endlich an selbem die alte Brüchigkeit völlig zu heilen.

Hüte dich darum vor aller Übermäßigkeit! Denn in der Un- und Übermäßigkeit ruht der Same der fleischlichen Wollust! Sei in allem mäßig und lasse dich niemals zur Unmäßigkeit im Essen wie im Trinken verleiten, ansonst du dein Fleisch schwer wirst bezähmen können!"

GrEv III/10 — DER HERR: "Ich sage es euch, der Mensch bedarf zum Leben auf dieser Erde gar nicht viel; aber des Menschen Hoffart, seine Trägheit, sein Hochmut, seine Selbstsucht und Herrschsucht brauchen unbeschreibbar vieles und sind dennoch nie zu befriedigen! Darauf ist zumeist der Menschen Sorge gerichtet, und die Menschen haben dann natürlich keine Zeit mehr, sich mit dem abzugeben, womit sie sich eigentlich abgeben sollten.

Von Adam bis Noah führten die Kinder der Berge nie einen Krieg, weil sie nur sehr geringe Bedürfnisse hatten und keiner mehr sein wollte, als was da war sein Bruder, und die Eltern ihr Ansehen gegenüber ihren Kindern dadurch stets behaupteten, daß sie gleichfort die weisen Führer, Lehrer und Ratgeber ihrer Kinder verblieben. — Wenn ich nun aber in Meinem Geiste, aus den Himmeln kommend, euch wieder auf den glücklichen Urzustand der ersten Menschen zurückführen will und euch die lange gänzlich verlorenen Wege ins Gottesreich zeige, wie könnet ihr da sagen, daß die von Mir gestellten Bedingungen zu hart und fürs Allgemeine nahezu unausführbar seien!? Ich sage euch: Das Joch, das Ich auf euren Nacken lege, ist sanft, und die Bürde, die Ich euch zu tragen biete, ist federleicht gegen das, was ihr nun Tag für Tag traget.

Wie weit hinaus in alle Welt sind eure Sorgen gerichtet! Tag und Nacht habt ihr keine Ruhe und keine Rast! Und das allein nur der Welt wegen und daß ihr nicht irgendwo verkürzt würdet in eurer eingebildeten Pracht und in eurem Wohlleben auf Unkosten des oft blutigen Schweißes eurer schwachen Brüder und Schwestern! Wo soll bei solch einem Sorgen die Seele noch irgendeine Zeit finden, für die Erweckung des Geistes Gottes in ihr auch noch etwas zu tun!? Ja, eure Seelen und die Seelen von Millionen wissen nicht einmal mehr, daß sie Träger des Geistes Gottes sind, geschweige daß sie bei ihren ins Endlose gehenden Weltsorgen zur Frei- und Selbständigwerdung des Geistes irgend etwas Ersprießliches tun könnten und möchten."

4. Zweck von Krankheiten, Leiden und Schmerzen

GrEv IX/158 — Es ist dem Menschen um seiner Seele willen nicht allzeit zuträglich, so er völlig gesunden Leibes einherwandelt. Denn ist sein Fleisch zu gesund, da wird es auch leicht erregt für allerlei sinnliche Lustreize, in welche die Seele dann auch eher mitbegierlich wird, als so ihr Fleisch kränklich und schwach ist. Und so ist eine Leibes krankheit gewisserart eine Wache vor der Tür des innern Lebens der Seele…

Ich will zwar nicht, daß da jemand mit einem kranken Leibe dies irdische Willensfreiheitsprobeleben durchmachen soll. So aber die Menschen den alten Rat Meiner Liebe und Meiner Ordnung nicht beachten, sondern tun, was sie nicht tun sollen, so sind sie denn auch selbst die Schöpfer aller Übel ihres Leibes und ihrer Seelen.

Ich aber kann des Leichtsinns und der selbstverschuldeten Blindheit der Menschen wegen Meine Ordnung, durch die allein der Bestand aller Dinge möglich ist, nicht umkehren. Wer da weiß, daß sein Leib, so er geschlagen oder gestochen wird, einen Schmerz empfindet, sich aber dennoch schlägt und sticht, der ist ja selbst schuld daran, so sein Leib dabei große Schmerzen empfindet. Denn der aberwitzigen Torheit der Menschen wegen werde Ich keine Seele mit einem unempfindlichen Leibe versehen und nicht machen, daß man nicht der Schwere wegen vom Dache auf den Boden herabfallen dürfte.

I. K. L. (v. 27. 11. 1883) — Mein liebes Kind! Siehe, nun sollst du wieder schreiben, was Ich dir sagen werde, und zwar zuerst ein Wort für jenes kranke Kind, das Mich im Herzen fragt: Warum muß diese Krankheit über mich kommen?

Siehe, was diese Frage betrifft, da kann Ich dir nur soviel sagen, daß bei Mir alles seinen weisen und guten Zweck hat und nichts geschieht ohne Meinen Willen. Selbst in den kleinsten, unscheinbarsten Dingen kannst du Mein wunderbares Walten entdecken, um wieviel mehr erst da, wo es sich um ein Menschenleben handelt, das nicht dem Zufall oder einem blinden Ungefähr preisgegeben ist, sondern in den Händen eines liebevollen Vaters liegt. Darüber hast du, Mein Kind, noch nicht vollernstlich nachgedacht, daß über allen menschlichen Geschicken eine treue Vaterhand waltet, sonst könntest du nicht fragen: "Warum also?"

O Kind, das Warum steht allein in Meiner Hand, und nur Ich weiß es, warum Ich dich gerade so und nicht anders führe — weil es nur so zu deinem ewigen Heile dienlich ist und du Mir anders nicht treu bleiben würdest und nicht Mein Kind werden könntest!

Verstehst du nun das "Warum so?", Mein Kind? Bist du nun zufrieden mit deinem Lose, das dich zu einem Gotteskinde macht? Denn Größeres gibt es für Meine Kinder nicht!

Drum freue dich des herrlich großen Loses, das dir beschieden ist und dir ermöglicht wurde zu erreichen durch das Leiden, das du im Glauben tragen sollst, bis Ich es von dir nehme! — Alsdann wirst du Mir danken, nicht daß Ich dich erlöset von dem Leiden, nein, danken wirst du Mir vom Grunde deines Herzens, daß Ich des Leidens dich gewürdigt und dich in kurzer Zeit dem wahren Lichte nahegebracht habe.

H III/72 — "O Herr, Du heiliger und allerliebevollster Vater und Schöpfer aller Engel und Menschen! Siehe, das Leben auf der Erde zur Probung des Geistes wäre an und für sich ja ganz seinem erhabenen Zwecke gemäß, wenn mit diesem Leben nur eine höchst unangenehme Sache nicht verbunden wäre; diese Sache aber ist die Fähigkeit für den entsetzlichen Schmerz!

Warum muß denn dieser Leib schmerzfähig sein? Warum muß es mir einen Schmerz verursachen, so ich mich irgendwo anstoße, oder so ich irgendwo falle oder irgend mich schneide, kneife oder steche? Warum müssen sich sogar öfters freie, überlästige Schmerzen im Leibe entwickeln? Warum muß mich das Feuer so unerträglich brennen, und warum muß das Weib unter großem Schmerze gebären? — Siehe, o Du lieber, heiliger Vater, das kann ich durchaus nicht billigen in der Sphäre des Lebens und möchte darum den Grund dieser traurigen Erscheinung von Dir, dem Schöpfer, erfahren. Denn ich vermute mit großer Zuversicht, daß das Leben des Geistes völlig schmerzunfähig ist. Darum könnte ja wohl das Leben des Leibes ebenfalls völlig schmerzunfähig sein! — Habe ich recht oder nicht?"

DER HERR: "Mein Sohn, sage Mir in deinem Gemüte: Wäre wohl irgendein Leben denkbar, welches da nicht empfänglich sein sollte für Eindrücke aller Art? So du keine Empfindung hättest, lebtest du dann? Ich setze den Fall, daß der Mensch alle Eindrücke allein nur als wohltuend empfände. Würde sich da der Mensch nicht alsbald zerstören, indem er sich fortwährend stoßen, schlagen, stechen, schneiden und brennen würde?! Und ehe da verginge ein Jahr, wäre doch sicher vom ganzen Leibe kein Glied mehr vorhanden. Ohne alle Empfindung — weder wohltuender, noch schmerzender Art — aber ist nur der völlige Tod. Also ist der Schmerz ja des Lebens größter Wohltäter und allergetreuester Schutzwächter, ohne den das Leben auf gar keine Weise als bestandbar gedacht werden könnte!

Zudem ist dir ja ohnehin ein schmerzloser Leib gegeben worden! So du ihn hältst nach Meiner Ordnung und bist aufmerksam im Liegen, Sitzen, Stehen, Gehen und Laufen, so wirst du dein Leben völlig schmerzlos durchbringen. Und so du mäßig bist im Essen und Trinken, da wirst du auch verschont bleiben von innerem Wehe. Und so du nicht zu sehr den Werken des Fleisches obliegst, da wirst du nie erfahren, was da ist ein Schmerz in den Gliedern!

Der Schmerz ist das eigentlichste Zubehör des Lebens, ohne das du keine Sinne hättest! Er ist die eigentliche Empfindung und die Wahrnehmung der Liebe. Und so diese aus ihrer Ordnung gerät, so empfindet sie solches in der Art des Schmerzes, die Ordnung aber stets als ein überaus behagliches Gefühl.

Wünsche dir daher den Schmerz nie hinweg; denn er ist deines Lebens treuester Wächter und wird einmal auch der Zusammenzieher und Sammler und völlige Retter des Lebens deines Geistes werden."

GrEv X/112 — DER HERR: "Betrachte du einen Menschen auf dieser Welt, der eine ganz kernfeste Leibesgesundheit besitzt! Weil der Mensch gar so gesund ist, so mißbraucht er dies durch allerlei seine Sinne ergötzende unmäßige Genüsse und unnötige Kraftanstrengungen.

Es kommen wohl recht erfahrene Menschen zu ihm und sagen: 'Freund, mißbrauche nicht so sehr deine Gesundheit! Denn sie ist durch eine unnatürliche und unvernünftige Lebensweise bald und leicht dahin; und ist sie einmal dahin, so bringt sie dir kein Arzt und keine Arznei völlig wieder, und du bleibst dann ein siecher und leidender Mensch dein Leben lang!' — Der gesunde Mensch aber kehrt sich nicht danach, sondern tut nach wie zuvor.

Nach etlichen Jahren aber verfällt er in eine recht arge Leibeskrankheit, wird anfangs ganz toll über diese ihm über alles lästige Krankheit und läßt Ärzte kommen. Diesen gelingt es, ihn wieder zu heilen, wenn auch nicht vollkommen, so doch ganz erträglich. Die Ärzte sagen ihm aber nach der Heilung ganz ernstlich: 'Freund, sei nun vernünftig und verfalle nicht in deine alte Lebensweise, ansonst gerätst du abermals in eine noch um vieles ärgere Krankheit, als diese jetzt war, und es wird dir dann schwerer zu helfen sein als diesmal!'

Der Geheilte beachtet diesen Rat wohl eine Zeitlang; aber dann wandelt ihn wieder von neuem die Begierde an. Er fängt wieder an, unordentlich zu leben. Und ob er auch schon ganz bedeutende Mahnungen zum abermaligen starken Krankwerden verspürt, so kehrt er sich dennoch nicht daran und sündigt fort gegen seine schon ohnehin sehr geschwächte Natur. Er verfällt denn auch notwendig in eine noch ärgere Krankheit und bekommt unsägliche Schmerzen. Die Ärzte kommen abermals und versuchen ihn zu heilen. Aber diesmal will es ihnen nicht so bald gelingen, und sie ermahnen ihn zur Geduld; denn da er ihren Rat nicht befolgt hat, so muß er es sich nun selbst zuschreiben, daß er durch seinen alten Leichtsinn in ein viel ärgeres und länger währendes Übel verfallen ist.

Dieser Mensch muß nun über ein Jahr hindurch leiden und wird ganz schwach und voll Zagens; aber nach einem Jahr wird es wieder um etwas besser mit ihm, und er schwört nun bei allem, was ihm heilig ist, den Rat der Ärzte und auch anderer kluger und erfahrener Menschen niemals mehr in den Wind zu schlagen.

Ja, diese zweite, sehr bittere Erfahrung hat den Menschen schon um ein bedeutendes klüger und behutsamer gemacht, und er kommt wieder zu Kräften. Wie er aber wieder sich ganz wohl fühlt, so denkt er bei sich: Ei, wenn ich ein einziges Mal nur mir eine alte Freude gönne, so wird mir das doch sicher nichts machen! Er tut das wohl nur einmal und kommt dabei wohl noch mit heiler Haut davon. Aber weil er diesmal mit heiler Haut davongekommen ist, so denkt er sich abermals: Nun, weil mir das nichts gemacht hat, so wird es mir ein zweites und drittes Mal auch sicher nichts machen! Und er sündigt ein zweites, drittes und auch viertes Mal.

Und siehe, die alte Krankheit wirft ihn abermals auf etliche Jahre lang derart ins Bett, daß ihm kein Arzt mehr so wie das erste und zweite Mal zu helfen vermag!

Nach vier langen Jahren bittersten Leidens wird es ihm mehr durch die Angewöhnung ans Leiden denn durch die Arzneien leichter, und er sieht es erst jetzt ein, daß all sein großes Leiden eine Gnade Gottes war, durch die er von all seinem Leichtsinne insoweit geheilt worden ist, daß er dadurch doch seine Seele reiner und Gott wohlgefälliger hat ziehen können. Denn durch die Leiden des Leibes wird die Seele des Menschen demütiger, geduldiger und ernster und gewinnt an geistiger Kraft, um der Sinne des Fleisches Meister zu werden."

J.L. (v. 13.10.1842) — Schreibe nur abermals, denn Ich weiß schon, um was es sich handelt! — Mein lieber A. Z. O. W., siehe die Stunde, in der du leiblich geboren wurdest, ist Mir gar wohl bekannt. Ich habe dich damals gesegnet und segne dich jetzt wieder, auf daß du stets gesund am Geiste wie auch nebenbei am Leibe, soviel es zu deinem Heile vonnöten ist, verbleiben sollest. Halte aber nicht zu große Stücke auf die Gesundheit des Leibes! Denn sie schadet dem Geiste mehr, als sie ihm nützt.

Siehe an eine frische, grüne Nuß auf dem Baume, solange diese fest, frisch und grün verbleibt, so lange auch wird der Kern nicht reif. Wann aber die äußere, grüne Schale anfängt sich zu bräunen, zu vertrocknen und lose zu werden um die Nuß, dann ist es ein Zeichen, daß die Nuß innerhalb der Schale reif geworden ist. Aus dem Grunde lasse Ich die Meinen auch stets dem Leibe nach dann und wann ein wenig kränkeln, damit sie ja nicht mit der Welt sich zu sehr vermengen sollen in einem zu gesunden Leibeszustande. Denn ist da jemand dem Leibe nach so recht löwenmäßig gesund, dann kommt ihm nicht der leiseste Gedanke, daß er einst diese Trugwelt wird verlassen müssen. Denn da gefällt ihm auf der Welt alles viel zu gut— ein jedes Blümchen, ein jeder Bissen, eine jede Dirne, eine jede Gegend —‚ und er hat den sehnlichsten Wunsch, nur ewig also auf der Erde zu leben, und bekommt nie das heilige Heimweh nach dem ewigen Vaterhause im Himmelreich.

Wird aber sein Leib krank, da erinnert sich der Mensch, daß es auf der Erde für ihn keines Bleibens sein wird, und fängt dann und wann an, doch etwas ängstlich nachzudenken, was da nach dem Tode des Leibes etwa doch sein oder kommen dürfte. Und das ist dem Geiste schon heilsamer als alle noch so unschuldigen Vergnügungen beim kernfrischen und gesunden Leibe.

Siehe, so du einen Sohn in die Fremde schicken möchtest und es ginge ihm aber dort ausgezeichnet gut, meinst du, daß er dir heim kehren wird? Meinst du, er wird etwa ein Heimweh bekommen nach seinem väterlichen Hause? O nein, dessen kannst du wohl versichert sein! Denn er wird sagen: "Da müßte ich ein rechter Narr sein! Hier habe ich ja alles, was immer nur mein Herz verlangt, und man ehrt mich noch obendrauf allorts, wo ich nur immer hinkomme; komme ich aber nach Hause, da muß ich wieder um jede Kleinigkeit bittend zum Vater kommen, und dann besinnt sich dieser erst lange genug, ob er mir wohl das Erbetene geben solle oder nicht. Hier bin ich ein angesehener Herr für mich, dort, zu Hause aber, an der Seite meines Vaters, der Niemand. Daher bleibe ich hier!"

Geht es aber einem Sohne in der Fremde ziemlich kümmerlich oder oft gar elend, da wird er es bald machen gleich dem Verlorenen Sohn! Daher sage auch Ich dir heute das, auf daß du, so Ich dich mit kleinen leiblichen Unpäßlichkeiten heimsuche, dich erinnern sollest und wissen mögest, daß derlei leibliche Unpäßlichkeiten lauter Handbilletchen sind, durch welche Ich Meine Kinder an ihr väterliches Haus und an ihre Heimkehr erinnere, auf daß sie sich ja nicht in der fremden Welt zu fest ansiedeln sollen!

Ich will dich aber darum etwa sicher noch nicht sobald von der Fremde abrufen, sondern nur an deine Heimat erinnern! — Daß du danach alle Unannehmlichkeiten deines irdischen Lebens bemessen sollest, das wünsche Ich, dein heiliger Vater, dir heute wie allezeit in aller Fülle Meiner Liebe und Gnade. Beachte es darum auch lebendigst! — Amen.

5. Vom Wesen der Besessenheit

GrEv VIII/32 — DER HERR: "Es gibt Menschen, die von bösen Geistern auf eine Zeitlang — dem Fleische nach aber nur — in Besitz genommen werden, ohne daß dadurch die bösen Geister der Seele eines solchen Besessenen schaden können. Die das Fleisch eines Menschen in Besitz nehmenden argen Geister sind Seelen verstorbener Menschen, die einst auf der Welt ein arges Leben geführt haben, und zwar wohl wissend, daß ihr Tun ein böses war.

Es kommt aber das Besessensein nur unter jenen Menschen vor, bei denen der Glaube an einen Gott und an die Unsterblichkeit der Seele schwach oder rein gar geworden ist. Diese an sich schlimm aussehenden Vorkommnisse in den glaubensfinsteren Zeiten sind demnach eine Zulassung, damit die Ungläubigen eine derbe Mahnung erhalten, daß ihr Unglaube ein eitler ist und daß es nach dem Abfalle des Leibes ein sicheres Fortleben der Seele des Menschen gibt und auch einen Gott, der die Bosheit und Dummheit der Menschen auch jenseits gar wohl zu züchtigen imstande ist.

Der arge Geist, der das Fleisch eines Menschen in Besitz nimmt, erfährt trotz seines bösen Sträubens für ihn kaum erträgliche Demütigungen und wird darauf in sich sanfter und leichter. Und die Zeugen solcher Zustände werden aus ihrem zu materiellen und finsteren Lebenswandel wie mit Gewalt losgerissen, fangen an über Geistiges nachzudenken und werden besser in ihrem Tun und Lassen. Und so hat diese unter den Menschen vorkommende und sehr schlimm aussehende Sache auch wieder in den Zeiten der größten Glaubensnot ihr entschieden Gutes.

Bei Menschen, die im wahren und lichtvoll-lebendigen Glauben sind, kommt das Besessensein nie vor, weil des Menschen Seele und der Geist in ihr auch den Leib so durchdringen, daß da kein fremder und etwa auch noch arger Geist in das lautere und durchgeistigte Fleisch dringen kann. Aber wo die Seele eines Menschen finster, fleischlich und materiell geworden ist und dadurch auch ängstlich und furchtsam, krank und schwach, so daß sie einem fremden Eindringling keinen Widerstand leisten kann — da geschieht es auch leicht, daß dann und wann die argen Seelen, die sich nach dem Austritt aus dem Leib zumeist in jenen niederen Regionen dieser Erde aufhalten und ihr Unwesen treiben, wo die Menschen ihres Gelichters im Fleische leben, in den Leib irgendeines schwachen Menschen dringen, sich zumeist im sinnlichen Unterleibe ansetzen und als fremde und arge Geister durch das Fleisch des Besessenen sich nach außen hin zu äußern anfangen.

Der Besessene aber erleidet für die Seele niemals einen Schaden. Und so ist das Besessensein nicht so etwas Arges, wie es den Menschen vorkommt.

Wo ihr aber in der Folge solche Besessene antreffet, da leget ihnen in Meinem Namen die Hände auf, und die argen Geister werden den Besessenen verlassen. Solltet ihr aber irgend einen treffen, der von einem besonders hartnäckigen Geiste besessen ist, den bedrohet, und er wird dann sogleich gehorchen dem, der ihn ernst und vollgläubig in Meinem Namen bedroht hat! — Denn wo durch euch Meine Lehre den Menschen gepredigt wird, da ist es nicht mehr nötig, daß auch die Teufel bei den Menschen den gefallenen Glauben aus dem Fleische eines Besessenen aufrichten. Wo die Engel lehren, da sollen die Teufel in die Flucht geschlagen werden!"

GrEv II/169 — Petrus: "Herr, ich begreife nun schon so manches, aber das Besessensein, besonders unschuldiger Kinder, und daß sie von solch einem argen Bewohner ihres Leibes oft auf die erbärmlichste Weise geplagt werden, das begreife ich nicht! Wie kann solch einen Unfug Deine Ordnung zulassen? — Das Töchterchen des Weibes, das uns heute nachlief, dürfte kaum 13 bis 14 Jahre alt sein, und nach der Aussage der Mutter ist es bereits sieben volle Jahre von einem Teufe auf eine kaum glaublich böse und schmerzliche Weise gepeinigt worden. Warum mußte denn so etwas zugelassen werden?"

DER HERR: "Das sind Dinge, die euer Verstand jetzt noch nicht vom Grunde aus fassen kann! Aber Ich will euch gleichwohl einige Winke darüber geben!

Die Erde ist die Trägerin von zweierlei Arten von Menschen. Die eine und bessere Art stammt von oben [das heißt, aus einem andern Stern]. Die andere und eigentlich schlimme Art aber stammt pur von dieser Erde ab; ihre Seele ist gewisserart eine Zusammensetzung von einzelnen Lebensteilchen, die, vom Satan genommen, in der Masse des Erdkörpers als Materie gefangengehalten werden, von dieser dann durch die Pflanzenwelt in die Tierwelt übergehen, sich durch die vielen Stufen der Tierwelt endlich dann als eine Potenz, bestehend aus zahllosen Urseelenteilchen, zu einer Weltmenschenseele ausbilden und bei den Zeugungen im Schoße der Weiber Fleisch annehmen und weiter, gleichwie die Kinder des Lichtes, in diese Welt geboren werden.

Nun, solche Kinder, da ihr ganzes Wesen aus dem Satan genommen ist, sind dann auch stets mehr oder weniger der Gefahr ausgesetzt, von irgendeinem bösen Geiste, das heißt, von der schwarzen Seele eines einst auf dieser Erde schon im Fleische gelebt habenden Teufels von einem Menschen besessen zu werden, was aber besonders da am ehesten geschehen kann, wo eine solch junge, aus dem Satansteile der Erde genommene Seele eine gute und himmlische Richtung zu nehmen beginnt. Weil dadurch ein Lebensteil sich aus der Sphäre der Hölle entreißt, so verursacht solches der gesamten Hölle einen unerträglichen Schmerz, darum sie dann auch alles aufbietet, um solch eine Verwundung zu verhüten.

Du fragst nun freilich, wie solches der Hölle denn doch einen Schmerz verursachen könne? Denn eine solche Seele müsse der Hölle gegenüber ja doch noch ums Unnennbare kleiner und geringfügiger sein, als da ist ein Härchen am Menschen dem ganzen Menschen gegenüber. Und Ich sage dir, daß dies allerdings richtig geurteilt ist. Aber ergreife du an deinem Leibe das kleinste Härchen und reiße es aus, und du wirst dabei gewahr werden, daß du beim Akte des Haarausreißens nicht bloß an der Stelle des Härchens, sondern wohl im ganzen Leibe einen Stechschmerz verspüren wirst, der dich zur Verzweiflung brächte, so er nur eine Stunde gleichfort währte.

Aus dieser dir nun gegebenen Erklärung kannst du schon ein wenig tiefer einsehen, warum auf der Erde das Besessensein vorkommt und bis ans Ende dieser Erde vorkommen wird.

Dieses Besessensein hat für den Besessenen aber auch sein entschieden Gutes. Denn eine solche Seele, deren Leib von irgendeinem Teufel in Besitz genommen wird, wird durch die Qualen ihres Fleisches offenbar geläutert und vor dem bösen Eingehen in ihren Leib bewahrt. Zur rechten Zeit aber kommt dann schon die Hilfe von oben, und eine Weltseele ist dann völlig gewonnen für den Himmel. — Sage, ob du die Sache nun etwas begriffen hast!"

Sagt Petrus: "Ja, Herr, das ist mir nun ganz klar geworden. Aber dann wäre es ja beinahe besser, einem noch so schwer Besessenen gar nicht zu helfen!?"

DER HERR: "Wenn jemand kommt und dich um Hilfe angeht, so sollst du sie ihm nicht vorenthalten! Denn da sorgt schon Meine Vorsicht dafür, daß irgendein Beteiligter nicht eher zum Hilfesuchen gelangt, bis es gerade an der Zeit ist, daß ihm eine rechte Hilfe werde. Darum ist sie denn auch keinem Suchenden vorzuenthalten! — Verstehst du nun auch diese vollwichtige Erklärung?"

Sagt Petrus: "Ja, Herr, Dir allein allen Dank, alle Liebe und alle Ehre darum! — So gibt es in der Welt denn doch nichts, woraus für den in göttlichen Dingen Verständigen nicht gleichweg die höchste Liebe und Weisheit Gottes vollauf ersichtlich wäre!"

DER HERR: "Ja, also ist es! Darum sollt ihr denn auch bei allen noch so widerwärtigen Erscheinungen auf dieser Erde nicht verzagen; denn der Vater im Himmel weiß darum und weiß es am besten, aus welchem Grunde Er sie zuläßt!

Und so sind auch die meisten Krankheiten, welche die Menschen zu durchleiden haben, nichts als Verhütungen, daß die Seele nicht eins werde mit dem Fleische."

GrEv IX/128 — DER HERR: Der Zöllner Zachäus bat Mich, daß Ich ihm einen Rat gäbe, was er mit seinem ältesten, bereits sechzehn Jahre zählenden Sohne machen solle, der seit drei Jahren irrsinnig sei und beinahe von Tag zu Tag in eine größere Raserei verfalle. Er habe zu dem Sohn schon alle ihm bekannten besten Ärzte kommen lassen, und alle hätten versucht, den Sohn zu heilen; doch all ihre Wissenschaft und Mühe sei nicht nur gänzlich erfolglos geblieben, sondern der Sohn sei nach jedes Arztes Behandlung noch ärger als vorher geworden.

Da sagte ICH zu Zachäus: "Freund, derlei Übel heilt kein irdischer Arzt mit seinen Kräutern! Bringe aber den Sohn hierher, und du sollst die Macht der Herrlichkeit Gottes sehen!"

Da befahl Zachäus seinen Knechten, daß sie den Sohn, wohl gebunden, aus seinem verschlossenen Gemache bringen sollten.

Da sagten die Knechte: "Herr, das wird sich vor diesen fremden Gästen gar übel machen; denn erstens rast er nun beinahe unausgesetzt, und zweitens stinkt er ärger denn alle Pestilenz, da er sich gleichfort mit seinem Kote beschmiert!"

Da sagte ICH: "Bringet ihn nur hierher; denn Ich will ihn sehen und heilen!"

Sagte ein Knecht, der viel im Hause galt: "O Freund, nur Gott allein kann den heilen, aber auf dieser Erde kein Mensch mehr! Wenn du auch den heilst, dann bist du kein Mensch, sondern ein Gott!"

Sagte ICH: "Das kümmere dich nicht, sondern tue, was dir geboten ist!"

Da gingen die Knechte und brachten den Sohn, vor dem sich alle Meine Jünger entsetzten und sagten: "Mit dem steht es noch ärger, als was wir sahen in der Landschaft der Gadarener!"

Ich aber erhob Mich, bedrohte die bösen Geister im Sohne und hieß sie, ihn augenblicklich für immer zu verlassen. Da rissen sie noch einmal den Sohn und fuhren in Gestalt von vielen schwarzen Fliegen aus dem Sohne, welcher darauf völlig gesund war.

ICH aber sagte nun zu den Knechten: "Nun führet ihn hinaus an den Brunnen und reiniget ihn! Gebet ihm auch frische Kleidung und bringet ihn wieder hierher, auf daß er mit uns das Mittagsmahl halte!"

Das geschah denn auch. Und als der Sohn nun gesund und gereinigt sich an unserem Tische befand, da kamen alle im Hause wohnenden Verwandten und Bekannten in unser Zimmer und konnten nicht zur Genüge staunen über solch eine schnelle Heilung des Sohnes. Und Zachäus dankte Mir über alle Maßen für diese Heilung.

Der Hauptknecht aber sagte zu Mir: "Herr, Du bist kein Mensch wie unsereins, sondern Du bist ein wahrer Gott, den wir Menschen allzeit anbeten wollen und werden!"

Als der Knecht noch so redete, da wurde auch das Mittagsmahl auf den Tisch gesetzt, und wir fingen an zu essen. Während des Essens und Trinkens fragten mehrere den geheilten Sohn, der nun ganz frisch und heiter aussah, ob er in seinem kranken Zustand auch große Schmerzen zu bestehen hatte.

Der geheilte Sohn aber sagte: "Wie kann ich nun das wissen?! Denn ich war ja so gut wie tot, hatte kein Gefühl und wußte auch nichts um mich! Das aber weiß ich dennoch, daß ich mich fortwährend in einem Traume befand und mich in einer schönen Gegend mit guten Menschen unterhielt."

Das wunderte die Anwesenden, und sie konnten das nicht fassen. Und Zachäus fragte Mich, wie das doch möglich wäre, und warum so etwas von Gott zugelassen werde.

Sagte ICH: "Freund, darüber wollen wir nun nicht viele Worte verlieren! Bei solchen Übeln zieht sich die Seele ins Herz zurück, und ein oder oft auch viele arge und unreine Geister bewohnen den übrigen Leib und tun mit ihm, was sie wollen, wovon aber die im Herzen ruhende Seele nichts wahrnimmt.

Es werden aber derlei Besessenheiten darum zugelassen, auf daß die Menschen, bei denen der Glaube an Gott und an die Unsterblichkeit der Seele beinahe ganz erloschen ist, doch wieder an etwas Geistiges zu denken und auch zu glauben anfangen. Denn auch ihr seid schon schwachen Glaubens geworden, und so war euch diese Lektion auch sehr notwendig vor Meiner Ankunft in dieses Haus.

Wenn Ich früher gekommen wäre, so hättest du selbst Mir nicht so geglaubt, wie du Mir nun glaubst. Und wäre dein Sohn, auf den du die größten Stücke hieltest, nicht in das Übel gekommen, so hätte dich der Stolz und Hochmut derart zugerichtet, daß du zu einem wahren Teufel unter den Menschen geworden wärest, allen Glauben an Gott aus dir verbannt und die Menschen für pure Maschinen eingeschätzt hättest, die vor dir nur dann irgendeinen Wert hätten, so sie dir beinahe umsonst dienten und dir zu noch größeren Reichtümern verhülfen.

Als aber dein Sohn, als dein Liebling und dein größter Stolz, so krank wurde, wie Ich ihn nun hier getroffen habe, da wurde es dir ganz anders ums Herz. Du fingst an, wieder an einen Gott zu denken und zu glauben und wurdest demütigeren Herzens. Du hattest freilich daneben noch deine Zuflucht zu allen dir irgend bekannten Ärzten, ob Heiden oder Juden, genommen und hast dir's viel kosten lassen. Aber als du sahst, daß deinem Sohne kein Arzt, auch kein Essäer und noch weniger irgendein Zauberer hatte helfen können, da wurdest du traurig und fingst an, ernstlicher darüber nachzudenken, warum Gott, so Er irgendeiner sei, dich mit einem solchen Übel heimgesucht habe.

Du fingst wieder an, in der Schrift zu lesen und fandest dein Handeln und Gebaren deinen Nebenmenschen gegenüber stets mehr und mehr für ungerecht und hast denn auch Gott gelobt, daß du vollernstlich all das von dir begangene Unrecht wieder mehrfach gutmachen wollest.

Als solche Vorsätze in dir stets ernster und wahrer geworden waren und du auch in dem klarer geworden warst, daß dir nur der allmächtige Vater im Himmel helfen könne, da kam Ich dann auch bald in diese Gegend, und du hast es vernommen, was Ich an dem Blinden getan habe.

Da wurde dein Glaube an Gott denn auch mächtiger und lebendiger, dieweil du von mehreren ein Zeugnis über Mich vernommen hast, das in dir keinen Zweifel übrigließ, daß Ich kein bloßer Prophet, sondern der Herr Selbst sei. Und siehe, so bist du denn auch dahin reif geworden, daß Ich nun bei dir einkehrte und mit Meiner Macht deinem Sohne half.

Wenn du nun das wohl überdenkst, so wird es dir klar sein, warum Ich über Menschen, in deren Herzen noch nicht jeder Himmelslebensfunke völlig erloschen ist, allerlei Übel zulasse.

Freilich bei ganz verdorbenen und lebensverschlagenen Menschen, die keiner Mahnung von Mir aus mehr wert sind, bleiben derlei sie bessernde Zulassungen denn auch unterm Wege; denn sie fruchten hier nicht mehr und zeihen die Argen, daß sie noch ärger werden. Diese Art Menschen aber verzehren ihr Materieleben hier auf Erden; nach diesem Leben jedoch erwartet sie ihr eigenes Gericht, das da ist der andere und ewige Tod.

Über den Ich noch allerlei Leiden und Trübsal zulasse, dem helfe Ich auch zur rechten Zeit. Wen Ich aber sein irdisch stolzes und schwelgerisches Wohlleben unbeirrt fortgenießen lasse, der trägt sein Gericht und seinen ewigen Tod schon in sich und mit sich. Und somit weißt du denn nun auch, warum so mancher Weltgroße und Weitreiche ungestraft bis zu seines Leibes Tode hin fortsündigen und fortgreueln kann.

Es ist von Mir aus in dieser Welt aber einem jeden ein gewisses Maß gestellt, sowohl im Guten und Wahren als auch im Bösen und Falschen. Hat der Gute durch seinen Eifer dieses Maß völlig erreicht, dann hören für ihn alle weiteren Versuchungen auf und er geht dann im Vollichte aus den Himmeln von einer Lebensvollendungsstufe zu einer noch höheren und so ins Unendliche vorwärts."

   *  

 

 

Von der Heilhilfe

1. Hilfe durch Fürbitte

I.K.L. (v. 12.2.1894) — Ja, Mein Kind, Ich will deine Bitte erhören und will Mich der Kranken erbarmen, Ich will sie stärken und trösten und will ihr helfen. Du aber sollst in der Liebe tätig bleiben und sollst in der Fürbitte nicht laß werden, bis daß ihr Geist die nötige Kraft und Stärke besitzt, der drückenden Last sich zu entledigen.

Hier kann nur Fürbitte, vereinte Fürbitte aus reiner Liebe zu Mir, wirken. Alles andere ist vergeblich und befreit die Kranke nicht von ihrem Leiden.

Siehe, das ist nun deine Aufgabe, dich in der Fürbitte zu üben! Tue solches mit allem Fleiß, mit Ausdauer und aller Liebe deines Herzens, so wirst du bald den Segen an dir selbst verspüren, die Kranke aber wird Ruhe finden in ihrer Seele.

Glaube an Den, der da mächtig ist in den Schwachen und Unmündigen! Erkenne du immer mehr dein Nichts, auf daß Ich alles in allem werde in dir und Mein Geist in dir wirken kann! — Amen.

2. Heilung nur mit Gottes Willen

GrEv V/75 — Der Hauptgrund eines jeden körperlichen Schmerzgefühls — das aber stets nur die Seele, nie das Fleisch empfindet — liegt im Drucke, den irgendein zu träge und somit auch zu schwer gewordenes Fleisch auf irgendeinen Lebensteil der Seele ausübt.

Es ist daher zeitweilig jede Krankheit zu hellen, wenn man die Fleischmasse zu erleichtern versteht. Aber fürs Alter des Fleisches gibt es keine Erleichterung mehr, obwohl ein in guter Ordnung lebender Mensch noch bis in ein sehr hohes Alter im ganzen wenig von einem Schmerze zu erzählen wissen wird. Sein Fleisch wird bis zur letzten Stunde noch ganz fügsam und geschmeidig verbleiben. Und die Seele wird sich nach und nach ganz sachte ihrem Fleische entwinden können in der eigentlichen, besten und wahren Ordnung. Sie wird zwar selbst im höchsten Alter auch nicht gerade wünschen, sich vom Fleische zu trennen; wenn aber an sie der ihr wohlvernehmbare, beseligende Ruf aus den Himmeln ergeht: "Komme du aus deinem Kerker ins freieste, ewige, wahre Leben!", so wird sie aber auch keine Sekunde Säumens machen, ihr morsches Erdhaus zu verlassen, um hinauszutreten in die Lichtgefilde des wahren, ewigen Lebens.

Nun, dieses natürlich irdische Lebensende werdet ihr mit keinem Kräutersaft und auch nicht durch die Macht Meines Namens je zu verhindern imstande sein, weil das nicht Meines Geistes Wille sein kann. Mit der Kraft Meines Namens aber werdet ihr nur nach Meinem in euren Herzen sich klarst zu erkennen gebenden Willen und nie wider denselben wahrhaft Wunder zu wirken imstande sein. Daher müsset ihr auch vor allem Meinen Willen, der ein wahrer Wille Gottes ist, vollkommen zu dem euren machen. Und es wird euch dann unmöglich etwas mißlingen, das ihr aus Mir und somit aus Meiner ewigen Ordnung heraus wollen werdet.

Es kann daher davon keine Rede sein, als könnte etwa jemand infolge der euch verliehenen Heilkraft in und durch Meinen Namen niemals sterben. Wohl sollet ihr die Heilung niemandem vorenthalten, wo euch Mein Geist sagen wird im Herzen: "Dem werde geholfen!" Sagt aber der Geist: "Den lasse in der Plage seines Fleisches, auf daß seine Seele satt bekomme, zu fröhnen den Gelüsten des Fleisches!", so lasset ihn und heilet ihn nicht von seinem Fleischübel — denn er soll es erdulden zum Heile seiner Seele!

3. Voraussetzungen göttlicher Hilfe

I.K.L. (v. 8.5.1894) ­­­— Mein lieber Sohn! Dein Vater erhört dein Flehen und kommt zu dir durch das Wort Seines Mundes, um dich zu stärken, dich wieder emporzurichten und dich neu zu beleben.

Siehe, du hast Mich gebeten, dir zu helfen, dich zu erlösen von deinen Schmerzen und dich Ruhe finden zu lassen in deinem Gemüte. — Warum aber, Mein Kind, bist du so unruhig in dir? — Warum suchst du nicht deine Ruhe in Mir und Meiner Liebe?

O komm, wirf dich an Meine treue Vaterbrust und vergiß deinen Schmerz im Gedenken an Den, der noch viel größere Schmerzen ertrug um deinetwillen! Der, welcher der Welt Sünde trug und alles auf sich nahm, der nimmt auf sich auch deine Schmerzen und deine Sünden und heilet dich von all deinen Gebrechen.

Doch mußt du zu Ihm kommen in kindlichem Glauben, in wahrer Liebe und in aller Demut deines Herzens und mußt zuerst bitten um die Vergebung deiner Sünden — alsdann erst kann dir völlig geholfen werden.

Solange du nicht erkennest dein eigen Herz und lernest dasselbe erforschen, um zu erfahren, was in demselben verborgen sei, so lange kannst du nicht Mein Tun verstehen, noch Mich als deinen Vater erkennen.

Trachte also vor allem nach einer rechten Selbsterkenntnis! Das ist der erste Schritt zur Besserung in deinem Leiden, das seinen Sitz im Nervensysteme hat und darum nur durch möglichst einfache, naturgemäße Lebensweise geheilt werden kann. Suche vor allem aufregende Getränke zu vermeiden und enthalte dich des Fleischgenusses, so werden sich die Schmerzen verringern und deine Unruhe wird schwinden, sobald du Mich im Herzen erfaßt und als dein höchstes Gut erkannt hast.

Das lege dir zurecht mein Sohn und achte auf die Stimme deines Herzens; die wird dich lehren und unterweisen in allen Dingen. —

4. Himmlischer Heilsrat: Treue zu Gott

J.L. (v. 27.9.1847) — So schreibe denn wieder einmal deinem Wunsche gemäß ein Wörtlein für deine kleine Martha, die auch Meine Martha und Mein liebes Töchterchen ist, weil sie auf Mich und dich mehr hält als manche ihrer Geschwister, die da noch mehr auf das Außerordentliche und geistig Unterhaltende als auf das Liebenützliche dieser Meiner großen Geistesgabe sehen. — Schreibe dieser unserer Martha daher also:

Höre, du Mein Töchterchen! Ich, dein Herr und dein Vater, habe dich überaus lieb, darum Ich dich auch von allen deinen leiblichen Übeln befreit habe, so daß du nun vor lauter Gesundheit völlig strotzest. Und Ich habe eine Freude an dir darum, daß du darob Meiner nicht vergissest, wie so manche andere, denen Ich auch geholfen habe; da sie aber gesund wurden, da fingen sie an, sich alsbald so sehr in die Welt hinein zu freuen, daß sie dann bald Meiner so vergaßen, als hätten sie Mir nicht das Kleinste, sondern alles nur ihrer Natur und den Weltärzten zu verdanken.

Verbleibe du, Mein liebes Töchterchen, aber auch fortwährend in der gleichen Verfassung deines Herzens, so wirst du nie über Mangel an Gesundheit dich zu beklagen haben und wirst mehr und mehr Meiner Liebe und Gnade dich erfreuen, je mehr du mit dem ganzen Herzen treu an Mir hängen wirst.

Und siehe, diese Treue wird dir nichts nehmen, was sonst dein Herzchen irgend redlich wünscht; sondern sie wird dir nur deine Wünsche segnen und beleben, auf daß sie ehestens in die vollste Erfüllung gehen sollen. Denn siehe, niemand gibt Mir aus dem Schatze seines Herzens etwas, das er nicht zehn- und hundertfältig wieder im Vollmaße zurückbekäme!

Aber so du Mich von ganzem Herzen liebhast, da mußt du dich auch so mancher leiser Überbleibsel von für deinen Leib schädlichen Gewohnheiten so sorgsam als möglich enthalten, so wirst du stets gesünder und heiterer werden. Es ist zwar keine Sünde, so du dann und wann eine offene Tabakdose beriechest oder dich manchmal um den Leib etwas zu fest gürtest; wie auch noch manche deiner Gewohnheiten gerade keine Sünde sind. Aber siehe, dergleichen ist deinem Leibe nicht gut. Und so der Leib nicht in der Ordnung ist, da sieht es dann auch bald mit der Seele trübe aus und mit der Entwicklung des Geistes noch trüber.

Siehe, so die vielen törichten Menschen Meine Gebote hielten — was ihnen viel leichter wäre, als zu halten die Gesetze ihrer eigenen, alten, dummen Weltgewohnheiten —‚ da gäbe es auf der Erde auch keine Krankheiten. Weil aber die törichten Menschen auf ihre Satzungen und alten, bösen Gewohnheiten mehr halten als auf Meine Gebote, die nichts als die reinste Liebe sind, so sind sie auch selbst Urheber von tausend Übeln und Krankheiten, die sie zu leiden haben und an denen sie oft leiblich und geistig sterben.

Würden sie von ihren Narrheiten ablassen und die Gesetze Meiner Ordnung anziehen, so würden sich alle eines hohen und gesunden Alters zu erfreuen haben, und des Leibes Tod wäre bloß ein süßes Einschlafen des alten Leibes und ein heiterstes und seligstes Erwachen der Seele und des Geistes zum ewigen Leben!

Beherzige demnach du, Mein liebstes Töchterchen, diese Wörtlein, so wirst du dich stets der besten leiblichen und geistigen Gesundheit zu erfreuen haben und Meine Liebe und Meine Gnade wird stets im Vollmaße bei dir sein zeitlich und ewig. Amen. — Das sage Ich, dein heiliger, liebevollster Vater dir. — Amen.

5. Vertrauen und Gehorsam besser als Medizin

J.L. (v. 26.4.1842) — Ich sage dir, dieser teure Arzt wird deinem Weibe gar wenig Heilung verschaffen, da Ich die Werke geld-, welt- und ruhmsüchtiger Menschen niemals zu segnen pflege!

So dein Weib Mir mehr getraut hätte und wäre bleibend folgsamen Gemütes, da wäre es schon lange besser mit ihr. Allein, da sie solches nicht beachtet, ist's ja dann auch recht, daß sie empfindet, welche Hilfe die Welt bietet! Solange sich aber jemand in den Schutzarmen der Welt befindet, kann und darf Ich ihm die Meinigen nicht reichen. Denn so Ich auch jemandes Leib mit dem heilsamsten Balsamöle salben möchte, aber er wäscht sich darauf folglich mit der Kloake und ißt dazu einen lateinischen Weltquark, wie soll es da wohl besser werden mit ihm?

Ich sage dir aber, wenn sie nehmen möchte irgendein gutes Harzpflaster und legte dasselbe in Meinem Namen zum Teile auf die Sohlen der Füße, dann auf die Waden, dann auf das Rückgrat, dann auf das Genick und dann noch auf den Magen zu gleicher Zeit und tränke dabei frisches Wasser und äße eine einfache, gute Kost, die da nicht zu fett sein dürfte und nicht zu fest, wie zum Beispiel Maisgrütze in frischer Fleischbrühe und so auch etwas Fleisch mit einer gelinden Zuspeise — da wäre sie schon lange gesünder als durch all den lateinischen Teufelsquark!

So sie aber schon der Welt wegen einen Arzt haben muß, da soll sie bleiben bei dem ersten und älteren, aber nicht bei einem, der sie erst durch Medizinen zu prüfen nötig hat! — Amen.

6. Vaterwort und Gebet des Hilfesuchenden

G.M. (v. 11.1.1871) — Da du Mich anflehst, diesem Bruder eine Erleichterung in seinem Leiden zu bringen, so schreibe nun und sage ihm:

Ich weiß wohl, wo es ihm fehlt — und er weiß, warum es ihm fehlt. Und so haben wir zwei uns keine Generalbeichte abzulegen. Da er aber schon seit längerer Zeit — mürbe gemacht durch seinen hilflosen Zustand — Mich um Hilfe bittet, so will Ich denn Gnade für Recht ergehen lassen und ihm den Weg zeigen, wie er eine rechte Hilfe von Mir erlangen kann und was er für sich selbst vorerst tun soll, auf daß Mein Segen fruchte. — So höre!

Bei seinem Übel ist die Tatlosigkeit der Bewegungsnerven das Haupthindernis der Genesung. Um nun dieses zu beseitigen, müssen die Nerven durch besseres Blut ernährt werden, und dazu gehört eine für ihn vielleicht starke, aber notwendige Verleugnung seiner Hauptgewohnheiten. Denn Ich kann sein Blut nicht verbessern, wenn er jeden Augenblick zu dessen Vergiftung besonders durch Tabak und Kaffee beiträgt...

Da aber auch bei euren menschlichen Heilmitteln und Ärzten das Vertrauen der wichtigste Hebel zur Wirkung der gegebenen Arznei ist, so muß er auch in Mich, als ersten Arzt der Welt, sein ganzes Vertrauen setzen. Mit inbrünstigem Gebete muß er sein ganzes Schicksal in Meine Hände legen und dann geduldig abwarten, was und wann Ich die gehoffte Linderung eintreten lassen werde.

Auch jetzt betet er — es ist aber nicht das Gebet, wie Ich es will und es Mir angenehm ist. Es darf nicht mechanisch sein. Es muß, Mir entsprechend, ein geistiges Gebet sein. Nur dann dringt es zu Mir. Es muß mit dem Herzen und nicht mit den Lippen vollführt werden.

Um zu diesem Gebete aber den Weg zu finden, soll er zuvor über sein ganzes Leben etwas nachdenken, soll betrachten, wie er sich in der Vergangenheit gegen Mich verhalten, wie er Meine Gnade geachtet oder mißachtet hat; wie er endlich nach so vielen Verfehlungen gegen Mich, gegen seine Seele und endlich auch gegen seinen Körper bis dorthin gekommen ist, wo er sich jetzt befindet.

Wenn ihn dann so eine recht herzliche Reue überkommt, wenn er klar einsieht, wie sehr und wie oft er gegen Mich gefehlt, wenn er dann begreift, daß die Strafe für seine Fehler noch hätte schlimmer kommen können — dann flehe er zu Mir, bekenne vor Mir offen seine Schuld, bekenne, wie wenig er diese Langmut seines Vaters verdient hat, der ihm jetzt noch im vorgerückten Alter wieder die Hand bietet, um den längst verlorenen Sohn zu retten.

Wenn er so, zerknirscht, vor Mir steht, Meiner Gnade und Meiner Huld alles überlassend, dann werde Ich neues Leben erst in seine Seele und durch diese in seinen Körper einfließen lassen. Und mit seinem heiligen Versprechen, jetzt alle weltlichen Ideen fahren zu lassen und nur sein geistiges Heil suchend, wird er dann bald fühlen, was es heißt, auf seinen himmlischen Vater vertrauen, der ebenso wie ein irdischer Vater ein flehendes Kind nie zurückweisen wird.

Hier liegt nun der Weg offen vor ihm! Will er ihn wandeln, wird er die guten Folgen davon bald ersehen. Ist aber seine Eigen- und Weltliebe stärker, so wird er sich die Folgen, die daraus erwachsen werden, selbst zuzuschreiben haben.

Frei habe Ich den Menschen erschaffen, und frei muß Ich ihn lassen. Er ist Herr seines Schicksals und kann wählen entweder den Weg nach oben oder nach unten. — Amen.

Liebevollster Vater! Hier liege Ich schon, jahrelang unbeweglich, mir und den Meinen zur Last, ein lebendiger Vorwurf meines eigenen, vergangenen Lebens. — O Du allerliebster, gnädigster und huldvollster Vater und Herr, der Du mir so lange geduldig zugeschaut hast, wie ich leichtsinnig ohne Vorbedacht meine weltliche Existenz und meinen Körper so nach und nach ruinierte. Mit welchem Gewissen soll ich vor Dich hintreten, wenn ich bedenke, daß ich nicht nur mich, sondern auch meine Lebensgefährtin und die Kinder, die ich in eitler Lust gezeugt, nun mit unglücklich gemacht und dem weltlichen Elend preisgegeben habe.

Du, o Vater, hast trotz all dieser Fehler mich doch nicht vergessen. Und jetzt, wo ich auf keine Rettung mehr hoffte, jetzt sendest Du mir Hilfe, mir Unwürdigem! — Was vermag ich Dir denn dafür zu bieten? Ein von Vorwürfen zerrissenes Herz und ein mit Sünden beladenes Gewissen, das sind die Gaben, die ich vor Deinem Throne hinlegen kann. Und doch, nach solchen Opfern würdigst Du mich, mir Deine hilfreiche Hand zu reichen! Ja, lasse sie mich fassen, diese so oft mir nahe gewesene und stets von mir verschmähte Hand! Lasse sie mich fassen und festhalten, auf daß sie mich herausziehe aus diesem Elend, in das mich meine eigene Schuld geworfen hat.

Vater! Als verirrtes, aber reuiges Kind rufe ich zu Dir, verzeih und hilf mir! Mehr kann ich nicht erflehen. Denn auch dieses verdiene ich nicht. Aber Deine unbegrenzte Liebe und Gnade, die auch den Wurm im Staube nicht vergißt, erfüllt mich mit der heißen Hoffnung, daß Du auch mich, den verlorenen Sohn, in Deine Arme aufnehmen und meine bis jetzt ausgestandenen Leiden als eine kleine Abschlagszahlung meiner Schuld ansehen wirst.

Du willst mich Blinden führen und aus all meinen Fehlern und Verirrungen nur eine beste Stufenleiter zu Deinem Herzen erbauen. — Wer kann solche Huld und solche Liebe würdigen? — Ein Sterblicher nicht! Sondern nur stille weinend kann das verirrte Ich Deinem väterlichen Rufe folgen. — Amen.

7. Die Hauptsache — Ergebung und Vertrauen

J.L. (v. 29.4.1841) — "O heiligster, allerliebevollster, barmherziger Vater! Siehe gnädigst an die große Not meiner todkranken Schwester Klara und zeige für sie ein Rettungsmittel an! Sei hochgelobt, o allerbester Vater, wenn Du dem bekümmerten Manne das Weib und zwei unmündigen Kindern die Mutter erhalten wirst! Sei aber auch hochgelobt, wenn Du die in Todesschmerzen Daniederliegende aufnimmst in Dein heiliges Reich des ewigen Friedens, Amen!" — —

Was soll Ich denn da auf diese Frage für eine Antwort geben? Wenn Ich helfen möchte, da verderben eure Ärzte ja alles! Soll Ich denn die Ärzte umkommen lassen?

Der da meint, Ich könne nur durch Ärzte und Medikamente helfen, der irrt sich gewaltig. Denn gerade da helfe Ich meist gar nicht, sondern lasse nur höchstens dann und wann zu, daß die verschriebenen Medizinen helfen, so ihnen hie und da in Meinem Namen getraut wird. Wo aber sogar auch dieser allerletzte Glaube noch mangelt, da bleibt Meine Hilfe ferne.

Ich aber habe in dieser Angelegenheit ja schon ohnehin durch den Knecht mündlich angedeutet, daß, so ihr bittet und glaubet im Herzen ungezweifelt, so wird die Aussätzige schon wieder rein werden. So ihr aber nur glaubet, daß Ich wohl helfen kann, aber an Meinem Wollen zweifelt, so möget ihr auch denken, der Aussatz wird, da er sehr böse ist, ihren Leib eher und leichter zerstören, als daß die Leidende mit dem Leibesleben davonkommt.

So ihr aber Glauben hättet, so groß nur wie ein Senfkörnlein ist, so möchtet ihr nicht nur der Leidenden helfen, sondern wohl auch tote Leiber zum Leben erwecken! Allein euer Glaube gleicht noch einem Rohre, das vom Winde hin und her geweht wird. Und euer Herz ist voll Kleinmut, Furcht und Zaghaftigkeit. Und daher seid ihr auch bei Sterbefällen eurer Verwandten über Hals und Kopf traurig, weil ihr nicht sicher seid dessen, was euer liebevollster Vater tut und geschehen läßt, und auch nicht bedenket, daß alles, was Ich anordne, tue und geschehen lasse, nicht anders denn überaus gut ist.

Wenn Ich die Aussätzige von der Welt nehme, so wird es überaus gut sein. Lasse ich aber geschehen, daß sie bleibe, so wird des Guten nicht minder sein. So ihr aber denket, daß das eine nur gut sein wird, nämlich daß sie bleibe am Leibesleben — und ein großes Unglück in der Familie beim Gegenteil, da irret ihr euch sehr. Denn alles, was da geschieht nach Meinem Willen, ist überaus gut, ob so oder so. Wisset ihr denn nicht, daß alle Menschenhilfe zu nichts nütze ist!? Meine Sorge geht weit und hoch über und vor und nach aller Muttersorge! — Oder wird Der, welcher für Vater, Mutter und Kinder sorget, nicht auch gar wohl für die Kinder allein zu sorgen imstande sein? — O ihr Kleingläubigen, wie lange werde Ich euch noch müssen vorpredigen lassen, bis ihr klug und glaubensfest werdet!?

O sehet, der lebendige Glaube voll hingebenden Vertrauens ist ein wahres Thermometer der Liebe und zeigt genau die Grade an, wie hoch über dem Gefrierpunkte die Liebe steht. — Hütet euch vor dem Reif in eurem Liebes- und Glaubens- Frühlinge, damit die Fruchttriebe nicht verloren werden! Machet mit dem Holze des Lebens einen Rauch, damit ihr nicht Schaden leiden möget an eurem Herzen. Dir, mein lieber N.N., aber sage Ich, es ist besser, daß du einige Zeit nicht hingehest, sondern bleibest dafür lieber zu Hause und bei Mir verweilend. Denn wahrlich, deine Gegenwart wird der Aussätzigen nicht viel nütze sein, wohl aber wird  es frommen, so du bei Mir und in Mir verbleibest, Mich liebst und Mich bittest, daß Ich es lasse geschehen, wie Ich es will.

Willst du aber doch auch hingehen, da sie deine Schwester ist, so bete zuvor und salbe dich mit dem Öle aus den Wacholderbeeren in Meinem Namen, so wirst du dein Haus verschonen mit der Bosheit des Aussatzes. Und so du auch die Kleider beräucherst mit denselben Beeren und deren drei verschluckest in Meiner Andacht, so kannst du völlig ruhig sein. Aber, wie schon gesagt, nötig ist es vorderhand gar nicht, daß du hingehest. Denn Ich sage dir, daß der Aussatz im Ernst böse ist. Er ist ein Austritt aller bösen Geister, die oft schon von Geschlecht zu Geschlecht sich eingebürgert haben — und wohlverstanden daher auch sehr ansteckend; denn die freien Geister suchen alsogleich wieder eine neue Unterkunft. Haben sie sich bei irgend jemandem eingeschlichen und werden da wieder hinausgeschafft, so richten sie dann eine größere Verheerung an in ihrer neuen Wohnung, als in der früheren, aus großem Ärger — wie es soeben bei deiner Schwester nun der Fall ist, da sie von der andern angesteckt wurde.

Wer aber betet, gesalbt und beräuchert ist in Meinem Namen, der darf sich sogar vor keiner Pest fürchten und sorgen.

Darum aber ist die Wacholder also schützend, weil sie eines großen Segens aus Mir schon natürlichermaßen teilhaftig ist.

Also ist der lebendige Glaube an die Kraft Meines Namens wohl das unfehlbarste Heilmittel. Wahrlich, und wäre die Aussätzige in Amerika und du hier wie jetzt, erführest aber, daß sie wie jetzt leide, und wendetest dich an Mich — so möchte Ich sie retten vom Tode leiblich und geistig! Wenn ihr glaubet im Herzen, aber nicht bloß in der Einsicht des Verstandes, so wird's besser mit ihr durch eure Bitte und euren Glauben. Seid ihr aber schwach, so denket doch wenigstens, daß Ich nichts Unrechtes tun werde, und was Ich immerhin auch tun möchte, dürfte wohl sicher das Allerbeste sein!

Denket an den Jünger, der zuvor noch seinen Vater beerdigen wollte, ehe er Mir folgte; und seid eingedenk Meiner Lehre an ihn, so werdet ihr allezeit große Ruhe in euch finden!

Mir zu folgen in allem, ist das erste. Und alles Mir übergeben, das zweite. Darin sind die Gebote, die Propheten und hauptsächlich die zwei Gebote der Liebe völlig enthalten und mit ihnen alles Leben. Tuet und handelt danach, so werdet ihr leben und wird alles überaus wohl gehen, hier und jenseits. Amen. — Das sage Ich, der allerbeste Arzt. — Amen.

8. Heil am Vaterherzen

G.M. (v. 4.2.1871) — Deine Schwester in ihrer Herzensangst geht dich an, du sollst sie durch ein paar magnetische Striche dahin bringen, daß sie mehr Zuversicht auf ihre eigenen Kräfte bekäme. Nun, und du bittest Mich darum mit der Frage, was in diesem Falle geschehen solle?

Ich will also, um jedem seine Zweifel und seine Hoffnungen auf eine gerechte Art zu lösen, den Vermittler, den Heiland und den Magnetiseur selbst machen. Denn ohne Meine Hand, ohne Meine Hilfe ist dein Handausstrecken ja doch nur ein leibliches Beeinflussen und kein seelischgeistiges, welches — durch Mich erst höher potenziert — die gewünschte Wirkung bei deiner Schwester hervorbringen kann. — Also zur Sache! — Ich frage deine Schwester bloß: Hat sie denn nie gefühlt, daß das Gebet zu Mir Trost, Stärke, Seligkeit und Wonnegefühl gibt, wenn es so ganz aus dem Grunde des Herzens an Mich gerichtet ist? — Und wer bereitet denn dieses Gefühl? — Siehe, das bin ICH, durch Mein stärkendes Einfließen in die wunde Seele. Wo ist eine magnetische Kraft, die in ihrer Wirkung mit diesem Seligkeitsgefühle zu vergleichen wäre?

Deine Schwester soll es versuchen und soll zu Mir, zu ihrem Vater, ihr Herz in tiefster Demut erheben, soll Mir ihre Leiden und Sorgen vortragen, soll vor Meinem Throne zusammensinken in den Staub der Nichtigkeit. Und wenn sie dann daliegt ohnmächtig zerknirscht und nur alles Mir überlassend, wenn sie sich bis auf den kleinsten Punkt gedemütigt hat, dann werde Ich sie erheben. Denn in ihrer tiefsten Demut ist sie Mir gerade am nächsten. Dann werde Ich in sie den Trost, die Liebe und Geistesstärke einfließen lassen, um sie zu lehren, ihre vermeintlichen Mißhelligkeiten nicht so schwarz anzusehen und dieselben auch leichter ertragen zu können.

Meine Liebe ist der große Magnetismus, der alles anzieht und nichts von sich stößt. Wer sich in dessen Bereich begibt, kann nur gewinnen, aber nicht verlieren.

Daher raffe sie sich auf, zu Mir, ihrem Vater, den Blick zu erheben! Ich als Vater stoße kein Kind zurück, das flehend sich Mir naht — und um so weniger, wenn sein Herz ein Altar der Liebe geworden ist, wo das ewige Feuer dieser Meiner göttlichen Eigenschaft brennt, den ganzen Menschen durchleuchtet und sogar auch den Körper mit Seligkeit erwärmt.

Also diesen Magnetismus suche deine Schwester, und er wird ihr mehr Früchte tragen, als wenn du deine Hand ausstreckest, wobei gemäß deiner persönlich-geistigen Erhebung die Wirkung wohl vorhanden wäre, aber nicht vergleichbar mit derjenigen, welche sich ergibt, wenn Ich Mein Vaterherz als Lohn einer kindlichen Ergebung in Meinen Willen darbiete. — Amen.

9. Bedingungen für den Erfolg magnetischer Stärkungskuren

G.M. (v. 5.2.1871) — Wieder fragt eine geistig und körperlich kranke Seele durch dich bei Mir an und möchte sogar, daß Ich es ihr schriftlich gebe, daß die von dir angegebene Heilart die richtige und daß durch dieselbe auch das gewünschte Ergebnis herbeigeführt wird. Um diesem Kinde doch zuvor etwas seine geistigen Augen zu öffnen, über welchen es noch eine sehr dicke Binde trägt, muß Ich ihm sein Inneres vorhalten. Es wird ihm vielleicht manches in diesen Zeilen nicht angenehm sein. Aber wahr ist es deswegen doch, und um so mehr glaubhaft, weil Ich es sage.

Nun siehe, Mein liebes Kind, du hast eine kleine Unpäßlichkeit, die dich sehr bekümmert und wegen welcher du schon die ganze Welt um Rat gefragt hast. Jetzt ist dir auch etwas zu Ohren gekommen von einem geistigen Heilungsprozeß. Und nachdem du alle allopathischen und homöopathischen, ja selbst Meine Sonnenmittel versucht und nirgends ein befriedigendes Resultat gefunden hast, so willst du auch dieses letzte geistige Heilverfahren versuchen, mit der Idee: "Wenn's nicht hilft, so schadet's nicht!" — Du betrachtest es nur als eine von den vielen anderen, gewöhnlichen Verfahrensarten des Magnetismus und möchtest nebenbei gleichsam ein Zeugnis ausgestellt haben, daß dieses Mittel hellen muß.

Um nun auf diesen deinen Grundgedanken entsprechend zu antworten, muß Ich dir vorerst sagen, daß Ich recht wohl weiß, warum du jetzt von diesem Übel befreit sein möchtest. Denn die Zeit drängt, es naht der Augenblick, da du mit vollen Segeln in die Freuden der Welt und des Ehestandes hineinsteuern willst. Und wegen dieser deiner so materiellen und weltlichen Wünsche soll Ich, der Schöpfer und Herr der Unendlichkeit, Mich dir hingeben und sogar dir noch schriftlich bezeugen, daß du mit diesem Mittel von deinem Übel befreit wirst, das dir schon lange lästig und jetzt noch unangenehmer ist.

Sieh, du willst von Mir etwas vernehmlich hören und achtest doch auf die Stimme in deinem Innern nicht — die Stimme, die ihr Menschen "Gewissen" nennt! Was sagt dir denn dieses Gewissen oft? Sagte es dir nicht mehrmals: "Treibe die Religion nicht so äußerlich! Gedenke, daß Gott ein Geist ist und auch nur geistig verehrt und geliebt sein will und Seine Lehren auch geistig verstanden werden müssen!" Sagt dir dein Gewissen nicht oft: "Mehr Duldsamkeit gegen deine Mitmenschen — und mehr Liebe gegen deinen Gott, deinen Vater!" — Nachdem du nun mit dem fleißigen Kirchengehen glaubst, deine Pflicht als Mensch gegen Mich getan zu haben, so verlangst du eine geistige Kur — während du doch diese hier an dich gerichteten Worte nicht glaubst, als kämen sie von Mir! Wie kannst du also bei einer solchen Ungläubigkeit ein geistiges Ergebnis von einer Behandlung verlangen, die nur geistig verstanden werden und auch nur geistig wirken kann?!

Die geistige Erhebung deiner Seele zu Mir im inbrünstigen Gebete (aber so, daß alle Fibern deines Wesens mit in dieses Gefühl hineingezogen werden!), dieses Sich-ganz-aufgeben in Meinen Willen bei gänzlichem Vergessen alles Weltlichen, dieses Aufleuchten aller deiner inneren Geisteskräfte, gepaart mit dem festen Glauben an eine sichere Hilfe von Meiner Seite, kann ein von Meinem Schreiber magnetisiertes Tuch zwar wirksam machen (weil dann nicht die magnetisch-menschlichen Stoffe, welche das Tuch enthält, wirksam sind, sondern Mein Segen, der den festen Willen Meines Schreibers begleitet und seinem magnetisierten Tuche diese Heilkraft verschafft, die nicht nur dein Übel, sondern jedes heilen kann). Solange du aber nicht fähig bist, dieses Gebet, wie Ich es dir beschrieben habe, in dir zu erwecken — rate Ich dir: Laß ab von den magnetischen Kuren! Denn sie führen zu nichts, du gibst dich nur eitlen Hoffnungen hin, denen die Enttäuschung auf dem Fuße folgt.

Lerne zuvor deine geistige Stellung Mir gegenüber erkennen, und dann wirst du erst deine weltliche zu schätzen wissen und wohl einsehen, wo die größere Wichtigkeit und der größere Wert liegt. Solange du auf deinem bis jetzt befolgten Weg nicht umkehrst und den Weg einschlägst, den Ich dir rate, werden noch manche Stürme und Gewitter über deinem Haupte hinziehen und du wirst mit Leiden und Furcht geplagt sein! — Amen.

10. Über den Heilmagnetismus

J.L. (v. 12.7.1841) — Antwort auf die Fragen:

1. Welche Menschen besitzen die Gabe, zu magnetisieren? Welche sind magnetisierbar? Und wie ist die Gabe zu erlangen?

2. Sind die Angaben, Äußerungen magnetisierter Personen über eigene oder fremde körperliche Gebrechen, Krankheiten und über deren Heilmittel jedesmal richtig und glaubwürdig?

3. Treten magnetisierte, somnambule Personen in scheinbaren oder in wirklichen Verkehr mit solchen von der Welt abgetretenen, in die Seligkeit eingegangenen Menschen?

4. Warum vermögen sich magnetisierte Personen im wachen Zustand der Ereignisse und Reden, die sie im magnetischen Zustande erlebten oder selbst taten, nicht zu erinnern?

5. War den alten jüdischen und christlichen Völkern der Magnetismus bekannt?

6. Ist es recht, daß manche Regierungen das Magnetisieren verbieten? Wäre nicht vielmehr eine größere Verbreitung desselben für die Menschheit, und unter welchen Bedingungen, wünschenswert?

DER HERR: Wenn ihr die Mitteilungen sowohl aus dem Gebiete der "Zwölf Stunden" wie auch diejenigen im Anschluß zum "Mond" sowie die viel früheren über die beiden Pole der Erde genau in vergleichende Erwägung ziehet, so dürftet ihr beinahe selbst finden, daß einige dieser Fragepunkte überflüssig sind — so zum Beispiel:

Warum sich Magnetisierte in ihrem wachen Zustande alles dessen nicht erinnern können, was sie in ihrem isolierten, seelenwachen Zustand getan und gesprochen haben.

Ebenso überflüssig ist auch die Frage, ob magnetisierte Personen in wirklichen oder Scheinverkehr mit den Abgeschiedenen treten. Denn was soll hier das "scheinbar" oder "wirklich" besagen? Oder vermöget ihr in eurem körperlichen Zustand entweder in eine wirkliche oder scheinbare Verbindung einzutreten? Wenn aber ihr dieses nicht vermöget, wie soll es die Seele vermögen, die da ist ein wohlbereitetes Aufnahmegefäß, vermöge dessen sie nur imstande ist, das aufzunehmen, was ihr wirklich entgegenkommt, nicht aber auch das, was ihr nicht entgegenkommt. Solange sie im Körper ist, mag sie wohl scheinbare Bilder, welche in dem Gedächtnis haften, beinahe für wirkliche aufnehmen. Allein selbst bei dieser Aufnahme, so ihr die Sache tiefer beleuchten wollt, hat es mit dieser Scheinbarkeit einen bedeutenden Ungrund. Denn fraget euch selbst: Woher rührt denn das Bild im Gedächtnis? Und die Antwort, die ihr euch selbst geben müsset, kann keine andere sein, als daß ihr saget: Es rührt von einer Wirklichkeit her. Ja selbst wenn die Seele gewisserart phantastische Bilder in sich erschaut, die in der Wirklichkeit nirgends vorhanden sind, da werdet zwar ihr sagen: Es müssen doch nur lauter nichtssagende Scheinbarkeiten sein. Ich aber sage euch, daß diese Behauptung einen doppelten Ungrund hat. Denn fürs erste kennet ihr die Formationen und all die zahllos vielen Gebilde in eurer Körperwelt noch durchaus nicht (wie zum Beispiel jene euch zunächstliegende, für euch aber gewiß überwunderbare Bildung auch nur eines einzigen Haares auf eurem Haupte) —‚ um wieviel weniger erst jene unendlichen Mannigfaltigkeiten in der kleinen, ursprünglichen Tierwelt.

Wenn nun die Seele eines feiner organisierten Menschen gewisserart leidend — ohne zu wissen wie und woher — zur Anschauung solcher in der Wirklichkeit vorhandenen Formen gelangt, saget, rühren diese nun von einer phantastischen Scheinbarkeit oder von einer unphantastischen Wirklichkeit her? Und fürs zweite, so die Seele aus den vorhandenen Wirklichkeits-Abdrücken in sich neue Bilder zusammenstellt, rühren diese von einer Scheinbarkeit oder Wirklichkeit her? So ihr dieses nur ein wenig durchdenket, so wird es euch ja augenblicklich klarwerden müssen, daß aus nichts durchaus nichts gemacht werden kann. Oder könnet ihr wohl behaupten, daß ein Spiegel auch imstande sei, irgendein formelles Gebilde (das gar nicht existiert) auf Augen zu werfen? Die Unmöglichkeit werdet ihr sicher ohne weitere Erklärung einsehen.

So aber die Seele als Aufnahmegefäß gleich ist einem nach allen Seiten überaus fein polierten Spiegel, woher und wodurch soll sie dann in Konflikt mit allerartigen Wesen treten, wenn diese ihr nicht irgend in aller Wirklichkeit objektiv begegnen werden? Solches wäre unmöglicher, als daß jemand von seinen eigenen Gedanken aussagen möchte, er habe manchmal wirkliche, manchmal bloß scheinbare Gedanken. Ich aber sage euch: Wer da vermöchte scheinbare und wirkliche Gedanken voneinander wohlbegreiflich abzusondern, den müßte Ich ins uralte Testament, und zwar in die Gesellschaft des Adam verweisen, und zwar in jene Zeitperiode, da Adam, durch die Lüge der Schlange verleitet, weiser und verständiger werden wollte als Ich Selbst.

Aus diesem möget ihr wohl hinreichend entnehmen, daß die dritte Frage ein wenig aus hohler Luft gegriffen ist. Und so ist auch die fünfte Frage ein wenig verdächtig, wenn ihr bedenket, daß der sogenannte Heilmagnetismus oder vielmehr das sogenannte magnetische Fluidum nichts anderes ist als Mein alles gestaltender, ordnender und erhaltender Liebe-Wille.

Wenn ihn die Alten auch nicht unter diesem neuerschaffenen, "wissenschaftlich-törichten" Namen kannten, so kannten sie ihn aber der Natur und der Wahrheit nach unvergleichlich besser als die gesamte gegenwärtige Generation der Erde.

Was waren denn jene euch mehr oder weniger bekannten Wundertaten des Geistes von seiten der alten, frommen Patriarchen und Seher? Was waren die von Mir den Aposteln, Meinen ersten Nachfolgern, befohlenen Handauflegungen zur Heilung der Kranken in aller Liebe und lebendigen Glaubensfestigkeit? — Sehet, diese waren nichts anderes als im vollsten Sinne das, was ihr heutzutage — unverständig genug — "Magnetismus" nennet!

Wenn ihr die Sache so recht vom Grunde aus verstehen wollet, so denket euch Mich Selbst als den Grundmagnetiseur.

Wenn ihr nun fraget, welche Menschen das Vermögen haben zu magnetisieren, so wird sich etwa doch die Antwort von selbst geben, daß nur diejenigen Menschen, welche entweder durch die Liebe oder wenigstens durch den Glauben mit dem Grundmagnetiseur in Verbindung stehen, auch nach dem Grade der Liebe oder des Glaubens nur allein fähig sind, die Hände auf ihre Brüder zu legen und sie dadurch zu heilen von jeglicher Krankheit.

Freilich gibt es auch Menschen, die — ohne Verbindung mit Mir durch die Liebe oder den alleinigen Glauben — eines festen Willens sind, sei es zum Guten oder zum Bösen (Hexerei), welche Menschen auch mit Recht Eigenwillige oder in arger Hinsicht auch Eigensinnige genannt werden können. Dieser Eigenwille ist das gewöhnliche Produkt von irgendwelchen Begründungen. Und je wonach oder worin sich ein Mensch also begründet hat, danach richtet sich auch unabänderlich sein Wille und sein Sinn. Ist eine solche Begründung mehr gestellt auf irgend etwas aus Meinem Worte unrichtig Aufgefaßtes, so kann ein solcher Mensch zwar auch die andern Menschen magnetisch behandeln und sie unterziehen der Kraft seines Willens und dem auf demselben gefesteten Glauben; allein ein solches sogenannte Magnetisieren bewirkt nur die euch bekannten Erscheinungen in diesem Fache, wodurch die beabsichtigte Heilung entweder nur sehr langsam und selbst da nicht durch das eigentliche Auflegen der Hände, sondern mittels der Beihilfe von selbstverordneten Medikamenten vor sich geht, welche aber wieder eben nur durch den Glauben eine halbe Wirkung hervorbringen. Aus diesem aber könnet ihr ersehen, daß Menschen von einem gewissen festen Willen von Mir gewisserart unabhängig solche Handlungen begehen und verrichten können — aber, "wie die Kraft, so der Effekt!"

Nach diesem Maßstabe haben dann wohl freilich nur gewisse Menschen die Fähigkeit zu magnetisieren. Aber auf dem Wege der Wahrheit kann solches ein jeder, der mit Mir in Verbindung steht.

Ebenso sind auch für solche "Halbmagnetiseure" nur gewisse Menschen magnetisierbar, und zwar nur solche, welche von mehr schwacher Bildung sind und auch einen sehr schwachen Willen besitzen, ja manchmal sogar gänzlich willenlos sind und lediglich von dem Willen des Magnetiseurs abhängen.

Wenn da ein solcher Magnetiseur oder besser "Eigenwillensstreicher" sich in seiner Willensstreicherei von der betreffenden Person entfernt oder nach eurem Kunstausdruck "sich außer Rapport stellt" oder sich wenigstens stellen möchte, so ist dann eine solche bestrichene Person elend daran und zwar wenn sie stark bestrichen worden wäre, daß dadurch ihre Seele vermöge der Überfüllung notgedrungen aus dem Körper treten müßte und dann bei solcher Rapportauflösung nicht mehr in den Leib zurückkehren würde, und würde sie sich zurückbegeben, so träfe sie ein für allemal einen zehnmal geschwächteren Leib, als sie ihn früher hatte. Wenn aber der Magnetiseur ihr nur wenige Striche gegeben hätte und sich darauf absonderte, so ist eine solche Behandlung so gut wie gar keine und gleich einer Liebeserklärung an ein Mädchen, das der Erklärende gleich nach der Zusage wieder sitzen läßt.

Menschen aber, welche an und für sich auch einen ziemlich festen Willen besitzen, werden von einem solchen Magnetiseur entweder ganz fruchtlos behandelt, oder er bringt solche Patienten kaum zum Gähnen, und zwar aus diesem Grunde, weil ein jeder Wille in einer gewissen eigenen Überzeugung, ob richtig oder falsch, sich begründet und dadurch seine Organe in Tätigkeit setzt, ein jeder Wille aber, wenn er nicht mit dem Meinigen in Verbindung steht, ein eigener und eigentümlicher ist. Wenn nun der Magnetiseur bei seiner Behandlung auf einen solchen, seinem Willen entgegenstrebenden Willen stößt, so ist dann das beabsichtigte Faktum ein fehlgeschlagenes und kann sogar auf den unklugen Magnetiseur eine sehr nachteilige Rückwirkung haben, besonders bei solchen Personen, die entweder von sehr sinnlicher Natur sind (welche von einer inneren stummen Besessenheit herrührt), oder aber besonders dann, wenn die zu magnetisierende Person gar von offenbar bösen Geistern besessen ist.

Wenn aber der Magnetiseur durch Mich seine Hände auflegt und Meinen allmächtigen Willen "durch sich fließen läßt", so braucht er, mag was immer für ein Mensch ihm zur Heilung vorgelegt werden, ihm nicht auch nur einen Strich zu geben, sondern nur lediglich seine gereinigten Hände dem Kranken in Meinem Namen aufzulegen, und es wird schon auf dem Wege des alleinigen Glaubens besser mit dem Kranken. Wer aber solches tut aus der lebendigen Liebe, bei welcher der allerlebendigste Glaube schon ohnehin von selbst sich versteht, wahrlich, sage Ich euch, da mag Luzifer selbst jemand geistig und leiblich plagen, so wird er ihn aber doch schon sogar durch den Blick und durchs Wort — vor der Händeauflegung — verlassen müssen. Ein solcher eigentlicher Magnetiseur kann nicht nur allein jeden Kranken heilen, sondern wenn es zur Verherrlichung Meines Namens nötig ist, auch Tote erwecken.

Wenn ihr nun dies alles recht betrachtet, so ist dadurch auch die letzte Frage schon wie völlig gelöst. Freilich was den Eigenwillens-Magnetismus anlangt, da sage Ich: Es ist in jeder guten Hinsicht doch immer etwas besser als gar nichts; aber in arger Hinsicht besser nichts als etwas. Denn eine arge Magnetisierung ist um nichts besser als ein zeitweiliges Besessenmachen von einem argen Geiste, wogegen die bessere Art des Magnetismus, wenn sie nur ein wenig mit Mir in Verbindung tritt, doch wenigstens nach und nach der gar blinden Menschheit zeigt fürs erste, daß außer den Kräutern noch bessere Heilkräfte wirken, und fürs zweite, daß in dem Menschen eine unsterbliche Seele und ein unsterblicher Geist wohnen. Und in dieser Hinsicht ist es höchst unbillig, aus was immer für einem läppischen Grunde solches in einem Staate zu verbieten.

So aber jemand eine solche Eigenschaft aus Mir besitzt, der lasse sich nicht abschrecken von der weltlichen Gewalt, sondern glaube fest, daß er im Besitze Meines mächtigen Willens noch Größeres zu leisten imstande ist, als allein Kranke gesund zu machen und bei außerordentlichen Fällen auch Jüngstgestorbene ins Leben zurückzurufen.

Wie aber irgendein Künstler sich von einem Orte entfernt, da er keinen Kunstsinn antrifft, desgleichen tue um so mehr ein Gnadenbegabter. Denn eine solche Gnade ist doch sicher über alle Kunst erhaben. — Am besten aber ist für diese Zeit, daß jeder das Gute übe im Verborgenen, um Ärgernis zu vermeiden. Daher wirket das Gute im Verborgenen und fürchtet nicht die Blindheit der Menschen, die euch schwerer verfolgen, als ihr ihnen entgehen könnet. Denn Ich will den Schall eurer Tritte, so ihr euch gegen Morgen wendet, also leiten, daß er den Blinden ans Ohr gelange, als käme er vom Abende; und da möget ihr vor wirksamen Nachstellungen der Blinden wohl sicher sein.

Überdenket alles dies und fasset es gläubig tief in euer liebendes Herz; dann werdet ihr erst völlig begreifen, und zwar in der Tat, was ihr jetzt im Worte vernommen habt. Amen. — Dieses sagt euch der große Grundmagnetiseur. — Amen.

11. Allopathie, Homöopathie, Heliopathie, Hydropathie und Magnetismus

a) G.M. (v. 8.6.1873) — Hier habt ihr eine Menge Titel von Heilmethoden, die mit verschiedenen Mitteln den Krankheiten entgegenwirken sollen, welche ihr blinde Menschen euch selbst durch Unachtsamkeit, Unverstand und Genußsucht aufbürdet. Alle diese Heilmittel, welche da angegeben wurden, haben neben ihrer von den Menschen gefertigten Klassifikation noch eine höhere, tiefere, die ihr nicht kennet und die euch aufzudecken der Zweck dieses Wortes sein soll, damit die Menschheit einmal ersehe, mit welchen Mitteln sie hantiert und war um so oft das Gegenteil von dem, was bezweckt werden sollte, als Erfolg hervortritt.

Ich führte euch oben die aus fremden Sprachen genommenen Ausdrücke für gewisse Heilmethoden an, weil eben mit diesen Namen nicht allein die Heilart eines jeden Systems von dem andern streng abgegrenzt ist, sondern weil auch ihr unter und mit diesen Namen euch besser zurechtfindet, während, würde Ich die besser bezeichnenden (deutschen) Namen für diese Heilarten nehmen, die nötige Erklärung hinzukommen müßte, was Ich denn eigentlich damit meine. Da Ich aber am besten weiß, wie Ich mit euch verfahren muß, so habe auch Ich diese Titel gewählt. Und ihr werdet von denselben aus in Meine Ansichten weit leichter eingehen, als von Meiner Beurteilung auf eure Begriffe zurückzugreifen.

Eure Gelehrten und Mediziner haben recht getan, wenn sie ihren Systemen und auch ihren entdeckten Dingen, Gesetzen usw. zumeist Namen aus fremden Sprachen gegeben haben, besonders aus Sprachen verschwundener Völker, weil so — während der Forschungsgeist der Menschen stets Neues entdeckt — doch die Namen, mit denen er die entdeckten Dinge belegt, aus einer Sprache herrühren, die keine Veränderung mehr erleidet und so das Studium dieser Wissenschaften für alle Menschen, welcher Nation sie auch angehören, bei weitem erleichtert wird.

Dieses lateinische oder griechische Benennen schadet dem Ganzen nicht und nützt dem Studierenden, daß er nicht soviel Zeit nötig hat, um in seine Muttersprache Benennungen zu übertragen, welche in älteren Sprachen oft kürzer und einfacher als in seiner eigenen gegeben sind.

Wie es nun die Gelehrten und Doktoren machen, so will auch Ich mit diesen Heilmethoden verfahren und will ihnen ebenfalls Namen aus alten Sprachen beilegen, welche eben neben der Bezeichnung auch das Wesen zugleich erklären sollen, warum, wie und wann ein Heilverfahren mit Erfolg gekrönt sein könnte oder nicht.

So wie eure Doktoren von dem perfekten (gesunden) Organismus eines menschlichen Körpers ausgehend auf dessen Fehler und Störungen schließen, sodann die nötigen Mittel anwenden, um die Ordnung wiederherzustellen, ebenso will auch Ich, von den Grundprinzipien Meiner Schöpfung als großem Lebensorganismus ausgehend, euch klar beweisen, warum der gestraft wird, welcher Meinen Gesetzen entgegenhandelt, und nur die Rückkehr zu Meiner Ordnung das gestörte Gleichgewicht zwischen ihm und Meiner Natur wiederherstellen kann.

Sehet, Meine Kinder, als Ich die materielle Welt ins Leben rief und zur ewigen Fortdauer, zum Wechsel und zur Erneuerung des Daseienden die großen Grundgesetze feststellte, nach welchen alles Geschaffene, Wesende sich gestalten, sich vervollkommnen und am Ende vergeistigen solle, da mußte natürlich beim Lichte auch der Schatten, beim Guten auch sein Gegensatz, das Schlechte, bei der Ordnung auch der Drang zur Unordnung, bei Gesetzen die Versuchung zum Dawiderhandeln, entstehen.

Denn nur so konnte die Materie, deren innerster Grund doch nur Geist ist, einer weiteren Ausbildung fähig sein; und wie — in der untersten Materie angefangen — kosmische Gesetze den freien Willen der höheren Klassen ersetzen müssen, so mußte ein Sündigen gegen das Gesetz, ein Kämpfen und Ringen zwischen Licht und Schatten, zwischen Gutem und Bösem, zwischen Rechtem und Schlechtem, dasein, damit die auf diese Art erprobten Wesen sich frei selbst gestalten, selbst ausbilden, selbst vervollkommnen können und so durch die Materie das Geistige läuternd endlich wieder zu ihrem Ursprung zurückkehren und, die ganze Laufbahn als Prüfungs- und Läuterungsweg erkennend, das Ziel erreichen, wegen dessen die materielle Welt geschaffen wurde.

Nun seht, alles Sündigen gegen Meine Urgesetze ist eben auch nichts anderes als ein "Krankwerden", das heißt, ein Stören der gerechten Ordnung. Dieses Stören kann herbeigeführt werden durch eigenes oder fremdes Verschulden, durch notwendig bedingte oder auch freiwillige Veränderungen des organischen Baues eines jeden Dinges. Denn "krank" heißt in diesem Sinne auch beim Steine, wenn er seiner primitiven Anordnung entgegen andere Verhältnisse eingehen muß, die zwar seine Veränderungen anbahnen, aber durch die inneren geistigen und äußeren materiellen Einflüsse bedingt, seine Auflösung, seine andere Bestimmung, seine Verwandlungen bestimmen und bezwecken müssen. Denn so wie er geschaffen, konnte er nicht bleiben, da (wie in jeder Kreatur beim ersten Atemzuge Tod und Leben miteinander kämpfen) auch in ihm bei der ersten Minute seines Bestehens schon die Veränderungsgesetze auf ihn einwirken.

Deswegen könnte man die Krankheiten oder Störungen des natürlichen Prozesses bei allem Geschaffenen in nötige, bedingte oder freie und unfreiwillige einteilen; wie ja auch beim Menschen und bei jeder lebenden Kreatur der Tod oder Übergang von einem Stadium ins andere der Abschluß ist des seit der Geburt angebahnten Störungsprozesses des Bestehenden, welcher ebenfalls das "ewige Verändern", oder die Krankheit, bis zur Auflösung genannt werden kann.

Nun, nachdem wir den eigentlichen Begriff von Gesundheit und Krankheit näher bezeichnet haben, so bleibt uns nur noch übrig zu erörtern, inwiefern denn diese von Geburt aus anfangende Krankheit oder immerwährende Störung des Lebensorganismus gerecht und inwiefern dieselbe nicht am Platze ist.

Alles, was besteht, hat, wie Ich es vorher sagte, den Drang des Bestehens, des Veränderns, des Auflösens und des Sich-vergeistigens. Einem jeden Dinge ist aber in seiner eigenen Organisation soviel Lebenskraft gegeben worden, daß die Zerstörungseinflüsse der Außenwelt nicht so schnell ihren Zweck erreichen können, sondern daß der Verwandlungs- und Auflösungsprozeß nur nach und nach, nach gewissen Alters- oder Entwicklungsgesetzen, sich vollführen soll.

Daher wird die Störungs- oder Krankheitsperiode eines jeden Dinges immer durch neu hinzukommende Lebenskraft so lange ausgeglichen, bis das Ding in der großen Kettenreihe alles Geschaffenen den Zweck, zu dem es geschaffen wurde, erfüllt hat.

Das Beschleunigen dieses Prozesses durch künstliche Fehler gegen das angestammte Naturgesetz bedingt daher die uns sichtbare, nähertretende, eigentliche Krankheit oder die sichtbare Strafe gegen das Mißachten allgemeiner Naturgesetze.

Der Mensch nun, welcher als letztes Glied der Schöpfungen auf eurem Erdball, mit freiem Willen begabt, tun kann, was er will, dieser freie Mensch, durch seine geistige Gewalt und seine materiellen Leidenschaften gedrängt, wirkt in dieser Hinsicht am meisten ein, sowohl durch Verheerungen der Oberfläche der Erde oder durch öffnen ihres inneren Schatzes, daß selbst die Erde in ihren Elementen krank wird, daß sie ihre Bestandteile — seien es ponderable oder imponderable (wägbare oder unwägbare) — verändern muß und so, auch wieder auf ihre Bewohner rückwirkend, auch diese krank macht, sie zum Auflösungs- und Veränderungsprozeß mächtiger antreibt und dadurch sichtbar hervortretende Krankheiten bei Pflanzen, Tieren und Menschen hervorbringt.

b) Um nun diese Störungen, "Krankheiten" genannt, wieder auszugleichen, bemühten sich die Menschen schon in frühester Zeit, heilende Mittel zu finden, welche ihnen wiedergeben sollten, was sie oft so leichtsinnig verloren haben, das ist die Gesundheit.

Je mehr die Menschen in den ältesten Zeiten dem großen Schöpfungsplan gemäß lebten, desto weniger wurden sie krank, desto weniger störten sie den von der Natur angewiesenen Verlauf, der ihnen angewiesen war, um ihre Mission als irdische Menschen zu vollführen und die geistige leichter antreten zu können. Sie lebten im Einverständnis mit der Natur, und ihr eigener Organismus unterlag keiner anderen Störung als der gesetzmäßigen, welche durch Unbrauchbarkeit der Organe endlich den Tod herbeiführen mußte, da alle anderen Einflüsse durch tägliche Ersetzung von Lebenskraft wieder ausgeglichen wurden.

Mit dem Entfernen von diesem Wege traten verschiedene Umstände ein, welche das gesunde Leben der Menschen bedrohten. Je weiter die Menschen von den Urgesetzen abwichen, desto weniger halfen ihnen die einfachen, natürlichen Mittel zur Herstellung ihrer verlorenen Gesundheit, desto kräftiger wirkende mußten sie suchen, weil die einfachen nicht mehr ausreichten. So sanken die Menschen herab, verkürzten sich ihr Leben und vermehrten sich ihre Leiden. Und so entstand nach und nach das, was in früherer Zeit ein jeder wußte, nun als Wissenschaft einzelner, welche sich der Heilkunde ganz widmeten.

Die erste und leichteste Methode, zu heilen, war natürlich: aus dem, was die Menschen krank machte, ebenfalls auch die Heilmittel zu suchen. Und da die Menschen meist durch unmäßigen Genuß materieller Speisen und Getränke erkrankten, so suchte man aus dem Reiche, aus welchem die Speisen genommen werden, auch die Heilmittel.

So entstand die Allopathie, oder wie Ich dieselbe nennen möchte: "Die Heilkunst mit der Materie".

Materielles machte die Menschen krank, Materielles sollte sie wieder gesund machen. Materiell waren sie selbst geworden, und so korrespondiert (bei diesem Zustand) diese Heilmethode mit dem Organismus des menschlichen Körpers am besten, wobei der Mensch im allgemeinen auch wieder materiell hergestellt wurde (damals war ja auch die richtige Erkenntnis des Wesens der einzelnen Kräuter usw. noch untrüglicher), um materiell sich von neuem wieder ruinieren zu können. So ist auch heutzutage noch diese Heilmethode die weitverbreitetste, und sie ist es, welche ihren Ärzten und Patienten für den Augenblick am leichtesten hilft.

Je mehr die Menschheit ins Materielle hinuntersinkt, je komplizierter ihre Lebensweise wird, desto weniger vermögen aber die früheren Mittel einen Organismus, der durch Unordnung zerrüttet ist, wieder aufzurichten. Man griff daher zu Giften. Denn die sanften balsamischen Kräuter, die leichten Mittel, reichen nicht mehr aus, den genußsüchtigen Menschen "unter die Arme zu greifen", und so müssen Gifte ersetzen, was milde, unschuldige Mittel nicht mehr vermögen.

Wenn nun den allopathischen Ärzten viele Patienten sterben, wenn sie, eine Krankheit heilend, zehn andere in den Leib des Leidenden hineinjagen — Krankheiten, welche mit der Zeit wieder hervortreten müssen —‚ so ist es natürlich, daß die Lebensdauer des Menschengeschlechtes stets abnimmt, stets kürzer wird, und die Nachkommen der geschwächten Eltern stets kränker werden.

Mitten in diesem materiellen Verfall, welcher wenn er so fortginge, zum gänzlichen Aussterben der menschlichen Rasse führen würde, erbarmte Ich Mich der Menschheit und erleuchtete einzelne Männer, welche eine andere Heilmethode aufstellten, die nicht auf den körperlichen Organismus des Menschen, sondern auf seinen seelischen wirkt, und so durch eine höhere Potenz die Seelenkraft, den materiellen Körper und das Gleichgewicht in seinem Organismus wiederherstellen sollte.

Diese Heilmethode nannte man Homöopathie oder wie Ich sie nennen möchte: "Seelen-Heilkunst". Denn die Seele wirkt hier zur Heilung gerade mit den nämlichen Mitteln im kleinsten Maße, welche im großen die Krankheiten hervorbringen würden — und warum? Ebendeswegen, weil in Meiner Natur nichts Schädliches ist, sondern nur in der Art und Weise, wie es gegeben, und in Quantität und Qualität der Grund liegt, daß das nämliche entweder nutzen- oder schadenbringend ist.

Sehet, das Wasser ist, im gerechten Maß gebraucht, gewiß nicht schädlich. Und doch, im Überfluß angewendet, bringt es euch den Tod. Und so verhält sich noch vieles.

Bei den Arzneien, welche in der Homöopathie gegeben werden, wirkt nicht die Materie, sondern nur das Geistige der Materie. Dieses Geistige aber hat sehr viel Verwandtes mit den Stoffen, aus welchen die Seele des Menschen und der Tiere zusammengesetzt ist. Und wo bei Krankheiten das eine oder andere mangelt, da wird homöopathisch das Fehlende der Seele wieder ergänzt und so die Ordnung wiederhergestellt.

Wenn die Allopathen nur ein wenig aufmerksam sein möchten, so könnten sie leicht aus den Wirkungen der homöopathischen Mittel entdecken, was bei ihrer Behandlungsweise gerade das Schädliche für den Organismus des Menschen ist. Allein leider sind diese "Doktoren" so eifersüchtig und unzugänglich gegen jede Einrede, daß selbst Meine eigene Zurechtweisung sie auf keinen besseren Standpunkt bringen kann.

Durch die Homöopathie erhält die Seele ihre Kraft wieder; sie ergänzt sich und arbeitet so seelisch, was der Allopath materiell zu bezwecken sucht.

Der Homöopathie am nächsten steht die Heliopathie oder Sonnen-Heil-Kunde, auch "Sonnenkur" genannt, als eine Art, die gestörten Verhältnisse des menschlichen Organismus wiederherzustellen vermittels des Sonnenlichtes, sei es in Materie gebunden, sei es durch Einwirkung desselben direkt auf den Leidenden. Diese Art und Weise, zu heilen, habe Ich euch genauer beschreiben lassen. Und ihr kennet sowohl den Grund als auch die Wirkung davon. Was Ich hier sagen will darüber, sei für jene, welche von dieser Heilmethode noch nichts wissen und doch vielleicht bloß durch sie ganz geheilt werden könnten.

Die Sonne ist der Träger, ihr Licht der Erhalter alles Lebens. Ohne die Sonnenwärme, ohne ihr Licht bestünde weder eure Erde noch ein anderer die Sonne umkreisender Planet! Wenn also die Sonne als Erhalterin des ganzen Systems dasteht, so muß sie auch alles besitzen, was zum Erhalten desselben gehört. Und ebendeswegen, da Erhalten gleichbedeutend ist mit gesetzmäßiger Ordnung im Ganzen, muß die Sonne auch die Ausgleicherin der Mißstände sein, da sie und alle ihr untergeordneten Weltkörper Meine Ordnung als höchstes Gesetz erkennen und nur in demselben fortbestehen können.

Die Sonne hat also die Kraft und Fähigkeit, alle Störungen auszugleichen und, wo ein Mangel ist, das Fehlende zu ersetzen. Und ebendeswegen ist die Sonnenkur eine der einfachsten aber auch wirksamsten, weil sie, wie die Homöopathie, mit einfachen, geistigen Schöpfungselementen der Seele wiedergibt, was sie durch Verirrungen eingebüßt hatte.

Die Tausende der Mittel der Allopathie sind in der Homöopathie [der Stoffmenge nach] schon bedeutend reduziert. Die Sonnenkur vereinfacht sie noch auf bei weitem wenigere, was den Beweis gibt, daß selbst Mein großer Weltenbau nur auf ganz wenigen Hauptgrundgesetzen beruht, und daß der Mensch je mehr er wieder geistig wird und wieder dem Reiche sich nähert, von wo er ausgegangen, er desto weniger Mittel braucht, um seinen Organismus (wenn er gestört ist) wieder so herzustellen, daß eine gesunde Seele in einem gesunden Körper zu Lob und Dank gegen ihren Schöpfer stets mehr vor- und aufwärts steigen kann.

Nächst der Heliopathie oder Sonnenheilkunde kommt nun die Hydropathie oder "Wasserkur". Wie die Sonnenkur mit Licht, so will die Heilmethode der Wasserkur mit verdichtetem Licht oder verdichteter Atmosphäre auf den kranken Körper heilend einwirken, und zwar hauptsächlich durch die Oberfläche des Körpers auf die innere Organisation. Was die Sonnenkur als Heilmethode mit Weltenäther oder Sonnenlicht, das leistet die Wasserkur mit den Elementen der Erdseele, welche als Mutter alles auf eurer Erde Geschaffenen im Wasser noch immer die Schöpfungs- und Gebärungskraft besitzt wie einst, wo aus dem Schoße des Wassers das ganze Festland hervorgegangen ist, welches noch heute durch diese Mutter genährt, erhalten und seiner Bestimmung zugeführt wird.

Menschen, ihr seid Kinder der Erde! Und ebendeswegen hat auch die Erde und was auf ihr ist und was sie umgibt materiellen Einfluß auf euer Dasein. Und wie ihr auf sie, so kann auch sie auf euch einwirken. Daher die Macht des Wassers auf eure Organe! Da schon selbst euer eigener Organismus mehr als zu Dreivierteilen ihm angehört, so wirkt durch die Haut das geistig Schaffende dieses Elements auf die innere Organisation. Und wie das Wasser auf und in der Erde deren Gedeihen, Pracht und Schönheit hervorbringt, so belebt auch euch innerlich und äußerlich der Einfluß des Wassers und macht euch tüchtig, eurer Seele ein gesundes Kleid zu erhalten.

Schon bei der Sonnenkur seht ihr eure Heilmittel auf wenige zusammenschmelzen, hier bei der Wasserkur steht nur ein einziges da, welches in manchen Fällen besonders heilbringend und im allgemeinen nie zu übersehen ist.

Die mehr oder minder guten Wirkungen und die kürzere oder längere Zeit, in welcher das eine oder das andere zu heilen möglich ist, sowie andererseits die Nachwehen des einen oder andern Krankheitsfalles sind die einzigen Merkmale, nach welchen eine Methode der anderen vorzuziehen ist; wobei eben jeder Mensch seiner eigenen Überzeugung oder Neigung folgt und dadurch kundgibt, ob er selbst mehr Materie oder mehr Geist ist!

c) Wir werden jetzt aber auf noch feinere, höherstehende Heilmethoden übergehen, wobei das Ende euch zeigen möge, daß, wo alles vereint ist und alle Bedingungen erfüllt sind, nie Schaden, sondern nur Gutes bewirkt werden kann.

Wir kommen nämlich jetzt zur nächsten Art der Heilung, das ist die magnetische Behandlung, als "animalischer" oder leiblicher Magnetismus bekannt.

Seht, Meine Kinder, ein jedes Ding hat einen gewissen Bereich, in welchem es seine Kraft auch auf andere äußern kann, und dieser Bereich ist seine es umgebende Atmosphäre oder sein ihm eigener Dunstkreis. Mittels dieses Dunstkreises schließt jedes Ding sich selbst ab, ist aber auch wieder eben durch denselben mit allen andern Dingen verbunden. Diese Eigenatmosphäre ist eben diejenige Kraft, welche auf andere lebende Wesen oder auch auf nichtlebende Dinge ihren Einfluß ausübt, was bei den anorganischen willenlos, bei den organischen aber mehr oder weniger mit Willen und demgemäß bewußt ausgeführt, verstärkt und vermindert werden kann. Diese Lebensatmosphäre hat auch ein jeder Mensch. Und durch sie steht er mit seinen Nebenmenschen und mit der ihn umgebenden Welt stets in Verbindung.

Diese Atmosphäre als Heilmittel zu gebrauchen, ist schon von altem Datum. Und viele gebrauchten und mißbrauchten sie, ohne doch eigentlich zu wissen, was sie getan haben, und ohne zu wissen, was sie damit leisten könnten. Unter dem Namen "animalischer" oder "leiblicher Magnetismus" bekannt, bedeutet dieses Verfahren nichts anderes, als durch Willenskraft diese Lebensatmosphäre in andere einströmen zu lassen, nach Belieben viel oder wenig, und so heil- oder auch unheilbringend.

Hier bei diesem Heilverfahren haben schon die feinsten, imponderablen Stoffe der Weltschöpfung begonnen, euch den Einfluß bemerkbar zu machen, unter welchem alles lebt und webt und dem sich nichts entziehen kann. Schon ist es geistige Einwirkung der feinsten materiellen Stoffe, welche, dem einen mangelnd, durch den andern ihm zugeführt werden. Und dennoch ist es nicht der letzte Kursus der euch lehrt, wo und wie Heilung gegeben und die Wiederherstellung der Gesundheit bewerkstelligt werden kann.

Denn an diesen animalischen Magnetismus reiht sich ganz enge der "animalische" oder seelische Magnetismus. Es ist dies die Macht der Seele, auf die Seele anderer einzuwirken, dieselbe in Stimmungen und Zustände zu versetzen, worin sie dann selbst der Arzt und Heiland ihrer eigenen Krankheit werden kann.

Bei dieser Heilmethode ist schon kein leibliches, materielles Einwirken mehr; sondern das Höchste und Geistigste, was die Seele hat, ihr Gottesfunke, muß hier im Behandelnden auftreten und der Seele des Leidenden die Macht verleihen, das Band zu lockern, welches diese an ihren Körper bindet, ihr das geistige Auge zu öffnen, damit sie selbst die Schäden ersehe, welche ihren Organismus beeinträchtigen, und sie so Selbstheiland werde, während bisher nur andere sie kurieren mußten. Hier bei dieser Heilmethode sind die Schranken geschwunden, die den Selbst-Arzt an sein Ich, an seine Erdscholle und ihre Produkte knüpften. Zeit und Raum haben sich da vereinigt in dem Begriffe der Ewigkeit. Keine Finsternis herrscht, nur Licht, Licht überall, außerhalb des materiellen Körpers und in ihm. Die Seele erkennt da ihren Geist, ihren Körper, ihre Verbindung mit dem Geisterreich, ihre Stellung zu Mir, dem einzigen, großen Schöpfer und liebenden Vater!

Könnten oder wollten alle Menschen auf diese Art heilen, sie würden dann erst ihre Blindheit beweinen müssen. Aber es ist nicht möglich, daß die Menschen diesen Standpunkt leicht erreichen, wenigstens nicht im allgemeinen, weil dazu ein hoher geistiger Standpunkt gehört. Man muß zuerst selbst als edelstes Wesen dastehen, bevor man auf den Gebrauch von Kräften Anspruch machen will, welche eben wieder das Höchste und Edelste in andern erwecken sollen. Und so wie es dem Heilenden nicht leicht möglich ist, dahin zu gelangen, ebensowenig ist es möglich, dort Edles zu erwecken, wo keines vorhanden ist.

Es gehört also ebendeswegen ein hoher Grad von Geistes- oder Seelenschönheit dazu, daß solche Heilungen hervorgerufen und bewerkstelligt werden können. Daher die Seltenheit derselben. Und daher auch der viele Mißbrauch, daher die vielen Enttäuschungen, welche an solche Versuche oft geknüpft sind!

Heilen ist leicht, aber — erst muß der Standpunkt erreicht sein, daß alle Naturelemente euch zu Gebote stehen. Eben dieses Wiedergeborenwerden ist freilich nicht leicht. — Da wo es aber blüht, da tritt dann auch der letzte und höchste Magnetismus ein, der göttliche, wobei auch Ich mit dem Magnetiseur Meine Hand ausstrecke und mit einem Worte, mit einem Gedanken heilen kann und werde, wenn es aus reinen Absichten von seiten des Magnetisierenden verlangt wird und es in Meinen göttlichen Plänen liegt, zu heilen.

In Meinem Namen zu heilen ist das Höchste, Einfachste und Wirksamste. Aber es ist nicht jedem gegeben; denn dazu gehört viel, ja sehr viel: eine selbstreine Seele, ganzes Vertrauen und hohe Begeisterung, welche die menschliche Seele aus dem Schlamme des Irdischen heraushebt und Mir näherbringt.

Nur dann ist solches möglich — ausgenommen die Fälle, wo Ich Selbst einem oder dem andern den Auftrag in sein Herz lege, in Meinem Namen seine Hände auszustrecken.

Wenn Ich einst sagte: "Wenn ihr ernstlich wollet, so heben sich die Berge hinweg und stürzen ins Meer", so war mit diesen Worten gesagt, daß wenn ihr Menschen euch mit Meinem Willen so vereinigen könnet, daß der eure nie gegen Meine Pläne, gegen Meine göttlichen Absichten anstößt — dann könnet auch ihr vollführen, dessen Ich Selbst fähig bin, und es gehorchen auch euch alle Elemente der Natur, wodurch natürlich auch eine Heilung ein leichtes wird. Aber bis dorthin zu kommen, ist ein weiter Weg, ist viel Vertrauen, ist weite geistige Fernsicht und vor allem viel Demut, Liebe und Barm herzigkeit nötig.

Nicht im Irdischen Befangene können mit den Elementen schalten und walten, nicht Halbgläubigen und Halbfrommen ist es gegönnt, mit Mir im Bunde Dinge zu verrichten, die auch Ich einst nur Selbst — und nur ausnahmsweise Meine Jünger — auszuführen fähig waren. Zu dieser letzten, alleinig großen Heilmethode gehört weit mehr, als ihr alle glaubet, gehört diese große Zuversicht, wie Henoch einst sie zu Mir hatte und welche nicht so leicht zu erringen ist.

Strebet danach, aber verlanget sie nicht, bis Ich solche jedem Selbst gebe. Denn ihr wisset nicht, was ihr verlanget, da ihr die Verantwortlichkeit nicht fassen könnet, welche auf euch dann gelegt ist, damit ihr oft trotz des besten Willens keinen Mißbrauch davon machet.

Überhaupt wünschet euch keine außerordentlichen Verhältnisse! Sie sind nicht immer das, was ihr wähnt. Je mehr Macht einem verliehen ist, je mehr er die geistigen Verhältnisse von den weltlichen zu unterscheiden weiß, desto schwerer wird sein Stand in der Welt, desto größer die Versuchungen, desto größer die Verleugnung, um in den Verhältnissen zu wirken, in welche er durch Mich gestellt worden ist.

d) Sehet, Allopathie, Homöopathie, Heliopathie, Hydropathie, leiblicher, seelischer und göttlicher Magnetismus — sind Stufen zur höchsten Erkenntnis. So steigt eure Wissenschaft, so die Menschheit im Ganzen und der Mensch im einzelnen von der Materie zum Seelischen, vom Seelischen zum Geistigen bis am Ende zum Höchsten, zu Mir, empor.

So geht es in Meiner Schöpfung, so in den Bestrebungen des geistigseelischen Menschen: Zuerst muß er sich aus der groben Materie des Weltlebens herausarbeiten, dann zum Seelenleben aufsteigen, wo das Geistige in ihm seinen Wert geltend machen will. Sobald die Seele dann vergeistigt, das heißt, mehr Geist als Seele geworden ist, dann sind auch die Eigenschaften derselben erweitert, vergrößert und können dann Dinge bewirken, die der gewöhnliche Mensch als Wunder anstaunen wird, eben weil er nicht mit den geistigen Gesetzen der Weltenschöpfung vertraut ist und nie begreift, daß nur Mein Wille mit dem Wort "Es werde!" Welten erschaffen konnte und die nämliche Kraft, nur in gebundenem Zustande, in jedes Menschenherz gelegt ist.

Aber um sich dieser Kraft bewußt zu werden, gehört vor allem eine große Buße, eine große Reinigung dazu, auf daß Ich, der Allerreinste, Mich mit dem Menschen vereinigend, Meine Macht durch ihn wirken lassen kann.

So wie diese Heilmethoden stufenweise aufwärtssteigend in Mir ihren Endpunkt finden, so steigt auch ihr von Grad zu Grad, von Stufe zu Stufe hinan, wobei sich dann auch euer geistiger Gesichtskreis erweitern wird und ihr, wie in einem Luftballon emporsteigend und die unter euch liegende Welt in größerem Maßstabe erfassend, eure frühere, beschränkte Ansicht belächeln werdet.

Deswegen erging nun auch wieder ein neues Wort an euch, um euch eine Stufe höher zu führen, wo ihr, das Weltliche noch mehr zu euren Füßen habend, wie auf hohen Bergen Himmelslicht einatmet und, Meine Nähe ahnend, euch tüchtig machen könnt, stets bessere Arbeiter in Meinem Weingarten zu werden!

Lasset jedes Pathos zurück und werdet vorerst selbst gereinigt, geheilt, wollet ihr einst andere heilen!

Dies ist Mein Vaterwort hierüber an euch, die Ich alle so liebe und derentwegen Ich so viel Zeit verwende, um euch mit vielen Worten begreiflich zu machen, wie einfach die Gesetze der Natur sind und wie einfach Ich Selbst bin, indem alle Meine Schöpfungen nur das euch zeigen und predigen, was Mein Ich ausmacht, das heißt Liebe und nur Liebe! — Amen.

12. Hinweise zur Sonnenkur

J.L. (1851/52) — Alle Heilkräfte der Natur entstammen dem Sonnenlichte, das mit seiner Strahlung ja erst die belebende Wirkung der Luft, des Wassers und aller anderen Faktoren hervorruft, deren sich die Naturheilkunde bedient. Die durch Jakob Lorber empfangene Schrift "Die Heilkraft des Sonnenlichtes" zeigt mehrfache Wege auf, in welcher Art die Sonnenenergie unmittelbar an Stoffe des Mineral-, Pflanzen- und Tierreiches gebunden werden kann, welche Stoffe dadurch zu unübertrefflichen Heilmitteln gegen verschiedenste, auch schwerste Krankheiten werden. Ebenso sind die entsprechenden Anwendungen dieser in dem angegebenen Verfahren gewonnenen und durch geistige Seelenpotenzen angereicherten Stoffe sehr genau angegeben.

Nach geistiger Lehre wird jede Krankheit durch irgendeine Schwäche im menschlichen Seelenkomplex verursacht. Da nun in den reineren Sonnengeistern alle jene partikularen Seelenpotenzen, aus denen die Seele besteht, enthalten sind, ist es für die Seele ein leichtes, aus ihnen das zur Stärkung zu nehmen, was ihr abging, um dadurch auch wieder die frühere Ordnung in ihrem Nervengeiste — und durch diesen in den Nerven — und im Blute die rechte, natürliche Lebensspannung zu bewerkstelligen. Denn die in den Sonnenheilmitteln ja sehr verdichteten und aufgespeicherten Energien wirken bei der Anwendung dieser Heilmittel ganz unmittelbar stärkend auf die Seelenelemente des Menschen ein, und mit Hilfe der dadurch neubelebten Seelenspannkraft wird dann auch der körperliche Heilungsprozeß sofort eingeleitet und führt unter Umständen schon in kürzester Zeit zur vollständigen Genesung. Auch äußere Beschädigungen des Leibes können bei richtiger Handhabung des entsprechenden Medikamentes am ehesten geheilt werden.

Die zur Herstellung solcher Sonnenheilmittel erforderlichen Verfahren verlangen freilich ebenso wie dann die Anwendung der gewonnenen Medikamente sehr großer Sorgfalt und Genauigkeit. Daher kann im Rahmen dieses Buches nicht näher darauf eingegangen werden, doch soll auf die kleine Lorberschrift "Die Heilkraft des Sonnenlichtes" mit ihren vielen wertvollen Hinweisen und Ratschlägen hier nachdrücklich aufmerksam gemacht werden. (Siehe dazu auch Teil V-8,11.)

13. Die ordentlichste und natürlichste Heilung

GrEv III/12(8) — Ich bin ein Heiland. Wie, fragen sich die toten und stockblinden Menschen, kann Mir doch solches möglich sein? Und Ich sage es euch, daß Ich keines Menschen Fleisch heile, sondern, wo irgendeine Seele noch nicht zu mächtig mit ihrem Fleische vermengt ist, mache Ich nur die Seele frei und erwecke, insoweit es sich tun läßt, den in der Seele begrabenen Geist. Dieser stärkt dann sogleich die Seele, die frei wird, und es ist ihr dann ein leichtes, alle Gebrechen des Fleisches in einem Augenblick in die rechte Ordnung zu setzen.

Das nennt man dann eine Wunderheilung, während das doch die allerordentlichste und natürlichste Heilung des Fleisches ist!

Was jemand hat, das kann er auch geben; was er aber nicht hat, das kann er auch nicht geben. Wer eine lebendige Seele nach der Ordnung Gottes hat und einen freien Geist in ihr, der kann auch seines Bruders Seele frei machen, wenn sie noch nicht zu sehr verfleischt ist, und diese hilft dann gar leicht ihrem kranken Fleischleibe. So aber der Seelenarzt selbst eine überaus kranke Seele hat, die viel mehr tot denn lebendig ist, wie sollte der hernach einer zweiten Seele geben, was ihm selbst gänzlich mangelt?!

14. Heilung mit Kräutern

GrEv I/89 — DER HERR im "Großen Evangelium Johannes"… Es gingen zwei Tage unter manchen guten Besprechungen und vielseitigen Besuchen von seiten der Bürger dieser kleinen Stadt vorüber. Auch einige Kranke wurden durch die bloße Auflegung der Hände geheilt. Und Ich zeigte einem redlichen Arzte daselbst, der die Heilkraft durch das Auflegen der Hände nicht begreifen konnte, eine Menge heilsamer Kräuter und anderer Dinge, mit denen er dann die besten Kuren machte und sich dadurch einen rühmlichen Namen erwarb.

15. Gehet gerne auf die Berge!

Ed, Kap. 29 — Die reinen Geister der höchsten Luftregion kommen nicht selten in die zweite, manchmal auch in die erste Region herab. Hauptsächlich aber sind jene Stellen auf der Erde ihre sichtbaren Niederkunftsplätze, die ihrer bedeutenden Höhe wegen fortwährend mit Schnee und Eis bedeckt sind. Und darin liegt auch der Grund, warum solche Gegenden für fast jeden Menschen eine — wie ihr zu sagen pflegt — magische, beseligende und zugleich das ganze menschliche Gemüt erheiternde, stärkende und beruhigende Anziehungskraft haben.

Wer da traurigen Herzens ist und voll Unruhe in seinem Gemüte, der begebe sich in Meinem Namen auf eine solche Höhe oder gehe wenigstens in ihre Nähe, und sein Gemüt wird wie mit einem stärkenden Balsam übergossen werden.

Während das Gemüt in den tieferen Regionen stets dumpfer, schwieriger und leidender wird, ähnlich dem Gefühle eines Bergschluchten- und Höhlenbesteigers, wird das Gefühl bei dem, der eine solche reinere Höhe ersteigt, heiterer und heiterer. Und wer da hinaufkommt, mag füglicherweise ausrufen: "Herr, hier ist gut sein!" — Aber da sage Ich dann dazu: "Es ist noch nicht an der Zeit für dich, hier zu bleiben!"

Dessenungeachtet sage Ich dennoch: Gehet gerne auf die Berge! Denn auch Ich, als Ich im Leibe wandelte auf der Erde, ging häufig auf Berge. Auf einem Berge ward Ich verklärt; auf einem Berge trieb Ich den größten Versucher von dannen; auf einem Berge predigte Ich das Himmelreich; auf einem Berge betete Ich und auf einem Berge wurde Ich gekreuzigt!

Darum gehet gerne auf die Berge! Denn nicht nur euer Geist, auch euer Leib gewinnt dabei mehr als aus hundert Apotheken!

16. Geistige Heilung in der Ferne und durch Striche

GrEv IV/40 — DER HERR: "Mit dem Wasser reinigt man den Leib und mit einem festen, guten, in allem Gott ergebenen Willen Herz und Seele; und wie das reine, frische Wasser des Leibes Glieder stärkt, so stärkt ein gottergebener, fester Wille das Herz und die Seele.

Solche gestärkten Seelen können dann einem Kranken in Meinem Namen auch geistig in die weiteste Ferne hin die Hände auflegen, und es wird besser mit ihm werden.

Wer aber in der Vollendung seines Herzens noch schwächer ist, der nehme zu magnetischen Strichen seine Zuflucht, und er wird einem Leibeskranken auch eine große Linderung seiner Leiden verschaffen. Er wird ihn auch in den verzückenden Schlaf bringen, und der Behandelte wir im Schlafe weissagen, was ihm helfen kann. Das Geweissagte muß dann sorglichst angewendet werden, und es wird in einiger Zeit dann auch besser mit dem Kranken werden — aber freilich wohl so schnell nicht, als so ein geistig vollendeter Mensch ihm die segensreichen Hände aufgelegt hätte, allwo die Heilung augenblicklich bewirkt werden kann und mag."

17. Heilung im Verzückungsschlafe (Hypnose)

GrEv IV/40 — DER HERR: "Wenn du eine genügende geistige Vollendung erlangt hast, dann kann es geschehen, daß der Mensch, dem du die Hände mit dem starken Willen, ihm zu helfen, festgläubig aufgelegt hast, hellsehend wird und sich dann selbst eine taugliche Arznei bestimmen kann, die, nach seiner Vorschrift angewendet, ihm die volle Heilung bringen muß. Natürlich, wenn irgend gegen seine Vorschrift sich widrige Fälle ereignet haben, da wird es mit der vollkommenen Heilung nicht gut gehen. Ist aber die Vorschrift in ungestörter Anwendung geblieben, so erfolgt die volle Heilung ganz sicher.

Wenn aber bei dieser Heilbehandlung irgendeine menschliche Person in den weissagenden Schlaf gekommen ist, da soll sie nicht durch allerlei unnütze Fragen gestört und geschwächt, sondern nur um das gefragt werden, was da notwendig ist.

Wer aber jemand die Hände auflegt, der muß das in Meinem Namen tun, ansonst seine Behandlung keinen Nutzen brächte und nichts bewirkte. — Es gehört ein fester, unerschütterlicher Glaube und ein ebenso unerschütterlicher, fester Wille dazu. Aus des Herzens tiefstem Grunde muß solch eine Bestrebung herrühren und muß aus der wahren Nächstenliebe hervorgehen, dann erfüllt solche Kraft der Liebe die Hände des Handauflegers, dringt dann durch dessen Fingerspitzen, fließt wie ein sanfter Tau in die Nerven des Kranken und heilt den oft stechenden und brennenden Schmerz.

Das aber ist wohl zu merken, daß mehr dazu gehört, einen Mann in den Verzückungsschlaf zu versetzen als ein Weib! In gewissen Fällen könnte auch ein Mann von einem Weibe in den Verzückungsschlaf versetzt werden; dem frommen Weibe aber gelänge solche Behandlung nur mit Hilfe eines ihm zur Seite stehenden, unsichtbaren Engels, den es sich dienstbar machte durchs Gebet und des Herzens Reinheit."

18. Bewirkung des Verzückungsschlafes

GrEV IV/42 — DER HERR: "Auf daß ihr das Entstehen und die Wirkungen des Verzückungsschlafes auch praktisch sehet, werde Ich nun veranlassen, daß aus Cäsarea Philippi so ein recht dummer und kreuzarger Mensch ankommen wird. Dieser soll von einem aus euch also behandelt werden, und ihr werdet es sehen und hören, in welch eine verwunderungswürdige Weisheit der dumme und arge Mensch im Verzückungsschlafe übergehen wird. So er aber dann wieder erwacht, da wird er gleich wieder derselbe arge und dumme Mensch sein, der er zuvor war, und wir werden zu tun haben, ihm auf dem natürlichen Wege nur einigermaßen hellere Begriffe von Gott und den Menschen einzuhauchen. … Zinka aber soll die Behandlung an ihm vornehmen. Denn er besitzt die meiste Kraft dazu. Ich werde zum voraus dem Zinka Meine Hände auflegen, auf daß er desto mehr Kraft gewinne und ihm die Behandlung besser gelinge."

Zinka tritt vor und sagt: "Herr, wie werde ich solches wohl vermögen, da ich mit der Form der Behandlung viel zuwenig vertraut bin?!"

Spricht DER HERR: "Lege die rechte Hand auf die Stirn und die linke auf die Magengrube, und er wird sobald in den besprochenen Schlaf versinken und auch alsbald zu reden anfangen, doch mit schwächerer Stimme als im Naturzustande! Willst du ihn dann wieder erwecken, so brauchst du bloß deine Hände in umgekehrter Ordnung aufzulegen, etliche Augenblicke lang anhaltend. Gleich aber, wie er erwachen wird, ziehst du deine Hände zurück, und die Behandlung ist zu Ende!"

19. Über Schwermut und deren Behandlung

I.K.L. (v. 12.6.1894) — Schreibe, Mein Kind, ein Wort für die kranke Schwester, die bei Mir ihre Hilfe sucht und all ihr Vertrauen in Mich setzt, aber dennoch nicht stark genug ist im Glauben an Mich, ansonst sie nicht Schwermut ergriffen hätte.

Du fragst, Mein Kind, was Schwermut ist, woraus sie entsteht und wie diesem Leiden gesteuert werden kann? — Nun siehe, das will Ich dir sagen, weil gar viele an diesem Übel leiden und auch in dir Hang zu Schwermut vorhanden ist.

Die Schwermut ist im allgemeinen dem weiblichen Geschlechte mehr eigen als dem männlichen und hat ihren Grund meist in einer unglücklichen Neigung, einem verletzten Herzen oder versagten Wunsche, der zu tief sich dem Herzen eingeprägt hat, um je wieder verwischt werden zu können. Daraus entsteht Unzufriedenheit mit sich selbst, mit dem Geschicke, mit Meiner ganzen Führung und mit der ganzen Umgebung.

Ein Unbefriedigtsein des Herzens ist der erste Schritt zur Schwermut. Und wenn da ein solches Kind nicht alsobald Mein Vaterherz aufsucht und Mich zum Führer wählt, Mich in sein Herz aufnimmt und in Mir und Meiner Liebe alles findet, dann kann ein solcher Schritt die schrecklichsten Folgen nach sich ziehen, daß — so es möglich wäre — Mir eine solche Seele ewiglich verlorenginge, wenn Meine Liebe nicht ewiglich währte und auch nach Ewigkeiten sich einer Seele noch erbarmte.

Das zeigt dir nun die eine Seite der Schwermut. Nun gibt es aber noch eine, die ganz besonders Meine im Werden stehenden Kinder oftmals ergreift, so sie zu wenig Vertrauen in Meine Liebe setzen und aus eigener Gerechtigkeit sich der Seligkeit befleißen, also nicht aus Gnade und Erbarmen und durch das Verdienst Jesu, sondern aus eigener Kraft sich die Seligkeit verdienen wollen.

Durch vieles und lang anhaltendes Beten, durch gute Werke, durch Fasten und Kasteien und durch die gänzliche Aufopferung eures Fleisches sowie durch ein heiliges Leben, insoweit ihr rein oder heilig zu leben vermöget, könnet ihr euch wohl den Kampf erleichtern, aber nimmermehr die Seligkeit erkaufen.

Darum suchet euch nicht den Weg zu erschweren durch allerlei selbstauferlegte Bürden und stellet keine zu großen Anforderungen an euch selbst, sondern tuet nur, was Ich von euch begehre, so wird Meine Gnade und Mein Erbarmen euch retten und Meine Liebe euch alle aufnehmen in die Zahl der Kinder Gottes!

So hast du nun auch die zweite Art der Schwermut, die Meine Kinder von Mir trennt und ihre Herzen mit Traurigkeit erfüllt, ob ihres Unvermögens und ihrer Schwachheit willen — was aber nicht die rechte Traurigkeit ist, die aus der Demut entspringt und darum Mir auch nicht wohlgefält. Ich sehe lieber Meine Kinder heiter und fröhlich, mit der festen Zuversicht im Herzen.

Wie kann diesem Leiden gesteuert werden?

So wir hier auf die in erster Art Leidenden zurückkehren wollen, müssen wir einen Punkt berühren, der von vielen verkannt, mißachtet und darum auch nicht als in den Bereich des Geistes gehörig angesehen und beachtet wird. Weil es aber dennoch ein tief ins menschliche Leben eingreifender Punkt ist, will Ich euch ein Wort darüber geben und so höret:

Der Unglücklichen durch den falschen Begriff von Liebe ist eine große Zahl. Im geistigen Sinne die Liebe betrachtet, ist sie das Herrlichste und Edelste, was ein Menschenherz beglücken kann. Im materiellen Sinn dagegen ist sie eine Unheil verkündende Macht, die das Herz bestrickt und es in Fesseln legt, es blind und unzurechnungsfähig macht und zu den größten Torheiten führen würde, so nicht Meine Hand dazwischen griffe, um die Wege der Menschen zu ebnen, das heißt, nach Meinem Sinne zu lenken.

Da sind wir nun am Hauptpunkte der Frage: Wie ist dem Leiden zu steuern? Ist die Liebe nicht göttlichen Ursprungs? Und woran erkennen wir die wahre und die falsche Liebe?

Die wahre Liebe ist freilich göttlichen Ursprungs und in jedes Menschen Herz gelegt als ein Gottesfunke, welcher aber so lange schlummert, bis er von außen zur Tätigkeit angeregt wird. Wie aber alles, was für höhere Zwecke bestimmt ist, einer Läuterung und gründlichen Reinigung unterzogen werden muß, so bedarf auch die im Herzen schlummernde Liebe einer Reinigung. Sie wird zuerst von der Materie entzündet und zu wahrer Liebestätigkeit erweckt; hat sie darin einen gewissen Grad erreicht und ist Mein Zweck ein höherer für die Seele des Menschen, so entziehe Ich ihm die Materie, welche zur Erweckung der Liebe vonnöten, aber nicht dauernd für ihn bestimmt war.

Hat der Mensch diese Periode unter mancherlei Kampf und Anfechtung siegreich überstanden, so tritt Mein Geist ihm näher und entzündet abermals die schon zur Flamme gewordene Liebe, worauf das eigentlich wahre In-der-Liebe-Leben beginnt und ein Leben des Geistes seinen Anfang nimmt.

So ihr nun den Grund dieser Leiden und Schmerzen einsehet, da werdet ihr auch bald das Mittel zur Befreiung von denselben finden — und das bin Ich. Die Liebe aller Liebe will sich euch geben und euch völlig zu ihrem Eigentum ersehen. Das sagt euch die Liebe des Vaters, die euch gerne von allem Leid befreien und euch zu fröhlichen, glücklichen Kindern der Liebe gestalten möchte.

Was nun noch weiter die Erkennungszeichen der wahren und der falschen Liebe betrifft, so sage Ich:

Die wahre Liebe wird sich stets selbstlos und uneigennützig erweisen, sie wird nicht das Ihre suchen, sondern nur der andern Wohl und Glück im Auge haben, sich in jeder Lage des Lebens zurechtfinden und Meine Führung preisen. So tut die wahre Liebe, die stets sich gleich bleibt und ewig währt; die falsche Liebe aber wird nur so lange sich als treu und wahr erweisen, bis sie anscheinend ihren Zweck erreicht und ihre Wünsche befriedigt sieht. Hat sie es so weit gebracht, dann wird sie sich bald entlarven und mit ihrer wahren Gestalt zum Vorschein kommen; sie wird alsbald zu herrschen anfangen und versuchen, sich alles untertan zu machen.

Daß es mit solcher Liebe seine geweisten Wege hat, könnet ihr leicht begreifen; und ihr werdet auch einsehen, daß Ich da mit starken Mitteln eingreifen muß, um solch eine vom Hochmut ergriffene Seele auf den Weg der Demut und der wahren Liebe zurückzuführen.

So habe Ich euch nun wieder einen Punkt erleuchtet, der euch manches Dunkel erhellt und Mich als den Gott der Liebe erscheinen läßt trotz allerlei Not und Bedrängnis, in die Ich die Meinen führe, um sie vor dem gänzlichen Verfalle des Leibes und der Seele zu retten. — So betrachte auch du, Mein Kind, dein Leiden als eine züchtigende Gnade Gottes und widerstrebe Mir nicht! Denn siehe, Ich will deine Seele reinigen und läutern und dich für Mein himmlisches Reich zubereiten.

Mein liebes Kind, du bittest Mich um einen Wink, wie dem Leiden deiner Schwester abzuhelfen wäre, wie du es anstellen sollst, um sie zur Annahme deiner Ratschläge zu bewegen. Mache dir hierüber gar keine Sorge und überlasse auch dieses Mir. Ich werde zur rechten Zeit mit Meinen Mitteln eingreifen, und diese werden ihren Zweck nicht verfehlen.

Und was die sonstige Behandlung dieser Kranken betrifft, so ist hier eine fortgesetzte Wachsamkeit nötig, besonders in bezug auf ihr inneres Seelenleben und ihre Gedankenwelt. Um letztere zu regeln, ist besonders ein langes Alleinsein zu vermeiden, um sie vor dumpfem Brüten zu bewahren, welches die schlimmsten Folgen, hauptsächlich sinnliche Ausschweifungen aller Art, sowie Sittenlosigkeit und allerlei Wahnvorstellungen und ein tolles Durcheinander im Gehirn verursachen kann. Dadurch werden die Kranken der Selbständigkeit beraubt und der Spielball fremder Einflüsse infolge Zudringens arger Geister, die solch ein Wesen auf Augenblicke völlig in Besitz nehmen, um durch dasselbe ihre sehr niederen und rohen Gelüste zu befriedigen und um ihre Feindseligkeit und völlige Gottentfremdung auf irgendeine Weise kundzugeben. Das alles sind Folgen der Sinnenreizung durch sinnliche Grübeleien infolge schlechter Erziehung. Werden solche üblen Keime nicht schon im Kinde getötet, ja bleiben sie völlig unbeachtet von seiten der Eltern, dann setzt sich eine Menge arger Geister in das Fleisch solcher armen Wesen, daß ihr Geist umnachtet, ihr Herz finster wird und sie für lange Zeit unfähig sind, sich einem reinen und guten Einflusse hinzugeben.

Solche Unglückliche nennet ihr "wahnsinnig", sperret sie in Irrenhäuser, wo sie, umgeben von lauter Kranken solcher Art, meist noch finstereren Geistern anheimfallen und da vollends an Leib und Seele zugrunde gerichtet werden. Anstatt daß ihr sie in euer tägliches Gebet einschließen würdet und ihr Unglück euch Mitleid und herzliches Erbarmen einflößen würde, habt ihr eine Art Abscheu und heimliche Verachtung für sie, manchmal sogar Furcht und Entsetzen. Ich sage euch, stündet ihr im wahren Glauben und hättet ihr eine rechte Liebe zu Mir und eurem Nächsten, so könnte Ich euch die Kraft verleihen, den Kranken durch Auflegen der Hände zu helfen. Aber ihr seid noch nicht stark genug, solch göttliche Kraft Meines heiligen Geistes zu empfangen und dennoch in wahrer Herzensdemut zu verbleiben. Darum muß Ich noch allezeit mit Meiner Hilfe verziehen und muß euch in eurer Schwäche belassen, auf daß ihr Mir nicht verlorengehet, sondern euch stets von neuem das Kreuz zu Mir, eurem Vater, treibt.

Es ist wahrlich keine leichte Sache für Mich, den Allmächtigen, euch nicht mit Meiner Allmacht, sondern mit Meiner gottväterlichen Geduld und Sanftmut in steter Willensfreiheit und nach eurer eigenen Selbsttätigkeit zu führen und zu leiten mit der Liebe und Weisheit eines Vaters und nicht mit der Macht und Kraft eines lebendigen Gottes. Die Macht Gottes würde zerstörend auf euer sündiges Fleisch wirken. Aber die Liebe des Vaters wirkt belebend, erquickend und stärkend. Darum freuet euch und danket von ganzem Herzen, daß ihr nicht einem großen, allmächtigen Gott, sondern einem liebenden Vater in die Arme gefallen seid. Nur als liebender Vater kann Ich noch länger euch in eurer Schwachheit ertragen und Meine ganze Liebe über euch ergießen, euch täglich so viel Kraft schenken, als ihr zum Tragen eures Kreuzes brauchet, und in Meiner Liebe euch zeigen, wie ihr tun und handeln sollet, um Mir und Meiner Liebe näherzukommen.

20. Über Pockenschutzimpfung

J.L. (v. 7.2.1841) — Was ihr da wissen möchtet, ist einerseits praktisch ein gar kleinlich Ding, wie es in der entgegengesetzten geistigen Art auch gerade von keiner großen Bedeutung ist. Denn nehmet einen Baum, der da einen üblen, verderblichen und seiner Natur gar nicht zusagenden Saft aus dem Boden der Erde an sich gesogen hätte, so werdet ihr bald an dem Baume sehen, daß seine Blätter ganz verkrüppelt und welk zum Vorscheine kommen und noch überdies seine Zweige, Äste und sein Stamm mit allerlei Miß- und anderen Schmarotzer Pflanzen umgeben werden. Wenn nun jemand eine auch nur oberflächliche Kenntnis von der Baumzucht besitzt, so wird er den sicheren Schluß machen, daß da eine Aufpfropfung anderer Gewächse, die an und für sich noch kränker und schwächer sind, den zu pfropfenden Baum sicher nicht gesund machen wird, sondern es wird eines das andere am Ende gänzlich zugrunde richten.

Oder wird derjenige, dem irgendein Gift beigebracht wurde, wohl geheilt werden durch dasselbe Gift, das ihm ohnehin schon den drei viertel Teil seines Lebens genommen hat? Da wird diese Nachgabe desselben Giftes wohl hinreichend werden, dem Vergifteten noch das letzte Viertel des Lebens zu nehmen.

Oder könnet ihr in geistiger Hinsicht euch je eine größere Narrheit denken, als so jemand zu einem Sünder sagen möchte: "Höre Freund, sündige du nur zu, und du wirst durch die hinzukommenden Sünden sicher die alten vertilgen. Und so du ein Unzüchtler bist, so tue, sooft du kannst, deiner Leidenschaft Genüge, und du wirst dich überzeugen, daß du gerade auf diese Art am ehesten und leichtesten den Sieg über dich und dein Fleisch davontragen wirst." — Sehet, dieser hat zwar dem Freund einen artigen Rat gegeben; er ist auf diese Art von Einimpfung der Sünde in sein Fleisch wirklich von der Sünde losgeworden, weil die Leidenschaft und die lebendige Fähigkeit des Fleisches dadurch getötet worden sind. Aber nun fraget euch selbst, ob dieser Mensch nach getreuer Befolgung dieses Rates den Sieg des Lebens oder den Sieg des Todes über sich erfochten hat? — Ist es denn nicht offenbar, daß man mit dem Werkzeuge des Todes niemals gegen den Tod, sondern sicher allezeit nur gegen das Leben kämpft? Und wer sich nun mit diesen Waffen den Sieg über sein Fleisch erkämpft hat, der hat wahrlich das Leben getötet und hat auf diese Art dem Tod den Sieg über sich eingeräumt. Denn ihr müsset euch erinnern, daß ein altes Sprichwort noch hie und da unter dem Volke vorkommt, das da sagt über eine alte Hure oder einen alten Bock: "Siehe, die oder den hat die Sünde verlassen!" Nun aber frage Ich, in welchem Verhältnis steht der zum Leben, den die Sünde für sich schon zu schlecht findet? Oder braucht der Tod die Toten gefangenzunehmen, die lange schon seine Beute geworden sind? Ich aber sage: Der Tod geht allezeit auf das offene Feld des Lebens und sucht sich da reichliche Beute für seine Kammern des ewigen Verderbens.

So aber jemand das Leben will erhalten, der muß lebendig mit den Waffen des Lebens gegen die Sünde, welche eine vernichtende Waffe des Todes ist, kämpfen. Und wer mit dem Leben in sich ein Meister der Sünde geworden ist und hat dieselbe überwunden in der Fülle des Lebens, der ist dann ein Held, der sich mit dem Leben das Leben erkämpft hat. Und wer da gibt das Leben für das Leben, der tut wohl und ist einer, der da ist voll Weisheit und voll Liebe und voll Lebens. Aber wer das Leben gibt für den Tod, wie ist der ein großer Narr! Und wie wenig Licht des Lebens muß dem zu eigen sein, der das Licht flieht und die Finsternis sucht!

O sehet, gerade so, wenn ihr es genau erwägen wollet, verhält es sich auch mit der oben erwähnten Pockenverhinderung durch das Einimpfen.

Denn die Pocken sind ein angeerbtes Übel der urgeschlechtlichen Unzucht, das von Zeitperiode zu Zeitperiode bei den jüngsten Nachkommen ausgereift wird, und haben mit dem ebenso genannten tierischen Übel, das besonders dem Rind, den Schafen und Ziegen eigen ist und durch den Stich eines gewissen Insektes bewerkstelligt wird, nicht die leiseste Ähnlichkeit! — Wie sollte demnach der Eiterstoff aus den Pocken der Kühe ein Verwahrungsmittel sein gegen die sogenannten Blattern, die sich bei den Menschen einfinden?!

Ich sage euch, diese Behandlung hat noch niemals die Früchte getragen, von denen die törichte Menschheit geträumt hat. Und es hat der vermeinte günstige Erfolg keinen anderen Grund, als entweder den durch diese Handlung begünstigten und fixierten Aberglauben — was jedoch seltener wurde, da überhaupt nun nahezu jeder Glaube bei den Menschen verschwunden und an seine Stelle das sogenannte reine Wissen (?!) gekommen ist —‚ oder es ist eine solche Behandlung vorgenommen worden an Kindern, die auch ohnedies ihr ganzes Leben hindurch aus doppelten Rücksichten hätten verschont werden mögen, das heißt, es ist eben die mit dem Keime dieses Übels behaftete Generation noch nicht zum Standpunkt der Reife gekommen oder die Kinder waren von Grund aus nicht mit dem Keime dieses Übels behaftet.

Sehet, wenn irgend solchen Kindern eine solche Narrheit eingeimpft wurde, so konnten sie freilich leicht Zeuge sein von der Untrüglichkeit dieser Behandlung. Im Gegenteil aber konnten die Geimpften zur Zeit der Ausreifung eines solchen Übels davon ebenso gut befallen werden wie diejenigen, an denen eine solche Behandlung nicht verübt wurde. Daß man aber dann solche wirkliche Pocken von ärztlicher Seite nicht für Pocken, sondern für einen anderen pfiffig ersonnenen Ausschlag erklärt hat, geschah — wie ihr leicht erraten könnt — zur Rettung der ärztlichen Ehre.

Nun fraget euch selbst, wenn ihr dieses voraussetzt, was Ich euch hier gesagt habe, und dabei nur einen kleinen Blick auf eure Erfahrungen werft — wozu diese Mißhandlung der Kinder wohl taugen möge. Daß sie nichts nützt, davon könnet ihr vollkommen versichert sein. Daß sie aber in vieler Hinsicht dem Menschengeschlechte schädlich ist, ein mattes, abgespanntes Leben bewirkt, Unlust, Untätigkeit, Abgespanntheit der tätigsten Organe des Lebens und besonders bei dem weiblichen Geschlechte der Sinnlichkeit gleich einer spanischen Fliege förderlich ist — dessen könnet ihr versichert sein. Denn so ihr das nicht glauben möget, da nehmt die Geschichte zur Hand und vergleicht eure geimpften Nachkommen und auch euch selbst mit jenen vorzeitlichen Generationen, so wird euch doch gewiß und sicher der himmelhohe Unterschied bezüglich der Gesundheit und natürlichen Lebensdauer in die Augen springen.

Ich sage euch, so ihr einen Stein ausbohret und gebet in das gebohrte Loch einen Tropfen ätzenden Giftes nur — untersuchet dann den Stein in zwanzig Jahren, und ihr werdet euch bald überzeugen, welche verderblichen Folgen dieser Tropfen Ätzgiftes in dem Steine hervorgebracht hat, der doch gemacht ist, in seiner Natürlichkeit Jahrtausenden zu trotzen.

Wenn nun aber dem zarten Organismus des Menschen das ätzende Sauergift der Verwesung eingeimpft wird, dann wird es euch nicht schwer werden, auf dieses Problem die passende Antwort zu finden.

Ihr werdet nun freilich fragen, und zwar mit Recht und gutem Grunde, daß Ich euch dagegen zeigen möchte ein anderes Mittel zur Verhinderung oder schadlosen Abtreibung dieses Übels — da Ich doch als einziger und alleiniger Erschaffer aller Natur auch alle Natur einzig und allein am allerbesten kennen muß. Und Ich sage euch, daß Ich auch dieses euch tun will; sage euch aber im voraus, daß Meine naturmäßigen Mittel mit den geistigen stets gleichen Schritt halten, und so gibt es da keine Universalmedizin, weder für den Geist noch für den Leib.

So ihr euch nur ein wenig umsehet auf dem Wege, der da vorgezeichnet ist von Mir zur Erlangung des ewigen Lebens als stets nur ein und derselbe einfache Weg der Selbstverleugnung und Meiner getreuen Nachfolge — so werdet ihr da sicher nur einen und nicht mehrere Wege entdecken, und das wahrlich aus dem guten Grunde, weil Ich Selbst nur Einer und also auch der alleinige Weg und die alleinige Tür zum ewigen Leben bin. Und da es also ist, könnet ihr nicht umhin, zu glauben, daß es so ist.

Wer von euch möchte da wohl behaupten, daß es außer Mir noch andere Wege gebe, um zu Mir Selbst, als Urquell alles Lebens, zu gelangen? Ist denn aber nicht das Leben des Geistes vorzüglicher denn das Leben des Leibes? Oder ist das Leben des Leibes nicht durchaus bedingt durch das Leben des Geistes?

So ihr aber wisset, daß es für den Geist, wenn er krank geworden ist, nur ein Mittel zu seiner Wiederherstellung gibt — aus welchem Grunde sollte es denn für den Leib, das zeitliche Werkzeug des Geistes, dessen Regsamkeit durch denselben bedingt ist, bei allfälliger Untauglich- oder Krankwerdung andere und mehrere Herstellungsmittel geben als für das Prinzip des Lebens selbst?

Sehet hin, da Ich unter den Menschen wandelte auf der Erde, welchen Arzt habe Ich zu Rate gezogen? Und welcher Apotheke habe Ich Mich bedient, um einen Kranken sowohl geistig wie leiblich zu heilen? Und welches Arztes und welcher Apotheke haben sich alle Mir vertrauenden Jünger bedient, da sie dasselbe taten, was Ich getan habe? Nun frage Ich euch, bin Ich denn schwächer geworden oder habe Ich Mich verändert, oder ist Mein Wort nicht mehr dasselbe Wort voll Macht und Kraft und Heiligung für Geist und Leib?!

O Ich sage euch, es ist dem wahrhaft nicht also — Ich bin noch immer Derselbe! Nur mit dem Unterschied, daß Ich damals nur jene Menschen heilte, die mit einem lebendigen Glauben sich Mir genähert haben und Mich darum noch obendrauf lange bitten und beschwören mußten, bis Ich sie erhörte. Jetzt aber darf Ich es gar nicht mehr auf eine vertrauensvolle Liebe ankommen lassen und noch weniger auf eine feste Beharrlichkeit des Glaubens, sondern muß helfen, da Ich nicht gebeten werde, und muß denen heilsam beispringen, die den Glauben gar nicht kennen, damit nicht alles samt und sonders verderbe und verlorengehe.

Sehet, wer demnach jetzt nur mit einem kleinen Vertrauen und geringer Bitte zu Mir kommt, den werde Ich gewiß nicht verlassen und ihm helfen in jeder seiner Nöte, da Ich oft genug sogar noch Meinen Spöttern und Verächtern Hilfe angedeihen lassen muß.

Sehet, dieses Mittel, das Ich euch soeben angezeigt habe, ist das allerprobateste. Und wer eines festen Glaubens ist und voll Vertrauen und Liebe zu Mir — wahrlich, wenn Ich dem nicht helfen werde, so möge er sich mit allen Giften der Welt einimpfen, assimilieren und einnehmen alle Medizinen aller Apotheken der Welt und fressen gleich einem Ochsen die heilsamsten Kräuter, so wird dieses alles ihm geradesoviel nützen wie einem Totenschädel ein Balsamtropfen.

Ich sage euch, ihr könnet den Toten sieden und braten in lauter Lebensessenzen und werdet nicht eine Fiber an dessen Leibe beleben, den ihr einer solchen "heilsamen" Kochanstalt anvertraut habt. — Aber höret: Mein Wort vermag gar wohl den Toten die Gräber zu öffnen und in den Moder ihrer Verwesung neues und ewiges Leben zu hauchen! Daher, so ihr dieses Universalmedikament kennet, daß es zu allen Zeiten die wunderbarsten Heilungen und sogar Totenbelebungen bewerkstelligt hat, was verleitet euch denn, dasselbe jetzt um so wirksamere Mittel hintanzusetzen und euch dafür mit allerlei Dreck des Teufels zu beschmieren, damit es euch helfe?!

O Ich sage euch, vergleichet nur eure Lebensdauer mit der Lebensdauer der Alten, so werdet ihr gleich finden, zu welchem großen Gewinne es die Verfeinerung eurer törichten Heilkunde gebracht hat. Oder gehet hin in jene Gegenden der Erde, da die Menschheit von der ärztlichen Hilfe noch gar nichts kennt, so werdet ihr finden, daß in einer solchen Gegend die Menschen von einer Krankheit fast gar nichts, am allerwenigsten aber von einer allgemeinen wissen, und besonders wenn ihre Lebensweise sittlich rein und einfach ist.

Desgleichen tuet auch ihr: Lebet möglichst einfach! Stopft euren Magen nicht unnötigerweise mit allerlei Unrat aus allen bekannten Reichen der Natur, sondern genießt, was dem Leibe wohltut: Eine einfache Kost hauptsächlich aus dem Reiche der Pflanzen, und von den Pflanzenspeisen nur diejenigen, die von alters her schon als nährendes Brot dem Menschen bestimmt waren. Und auch das versteht sich von selbst: Alles mit gerechtem Maß und Ziel!

So könnet ihr versichert sein, daß euer Leib durchs ganze Leben von keiner Krankheit geplagt sein wird und ihr dadurch ohne alle Impfung und andere ärztliche Tollheit ein für euch unbegreiflich hohes Alter erreichen werdet. Und wenn Ich dann einen solchen Menschen abberufen werde von dieser Welt in Mein Reich, so wird es so leicht geschehen, als wie jemand gar süß einschläft, nachdem er den ganzen Tag über treu, redlich und fleißig gearbeitet hat.

So ihr aber alles dieses unterlasset und dafür eure Zuflucht nehmt zu Impfungen und allerlei Medikamenten, so kommt am Ende als Folge nichts anderes heraus, als daß ihr fürs erste — bloß in natürlicher Hinsicht betrachtet — schon in den Jahren eurer Jugend Greise werdet und oft einen Sinn um den andern einbüßt und werdet blind, taub, bresthaft, verliert eure Zähne, eure Verdauung, wie auch alle heitere Frische des Lebens, so daß ihr im vierzigsten Jahre eures Lebens mühseliger und krüppelhafter seid, als die Alten im hundertsten Lebensjahre waren. Und an allem diesem ist niemand schuld als eure eigene Blindheit!

Sehet, es geht damit gerade so zu, als so die menschliche Albernheit bei einer nächtlichen Reise in allerlei sehenden und ahnenden Unsinn verfällt, da sie dann am Tage selbst darüber weidlich lachen muß und nicht begreifen kann, einen Baumstrunk für etwas ganz anderes angesehen zu haben als eben für einen Baumstock — anderer nächtlicher Torheiten nicht zu gedenken! So ihr aber Mein Mittel im Ernst gebrauchen wollet, so wird auch bei euch der Tag kommen, da ihr einsehen werdet, was für einen nichtigen Schatz die Welt an ihren unzähligen Torheiten besitzt.

Wenn Ich aber sage, daß Ich überall und in allem und jedem helfen kann und helfen will, da Ich in allen Meinen Verheißungen getreu bin, so glaubet es, daß Ich jedem auch bereitwillig in allem und jedem sicher helfen werde, so er nur glaubt, daß es also ist und daß außer Mir an keine Hilfe zu denken ist, sowohl in leiblicher als vorzugsweise in geistiger Hinsicht.

Sehet, die Alten, wenn sie schwach geworden sind durch eine eingerissene Sünde, so fasteten sie und taten Buße, das heißt, durchs Fasten gelangten sie wieder zur freien Tätigkeit des leiblichen Organismus und durch die mit demselben verbundene Buße im Glauben richteten sie ihren Geist wieder auf und wurden dann wieder Menschen kräftigen Leibes und lebendigen Geistes.

Ihr werdet fragen: Wieso denn? Wie ging das zu? — Da sage Ich euch, und es wird die Antwort nicht schwer werden: Der Magen ist ein natürlicher Handlanger zur Erzeugung nährender Säfte im Leibe. Wenn aber irgend fremdartige Teile sich im Organismus befinden, so werden diese beständig in irgendeinem organischen Engpasse festgehalten. So dann der Magen mit allerlei unnützer Speise angestopft wird und derselbe dadurch die Säfte mehrt und drängt, so werden die fremdartigen Teile, statt von ihrem Engpasse zurücktreten zu können und wieder dahin zu gelangen, von wo sie weiter aus dem Leib befördert werden könnten, durch die unablässige Zudringlichkeit der Säfte an den Ort, da sie sich befinden, auf dem Wege der Assimilation nur potenziert und dadurch stets hartnäckiger werden. — Sehet, wenn nun da statt aller Einimpfung und Medikamente die gerechte Diät oder das Fasten ergriffen und mit diesem ein fester Glaube und volles Vertrauen auf Mein Wort verbunden wird, so daß dadurch auch der Geist als das Prinzip des Lebens gestärkt wird, da fraget euch, ob es mit einem solchen Menschen nicht leiblich und geistig besser werden sollte?

Ich sage euch, wenn sein Glaube und Vertrauen danach ist, so mag aus der Verwesung selbst noch ein neues Leben erstehen. Wo aber solche Leibes- und Geistesbuße mangelt, höret, da ist jeder durch Impfung oder Medikamente Kurierte nur ein weidlich Betrogener, denn da haben die Medizinen das Übel nicht aus dem Leibe geschafft, sondern haben es nur eingeschläfert oder verschleiert. Und glaubet es Mir, es wird sicher die Zeit kommen, da dasselbe Übel vielfach potenziert den Schleier durchbrechen und dem Leibe und nicht selten auch dem Geiste den sichern Tod bringen wird.

Sehet, so verhalten sich buchstäblich und wahr die Dinge, wie Ich es euch gesagt habe.

Ihr aber, führet eure Kinder und euch selbst zu Mir im Glauben und Vertrauen! Und wahrlich Ich sage euch: Ihr werdet euch überzeugen, daß Mein Impfstoff der beste ist! — Amen. Das sage Ich, der große Universalarzt! Amen, Amen, Amen.

21. Kur für Skrofulöse

J.L. (v. 9.7.1848) — Wie oft wirst du Mir noch mit Rezepten kommen? — Glauben, glauben und ein volles Vertrauen, das ist besser denn alle Rezepte und Medizinen! Denn weißt du, bei den Fleischkuren werden wir unsere Rechnung nicht finden. Ich rate wohl jemandem, der schwach im wahren Glauben ist, für sein leidig Fleisch gern ein Mittel. Beachtet er es genau, so wird es ihm wohl besser. Ist er aber zu bequem, alles genau zu beachten, und macht Mein angeratenes Mittel dann nicht schnell die erwünschte Wirkung, so wird unser Patient noch schwächer im Glauben, als er früher war. Und siehe, so eine Kur bringt Mir sodann den erwünschten geistigen Nutzen nicht, welchen du dadurch zu erreichen wähnst. — Wir aber arbeiten nur für den Geist und nicht für das Fleisch! Daher habe Ich es auch nicht gerne, so du Mir um Medizinen für irgendein Fleisch kommst.

Das Mädel soll nicht saure Sachen essen sowie auch keine blähenden Speisen wie Kohl, Bohnen und dergleichen, da sie ein skrofulöses Fleisch hat. Warum hat sie denn für ihren Skrofelkropf den Jodgeist gebraucht? Sie hat auch in den Füßen verborgene Skrofeln, und vom Halse haben sie sich nun auf die Brust gelegt. Hätte sie ihren Hals, nach deinem öfteren Rate, mit nüchternem Speichel gerieben, so hätte sie nun eine freie Brust. Nun aber, ist es etwa besser, so sie den Skrofelkropf samt dem guten Jodgeiste an der Brust hat? Nun sollen wir beide wieder Wunder wirken? Wäre freilich gut, wenn der rechte Glaube da wäre. Aber der ist nicht da, und somit wird es auch mit einem Wunder etwas schwergehen.

Es wird ihr demnach vorerst ein rechter Glaube, dann eine recht breite Geduld anempfohlen. Dann aber sollte sie nicht soviel singen, reden und nicht in einem fort ihre Freundinnen küssen, was die Skrofelsucht vermehrt. Also solle sie auch besonders abends gleich nach dem Untergang der Sonne in ihrem Zimmer sein und die Zugluft besonders im Zimmer meiden — und nicht gleich nach dem Tische sich an den Nähtisch setzen, was ihr sehr schadet. Ebenso soll sie auch das rohe Obst meiden, sonst wird sie viel leiden.

Nun soll sie aber frischen Leinsamen stoßen, daraus leichte Breiumschläge machen und etwas erwärmt auflegen. Dann des Tages zweimal einen Reinigungstee nehmen, unter Tags auch fleißig Wasser trinken, aber keinen Wein, kein Bier und auch keinen Kaffee, sondern zum Frühstück eine Suppe oder einen schwachen Kakao.

Am besten aber wäre ein Maisabsud mit etwas Milch und ein wenig Zucker. Überhaupt würde ihr Maisgrütze in einer Fleischbrühe sehr gut zustatten kommen. Wenn sie das gläubig gebraucht, so wird es schon wieder mit ihr besser werden. — Amen.

22. Rat für Dickblütige

J.L. (v. 18.8.1841) − Manchmaliger geheimer Ärger ist deines Weibes Grundübel und "vergället" ihr das sehr erregbare Blut; daher kommt auch ihre Verschleimung. Du wirst sagen und fragen: "Sind denn so kleine häusliche Ärgerlichkeiten auch von solch gallischer Wirkung? Solches sagt man ja nur von bedeutendem Zorn oder von andern großen Gemütsbedrückungen."

O siehe, das ist ganz irrig und falsch genommen. Denn eigentlich zornmütige Menschen haben auch eigentlich sehr wenig Galle, sondern nur ein zu reges Blut, welches für Einwirkungen böser Geister sehr empfindlich ist. Wird allenfalls durch einen Zornausbruch die Galle auch gewaltig in Anspruch genommen bei solchen Menschen, so schadet ihnen das aber dennoch nicht; denn ihr sehr leichtes, regsames Blut schafft bald wieder alles aus dem Leibe.

Aber ganz anders ist das bei jenen Menschen, besonders weiblichen Geschlechtes, welche schon von der Geburt aus ein mehr dickes Blut haben. Diese Menschen haben darum auch stets mehr ein unbehagliches Gemüt und können sich heimlich sogar über eine Fliege ärgern, obschon sie eigentlich eines Zornes unfähig sind. Dadurch aber geschieht es dann, daß ihr Blut beständig mit galligen Substanzen untermengt ist. Wo das Blut dann seine Nährsäfte in den Leibesorganismus absetzt, dahin gelangen auch die im Blute aufgelösten galligen Teile und verdichten somit die Säfte.

Solches Übel aber kann leichtlich behoben werden durch geistige Mittel und durch ein gerechtes Fasten, aber niemals durchs Baden in warmen, gesottenen und somit aller Lebenskraft beraubten Wässern und am allerwenigsten durch das Trinken gar abgestandener mineralischer Wässer zur Vertreibung irgendeines Hader von selbst vergehen würde, wenn sich das Blut durch eine gerechte geistige und natürliche Diät gehörig verdünnen würde.

Was aber ist diese geistige Diät? — Enthaltsamkeit von allen Ärgerlichkeiten, sie mögen was immer für einen Grund haben. Denn sobald das nicht streng beachtet wird, kann an keine Besserung gedacht werden. Ich will hier nicht die verschiedenen Gründe anführen, durch welche all der Ärger erzeugt wird. Genug, daß Ich sage, sie müssen samt und sämtlich von Grund aus vermieden werden, sonst wird da von einer Gesundheit nie die Rede sein.

Wie kann aber solches gar leicht vermieden werden? Im beständigen, wahrhaften Hinblick in vollem Glauben und aller Liebe auf Mich, aber nicht auch nebenbei auf die Welt und allfällige Verwandte, die zwar viel Gebete tun aus den Büchern, aber wenige aus dem Herzen; darum sie auch große Stücke halten auf Weltärzte; aber dem wahren Hausarzte trauen sie nicht allein ohne einen Weltarzt! Siehe, solches heißt soviel als rein nichts! Denn also sitzt der Kranke zwischen zwei Sesseln auf dem Boden und wird von keinem getragen.

Das wäre somit die geistige Diät, welche gar leicht beachtet wer den kann.

Was aber die natürliche Diät betrifft, so besteht diese in einem gerechten Fasten. Dieses aber besteht darin, daß sich da enthalten werden solle von allen fetten Speisen und schweren Getränken. Denn dieses alles ist ein Gift für derlei Naturen, die ein mehr dickes Blut haben. — Ebenso ist auch der Genuß des Kaffees überaus schädlich schon an und für sich; so er aber noch zu fett und manchmal zu stark genossen wird, da kann durch ihn die Natur so ganz und gar verdorben werden, daß ihr kaum durch ein Wunder zu helfen ist. — Ebenso schädlich sind auch alle Leckereien und zeitweiligen Speisewechslungen, durch welche dann über einen Tisch alles verdorben wird, was allenfalls sieben ordentliche, einfache Tage gutgemacht haben. Ebenso ist auch alle Obstnascherei, besonders an den Nachmittagen, äußerst schädlich, wenn das Obst nicht ehedem gesotten oder gebraten ist.

Weizenbrot, wie zum Beispiel gutgebackene Semmeln, reines Wasser, von allem Fett befreite Milch, frische Fleischbrühen mit Kräutern, als: Salbei und Quendeln, süße Rüben, Meerrettich zum mäßig genossenen Rindfleisch, dann und wann ein Lamm- oder Kalbbraten, dann manchmal auch etwas Wein mit Wasser genossen — solches bedingt die Gesundheit des Leibes, wie auch manchmal eine in der Fleischbrühe eingekochte Maisgrütze. — Alles andere aber ist ein Gift für derlei Naturen, besonders wenn sie schon sehr durch die Apotheken geschwächt worden sind!

Das ist die wohl zu beachtende natürliche Diät. Ferner ist solchen Naturen auch alles Abkühlen nachteilig. Wohl aber ist ihnen eine beständige Bewegung zu empfehlen, natürlich mit Maß und Ziel. Das Schlafen unter Tags aber, wie das warme Baden, gebiert des Leibes Tod für solche Naturen!

Siehe Mein lieber A. H. W., solcher Natur ist dein Weib und hat sich durch eigene Schuld also leidend gemacht. Wenn sie solches alles im Vertrauen zu Mir beachten will, da kann's besser werden mit ihr; sonst aber wird sie siechen ihr Leben lang. Noch immer ist sie voll Schwächen und mag Mir nie voll vertrauen, sondern fürchtet ihre Verwandten oft beinahe mehr denn Mich und hält noch so manche Stücke auf weltliche Beziehungen, was denjenigen durchaus nicht gut ansteht, die Ich erwählet habe!

Solches aber magst du beachten, so wird's wohl besser werden; aber sonst lange nicht. — Ich möchte sagen Amen. Aber hier kommt es auf dein Amen an. Verstehe es!

23. Winke zur Kur einer Besessenen

a) J.L. (v. 2.5.1842) — O Herr! Darf ich die F. G. nach dem Wunsche ihrer Mutter und ihres Arztes St. in den magnetischen Schlaf versetzen? Tat ich wohl, daß ich dem ihr innewohnenden Dämon in Deinem heiligsten Namen gebot, aus ihr zu weichen und nimmer in sie hineinzufahren? Darf ich diese Beschwörung wiederholen?

DER HERR: "Höre, Mein lieber A. H. W.! Ich habe dir ja schon bei der letzten Anfrage hinreichend dargetan, wie es mit dieser Kranken steht und was ihr helfen kann. Warum fragst du nun um etwas anderes? Meinst du denn, es wird ihr etwas anderes helfen? Du kannst ja versuchen, was dir und dem Weltarzte St. bedünket; aber siehe zu, daß du selbst an dir und deinem Hause keinen Schaden leidest! Denn du kennst nicht die jetzige Freiheit und Arglist der Geister!!

Siehe, dein Wille, zu tun wider Meinen Rat, in der Meinung, es sei etwas Gutes, hat schon zwei grobe Geister vor die Tür deines Hauses gelockt. Habe acht, daß sie nicht einen Brand in deinen Verstand und einen in deine Wißbegierde schießen lassen! Denn in diesem Brande würde bald alles zerstört sein, was Ich bis jetzt mühsam in deinem Herzen aufgebaut habe.

Also aber sehen die Geister aus: Der eine ist ein grausandiges, altes Kriegsgebilde, um dich gefangenzunehmen in seine sandige Wesenheit. Der andere und ärgere ist ein großes Riesenglasauge, gleich einem großen Fasse, das sich vor die Tür deines Hauses hingewälzt hat; dieses Auge schießet Brände aus seiner argen Mitte und mühet sich ab schon drei Tage und Nächte, um das Zentrum deines Verstandes zu treffen; daher halte dich ja fest an Mich an, sonst magst du Schaden leiden bei dir selbst!

Meinst du aber, das Einschläfern wird diese Kranke zur Ruhe bringen? — Kann sein, wenn Ich sie auslassen würde auf einige Augenblicke, damit der Dämon euch täusche, um dann mit größerer Hartnäckigkeit aufzutreten, aber nicht zu weichen! Weißt du denn das nicht, daß die sogenannten magnetischen Striche nur in den Krankheitskrisen erteilt werden müssen, aber niemals beim Nachlassen der Krankheit; wenn sie aber erteilt werden beim Nachlassen, werden die Krisen sobald wieder entweder offenbar oder heimlich hervorgerufen, wovon die heimlichen ärger sind denn die offenbaren. Siehe, also wird das sogenannte Magnetisieren hier wenig fruchten, da die kranke F. es während der Krise gar nicht ertragen wird; beim Nachlassen aber wird es ihr wenig nützen; warum — ist schon gesagt.

Ich habe es aber ja schon in des Mädchens Herz gelegt, was ihr helfen kann. Und sie hat es auch schon laut ausgesprochen. Und dir habe Ich es auch in der vorigen Mitteilung klärlich gezeigt. Warum wird denn das nicht lebendig gläubig befolgt? Oder soll Ich etwa in den Rat eures Weltarztes eingehen? O das werde Ich nicht tun! Siehe, das ist auch ein Stein des Anstoßes, über welchen die Weltweisheit fällt und gar gewaltig scheitert. Sie soll hier nur erfahren, was sie vermag! Mit Mir kann auch der wahre Arzt alles segensreich tun; ohne Mich aber nichts!

Wenn die Ärzte ihre Hände zuerst zu Mir erheben würden und dann sie legten auf die Kranken, so würde es mit diesen bald besser werden. Aber so reiben sie nur zuvor ihre Stirn statt der Brust und legen dann eine Gansfeder auf einen Fleck Papier und bekritzeln dasselbe mit ihrer lateinischen und griechischen Weisheit, anstatt daß sie legten eine segnende Hand auf den Kranken, voll Glaubens und Vertrauens auf Meine Kraft und Hilfe. Kann da wohl ein Kranker je völlig genesen?

Siehe, das Mädchen verlacht die Ärzte schon; das ist ein gut Ding für sie. Daher lasse die Ärzte nur handeln und erraten! Der Arzt L. aber soll beten und dann ihr in Meinem Namen die Hände auflegen, soll aber die Zeit hindurch keinen Tabak rauchen! Da würde er eine sehr gute Wirkung hervorbringen, aber nur gläubig durch Mich allein, sonst aber durchaus nicht! Der sogenannte Exorzismus, besser die Wort- und Glaubenshilfe, ist aber ja von Mir schon ohnehin als das alleinig helfende Mittel angezeigt worden. Warum wurde er denn nicht angewendet? Auch andere lindernde Mittel wurden euch von Mir angezeigt; wer aber hat sie angewendet lebendig gläubig in Meinem Namen?

Es gäbe noch eine Menge natürlicher, gesegneter Mittel, die da alle könnten eine gewaltige Linderung verschaffen in Meinem Namen; wer aber möchte sie gebrauchen, da sie nicht mit der lateinischen Weisheit der Ärzte im Einklang stehen? Siehe, daher ist hier guter Rat im Ernste etwas teuer, da ihn niemand befolgen kann und will — wegen der Welt und wegen der lateinischen Weisheit der Ärzte. Also lassen wir die Ärzte hier sich nur recht abpuffen, und zur rechten Zeit werde Ich schon ohnehin tun, was des Rechtens sein wird.

Dir, Mein lieber A. H. W., aber sage Ich: Blas nicht, was dich nicht brennt! Sondern lasse nur die blasen, die es nun schon ganz gewaltig brennt. Wenn es dich aber brennen wird, dann blase auch du, und Ich werde dir da deinen Odem segnen, auf daß du leichtlich deinen Brand wirst zu stillen imstande sein. Willst du aber schon durchaus ein guter Mitarzt sein, da tue du Gutes nur im stillen, auf daß dir darum niemand wird einen Dank schuldig sein. So werde Ich gerne dein gläubig Gebet erhören, und das ist auch der allerwirksamste "Exorzismus"!

Sage nicht: "Böser Geist, fahre aus!" — sondern sage: "Guter Vater, hilf ihr!" — so wirst du recht bitten und beten, und Ich werde dann das rechte Übel an und in ihr heilen! Wärest du schon völlig wiedergeboren und somit auch schon völlig eins mit Mir, so könntest du wohl sagen: "Fahre aus im Namen des Herrn Jesus Christus!" — und es müßte geschehen nach deinem Worte. Aber solches ist bei dir nun noch nicht der Fall. Daher bete nun dafür im Vertrauen und in aller Demut und Liebe deines Herzens, und es wird da schon zur rechten Zeit geschehen, was das Allerbeste sein wird. — Amen."

b) O heiligster, liebevollster Vater! Siehe meine große Verlegenheit, in die ich bezüglich der F. G. gesetzt werde, da deren Mutter (der ich vor einem Monat meine magnetische Beihilfe im Vertrauen auf Deinen göttlichen Beistand aus Nächstenliebe zusagte) und ihre beiden Ärzte nun darauf bestehen und in mich ernstlich dringen, daß ich das Mädchen magnetisieren solle, und zwar schon morgen! — O Herr! Ich will ja nicht im allergeringsten Deinem heiligsten Rate mißtrauen oder Deinem überheiligen Willen ungehorsam sein; aber auf der anderen Seite will ich vor der bekümmerten Mutter und den verlegenen Ärzten auch nicht als unerbittlich, gefühllos und grausam erscheinen, wenn ich mich weigere, das zu tun, was ich leider, ohne Dich zu fragen, zugesagt habe. O Herr! Ich bitte Dich recht demütig und inständig, zeige mir da gnädigst einen Ausweg, denn Dir ist kein Ding unmöglich! Dein heiligster Wille geschehe an dem armen, kranken Mädchen! Amen.

DER HERR: "Siehe, das ist die Folge, wenn man sich nicht allezeit eher mit Mir beratet, bevor man etwas unternimmt, besonders zur Zeit, so die Tür zu Mir so weit und breit geöffnet ist. Jetzt fragst du freilich wohl schon zum dritten Male über einen und denselben Punkt; allein Ich kann dir alles dessenungeachtet keinen anderen Bescheid geben, als den Ich dir in dieser Sache schon zwei Mal gegeben habe! Wenn du aber schon durchaus den Forderungen dieser Familie nicht auszuweichen vermagst, da kannst du ja einen Versuch machen, um dich und den Arzt zu überzeugen, daß "Meine Wege tiefer liegen als alle Weltweisheit". Die Folge aber wird dir zeigen, wie weit Mein Rat und wie weit die Forderungen der Welt gehen!

Setzen wir aber den Fall, es möchte die sogenannte magnetische Behandlung dem Mägdlein wenigstens dem Äußeren nach auf eine Zeit gut anschlagen, meinst du wohl, das Übel wird dadurch gehoben? Weißt du aber auch, wie lange es, und wie auf dich etwa rückwirkend, dauern wird? Siehe, auch das sollst du durch die Erfahrung kennenlernen. So aber die Behandlung etwa doch nicht fruchtbringend sein sollte, was werdet ihr dann machen?

Siehe, der sogenannte Magnetismus hätte wohl irgendeine naturmäßig bessere Wirkung hervorgebracht, so er beim ersten Auftreten dieses Übels wäre gläubig, aber nicht bloß "kunstmäßig" angewendet worden, da die Natur noch frei war. Was aber wird er jetzt mit einem von Medizinen angestopften leiblichen Organismus tun? Siehe, hier müßten erst die Medizinen alle hinausmagnetisiert werden, bevor diese Behandlung irgend wohltätig eingreifen sollte und könnte. Siehe, die Beseitigung dieses Übels wird sehr viel und einen sehr gewaltigen Magnetismus brauchen!

Ferner bringt die magnetische Behandlung nur in den schwachen Nerven, welche gewisserart in einen Hunger verfallen sind, eine gute, sättigende und stärkende Wirkung hervor. Welche Wirkung aber wird sie da hernach hervorbringen, wo die Nerven ohnehin überspannt gesättigt sind, bis auf einige wenige Nervenpaare hinter den Augen und Augenlidern, welche aber mit den anderen Nerven des Leibes nur durch das Gehirn in einem sehr geringen Zusammenhange stehen? Aus welchem Grunde dem Mägdlein denn auch solche, nur auf die Augen bezügliche, ärztliche Behandlung wohltut, während eine allgemeine sie notwendig schmerzlich erregen muß; außer so da jemand verstünde, sie negativ zu behandeln, welche Behandlung ihr dann zwar wohltun, aber sie dennoch nicht heilen, sondern nur schwächen möchte gleich einer starken Blutwegnahme. — Siehe, solches alles aber wirst du erst selbst ersehen!

Ich sage dir aber noch, was da den ungebetenen Gast betrifft, so kann es auch geschehen, daß dieser bald gar tückisch zurückweicht und ihr meinen werdet, die Magd sei hergestellt. Solches aber wird ferne sein! Denn bei solcher Gelegenheit sagen solche Geister auch: "Aufgeschoben ist noch nicht aufgehoben! Laßt ihr mich nicht auf dem Dache, so ziehe ich mich denn in den Keller und will da Minen anlegen in aller Stille, daß euch darüber die Haare zu Berge steigen sollen in der Zeit, wann ich euch wieder zum Kampfe auffordern werde!" — Verstehst du solches?! Das ist zwar freilich der Welt wohl gar fremd und, so es ihr gesagt werden möchte, überaus lächerlich und ärgerlich; aber darum in der Natur der Sache dennoch nicht um ein Haar anders! Siehe, in dieser Hinsicht wird wohl der örtliche wie der allgemeine Magnetismus wenig nützen! Die Grundheilung aber brauche Ich nicht noch einmal anzugeben!

Wenn denn aber schon durchaus magnetisiert werden muß, warum tun solches denn nicht die bezahlten Ärzte oder lassen es durch irgend jemand anderen ihrer Untergebenen tun nach ihrer Instruktion — also wie sie in der Apotheke lassen unbekümmert die Medikamente verfertigen und von einem Chirurgen die Egel setzen, zur Aderlassen und Pflaster anheften oder Glieder abschneiden? Sie haben keine Zeit, und es trüge ihnen zu wenig? Kurz, da aber du schon einmal dich ohne Meinen Vor-Rat der Sache angenommen hast, da magst du wohl einen Versuch machen. Ich werde dir darum nicht gram werden; denn du sollst Meinen Rat nicht für ein bestimmtes Gesetz ansehen.

Meine Hilfe aber kommt nicht von heute auf morgen, sondern nach der Lebendigkeit des Glaubens, Vertrauens und der wahren Liebe zu Mir! — Solches verstehe auch. Amen."

24. Ein Heilswink dem weiblichen Geschlecht

J.L. (v. 14.2.1847) — Und nun schreibe ein Wörtlein für die Schwester der kleinen Hausmartha, die heißet Al--e! — Von dir, du Meine liebe Al--e, verlange Ich nichts als die Liebe. Denn siehe, die Schönen gefallen auch Mir; und du bist schön, darum gefällst du Mir auch überaus wohl. Aber du mußt da etwa nicht deinen Leib darunter verstehen, sondern dein Herz nur, das gegen Meine armen Brüder und Schwestern sehr schön ist, was Mir an dir überaus wohlgefällt.

Aber dennoch habe Ich etwas wider dich, und das ist, daß du manchmal in deinem Äußeren etwas eitel tust und gerne sozusagen etwas putzsüchtig wirst. Siehe, derlei Brennwürzlein müssen aus dem Leibe heraus, sonst verbittern sie mit der Zeit das Herz. Und ein bitteres Herz mag nicht annehmen Meine Liebe! — Das mußt du ganz ablegen, wie du schon wirklich einen bedeutenden Teil abgelegt hast, dann wirst du dich ganz für Meine Liebe eignen.

Auch mußt du dich nicht zu sehr auf die Frisierkunst verlegen! Denn ein zu sehr in Zöpfen verwickelter Kopf ist zumeist ein Aushängeschild des Herzens und zeigt an, daß dieses auch zumeist so verflochten ist wie der Kopf mit seinen Zöpfen.

Nummer drei aber will Ich dir, du Mein liebstes Seelchen, noch etwas sagen: Da du nun noch recht jung und natürlich zart und üppig bist, so meide die Fensterluft und setze dich nie zu nahe an die Fenster, so wirst du nie einen Ausschlag, weder im Gesichte des Leibes noch im Gesichte deiner schönen Seele, bekommen. — Das alles wünsche Ich dir nicht nur für den Geburtstag deines Leibes, sondern für deine ganze Lebenszeit. Dann wirst du völlig Meine Geliebte sein, und Ich dein lieber, heiliger Vater, zeitlich und ewig. Amen! Das sage Ich in aller Meiner zärtlichen Liebe zu dir. — Amen.

   *  

 

 

Gesundheitspflege

1. Zur geistigen Grundlage der Gesundheit

a) Grundlehren der Leibes- und Seelenpflege

GrEv II/210(1-16) — DER HERR: "Sehet, der Leib ist Materie und besteht aus den gröbsten urseelischen Substanzen, die durch die Macht und Weisheit des göttlichen und ewigen Geistes in jene organische Form gezwängt werden, die der einen solchen Formleib bewohnenden Seele in allem Nötigen wohl entspricht.

Die in einem Leibe wohnende Seele aber ist anfangs um nicht viel reiner als ihr Leib, weil auch sie der unreinen Urseele des gefallenen Satan entstammt. Der Leib ist für die noch unlautere Seele eigentlich nichts als eine höchst weise und zweckmäßig eingerichtete Läuterungsmaschine.

In der Seele aber wohnt schon der reine Funke des Geistes Gottes, aus dem sie ein rechtes Bewußtsein ihrer selbst und der göttlichen Ordnung in der Stimme des Gewissens überkommt.

Daneben ist der Leib für außenhin mit allerlei Sinnen versehen und kann hören, sehen, fühlen, riechen und schmecken. Dadurch bekommt die Seele allerlei Kunde von der Außenwelt, gute und wahre, schlechte und falsche. Aus dem Urteil des in ihr wohnenden Geistes fühlt sie in sich bald, was da gut und was schlecht ist. Anderseits macht sie auch durch die äußeren Sinne ihres Leibes Erfahrungen von guten und schlechten, wohltuenden und schmerzlichen und anderen Eindrücken, und überdies wird der Seele von Gott, auf dem Wege der außerordentlichen Offenbarung von innen und von außenher, durchs Wort, der Weg der Ordnung Gottes gezeigt.

Also ausgerüstet kann dann die Seele nach der leicht zu erkennenden göttlichen Ordnung frei sich selbst bestimmen, was natürlich nicht anders sein kann, weil die Seele sonst unmöglich zu irgendeiner für ewig andauernden, in sich abgeschlossenen, aber doch freien Existenz gelangen könnte. Jede Seele, die fortbestehen will, muß sich durch die ihr gegebenen Mittel selbst als fortbestandsfähig gestalten und gewisserart ausbauen, ansonst sie am Ende entweder das Los des Leibes teilen kann, oder sie tritt als noch zu dreiviertel Teil unausgebildet aus dem Leibe, der als völlig verdorben zur weiteren und gänzlichen Ausbildung der Seele nicht mehr taugt — in welchem Falle dann die Seele genötigt sein wird, in einer viel unbequemeren Maschine auf eine gewöhnlich sehr traurige und schmerzliche Weise ihre weitere Vollendung fortzusetzen.

Der Leib aber ist, weil aus lauter noch in tiefem Gerichte seienden Teilen bestehend und darum des Todes fähig, für jeden Menschen die Hölle im engsten Sinne. Die Materie aller Welten aber, in die der Mensch durch seinen Leib gegeben ist, ist die Hölle im weitesten Sinne. Wer nun viel für seinen Leib sorgt, der sorgt offenbar auch für seine höchsteigene Hölle und nährt und mästet sein Gericht und seinen Tod zu seinem höchsteigenen Untergange. Der Leib muß zwar eine gewisse Nahrung bekommen, damit er stets fähig ist, der Seele für die hohen Lebenszwecke die entsprechenden Dienste zu leisten. Aber wer da zu ängstlich sorgt für den Leib und nahezu Tag und Nacht hadert und arbeitet und handelt, der sorgt offenbar für seine Hölle und für seinen Tod.

Wenn der Leib die Seele reizt, sich für seine sinnliche Befriedigung in alle Tätigkeit zu werfen, so rührt das stets von den vielen unlauteren Natur- oder gerichteten Materiegeistern her, die so ganz eigentlich das Wesen des Leibes ausmachen. Gibt die Seele den Anforderungen des Leibes zuviel Gehör und tut danach, so tritt sie mit ihnen in Verbindung und steigt auf diese Weise in ihre höchsteigene Hölle und in ihren höchsteigenen Tod. Und tut die Seele solches, so begeht sie eine Sünde wider die Ordnung Gottes in ihr.

Verharrt die Seele darin mit Liebe und köstlichem Behagen, so ist sie ebenso unrein wie ihres Leibes unreinste und gerichtete Geister, bleibt dadurch in der Sünde, somit in der Hölle und im Tod. Wenn sie auf der Welt auch, gleich ihrem Leibe, noch fortlebt, so ist sie aber dennoch so gut wie tot, fühlt auch den Tod in sich und hat eine große Furcht vor ihm. Denn die Seele kann in solcher ihrer Sünde und Hölle tun, was sie nur immer will, so kann sie dennoch kein Leben finden, obschon sie dasselbe liebt über alle Maßen.

Sehet, darin liegt auch der Grund, aus dem heraus nun viele tausendmal Tausende von Menschen von einem Leben der Seele nach dem Tode ihres Leibes ebensoviel wissen wie ein Stein, der am Wege liegt. Und so man ihnen irgend etwas davon sagt, so lachen sie höchstens oder werden gar erbost und treiben den Weisen zur Türe hinaus. Und doch soll ein jeder Mensch längstens bis in sein dreißigstes Jahr in sich so weit mit der Bildung seines Ichs fertig sein, daß ihm das folgende freieste, seligste Leben nach dem Tode des Leibes so vollbewußt und sicher ist wie einem Aar der Flug in der hohen, freien Luft!

Aber wie weit sind Menschen, die danach erst zu fragen anfangen, noch davon entfernt! Und wie weit aber erst hernach jene, die davon gar nichts hören wollen und einen solchen Glauben sogar für eine Dummheit halten, die kaum irgendeiner erheiternden Lache wert sei! — Solche Menschen befinden sich demnach ihr ganzes Erdenleben hindurch in der vollsten Hölle und im vollsten Tode.

Nun aber kann sich eine Seele schon ganz gereinigt haben, und es wird ihr oft dennoch eine geraume Zeit gegeben zur Mitreinigung ihres an und für sich noch immer unlauteren Leibes und seiner Geister. Dadurch kann der edlere Leibesteil sich endlich auch aus der Seele die Unsterblichkeit anziehen und jüngst nach dem Tode des gröbsten Teils seiner Wesenheit mit der Seele zu ihrer Vollkräftigung miterweckt werden."

b) Demut, die Grundbedingung allen Heils

GrEv IX/159 — DER HERR: "Ohne Mich kann niemand etwas wirken zum Heile seiner Seele. Und hat er auch alles nach den ihm geoffenbarten Gesetzen wie aus eigener Willenskraft getan, so soll er aber dennoch in sich bekennen, daß er ein fauler und träger Diener war, und soll in allem Guten, das er gewirkt hat, Gott allein die Ehre geben. Und Gott wird ihn so denn auch allzeit stärken und kräftigen.

Wer Gott in allem Guten die Ehre gibt, der ist Ihm wohlgefällig und ein rechter Knecht und Diener nach Seinem Herzen. Den wird Gott nicht verlassen, sondern schirmen mit Seiner Hand. Wer aber in seinem Herzen Gott verläßt und Seiner wenig oder oft gar nicht achtet, sich selbst ein Herr zu sein dünkt und nach seinem Weltverstande handelt und, so ihm etwas gelungen ist, sich dafür ehren läßt und von seiner Klugheit und von seinen edlen Taten spricht, der belohnt sich selbst und hat von Gott keinen Lohn zu erwarten. Was ihr denn immer tut, das gut und wahr ist, das tut in Meinem Namen, und Ich werde mit euch sein und euch stärken und kräftigen!"

c) Irdisches und himmlisches Streben

GrEv VII/222(9ff) — Ein römischer Freund des Kulturfortschritts wünschte eine Verbesserung der Seeschiffahrt.

DER HERR erwiderte ihm: "Die späteren Geschlechter werden noch gar wunderbar kunstvolle Schiffe erbauen, mittels welcher sie, an Schnelligkeit Vögeln gleich, nach allen Richtungen über alle Meere hin fahren können. Aber es wird dies das Glück der Menschen weder leiblich und noch weniger geistig erhöhen, sondern gar gewaltig vermindern.

Darum bleibet nur recht lange bei dem, was ihr habt! Denn eine zu große Verbesserung in irdischen Dingen ist stets eine wahre und dauernde Verschlimmerung im Geistigen, das der Mensch mit allen Kräften seines Lebens doch nur allein kultivieren soll.

Was nützt es dem Menschen, so er auch alle Schätze der Welt für sich gewinnen könnte, litte aber dadurch den größten Schaden an seiner Seele?! Kennt ihr denn noch nicht die kurze Lebensdauer alles Fleisches auf dieser Erde und das endliche Los des Fleisches?! Ob du nun als ein Kaiser oder als Bettler stirbst, so ist das für jenseits alles eins!

Wer hier viel hatte, der wird jenseits viel entbehren müssen, wer aber hier wenig oder auch wohl nichts hatte, der wird jenseits auch wenig oder nichts zu entbehren haben und wird um so leichter und eher zu den inneren und allein wahren, lebendigen Geistesschätzen gelangen.

Darum waren die Urväter dieser Erde so glückliche Menschen, weil sie ihre diesirdischen Lebensbedürfnisse so einfach als möglich befriedigten. Wie aber dann besonders jene Menschen, die sich in den tieferliegenden Tälern aufhielten, Städte zu erbauen anfingen, so ist damit auch die Hoffart in sie gefahren. Sie verweichlichten, wurden träge und verfielen bald in allerlei Laster und mit ihnen in allerlei Elend. Was Gutes hatten sie davon? Sie verloren Gott aus den Augen ihrer Seelen, und alle innere Lebenskraft des Geistes verließ sie, so daß sie gleich vielen von euch an kein Leben nach dem Tode des Leibes mehr glauben konnten.

War das nicht ein gar entsetzlicher Umtausch, so man für die größere Bequemlichkeit des materiellen Lebens das Geistige so gut wie völlig verlor?!

Wer darum ein Weiser unter euch ist, der suche nun wieder für das unnötigerweise zu gute und bequeme Materieleben das reine, wahre, geistige einzutauschen, und er wird da besser tun um ein endlos Großes, als so er die größten Erfindungen machte, wie man ganz sicher und vogelschnell über alle Meere fahren kann. Einmal wird er dennoch sterben müssen! Was werden ihm dann seine großen Erfindungen für seine Seele nützen?!

Bleibet darum bei dem, was ihr habt! Suchet vor allem, wie ihr mehr und mehr auf dem Wege des Geistes wandeln könnet, so werdet ihr dadurch die größte und beste Erfindung für die große Schiffahrt aus diesem Irdischen ins andere, jenseitige Geistige gemacht haben.

Was sicher für ewig währt, das zu erreichen setzet alle eure Kräfte und Mittel in die vollste Bewegung. Ums Irdische für den Leib aber sorget euch nur insoweit, als es vernunftgemäß nötig ist!

Daß ein Mensch essen und trinken und seinen Leib schützen muß gegen Kälte und große Hitze, das ist eine ganz natürliche Sache; aber wer für den Leib mehr tut als für die Seele und am Ende gar für den Leib allein sorgt, dagegen für die Wohlfahrt der Seele, die doch ewig leben soll, gar nicht, der ist wahrhaftig ein blinder und überdummer Narr.

Wenn ihr das nun wohl verstanden habt, so fraget Mich nicht mehr, wie ihr eitle, irdische Dinge um ein gar Großes verbessern könntet. Denn Ich bin nur darum in diese Welt gekommen, um euch die Wege zum ewigen Leben zu zeigen und fest anzubahnen, auf daß ihr sicher und leicht auf denselben fortkommen könnet!"

d) Segen der Einfachheit

GrEv IV/183(7) — DER HERR: "Wollet ihr Menschen wahrhaft glücklich leben auf dieser Erde, so bleibet bei eurer alten Einfachheit! — Erstens kostet diese euch wenig Mühe und Arbeit, und zweitens habt ihr nur ganz geringe natürliche Bedürfnisse, die ihr leicht decket... Ihr brauchet daher sehr wenig Zeit auf eure natürlichen Bedürfnisse zu verwenden und könnet euch darum mehr und ausschließlicher mit den geistigen Betrachtungen abgeben! Und siehe, das ist mehr wert, als auf Unkosten von hunderttausend Menschenleben mit blutigem Schweiße Paläste erbauen."

e) Geistiger Nutzen natürlicher Lebensweise

GrEv VI/140 — DER HERR zu drei Weisen aus Persien: "Alle von Natur aus besseren Menschen werden von Geistern auf eine mehr oder weniger fühlbare Weise unterwiesen in allerlei geistiger und natürlicher Wissenschaft. Und je naturgemäßer, einfacher und in sich gekehrter die Menschen in der Welt leben, desto mehr und lebhafter stehen sie auch mit den besseren und guten Geistern aus dem Jenseits in Verbindung. — Das war auch bei euch der Fall. Als ihr aber dann durch eure vielen Reisen weltläufiger geworden seid, da haben euch auch eure Lehr- und Lichtgeister verlassen und euch euren eigenen Erkenntnissen anheimgegeben."

f) Was der Mensch braucht — und die Erde bietet

GS II/90 — Nehmen wir an, ein mäßiger Esser braucht für den Tag drei Pfund an Speise; das läßt sich auf dreihundertfünfundsechzig Tage überaus leicht berechnen. Das ist sonach auch ein naturgerechtes Bedürfnis eines Menschen. Dieses Quantum darf er für sich alljährlich sich ersammeln. Hat er Weib und Kinder, so kann er für jede Person dasselbe Quantum zusammenbringen, und er hat da vollkommen seinem Naturrechte zur gerechten Folge gehandelt. — Einem starken Esser, der besonders schwere Arbeiten verrichten muß, sei das Doppelte sich zu ersammeln vollkommen frei gestattet.

Wenn dieses allgemein beachtet wird, dann wird die Erde nimmer von einer Not zu klaffen haben. Denn vom Herrn aus ist ihr fruchtbarer Flächenraum so gestellt, daß bei gehöriger Bearbeitung und Verteilung des Bodens zwölftausend Millionen Menschen vollkommen genügend ihren Lebensunterhalt finden können. Gegenwärtig aber leben kaum etwas über eintausend Millionen Menschen auf der Erde, und darunter gibt es bei siebenhundert Millionen Notleidende.

Worin liegt der Grund davon? Weil eben die Bedingungen dieses göttlichen Gesetzes, welches in der Natur eines jeden Menschen gegründet ist, nicht in die lebendige Ausübung gebracht werden.

Gehen wir aber weiter! Wie groß da ein Mensch ist und wieviel er zur Bedeckung seiner Haut bedarf, läßt sich ebenfalls überaus leicht bemessen. Es sei aber einem jeden Menschen gestattet, sich nach Beschaffenheit der Jahreszeit eine vierfache Hautbedeckung zu verschaffen. Das ist der naturgerechte Maßstab für die Ansammlung der Kleiderstoffe und der Bereitung derselben. Ich will aber noch einmal soviel hinzufügen, was die Oberkleidung betrifft, und viermal soviel für die Unterkleidung, und das des reinlichen Wechsels wegen.

Wenn dieser Maßstab beachtet wird, dann wird es auf der ganzen Erdoberfläche keinen nackten Menschen geben. Aber wenn auf der Erde ungeheure Kleiderstoff-Fabriken errichtet sind, die alle Kleiderstoffe in ihrem Urzustande um erzwungene Schandpreise an sich kaufen, daraus dann eine zahllose Menge, und das bei weitem mehr luxuriöser als nützlicher Kleidungszeuge fabrizieren und dieselben dann zumeist um himmelsschreiende Preise an die dürftige Menschheit verkaufen, zudem aber auch viele wohlhabende Menschen sich im Verlaufe der Jahre, besonders weiblicherseits, mit mehr als hundertfachem Kleiderwechsel versehen; da wird dieses naturgerechte Ebenmaß auf das allergewaltigste gestört, und von tausend Millionen Menschen müssen wenigstens sechshundert Millionen in dürftiger Kleidung umhergehen.

Wie groß braucht denn ein Haus zu sein, um ein Paar Menschen mit Familie und der nötigen Dienerschaft ehrlich und bequem zu beherbergen? Gehet aufs Land und überzeuget euch, und ihr werdet darüber sicher ins klare kommen, daß zu einer gerechten und bequemen Beherbergung keine hundert Zimmer fassende Schlösser und Paläste erforderlich sind.

Was über ein solches gerechtes Verhältnis ist, ist wider die Ordnung Gottes und somit wider Sein Gebot.

Wie groß muß denn ein Grundstück sein? Nehmen wir ein mittelerträgliches Land! Auf diesem kann bei mäßiger Bearbeitung, und zwar auf einem Flächenraume von tausend Quadratklaftern für einen Menschen selbst in Mitte ein vollkommen hinreichender, ein Jahr dauernder Lebensbedarf erbeutet werden. Bei einem guten Boden genügt die Hälfte; bei einem schlechten Boden lassen wir das Doppelte vom Mittelboden für eine Person gelten. Soviel Personen sonach ein Familienhaus zählt, so oftmal darf es naturrechtlich solchen bestimmten Grundboden-Flächenraum in den Besitz nehmen. Wir wollen aber in unserem Ausmaße recht freigebig sein und geben für die Person das Doppelte und bestimmen solches auch vollkommen als naturrechtlich von Gott aus gebilligt. — Wenn die Gründe so verteilt würden, so könnten ebenfalls siebentausend Millionen Familien auf der Erdoberfläche ihr gesichertes Grundbesitztum finden.

g) Falsche Heiligkeit

GrEv VI/51 — DER HERR: "Der Leib braucht das Seinige — und der Geist das Seinige. Wir sind nun unseren Gliedern eine rechte Stärkung zu geben schuldig, und dann werden wir des Geistes nicht vergessen.

Glaube ja keiner, daß er Gott einen wohlgefälligen Dienst erweist, so er fastet und für seine begangenen Sünden in härenen Kleidern vor aller Welt Augen Buße tut! Sondern nur der ist Gott angenehm, der da dankbar ißt und trinkt, was ihm Gott zukommen ließ, um dadurch seine irdischen Kräfte zu nützlicher Arbeit zu stärken, wodurch er sich und seinem Nächsten viel nützen kann, und so er irgendeine Sünde beging, sie als solche erkennt, bereut, verabscheut, sie nicht mehr begeht und sich also wahrhaft bessert.

Freilich gibt es leider gar viele, die da ihre Lebenszeit mit lauter Essen und Trinken zubringen. Sie sorgen nur für ihren Bauch und für ihre Haut. Die Nächstenliebe ist ihnen fremd, und vor dem armen Menschen spucken sie aus und lassen ihn nicht an ihres Hauses Schwelle kommen. Ihr stets voller Bauch läßt sie nie den Schmerz des Hungers und des Durstes fühlen. Das sind die echten Schwelger, Prasser und Vollsäufer, die dadurch ihren Leib stets zu allerlei Unzucht, Hurerei und Ehebrecherei bereithalten. Das ist dann Fraß und Völlerei, mit denen niemand je ins Reich Gottes eingehen wird.

Im Gleichen sind aber auch alle jene Gleisner, die da fasten, in härenen Kleidern Buße wirken und für ihre Sünden ansehnliche Opfer dem Tempel darbringen, damit sie von dem Volke als Gerechtfertigte angesehen und gelobt werden, während sie selbst aber dann jeden Menschen über die Achsel ansehen, ihn als einen vermeintlichen Sünder verachten und ihm schon von weitem ausweichen, dieweil sie nicht irgend sahen, wie er gefastet, in härenen Kleidern Buße gewirkt und dem Tempel geopfert hat.

Ich aber sage euch: Derlei Menschen sind ebenfalls ein Greuel vor Gott; denn ihr Herz, ihr Sinn und Verstand sind verhärtet. Sie richten ihre Nebenmenschen ohne alle Schonung und Nachsicht, sie kehren vor des Nachbars Tür und bemerken den großen Haufen Unflat vor dem eigenen Hausflur nicht. O wahrlich, Ich sage euch: Wie diese Tempelheiligen und -gerechten nun ausmessen, geradeso wird ihnen drüben wieder zurückgemessen werden!"

h) Keine Engherzigkeit gegenüber fremden Sitten

GrEv VIII/99-100 — DER HERR: ... Darauf erhoben sich alle und begaben sich dahin, wo ihre Ruhestätten für sie bereitet waren. Ich aber blieb auf Meinem Ruhestuhle im Saale bis zum Morgen.

Nachdem sich in dieser Nacht ein jeder ganz wohl ausgeschlafen und ausgeruht hatte, standen samt Mir alle schon mehr denn eine Stunde vor dem Aufgange der Sonne auf und wuschen sich nach der Sitte der Juden. Die Römer aber wuschen sich nach ihrer Sitte mit wohlriechenden Wässern und bestrichen sich hernach mit ebenfalls wohlriechendem Öle, das einen großen Wohlgeruch in den Zimmern des Hauses verbreitete.

Da traten einige Jünger zu Mir und sagten: "Herr, diese haben wohl unsern Glauben und unsere Überzeugung angenommen, aber in ihren heidnischen Gebräuchen scheinen sie dennoch verbleiben zu wollen! Diese ihre Wässer, Öle und Salben mögen sehr kostspielig sein, und da wäre es für sie ja auch dienlicher, sich gleich uns nur mit purem und frischem Wasser zu waschen und das viele Geld, was ihre Wässer, Öle und Salben kosten, auf die Armen zu verwenden!"

Sagte ICH: "Wer den Armen das tut, was diese Römer tun, der hat auch das Recht — so er dazu des Vermögens in hinreichender Menge besitzt —‚ seinen Leib zu pflegen nach der Art und Weise, wie er schon von Kindesjahren an gewöhnt worden ist. Denn ihnen ist das zu einem so natürlichen Bedürfnisse geworden wie euch das reine und frische Wasser. Ich aber sehe nicht darauf, ob und womit jemand seine Haut gereinigt und belebt hat, sondern nur allein darauf, ob er gewaschenen und reinen Herzens vor Mir ist.

Daher, so ihr den Völkern Mein Evangelium verkünden werdet, sollet ihr sie belassen in ihren Leibespflegesitten! — Denn es genügt für einen jeden, daß er an Mich und Meinen Namen glaubt und nach Meiner Lehre lebt. Seinen Leib aber soll er nähren und pflegen, wie er das von Kindheit an gewöhnt war, damit er nach seiner Art frisch und gesund verbleiben kann.

Kurz und gut, was ihr sehet, das Ich dulde, das duldet auch ihr! Was Ich aber zu jedermanns Seelenheile euch angeraten habe, das ratet auch ihr — ohne euch zu ärgern, ob es jemand annimmt oder auch nicht annimmt — denen an, zu denen ihr von Meinem Geiste geführt werdet!

Auch ihr sollet essen und trinken, was euch irgend auf den Tisch gesetzt wird, und sollet nicht Wesens machen mit dem materiellen äußern Judentume, das vor Mir keinen Wert hat, sondern handeln nach dem Geiste des wahren, innern und lebendigen Judentums, so werdet ihr Meine wahrhaftigen Jünger sein, und Ich werde ein Wohl gefallen haben an euch und euren Werken und werde unter euch im Geiste verbleiben bis ans Ende der Zeiten dieser Erde! — Habt ihr Mich verstanden?"

i) Keine Weltflucht

GrEv I/83(3ff) — DER HERR: "Wer Mein Wort völlig in sich aufnimmt und unabweichbar danach handelt und lebt, der nimmt dadurch Mich Selbst mit aller Meiner Liebe, Weisheit, Macht und Kraft auf und ist dadurch zu einem wahren Kinde Gottes geworden, dem der Vater im Himmel nicht Eines vorenthalten wird, was Er hat!

Ich will damit aber aus euch keine Kopfhänger und Verflucher der Welt machen, sondern weise Benützer derselben!

Wäre der nicht ein Tor zu nennen, der sich in irgendein gut brauchbares Werkzeug, das er zum Betriebe seiner Kunst benötigt, also verliebte, daß er es gar nicht zu dem bestimmten Zwecke gebrauchen möchte, sondern dasselbe nur wollüstig angaffte und verwahrte in einem Schreine, daß es nicht rostig und dadurch weniger schön würde?!

Die Welt ist für euch auch ein Werkzeug, mit dem ihr, recht zwecklich angewendet, überaus viel Gutes und Herrliches schaffen könnet! Aber ihr müßt als nun Meine Jünger dies Werkzeug also gebrauchen, wie Ich als euer einziger, wahrster Meister es euch gelehrt habe!

Also gebraucht und angewendet wird euch dies Werkzeug das ewige Leben bereiten und befestigen. Werdet ihr es aber anders gebrauchen, so wird dies Werkzeug, gleich einem scharfen Messer in den Händen unmündiger Kinder, euch leicht und bald eine tödliche Wunde versetzen!"

k) Keine blinde Gesetzlichkeit

I.K.L. (v. 2.10.1894) — Schreibe, weil ihr noch immer nicht recht im klaren seid und Mich fraget, ob das strenge Einhalten der Diät-Ordnung auch für ein etwas kühleres Klima gilt. — Siehe, da sage Ich:

Meine Ordnung gilt nicht nur für diese vier Erdteile, sondern für die ganze sichtbare Schöpfung. Diese Meine Ordnung besteht aber nicht in da oder dort von Meiner Liebe erteilten Winken, sondern in der völligen Willensfreiheit der Menschen, denen Ich stets nur väterliche Ratschläge, nie aber ein göttliches Gesetz erteile: Darum hütet euch alle wohl, in Mir einen Gesetzgeber zu erblicken! Ich bin nicht gekommen, euch unter das Gesetz zu stellen, also euch dem Gerichte zu übergeben, sondern dazu bin Ich gekommen, euch von des Gesetzes Last zu befreien und aus gerichteten, in enge Formen gedrängten Wesen geistig freie Menschen, "Kinder Gottes" zu machen.

Wer in diesem Sinne Meinen erteilten Liebesrat befolgt, dem wird er zum Segen gereichen. Wo aber nur der allerleiseste Zwang herrscht, also nicht die reine Liebe zu Mir die Triebfeder ist, da ist's dem Menschen besser, so er lebt nach seiner Liebe, welches ist die alte Fleisches- und Eigenliebe. Denn alles, was ihr tuet, soll aus eurem eigenen Willen, aus eurem innersten Herzen hervorgehen, weil anders keine wahre Liebestat aus eurem Herzen hervorgehen kann, die ihr einst bei Mir gutgeschrieben finden werdet.

Mir ist ein freier Nichtbefolger Meines Willens lieber als ein aus Furcht und knechtischem Sinne willenlos Gehorchender. — Ersterem fehlt nur noch die rechte Erkenntnis und die lebendige Überzeugung, daß Ich im Worte bin. Hat er diese einmal erfaßt, so wird er aus freiem Willen mit aller Liebe seines Herzens die nun in sich erkannte Wahrheit annehmen und nach Kräften danach leben. Der Furchtsame dagegen wird stets nur eine halbe Liebe und nahezu gar keinen guten Willen Mir entgegenbringen, weil er nicht seiner innersten Überzeugung, sondern einer von außen ihm beigebrachten Lehre lebt, die er im Grunde seines Herzens weder liebt noch versteht, sondern nur der etwaigen Vorteile wegen insoweit befolgt, solange es ihn keinen Nachteil und keine erheblichen Opfer kostet.

Sehet, da habt ihr wieder ein kurzes Bild von den verschiedenen Hörern und Tätern des Wortes, das Ich euch gebe, zum besseren Verständnis eurer Aufgabe auf Erden und als ein Führer zum ewigen Leben!

2. Gesunde Ehe

a) Warnung vor unreinem Wesen

GrEv I/86 — DER HERR: "Wer da treibt Unzucht und Hurerei, der ist sehr krank in seiner Seele! Denn durch diese Sünde wird das Herz des Menschen von Tag zu Tag härter, gefühlloser und unbarmherziger gegen die Nebenmenschen und liebt am Ende nichts als sich selbst und den Gegenstand seiner Sinnenlust. Ein solches Herz fliehet dann das Gotteswort, das ihn abmahnt von seiner bösen Begierde, und wird am Ende sogar ein Feind derer, die das Wort Gottes im Herzen bewahren und danach leben. Ihr leidet viel an dieser Krankheit, und Ich bin darum wieder zu euch gekommen, um euch von dieser bösen und tödlichen Krankheit zu heilen. Wer von euch sich von dieser bösesten Krankheit befallen weiß, der vertraue sich Mir an, und Ich werde ihn heilen!...

Wahrlich, Ich sage euch: Unzüchtler und Huren werden ins Reich Gottes nicht eingehen; es müßte denn geschehen, daß sie sich gewaltig bekehrten von ihrem schlechten Lebenswandel! ... Denn der Wollustkitzel ist des Satans Kunstgriff! Wehe, wer sich vom Satan also hat ergreifen lassen! Jeder wird am Ende große Not finden, sich aus diesen Krallen loszumachen! Unsägliche Leiden und Schmerzen werden sein Anteil sein! Beachtet dieses alles wohl; denn sonst kommen die Tage, die euch nimmer gefallen werden!"

b) Segen der Keuschheit

GrEv IV/230-231 — DER HERR: "Würden die Menschen das Laster der Unzucht meiden und den Beischlaf nur so oft begehen, als er zur Erweckung einer Frucht in eines Weibes Leibe notwendig ist, Ich sage es euch: Nicht einen gäbe es unter euch, der nicht mindestens ein Hellseher wäre! So aber, wie es unter euch Sitte ist, vergeudet der Mann wie das Weib die besten Kräfte durch das oft tägliche Verpuffen der alleredelsten und seelenverwandtesten Lebenssäfte und hat demnach nimmer einen Vorrat, aus dem sich am Ende ein stärkeres Licht in der Seele ansammeln könnte!

Darum aber werden solche Menschen stets mehr und mehr träge und polypenartig genußsüchtige Wesen. Sie sind selten eines hellen Gedankens fähig und sind furchtsam, feig, materiell, launisch und wetterwendisch, selbstsüchtig, neidisch und eifersüchtig. Sie können schwer oder oft gar nimmer etwas Geistiges begreifen; denn ihre Phantasie schweift immer im Reize des stinkenden Fleisches umher und mag sich nimmer zu etwas Höherem und Geistigem empor erheben. Und gibt es darunter schon auch dann und wann etwelche Menschen, die wenigstens in nüchternen Stunden einen flüchtigen Blick nach oben senden, da kommen gleich, wie schwarze Wolken am Himmel, fleischsinnliche Gedanken und verdecken das Höhere der art, daß die Seele dessen rein vergißt und sich gleich wieder in die Fleischeslust stürzt!

Darum aber sei es euch auch für vollwahr gesagt, daß Hurer und Huren, Ehebrecher und Ehebrecherinnen und Unzüchtlinge aller Art und jeden Geschlechts in Mein Gottesreich schwer Eingang finden werden!

So du nun in deinem Herzen das für etwas zu stark hältst, da versuche du, so einen fleischsinnlichen Menschen umzugestalten. Fange an, ihn auf die Gebote Gottes aufmerksam zu machen, sage zu ihm: "Der Friede sei mit dir, das Reich Gottes ist dir nahegekommen! Laß ab von deinem lasterhaften Leben, liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst! Suche die Wahrheit, suche das Reich Gottes in deines Herzens Tiefen! Laß ab von der Welt und ihrer losen Materie und suche zu wecken in dir des Geistes Leben! Bete, forsche und handle in der Ordnung Gottes!" — und du wirst diese Worte an völlig taube Ohren gerichtet haben! Er wird dich verlachen, dir den Rücken kehren und zu dir sagen: "Fahre ab, du frömmelnder Narr, reize mich mit deiner Dummheit nicht, sonst nötigst du mich, dich ins Gesicht zu schlagen!"

Ermahnst du ihn zum zweiten Male, so hast du noch eine ärgere Grobheit zu erwarten, als da war die erste!

Darum ist ein Hurer nicht nur ein sinnlicher Sündenbock, sondern in seiner Gereiztheit auch ein gar böser Mensch; er ist voll des wilden Feuers und blind und taub für alles Gute und Wahre des Geistes. Einen Räuber bekehrst du lange eher denn einen echten Hurer und Ehebrecher.

Wo unter den Menschen die Unzucht als eine wahre Seelenpest eingerissen ist, da hat das Predigen des Evangeliums sein Ende erreicht. … Sorget darum vor allem, daß dieses Laster nirgends einreiße! Und die Eheleute sollen nur soviel tun, als da zur Zeugung eines Menschen unumgänglich notwendig ist. Wer sein Weib stört während ihrer Schwangerschaft, der verdirbt die Frucht schon im Mutterleibe und pflanzt derselben den Geist der Unzucht ein. Denn welch ein Geist die Gatten reizt und nötigt, sich über die natürliche Gebühr zu beschlafen, derselbe Geist geht dann potenziert (verstärkt) in die Frucht über.

Daher soll auch bei der Zeugung dieses wohl und sehr gewissenhaft beachtet werden, daß erstens die Zeugung nicht aus gemeiner Sinnengier, sondern aus wahrhafter Liebe und seelischer Neigung ausgeübt werde — und zweitens, daß das einmal empfangen habende Weib noch gut sieben Wochen nach der Ausgeburt ihrer Frucht in der Ruhe ungestört belassen werde!

Kinder, auf diese ordentliche Art gezeugt und im Mutterleibe ungestört ausgereift, werden erstens schon leiblich vollkommener in die Welt kommen, weil die Seele in einem vollkommen ausgebildeten Organismus doch sicher eher und leichter für ihren geistigen Herd sorgen kann als bei einem ganz verdorbenen, an dem sie gleichfort zu bessern und zu flicken hat. Und zweitens ist sie selbst in sich reiner und heller, weil sie nicht von den Unzuchtsgeistern, die durch die oft täglichen Nachzeugungen in des Embryo Fleisch und auch Seele hineingezeugt werden, gestört wird. Wie leicht kann solch eine Seele ihr Gemüt schon in der zartesten Kindheit gleich einem Samuel zu Gott erheben aus wahrer kindlicher, allerunschuldigster Liebe! Bei solchen Kindern fängt schon frühzeitig eine Außenlebenssphäre sich zu bilden an, und sie werden bald und leicht hellsehend, und ihrem Willen wird sich alles in Meiner Ordnung Seiende zu fügen anfangen.

Was sind dagegen die schon im Mutterleibe verdorbenen Kinder? Ich sage es euch: Kaum mehr als scheinbelebte Schattenbilder des Lebens! Und was ist hauptsächlich daran schuld? Das, was Ich euch bisher sattsam als Folge der Wollust gezeigt habe!

Wo irgend in der späteren Zeit Mein Wort von euch gepredigt wird, sollte diese Lehre nicht fehlen! Denn sie bearbeitet des Lebens Grund und Boden und macht ihn frei von Dornen, Gestrüppen und Disteln, von denen noch nie ein Mensch Trauben und Feigen geerntet hat."

c) Vom Zeugungsvermögen und seiner rechten Verwendung

H III/64(9-18) — Lamech, einer der Urväter sagt: "Der Mann hat ein Gefühl, dem zufolge er nicht nur ein, sondern viele Weiber ergreift; und dieses Gefühl ist ein wahrer Nimmersatt. Denn so da jemand schon hätte zwei, drei und noch mehrere der schönsten Weiber, käme aber dann an einen Ort, da es noch hundert wieder anders geformte, schöne Weiber gibt, siehe, da drängt es ihn alsbald gewaltigst, daß er sich auch in den Besitz dieser hundert setzen möchte!

Warum gabst Du, Herr, ihm solch einen Trieb, der Deiner Ordnung zufolge nicht befriedigt werden darf?"

DER HERR erwidert: "Siehe, da verhält es sich mit dem Gefühlsreichtume gerade also wie mit der reichen Ausstattung der Zeugungsfähigkeit. Das Gefühl, welches sich als ein mächtiger Zug oder Trieb im Herzen ausspricht, ist ebenfalls eine reiche Zeugungsfähigkeit im Geiste. — Wenn aber der Mann ein Unzüchtler ist und seinen Samen auf den Gassen und Straßen verstreut, sage Mir, wird so ein grundgeschwächter Mann wohl je selbst mit einem fruchtbaren Weibe eine Frucht von gerechtem Maße zu zeugen imstande sein? Siehe, das wird er nicht! Denn aus den Trebern preßt man keinen geistigen Saft mehr.

Also aber steht es auch mit dem Gefühlsreichtume: Der Mann sammle nur sein Gefühl im Herzen und kehre es dann zu Mir! Und wenn es die gerechte Kraftreife wird erlangt haben, dann wird er in Mir, dem Urgrunde aller Dinge und somit auch aller noch so schönen Weiber, den allergenügendsten und allerbefriedigendsten Ersatz finden und wird dann mit diesem kraftvollsten Gefühle ein Weib in aller gerechten Kraft lieben können, und es wird ihn das Weib seines Nachbarn auch nimmer anfechten.

Solches aber wisse, daß auf dieser Welt alles im Menschen nur eine auszubildende Anlage ist für einen endlos erhabenen, ewigen Zweck. Daher soll er von den in sich wahrgenommenen Kräften nicht eher einen Gebrauch machen, als bis sie zur Vollreife gelangt sind. — Wie aber die Früchte der Erde nur im Lichte der Sonne reifen, also reifen auch die geistigen Kräfte des Menschen nur in Meinem Lichte. Daher soll jeder Mensch seine Kräfte auf Mich hinwenden, so wird er ein vollkommen reifer, mächtiger Mensch werden in Meiner Ordnung. Wer aber das nicht tut, der ist selbst schuld an seinem Tode."

d) Ein Evangelium der Ehe

JJ 102(17ff) — Das Jesuskindlein aber richtete sich sogleich auf und sprach zu Cyrenius und dessen Braut Tullia: "Ich bin nicht ein Herr dessen, was der Welt ist; daher seid ihr von Mir aus in allem Weltlichen frei! Habt ihr aber eine wahre Liebe in euren Herzen zueinander gefaßt, da sollet ihr dieselbe nicht brechen! — Denn es gilt bei Mir kein anderes Gesetz für die Ehe, als welches da mit glühender Schrift geschrieben steht in euren Herzen.

Du, Mein Cyrenius, hast zu dieser Tochter dein Herz gar mächtig gefaßt; daher sollst du es nicht mehr abwenden von ihr! — Und du, Tochter, warst beim ersten Anblicke schon brennend in deinem Herzen zu Cyrenius, darum bist du schon sein Weib vor Mir! Denn bei Mir gilt nicht äußerer Rat oder Widerrat, sondern allein der Rat eurer Herzen ist bei Mir gültig. Bleibet sonach diesem für ewig getreu, wollt ihr nicht zu wahrhaftigen Ehebrechern werden vor Mir!

Verflucht sei aber ein Widerräter aus weltlichen Gründen in der Sache der Liebe, die von Mir ist! — Was ist denn mehr: die lebendige Liebe, die aus Mir ist, oder der weltliche Grund, der aus der Hölle ist?

Habt ihr euch aber schon beim ersten Anblicke laut dieses lebendigen Gesetzes erkannt und verbunden, da sollet ihr euch nicht mehr trennen, so ihr nicht sündigen wollet vor Mir!

Ich halte aber kein weltliches Eheband für gültig, sondern allein das des Herzens. Wer dieses bricht, der ist ein wahrhaftiger Ehebrecher vor Mir!

Wehe aber auch der Liebe, deren Grund die Welt ist — sie sei verflucht!"

Diese Worte des Kindleins machten, daß sich alle entsetzten, und niemand getraute sich weiter etwas zu reden in Sachen der Ehe.

e) Vaterworte auf den Eheweg

H II/89(3ff) — Nachdem die Väter mit den Müttern das neue Ehepaar gesegnet hatten, kam Jonas mit seinem jungen und schönen Weibe wieder zum Abedam* (* Name des Herrn bei Seinem Erscheinen unter den Urvätern.) hin, wie Er ihn vorher beheißen hatte. Da er nun wieder vor dem hohen Abedam sich befand, legte alsbald der Heilige Seine Hände zuerst auf den Jonas, dann aber auch auf die Besela, berührte das Haupt und das Herz, das heißt die linke Seite der Brust, und sprach dabei folgende Worte:

"Nehmet hin Meinen Segen zum ewigen Leben! Zeuget aus euch wahre, lebendige Früchte der reinen Liebe! Ferne sei euerm Leibe die stumme Befriedigung dessen, daran das Fleisch und somit auch die Sünde hängt, so werdet ihr stets wandeln wahrhaft und getreu vor Mir. Wer da aber wohltut seinem Fleische, es nährt über das gerechte Maß und es dann durch alle Wollust sucht zu ergötzen, der nährt seine eigene Sünde und räumt durch die Wollust des Fleisches dem ewigen Tode alle Gewalt über sich ein.

Daher bezähmet allzeit eure Begierden, so es nicht Zeit ist, daß ihr Mir zeuget eine lebendige Frucht! Wenn es aber Zeit ist, dann rufet zu Mir, damit Ich euch halte, wenn ihr der Sünde ein Opfer bringet, und ihr darum nicht fallet, sondern bleibet in Meiner Gnade.

Denn wer da fällt, der steht schwer auf, und bei jedem Falle wird der Geist mit einem neuen Totengefängnisse umgeben. Wenn er dann erstehen möchte aus der Gefangenschaft des Fleisches, welches ist die alte Sünde und der alte Tod des Geistes — wie wird es ihm dann ergehen, wenn er statt einer Rinde mehrere hunderte wird zu durchbrechen haben, da immer eine um die andere hartnäckiger wird?!

Daher sage Ich es euch noch einmal: Nähret, stärket und ergötzet euer Fleisch nicht! Denn dadurch nähret, stärket und ergötzet ihr euern eigenen Tod, welcher nun den Geist umgibt als letzter Kerker vor seiner Wiederbefreiung oder Wiedererstehung zum vollen ewigen Leben aus Mir und in Mir!

Du, Mein geliebter Jonas, hast geschaut die Größe und Erhabenheit dessen, was da ist ein Kind Meiner Liebe! Du hast die Fülle der Glut Meiner Vaterliebe empfunden! Also bleibe getreu Meinem Willen; bleibe getreu Mir, deinem Gott; ja bleibe getreu Mir, deinem heiligen, liebevollsten Vater!

Siehe sooft das Fleisch eine ungebührliche Forderung an dein Herz legen wird allezeit die Sterne des Himmels an, und Ich werde aus den Sternen zu dir reden und werde dir sagen, was du zu tun hast!

Wenn du aber abweichen möchtest von diesem Meinem Wege, den Ich dir jetzt vorgezeichnet habe, dann wird sich auch der Himmel vor deinen Augen in dichte Wolken verhüllen, und du wirst so lange die sprechenden Sterne hinfort nicht zu Gesichte bekommen, bis du voll Reue auf diesen Meinen Weg zurückkehren wirst!

So du aber verbleiben wirst freimütig getreu Meinem Willen, da wirst du bald die große Macht desselben in dir zu gewahren anfangen. Denn eben dadurch, daß du befolgst Meinen Willen, nimmst du denselben in dich auf und machst ihn zu dem deinigen …

Wer aber sich zu eigen gemacht hat Meinen Willen, der ist vollkommen geworden, wie Ich, sein Vater, es bin, und er wird die Werke des Lebens verrichten, die Ich verrichte. Wer aber also geworden ist ein Besitzer Meines Willens, der hat auch die wahre Kindschaft überkommen ...

Das aber ist ja die wahre Kindschaft, daß jeder ist in Meinem Willen und Mein Wille in ihm. Und das ist die wahre, lebendige Frucht der reinen Liebe und das ewige Leben.

Diese Frucht sollst du Mir vor allem zeugen mit deinem Weibe. — Hast du solche gezeugt, so wirst du auch dann Kinder zeugen, welche aus Meinem Willen hervorgehen werden und werden sein vollkommen gleich dem, der sie gezeugt hat.

Das aber ist Mein Segen, daß sonach Mein Wille der deine werde und du lebest aus und in demselben ewig! — Amen."

f) Der Wille Gottes für Mann und Weib

H I/36 — Ihr Weiber sollet wohl bedecken euren Leib, damit durch euer Wesen nicht der Mann zur Unzucht gereizt werde. Daher seid vor allem züchtig wie das Bienenweibchen, das sich nicht getraut mit seinem Wesen ans Licht der Sonne, sondern Tag und Nacht sorglich kriecht über die Zellen seiner harmlosen Kinderchen. So auch sollet ihr sein — und gehorsam in allem euren Männern, insoweit es der allerheiligste Wille Gottes erheischt. Jedoch sollte ein Mann euch wider den allerheiligsten Willen Gottes zu etwas zwingen wollen, so soll auch euch gestattet sein, euer Haupt vor dem Manne zu entblößen und selben lieblich zu mahnen an seine Pflichten aus Gott. Und so ihr alles dieses genau erfüllen werdet, dann wird der Herr euch mit großen Gnaden überhäufen, und ihr werdet in unendlicher Schönheit zur süßen Augenweide des heiligen Vaters ewig und unsterblich.

Euch Männern aber sei kein anderes Gesetz gegeben als der allzeit sich euch kundgebende heiligste Wille des allerhöchsten Gottes. Wer von euch jedoch diesen je sollte unbeachtet lassen in seiner Brust, vor dem wird sich nach und nach der heilige Mund Gottes, wie der der Natur, schließen. Dann wird ihm, da er sich von Gott nach außen gewendet, auch ein äußerliches Gesetz gegeben werden, welches ihn zum Sklaven der Sünde und Knechte der Hölle machen wird, wenn er nicht alsobald sein Herz brechen und reinigen wird im demütigen Gehorsam und es dann bittend hintragen wird vor Gott in Furcht und Liebe, damit Er es wieder segne und heilige.

g) Schlechte Ehen und ihre Früchte

NS Kap. 23 — DER HERR: "Glaubet Mir: Die verächtlichste Ehe, welche auf der Erde geschlossen wird, ist eine Geld- oder Güterehe. Diese hat auch ganz sicher allda ein ewiges Ende, wo ihr Grund ein Ende hat. — So sind auch nicht minder verderblich und verächtlich diejenigen Ehen, welche die Sinnlichkeit und gegenseitige reizende Leibesform zum Grunde haben; denn auch diese vergehen allmählich, wie ihr Grund. — Dergleichen sind auch politische Ehen schlecht und vergänglich; auch sie dauern nicht länger als ihr Grund. — So sind auch die vorzeitigen Jugendehen ohne Bestand; denn auch diese vergehen wie ihr Grund. — Ingleichen die Glanzehen; auch diese vergehen wie ihr verderblicher Grund.

Nur Ehen, die allein Mich zum Grunde haben, werden ewig bestehen, weil ihr Grund ein ewiger ist!

Darum also habe Ich euch auch solches gegeben, damit ihr daraus ersehen sollet, wie die wahren Ehen geschlossen und beschaffen sein und welchen Grund sie haben sollen.

Saget ihr aber nicht selbst: Auf einem schlechten Grunde können keine edlen Früchte zum Vorschein kommen, sondern nur Unkraut und Disteln? — Wenn ihr demnach die ganze Welt im argen erblicket und fraget: Woher dieses? — da sage Ich euch: Sehet auf den Grund, auf welchem die Früchte gewachsen sind, und urteilet danach, ob in derlei Sümpfen und Morästen wohl edle Reben wachsen können? Ihr leget die Rebe ja auch nur auf die Berge also, daß sie dort einatme und einsauge die reineren Säfte und eine gute Luft, und saget: Das ist der beste Grund für die Rebe! Sehet, also sollten auch die lebendigen Früchte des Menschengeschlechtes, als die alleredelste Pflanze der Erde, auf den besten Grund gesät sein! — Demnach wundert euch nicht der schlechten Früchte, wenn sie in Pfützen, Kloaken, Sümpfen und Morästen gezogen werden! Solche Gründe aber sind eure weltlichen Ehen; darum auch ihre Früchte, wie der Grund!"

h) Mann und Weib

RBl II/157(12) — Die pure Weiberliebe ist Eigenliebe! Denn wer von der Weiberliebe sich so weit verziehen läßt, daß ihm daneben die Nächstenliebe und aus dieser die Gottesliebe zur Last wird, der liebt sich selbst im Wesen des Weibes! Lasse dich daher von der reizenden Gestalt eines Weibes nicht gefangennehmen übers gerechte Maß, ansonst du untergehst in der Schwäche des Weibes, während doch das Weib in deiner Kraft erstehen soll zu einem Wesen mit und in dir! — Wie du aber ein oder das andere Glied deines Wesens liebst, also liebe auch das Weib, auf daß es eins werde mit dir! Aber Gott liebe du über alles, auf daß du in solcher mächtigsten Liebe neu geboren werdest zu einem wahren, freiesten Bürger der reinsten Himmel Gottes für ewig und dein Weib wie ein Wesen mit dir!

3. Kindererziehung

a) Von der Seele der Kinder

Ed Kap. 53 — Daß die Seele der Kinder zum Teil auch aus der Seele der Eltern genommen ist, beweist die gestaltliche Ähnlichkeit der Kinder mit den Eltern. Was darin fremdartig ist, das bleibt fremdartig und gestaltlich unähnlich den Zeugern. Was aber aus den Zeugern ist, das spricht sich ebenbildlich durch das Ebenbildliche mit den Zeugern aus, und die Eltern erkennen daran ihre Kinder.

b) Vom Ernst der Kindererziehung

J.L. (v. 8.6.1840) — "O Herr! Wie sollen der Menschen Kinder erzogen werden, damit sie fähig werden möchten, dereinst Deine Kinder zu heißen?" Nun, so schreibe! Denn das ist eine gute und recht gestellte Frage, darauf Ich euch eine vollbestimmte Antwort geben will. Aber sehet zu, so Ich euch ein rechtes Licht hierin gebe, daß ihr getreue Hirten werdet eurer kleinen Herde, die euch gegeben wurde aus der Tiefe, damit ihr sie bringet zur Höhe aller Demut und dadurch auf den Weg alles Lebens durch das leuchtende Feuer Meiner Liebe. Aber es wird euch viel Mühe machen, und diese Mühe soll sühnen eure Fleischeslust, die ihr mit euren Weibern vielfach getrieben habt, wodurch euren Kindern erteilt wurde das Kleid der Hure und ein Denkmal im zerstörten Jerusalem und ein weites und tiefes Grab unter dem Schutte Babels.

Denn sehet, wäret ihr wiedergeboren gewesen aus dem Geiste Meiner Liebe, dann hättet ihr die Jungfrau, die ihr zum Weibe begehrt habt, zuvor reinigen können in den Strömen des lebendigen Wassers, das da in unendlicher Fülle entströmt wäre eurem Wesen. Und so wäre dann eure Ehe eine himmlische gewesen, und eure Kinder gezeugt in der Lust der Engel, welche ist eine wahre Einung der Liebe mit der Weisheit, wären dann Kinder aus den Himmeln und wären schon zur Hälfte wiedergeboren, darin der Geistessame bald gedeihen würde zur Frucht in der neuen Erde, die da ist gelegt in den großen Gärten des neuen Jerusalems. Und die Erziehung wäre euch zur großen Freude geworden im Angesichte eures heiligen Vaters. — Da ihr nun aber eure Ehe geschlossen habt in der Finsternis der Welt, zu verrichten die Werke des Todes und zu zeugen Früchte der Hölle, das da sind eure lieben, verzärtelten Kinder — so ist es auch schwer, der Brut der Schlangen das Gift zu nehmen. Und es kann dies nicht anders geschehen, als durch gänzliche Abtötung des Fleisches und volle Gefangennehmung des Willens, weil der Eigenwille solcher Kinder ein rein höllischer oder satanischer ist, da auch nicht ein Funke ist, der da wäre ein rein himmlischer.

So ihr aber meint, Ich sage hier zuviel, da entgegne Ich: Prüfet eure Brut, und ihr werdet nichts finden als: Eigenliebe, Neid, Zorn, Trägheit, Unlust gegen alles Ernste und einen heimlichen, entschiedenen Widerwillen gegen alles Göttliche, weshalb sie nur durch Strafen oder weltsinnliche Belohnungen können bewegt werden, irgend einige magere Sätze aus den harten Katechismen zu erlernen. Und nun denn, so ihr solches bei euren Kindern gefunden habt, dann saget und bekennet offen, daß Ich euch das nun nur aus Meiner übergroßen Liebe des Heils eurer Kinder und eurer selbst wegen sage, daß eure Kinder wahre Kinder der Hölle sind.

Wollet ihr nun aus eurer Brut neu zeugen Kinder der Liebe, so müsset ihr blind sein gegen eine niedliche und geschmeidige Fratze und taub gegen jeden ihrer törichten Wünsche und müsset schon frühzeitig gefangennehmen jeden Funken ihres bösen Eigenwillens, damit da Raum werde für Meine Liebe und für einen neuen Willen daraus.

Alles, was die Kinder starrsinnig begehren, müsset ihr ihnen versagen, und wäre es auch Gutes, damit nicht der ihre, sondern euer Wille lebendig werde durch die Ergebung und den gerechten und heilsamen Gehorsam in ihren Herzen.

Strafet allezeit den Eigensinn und den Unwillen, die Trägheit, die Unlust zum Göttlichen, vorzüglich aber eine sich heimlich im Herzen aufhaltende Geringachtung heilsamer Ermahnungen sowie Meines Namens und alles darauf Bezug Habenden.

Beim Rechttun belobet nicht, und noch weniger belohnet die Kinder! Saget ihnen freundlich ernst, daß sie ein Werk des neuen Willens ausgeführt haben, worüber der Vater im Himmel schon eine kleine Freude habe. Und hat ein Kind aus eigenem Antriebe in einer pflichtfreien Zeit als Erholung des Leibes etwas getan, das da scheine, als wäre es etwas Gutes, dann fraget es ja haarklein aus, was es dazu bewogen habe. Und habt ihr es bis auf den Grund erfahren, ob es aus Eigenliebe, oder aus Liebe zur Pflicht, oder aus Liebe zu euch, oder aus Liebe zu Mir geschehen ist, so richtet danach allezeit euer Miß- oder Wohlgefallen.

Aber mit euren Liebkosungen seid sparsam wie der Winter mit den warmen Tagen, damit die Fruchttriebe nicht zerstört werden in einer folgenden Versuchung, gleich den Blüten des Frühlings durch einen späteren Reif. Jedoch lasset häufig kalte Winde wehen, damit die Pestluft um die jungen Herzen zur Wohlfahrt des Geistes gereinigt werde.

Die Knaben lehret gehorchen und lasset sie die Ursache des Gehorsams in Meiner Liebe erkennen. Und bestrafet deren Neugierde und zu große Spielsucht und weiset sie strenge zur Ruhe.

Die Mädchen aber haltet daheim und lasset ja nicht auch nur die allerleiseste Begierde in ihnen wach werden, sei es in was immer. Und willfahret ja nie auch nur im allergeringsten irgendeinem Wunsche, bevor euch nicht klar geworden die geheimste Quelle des selben.

Hütet sie sorgfältigst vor Zusammenkünften mit fremden Kindern, die eine Welterziehung genießen, sonst habt ihr selbst schwere Hagelwolken zusammengezogen. Und da wird nicht eine Ähre des Weizens verschont bleiben.

Mit dem Alter gehe auch eure gerechte Strenge siebenfachen Schrittes vor.

Höret eure Kinder lieber weinen in der Kränkung ihrer verderblichen Eitelkeit, als frohlocken in ihren allezeit hochmütigen Weltfreuden, damit ihr gleich werdet den Engeln im Himmel, die große Freude haben an den reuig Weinenden der Welt.

Ein zorniges Mädchen soll fasten siebenmal so lange, als ihr Zorn gedauert hat, damit sie sanft werde wie eine Taube.

Eure Liebe sei ihnen verborgen, wie Ich euren Augen, damit die neue, zarte Frucht nicht ersticke in der Hitze eines unzeitigen Feuers. Und in dem Maße wie die Frucht sich zeiget, die aus den neuen Samen des Himmels sproßt, und fester und fester wird, und wie sicht- und sichtbarer wird in ihren Herzen die wahre, reine Liebe zu Mir und daraus ein werktätiger Glaube, so auch öffne sich euer Herz in verständiger Liebe zu den geistig neugeborenen Kindern.

Sehet, das ist der Weg des Lebens für eure Kinder! Und das ist der einzige, und außer diesem gibt es keinen, wie es außer Mir keinen Gott mehr gibt. Wer ihn wandeln will, der wird Segen finden und erkennen, daß er aus Mir ist. — Wer aber tun wird nach dem Buche der Welt, der wird auch da seinen Lohn sicher finden bei dem Fürsten der Welt im Pfuhle der Ewigkeit. — Amen. Ich, Gott, der Allerheiligste, und Jesus, als Vater. — Amen.

c) Die wichtigsten Regeln gesegneter Kindererziehung

GrEv IV u. VIII/22(7) — DER HERR: Lehret früh die Kindlein den Vater im Himmel lieben, zeiget ihnen, wie gut und liebevoll Er ist, wie Er alles, was da ist, zum Besten der Menschen höchst gut, schön und weise erschaffen hat und wie gar so sehr Er besonders den kleinen, Ihn über alles liebenden Kindlein zugetan ist! Machet sie bei jeder besonderen Gelegenheit aufmerksam, daß so etwas alles der Vater im Himmel anordnet und geschehen macht und läßt, so werdet ihr die Herzen der Kleinen zu Mir kehren und Meine Liebe wird in ihnen ehest zu wuchern anfangen! Wenn ihr also die Kleinen leiten werdet, dann wird eure leichte Mühe euch bald die güldensten Früchte tragen — sonst aber nur Dornen und Disteln, auf denen weder Trauben noch Feigen wachsen!

DER HERR: Die Kinder sollen mit wahrer und ernster Liebe behandelt und erzogen werden. Jede Verzärtelung und Nachgiebigkeit von seiten der Eltern ist ein großer Seelenschaden für die Kinder, der den Eltern zur Schuld gerechnet werden wird. — Weise Eltern werden auch mit weisen Kindern gesegnet werden. — Bei der Erziehung der Kinder aber ist ein Muß so lange nötig, bis das Gute der Gesetze zu einem freiwilligen und freudigen Gehorsam geworden ist. Ist dieser Fall eingetreten, so hat das Kind des Gesetzes Muß in sich selbst aufgehoben und ist zum freien Menschen geworden.

d) Weiteres von der Erziehung der Kinder

GrEv IV/124 — DER HERR: Der Hauptgrund der Verderbung der Menschenseelen liegt in der affenliebigen Erziehung der Kinder. Man läßt das Bäumchen wachsen, wie es wächst, und trägt durch die sehr unzeitigen Verzärtelungen noch alles mögliche dazu bei, um den Stamm ja recht krumm wachsen zu lassen. Ist aber der Stamm einmal erhärtet, so nützen dann gewöhnlich alle Beugungsversuche wenig oder nichts mehr; eine einmal krumm gewachsene Seele wird selten mehr zu einem völlig geraden Stamme!

Darum beuget eure Kinder in ihrer leicht lenksamen Jugend. Ein Kind ist bis ins siebente Jahr stets noch bei weitem mehr Tier als Mensch. Denn was bei dem Kinde Mensch ist, das liegt zumeist noch in einem tiefen Schlafe begraben. Da aber ein Kind bei weitem mehr Tier denn Mensch ist, so hat es auch sehr viele tierische und sehr wenige wahrhaft menschliche Bedürfnisse.

Nur das Nötigste werde ihnen gereicht! Man gewöhne sie frühzeitig an allerlei Entbehrungen. Man lobe die Braven nie zu übertrieben, sei aber auch gegen Minderbefähigte und -brave nie zu hart, sondern behandle sie mit rechter Liebe und Geduld.

Man lasse sie sich üben in allerlei Gutem und Nützlichem und mache ein noch so braves Kind ja nie eitel, selbstliebig und sich überschätzend. Auch mache man Kinder, besonders wenn sie irgend schön von Gestalt sind, nie durch schöne und reiche Kleider noch eitler und stolzer, als sie schon von Natur aus gerne sind. Man halte sie rein, mache jedoch nie Hausgötzen daraus, so wird man sie schon von der Geburt an auf jenen Weg setzen, auf dem sie in ihrer reiferen Jugend dahin gelangen werden, wohin ihr alle nun erst durch Mich gelanget. Die Jungfrau wird voll Keuschheit und Züchtigkeit den Stand einer ehrbaren Mutter erreichen, und der Jüngling wird mit mannsreifer Seele und gewecktem Geiste in das Mannesalter treten und ein Segen sein für die Seinen und für alle Kreatur.

Gebet ihr aber den tierischen Begierden und Leidenschaften eurer Kinder zu sehr nach, so werdet ihr mit ihnen auch allen Lastern ein neues und weites Tor eröffnen, durch das sie heerscharenweise in diese Welt verderbensvoll dringen werden. Und werden sie einmal dasein, so werdet ihr vergeblich gegen sie mit allerlei Waffen zu Felde ziehen und nichts ausrichten gegen ihre Macht und große Gewalt! — Pfleget daher die Bäumchen, daß ihr Wuchs ein himmelanstrebend gerader wird, und reiniget sie sorgfältig von allen Auswüchsen.

e) Winke zur Säuglingsernährung

Ed Kap. 62 — DER HERR: Wie muß sich ein Mensch schon von seiner Geburt an verhalten, oder wie muß er gehalten werden, damit er in der Reife seiner Jahre jene geistige und leibliche Diätordnung beachten kann, durch die allein es ihm möglich wird, ein ruhiges, hohes Alter zu erreichen und eben durch dieses hohe Alter seiner Seele einen wahren, festen, für die Ewigkeit dauernden Bestand zu sichern?

Das Kind, wenn es sich schon in der Wiege zeigt, daß es sehr empfindlicher Natur ist und leicht durch allerlei Einflüsse gereizt werden kann, sollte durch solche Mittel genährt werden, die das Blut nicht erhitzen, sondern nur sanft kühlend herabstimmen.

Säugt die Mutter das Kind an der Brust, so enthalte sie sich von geistigen Getränken und hauptsächlich von Gemütsbewegungen; denn durch alles das setzt sie Spezifika in ihre Brust, die eine Nahrung des Zorngeistes sind — kurz und gut, sie enthalte sich von solchen Speisen und Getränken, die zu sehr die Galle erzeugen oder die schon erzeugte aufrütteln. Hülsenfrüchte, besonders Bohnen, sind einer solchen Mutter durchaus nicht zu empfehlen, wohl aber mäßige Fleischbrühen, auch Braten vom Fleische reiner Tiere und Mehlspeisen von Weizen, Roggen und weißem Mais; auch Wassergerste oder Reis ist einer solchen gedeihlich, in nicht fetter Milch gekocht.

Wenn aber eine Mutter das Kind nicht selbst säugt, sondern es an der Brust einer sogenannten Amme trinken läßt — was zwar nie recht gut ist —‚ da soll fürs erste die Amme wohl erkannt sein, wessen Geistes Kind sie ist, und hat sich's herausgestellt, daß sie eine gute und sanfte Seele ist, so muß sie dann fürs zweite dieselbe Diät im Essen und Trinken und die Zügelung ihres Gemütes ebenso beachten, wie solches der Mutter vorgeschrieben ist.

Säugt die Mutter oder die Amme das Kind, so soll es alsbald von der Brust entwöhnt werden, wenn sich die ersten Zähne zeigen.

f) Guter Rat für stillende Mütter

GrEv VI/80 — DER HERR: Ein junges Ehepaar hat schon ein Kind, und zwar einen Knaben. Aber das kaum etliche Wochen alte Kind litt an bösen Krämpfen, und zwar infolge eines Schrecks, den die junge Mutter noch im Wochenbette dadurch erlitten hatte, daß in einem nachbarlichen Hause ein Feuer entstand, das aber bald gelöscht wurde. Die jungen Eltern, wie auch ihre noch lebenden Alten versuchten alles, das Kind von diesem Übel zu heilen; aber da war alles vergebens.

Als Ich ins Haus trat und sie Mich wohl erkannten, da fielen sie vor Mir auf die Knie nieder und sagten: "O Meister, Dich hat wahrlich Gott zu uns geführt, auf daß Du heilest unser einziges Kind! Oh, wir bitten Dich inbrünstigst darum! Daß Dir alles möglich ist, wissen wir schon lange."

Sagte Ich: "Stehet auf; denn es ziemt sich nicht, daß Menschen vor Menschen sich auf die Knie werfen!"

Sagte das junge Ehepaar: "O Meister, wir wissen es aber, daß Du mehr bist als nur ein Mensch, und so geziemt es sich wohl, daß man sich vor Dir auf die Knie wirft! O hilf unserm Kinde!"

Sagte Ich: "Nun, nun, so stehet auf und bringet Mir das kranke Kind her!"

Da erhoben sich die Eltern schnell vom Boden und brachten Mir das Kind. Ich aber legte ihm die Hände auf und segnete es, und im Augenblick wurde das Kind so heiter und gesund, als ob ihm nie etwas gefehlt hätte.

Darauf sagte Ich zur jungen Mutter: "Du aber sei vorsichtig in der Folge! So irgend etwas dein Gemüt stark erregt hat und du hast noch ein Kind an der Brust, da laß das Kind so lange nicht saugen, bis dein Gemüt wieder in eine völlige Ruhe zurückgekehrt ist! Denn mit der Muttermilch können allerlei Übel im Leibe und sogar in der Seele der Kinder entstehen. Dies merket euch!"

g) Erziehung von Brauseköpfen

Ed Kap. 62 — DER HERR: Wenn Kinder erregbaren Wesens einmal gehen und reden können, dann sollen sie mit allerlei mehr ruhigen und für das kindliche Gemüt nützlich-erhebenden Spielereien beschäftigt wer den, und es sollte dabei fortwährend die Aufmerksamkeit gehandhabt werden, daß solche Kinder sich nie zu sehr erhitzen, weder durch Bewegung, noch viel weniger durch einen Gemütsaffekt; es muß alles hinweggeräumt werden, was sie nur im geringsten ärgern könnte.

Wird aber bei einem oder dem andern trotz aller Vorsicht bemerkt, daß nicht selten Gemütsaufbrausungen vorhanden sind, da ist eine zweckmäßige Strafe nie zu versäumen, welche jedoch nicht so geschwind mit Schlägen, sondern viel wirksamer und gedeihlicher mit zweckmäßigem Fasten bei der Hand sein sollte; denn nichts heilt den Zorn besser als der Hunger, und Hungernde sind am wenigsten zu einer Revolution aufgelegt, während, wenn sie satt sind, ihnen durchaus nicht zu trauen wäre.

Sehr gut für Kinder ist, wenn man sie dergleichen Ursachen wegen zu strafen hat, daß man ihnen begreiflich macht und sagt, daß der himmlische Vater, weil sie schlimm waren, ihnen kein Brot geschickt habe. Wenn sie aber wieder völlig brav wurden und den himmlischen Vater um Brot bitten, so werde Er ihnen gleich wieder eines geben. Dadurch werden dergleichen Kinder auf Gott aufmerksam gemacht, und es wird sich ihrer jungen Seele stets tiefer einprägen, daß sie in allem von Gott abhängt, und daß Er der getreueste Vergelter ist für alles Gute und Schlechte.

Sind solche Kinder aber dann recht ruhig und sittsam geworden, dann soll es auch nicht versäumt sein, ihnen recht begreiflich zu zeigen, wie der himmlische Vater eine recht große Freude an ihnen hat und ihnen tagtäglich am Morgen, Mittag und Abend zuruft: "Lasset diese lieben Kleinen zu Mir kommen!"

Wenn die Kinderchen so geleitet werden, dann wird es späterhin wenig Anstände mit ihnen haben; werden sie aber nicht also geleitet, so wird es schon etwas schwerer sein, sie in späterer Zeit auf den rechten Weg zu bringen, und es wird da das Sprichwort in Erfüllung gehen, laut dessen sich ein alter Baum nicht mehr beugen läßt, außer manchmal durch Blitz und Sturm — wobei aber ein solcher Baum selten ohne Schaden davonkommt. Sind dergleichen Kinder völlig erwachsen und haben sie schon eine vollkommene Selbsterkenntnis erlangt, zeigen aber noch hie und da merkliche Anzeichen übertriebener Gemütsreizbarkeit, dann ist ihnen vor allem zu empfehlen, daß sie in allem sehr mäßig leben, früh schlafen gehen, früh aufstehen, von geistigen Getränken wie auch vom Fleische unreiner Tiere sich längere Zeit enthalten und ja keine Orte besuchen, wo allerlei toller Spektakel zur schlechten Belustigung der Zuseher aufgeführt wird, besonders aber jene Orte nicht, wo getanzt und gespielt wird. Dergleichen muß von solchen Brauseköpfen auf längere Zeit, wenn nicht bei manchen auf immer, gemieden werden.

Sehr gut ist für solche Menschen beiderlei Geschlechts auch, wenn sie bald ehelichen. Denn die Brunst eines Brausekopfes ist viel ärger als die eines sanften Menschen. Hauptsächlich aber sollen solche Menschen nebst einer naturmäßigen Gesundheitspflege auch recht oft beten und geistige Bücher lesen oder sich vorlesen lassen, wenn sie selbst nicht lesen können. Das wird ihre Seele stärken und ihrem Geiste die Fesseln lösen, welcher leicht völlig frei wird, wenn der gleichen Menschen Meine Liebe ergreifen. Denn weil solche Menschen einer größeren Versuchung ausgesetzt sind als andere, so sind sie aber auch eben darum Meiner Gnade um soviel näher. Eben diese Menschen sind es, aus denen etwas Großes werden kann, wenn sie auf den rechten Weg gelangt sind — weil sie den gerechten Mut in sich haben. Aus diesen Menschen werden, geistig genommen, Schiffe und Paläste wie aus Eichenholz und Marmor gebaut in Meinem Reiche. Aus Schwämmen und Schilf dagegen wird nicht leichtlich etwas Besseres, als es ist in seiner Art.

h) Rat für heranreifende Mädchen

G.M. (v. 13.6.1872) — Mein lieber Sohn! Du hast dich an Mich gewendet, um Hilfe und Rat zu erfahren wegen deiner kranken Pflegetochter. Um deinen Glauben zu bestärken, will Ich dir auch antworten. Und so wisse denn, daß wenn man auf einer Seite schadhafte Stellen ausbessert und auf der andern Seite wieder Schaden verursacht, nichts Gutes herauskommen kann.

Der Arzt, welcher deine Pflegetochter behandelte und mittels Eisenpräparaten ihre gestörten Unterleibsfunktionen regeln wollte und diese auch teilweise in Ordnung gebracht hat, erreichte so wohl öfters seinen Zweck; allein, indem er dieses Übel nur untergrub und ihm die Stütze raubte, hat er dasselbe nicht vertilgt. Und sobald die Natur oder der ganze Organismus von der Schwächung durch Arzneimittel sich erholt hatte, so zeigte sich das Übel wieder.

Um nun diesem Übel gänzlich den Garaus zu machen, muß Ich ein wenig mit dir in weitere Einzelheiten eingehen, damit du auch Meine Heilmethode, das heißt die wahre, richtig auffassen kannst.

Siehe, Mein Kind, das weibliche Geschlecht hat drei Hauptphasen in seinem Leben durchzumachen, welche Veränderungen aber (zu mal in den jetzigen Zuständen) nie so unbemerkbar vor sich gehen, und manchmal sogar, von andern organischen Fehlern unterstützt, dem leidenden Körper verhängnisvoll werden können.

Von der Geburt an bis zur Entwicklung des jungfräulichen Alters ist das Mädchen, obwohl schon mit allen Organen für ihren zukünftigen Beruf ausgerüstet, doch eigentlich geschlechtslos, das heißt, es schlafen alle Triebe für spätere Zwecke, und auch die dazu bestimmten Organe verhalten sich passiv, während der übrige Teil des Körpers sich entwickelt. Sobald aber der Zustand des jungfräulichen Lebens herannaht, tritt eine Veränderung aller Funktionen im weiblichen Körper ein, um das aufblühende Mädchen zu dem geeignet zu machen, wozu sie von Mir bestimmt ist, da ich das Weib als Fortpflanzungs-Organ der Menschheit in die Welt setzte. Diese gänzliche Umwandlung bringt die zweite Phase im weiblichen Körper- und Seelen-Komplex. Wenn dann die Jungfrau als Weib ihre Mission erfüllt hat, so tritt im vorgerückten Alter die dritte Phase ein, nämlich das Weib als Mutter geht wieder, wenigstens in ihren inneren Funktionen, in die erste Phase der Geschlechtslosigkeit oder, besser gesagt, in die fernere Unempfänglichkeit zurück!

Da das Eintreten in den Jungfrauenstand und auch das Austreten aus dem Mutterschafts- oder gebärfähigen Zustande durch eine gänzliche Umwandlung in den bis dorthin tätig gewesenen Funktionen bedingt ist, so treten dabei häufig Störungen, krankhafte Erscheinungen und andere mißliche Symptome auf, je nachdem das Individuum naturmäßig gelebt hat oder nicht (wobei natürlich auch Konstitution und Veranlagung mitwirken). Denn diese Störungen beim vorgerückten Alter, meistens von eigenen Fehlern herrührend, sind bei dem ersten Eintreten in die empfängliche Zeit oft auch Schuld angeerbter oder von Mutter auf Kind übertragener Fehler, sind aber ebendeswegen nur durch eine gänzliche Umwandlung der bisher geführten Lebensart gründlich zu heilen.

Denn siehe, Mein Sohn, alles was den menschlichen Körper erhält, ihn aufbaut, von ihm eingesogen und ausgeschieden wird, alles dieses ist Produkt der Lebenskraft des Blutes. Wenn nun das Blut von verdorbenen Säften angefüllt ist und dieselben an gesunde Organe abführt, was kann da anderes entstehen, als daß das Organ dann selbst krank wird und seine Aufgaben nicht in dem Maße erfüllen kann, wie es der ganze menschliche Organismus von ihm er heischt. In den Organen aber tritt der Mangel an gesunder, naturgemäßer Nahrung und Lebensweise erst sichtbar auf.

Der gewöhnliche Arzt will das Organ nun zumeist dadurch heilen, indem er es zu größerer Tätigkeit reizt. Er vergißt aber dabei ganz, daß es im Grunde nicht das Organ, sondern das in dasselbe einströmende Blut ist, welches diese Störung hervorbringt. Und so gleicht er einem Manne, der in einem Kruge die Löcher verstopfen will, die ein dahin einfließendes zerstörendes Element verursacht, während er statt dessen den Inhalt mit andern Flüssigkeiten austauschen sollte, wobei dann sein Flicken wohl eher nachhaltig sein würde.

Nun, deine Pflegetochter leidet eben an den Störungen der herannahenden Umwandlung zum nächsten, reiferen Zustande. Und um dieselbe zu heilen, ihr dieses Eintreten zu erleichtern und sie für den nächsten Zustand geeignet herzustellen, mußt du auch daran denken, ihr Blut von unreinen Elementen zu reinigen. Denn was sich an ihr zeigt, sind ja nur die unreinen Substanzen, welche die Natur ausstoßen will!

Das Blut aber zu reinigen, heißt nicht medizinische Reinigungsmittel gebrauchen, sondern das Kind auf die naturgemäße Lebensordnung zurückführen, von allen reizbaren, verdorbenen Speisen fernhalten! So wird dann das Blut nach und nach von den schlechten Stoffen gereinigt, führt den Organen bessere Betriebsmittel zu, und die Ausscheidungen gehen natürlicher und auf geregeltere Weise vor sich. Das Organ wird selbst wieder gesund (zwar langsam, aber gründlich) und mit ihm alle anderen mitverbundenen Teile des ganzen Organismus.

Und nun kommt, wie du es anfangen sollst, daß diese Reinigung sich bewerkstelligen läßt! — Auch hier will Ich dir einen deutlichen Aufschluß geben, um deine längst angewöhnten Vorurteile teilweise zu bekämpfen.

Siehe, "gut genährt" zu sein, viel und oft zu essen, ist nicht immer der Gesundheit zuträglich! Der menschliche Körper braucht bei weitem weniger zu seiner Erhaltung, als ihr im allgemeinen wähnet, daß in selben hineingeschoben werden müsse. Die naturmäßige Lebensart, ohne zu viel Fleisch von getöteten Tieren, ohne reizende Gewürze, ohne Kaffee, Wein oder Bier würde die Menschen bei weitem gesünder erhalten, als bei nun üblicher Lebensart die meiste Zeit eures Lebens mit Essen und Trinken zuzubringen.

Deswegen befolge du bei deinem Pflegekind eine naturgemäße Diät. Laß alles sogenannte Nahrhafte, Reizbare hinweg, gib ihr schwarzes Brot und reife Früchte zu essen — und das Übel wird sich verringern und mit der ganzen Folge von Unterleibsstörungen mit der Zeit ganz verschwinden. Führe sie oft ins Freie! Frische Luft (durch Sonnenlicht geläutert) und mäßige Bewegung in derselben, beschleunigen und erleichtern die Ausscheidungen, stärken die Organe und beleben das Blut.

Dieses sind Meine Medikamente, welche Ich für die Menschen schon seit undenklichen Zeiten geschaffen habe. Und es ist nur euren eigenen, verkehrten Begriffen zuzuschreiben, wenn ihr, statt mit Elementen und Ausflüssen der Liebe und Gnade, als Mitteln aus geistigen Quellen, euch mit Arzneien aus der gröbsten Materie, mit Giften und Säuren das Leben verkürzt und zugrunderichtet und dadurch euch dem frühen Tode überliefert!

Folge Meinem Rat, und du wirst bald sehen, wer recht hat — eure Doktoren oder Ich, der Allerwelts-Heiland! — Amen!

i) Früchte schlechter und guter Erziehung

GrEv IV/217 — DER HERR: Wenn Weltmenschen Kinder bekommen, so werden diese unmöglich anders erzogen als nur in der Art, durch die ihre Eltern zum Weltglücke emporgekommen sind, nämlich durch allerlei Weltklugheit … Alles wird auf früheste Bildung und Schärfung des Verstandes verwendet, dazu wird das Kind durch allerlei Geschenke und Auszeichnungen soviel wie möglich angeeifert. Dabei wird es schon in der frühesten Zeit, zugleich mit der Bildung des Verstandes, soviel wie nur möglich in der Selbst- und Gewinnsucht geübt, trägt feine und geschmückte Kleider und kennt sich oft schon im zehnten Lebensjahr vor lauter Hochmut nicht. Wehe einem armen Kinde oder auch einem andern armen Menschen, der solch einem verbildeten Kinde die gewünschte Ehre nicht bezeigt oder es etwa gar verhöhnt — der hat sich an solch einem Kinde einen bleibenden Feind zugezogen! Wo ist aber dann bei solchen Menschen noch an eine wahre innere Lebenskraft zu denken?! Wo ist da des Menschen Herrlichkeit über die gesamte Natur und über die Elemente, aus denen am Ende alles Geschaffene besteht und bestehen muß?!

Wird aber bei dem Menschen das Gemüt zuerst und vor allem gebildet, und kommt dann erst eine ganz leicht zu bewerkstelligende und wirkungsreiche Ausbildung des Verstandes hinzu, so wird der also geweckte Verstand zum lebendigen Lichtlebensäther, der die Seele also umfließt wie der Lichtäther die Sonne umflutet, aus dem heraus dann alle jene herrlichen Wirkungen zum Vorscheine kommen, die ihr diese Erde allenthalben beleben sehet.

Bei der rechten Bildung der Seele des Menschen ist und bleibt die Seele ein Inwendiges und ein Tätiges, und das, was ihr "Verstand" nennet, ist die ausströmende Wirkung der inneren Tätigkeit der Seele. Das Außenlicht des Verstandes erleuchtet der Seele alle noch so kritischen äußeren Verhältnisse, und der Wille der Seele geht dann in dieses Außenlicht über und bewirkt wunderbar alles Befruchten und Gedeihen. Denn weil also des Menschen Ordnung nach Meiner Ordnung gestellt ist, so ist der Wille und das Vertrauen eben auch ein aus Mir oder aus Meinem allmächtigen Wollen Hervorgehendes, dem sich alle Kreatur fügen muß. Was dann solch ein geordneter Mensch will, das muß geschehen im weiten Umkreise, weil die Außenlebenssphäre eines solchen Menschen von Meinem Geiste durchweht wird, dem alle Dinge möglich sind.

   *  

 

 

Ernährung

1. Gefahr unlauterer Speisen und Einflüsse

GrEv X/54 — DER HERR: "Unlautere Geister — teils solche, die schon einmal im Fleische in dieser Welt gelebt haben, größtenteils aber solche Naturgeister, die noch niemals in ein Menschenfleisch eingezeugt worden sind — gibt es allenthalben: in der Luft, auf und in der Erde, im Wasser und im Feuer, in den Steinen, Metallen, Pflanzen, Tieren — und auch im Blut und Fleische der Menschen. Darum sollen die Menschen auch nicht das Fleisch erstickter und unreiner Tiere essen.

Im Notfall kann zwar auch das Fleisch von unreinen Tieren gegessen werden; aber es muß zuvor wohl gereinigt, mit Salz und guten Kräutern gebeizt und darauf mit guten Kräutern geräuchert werden, auf daß es von den unreinen Geistern befreit werde.

Das Fleisch der Raubtiere aber ist für die Menschen auch bei aller der von Mir euch angeratenen Vorsicht schädlich, da aus demselben die unreinen Geister niemals völlig entfernt werden können.

Ebenso sollen die Menschen auch nicht das Wasser aus unreinen Quellen trinken und sollen ihre Brunnen rein halten, wie das alles Moses in Meinem Namen den Israeliten strenge anbefohlen hat.

Wer nach der Weisung des Moses dem Leibe nach lebt, der wird sich vor der Besitzergreifung von seiten der argen und unlauteren Geister allzeit und allenthalben verwahren, und das um so sicherer, so er lebendig an Mich und Meine väterliche Fürsorge glaubt und alles in Meinem Namen anfängt, tut und beendet. Ohne das aber ist er in jedem Augenblicke tausend Gefahren aller Art und Gattung durch seine eigene Trägheit, Unwissenheit und Torheit ausgesetzt.

So Ich nicht durch Meine Engel die Menschen, die schon von Natur aus eines bessern Sinnes und Willens sind, beschützen ließe, da würde es wohl wenig unbesessene Menschen auf dieser Erde geben! Aber darauf sollen sich die Menschen nicht allzusehr verlassen, weil Meine Engel dem Willen der Menschen keine Zügel anlegen."

2. Ernährungsvorgänge

GrEv X/209 (zit. n. V.M.) — Alles, was vom Magen zur Ernährung des Leibes aufgenommen wird, ist nicht so tot, wie es den Anschein hat. Denn jede Nahrung besteht aus drei Teilen: einem grobmateriellen, einem ätherischen und einem substantiellen Teil. Der materielle Teil der Speise ist jener, der sichtbar und fühlbar ist, und sich in Mund und Nase durch seinen Geschmack und Geruch den Sinnen kundgibt. Wenn Speise und Trank in den Magen gelangen, so werden sie dort gewisserart zum zweiten Male verkocht. Es entwickeln sich dabei zwei Hauptbestandteile, von denen der gröberstoffliche durch das Blut zur Ernährung des Leibes, seiner Glieder, Eingeweide und Muskeln überall dorthin geleitet wird, wo die Körperzellen einer Stärkung bedürfen.

Der feinerstoffliche Bestandteil der Nahrung wird erst im unteren Magen, der in zwölf Fächer abgeteilt ist, ausgeschieden. Hier wird auf dem Wege eines eigenen Gärungsprozesses der ätherische Stoff der eingenommenen Nahrung aus den stofflichen Zellhülsen ausgesondert und dient zur Belebung der Nerven, weshalb man ihn den "Nervengeist" nennen kann.

Das ganz außerordentlich Fein-Ätherische aber, das die eigentliche Substanz jeder Materie darstellt, wird (nach dem Vergärungsprozeß) durch die Milz auf einem besonderen Wege in das Herz geleitet und geht von da aus völlig geläutert in die Seele des Menschen über. Somit zieht auch die Seele von jeder aufgenommenen Nahrung das ihr Verwandte an sich und wird dadurch in allen ihren, dem stofflichen Leibe ganz ähnlichen Einzelteilen genährt und gestärkt. (Daher der Einfluß der Ernährungsweise auch auf die seelischen Qualitäten des Menschen! D.Hg.)

Haben die Speisen einmal das Wichtige an den Leib, an seine Nerven und an die Seele abgegeben, so wird das eigentliche Unlautere der aufgenommenen Belebungsmaterie durch die zwei natürlichen Gänge aus dem Körper geschafft. Ist aber ein Mensch zum Schwelger geworden und genießt unmäßig Nahrung, sowohl Speisen wie Getränke, so kann das Aufgenommene im ordentlichen Verdauungsvorgang nicht mehr verarbeitet und abgesondert werden. Es gehen dadurch noch viele unausgeschiedene Leibes-, Nerven- und Seelenbelebungsteile in die Gedärme und andernteils über Leber, Milz und Nieren in die Harnblase über, woselbst sie abermals Nachgärungen bewirken, aus denen sich allmählich für Leib und Seele allerlei Krankheiten entwickeln. Mit den vielen tausend Leckerbissen womit die Menschen heute ihren Magen füllen, nimmt eine große Anzahl solch ungegorener Substanzen (an anderer Stelle Naturgeister genannt, weil alles Substantielle der Nahrung geistig ist! D.Hg.) oft den ganzen menschlichen Leib in Besitz. Diese geraten sodann miteinander in einen ständigen Kampf, den der Mensch nur dadurch eine Zeitlang zu beschwichtigen vermag, daß er zu bekannten Heilkräutern und -wurzeln seine Zuflucht nimmt und mit deren Hilfe die Neigung der inneren Seelensubstanz zur Revolution stillt. Aber eine solche Gesundheit ist nie von langer Dauer, und nur wenn der Mensch wie einst bei einer einfachen und mäßigen Leibesernährung verbliebe, würde er auch wieder bis ins hohe Alter gesund bleiben, wie solches in den Urzeiten der Fall war …

3. Hauptregel: Einfachheit und Mäßigkeit

H II/245(8-16) — Henoch, der erste Hohepriester der Urzeit, zu dem bekehrten König Lamech von Hanoch und dessen Gefolge: "Siehe, nicht allein vom irdischen Brote lebt der Mensch, sondern viel mehr vom Worte Gottes! So du aber ißest das natürliche Brot und wirst dadurch gesättigt und genährt, da frage dich: "Warum und wie hat mich denn das naturmäßige Brot oder überhaupt die naturmäßige Speise gesättigt und genährt? — und du wirst in dir die allzeit vollgültige Antwort bekommen: "Weil auch all die naturmäßige Leibeskost dem ewigen, allmächtigen Worte Gottes entstammt!"

Nun siehe, wenn dich aber schon das gefestete und hart gebannte Wort Gottes sättigt und nährt, um wieviel mehr wird solches das freie, ungebannte, lebendige Wort, frisch aus dem Munde Gottes gehend, zu bewirken imstande sein.

Wir alle entstammen dem Worte Gottes. Also kann es ja auch für uns ewig nichts Ernährenderes und Sättigenderes geben als eben das lebendige Wort Gottes! Und es lebt der Mensch nicht allein vom Brote und aller anderen weltlichen Kost, sondern er lebt viel mehr von jeglichem Worte, das dem Munde Gottes entstammt.

Es soll aber damit nicht gesagt sein, als solle der Mensch darum die natürliche Kost nicht genießen, da sie doch Gott darum erschaffen und sogar sichtbar mit uns gegessen hat. Nur zum Hauptbedürfnisse soll sie uns nicht werden!

Siehe, auch solches gehört in die Ordnung der göttlichen Dinge! Ich sage dir: Sei allzeit mäßig im Genusse der naturmäßigen Kost, denn in ihr liegt eine große Versuchung. … Wenn wir das natürliche Brot essen und die Früchte des Erdbodens, so müssen wir dabei sehr behutsam sein, daß wir durch ihre grobe, sinnliche Last nicht den unsterblichen Geist erdrücken! Denn solches magst du schon an gefräßigen Kindern klar erschauen, wie sie durch ihre starke Gefräßigkeit verdummen und dann zu nichts geistig Tüchtigem fähig sind. Dagegen die stets mehr nüchternen Kinder werden bald feine Denker. Wie aber solches leicht ersichtlich bei den Kindern der Fall ist, also ist es um so mehr der Fall beim erwachsenen Menschen, da dieser ausgebildeter Leidenschaften fähig ist, die dem Kind noch fremd sind.

In der natürlichen Kost nimmst du Naturmäßiges auf, und dieses wird in dir nicht vergeistigt, sondern es vernaturmäßigt deinen Geist. Aber im Worte Gottes nimmst du Geistiges auf, und dieses sättigt, nährt und stärkt den Geist zum ewigen Leben. In der naturmäßigen Kost wird der Leib genährt und der Geist gedrückt und zum Fasten genötigt; aber durch die geistige Kost gewinnen beide: der Geist wird kräftig und mächtig und seine Sinne endlos scharf, und der Leib wird dann durch den Geist geschmeidig, genügsam, dauerhaft und wird kräftig erhalten wie ein gut gewebtes Kleid aus feinen, aber in sich zähen und starken Fäden.

In der naturmäßigen Kost ruhen verdorbene Geister, und hat der Mensch deren zu viel in sich aufgenommen, so werden sie des eigenen Geistes Meister und untergraben seine Wesenheit gleich also, wie die argen Nagekäfer und Nagewürmer einen Baum untergraben, seine Wesenheit zerstören und ihn endlich ganz zugrunde richten.

Die geistige Kost aber ist dem Geiste ein belebender Regen vom Himmel, unter welchem er gar bald zu einer herrlich kräftigen und wohlduftenden Blume des ewigen Lebens erblühen wird."

4. Vom Segen einfacher Nahrung

GrEv X/182 — DER HERR: "Die Urmenschen, die in der ihnen durch Meinen Geist gezeigten Ordnung und Einfachheit geblieben sind, wußten von keiner dem Leibestod vorangehenden Krankheit etwas. Sie erreichten zumeist ein sehr hohes Alter, wurden nie krank und schliefen am Ende ganz ruhig ein, und ihre Seele empfand dabei keine Schmerzen und keine Todesangst.

Ihre Nahrung war aber auch immer eine gleiche und nicht heute so und morgen anders. Zumeist lebten sie von Milch, Brot und guten und reifen Baumfrüchten. Ein solches Gericht war ihr ganzes Leben hindurch ihre Leibesnahrung. Und zur Stillung ihres Durstes diente das frische Quellwasser.

Aus diesem Grunde waren ihre Leibesnerven stets von denselben guten und unschädlichen Seelensubstanzen genährt, und es konnte sich keine böse, unreine und schädliche Seelensubstanz in den Leib hineinschmuggeln. Daher blieben diese Menschen stets gleich kräftig und gesund, sowohl geistig als auch leiblich."

5. Speisegebote des Vaters an die ersten Menschen

H I/17 — Essen sollet ihr gemeinschaftlich am Morgen, um die Mitte des Tages und am Abend — aber allezeit sehr mäßig und stets in großer Furcht des Herrn, nachdem ihr Ihm allezeit vorher und nachher gedankt habt, damit die Speise gesegnet und ihr dadurch der Tod genommen werde.

So jemand dieses je unterlassen wird, der wird bald der üblen Folgen gewahr werden. Wer es vergessen wird dreimal, den will Ich strafen mit einem langen Schlaf. Wer es aber unterlassen wird aus einer trägen Faulheit, der soll dick werden wie ein Ochse und fett wie ein Schwein und dumm wie ein Esel, und die Kinder sollen seiner spotten und lachen aus vollem Halse über das Ekelhafte seiner Gestalt. Und wenn er wird wieder werden wollen gleich den allezeit Gehorsamen, so wird er müssen viel fasten und essen trockenes Brot. Wer es aber unterlassen wird aus starrem Ungehorsam und aus Geringachtung dieses Meines leichten Gebotes aus Liebe zu euch, über den wird kommen die Begierde der Unzucht, da er leicht fallen wird in die Sünde und durch diese in den Tod und zu bestehen haben wird einen großen Kampf gegen die starke Schlange der Verführung Evas, und Ich werde ihn nicht ansehen früher, als bis er in großer Reue gesiegt hat über sein Fleisch.

Am Morgen aber sollet ihr essen Früchte der Bäume; um die Mitte des Tages aber sollet ihr essen vom Baume des Lebens, und am Abend sollet ihr trinken Milch und Honig, den Ich für euch werde sammeln lassen auf den Ästen der Bäume von vielen Tierchen der Luft des Himmels, die ihr "Celie" (Bienen) benamsen sollet. Der Name "Celie" aber heißt soviel als "Die Sorge des Himmels". Und am dritten Tage vor dem Sabbat sollet ihr ein Schaf schlachten, es reinigen vom Blute, es dann braten am Tage beim Feuer auf dem Steine und es essen am Abende fröhlich.

6. Die einfachste, reinste und gesündeste Kost

GrEv X/210 — Der Herr bezeichnet als gesunde Fleischkost: Fische von guter Art, die in reinen Gewässern sich aufhalten, sind in der einfachen Zubereitungsart, in welcher wir sie genossen haben, die allergesündeste Kost für den menschlichen Leib. Fleisch ist nur von einigen Hühnern und Tauben, dann vom gesunden und reinen Rind, sowie auch von Ziegen und Schafen im vollkommen blutlosen Zustand, entweder gebraten oder gekocht, als Speise zu genießen; das gebratene aber ist dem gekochten vorzuziehen. Das Blut der Tiere soll von niemandem genossen werden.

Wo Fische nicht zu haben sind, da ist das Weizen- und Gerstenbrot an und für sich die gesündeste Nahrung des Menschen, so wie auch die Milch von gesunden Kühen, Ziegen und Schafen.

Unter den Hülsenfrüchten nehmen die Linsen den ersten Rang ein, wie auch zur Bereitung des Muses der große persische Maisweizen.

Das ist und bleibt für den Menschen die einfachste, reinste und gesündeste Kost. Alles andere, besonders im Übermaß Genossene ist für den Menschen schädlich, besonders wenn es zuvor nicht jene Zurichtung bekommt, durch die das Bös-Naturgeistartige völlig ausgeschieden wird.

Das genießbare Obst muß erstens vollkommen reif sein, in welchem Zustand man es dann auch mäßig genießen kann. Es ist aber dennoch im gekochten, gebratenen oder gedörrten Zustand gesünder als in seinem rohen, weil durch das Sieden, Braten und Dörren die schlechten und noch ungegorenen Naturlebensgeister hinausgeschafft werden. Dasselbe ist auch mit den Wurzeln der Fall.

7. Verschiedene Ratschläge und Hinweise

GrEv IX/150(21) (NO, Bd. 2, S. 449) — DER HERR rät an Fischvergiftung erkrankten Fremden: "Esset keinen Fisch, der im Wasser gestorben ist, einen geschlachteten Fisch aber lasset keine halbe Stunde ohne Salz, Thymian und Kümmel! Bereitet ihn dann auf die euch bekannte jüdische Art, und ihr werdet vom Fieber verschont bleiben. Dasselbe beachtet bei anderen Tieren, und esset auch kein faul werdendes Obst und kein verschimmeltes Brot."

GrEv VI/222(18) (NO, Bd. 2, S. 447) — DER HERR: "Das Blut, besonders von erstickten Tieren, soll kein Mensch genießen, weil darin viele böse Geister (Gifte) verborgen sind."

GrEv II/218 — DER HERR: "Wenn du das Brot ißest, so wird das materielle Mehl bald durch den natürlichen Gang wieder aus dem Leibe geschafft. Das Keimleben aber geht als Geistiges sofort in das Leben der Seele über und wird nach entsprechender Beschaffenheit eins mit ihr. — Das mehr Materielle des Lebenskeimes aber, das ihm immer, wie das mosaische Wasser dem Geiste Gottes, zur soliden Unterlage diente, wird Nahrung des Leibes, geht endlich als gehörig geläutert auch in die Seele über und dient ihr zur Bildung und Ernährung der seelischen Organe (d.h. deren Glieder, deren Haare usw.) und überhaupt zur Bildung und Ernährung alles dessen, was du vom Alpha bis zum Omega an einem menschlichen Leibe findest."

J.L. (ohne. Datum) — DER HERR: "Höre du, Mein lieber und sehr fleißiger Abschreiber Meiner Liebesgaben für Geist, Herz und Verstand — du beklagst dich immer über allerlei Schwächen deines Fleisches. Bald ist dein Kopf nicht in der Ordnung, bald deine Füße, manchmal auch dein Magen, den du öfters einer gewissen Blödheit beschuldigst. Aber siehe, das kann nicht anders sein; denn du bist noch immer ein kleiner Schwelger und trinkst Bier und Wein durcheinander, ißest dazu bald dies, bald jenes, was dir gerade dann und wann schmeckt. Meinst du wohl, daß das deinem Leibe dient? O mitnichten. Das alles ist ein Gift für deinen in den Jahren schon etwas vorgerückten Leib.

Willst du recht gesund sein und alt werden, so bleibe du schön fleißig bei der Hausdiät! Bestelle dir abends zu Hause ein einfaches, dir gut schmeckendes Abendmahl, aber nicht zu sauer noch zu stark gesalzen. Magst dabei auch etwas Wein mit Wasser genießen und zuvor einen guten Gang ins Freie tun, so wirst du gesund und stark verbleiben. Magst auch dann und wann an schönen Tagen irgendwohin gehen, da ein guter Wein ist; aber das schlechte Lumpengesüff von einem Biere meide! Denn das hat alle schlechten Eigenschaften, nur keine guten, besonders in dieser betrügerischen Zeit, in der Hopfen und Malz rein verdorben sind.

Aber nicht nur für den Leib, sondern noch bei weitem mehr für die Seele und den Geist ist das abendliche Gasthausschmausen bei Bier und Tabakdampf überaus schädlich, da dabei durch die schlechte Kost in den Leib allerlei schlimme Spezifika aufgenommen werden, die dann Seele und Leib trübe machen.

Zu dem aber gesellt sich noch die Nacht der Erde, in der auch das allerschlechteste psychische Spezifikalgesindel in den Luftraum der Erde aufsteigt und im selben wo und wie nur möglich durch das Fleisch, da es augenblicklich durchdringt, die Seele mit allerlei Übeln besudelt und nicht selten mit unkeuschen Gedanken und Begierden erfüllt.

Siehe du, Mein lieber N. N., Ich bin auch ein leiblicher Arzt. So du Meinem Rate folgen wirst, dann wirst du stets recht gesund und stark in deinem Leibe wie in deiner Seele sein, und dein Geist wird leicht Meister derselben werden. "

GrEv I/38(17) — Alle setzten sich nun, und ihrer waren viele, das Morgenmahl zu nehmen, das in bester Milch und Honigbrot bestand. Hierzulande wäre diese Art Frühstück eben nicht sehr köstlich zu nennen; aber in dem Lande, das da sprichwörtlich von Milch und Honig überfloß, war das wohl das köstlichste Frühmahl, besonders da der Honig des Gelobten Landes wohl in der Welt der beste war und noch jetzt ist und ebenso auch die Milch von keiner auf der Erde übertroffen wird. Nach dem Mahle wurde Obst aufgestellt, und viele ergötzten sich daran und lobten Gott, der den Früchten einen so köstlichen Geschmack und den Bienen die Fähigkeit verlieh, aus den Blumen der Felder den so überaus süßen Honig zu saugen und ihn in ihre kunstvoll erbauten Zellen zu tragen!

JJ 252(3) — Es wurde auch für einen guten Trank gesorgt, den Joseph und die Maria aus Wasser und Zitronensaft mit Beimischung von etwas Honig bereiteten.

GrEv X/240 — DER HERR: "Von dem Fleische der erstickten Tiere, wie es bei manchen Heiden gebräuchlich ist, soll der Mensch nichts genießen, weil im Blute der Tiere gewisse ungegorene Naturgeister walten, die für die menschliche Natur so gut wie Gift sind und daher auch das Blut beim Menschen verunreinigen, ihn nur zu bald krank und zu andern Geschäften unfähig machen.

Siehe, der Wein, so er ausgegoren ist und sich von aller Unreinigkeit gereinigt hat, ist für jedermann zu seiner leiblichen Stärkung innerlich wie äußerlich bestens anzuempfehlen! So aber jemand den neuen Most trinkt, aus dem die unlauteren Naturgeister durch den Akt der Gärung noch nicht entwichen sind, so ist dies Getränk für den Menschen schädlich. Daher soll man nur einen alten und reinen Wein trinken und den Most so lange stehen lassen, bis er sich gehörig gereinigt hat und zum wenigsten zwei bis drei Jahre alt geworden ist."

H II/22(12,17) — DER HERR: "Glücklich seid ihr alle, da ihr als Kinder dankbar esset das Brot aus Meiner Hand. Aber unaussprechlich glücklich ist der, zu dem Ich komme als Gast, darum er hält für Mich in seinem Herzen einen beständig wohlbereiteten Tisch und ein wohl schmeckendes Gericht auf demselben und läßt nie ausgehen die Flamme auf Meinem Herde. … Wahrlich, so Ich da unverhofft komme und treffe Meinen Gastwirt in der vollsten Tätigkeit um Meinen Herd in Meiner Hütte — Ich sage: Wahrlich, seines Lohnes und seiner Freude wird nimmerdar ein Ende werden!"

DER HERR: "Wem ihr immer Speise und Trank reichen werdet in Meinem Namen, dem werdet ihr es also geben, als wenn ihr Mir Selbst ein Mahl bereitet hättet! Ich aber werde es also ansehen und euch dafür segnen, als hätte Ich Selbst das Mahl verzehrt."

8. Kost für Geistesmenschen

Ed Kap. 35 — In den früheren Zeiten, in denen noch die Menschen viel einfacher lebten als jetzt, gab es häufig solche, die das sogenannte doppelte (zweite) Gesicht hatten und ganz naturgemäß in den beiden Welten lebten. Es könnten auch Menschen in dieser heutigen Zeit gar leicht dahin gelangen, so ihre Kost einfacher wäre. Aber zuallermeist schadet ihnen die gegenwärtig komplizierte Kost. Mit der Kost verderben und verdummen sie ihre Natur so, daß in derselben die Seele wie ein Vogel unter den Leimspindeln sich verwickelt und verkleistert, daß sie unmöglich zu jener Regsamkeit und Gewandtheit gelangen kann, in der ihr ein freier Auf- und Ausflug möglich wäre.

Worin bestand denn die Kost jener früheren, einfachen Menschen? Die Kost bestand zumeist in Hülsenfrüchten, die ganz einfach weich gekocht, etwas gesalzen und dann nie in heißem Zustand genossen wurden. So war auch einfaches Brot, Milch und Honig ebenfalls eine uralte, einfache Kost, bei der die Menschen zumeist ein sehr hohes Alter erreichten und fortwährend bis zum letzten Augenblick ihres Lebens im Besitze des Zweiten Gesichtes waren.

Wohl kann jedermann dann und wann mäßig Wein genießen, jedoch nie soviel, daß er sich berauscht fühlen würde.

Fleisch speisen sollten nur zu gewissen Zeiten, und da nie länger als sieben Tage nacheinander, sehr mäßig und allzeit von frisch geschlachteten Tieren genossen werden. Und da ist das Fleisch der Fische besser als das Fleisch der Tauben; das Fleisch der Tauben besser als das der Hühner, das Fleisch der Hühner besser als das Lämmerfleisch, dieses besser als das Ziegenfleisch und dieses besser als das Kälber- und Rindfleisch — wie unter den Brotarten das Weizenbrot das dienlichste ist. Jedoch soll von den angezeigten Speisen nie mehr als eine mit etwas Brot genossen werden, so wie auch das Obst allzeit nur mäßig und von bester Reife sollte genossen werden, desgleichen auch einige Wurzelfrüchte, aber nur eine auf einmal.

Bei solcher Kost würde der Leib nie zu jener Wulstigkeit gelangen, in welcher er träg, schläfrig und schwerfällig wird, daß dann die Seele zu tun hat, solch eine schwerfällige Maschine in Bewegung zu erhalten, geschweige, daß sie sich neben solch einer Arbeit noch mit etwas anderem beschäftigen könnte.

Sehet, so einfach lebende Menschen gab es in der früheren Zeit viele, und besonders einfach lebten jene Menschen, die sich an Bergen ihre Wohnstätte errichtet hatten. Diese Menschen hatten denn auch beständig das Zweite Gesicht, hatten bei Tag und Nacht einen ganz natürlichen Umgang mit den Geistern und ließen sich von ihnen in den mannigfachsten Sachen belehren. Die Geister zeigten ihnen die Wirkungen der Kräuter und zeigten ihnen auch an, wo das eine oder andere edle oder unedle Metall in den Bergen verborgen lag, lehrten sie auch das Metall in den Bergen zu bekommen und durch Schmelzen und Schmieden zu allerlei nützlichen Dingen brauchbar zu machen. Es war da selten ein Haus auf den Bergen, das nicht seine eigenen Hausgeister gehabt hätte, die wie ein anderes Hausgesinde ganz gewöhnlich zum Hause gehörten. Dadurch aber gab es auch eine Menge Weiser, namentlich auf den Bergen, welche mit den geheimsten Kräften der Natur, mit den Geistern nämlich, in der größten Vertrautheit lebten — oder diese Kräfte oder Geister standen ihnen sozusagen fast allezeit zu Gebote.

9. Vom Weingeist und anderen Naturgeistern

GrEv VI/187 — DER HERR zu Seinen Jüngern: "Meine lieben Freunde, es ist der Wein, im rechten Maße genossen, eine rechte Stärkung und macht des Leibes Glieder kräftig und gesund. Aber so er übermäßig getrunken wird, erweckt er die bösen Geister des Fleisches und betäubt die Sinne. Die bösen Geister aber erwecken dann des Fleisches Lust, die da Unkeuschheit und Unzucht heißt, durch die dann die ganze Seele auf langehin unrein, darauf auch unmutig, zänkisch, träge und oft beinahe wie tot wird. Darum beachtet auch im Trinken des Weines ein gerechtes Maß und ihr werdet Ruhe haben in eurem Fleische!

Denn das Fleisch und das Blut eines jeden Menschen ist voll böser Naturgeister, die darum böse genannt werden können, weil sie im Gerichte stehen; und ständen sie nicht im Gerichte, so wären sie nicht euer Fleisch und Blut. Wenn aber der Leib von euch genommen wird, so wird er auch alsbald darauf aufgelöst werden, und seine Geister werden dann schon einer freieren Bestimmung zugeführt werden.

Aber nicht nur in eurem Fleische, sondern auch in allen Elementen sind solche Naturgeister die man noch lange nicht gut wird nennen können. Allein für den, der schon durch Mich rein geworden ist, ist dann alles rein und gut durch die Bestimmung, die es von Gott aus in sich birgt.

Sehet, ein Stein, der ganz tot da am Boden liegt, ist eigentlich nur scheintot! Beleidiget ihn nur durch ein gewaltiges Schlagen und Reiben, und er wird euch durch Funkensprühen schon kundtun, daß er pur aus gerichteten Natur-Geistern besteht! Und leget ihr ihn in eine große Glut, so wird er weich werden und zu fließen anfangen. Und wäre das nicht, wovon würden die Menschen sonst wohl ihr teures Glas bereiten?!

Also, der bösen und ungegorenen Naturgeister gibt es allenthalben, wie es Körper, Wasser und Luft gibt. Und das irdische Feuer ist nichts anderes als eine Erlösung der schon reifer gewordenen Geister, die darauf schon wieder einer höheren Bestimmung zugeführt werden.

Es ist jedoch ein großer Unterschied zwischen jenen bösen Geistern (Seelen Verstorbener), von denen oft Menschen besessen werden, und den ungegorenen Naturgeistern, aus denen die ganze Erde in allen ihren Teilen und Elementen besteht. Aber diese Verwandtschaft und gegenseitige Beziehung haben sie doch, daß ein Mensch, der seines Leibes Naturgeister nicht irgendwie zu sehr erweckt, auch nicht leichtlich dem Leibe nach von den wirklichen, bösen Menschenseelengeistern besessen wird.

Eben darum aber warne Ich euch denn auch vor aller Leidenschaftlichkeit. Sie ist in sich eine Folge der Wachrufung der verschiedenartigen Fleisch- und Blutgeister. Sind diese einmal zu wach, so gesellen sich dann auch bald die sehr häufig noch in der unteren Erdregion sich aufhaltenden noch unreinen Seelen verstorbener Menschen zu ihnen. Und geschieht das, dann ist ein solcher Mensch im vollsten Ernste 'besessen'."

10. Vom Tabakrauchen und anderen Torheiten

Ed Kap. 59 — DER HERR: "Ich sage euch, und ihr könnet es für sicher annehmen: Die meisten Krankheiten rühren bei den Menschen von ihrer höllischen Einwohnerschaft her, der sie selbst den Weg in ihr Fleisch bahnen, und es beginnen gar viele schon in der Jugend die Schule für die Hölle. Damit sie aber ja nicht merken sollen, daß sie in ihrem Fleische fremde Gäste der schmutzigsten Art beherbergen, so suchen diese Geister nicht nur allein das Fleisch ihrer Hausherren so sinnlich als nur tunlich zu stimmen, sondern sie wirken auch dergestalt auf die Seele, daß diese sich in allerlei weltlichen Dingen sehr wohlzugefallen anfängt.

Diese weltlichen Dinge sind vor allem: die "Mode"! — Das reizende Fleisch muß nach der Mode umhüllt sein, die Haare gebrannt, die Haut mit wohlriechenden Spezereien eingerieben. Und bei den männlichen Individuen darf der höllische Zigarrenzutzel nicht fehlen, und mancher junge Modetölpel, wenn er nur einiges Geld besitzt, verraucht nicht selten an einem Tag soviel, daß sich davon zehn Arme hinreichend Brot kaufen könnten.

Wisset ihr aber auch, was diese Rauchmode zu bedeuten hat? Die bösen Einwohner bemühen sich, die Seele schon bei Leibesleben an den höllischen Dampf und Gestank zu gewöhnen, damit sie nach dem Austritt aus dem Leibe ihrer stinkenden Gesellschaft nicht so bald gewahr werde und es auch nicht allzubald empfinde, wenn diese saubere Gesellschaft sie ganz unbemerkt in die dritte Hölle führt …

Aus dem aber könnt ihr leicht entnehmen, warum Ich zu öfteren Malen gegen das höchst abscheuliche Tabakrauchen geeifert habe."

11. Diät-Hinweise

J.L. Heilkr S. 11 — Im allgemeinen: Regelmäßigkeit in allem, wie im Essen, Trinken, Schlafen, Baden, Waschen und Ausgehen. Im besonderen: Enthaltsamkeit von allen sauren und gewürzten Speisen und Getränken und besonders von Bier und Kaffee. Wenn noch irgendwo ein reines Gersten- und Hopfenbier zu haben wäre, so wäre davon ein mäßiger Genuß nicht gerade nachteilig, wenn auch nicht eben heilsam, obwohl es nur träge und sehr herabstimmende Spezifika enthält. Aber ein Bier, wie es jetzt fast allgemein verbreitet ist, nährt nicht und löscht nicht den Durst, sondern betäubt nur und ist ein wahres Gift.

Und Kaffee ist beiweitem das schlechteste, was der Mensch sich aus der Pflanzenwelt zu seinem Genusse erwählt hat. Diese Frucht ist bloß für Pferde, Esel, Kamele und Dromedare und dergleichen Tiere auf der Erde geschaffen und belebt dieselben und macht deren Nerven stark. Bei den Menschen aber, die sie genießen, wirkt diese Feigbohne ganz entgegengesetzt; bei ihnen verdirbt sie das Blut ungemein und erhitzt die Genitalien. Und es macht auch nicht leichtlich etwas den Leib — besonders den weiblichen — für eine heilsame Medizin unempfänglicher als eben der Kaffee.

Frische Mehlspeisen (Teigwaren) entweder in einer aus reinem und gesundem Fleisch gewonnenen Brühe oder auch in frischer, guter, nicht zu fetter Milch gekocht, sind — mäßig genossen — allen anderen Speisen vorzuziehen. Es können aber auch — mit Ausnahme von Bohnen und Linsen — andere Lebensmittel wohl genossen werden, zum Beispiel Grütze aus Mais, in Wasser oder Milch, als Suppen oder Brei, gut gekochter Reis als weicher Brei, auch Hirsegrütze in obiger Brühe oder Milch zubereitet. Auch gut gekochtes Fleisch schadet nicht, nur soll es mit gekochtem Obst, Äpfeln, Birnen oder Zwetschgen genossen werden und zwar mäßig, denn das Fleisch enthält Seelenspezifika gröberer und untergeordneter Art. Durch das Obst werden diese gemildert und kommt solche Speise auch den Kranken gut zustatten.

Die seelischen Nährspezifika der genießbaren Kräuter (Gemüse) und Wurzeln (auch der Kartoffeln) sind noch viel unlauterer als jene im Tierfleische, und sind während der Zeit medizinischer Behandlung hintan zu halten.

12. Das Vorbild des Herrn in der rechten Ernährung

GrEv X/210 — DER HERR: "Will ein Mensch dem Leibe und der Seele nach vollkommen gesund bleiben, so soll er von Kindheit an mäßig mit einer reinen Speise genährt werden.

Sehet Mich an! Ich bin dem Leibe nach auch ein Mensch, esse und trinke aber nur stets ein und dieselbe Speise und stille Meinen Durst mit ebenfalls einem reinen, guten und gesunden Weine — aber allezeit mit dem gerechten Maß und Ziele. Und was Ich jetzt genieße vor deinen Augen, das genoß Ich schon in Meinen Kinderjahren, desgleichen auch die meisten dieser Meiner Jünger, die nahezu sämtlich Fischer waren und von den Fischen lebten. Für den Überfluß der gefangenen Fische bekamen sie Geld und kauften sich dafür die nötige Kleidung, Brot, Salz und auch Wein, den sie mäßig mit Wasser genossen. Und frage sie nun, ob je einer von ihnen irgendwann von einer Krankheit geplagt worden ist bis auf den einen, den Ich dir nicht näher bezeichnen will.

Ich sage dir: Wenn die Menschen bei der ihnen durch den Propheten Moses angezeigten Kost verblieben wären, so hätten bei ihnen die Ärzte mit ihren Arzneien nie etwas zu tun bekommen. Aber so haben sie angefangen, gleich den Heiden nach der Weise der Epikuräer ihren Leib mit hunderterlei sogenannten Leckerbissen vollzustopfen und sind dadurch in kurzer Zeit in allerlei Krankheiten verfallen."

13. Zur Frage des Vegetarismus

G.M. (v. 12.9.1870) — Eine jede unnatürliche Todesart ist ein gewaltsamer Eingriff in das von Mir organisierte Leben eines Tieres, und so geschieht bei diesem Akte eine Zersetzung einer Menge Spezifika, die beim ruhigen Leben des Tieres gebunden im Körper und Blute desselben schadlos schliefen. Durch den gewaltsamen Tod wird das Blut wie auch das Fleisch des Tieres verändert. Es gehen Prozesse vor, die dann teilweise durch den Läuterungsprozeß des Feuers beim Kochen und Braten aufgehoben, aber nie ganz vertilgt werden, wodurch der menschliche Körper, wenn nicht gleich, doch in der Folge gewisse auftauchende Krankheiten solcher Nahrung zu danken hat, besonders bei Tieren, welche wie die wilden durch Jagen und Ängsten in einer außerordentlichen Aufregung ihr Leben aushauchen mußten.

Ein noch tieferer Grund in Bezug auf das Fleischessen liegt darin, daß die Tiere jeder Art und Gattung ebenso verschieden in der Gemütsart sind wie die Menschen. Denn es gibt friedliche und boshafte, streitsüchtige und gutmütige Tiere. Daß das Fleisch des einen von dem des andern demnach ebenfalls himmelweit unterschieden sein muß, versteht sich von selbst.

Wer also des Fleischessens sich enthalten kann oder dasselbe nur so mäßig als möglich gebraucht, bewahrt sich auf diese Art vor einer Menge geistiger Spezifika oder Elemente, die ein anderer gedankenlos in seinen Magen schiebt. Aber was sein Geistiges betrifft, gewinnt er nur soviel, daß der eine seiner Seele einen gesunden Körper darbietet, während der andere leichter von Krankheiten und Übelständen geplagt ist, deren Grund er sich nicht zu entziffern weiß.

Wenn ihr durchdrungen seid von dem schönen Geiste des Mitleids und wollet einem Tiere nicht das Leben nehmen, bloß um sein Fleisch nicht in euer eigenes zu verkehren, so tut ihr gut daran. Denn von allem, wovon der Mensch als geistiges Wesen überzeugt ist, soll er nicht das Gegenteil tun, weil solches nur schädlich auf ihn einwirken kann. Daß aber das Fleischessen nun so ganz verboten und aus den Nahrungsmitteln des Menschen verbannt werde, ist deswegen nicht nötig. Wenn Ich solches gewollt hätte, so hätte Ich ja eure körperliche Beschaffenheit so einrichten können, daß ihr, wie zum Beispiel der Ochs, der Esel, das Pferd, nichts anderes vertragen könntet als nur Gras und Kräuter oder Vegetabilien oder Früchte allein. Da Ich aber den Menschen zum Herrn der Welt machte, so gab Ich ihm auch einen Körper, welcher ihn dazu geeignet machte, in allen Klimaten und von allen Produkten leben zu können.

Da, wie es sich von selbst versteht, das Zuviel schädlich ist, so hat der Mensch auch, neben der Fähigkeit, alles zu genießen, seinen Verstand erhalten, um das rechte Maß und Ziel in dieser Hinsicht zu bewahren. Ich gab ihm die Mittel und die Befähigung alles zu genießen, aber Ich wollte nebenbei auch in ihm den Grund legen, seine Gelüste und Begierden zu bekämpfen und nicht den Magen als seinen Gott zu erklären! Dieses Bekämpfen, welches Mir geistig das Erste Wichtigste ist, liegt als Grundprinzip in eurem Vegetarismus. Es stärkt eure Seele durch Kampf, erhält euren Leib bei mäßiger Kost gesund, damit er so als tüchtiges Werkzeug der Seele diene!

14. Zur Frage der Fleischkost

GrEv V/239 — DER HERR: "Im Notfalle kannst du aller Tiere Fleisch essen, und es wird dir gut dienen. Denn alle Nahrung, die zu nehmen ein Mensch durch die Not gezwungen wird, ist von Mir aus gereinigt — nur muß er dabei eine noch größere Mäßigkeit beachten. Das Fleisch der Schweine ist gut; aber es muß das geschlachtete Tier sehr gut ausbluten, dann sieben Tage lang in Salz und Essig mit Thymiankräutern eingeschwert liegen. Darauf nehme man es aus solcher Beize, trockne es mit Linnen gut ab und hänge es dann einige Wochen lang in den Rauch von gutem Holze und Kräutern, bis es völlig hart und ganz trocken wird. So man es dann genießen will, so siede man es zuvor in halb Wasser und halb Wein mit Thymian und Steinwürzlein (Petersilie), und man wird damit ein gutes und gesundes Nährmittel auf dem Tische haben; doch müssen diese Tiere stets im Winter geschlachtet werden.

Wie da aber mit den Schweinen, so ist auch mit den andern unreinen Tieren zu verfahren, so ihr Fleisch bei mäßigem Genusse dem Menschen nicht schaden soll. Wie aber mit den Landtieren, ebenso auch mit dem verschiedenartigen Gevögel der Luft und mit dem mannigfachen Getier in den großen Meeren!"

   *  

 

 

Fasten und Asketentum

1. Vom rechten Fasten

GrEv VII/85 — DER HERR: "Durch ein rechtes Fasten und Beten zu Gott wird die Seele zwar freier und geistiger, aber selig wird niemand durchs pure Fasten und Beten, sondern nur dadurch, daß er an Mich glaubt und den Willen des Vaters im Himmel tut, wie Ich euch solchen verkünde und verkündet habe. Das kann aber jedermann auch ohne die gewissen Fasten und ohne das Sichenthalten von gewissen Speisen und Getränken.

Wer aber irgendeinen Überfluß hat und übt wahrhaft die Nächstenliebe, der fastet wahrhaft, und solch ein Fasten ist Gott wohlgefällig und dem Menschen zum ewigen Leben dienlich. Wer viel hat, der gebe auch viel, und wer wenig hat, der teile auch das Wenige mit seinem noch ärmeren Nächsten, so wird er sich dadurch Schätze im Himmel sammeln! Das Geben aber ist schon an sich seliger als das Nehmen.

Wer aber vor Gott wahrhaft und zum ewigen Leben der Seele verdienstlich fasten will, der enthalte sich vom Sündigen aus Liebe zu Gott und dem Nächsten, denn die Sünden beschweren die Seele, daß sie sich schwer zu Gott erheben kann.

Wer da gleich den Pharisäern und anderen Reichen Fraß und Völlerei treibt und für die Stimme der Armen taub ist, der sündigt gegen das Fastengebot, also auch ein jeder Hurer und Ehebrecher.

Wenn dich das üppige Fleisch einer Jungfrau oder gar das des Weibes eines andern anzieht und verlockt, so wende deine Augen ab und enthalte dich der Lust des Fleisches, und du hast dadurch wahrhaft gefastet!

Wenn dich jemand beleidigt und erzürnt hat, dem vergib; gehe hin und vergleiche dich mit ihm, und du hast dadurch gültig gefastet!

Wenn du dem, der dir Böses zugefügt hat, Gutes erweisest und den segnest, der dir flucht so fastest du wahrhaft.

Was zum Munde eingeht zur Ernährung und Kräftigung des Leibes, das verunreinigt den Menschen nicht; aber was aus dem Munde kommt als Verleumdung, Ehrabschneidung, unflätige Worte und Reden, böser Leumund, Fluch, falsches Zeugnis und allerlei Lüge und Gotteslästerung, das verunreinigt den Menschen. Und wer solches tut, der ist es, der wahrhaft das wahre Fasten bricht. — Denn wahrhaft fasten heißt, sich selbst in allem verleugnen, seine ihm zugewiesene Bürde geduldig auf seine Schultern legen und Mir nachfolgen; denn Ich Selbst bin von ganzem Herzen sanftmütig und geduldig.

Ob aber jemand dies oder jenes ißt, um sich zu sättigen, ist einerlei; nur soll ein jeder darauf sehen, daß die Speisen rein und auch gut genießbar sind.

Besonders sollet ihr mit dem Fleischessen behutsam sein, so ihr am Leibe lange und dauernd gesund bleiben wollet. — Das Fleisch von erstickten Tieren dient keinem Menschen zur Gesundheit, da es böse Geister in den Nerven des Leibes erzeugt. Und das Fleisch der als unrein bezeichneten Tiere ist nur dann als gesund zu genießen, wenn es so zubereitet wird, wie Ich euch solches schon angezeigt habe. Wenn ihr, Meine Jünger, aber in alle Welt unter allerlei Völker in Meinem Namen hinausziehen werdet, da esset, was man euch vorsetzen wird! — Esset und trinket jedoch nie über ein rechtes Maß, so werdet ihr die rechte Faste halten. Alles andere aber ist Aberglaube und eine große Torheit der Menschen, von der sie erlöst werden sollen, wenn sie es selbst wollen."

2. Vom Schwelgen und von rechter Selbstverleugnung

GrEv I/207 — DER HERR: "Das Schwelgen und Prassen macht die Seele sinnlich und materiell. Sie wird überladen, der Leib kann nicht allen Unflat der Seele aufnehmen, und die Folge ist, daß der Unflat in der Seele bleibt, sie drückt und ängstigt, so daß sie dann alle Mittel und Wege in Anspruch nimmt, den zu sehr gehäuften Unflat aus sich zu schaffen. Die Wege sind dann: allerlei Unzucht, Hurerei, Ehebruch und derartiges mehr. Weil aber derlei der Seele einen gewissen Lustreiz gewährt, so wird sie darauf stets lüsterner und verlegt sich noch mehr aufs Schwelgen und Prassen, wird endlich ganz sinnlich und in geistigen Lebensdingen vollends finster, hart, gefühllos und am Ende böse, stolz und hochmütig. Denn wenn eine Seele ihren geistigen Wert aufgrund der nun gezeigten Lebensweise verloren hat und sonach geistig tot geworden ist, so fängt sie an, sich buchstäblich aus ihrem Unflat einen Thron zu errichten, und findet am Ende sogar eine Ehre und ein Ansehen darin, daß sie so unflatreich ist."

3. Verschiedene Ratschläge und Hinweise

GrEv IV/167(12,14) (NO, Bd. 2, S. 480) — DER HERR zu unzeitig Fastenwilligen: "Der Leib braucht seines zeitlichen Fortbestehens wegen ebenso eine Nahrung und Stärkung wie die Seele, wenn sie in der Erkenntnis und in der Kraft des Willens wachsen soll. Ein übertriebenes und grundloses Fasten ist daher ebenso eine Torheit und kann sogar zur Sünde werden wie ein allzu üppiges Schwelgen. Wer in der wahren Ordnung leben will, der sei mäßig in allem; denn jedes Unmaß muß mit der Zeit für Leib, Seele und Geist nachteilige Folgen haben. Esset und trinket darum ganz wohlgemut und seid dabei heiteren und dankbaren Gemütes!"

GrEv V/222(6-7) (NO, Bd. 2, S. 480) — DER HERR: "Es gibt Menschen, die allerlei Fasttage streng halten in der Meinung, sich dadurch das Himmelreich zu verdienen; diese aber werden sich sehr irren! Ich will damit nicht sagen, daß ihr Schwelger, Prasser und Säufer werden sollt, sondern ihr sollt allezeit mäßig sein in allem!"

Lao, Kap. 2(4-6) (NO, Bd. 2, S. 482) — Paulus an die Gemeinde zu Laodizea: "Wenn jemand sagt, lehrt und begehrt: 'Diese und jene Speise darf nicht gegessen werden, da sie unrein ist nach Moses!' —‚ da entgegne ich: Moses und die Propheten sind in Christo erfüllt und vom Gesetz befreit worden; uns aber hat der Herr keine Speise verboten, indem Er Selbst aß und trank mit Sündern und Zöllnern und hat ausgerufen: 'Was du ißest, verunreinigt dich nicht; aber was da kommt aus deinem Herzen — als: arge Reden und Begierden, das verunreinigt allezeit den Menschen!"

GrEv VII/156(4-7) (NO, Bd. 2, S. 480) — DER HERR: "Der Mensch kann sich wohl von der Welt ganz absondern gleich den Einsiedlern von Karmel und Sion, die kein Weib ansehen und sich kümmerlich von Wurzeln, Beeren, wildem Honig und Johannisbrot ernähren. Auch verschneiden sie sich sogar des Reiches Gottes wegen, weil sie dann in keine Versuchung geraten, ein Gebot zu übertreten. Aber zu wessen Nutz und Frommen alles?! Ich sage es euch: Das nützt ihnen nichts und den anderen Menschen auch nichts! Denn Gott hat dem Menschen die verschiedenen Kräfte, Anlagen und Fähigkeiten nicht darum gegeben, daß er sie in einer Klause als Einsiedler verschlafe, sondern daß er nach dem geoffenbarten Willen Gottes tätig sei und damit sich und seinem Nächsten nütze! — So hat Gott zu dem Menschen auch niemals gesagt: 'Verstümmle und verschneide dich, auf daß dich das Fleisch des Weibes nicht reize!', sondern Gott sprach zu Adam, als Er ihm das Weib gab: 'Gehet hin, vermehret euch und bevölkert die Erde!' Und bei Moses heißt es: 'Du sollst nicht Unzucht und Hurerei treiben, sollst nicht begehren deines Nächsten Weib und nicht ehebrechen!' — Der Mensch muß also in der Welt wirken und freiwillig ihren bösen Verlockungen widerstehen. Dadurch wird die Seele stark, und die Kraft des Geistes Gottes wird sie durchdringen!"

GrEv VII/141(15) (NO, Bd. 2, S. 483) — DER HERR: "Wenn jemand gesündigt hat, so vergleiche er sich mit dem, gegen den er sündigte, und sündige in der Folge nicht wieder, dann werden ihm seine Sünden auch vergeben. Aber durch Beten, Fasten und Kasteien werden niemandem seine Sünden nachgelassen, solange er sie selbst nicht läßt."

GrEv VIII/42(3) (NO, Bd. 2, S. 481) — DER HERR: "Fort mit Sack und Asche, fort mit dem Kasteien und Fasten, mit der Opferung der Böcke und mit allen anderen Tempelopfern wegen der Vergebung der Sünden; denn sie haben vor Mir nicht den geringsten Wert! Aber dafür herbei mit einem festen und unbeugsamen Willen zur wahren, inneren Lebensbesserung! Herbei mit der lebendigen Liebe zu Gott und zum Nächsten und mit dem vollen Glauben an Gott und Seine Menschwerdung in Mir! Denn nur das heiligt den Menschen und macht stark die Seele in Meinem in ihr waltenden Geiste!"

H I/99 — Höre! Wer hat dir die Fasten auferlegt? Warum ißest du nicht, so es dich hungert? Hat Jehova dir solches anbefohlen? Oder welchen Dienst glaubst du Gott dadurch zu erweisen, so du, dich selbst strafend, fastest und ankämpfest gegen deine eigene Natur.

Gott hat den Menschen nicht dazu geschaffen, daß er sich selbst unhaltbare törichte Gesetze vorschreibe. Sondern er soll leben der göttlichen Ordnung gemäß, soll essen und trinken nach nötigem Bedarf des Leibes und soll Gott erkennen und Ihn über alles lieben und seinen Nebenmenschen wie sich selbst. Siehe, das ist alles, was Gott von dir und euch allen verlangt, und Er gibt euch kein anderes Gebot als das der Liebe. Wisse in deinem Herzen, daß Gott keine Freude hat an deiner törichten Knechtschaft, sondern nur an deiner Liebe und Freiheit!

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Aus der Kindheit Jesu

1. Fröhliches Morgenmahl

JJ Kap. 228 — Als sich nun alles am Speisetische befand, da wurden auch sobald gar schmackhaft zubereitete Fische auf den Tisch gesetzt. Und Cyrenius verwunderte sich hoch, wie denn der Joseph schon in aller Frühe eine solche Menge ganz frischer Fische hatte bekommen können. Und Joseph zeigte auf den großen Jonatha und sprach etwas scherzhaft: "Siehe, wenn man einen so großen Fischmeister zum Freunde hat, da braucht man nicht weit zu greifen, und die Fische sind da!"

Hier lächelte Cyrenius und sprach: "Ja, da hast du wohl recht. Wahrlich, bei solchen Umständen kann man allezeit frische Fische haben, und ganz besonders, wenn man noch Wen in seinem Hause hat!"

Und Joseph hob seine Hände auf und sprach mit dem gerührtesten Herzen: "Ja, Bruder Cyrenius, und noch Wen, Dessen wir alle ewig nicht würdig sein werden! Dieser segne uns allen dieses gute Morgenmahl, daß es uns wahrhaft stärken möge in unseren Gliedern und in unserer Liebe zu Ihm, dem Allerheiligsten!"

2. Des Jesuskindleins Leibspeise

JJ 263(11-16) — … Alle begaben sich in das Speisezimmer, allwo das Frühstück der Gäste harrte. Als aber Das Kindlein die Fische auf dem Tisch erblickte, da lächelte Es und lief zu Salome und sagte zu ihr: "Aber wer hat dir denn gesagt, daß Ich die Fische gern esse? Da hast du Mir eine rechte Freude gemacht! Denn siehe, das ist vor allem Meine Leibspeise! Ich esse wohl auch die Honigkuchen gerne, wie auch die Fischbrühe mit Weizenbrot, aber die Fische sind Mir dennoch lieber als alle anderen Speisen."

3. Kalte Fische mit Öl und Zitronensaft

JJ Kap. 215 — Es begab sich alles wieder ins Haus und allda nach dem Willen des Kindleins zum Tische. Die drei großen Fische lagen noch unangetastet da und waren inzwischen kalt geworden, in welchem Zustande sie von den Juden zumeist nicht genossen werden durften. Da aber die Sonne noch nicht untergegangen war, so durften die Fische wohl noch genossen werden; nur mußten sie wieder frisch übers Feuer gebracht und wohl erwärmt werden.

Das Kindlein aber sprach: "Joseph, laß diese Arbeit gut sein! Denn von nun an sollen die Fische auch kalt genossen werden, wenn sie nur zuvor gebraten sind. Laß aber anstatt des Wiederbratens Zitronen und gutes Öl bringen, und diese Fische werden also besser schmecken, als so sie wieder gebraten würden!"

Joseph befolgte sogleich den Rat des Kindleins und ließ einen großen Korb Zitronen und ein tüchtiges Gefäß voll frischen Öles bringen. Cyrenius war der erste, der sich ein recht tüchtiges Stück vom Fische nahm und Öl und den Saft einer Zitrone darauf gab. Und als er zu essen begann, da konnte er nicht genug den Wohlgeschmack des also zubereiteten Fisches rühmen.

Hier lächelte Das Kindlein und sprach gar freundlich: "Der Herr ist der beste Koch!" Und da kann man schon auch einen kalten Fisch mit Zitronen und Öl genießen. Und das darum, weil der kalte, aber doch gut gebratene Fisch gleich ist dem Zustande der Heiden, der Zitronensaft gleich der sie einenden und zusammenziehenden Kraft aus Mir und das Öl gleich Meinem Worte an sie. Verstehst du nun, warum der Fisch also besser schmeckt?"

Alles ward darob gerührt und wunderte sich hoch über des Kindleins Weisheit.

4. Gott wohlgefällige Gäste

JJ 141(11-24) — Es berief aber Das Kindlein den Cyrenius zu sich und sprach zu ihm: "Cyrenius, viel hast du getan, um Joseph, dem reinsten Mann der Erde eine Freude zu machen. Siehe, du gibst heute ein großes, gar herrliches Gastmahl. Was drei Weltteile nur immer Bestes und Edelstes hervorbringen, ist heute hier vereint! Daran tust du auch wohl. Denn fürwahr, eine größere Ehre widerfuhr durch alle Ewigkeit und Unendlichkeit auf keiner Welt einem Hause — als nun dem deinen! Denn du hast in Mir nun vor dir, Den, vor welchem alle Himmelmächte ihr Antlitz verdecken!

Aber eines hättest du bald vergessen! Sende hinaus deine Diener, und sie sollen allerlei Arme, Blinde, Lahme, Krüppel und bresthafte Menschen hierher bringen! Für diese laß auch einen Tisch decken und sie festlich bewirten. Und siehe, also wird dann alles in Ordnung sein."

Der Cyrenius küßte darauf das Kindlein und befolgte sogleich dessen Rat. Und im Verlaufe einer Stunde war der Saal mit Armen gefüllt.

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Tischgebet, Segensverheißung, Liebesmahl

1. Tischgebet

RBL II/254 — Lieber, heiliger Vater! Du bescherest allen Menschen auf Erden Speise und Trank. Die da vor dem Genießen der Speisen zu Dir in ihrem Herzen kommen und Dir danken und um Deinen besonderen Segen flehen, die werden von der Speise dann auch wahrhaft genährt. Die aber meinen, so etwas sei gar nicht mehr nötig, denn eine Speise, die einmal auf dem Tische sich befindet, sei ohnehin schon gesegnet und es sei eine abergläubige Dummheit, die Speise noch einmal nachgesegnet haben zu wollen — denen gereicht sie zu keinem Segen, weder leiblich noch geistig. Denn man kann Dich nie genug loben, lieben, preisen und Dir danken, und die Fülle Deines Segens kann niemandem Schaden bringen. — Darum segne uns Deine Gaben, o Du heiliger Vater!

2. Segensverheißung

GrEv IX/11(11) — Einem von schwerem Magenleiden Geheilten empfiehlt DER HERR: "Bitte im Herzen Gott vor dem Essen, daß Er dir und allen Menschen die Speisen und den Trank segnen möge. Und Er wird solche Bitte allezeit erhören. Und dir wird dann jegliche für die Menschen bestimmte Speise wohl dienen und deinen Leib wahrhaft nähren und stärken."

3. Liebesmahl

GrEv IX/166 — DER HERR: "Ihr wisset, daß alle Priester — die jüdischen so gut wie die heidnischen — gewisse äußere Heiligungs- und Reinigungsmittel haben, deren Annahme und Gebrauch sie ihren Bekennern aufdringen unter Bedrohung mit allen Schrecknissen und ärgsten zeitlichen und ewigen Strafen. Ich aber sage euch: Mit all dem soll es bei euch für alle Zukunft sein vollkommenes Ende haben! Und Ich werde den, der sich auch in Meinem Namen solcher Mittel zur Heiligung und Reinigung bedienen möchte, mit zornigen Augen ansehen. Es genügt, daß ihr den, der Meine Lehre im Herzen angenommen hat, in Meinem Namen taufet und ihm einen Namen der Ordnung wegen gebet, und Ich werde ihn stärken.

Dann möget ihr auch in Meinem Namen und in Meiner Liebe denen, die an Mich lebendig glauben und Meine Gebote halten, von Zeit zu Zeit, so ihr es habt, Brot und Wein geben zu Meinem Gedächtnisse. — Wo ihr ein solches Liebesmahl unter euch halten werdet, da werde auch Ich unter euch, bei euch und in euch sein, wie nun mit Fleisch und Blut. Denn das Brot, das eure Liebe zu Mir bieten wird, wird gleich sein wie Mein Fleisch und der Wein wie Mein Blut, das bald für viele wird vergossen werden.

Das allein genüge euch als ein äußeres Zeichen, das aber nur durch die Liebe einen rechten Wert vor Mir überkommen wird."

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Bekleidung, Erholung und Schlaf

1. Bekleidung

GrEv VI/123(17) — Gott hat den Menschen erschaffen ohne Kleid und erschuf ihn nach Seinem Ebenmaße, und Gott gefiel also die Gestalt des Menschen, weil sie Sein Ebenmaß war. Gott zeigte dem Menschen auch, sich ein Gewand zu machen, damit er seine Haut vor Kälte schützen könne. Aber darum lehrte Gott die ersten Menschen nicht, sich Kleider zu machen, daß sie dieselben als eine hoffärtige Zierde ihrer Glieder tragen sollen. Und noch weniger lehrte Gott den Menschen, sich darum ein verbrämtes Kleid zu machen, daß er allein in selbem nur Gott würdig anbeten solle. — Darum kleidet euch zwar nun nach eurem Stande, aber einfach, und leget auf den Rock und Mantel keinen andern Wert als allein den, daß er bedecke den Leib. Was darüber ist, das ist vom Übel und trägt keine guten Früchte.

GrEv VI/128(15) — Etliche Arme sagen: "Herr, wir sind nicht würdig, an eurem Tische zu sitzen, und unsere Bekleidung ist zu dürftig und schmutzig für euch, die ihr Herren und wohlbekleidet seid!"

DER HERR erwidert: "Tuet das, was Ich euch lehre, dann wird bald auch eure Bekleidung eine bessere werden! Der Mensch ist und bleibt, wenn sein Inneres in der Ordnung ist, ein Mensch auch in den dürftigsten Kleidern."

GrEv I/52 — DER HERR: Siehe die Maria, die Mutter Meines Fleisches! Sie ist rein mit weißer Wäsche angetan und trägt darüber eine ganz gewöhnliche blaue Schürze und sie ist damit gut genug bekleidet! Auf dem Haupte trägt sie gewöhnlich einen viereckigen Sonnenschirm (Hut) so wie alle andern Weiber, die Mir aus Galiläa und Judäa gefolgt sind. Und sie taugen also gerade am besten für unsere Gesellschaft.

Naturverbundenheit — keine Verweichlichung!

GrEv III/211(3-9) — DER HERR: "Freund, Adam und seine ersten Nachkommen hatten weder Zelte noch Hütten oder gar für alles ganz bequem eingerichtete Häuser. Der Erde Boden und ein schattiger Baum war ihnen alles, und sie ruhten gar viele Nächte unter dem freien Himmel und waren gesund und stark. Nicht einmal eine Leibesdecke wußten sie sich anzufertigen; ein Feigenlaubkranz zur Bedeckung der Scham war ihre ganze Leibesbekleidung, und sie erreichten ein Alter von mehreren hundert Jahren!

Nun aber haben die Menschen alle Lebensbequemlichkeiten erfunden und sich für ein verlorenes irdisches Paradies viele hundert tausende selbst geschaffen, und sieh, jetzt sind hundert Jahre Alters ein Wunder geworden! Sieh, daran schuldet die Verweichlichung der Menschen, die sich dadurch selbst der Natur dieses Weltkörpers entfremden, der in allem die Bestimmung hat, die Menschen zu tragen, zu ernähren und stark und gesund zu erhalten!

Darum sei du, Mein Freund, ums Nachtlager unbesorgt! Der gute und gesunde Boden wird euch alle ganz wohl beherbergen! Wen einmal der Schlaf übermannt, der ruht auf einem Kissen aus Stein ganz gut aus; geniert ihn der Stein unter dem Haupte, dann ist der Mensch nimmer müde und der Ruhe bedürftig, und da kann er sich schon wieder aufrichten und an die Arbeit gehen!

Weiche Betten machen die Menschen weich und benehmen ihren Gliedern die nötige Kraft. Und ein zu langer Schlaf schwächt die Seele und des Leibes Muskeln. Des Menschen Natur ist wie ein Säugling, den nichts so gut nährt wie der Mutter Brust. Und jene Kinder, die lange von der Brust der kräftigen Mutter die Nahrung erhielten — vorausgesetzt, daß die Mutter so naturgesund und unverdorben ist wie eine Eva —‚ werden stark, und der Kampf mit einem Löwen wird sie nicht ermüden.

Im gleichen Maße ist auch die Natur dieser Erde eine wahre Mutterbrust für die Menschen, wenn sie sich von ihr nicht entfernen durch allerlei unnötige Verweichlichungen.

Moses sagte: "Ehre Vater und Mutter, so wirst du lange leben, und es wird dir wohlergehen auf Erden!" Damit bezeichnete Moses nicht nur den Zeugevater und die Zeugemutter, sondern ebensogut auch die Erde und ihre stets neues Leben gebärende Kraft. Dieser soll der Mensch auch nicht den Rücken zukehren, sondern sie tatsächlich in hohen Ehren halten, und er wird jenen Segen dafür erhalten, den Moses verheißen hat leiblich."

2. Erholung

a) Ruhezeiten in der geistigen Welt

GS II/72 u. 6 — Auch der Geist hat ordnungsmäßig zu seiner Stärkung der Ruhezeiten vonnöten — was der Herr schon bei der ersten Schöpfungsgeschichte dadurch anzeigte, daß Er nach den bekannten sechs Schöpfungswerktagen einen siebenten Ruhetag bestimmt hat.

Und zu den Zeiten Christi hat der Herr Selbst gezeigt, daß Er nach getaner Arbeit gleich einem jeden andern Menschen geruht hat. So müssen auch die Geister hier, in der geistigen Welt, Ruheperioden haben, in denen sie sich wieder zu neuem Wirken stärken.

Auch hier, in den Himmeln, sind die allerseligsten Geister nicht in einem stets gleich hohen Grade der innersten Weisheit aus dem Herrn, sondern darin findet auch hier ein Zustandswechsel statt, welcher zu vergleichen ist mit dem Wirkungsstande und dem darauf folgenden Raststande. — Im Wirkungsstande ist ein jeder nach Bedarf mit der tiefsten Weisheit des Herrn ausgerüstet; im Raststande aber bedarf niemand solcher Tiefe, sondern auch hier einer gewissen Sabbatruhe in der stillen, heimlichen Liebe zum Herrn.

b) Der Herr als Vorbild

GrEv IX/152 — Es fragten Mich einige Jünger: "Herr und Meister, wir bemerken, seit wir um Dich sind, daß Du stets gut eine Stunde vor dem Sonnenaufgange, auch zur Winterszeit, Dich ins Freie begibst und Dich gleich uns Menschen an den Erscheinungen der Naturwelt erheiterst, und haben schon oftmals darüber nachgedacht, wie Du an den Dingen und Erscheinungen auf einem kleinen Flecke dieser Erde noch irgendein Wohlgefallen haben magst!"

Sagte ICH: "Es ist ja doch alles, was da ist, Meine ewige Liebe, verkörpert vor euren Augen! Wie sollte Ich dann kein Wohlgefallen an Meiner Liebe haben, die doch von Ewigkeit her alles in allem ist?! — Daß Ich Mich aber stets schon am frühen Morgen, wie oft auch bis in den späten Abend, gerne im Freien befinde, das hat seinen doppelten Grund: Denn erstens sollet ihr daraus lernen, wie auch in des Menschen Seele der geistige Morgen, ähnlich dem dieser Erde, frühzeitig erwachen soll und dann, daß Ich Mich an solch einem frühzeitigen Morgen im Menschen ebenso erfreuen werde, wie Ich Mich vor euch sichtbar an jeglichem Naturmorgen erfreut habe.

Und zweitens aber sollet ihr aus Meinem steten und frühen Morgenbesuche die Tätigkeit und den rechten Eifer kennenlernen und sollet Mir auch darin gleichen und die Menschen, denen ihr Mein Evangelium predigen werdet, daran wohl erinnern. Denn nur durch den rechten Eifer und durch eine frühe Tätigkeit kann der Mensch zum wahren Reiche Gottes in sich gelangen und es dann auch für ewig behalten. Daß Ich aber auch die Abende gerne im Freien zubringe, dadurch zeige Ich euch an, daß der Mensch auch am Abende seines Erdenlebens tätig sein soll, um das innere Lebenslicht zu kräftigen. Ihr möget daraus ersehen, daß eine freie Ruhe am Abende dann erst zu einer wahren Seligkeit wird, so man schon vom frühen Morgen an bis zum Abende hin vollauf tätig gewesen ist."

c) Gerechte Ruhe und Müßiggang

GrEv I/220 — DER HERR: "Was sich der Mensch mit seinen ihm von Gott verliehenen Kräften nicht selbsttätig verschafft, das kann und darf ihm auch Gott nicht verschaffen, ohne ihn zu richten! Darum seid denn nicht eitel pure Hörer Meines Wortes, sondern eifrige Täter desselben, so werdet ihr dessen Segnungen in euch wahrnehmen!

Denn das Leben ist ein Tun und kein Müßigstehen der Kräfte. Und so muß das Leben auch durch die fortwährende Tätigkeit der sämtlichen Kräfte für ewig erhalten werden. Denn in dem Sich-zur-Ruhe-Legen waltet kein bleibendes Leben.

Das gewisse Wohlgefühl, das euch die Ruhe beut, ist nichts als ein teilweiser Tod der zum Leben erforderlichen Kräfte. Wer stets mehr und mehr an der tatlosen Ruhe, besonders der geistigen Lebenskräfte, ein behagliches Wohlgefallen findet, der schiebt sich dadurch stets mehr dem wirklichen Tod in die Arme, aus denen ihn auch kein Gott leicht mehr befreien wird!

Ja, es gibt auch eine rechte Ruhe voll Lebens. Aber die ist in Gott und ist für jeden Menschen ein unnennbar beseligendes Gefühl der Zufriedenheit, nach dem Willen Gottes tätig gewesen zu sein. Dieses beseligende Zufriedenheitsgefühl und die klare Erkenntnis, wahrhaft nach der Ordnung Gottes gleichfort gehandelt zu haben, ist die bewußte rechte "Ruhe in Gott", die allein voll Lebens ist, weil voll Tatkraft und Handlung. — Jede andere Ruhe, die in einem Aufhören der Lebenskräfte besteht, aber ist, wie schon gesagt, ein wahrer Tod insoweit, als die verschiedenen Lebenskräfte sich der Tätigkeit entzogen haben.

Wie aber der Leib durch zu vielen Schlaf stets mehr und mehr tot wird, ebenso und noch bei weitem mehr wird es die Seele, wenn sie mehr und mehr nachläßt in ihrer Tätigkeit nach Meinem Worte und Willen. Wo aber der Müßiggang sich einmal in eine Seele eingenistet hat, da nistet sich auch bald das Laster ein. Denn der Müßiggang ist nichts als eine sich selbst wohltuende Liebe, die jede Tätigkeit für jemand anderen flieht, weil sie im Grunde nur will, daß alle anderen zu ihren Gunsten und Nutzen arbeiten sollen! Darum hütet euch insbesondere auch vor dem Müßiggange! Denn der ist ein wahres Samenkorn für alle möglichen Laster!

Nach getaner Arbeit ist eine mäßige Ruhe gut den Gliedern des Leibes, aber eine übermäßige schlechter als gar keine."

d) Lob der Tätigkeit

GrEv I/221 — DER HERR: "Nur Tätigkeit über Tätigkeit zum allgemeinen Wohle der Menschen! Denn alles Leben ist eine Frucht der beständigen und nie ermüdenden Tätigkeit Gottes und kann daher nur durch die wahre Tätigkeit erhalten und für eine ewige Dauer bewahrt werden — während aus der Untätigkeit nichts als der Tod zum Vorscheine kommt und kommen muß.

Leget eure Hände auf euer Herz und merket es, wie es in einem fort Tag und Nacht tätig ist! Von solcher Tätigkeit aber hängt ja das Leben des Leibes ab. Wie aber die Ruhe des leiblichen Herzens offenbar der volle Tod des Leibes ist, also ist auch die Ruhe des Seelenherzens der Tod der Seele!

Das Herz der Seele aber heißt Liebe, und das Pulsen desselben spricht sich in wahrer und voller Liebtätigkeit aus. Die unausgesetzte Liebtätigkeit ist demnach der nie zu ermüdende Pulsschlag des Seelenherzens. Je emsiger das Herz der Seele pulst, desto mehr Leben erzeugt sich in der Seele. Und wenn dadurch ein hinreichend hoher Lebensgrad in der Seele sich erzeugt hat, so daß er dem göttlichen, allerhöchsten gleichkommt, dann weckt solch ein Lebensgrad der Seele das Leben des göttlichen Geistes in ihr. Dieser — als pur Leben, weil die unermüdliche, höchste Tätigkeit selbst — ergießt sich dann in die ihm durch die Liebtätigkeit gleichgewordene Seele, und das ewig unverwüstbare Leben hat in der Seele seinen vollen Anfang genommen!

Und sehet, das kommt alles von der Tätigkeit, nie aber von einer faulen Ruhe her! Daher fliehet die Ruhe und suchet die volle Tätigkeit, und euer Lohn wird sein das ewige Leben!"

e) Versenkung und Selbstbeschauung

GrEv I/224 — DER HERR: "Wahrlich, Ich sage euch: Nichts ist dem Menschen heilsamer als eine zeitweilige innere Selbstbeschauung! Wer sich und seine Kräfte erforschen will, der muß sich zu öfteren Malen selbst erforschen und innerlich beschauen. … Es wissen aber einige nicht, wie sie es mit der innern Selbstbeschauung anfangen sollen. So höret denn!

Ruhet und denket im stillen lebendig nach über euer Tun und Lassen, über den euch wohlbekannten Willen Gottes, und ob ihr demselben nachgekommen seid zu den verschiedenen Zeiten eures Lebens — so habt ihr euch innerlich selbst beschaut und dadurch stets mehr und mehr dem Eindringen des Satans in euch den Weg erschwert. Dieser sucht nichts emsiger, als durch allerlei äußere, nichtssagende Gaukeleien den Menschen an seiner inneren Sichselbstbeschauung zu verhindern. Denn hat der Mensch einmal durch Übung eine Fertigkeit in der Beschauung seines Innern erreicht, so findet er in sich auch leicht und bald, welche Fallen ihm der Satan gelegt hat, und kann dann diese weidlichst zerstören und zunichte machen und aller künftigen Arglist des Feindes vorbauen.

Nun wisset ihr, worin die innere Sichselbstbeschauung besteht, Machet darum von nun an öfter eine solche Übung im stillen und lasset euch durch keine äußere Erscheinung stören!"

f) Wahre Sabbatfeier

GS II/76 — "Du sollst den Sabbat heiligen." — Was will das sagen? — Wann ist denn wohl Sabbat? Auf Erden heißt es, man soll an dem als Sabbat gebotenen Feier tage durchaus keine knechtliche Arbeit verrichten, worunter alle Erwerbstätigkeit verstanden werden solle. Wohl aber ist es erlaubt, Spektakel aufzuführen, zu spielen und gleich den Heiden zu tanzen. — Einen Tag vor dem Sabbat zu fasten ist geboten, um an dem Sabbat desto besser und mehr schwelgen zu können. — So ist auch den Wirten erlaubt, ihre Speisen zu verkaufen. Das heißt demnach rechtlichermaßen, den Sabbat heiligen. — Nur keine mehr gesegnete Arbeit auf dem Felde und auf dem Acker darf verrichtet werden, alles andere aber ist für den Sabbat tauglich.

Der Herr jedoch hat gezeigt, daß man auch am Sabbat gar füglich arbeiten und Gutes wirken kann. Wenn aber der Herr Selbst am Sabbat gearbeitet hat, da meine ich, sollte jeder Mensch des Beweises genug haben, daß da unter "Heiligung des Sabbats" etwas ganz anderes verstanden werden soll, als nichts zu arbeiten, noch etwas in die Hände zu nehmen, was nützlich und ersprießlich ist.

Was aber wird demnach unter der Heiligung des Sabbats verstanden? Was ist der Sabbat? Ich will es euch ganz kurz sagen:

Der Sabbat ist weder der Samstag noch der Sonntag, noch irgend ein anderer Tag in der Woche oder im Jahre, sondern er ist nichts anderes als der Tag des Geistes im Menschen, das göttliche Licht im menschlichen Geiste, die aufgehende Sonne des Lebens in der menschlichen Seele. Das allein ist der lebendige "Tag des Herrn" im Menschen, den er fortwährend mehr und mehr erkennen und heiligen soll durch alle seine Handlungen, die er verrichtet aus Liebe zu Gott und daraus aus Liebe zu seinem Nächsten.

Da aber der Mensch diesen heiligen Ruhetag des Herrn im Gewühle der Welt nimmer finden kann und, mag, daher soll er freilich wohl sich von der Welt zurückziehen und diesen Tag des Lebens der heiligen Ruhe Gottes in sich suchen.

Darum war auch dem Volke der Israeliten geboten, wenigstens einen Tag in der Woche dazu zu bestimmen, an welchem es sich von weltlichen Geschäften zurückziehen und allein diesen Tag des Lebens in sich suchen sollte. Aber man beobachtete das Gesetz bloß äußerlich, materiell, und brachte es auf diesem Wege am Ende so weit, daß man nicht einmal den Herrn des Sabbats erkannte, Ihn, den heiligen Vater, als Er, von unendlichster Liebe getrieben, zu Seinen Kindern auf die Erde kam!

Ich meine, aus diesen Worten dürfte es euch völlig begreiflich sein, was da unter der "Heiligung des Sabbats" verstanden und wie diese gehandhabt werden solle.

Und zugleich aber dürfte euch auch begreiflich sein, ob sich eure Sonntagsheiligung wohl als eine Sabbatheiligung in der Wahrheit ausnimmt, ob man durch eine Stunde kirchlichen Andachtsdienstes, dann aber durch lauter Weltunterhaltungen, wohl zum innern, ewig lebendigen Ruhetag des Herrn gelangen kann?

3. Schlaf

a) Nachtruhe auf Liegestühlen

GrEv V/169 — DER HERR: "Ich sage euch in leiblich-ärztlicher Beziehung, daß die Menschen ihr Leibesleben gut um ein Drittel verlängern würden, so sie sich statt ihrer ebenen Nachtlager gute Ruhebänke und Ruhestühle herrichten würden in der Art, wie du sie hier siehst! Denn mit den Ebenlagern erleidet der Blutstand und -gang zwischen Tag und Nacht eine zu starke Veränderung, von der allein schon frühzeitig allerlei Hemmnisse und Veränderungen in den Verdauungs- und Ernährungsorganen eintreten. Aber in dieser Nachtruheart auf Ruhestühlen wird alles viele Jahre in der größten Ordnung verbleiben.

Abraham, Isaak und Jakob schliefen alle nur in gewissen Ruhe- und Lehnstühlen, kannten keine Ebenlager und erreichten darum bei sonstiger Lebensnüchternheit ein sehr hohes Alter bei vollster Seelenkraft. Als aber später die Menschen nicht mehr darauf achteten, fiel ihre Lebenszeit mehr als um die Hälfte der Jahre herab.

Am meisten nachteilig aber ist das Ebenliegen den schwangeren Weibern; denn fürs erste werden dadurch die Kinder schon im Mutterleibe verkrüppelt und geschwächt, und fürs zweite rühren ihre schweren und oft sehr verkehrten Geburten zumeist von den Ebenlagern her. — Das sei euch in leiblich-gesundheitlicher Hinsicht gesagt! Wer sich danach kehren wird, der wird die leiblichguten Folgen davon verspüren.

Dann sollet ihr des Sommers die Nachtruhe auch wo möglich mehr im Freien als in den Gemächern und dumpfen Hütten nehmen — ihr würdet die guten Folgen davon bald wahrnehmen! Nur im Winter kann man die mäßig erwärmten, aber stets reinen und trockenen Gemächer benutzen. Wer also der ursprünglichen Ordnung gemäß und sonst in Speise und Trank nüchtern lebt, der wird wenig mit Ärzten und Apotheken zu tun haben."

b) Vom Traumleben

GrEv III/135(3-5) — Die Seele trägt als eine Welt im Kleinen alles in sich, was die Erde im großen Maße in und über sich enthält und faßt. So nun des Leibes Sinne im Schlafe wie tot und untätig ruhen, da beschaut die Seele, die nicht schlafen und tot werden kann, eins ums andere aus den materiellen Gebilden in sich, belebt sie auf Augenblicke und erheitert sich, so sie auf etwas Schönes und Angenehmes geraten ist. Ist sie aber auf etwas Arges und Unschönes geraten, dann wird sie auch im Traume ängstlich und müht sich ab, der sie belästigenden Erscheinung durch den vollen Rücktritt in ihres Leibes Fleisch loszuwerden.

Was eine Seele in solchem ersten Schaugrade in einem Traume ersieht, hat dann freilich keine objektive, sondern nur eine leidende, subjektive und verbandlose Wirklichkeit. Denn sie beschaut da nur in der ihr eigenen materiellen Weise ihr eigenes Weltkonglomerat und ist dabei zum Teil tätig und zum Teil leidend.

GrEv I/37 — DER HERR: "Was die Seele im Traume schaut, das ist alles ihrer Art. Ist die Seele im Wahren und Guten aus dem, was Ich euch lehre zu glauben und zu tun, so sieht sie auch im Traume Wahres und kann sich daraus Gutes fürs Leben schaffen. Ist aber die Seele im Falschen und Bösen, so wird sie im Traume Falsches sehen und daraus Böses bilden ...

Ob aber die Seele das auch fasset, was sie schaut im Traume, das ist freilich eine ganz andere Sache. Denn gleich wie ihr das nicht fasset und begreifet, was alles ihr schauet in der Außenwelt, in der ihr am Tage lebet, also faßt die Seele auch nicht, was sie schaut in ihrer Welt.

Wann aber in euch der Geist wiedergeboren wird …, dann werdet ihr alles fassen und begreifen und vollkommen einsehen."

c) Träume und ihre Deutung

Ed Kap. 67 — Die gewöhnlichste und jedermann wohlbekannte Art von Visionen sind die nächtlichen Träume. Hier läßt sich fragen: Wer träumt eigentlich, und was sind die Bilder des Traumes?

Im gewöhnlichen Schlafe träumt bloß die Seele, und dieses Träumen ist nichts anderes als ein wirres Schauen der Seele in ihre eigenen Verhältnisse, die aber keinen Verband haben, sondern ungefähr so wie die Bilder in einem sogenannten Kaleidoskope mit jeder Bewegung sich verändern und als völlig dieselben nie wieder zum Vorscheine kommen.

Dieses verbandlose Schauen der Verhältnisse und Zustandsbilder in sich hat darin seinen Grund, weil die Seele selbst sich außer Verband sowohl mit der Außenwelt als auch ganz besonders mit ihrem Geiste befindet. Diese Art Visionen haben für die Seele keinen andern Nutzen als den bloß, daß sie sich nach einem solchen Traume erinnern solle, wie es mit ihr in einem absoluten Zustande noch steht. Wenn sie die Träume zusammenfaßt, ja, wo tunlich, sogar aufschreibt, so kann die Seele an ihnen ein gutes Porträt ihrer selbst haben; denn sie zeigen ihr, wie sie in sich selbst ist, was ihre Hauptbegierden, was ihr Streben, und wie überhaupt ihr gesamter Zustand beschaffen ist und auch beschaffen sein wird, wenn sie sich völlig außer dem Fleische befinden wird.

Diese Art Träume werden weder von höllischen, noch weniger von himmlischen Geistern in der Seele hervorgerufen, sondern sie sind ganz eigene Produkte der Seele, deren sie sich bald mehr, bald weniger, bald gar nicht erinnert, was bei einem noch ganz natürlichen Menschen hauptsächlich davon abhängt, wie sein Nervengeist beschaffen ist. Neigt er sich mehr zur Seele hin, so wird sich der Mensch fast jedes Traumes genau erinnern; neigt er sich aber mehr dem Fleische zu und schläft gewöhnlich mit demselben, so wird der Mensch auch wenig oder gar keine Rückerinnerung an seine Träume haben — was gewöhnlich bei jenen Menschen der Fall ist, die sehr sinnlich und grobmateriell sind.

Aber ganz anders verhält es sich mit gewissen hellen Träumen, in welchen es dem Träumenden also vorkommt, als wäre die Erscheinung Wirklichkeit, so daß er darob beim Erwachen sich selbst kaum Bescheid geben kann, ob es ein Traum war oder Wirklichkeit. Derartige Visionen oder Träume gehören nicht der Seele an, sondern den sie umgebenden Geistern, mögen diese guter oder böser Art sein. Sind sie böser Art, so wird die Seele, und durch sie auch ihr Leib, wie ganz erschöpft aus einem solchen Traume erwachen; sind diese Visionen aber ein Werk guter Geister, dann werden sich beim Erwachen Seele und Leib in einem gestärkten Zustande finden. Beide Arten dieser Visionen werden nur zum Nutzen, aber nicht zum Schaden der Seele zugelassen; in den schlechten Visionen soll sie eine Warnung, in den guten eine Stärkung finden.

Diese Visionen werden darum so lebhaft, weil da die Geister, die solche bewirken, zuerst den Nervengeist von seiner materiellen Dienstleistung ablösen und ihn mit der Seele verbinden. In einem solchen Zustand hat die Seele das Gefühl der Natürlichkeit, weil sie sich im Verband mit ihrem Nervengeiste befindet und daher kräftiger ist, um die kräftigeren und bedeutungsvolleren Bilder in sich aufzunehmen und zu behalten.

Zu dieser Klasse von inneren Visionen gehört auch das Schauen der Somnambulen wie auch das Schauen in der sogenannten Schwefeläther-Narkose. Diese Visionen haben daher auch schon in sich einen gewissen Verband und eine gewisse Ordnung, weil hier der Seele von den sie umgebenden Geistern schon ein mehr "reiner Wein" eingeschenkt wird. In solchen Visionen werden der Seele von den Geistern nicht selten künftige Begebnisse vorgeführt, was für die Geister eben nichts Schweres ist, da sie die Ordnung der Dinge kennen, in welcher sie unabänderlich aufeinander folgen müssen, und weil sie selbst die Hersteller dieser Ordnung sind.

Von dieser Art Vision ist alsonach auch schon etwas zu halten. Jedoch soll niemand auf sie, wie einst die Heiden, als auf ein sogenanntes unwandelbares Fatum (Schicksal) halten; denn darob soll dessenungeachtet niemand in seiner Willensfreiheit beeinträchtigt sein. Will jemand ernstlich etwas anderes, als was ihm die Geister in dieser Vision gezeigt haben, so darf er sich nur an Mich wenden, daß die Sache anders würde, und sie wird anders, so derjenige glaubt und vertraut, darum er sich an Mich gewendet hat; denn Ich allein kann alle Dinge in jedem Augenblick verändern. Daher soll ob solcher eben nicht selten vorkommender Visionen niemand zu sehr erschrecken; denn sind sie gut, so braucht niemand davor zu erschrecken, und sind sie böse, so können sie wohl abgeändert werden. Natürlich, wer aber fest daran glaubt und mutet Mir nicht mehr Kraft zu als seiner Vision, da mag es dann freilich wohl "fiat!" ("es geschehe") heißen. Das menschliche Gemüt ist aber freilich wohl so schwach, daß es schon aus den ganz einfachen Träumen gern und oft sehr gläubig allerlei zukünftige Begebnisse folgert, und die Menschen haben sich schon eine gewisse Regel gemacht, derzufolge nach gewissen Träumen gewisse Dinge geschehen müssen, welche Regulierung der Träume und ihrer gewissen Folgen ganz natürlich ebenso außerordentlich dumm ist als derjenige, der sie reguliert hat.

Diese Bilder, die sich der Seele im Traume darstellen, sind jedoch wohl Entsprechungen des Seelenzustandes, aber keineswegs Prophezeiungen zukünftiger Begebnisse.

Sehet, dergleichen Glauben ist dann ein Übel, welches der Seele sehr schaden kann, weil die Seele sich dadurch angewöhnt, ob solcher Dinge das Vertrauen auf Mich ganz fahren zu lassen!

Wennschon dergleichen einfache Träume bloß der Seele angehören, so gehören aber danach die dummen Deutereien einem argen Geistergesindel zu. Dieses bekriecht das Fleisch bei solchen Gelegenheiten wie die Schmeißfliegen einen Schmeißhaufen, saugt aus demselben dergleichen seelische Traumvisionen und beschwatzt dann die Seele mit solchen albernen Propheteleien, die an sich nichts als ein Unrat solcher argen geistigen Schmeißfliegen sind.

d) Vom Schlafwandeln

Ed S. 244 — Das Schlafwandeln wird bewirkt um die Zeit des Vollmondes durch das intensiver werdende magnetische Fluidum der Erde. Wenn der Mond im Vollichte der Sonne ist, so treibt das vom Monde rückstrahlende Licht das magnetische Fluidum gewisserart wieder zur Erde zurück, auf welche Weise dann die Erde damit vollgeladen wird. Und Menschen, die in ihrem Blute durch verschiedene Einwirkungen entweder des Wassers, der Luft oder der Speisen mehr Metall haben, haben dann die natürliche Fähigkeit in sich, eben dieses zurückströmende Fluidum leitend aufzunehmen.

Wenn ihre Nerven dann dadurch angefüllt sind und die Seele lästig zu drücken anfangen, dann erwacht diese, oder sie macht sich vielmehr los von ihren leiblichen Banden und will dem drückenden Leibe entfliehen. Der Leib besitzt nun noch einen ganz eigentümlichen Nervengeist, welcher höchst verwandt ist fürs erste mit dem magnetischen Fluidum, fürs zweite aber ebenso innigst mit der Seele, welche eben durch diesen Nervengeist mit dem Leibe zusammenhängt und mit demselben korrespondiert. Wenn die Seele sich nun aus dem Staube machen möchte, so erweckt sie auch den ihr innigst verbundenen Nervengeist und dieser natürlicherweise den Leib, und so geht dann der sogenannte Schlafwandel also vor sich, wie wenn drei Menschen, die aneinandergebunden wären, hintereinander hergingen. Der Geist jedoch bleibt in der Seele, darum sie auch lebendig ist. Wenn dann ein solcher Schlafwandler sein Gesicht gegen den Mond wendet und oft auf Dächer und Kirchtürme steigt, so geschieht es darum, damit er sich aus der magnetüberfüllten Tiefe der Erde erhebe und dadurch seine drückende Überfülle an diesem Fluidum vermindere, damit dann der Leib wieder geeignet werden möchte, durch den Nervengeist seine Seele mitsamt dem Geiste wieder aufzunehmen und zu beherbergen. Wenn der Leib nun wieder frei geworden ist, so trägt ihn die Seele durch den Nervengeist wieder an die vorige Stelle zurück und vereinigt sich daselbst erst vollends wieder mit dem Leibe.

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Alter, Sterben, Tod

1. Altersbeschwerden

GrEv VIII/16(11-13) — DER HERR: Wandelt gleichfort auf den Wegen, die Ich euch nun treulich gezeigt habe, so werdet ihr wenig zu leiden haben, und euer Abgang von dieser Welt wird ein leichter sein! Nur über jene kommen am Ende zumeist bittere Leiden, die aus allerlei Welttümlichkeiten ihre Seele zu sehr in ihr Fleisch vergraben haben; denn eine solche Seele muß, damit sie nicht völlig verderbe in ihrem Fleische, mit großer Gewalt von selbem losgetrennt werden, und dies muß dann auch im Leibe große Schmerzen erzeugen. Und das ist noch gut für die Seele, weil sie durch die Schmerzen und Leiden von ihren fleischlichen Gelüsten gereinigt wird und dadurch im Jenseits einen leichteren Fortgang und ein sichereres Vorwärtsschreiten auf der Bahn des geistigen Lebens findet.

Ganz welttümliche Menschen aber, die an keinen Gott glauben und dabei doch ein gesundes Leben bis in ihr hohes Alter genießen und am Ende auch eines schnellen und schmerzlosen Todes sterben, haben ihren Lebens auch schon auf dieser Welt empfangen und werden im Jenseits sehr schwer je mehr einen zu gewärtigen haben."

2. Über die Todesfurcht

GrEv IV/127(1-8) — DER HERR: "Das Werden einer Sache, eines Dinges, eines Wesens oder gar eines Menschen hat gewiß stets etwas Erheiterndes in sich, aber das sichtliche Vergehen und das Sich-Auflösen, besonders eines Menschen, hat in sich wieder nur etwas Trauriges, das jedes Menschen Gefühl stets mit einer Wehmut erfüllt. Ich aber frage: Ja, warum denn das, so die Menschen doch an die Unsterblichkeit der menschlichen Seele noch irgendeinen Glauben haben?! Vorerst entstammt diese Trauer der Furcht vor dem Tode.

Ist eine Seele einmal völlig wiedergeboren und in alle wahre Lebenstätigkeit übergegangen, so ist wohl natürlich alle Trauer und alle die leere Furcht vor dem Sterben oder Vergehen vergangen; aber bei Seelen, die noch nicht den rechten Grad der innern Lebensvollendung erreicht haben, bleibt noch immer etwas von der Trauer um ihre verstorbenen Nächsten und in ihnen selbst etwas von der Furcht vor dem Tode zurück, von der sie auf dieser Welt nur dann erst völlig los werden, wenn ihre Seele in ihrem Geiste und der Geist in ihr groß geworden ist.

Wie aber in einer trägen Seele eine große Furcht vor aller ernsten und anhaltenden Tätigkeit stets daheim ist, so ist in der Seele auch aus derselben Quelle herrührend die Furcht vor dem Tode, ja sogar vor einer etwas gefährlicheren Krankheit vorhanden.

Ihr werdet auch schon öfter zu erleben die Gelegenheit gehabt haben, daß so recht fleißige und sehr arbeitsame Menschen bei weitem keine so große Furcht vor dem Sterben haben wie jene arbeitsscheuen, aber dabei doch wohllebensheiteren und lüsternen sie haben; und diese Furcht verliert sich nicht eher, als bis solche Seelen eine rechte Tätigkeit ergriffen haben.

Ihr meinet freilich, diese Furcht sei nur eine Folge der Unbestimmtheit im Wissen und Erkennen des Jenseits. Ich aber sage es euch allen: Es ist das nur eine Folge der tief wurzelnden Tätigkeitsscheu der Seele, und weil die Seele es geheim ahnt, daß mit der Wegnahme des Leibes ihre Weiterexistenz eine höchst tätige werden wird, so ist sie ganz untröstlich darüber und gerät in eine Art Fieber, in welchem dann auch eine Art Ungewißheit über das einstige Fortbestehen sich herausstellt."

GrEv VI/133(6-7) — DER HERR: "Sowie eine Seele anfängt, den wahren Gott wie außer sich seiend zu erkennen und durch das Gefühl ihrer Liebe zu Ihm Ihn ordentlich wesenhaft wahrzunehmen, dann ist sie schon von den Banden der göttlichen Allmacht frei und gehört dann auch schon stets mehr und mehr sich selbst an und ist sonach Selbstschöpferin ihres eigenen Seins und Lebens und dadurch eine selbständige Freundin Gottes für alle Ewigkeiten der Ewigkeiten. Wenn aber also, so verliert das eigentliche Wesen ja eigentlich gar nichts, so demselben der für weiterhin unbrauchbare Leib abgenommen wird, damit es dann schneller seine endliche Bestimmung erreichen kann."

GrEv V/133(7-8) — DER HERR: "Wie aber sollte sich der vor dem Tode fürchten, der in der höchsten Klarheit das ewige Leben in sich trägt und ganz vollkommen ein Herr des Lebens in sich selbst geworden ist und gar wohl wissen muß, daß diejenigen, die wohl den Leib töten können, der Seele und ihrem ewigen Lebensgeiste durchaus keinen Schaden mehr zuzufügen vermögen, und daß die Seele mit dem Wegfalle des schweren Leibes für ewig einen nie aussprechbaren Gewinn macht, den alle Schätze dieser Erde ewig nimmer aufzuwiegen irgend imstande wären! — Wer aber solches in sich selbst in höchster und tiefster Lebensgrundklarheit erschaut, der wird dann ja doch etwa keine Furcht vor dem Tode des Leibes haben?!"

GrEv VI/68(1-4) — DER HERR: "Die Furcht vor des Leibes Tode liegt eigentlich nicht in dem unbestimmten Bewußtsein des Lebens der Seele nach dem Abfalle des Leibes, als vielmehr in der Liebe zur Welt und in der Selbstliebe. Durch diese beiden Liebearten wird die Seele stets mehr in ihr Fleisch vermengt, und die Folge davon ist, daß sie eben dadurch das Gefühl des Sterbens, Vergehens und Aufhörens stets mehr und mehr zu ihrem eigenen machen und übergehen muß in allerlei Angst und Furcht.

Siehe, die Urväter der Menschen dieser Erde hatten keine Furcht vor dem Tode des Leibes, sondern oft nur Sehnsucht danach, daß sie befreit würden von dem gebrechlich gewordenen Leibe! Sie hatten ob ihres Gott wohlgefälligen Lebenswandels von Zeit zu Zeit helle Blicke und Gesichte ins Jenseits und hatten sich dadurch ein klares und wahres Bewußtsein über das Leben der Seele nach dem Abfalle des Leibes erworben.

Aber in dieser Zeit ist ja beinahe aller Glaube an Gott bei den Menschen erloschen! Wo sollte dann bei den Menschen das helle Bewußtsein des Lebens der Seele nach dem Leibestode noch herrühren?! — Wo man am Grunde alles Lebens schon beinahe allgemein zweifelt, da ist es dann nicht verwunderlich, wenn man über das Fortleben der eigenen Seele nach des Leibes Tode in starkem Zweifel ist."

GrEv XI/30(9-18) — DER HERR: … Als wir allein waren, sagte Rael zu Mir: "Herr und Meister, ich bin ein sündiger Mensch, der nicht wert ist, daß Du mit Deinem Fuße dieses Haus heiligst; aber ich weiß auch, daß Du über die Maßen barmherzig bist und mir daher alle die begangenen Torheiten meines bisherigen Lebens sicherlich vergeben wirst, so ich Dich recht von Herzen darum bitte. Und so bitte ich Dich denn, Herr und mein Gott, zunächst darum: Du mögest meine bisherige große Schwäche nicht ansehen und mir verzeihen, was ich je wissentlich und unwissentlich gesündigt habe!"

Sagte Ich: "Rael, alle deine Sünden sind dir schon lange vergeben; denn Ich bin kein Gott der Strafe, sondern der Liebe. Wie könnte Ich also irgend etwas strafen wollen, wenn es einem Menschen so wie dir ernst ist mit solcher Bitte, wie du sie geäußert?! Ich bin aber in die Welt gekommen, um die große Sündenlast, welche die Menschen in ihrer großen Blindheit auf sich laden, zu zerstören und ihnen die Wege zur größten Glückseligkeit frei zu machen. Habe also keine Sorge mehr um deine Sünden meist nur aus früherer Zeit, die dir als böse Werke bei deinem Ableben von der Erde nachfolgen wie die guten! Sie sind verzehrt von Meiner Liebe. — Jetzt aber rede, was dich noch bedrückt; denn du hast ein besonderes Anliegen, weswegen du insgeheim mit Mir sprechen wolltest!"

Sagte Rael: "Herr und Vater, ich danke Dir für Deine Worte aus tiefstem Herzen! Ich bin nun um so mehr von dem Wunsche erfüllt, der mich beseelte, seit ich Dich gesehen habe. Siehe, ich bin alt, mein Körper ist morsch und wenig tauglich mehr, Behausung dieser Seele zu sein! Die Hoffnung, den Erwählten Gottes noch sehen zu können, hat bisher nur diesen müden Staub aufrechterhalten, und jetzt, wo diese Hoffnung erfüllt ist, bitte ich Dich, Herr und Vater: Lasse Deinen Knecht in Frieden in die Grube fahren, damit er Deinem Reiche, das er nun mit leiblichen Augen gesehen, ein tüchtigeres Werkzeug werde, als er noch im Fleischesleben sein kann! Könnte ich unter Deinen Augen dahinscheiden, so werde ich den Tod gewißlich nicht schmecken und sicher und friedlich einkehren in das Reich, das Du uns verheißen hast!"

Sagte Ich: "Rael, dieser Wunsch ruht schon lange in deinem Herzen und deshalb solltest du ihn äußern, damit deine Seele auch von diesem letzten Drucke frei werde. Siehe, was ist denn der Tod des Menschen?! Weiter nichts als das Abfallen der reifen Frucht vom Baume, welches Fallen auch geschieht wie von selbst, ohne besonderes Zutun der Frucht. Ist der Mensch in seinem innersten Wesen so weit geläutert, um als reife Frucht zu gelten, so wird die Ablösung der reifen Seele von dem Stamme, dem Körper, auch völlig zwanglos geschehen. Dieser Augenblick tritt aber bei dem Menschen, der nach Meinem Willen gelebt hat, derart ein, daß er auch ohne Meine Gegenwart völlig schmerzlos, ja sogar mit den freudigsten Empfindungen, hinübergleitet vom irdischen zum geistigen Leben.

Du aber hast dennoch, trotzdem du nicht am Leben gerade hängst, eine Art Besorgnis vor diesem Augenblicke und denkst, gestärkt von Meiner Gegenwart, am leichtesten über diesen dir unangenehmen Wendepunkt hinwegzukommen. Ich sage dir aber nun, daß du auch diese verzeihliche menschliche Schwäche ablegen mußt, damit dein Glaube, der dich bis jetzt erhalten hat und dieses hohe Alter erreichen ließ, völlig gekräftigt werde; denn der Glaube an Mich soll ja gerade das beste und einzige Mittel sein, alle drohenden Schrecknisse des Todes zu besiegen.

Ist der Mensch völlig gläubig geworden, und habe Ich ihm ins Herz gelegt, es sei Zeit für ihn, die Fleischesbande zu lösen, da sein irdisches Tagewerk vollbracht, so werde Ich ihm sogar die Kraft geben, selbst die Fesseln zu sprengen, und er entschlummert sanft vor den Augen der Seinen in Frieden. Das ist der Tod, wie er sein soll, wie er jedoch in den allerseltensten Fällen nur eintreten kann, weil die Menschen den Augenblick des Abrufens mehr fürchten als alles andere und nicht durch gerechte Abnutzung, sondern durch gewaltsame Zerstörung der Körpermaschinerie den Übergang herbeiführen. Das verkehrte Leben hat daher auch die vielen Krankheiten geschaffen, die mit dem eigentlichen Tod nichts zu tun haben sollen, da nicht diese den Übergang, sondern die seelische Vollreife ihn bedingen soll. Du, Mein Rael, sieh es daher nicht an, als wolle Ich dir einen Wunsch versagen, wenn Ich dir sage: Lebe noch eine kurze Zeit! Sieh das nicht als Strafe an, sondern übe dich, auch noch diesen letzten Rest eines irdischen Anhangens zu tilgen, um mit Mir vereint dann einzugehen in Mein Reich!"

3. Zum Selbstmord

GrEv VI/162(11)/163(2) — DER HERR: "Was nützte es dem Menschen, so er mit diesem Erdenleben die ganze Welt gewönne, aber Schaden litte an seiner Seele?! Was kann ein solcher Mensch dann geben, seine Seele zu lösen?! Darum muß der Mensch dieses Leibesleben ja allein nur dazu benützen, daß er dadurch das ewige Leben der Seele gewinnt. Benützt ein Mensch sein Leibesleben nicht vor allem dazu, so ist er selbst schuld daran, wenn er das Leben seiner Seele verwirkt oder es mindestens so weit schwächt, daß sie hernach jenseits oft eine überaus lange Zeit zu tun hat, um sich so weit zu sammeln, daß sie dann in ein nur etwas helleres und besseres Geistleben überzugehen imstande ist."

Ein Ältester: "Herr, ich habe viel darüber nachgedacht, wie man des Leibes Leben gar nicht lieben, sondern vielmehr verachten und fliehen sollte, um dadurch das Leben der Seele zu gewinnen und zu erhalten. Das ist mir nun so ziemlich klar geworden. Aber es ist da dennoch ein Punkt, der mir noch nicht so recht einleuchten will. Es gibt unter den Menschen auch solche, die da wahre Erzfeinde ihres eigenen Lebens sind, und wenn sie dessen aus irgendeiner Veranlassung überdrüssig werden, so entleiben sie sich selbst. Diese müßten doch da vor allem das Leben der Seele gewinnen! — Was ist da Deine Meinung?

DER HERR: "Hat ihnen Gott denn das Leibesleben darum gegeben, daß sie es vernichten sollen?! Das Leben des Leibes ist das dem Menschen von Gott gegebene Mittel, durch welches er das Leben der Seele für ewig gewinnen kann und soll. Nun, so er aber das Mittel zuvor vernichtet, womit sollte er dann das Leben der Seele erhalten und eigentlich zuvor gewinnen?! Ich sage dir: Die Selbstmörder — so sie nicht Irrsinnige sind — werden schwerlich je oder auch gar nie das Reich des ewigen Lebens besitzen!

Denn wer einmal ein solcher Feind seines Lebens ist, in dem ist keine Liebe zum Leben; ein Leben ohne Liebe aber ist kein Leben, sondern der Tod."

GrEv IV/152(1-12) — DER HERR: "So jemand aus dem Grunde, weil durch jemand anders sein großer Hochmut zu sehr gedemütigt wurde und ihm keine Möglichkeit zu einer Rachenehmung offensteht, sich das Leibesleben nimmt, so ist das eine böseste Art des vorsätzlichen Selbstmordes. Eine solche Art des Selbstmordes kann an einer Seele nimmer völlig gutgemacht werden. Tausendmal Tausende von Jahren werden erfordert, um eine solche Seele nur zum wenigsten zu einer Umhäutung ihrer dürren, aller Liebe baren Scheinknochen zu bringen, geschweige zu einer Inkarnierung* ihres ganzen Wesens; denn die Inkarnierung ist ja eben ein Produkt der Liebe und erweckt auch wieder Liebe. (* hier in der Bedeutung von: Umhüllung des Seelenskeletts mit geistigem "Fleisch")

Daneben gibt es Selbstmörder um einer Jungfrau willen; auch solche Selbstmörder werden einst höchst schwer nur zu einiger Vollendung des Lebens gelangen.

Dann gibt es Selbstmörder, die geheim ein großes Verbrechen begangen haben, auf das, ihnen bewußt, eine schimpflichste und schmerzlichste Todesstrafe gesetzt ist. Sie wissen, daß ihr Verbrechen offenbar werden muß. Was geschieht da gewöhnlich? Ein solch geheimer Verbrecher geht aus größter Furcht und aus seiner gerechten Gewissensqual in die vollste und finsterste Verzweiflung über und erwürgt sich selbst. Eine solche Seele erscheint jenseits im Skelett ihrer Vorkreaturen. Kurz, wenn eine Seele einmal meist auf Grund einer schlechten Erziehung, aller Liebe, auch der zu sich selbst, bar geworden ist, dann ist von der ganzen Hölle, als des Lebens ärgstem Feinde, auch die ganze Seele durchdrungen und wird dadurch in sich selbst ein Feind des eigenen Lebens und Seins und trachtet stets, auf irgendeine schmerzlose Art dasselbe zu vernichten! Bei solch einer totalen Lebensfeindschaft muß am Ende ja alles aus den Lebensfugen gehen, und eine solche Seele kann dann jenseits doch unmöglich anders als ganz in ihre Urlebenssonderformen aufgelöst erscheinen, und da nur in deren fleischlosen Skeletten, die bloß das notwendige Gericht in sich tragen.

Wenn jenseits dann ein Selbstmörder in der vorbeschriebenen Art erscheint, so könnet ihr es euch nun schon vorstellen, wie schwer und wie lange es gehen wird, bis eine solche Seele nur einmal dahin kommt, in ein menschliches Gerippe überzugehen und dann eine Haut und gar ein Fleisch aus sich selbst bekommt.

Aber es entsteht in euch nun die Frage, ob eine solche Seele auch irgendwelche Schmerzen leide. Und Ich sage es euch: zuzeiten die größten und brennendsten, zuzeiten auch wieder gar keine! Wird sie ihrer noch immer möglichen Wiederbelebung halber von den sich zu dem Behufe nahenden Geistern gewisserart aufgerührt, so empfindet sie in ihren Teilen einen brennendsten Schmerz; kommt sie aber dann wieder zur Ruhe, dann ist in ihr weder ein Gefühl, ein Bewußtsein, noch somit irgendein Schmerz vorhanden.

Es gibt aber noch weiter eine Menge Arten des Selbstmordes, die aber in ihren Folgen nicht so bösartig auf die Seele einwirken wie die beiden soeben beschriebenen; aber von irgend guten Folgen für die Seele gibt es keinen Selbstmord."

4. Vom Sterben und vom Tode

GrEv V/75(2-6) — DER HERR: "Wer das Fleisch angezogen hat, wird dasselbe auch wieder ausziehen müssen, ob nun mit oder ohne Schmerz, das ist eine ganz gleichgültige Sache; denn nach der Trennung hat aller diesweltliche Schmerz aufgehört. Denn die Luft, die des Menschen Seele einatmen wird in der andern Welt, wird eine ganz andere als die Luft dieser materiellen Welt hier sein. Wo es keinen Tod mehr gibt, da gibt es auch keinen eigentlichen Schmerz, weil des Fleisches Schmerz stets nur die Folge einer teilweisen Losschälung der Seele vom Fleische ist.

Es ist aber damit gar nicht gesagt, als wäre eine Seele in ihrem reinen Zustande etwa ohne Gefühl und Empfindung — denn ohne das wäre sie ja offenbar tot; aber sie wird in der ihrem Wesen entsprechenden Welt nur nichts finden, das sie drängte, drückte, kneifte und preßte und dadurch ein schmerzliches Gefühl erzeugte; und so wird sie auch keinen Schmerz je wahrnehmen.

Der Hauptgrund zu einem Schmerz, den stets nur die Seele, nie aber das Fleisch empfindet, liegt also im Drucke, den irgendein zu träg und somit auch zu schwer gewordenes Fleisch auf irgendeinen Lebensteil der Seele ausübt. Es ist daher zeitweilig jede Krankheit zu heilen, wenn man die Fleischmasse zu erleichtern versteht; aber fürs Alter des Fleisches gibt es keine Erleichterung mehr, obwohl ein in guter Ordnung lebender Mensch noch bis in ein sehr hohes Alter im ganzen wenig von einem Schmerze zu erzählen wissen wird. Sein Fleisch wird bis zur letzten Stunde noch ganz fügsam und geschmeidig verbleiben, und die Seele wird sich nach und nach ganz sachte ihrem Fleische entwinden können in der eigentlichen, besten und wahren Ordnung. Sie wird zwar auch nicht wünschen, gerade selbst im höchsten Erdalter sich vom Fleische zu trennen; wenn aber an sie der ihr wohl vernehmbare, beseligendste Ruf aus den Himmeln ergehen wird: "Komme du aus deinem Kerker ins freieste, ewige, wahre Leben!" so wird sie aber auch keine Sekunde verlieren, ihr morsches Erdhaus zu verlassen, um hinauszutreten in die Lichtgefilde des wahren, ewigen Lebens."

Vom frühzeitigen Tode

GrEv VI/55(3-7) — DER HERR: "Als bei den Menschen allerlei Hoffart und mit ihr ein ganzes Heer von tollsten Sünden wider die Gebote Gottes und wider die Gesetze der Natur Eingang fand, da erst kamen aus eigenem Verschulden allerlei böse Krankheiten unter die Menschen. Die also geschwächten Menschen konnten dann auch keine gesunden Kinder mehr zeugen. Solche schon vom Mutterleibe an verkümmerten Kinder mußten nach und nach auch stets mehr und mehr von allerlei Krankheiten befallen werden und sterben in allen Stadien ihres Alters.

Daß nun solches also geschieht, müßt ihr euch nicht denken, als hätte solches Gott aus irgendeiner unerforschlich-geheimen Absicht unter die Menschen verordnet; aber zugelassen hat Er es, damit die Menschen fürs erste durch die Krankheiten vom zu vielen Sündigen abgehalten werden, und fürs zweite, daß sie durch die bitter schmerzlichen Krankheiten mehr von der Welt abgezogen werden, in sich gehen, ihre Sünden erkennen, sie verabscheuen und so in Geduld und Ergebung in den göttlichen Willen selig werden können.

Also ist das auch bei den Kindern der Fall. Was soll aus einem körperlich verkümmerten Kinde auf dieser Erde werden, besonders bei Eltern, die selbst in allen Sünden geboren worden sind?! Wer wird sie erziehen, und wer wird sie heilen von ihren Übeln?! Ist es da nicht besser, daß sie von dieser Welt zurückgenommen werden und sodann dort im eigens für sie bestehenden Kinderreiche von den Engeln großgezogen werden?!

Ich sage euch: Gott weiß um alles und sorgt auch für alles! Aber da die meisten Menschen in dieser Zeit Gott gar nicht mehr kennen und nichts von Ihm wissen, wie sollen sie dann darum wissen, was Gott tut, und was Er verordnet zu ihrem möglichen Heile?!

Würde Gott auf die Sünden der Menschen nicht die entsprechenden Krankheiten zugelassen haben, so ginge mehr denn die halbe Menschheit gänzlich zugrunde, und die Erde würde ganz zur Hölle werden und müßte zerstört in toten Trümmern im endlosen Weltenraume umherirren, wie dieser sichtbare Sternen- und Weltenraum schon ähnliche Beispiele aufzuweisen hat, wovon euch Meine Jünger etwas Näheres sagen können."

GrEv VIII/81(2-5) — Ein Schriftgelehrter: "Alle die Altväter und Propheten, die auch streng nach Deinem ihnen geoffenbarten Willen gelebt und gehandelt haben, sind am Ende denn doch gestorben, und wir werden auch sicher alle sterben müssen, weil Du Selbst uns auf den Abfall des Fleisches von der Seele schon bei verschiedenen Gelegenheiten nur zu deutlich und klar aufmerksam gemacht hast; und nun sagtest Du aber, daß es für den, der Deine Lehre annehmen und werktätig befolgen wird, keinen Tod geben werde. Wie sollen wir das verstehen?"

DER HERR: "Meinte Ich denn, daß ein Mensch, der nach Meinem Worte leben wird, auch leiblich gleichfort auf dieser Erde leben werde?! Dem Leibe nach wird freilich ein jeder Mensch sterben, und sein Leib wird den Tod sicher nicht sehen, fühlen und schmecken, — aber desto mehr die Seele eines Sünders, so er nicht nach Meiner Lehre sich bessern und eine rechte und wahre Buße tun wird! Denn bei wem die Seele noch gar sehr ins Fleisch und seine sinnliche Lust vermengt und verwachsen ist, bei dem wird auch eben die Seele den Tod sehr sehen, fühlen und schmecken, so für den Leib die Stunde des Abfallens kommen wird.

Eine Seele aber, die nach Meiner Lehre in ihrem Geiste aus Mir schon auf dieser Erde völlig wiedergeboren wird, wird solch einen Tod sicher ewig nie sehen, fühlen und schmecken, weil sie mit dem vollsten und hellsten Lebensbewußtsein frei von aller Qual aus dem Leibe scheiden wird, wenn Ich sie zu Mir für ewig berufen werde. Und so einer und der andere von euch von den Heiden um Meines Namens willen zum Tode geführt wird, so wird er lachen und frohlocken, daß er als Blutzeuge seines Fleisches entledigt wird, und wird Seligkeit und Wonne empfinden selbst in des Fleisches Schmerzen."

GrEv II/232(6-7) — DER HERR: "Wenn auch die Wesen nach ihrer geistigen Vollendung ein vollkommen freies Sein haben, das vom Gottessein wie unabhängig dasteht, so würde solch eine wie selbständige Unabhängigkeit aber dennoch keine Dauer haben können, so diese nicht von Ewigkeit her von Gott aus Seiner Ordnung heraus, und mit derselben eins seiend, zum voraus festgestellt wäre. Diese Feststellung von Ewigkeit her aber ist so ganz eigentlich für alle geschaffenen Wesen schon das, wodurch jedem geschaffenen Wesen die ewige Dauer fortwährend verschafft und erhalten wird.

Aus dem geht nun auch wie von selbst hervor, daß da kein Ding, das von Gott einmal ins wie immer geartete Dasein gerufen worden ist, unmöglich je vergehen und zunichte werden kann. Es kann wohl die Form verändern und aus einer minder edlen in eine stets edlere übergehen, auch umgekehrt, wie wir solches beim Falle der erstgeschaffenen Geister gesehen haben; aber vernichtet kann da nichts mehr werden, was Gott einmal in irgendein Dasein gerufen hat."

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Vom Leben mit und ohne Gott

1. Wo kein Arzt mehr hellen kann

GrEv X/148 — DER HERR hatte eines Tages den blinden und lahmen Sohn eines Herbergswirtes geheilt.

Sagte der Wirt: "O Herr und Meister, nun sehe ich es ganz klar ein, daß Du allein höchst weise bist und in allem recht hast. Die Menschen sind allzeit selbst schuld an allen Übeln, von denen sie körperlich und seelisch heimgesucht werden. Doch wer war denn daran schuld, daß dieser mein Sohn, der stets von frühester Jugend an mein allergeratenster und frömmster war, blind und lahm geworden ist?"

DER HERR: "Siehe, Freund, da wirkten drei Hauptumstände zusammen! — Der erste Umstand war deine zu große Vorliebe für diesen Sohn. So er nur ein wenig von irgendeinem kleinen Kopfübel bedroht war, so mußten gleich alle dir bekannten Ärzte zu ihm kommen, um ihn zu heilen. Diese haben ihm durch ihre starken Mittel einen ziemlich heftigen Kopfkatarrh in die Augen getrieben, und der Sohn wurde blind.

Zweiter Umstand: Als der Sohn blind geworden war, da wollten die Ärzte ihn wieder sehend machen, gebrauchten innerlich und äußerlich starke, aber ganz verkehrte Mittel, und dein Sohn wurde dadurch denn auch bald am ganzen Leibe lahm.

Dritter Umstand: Ich wußte wohl auch darum, ließ es aber zu, daß dir solches begegne, und zwar aus dem folgenden Grunde: Zum ersten hast du dann auch deinen anderen Kindern eine größere Liebe bezeigt und hast sie alle besser zu erziehen angefangen. Zum zweiten hast du angefangen einzusehen, daß ein rechter Jude auch bei den leiblichen Übeln stets mehr auf Gott als auf die zumeist blinden und unwissenden Weltärzte sein Vertrauen setzen solle; denn wo kein Arzt mehr helfen kann, da kann noch Gott allein gar wohl helfen. — Und zum dritten ließ Ich das auch darum zu, weil Ich wohl wußte, daß Ich zu dir kommen werde, um dir in der Heilung deines Sohnes ein Zeichen zu geben, daß Ich der Herr bin und mir nichts unmöglich ist.

Aus dem wirst du nun wohl einsehen, was da alles schuld war, daß dein Sohn auf eine Zeitlang blind und lahm geworden ist.

Es gibt zwar wohl noch einen dir jetzt noch völlig unbegreiflichen, geheimen, innern, geistigen Grund, der dir aber erst im andern Leben klar werden wird. Das magst du aber nun aus Meinem Munde für dich und deinen Sohn vernehmen, daß weder du selbst, noch dieser dein Sohn der Seele nach von dieser Erde, sondern von oben her, das heißt von einer andern im endlos weiten Himmelsraume bahnenden Erde abstammt. Denn alles, was sich dir am weiten und tiefen Himmel als ein bleibendes Gestirn zeigt, ist Weltkörper über Weltkörper, und keiner ist ohne euch ähnliche, vernünftige Menschenwesen; doch Meine Kinder trägt nur diese Erde. Doch frage Mich darüber um nichts Weiteres mehr! So du im Geiste wirst vollendet sein, wird sich deine innere Sehe auch in diesem Punkte zu einer größeren Klarheit erheben."

2. Verheißungen und Ratschläge

H I/1-3 — Den Kranken sage: Sie sollen sich in ihrer Krankheit nicht betrüben, sondern sollen sich ernstlich an Mich wenden und sollen Mir ja ganz vertrauen! Ich werde sie trösten. Und ein Strom des köstlichsten Balsams wird sich in ihr Herz ergießen, und des ewigen Lebens Quelle wird unversiegbar in ihnen offenbar werden. Sie werden genesen und erquickt werden wie das Gras nach einem Gewitterregen.

Den Buhlern und Buhlerinnen aber sage: Wer im Fleische wandelt, der wandelt im Tode, und seine Lust wird bald zur Speise der Würmer werden. Nur wer im Geiste wandelt, kommt zum Lichte, der Urquelle allen Lebens; sein Anteil wird ewig bestehen und sich vermehren.

Den Kleiderpracht- und Modesüchtigen sage ernstlich, daß sie nackt vor ihrem gerechtesten Richter stehen werden. Ihre Pracht wird vergehen wie ein Schaum; ihre Herrschsucht wird in die niedrigste Sklaverei verwandelt werden, und sie werden sich ewig ihrer Torheit schämen müssen. Ist denn nicht ein großer Tor der, welcher sich vornimmt, einen Schmeißhaufen vergolden zu wollen, die Edelsteine aber, statt in Gold, in den schmutzigsten Kot fassen läßt?! Oh, daß es der Irrsinnigen jetzt in der Welt doch gar so viele gibt! Das Licht halten sie für Finsternis und die Finsternis für Licht!

Sage den ängstlichen Müttern: Sie sollen ihre Töchter nicht in der Furcht vor den Männern und der Welt erziehen — denn was man fürchtet, dem gehorcht man blindlings in der Versuchung, und dem Gefürchteten wird der Sieg leicht werden; sondern sie sollen sie lieber in Meiner Furcht und Liebe erziehen, damit Ich Sieger werde, damit die Töchter die Welt verachten und in Meiner unbegrenzten Liebe schwelgen. Sie sollen sie der Gewinnung eines Ehegatten willen nicht auf öffentliche Orte führen, sondern zu Mir sollen sie sie bringen! Und Ich sage dir: Nicht eine ihrer Begierden soll ungesegnet und unbefriedigt bleiben! Denn Ich bin ein reicher Gott, der an allem unendlichen Überfluß hat, der alles im höchsten Übermaße geben kann und auch geben will.

Deinen Freunden und Brüdern sage ja in aller Liebe: Ich, ihr liebevollster Vater, habe schon Meine beiden Arme ausgestreckt, um sie allesamt an Mein Herz, ewig, ewig zu drücken. Sie sollen sich ja nicht von Mir wenden, sondern unverwandt sollen sie in Mein Angesicht schauen, und Mein Auge wird es ihnen sagen, ja laut verkünden, wie sehr Ich sie liebe und wie aufrichtig Ich es mit ihnen meine. Sage ihnen: Ich habe ihre Sünden von Meinen Augen hin weggetan und habe sie gewaschen so weiß wie der Schnee; es ist nun kein Hindernis mehr. Ich will ihnen kein unsichtbarer Vater mehr sein; sie sollen Mich allzeit schauen und mit Mir sich freuen. Alle ihre Sorgen sollen sie Mir übertragen!

Oh, mit welcher Freude will Ich fernerhin sorgen für sie! — Oh, was sind alle Freuden und Seligkeiten Meiner Himmel für Mich, den Vater, gegen die, von Meinen lieben Kindern als einziger, wahrer Vater geliebt zu sein! Siehe, alle Seligkeiten gebe Ich euch für diese einzige, die Ich nur für Mich bestimmt habe. Und darum sollen Meine Kinder auch niemanden als Mich nur ganz allein ihren Vater nennen; denn Ich bin es mit allem Rechte, und außer mir ist keiner mehr.

3. Trostlicht für Hilfesuchende

GrEv V/169 — DER HERR: "Ich werde jeden ernsten Strebens Hilfe, Kraft und Stütze sein! In der Zeit der Not werde Ich niemanden verlassen, der stets treugläubig und Mich hebend auf Meinen Wegen gewandelt ist. Ist er aber durch allerlei Lockungen der Welt von Meinen Wegen abgewichen, da muß er es sich dann schon selbst zuschreiben, so für ihn Meine Hilfe zur Zeit der Not unterm Wege verbleiben wird, und das so lange, als der Gefallene nicht voll Ernstes und reuig und vol sich an Mich wenden wird.

Ich werde zwar ewig ein und derselbe treue Hirte verbleiben und nachgehen den Schafen, die sich irgend verloren haben. Aber das Schaf muß irgend zu blöken anfangen und sich finden lassen nach dem ihm eigenen und unantastbaren freien Willen.

Wer da irgend belastet ist mit einer für seine Kraft zu großen Lebensbürde, der komme im Herzen zu Mir und Ich werde ihn stärken und erquicken! Denn Ich gebe eben darum manchem eine größere Bürde zu tragen, auf daß er fühle seine Schwäche und dann im Herzen zu Mir komme und Mich bitte um hinreichende Kraft zur leichteren Ertragung seiner größeren Lebensbürde. Und Ich werde ihn stärken in jeglicher Not seines Lebens und ihm ein rechtes Licht geben, zu durchwandeln die finsteren Wege des Lebens dieser Welt. — Wer aber die zu große Bürde wohl fühlt, aber nicht zu Mir kommt im Herzen, der muß es sich selbst zuschreiben, so er erliegt unter der zu großen Last des Erdenlebens."

4. Liebe, das Allheilmittel

GrEv III/48 — DER HERR: "Ich sage es euch, alles im Menschen ist tot bis auf die Liebe! Darum lasset eure Liebe walten in der Fülle über euer ganzes Wesen und fühlet Liebe in jeder Fiber eures Wesens — so habt ihr den Sieg über den Tod in euch! Und was in euch tot war, ist durch eure Liebe ins unverwüstliche Leben übergegangen. Denn die Liebe, die sich selbst fühlt und aus solchem Gefühle heraus auch erkennt, ist das Leben selbst, und was in sie übergeht, das geht auch ins Leben über!"

5. Der Arzt, der doppelt gesund macht

J.L. (v. 10.5.1842) — Also kannst du ja schreiben dem doppelt kranken Weibe des U. H. W. zu dessen Leibesgeburtstage — obschon bei Mir ein jeder Tag ein Geburtstag ist zum ewigen Leben.

Sie könnte schon lange der vollen Gesundheit sich erfreuen, wenn sie ein volles Vertrauen auf Mich hätte. Allein wie da ist ihr Vertrauen ein geteiltes, also ist auch ihre Gesundheit eine solche. Was aber kann da Meine Hilfe bringen, so sie sogleich wieder von irgendeinem weltweisen Arzte vertrieben wird?

Und habe Ich da neben einem Arzte auch jemandem aus der Not seines Leibes geholfen, wer erkennt solches und gibt Mir dann die Ehre, da er geteilten Glaubens ist in dem, ob Ich oder der Arzt ihm geholfen habe? Wenn aber Meine Hilfe nur gewisserart also mitzotteln muß mit der Hilfe des Arztes, siehe, da lasse Ich Mir auch Zeit und sage: Wie die Zahlung, so auch die Arbeit! — Wer hier am meisten bezahlt wird, der soll auch am meisten arbeiten!

Was nützte es aber der Seele und somit auch dem Geiste, welcher ist das Leben der Seele, so Ich dem Leibeskranken helfen möchte in der Medizin des Arztes? Würde er, wenn er sobald genesen würde, nicht auch sein ganzes, volles Zutrauen auf den Arzt setzen, Meine Hilfe aber nur als eine Chimäre und Mich somit nach und nach für ganz entbehrlich betrachten?

Siehe, aus diesem Grunde habe Ich da mit den Leibeskranken nicht viel zu tun. So aber der Arzt Mir trauete und Mir allein die Ehre gäbe, und mit ihm auch der Kranke, so wäre das freilich wohl etwas anderes und Meine Hilfe sicherer, als so der Arzt sich noch schmählich darüber aufhält, wenn ein Gesundgewordener in seiner Gegenwart ausruft: "Der liebe Gott hat mir geholfen!" — der Arzt aber dann beisetzt: "Wenn dir Gott geholfen hat, warum hast du denn hernach mich zu dir rufen lassen? Hättest ja gleich können dich zu deinem Gott um Hilfe wenden! Hier habe ja nur ich, der Arzt, dir geholfen durch meine Kunst und Wissenschaft!"

Für was werde denn Ich im wahren Sinne gehalten, so Ich dem Arzte und Chirurgen soll einen Nachzottler machen? Ja einen Nachzottler, der da nach guter Kur auch nicht auf den leisesten Dank irgendeinen Anspruch machen, sondern nur ganz im Verborgenen stets fleißig helfen soll für den Gewinn und für die Ehre der Ärzte — gleich wie ein Soldat, der sich auch für die Ehre irgendeines in einem Luftzelte schwelgenden Feldherrn muß totschlagen lassen! O siehe, für solche Arbeit fühle Ich Mich denn doch etwas zu gut und werde es daher auch allzeit bleiben lassen, um solchen Schmähsold zu dienen.

Willst du aber vollkommen gesund werden, dann vertraue dich nur Mir allein fest an, und das mehr denn deinen Alten und Ärzten, sonst kann Ich dir nicht helfen. Ich kann aus Meiner großen Erbarmung es wohl zulassen, daß du halbsiech erhalten wirst von den Ärzten; aber ganz gesund wohl sehr schwer oder nie!

Wenn du wüßtest, wie gerne ich so manchem helfen möchte, wenn er nur zu Mir käme voll Vertrauens und Glaubens und Liebe! Aber jetzt kommen die Besten kaum mit einem Viertel Glauben, einem Sechstel Vertrauen und einem Achtel Liebe. Siehe, bei solchen Verhältnissen gibt es denn auch für Mich bei den Kranken aller Art wenig zu tun! Solches aber sage Ich dir zu an diesem deinem Tage, dieweil Ich dich doppelt gesund machen will. Verstehe aber wohl, was das heißt: doppelt gesund! — Das alles sage Ich, dein lieber Jesus.

6. Heilung durch geistige Umkehr

I.K.L. (v. 10.11.1893) — O liebe Kinder, daß ihr doch einmal weise wäret und verstündet Mein Tun! Ich bin ja nicht gekommen, euren Leib von seinen Übeln zu befreien, sondern darum bin Ich in diese Welt gekommen, eure Seelen durch des Leibes Gebrechen zu läutern und zu reinigen. Anstatt daß ihr Mir nun danket für solch gnädige Mithilfe, wollet ihr, daß Ich euch abnehme, was zu eurem Seelenheile dient! —O wie blind seid ihr noch! Und wie lange muß Ich noch bei euch sein, bis ihr das Wahre vom Falschen unterscheidet und nach dem Lichte verlanget und das wahre Sein ergreifet, anstatt dem Schatten und dem Scheine nachzujagen!?

Ihr denket da nun wohl bei euch: "Ja wenn also jede Sorge, die wir dem Leibe zuwenden, eine törichte ist, und wir aufhörten für ihn zu sorgen, da würde er doch bald untauglich werden und seinen Zweck verfehlen, nämlich der Seele als Läuterungs- und Reinigungsort zu dienen! Die Sorge um den Leib ist doch instinktmäßig und sogar unsere Pflicht, warum wird sie hernach hier als gänzlich verwerflich hingestellt?"

Nun, liebe Kinder, diese Art, für den Leib Sorge zu tragen, verwerfe Ich durchaus nicht. Darum höret Mich nur weiter an, so werdet ihr bald merken, wo es hinaus will. Sehet, ihr alle, die ihr mit irgendwelchen Leiden und Gebrechen des Körpers behaftet seid, habt euch dieselben zum größten Teile selbst zugezogen — entweder durch ungeordnetes Leben, in Essen und Trinken oder durch Unkeuschheit in mancherlei Beziehung, sei es auch nur in unlautern und unreinen Gedanken. Wenn die letzteren auch niemals zur Ausführung kamen noch kommen werden, so ist es dennoch ein Spielen mit der Sünde, die den Tod gebiert. All die anderen Ausschweifungen und Sünden will Ich gar nicht berühren; denn sie sind ein Greuel und der Untergang der ganzen Welt. Die mit diesem Höllengift Behafteten werden schwerlich das Reich Gottes sehen.

Lasset uns aber noch zu denen uns wenden, deren Krankheit und Siechtum ein Erbteil von Eltern und Voreltern ist. Das sind diejenigen, die Ich vom Mutterleibe an vor dem Schlangengift der Welt bewahren will. Dadurch, daß sie ihr Kreuz sozusagen mit auf die Welt bringen, reifen ihre Seelen früher aus und sind Mir daher bald tüchtige Werkzeuge. Denn ihr Geist ist schon vereint mit Meinem Geiste durch das frühzeitige Wachwerden der Seele. Sie sind geringgeachtet vor der Welt ihrer leiblichen Schwäche wegen; aber eben darum stehen sie im Geistesreiche obenan und sind auch früher reif für dasselbe.

Doch nun haben wir noch eine dritte Art, und das sind die von zuviel irdischer Arbeit Geschwächten, die sich aber in zwei Teile teilen — in solche, die aus übergroßer Gier nach irdischem Gut sich schädigten, und solche, die aus Not und Armut über ihre Kräfte taten.

Sehet, da haben wir in kurzem den Hauptteil der menschlichen Leiden im allgemeinen, deren Träger die Mehrzahl der heutigen Menschheit bilden, und diese sind es, denen Ich sage: "Euer Streben durch äußere Mittel leidensfrei zu werden ist vergebens! Richtet eure Sorge nicht auf den Schein, sondern auf das Sein! Betrachtet euer irdisches, körperliches Leiden als gerechte Sühne eurer Sünden und bekehret euch von ganzem Herzen, so wird es besser mit euch werden, wenn auch nicht am Leibe, so doch an eurer Seele! Diese ist es, die Ich zu retten gekommen bin einst und nun! Darum lasset ab von allen euren Versuchen, das für das Heil eurer Seelen erforderliche Kreuz abzuschütteln.

Ich habe geistige Zwecke mit euch vor, während euer Sinn nur auf Irdisches gerichtet ist. Darum verstehet ihr nicht Mein Tun und Meine Liebesabsichten. Ich aber will dennoch euch nicht lassen, sondern euch mit himmlischer, väterlicher Geduld und Langmut auch ferner hin ertragen und euch dem ewigen Lichte näher führen. Denn Meine Liebe will nicht, daß eines verlorengehe, sondern daß sich alle zur Buße kehren."

7. Vom wahren Heilsstreben

GrEv V/89 ff. — DER HERR: "Ich sage dir: Unter gewissen, wahren Verhältnissen ist alles gut auf der Erde und bringt Segen durch den wahren Gebrauch für Leib, Seele und Geist, und es ist dem Reinen alles rein, und für den, der selbst ein Licht geworden ist, kann es keine Nacht mehr geben. Aber durch einen dummen, verkehrten und also ordnungswidrigen Gebrauch muß am Ende selbst das Beste schlecht werden — statt Segen und Heil — fluch und Unheil bringen!

Du weißt, daß das Wasser die mannigfachsten und allerbesten Eigenschaften besitzt und zum naturmäßigen Leben der Menschen, Tiere und Pflanzen das unentbehrlichste Element ist. Aber so der Mensch sich eine Wohnung errichten wollte in der Tiefe des Meeres, um darin mit den Fischen zu hausen, so würde er in solcher Wohnung schnell den Tod seines Leibes finden. — Ebenso ist das Feuer gleich dem Wasser ein notwendiges Element zum Leben; wer sich aber in ein Feuer stürzte in der Meinung, darin eine noch größere Fülle des Lebens sich anzueignen, der wird bald als Asche keinen Funken Naturlebens mehr besitzen!

Und so geht es mit allen Dingen! Selbst die giftigsten Pflanzen und Tiere haben ihren großen Segen für diese Erde; denn sie saugen den bösen Giftstoff aus der Luft an sich. Ihre Natur ist so eingerichtet, daß ihnen das Gift, das in den ganz ungegorenen Naturlebensgeistern besteht, keinen Naturlebensschaden bringen kann. Lasset darum diese Dinge in ihren für die Erde nützenden Bezirken unangefochten! Trachtet vor allem, vollkommene Menschen zu werden — ja, werdet so vollkommen, wie da euer Vater vollkommen ist, so wird euch alles Gift der Pflanzen und der Tiere nichts anhaben können!

Werdet doch einmal wieder das, wozu ihr berufen seid und was die Erzväter waren, denen alle Kreatur gehorchte. Werdet durch die Beachtung Meiner Lehre Herren der Schöpfungen eures Vaters in Seiner Ordnung, und es wird bei so bewandten Umständen keine Feindschaft mehr bestehen weder unter euch, noch zwischen euch und den euch untergeordneten Kreaturen! — Aber so ihr aus solcher Ordnung tretet, so werdet ihr euch den alten Fluch und Unfrieden wieder müssen gefallen lassen.

In dieser Zeit wird zwar Mein Reich auf dieser Erde viel Gewalt bedürfen, und die es sich nicht mit Gewalt aneignen, werden es nicht in ihren Besitz bekommen. Später wird es jedoch leichter gehen; aber ohne einen gewissen Kampf, wenigstens mit sich selbst, wird sich Mein Reich schon auf dieser Erde nicht gewinnen lassen. Denn so schon das diesirdische Leben nur ein Kampf ist, um wieviel mehr das wahre geistige Leben aus dem Jenseits, besonders wenn es schon in dieser Welt sich äußern soll. Aber der Kampf wird dennoch für jeden, der Gott wahrhaft liebt, durchwegs ein leichter sein! Denn dies sei einem jeden Meiner wahren Freunde gesagt, daß Mein Joch sanft und Meine Bürde leicht ist! …

Wer dies alles erkennt und treu beachtet, der wird unfehlbar des Lebens Vollendung erreichen und wird den Tod nimmer fühlen, noch auf irgendeine Art wahrnehmen. Denn wer schon im Leibe sich das ewige Leben des Geistes erweckt hat, der wird im Abfalle des Fleisches nichts als eine ihn über alles beseligende Befreiung im höchst klaren Bewußtsein seines vollkommensten Seins vollwahr und allerrichtigst wahrnehmen, und sein Seh- und Lebenskreis wird ins Unendliche erweitert werden."

8. Bergung in der Arche Noah

GrEv III/13 — Siehe, als zu Noahs Zeit die Flut kam über den Boden der Erde, den die im Grunde des Grundes lebensverdorbene Menschheit bewohnte, da tötete die Flut bis auf Noah und dessen kleine Familie und die Tiere, die Noah in den Kasten aufnehmen konnte, in der weiten Weltgegend alles, nur die Fische im Wasser natürlich nicht. Wie aber erhielt Noah sich und seiner Familie das Leben hoch über all den todbringenden Wogen der großen Flut? — Siehe, er befand sich in seinem festen Kasten, den die tolle Flut ganz gehorsamst auf ihrem Rücken tragen mußte! ...

Diese tödliche Flut Noahs erhält sich aber geistig noch gleichfort auf dem Boden dieser Erde. Und Ich sage dir, daß diese geistige und beständige Sündflut Noahs dem Leben der Weltmenschen nicht minder gefährlich ist als die einstige naturmäßige zu den Zeiten Noahs.

Wie aber kann man sich vor dem Zu-Tode-Ersaufen in der geistigen Sündflut schützen? Ich sage dir: Was Noah körperlich tat, das tue man nun geistig, und man ist für immer geschützt vor der großen geistigen Sündflut! Mit andern Worten: Man gebe nach der Ordnung Gottes zwar auch der Welt, was der Welt ist — aber vor allem Gott, was Gottes ist! Die "Arche Noahs" ist eines Menschen rechte Demut, Nächsten- und Gottesliebe. Wer recht demütig ist und voll der reinen, uneigennützigen Liebe zu Gott dem Vater und zu allen Menschen und hat stets das rege Bestreben, allen Menschen, so möglich, zu dienen in der Ordnung Gottes — der schwimmt ganz wohlbehalten und bestverwahrt über die sonst gar so leicht todbringenden Fluten aller Weltsünden hinweg. Und am Ende dieser seiner irdischen Lebenslaufbahn, wenn für ihn die Flut sinken und sich verlaufen wird in ihre finsteren Tiefen, da wird seine Arche am großen Ararat des lebendigen Gottesreiches eine wohlgestellte Ruhe nehmen und wird dem, den sie getragen, zu einem ewigen Wohnhause werden.

9. Erkenne dich selbst!

GrEv V/125 — DER HERR: "Nehmet euch alle Mühe und prüfet euch, ob ihr nichts unterlasset, auf daß ihr am Ende nicht sagen müsset: "Da, sieh her, nun habe ich volle zehn bis zwanzig Jahre hindurch alles getan, was mir die göttliche Lehre vorschrieb, und dennoch stehe ich stets gleich auf einem und demselben Flecke, verspüre noch immer nichts von einer besonderen Erleuchtung in mir, und vom sogenannten ewigen Leben empfinde ich auch noch ganz blutwenig in mir! Woran fehlt es denn noch?"

Ich aber sage zu euch darum: Prüfet euch sorgfältig, ob nicht noch irgend starke weltliche Vorteilsgedanken euer Herz beschleichen, ob nicht zeitweiliger Hochmut, eine gewisse zu überspannte Sparsamkeit, eine jüngste Schwester des Geizes, die Ehrsucht, richterlicher Sinn, Rechthabelust, fleischlicher Wollustsinn und dergleichen mehreres euer Herz und somit auch eure Seele gefangenhalten! Solange das bei dem einen oder dem andern der Fall ist, wird er zu der Verheißung, das heißt, zu ihrer vollen Erfüllung an ihm selbst, nicht gelangen. Denn betrachtet nur den Most und den reinen, geistvollen Wein in einem Fasse oder Schlauche! Solange sich grobe und fremde Bestandteile im Moste befinden, wird er gären und zu keiner Reinheit gelangen; sind aber diese samt und sämtlich einmal hinausgeschafft, so wird es ruhiger und ruhiger im Fasse, der Most klärt sich und wird zum reinen, vollgeistigen Weine.

Es wird oft so manchem gar nicht vieles fehlen von der vollen Besitznahme des Gottesreiches in seiner Seele, und dennoch wird er es nicht einnehmen, weil er sich zu wenig prüft und nicht acht darauf hat, was etwa noch Irdisches an seiner Seele klebt. Wird er sich aber sorgfältiger prüfen, so wird er bald finden, daß er eben noch sehr empfindlich ist und ihn gar bald eine Kleinigkeit beleidigt.

'Ja', sagt da jemand, 'soll ein Mensch denn gar kein Ehrgefühl haben?' — O ja, sage Ich, der Mensch kann allerdings ein Ehrgefühl haben, aber das muß von der edelsten Art sein! Hat dich ein noch schwachgeistiger Mensch beleidigt, so werde ihm darum nicht gram, sondern gehe hin und sage zu ihm: 'Freund, mich kannst du mit nichts beleidigen; denn ich liebe dich und alle Menschen! Die mir fluchen, die segne ich, und die mir Übles tun, denen tue ich nach allen meinen Kräften nur Gutes! Aber es ist nicht fein, daß ein Mensch den andern beleidigt; darum unterlasse das für die Folge zu deinem höchsteigenen Heile! Denn du könntest bei deiner stets wachsenden Beleidigungssucht einmal an einen kommen, der dir die Sache sehr übelnähme und dir dann große und gewiß sehr unliebsame Ungelegenheiten bereiten könnte!'

Wenn ihr mit einem, der euch beleidigt hat, ohne den geringsten Groll im Herzen also redet, so habt ihr das edle und göttliche Ehrgefühl in eurem Herzen vollkommen gerechtfertigt. Sowie ihr aber darob noch so eine Art kleinen Grolles in euch merket und auf den Menschen bitter und unfreundlich werdet, so ist das noch eine Folge eines kleinen, in eurer Seele verborgenen Hochmutes, der allein noch lange gut genügt, die Vereinigung eurer Seele mit Meinem Lichtgeiste in euch zu verhindern.

Oder es spricht einen von euch mehrere Male ein und derselbe Arme um ein namhafteres Almosen an. Ihr habt es wohl und könntet dem armen noch tausendmal soviel geben, als ihr ihm schon gegeben habt; aber es berührt euch seine gewisserartige Unverschämtheit bitter, und ihr weiset ihm die Türe mit dem Bedeuten, er solle nicht so oftmals kommen und denken, daß man ihm allezeit, so oft es ihm einfällt, ein Almosen verabreichen wird.

Ja sehet, das ist für einen Weltmenschen wohl eine ganz vernünftige Rede, und es geschieht dem Bettler so eine kleine Zurechtweisung recht; aber derjenige, der dem Armen also begegnet, ist dem nach lange nicht reif zu Meinem Reiche, der Ich Meine Sonne scheinen lasse über gute und böse Menschen und zum Frommen aller Kreatur.

Derselbe Strahl, der die vergoldeten Paläste der Könige verherrlicht und in der Rebe den edelsten aller Säfte reinigt, reift und sehr versüßt, leuchtet auch über Pfützen und Kloaken und ärgert sich nicht an dem Gequake der Frösche und an dem Gezirpe der Grillen. Eine solche Zurückhaltung hat hinter sich noch etwas Karges, und die Kargheit und die allzu ökonomische Sparsamkeit ist eben nicht sehr weit vom Geize entfernt und trübt den Lebensmost der Seele. Und solange das noch ununterbrochen der Fall ist, wird aus der Seele kein reiner und geistvoller Lebenswein.

Wer aber als wohlhabend im Geben nur eine recht große Freude findet und den Armen gar nicht ansieht, darum, daß er ihm schon zu öfteren Malen eine kleine Gabe verabreicht hat, der ist dann in diesem Punkte schon fähig, in Mein Reich überzugehen, so er etwa keines andern kleinen Fehlers in seiner Seele gewärtig ist.

Darum sagte Ich zu euch, daß ihr euch stets in allem genau erforschen und euch auf den Lebensstandpunkt erheben sollet, auf welchem ihr es in euch hell und lebendig wahrnehmet, daß ihr von allen irdischen Schlacken frei seid."

10. Beim Uhrmacher

BM Kap. 21 — Ja, mein Gott, du hast recht, und ich liebe und schätze dich überaus ob deiner Weisheit und der damit vereinten Kraft, Liebe, Geduld und Ausharrung! Würdest du nur sanfter mit mir reden, so daß ich aus deinen Worten nicht allzeit meine Fluchwürdigkeit in aller Fülle und Schwere erschauen muß, dann wäre ich schon lange förmlich verliebt in dich! Aber eben diese deine durchdringliche Wortschärfe erfüllt mich eher mit einer Art geheimer Furcht als mit Liebe zu dir! — Rede sonach schonender mit mir, und ich werde dich dann aus allen meinen Kräften lieben!

DER HERR: "Freund, was verlangst du von Mir, daß Ich dir's nicht angedeihen ließe im höchsten Vollmaße, ohne von dir dazu aufgefordert zu werden?! Meinst du denn, daß da nur ein Schmeichelredner ein wahrer Freund ist oder einer, der sich aus lauter Ehrfurcht nicht getraut, die Wahrheit jemandem unters Gesicht zu bringen?! — Oh, da bist du in großer Irre! Du bist einer, an dem kein gutes Härchen irgendwo steht! Kein edles Werk der Liebe ziert dich! Hast du je etwas getan, das vor der Welt wie lieb-edel schien, so war es aber dennoch eitel Böses. Denn all dein Tun war nichts als eine arge Politik, hinter der irgendein geheimer herrschsüchtiger Plan verborgen lag!

Gabst du irgend jemandem ein karges Almosen, so mußte davon der ganze Umkreis Notiz nehmen; sage — war das evangelisch, wo doch die Rechte nicht wissen soll, was die Linke tut?!

Gabst du jemandem einen sogenannten guten Rat, so war auch der allzeit so gestellt, daß am Ende dessen Wasser dennoch auf deine Mühle laufen mußte!

Zeigtest du dich herablassend, so geschah es nur, um den Untenstehenden so recht anschaulich deine Höhe einzuprägen!

War der Ton deiner Rede sanft, so wolltest du damit das erreichen, was da zu erreichen suchen die Sirenen mit ihrem Gesange und die Hyäne mit ihrem Weinen hinter einem Busche! Du warst fortwährend ein gierigstes Raubtier!

Kurz und gut, an dir war auch nicht ein gutes Haar, und du befandest dich schon vollkommen in der Hölle! Gott der Herr aber erbarmte sich deiner, ergriff dich und will dich nun völlig frei machen von all den Höllenbanden! — Meinst du wohl, daß solches möglich sein könne, ohne dir zu zeigen, wie du beschaffen bist?!

Hast du auf der Erde nie gesehen, was die Uhrmacher mit einer verdorbenen Uhr machen, so diese wieder gut und brauchbar werden soll? — Siehe, sie zerlegen sie in die kleinsten Teile, aus denen sie zusammengesetzt ist, untersuchen da jedes Stückchen sorgfältig und reinigen es, machen das Krumme gerade, feilen das Rauhe hinweg und ergänzen, wo irgend etwas fehlt, und setzen am Ende das Werk wieder zusammen, auf daß es wieder wirkend entspräche seiner Bestimmung! Meinst du wohl, daß solch eine ganz verdorbene Uhr zum Gehen kommen möchte, so der Uhrmacher bloß ihr Äußeres recht blank putzte, das Innere aber beließe, wie es ist?!

Ebenso aber bist auch du ein Uhrwerk, in dem auch nicht eines Rades Zahn in der Ordnung ist! Sollst du gebessert werden, so mußt du auch zerlegt werden in allem deinem verdorbenen Wesen! Es muß alles heraus ans Licht der ewigen, unbestechlichen Wahrheit, auf daß du dich selbst beschauen kannst und sehen, was alles in und an dir völlig verdorben ist!

Hast du erst alle deine Gebrechen erkannt, dann erst kann die Raspel, die Feile, die Zange und endlich auch eine Putz- und Polierbürste angelegt werden, um aus dir wieder einen Menschen in der Ordnung Gottes zu gestalten, und das einen ganz neuen Menschen; denn dieser dein jetziger Mensch ist völlig unbrauchbar! So Ich nun aber alles das an dir tue — sage, verdiene Ich da nicht deine Liebe?!"

11. Vom Segen des Gebets

I.K.L. (v. 23.2.1893) — Liebe Kinder! Sehet, das Gebet ist es, das Mich zu euch und euch zu Mir treten läßt. Das Gebet ist der Weg zu Meinem Herzen. Im Gebet liegt eine verborgene Kraft, die aus Meinem Herzen strömt. Je mehr ihr betet, desto mehr Kraft kann Ich euch verleihen und um so inniger wird die Verbindung mit Mir. Wer im Gebet sich Mir naht, mit was immer es auch sein mag, der wird nie ohne eine Antwort, einen Trost, eine Versicherung Meiner Liebe und Gegenwart bleiben.

Natürlich verstehe Ich hierunter ein wahrhaftiges Gebet, das aus der Tiefe des Herzens emporsteigt, und nicht nur ein eitles Lippengeplapper, von dem das Herz nichts fühlt und nichts empfindet, also nur eine "pflichtschuldige" Abhandlung ist, ein Tribut, den man Mir schuldig zu sein glaubt — das nenne Ich nicht beten. Da wäre Mir kein Gebet um vieles lieber denn ein solches, das die Herzen nicht erwärmt, sondern nur noch mehr erkältet.

Unter einem wahren Gebet verstehe Ich nicht die Stunden oder Augenblicke, die ihr Mir schenket, wenn euch die Not oder irgendeine Trübsal treibt und wobei ihr den Notgott anrufet, den ihr im Glück wohl schon längst vergessen hättet, dessen ihr nun aber gedenket, weil ihr Seine Hilfe nötig habt. Sehet, auch das ist kein wahrhaftiges Gebet (obschon Ich in den meisten Fällen Mich damit begnügen muß)!

Ein wahres Gebet ist ein Gebetsleben, ein Leben mit Mir und in Mir. Wer ein solches lebt, der hat das ewige Leben und wird den Tod nicht sehen, fühlen und schmecken!

Wer sein Leben nach Meinem Wort einrichtet, der betet im wahren Sinne ohne Aufhören. Wer Mich im Herzen hat, der betet stets; denn seine Gedanken sind stets auf Mich und Meine Liebe gerichtet, und was er tut und beginnt, das tut er im Hinblick auf Mich. Und seine Freuden bestehen darin, beständig im Verkehr mit Mir zu sein, Mir zu dienen durch die Liebe seines Herzens. — Das heißt: Beten mit dem Herzen ohne Unterlaß. Und wer also tut, den will Ich erhören und ihn segnen.

Dies sei heute Mein Segensgruß für euch von eurem Vater Jesus. Amen.

12. Der rechte Glaube

RBl II/280(4ff) — Es ist wohl sehr schön, löblich und gut, sich von Mir und Meinem Reiche zu besprechen, aber noch schöner, löblicher und besser ist es, sich in den Geschäften der Himmel recht wacker zu üben! Das Wissen geht natürlich dem Geschäft voraus. Weiß man aber einmal, was man zu tun hat, dann muß man — handeln! Und es ist dann schon eine kleine gute Handlung besser als ein großes Wissen für sich ohne Handlung! — Denn aus einer noch so kleinen Handlung wird schon etwas zum Vorschein kommen, der Handlung folgt stets ein Werk; aber dem puren Wissen folgt nichts, so es nicht ins Handeln übergeht.

Was nützet es einem Töpfer, so er noch so ausgezeichnet in der Kunst, Töpfe zu formen, bewandert wäre, aber nie einen Lehm auf die Drehscheibe nähme und seine Wissenschaft ins Werk zu übertragen versuchte? — So ist auch der Glaube eine Wissenschaft des Herzens. Solange sie aber nicht ins Werk gesetzt wird, ist sie so gut wie tot. Nur das nach ihr vollbrachte Werk gibt ihr erst das Leben.

13. Prophetenschulen, Wege zur geistigen Vollendung

GrEv IX/56(10ff) — DER HERR, über die alten Prophetenschulen befragt, sagt: "… Von gottesfürchtigen Eltern schon von der Geburt an rein und wohl erzogene Knaben, natürlich vor allem solche, die auch zu allermeist leiblich völlig gesund und kräftig waren, wurden von den im Geiste geweckten Richtern und Priestern des Volkes Israel in diese sogenannte Prophetenschule aufgenommen, in der sie zuerst des Lesens, Schreibens und Rechnens wohlkundig werden mußten. Dann wurden sie in der Schrift wohl unterwiesen, das heißt in den Büchern Mosis, und so auch in der Länder- und Völkerkunde der den Menschen bekannten Erde.

Dabei aber wurden sie auch sorglichst angehalten, die Gebote Gottes nicht nur zu erkennen, sondern sie auch strenge, und das soviel als möglich freiwillig und sich-selbst-bestimmend, zu beobachten. Sie wurden dabei nach ihrem Alter und nach dem Grade ihrer geistigen Entwicklung gar manchen Proben und Prüfungen ausgesetzt, auf daß sie in sich selbst zu der lebendigen Überzeugung kamen, inwieweit sie schon in der Kraft, aller Welt und ihren Reizen zu widerstehen, gekommen waren.

Vor allem mußten sie vor der Trägheit, als der Mutter aller anderen Sünden und Übel, bewahrt werden; darum sie denn auch zu allerlei ihren Kräften angemessenen körperlichen Arbeiten angehalten wurden.

Waren sie einmal in aller Selbstverleugnung und Selbstbesiegung groß und stark geworden, so wurden sie durch die Wissenschaft der Entsprechungen in ihr Inneres geführt, wodurch sie zum lebendigen Glauben und zu einem unbeugsamen Willen unter der Einung mit dem wohlerkannten und auch schon von Kindheit an stets genau beachteten Willen Gottes gelangten. Dadurch waren sie dann auch imstande, so manche Zeichen zu bewirken, weil ihr eigener Selbstwille mit dem Willen Gottes eins geworden war und der Glaube als ein wahres, lebendiges Licht aus den Himmeln in ihren erleuchteten Herzen keinen Zweifel mehr zuließ.

War das alles einmal in der wahren und lebendigen Ordnung erreicht, so wurden die Zöglinge (eben durch den lebendigen Glauben und durch den in aller Tat mit dem Willen Gottes geeinten Selbstwillen) mit dem Geiste Gottes nach der individuellen Fähigkeit erfüllt, wodurch die innere Sehe erweitert wurde und sie dadurch auch zukünftige Dinge und Begebenheiten in entsprechenden Bildern voraussahen, die sie dann für die Nachwelt aufzeichneten.

Wer einmal in diesen Zustand, in welchem er Gesichte bekam, gelangte, der gelangte auch zum inneren lebendigen Wort und vernahm also die Stimme Jehovas in sich, und das war das "Gotteswort", das der Prophet wie aus dem Munde Gottes den Menschen verkündete und eigentlich verkünden mußte, weil er von dem in ihm waltenden Geiste Gottes dazu angetrieben war.

Und siehe, also sah die Schule der Propheten aus. Und auf die beschriebene Art wurden die Menschen in einer förmlichen und wahren Lebensschule zu Propheten gebildet.

Aber es wurden fromme und an Gott allezeit fest glaubende und Ihn im Herzen liebende Männer oft auch ohne die vorangehende Schule zu wahren Propheten erweckt …

Es werden in der Zukunft wohl gar viele Schulen errichtet werden. Jedoch werden daraus wohl eine Unzahl falscher Propheten, aber nur sehr wenige wahre Propheten dem Willen Gottes gemäß hervorgehen.

Denn wahrlich, Ich sage dir: In der Folge wird nur der ein Prophet und Seher, der an Mich glaubt, Mich über alles und seinen Nächsten wie sich selbst liebt und Meine Lehre tatsächlich befolgt. — Und es wird nicht jeder, der gläubig zu Mir rufen wird: 'Herr, Herr!', in Mein Reich eingehen, sondern nur der, welcher Meinen in Meiner Lehre klar ausgesprochenen Willen tut. Darum seid denn auch ihr nicht nur eitle Hörer, sondern sofortige Täter Meines Wortes, so werdet ihr in euch auch das wahre Reich Gottes überkommen.

Erwartet aber niemals, als werde das Reich Gottes, als das Reich des inneren Lebens, jemals mit irgend äußeren Zeichen und äußerem Glanzgepränge zu den Menschen kommen, sondern es ist inwendig in euch! Wer es auf die von Mir euch gezeigte Art und Weise in sich sucht und da nicht findet, der sucht es in aller Welt und in allen Gestirnen vergeblich.

Der Pfad zum wahren und lebendigen Reiche Gottes ist somit ein sehr schmaler und oft mit allerlei Dorngestrüpp überwachsener. Demut und vollste Selbstverleugnung ist sein Name. Für den Weltmenschen ist er völlig ungangbar.

Wer aber an Mich glaubt und Meine Gebote hält, dem werden die Dornen am Pfade zum Reiche Gottes nicht die Füße verwunden. Nur ein ernster Anfang ist schwer. Wenn der Ernst aber bleibt und nicht durch allerlei Weltrücksichten geschwächt wird, so ist die volle Erreichung des Reiches Gottes in sich etwas ganz Leichtes. Denn solch einem stets vollernstlichen Bestreben nach dem Gottesreiche in sich ist Mein Joch sanft und leicht die ihm zu tragen von Mir auferlegte Bürde. Und Ich werde den ersten Suchern des wahren Reiches Gottes stets laut in ihrem Herzen zurufen: 'Kommet alle zu Mir, die ihr mühselig und belastet seid! Ich Selbst komme euch schon mehr als auf dem halben Wege entgegen und will euch vollauf kräftigen und erquicken!'

Die aber zu Mir nur 'Herr, Herr!' rufen, ihre Hauptsorge aber nur weltlichen Dingen zuwenden und nur so nebenbei nach dem, was das Reich Gottes ist, trachten, zu denen werde Ich sagen: 'Was rufet ihr Weltlinge Mich, und was schreiet ihr!? Mein Herz hat euch noch nie erkannt. Um was ihr euch sorget, das bringe euch auch die von euch gewünschte Hilfe!'

Wahrlich, Ich sage euch: Solche Menschen werden im Diesseits schwerlich je das wahre und lebendige Reich Gottes in sich finden und werden ihren Nebenmenschen gegenüber schlechte Lehrer, Seher und Propheten darstellen! Und im Jenseits wird es für solche halbtoten Seelen noch ums Unvergleichbare schwerer sein, das Reich Gottes in sich zu suchen und zu finden!

Darum und dafür arbeite ein jeder, solange der Tag währt; denn kommt darauf die Nacht, da wird es sich schwer arbeiten lassen."

14. Weitere Worte zum Leben mit und ohne Gott

H I/4(4-5) — DER HERR: "Wenn jemand seine Liebe an die materielle Welt heftet, so wird seine Liebe durch die Macht des Todes erdrückt, und die Folge ist dann das Los der Materie oder der Tod. Wer aber seine Liebe zu Mir richtet und an Mich heftet, der verbindet seine Liebe mit der Liebe oder mit dem Leben allen Lebens und wird selber lebendig durch und durch."

H I/160(7) — DER HERR: "Dem Menschen tut nur eine Sorge not, und diese besteht darin, Gott, den heiligen Vater, zu suchen allzeit, nicht nur in der Not, sondern auch auf den liebegerechten Wegen! Und wer da Ihn als das allerhöchste Gut gefunden hat, der soll Ihm nicht sobald wieder den Rücken zukehren, sondern bei Ihm verbleiben, — sonst wird er allzeit seiner Ohnmacht gewahr werden schon auf dem halben Rückwege und erst durch bittere Erfahrungen erkennen müssen, wie gar nichts er ohne Mich vermag!"

H I/160(8-10) — DER HERR zu dem eigenwilligen Adam: "Wenn jemand Meinen Namen ruft, hat aber seinen Rücken Mir zugewendet, wahrlich, der wird nicht erhört so lange, bis er nicht Herz und Angesicht zu Mir gewendet hat! Doch merket euch: Es wird aber eine solche Umkehr allzeit auf eine heiße Probe gestellt werden, und es wird sich dann zeigen, wieviel des Ernstes im Herzen waltet; — denn da wird die Welt gewaltig toben um dich —, und es wird kein anderes Wort erhört denn allein das des Herzens. Verstehe es wohl und kehre Mir nimmer den Rücken, sondern laß dich überallhin von Mir geleiten und führen!"

GrEv IX/139(6-7) — DER HERR zu Judas Ischariot: "Wer es mit der Welt hält und sie liebt, der findet früher oder später sicher den Lohn, den die Welt für ihre Freunde stets in Bereitschaft hat: den Tod! — Mein Reich aber ist nicht von dieser Welt, und wer es mit Mir hält, dem wird das ewige Leben zum Lohne! Schreibe dir das in dein Weltherz!"

GrEv IX/149(16) — DER HERR: "Wer dieses Leibes Leben liebt der Welt wegen, der wird das Leben der Seele verlieren. Wer es aber nicht liebt um Meinetwillen, der wird es erhalten für ewig in Meinem Reiche!"

GrEv IX/118(24-25) — DER HERR zu einem verstockten Schriftgelehrten, der auf das leidensvolle Los vieler Gläubigen hinweist: "Mit dem Lebensglück der von Gott begeisterten Menschen sieht es immer am allerbesten aus; denn diese wissen es, warum sie in diese Welt gestellt sind, und wenn sie leiden, so wissen sie auch, warum. Sie haben keine Furcht vor dem Leibestode, weil sie das ewige Leben der Seele schon in aller Klarheit in sich haben und darin auch die Macht des Geistes Gottes. — Was hat dagegen ein in allen Weltwohlgenüssen schwelgender Mensch in sich? Wessen wird er am Ende inne? Des Todes, hinter dem sich ihm kein Leben zeigen will, — und Verzweiflung ist zuletzt sein Los!"

GrEv VIII/217(13-18) — Der erleuchtete Essäeroberste Roklus auf die Frage eines Griechen, was man tun solle, um die Hilfe Gottes zu erlangen: "Da heißt es, zuvor an diesen Gott lebendig im Herzen glauben, Seine Gebote unter allen Umständen halten, Ihn dann über alles lieben und seine Mitmenschen wie sich selbst! Wer das nicht tut, den erhört Gott nicht!

Ich und meine Brüder aber tun das und haben auch die untrüglichsten Beweise, daß unser allein wahrer Gott allzeit gerne unsere Bitten erhört, vorausgesetzt, daß wir Ihn nicht um Törichtes bitten. Darum wendet euch im Herzen gläubigst an unseren Gott wie an einen allerbesten Vater."

GrEv VIII/16(10-11) — DES HERRN Abschiedsworte an bekehrte indische Weise: "Der Vater ist gut und hat kein Wohlgefallen an den Leiden der Menschen. Aber Er hindert auch nicht, daß solche über die Menschen kommen, wenn sie aus lauter Weltsinn des Vaters vergessen, keinen Glauben haben und sich selbst in alles begeben, was ihnen Ungemach bereiten muß. Wandelt gleichfort auf den Wegen, die Ich euch treulich gezeigt habe, so werdet ihr wenig zu leiden haben, und euer Abgang von dieser Welt wird ein leichter sein."

H II/51(1-5) — DER HERR: "Wahrlich, Ich sage euch, wer Mir folgt, der wandelt einen rechten Weg und wird nicht irre werden auf dem Pfade des Lebens hin zum Leben. Wer aber mag ohne Licht wandeln auf einem Waldweg bei Nacht? Die Welt aber ist der Wald und der Menschen irdisches Leben der Weg, und die Zeit der Seelen im Körper ist die dichte Nacht. Ich aber bin ein wahrhaftes, untrügliches Licht und bin der Weg und das ewige Leben selbst."

GrEv IV/166(6) — DER HERR: "Wenn im Menschen alles himmlisch geworden ist, dann wird auch seine Umgebung himmlisch. Die Tage werden Himmelstage, und die Nacht wird zu einer Ruhe der Himmel, voll des herrlichsten Lichtes für des Menschen reine, mit ihrem Geiste vereinte Seele."

H III/10(9) — Der Erzengel Zuriel: "Unser Leben ist Gottes Leben, wir mögen leben, wann und wo wir wollen, — sobald wir den Grund des Lebens erschauen und begreifen, wenn wir unser Herz nach Gott gewendet haben, so leben wir schon ein vollkommenes Leben, ob noch im fleischlichen Leibe oder im reinen Geiste, da ist kein Unterschied!"

GS I/98(13) — DER HERR zu erlösten Seelen im Geisterreich: "Mit Mir vermöget ihr alles, ohne Mich aber nichts! So ist es bei Mir auch allzeit gut sein! Außer Mir aber gibt es nirgends ein Sein, das da wäre von Bestand; denn Ich allein bin der Weg, die Wahrheit und das Leben! Wer in Mir verbleibt durch die Liebe und Ich in ihm, der hat das Licht, die Wahrheit und das Leben!"

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Erklärung der Titelabkürzungen

 

BM

= Bischof Martin (Kap. u. Abs.)

Ed

= Erde und Mond (Kap.)

Fl

= Die Fliege (Kap.)

G.M.

= Gottfried Mayerhofer (Datum)

GrEv

= Das große Evangelium Johannes (11 Bde. / Kap. u. Abs.)

Grf

= Die Grundfragen des Lebens (Seite) (Dr. Walter Lutz)

GS

= Die Geistige Sonne (2 Bde. / Kap. u. Abs.)

H

= Die Haushaltung Gottes (3 Ede. / Kap. u. Abs.)

Heilkr

= Die Heilkraft des Sonnenlichts

Hi

= Himmelsgaben (2 Bde. / Datum)

I.K.L.

= Ida Kling (Datum)

JJ

= Die Jugend Jesu (Kap.)

J.L.

= Jakob Lorber (Datum)

Lao

= Paulus' Brief an Laodizea

LGh

= Lebensgeheimnisse (G. Mayerhofer) (Seite)

NO

= Neuoffenbarung (Nachschlagewerk, Dr. Walter Lutz)

NS

= Die natürliche Sonne (Kap.)

NZ

= Naturzeugnisse

RBL

= Robert Blum (2. Bd. "Von der Hölle bis zum Himmel")

SGh

= Schöpfungsgeheimnisse (G. Mayerhofer) (Seite)

WdG

= Weltbild des Geistes (Viktor Mohr)

 

 

Inhalt

 

Der Mensch — Ebenbild Gottes

Der Mensch als eine Dreieinheit von Geist, Seele und Leib

1. Die menschliche Dreieinheit

2. Vom Geist als dem Grundleben des Menschen

3. Geistige Anatomie des Menschen

4. Die Außenlebenssphäre des Menschen

5. Vom Dämoneneinfluß und wie er zu bannen ist

 

Ursachen und Zweck von Krankheiten und Leiden

1. Die Erbsünde als Grundursache körperlicher Gebrechlichkeit

2. Von selbstverschuldeter Krankheitsnot

3. Die Hauptursachen der Krankheiten

4. Zweck von Krankheiten, Leiden und Schmerzen

5. Vom Wesen der Besessenheit

 

Von der Heilhilfe

1. Hilfe durch Fürbitte

2. Heilung nur mit Gottes Willen

3. Voraussetzungen göttlicher Hilfe

4. Himmlischer Heilsrat: Treue zu Gott

5. Vertrauen und Gehorsam besser als Medizin

6. Vaterwort und Gebet des Hilfesuchenden

7. Die Hauptsache — Ergebung und Vertrauen

8. Heil am Vaterherzen

9. Bedingungen für den Erfolg magnetischer Stärkungskuren

10. Über den Heilmagnetismus

11. Allopathie, Homöopathie, Heliopathie, Hydropathie und Magnetismus

12. Hinweise zur Sonnenkur

13. Die ordentlichste und natürlichste Heilung

14. Heilung mit Kräutern

15. Gehet gerne auf die Berge!

16. Geistige Heilung in der Ferne und durch Striche

17. Heilung im Verzückungsschlafe (Hypnose)

18. Bewirkung des Verzückungsschlafes

19. Über Schwermut und deren Behandlung

20. Über Pockenschutzimpfung

21. Kur für Skrofulöse

22. Rat für Dickblütige

23. Winke zur Kur einer Besessenen

24. Ein Heilswink dem weiblichen Geschlecht

 

Gesundheitspflege

1. Zur geistigen Grundlage der Gesundheit

a) Grundlehren der Leibes- und Seelenpflege

b) Demut, die Grundbedingung allen Heils

c) Irdisches und himmlisches Streben

d) Segen der Einfachheit

e) Geistiger Nutzen natürlicher Lebensweise

f) Was der Mensch braucht — und die Erde bietet

g) Falsche Heiligkeit

h) Keine Engherzigkeit gegenüber fremden Sitten

i) Keine Weltflucht

k) Keine blinde Gesetzlichkeit

2. Gesunde Ehe

a) Warnung vor unreinem Wesen

b) Segen der Keuschheit

c) Vom Zeugungsvermögen und seiner rechten Verwendung

d) Ein Evangelium der Ehe

e) Vaterworte auf den Eheweg

f) Der Wille Gottes für Mann und Weib

g) Schlechte Ehen und ihre Früchte

h) Mann und Weib

3. Kindererziehung

a) Von der Seele der Kinder

b) Vom Ernst der Kindererziehung

c) Die wichtigsten Regeln gesegneter Kindererziehung

d) Weiteres von der Erziehung der Kinder

e) Winke zur Säuglingsernährung

f) Guter Rat für stillende Mütter

g) Erziehung von Brauseköpfen

h) Rat für heranreifende Mädchen

i) Früchte schlechter und guter Erziehung

 

Ernährung

1. Gefahr unlauterer Speisen und Einflüsse

2. Ernährungsvorgänge

3. Hauptregel: Einfachheit und Mäßigkeit

4. Vom Segen einfacher Nahrung

5. Speisegebote des Vaters an die ersten Menschen

6. Die einfachste, reinste und gesündeste Kost

7. Verschiedene Ratschläge und Hinweise

8. Kost für Geistesmenschen

9. Vom Weingeist und anderen Naturgeistern

10. Vom Tabakrauchen und anderen Torheiten

11. Diät-Hinweise

12. Das Vorbild des Herrn in der rechten Ernährung

13. Zur Frage des Vegetarismus

14. Zur Frage der Fleischkost

 

Fasten und Asketentum

1. Vom rechten Fasten

2. Vom Schwelgen und von rechter Selbstverleugnung

3. Verschiedene Ratschläge und Hinweise

 

Aus der Kindheit Jesu

1. Fröhliches Morgenmahl

2. Des Jesuskindleins Leibspeise

3. Kalte Fische mit Öl und Zitronensaft

4. Gott wohlgefällige Gäste

 

Tischgebet, Segensverheißung, Liebesmahl

1. Tischgebet

2. Segensverheißung

3. Liebesmahl

 

Bekleidung, Erholung und Schlaf

1. Bekleidung

Naturverbundenheit — keine Verweichlichung!

2. Erholung

a) Ruhezeiten in der geistigen Welt

b) Der Herr als Vorbild

c) Gerechte Ruhe und Müßiggang

d) Lob der Tätigkeit

e) Versenkung und Selbstbeschauung

f) Wahre Sabbatfeier

3. Schlaf

a) Nachtruhe auf Liegestühlen

b) Vom Traumleben

c) Träume und ihre Deutung

d) Vom Schlafwandeln

 

Alter, Sterben, Tod

1. Altersbeschwerden

2. Über die Todesfurcht

3. Zum Selbstmord

4. Vom Sterben und vom Tode

Vom frühzeitigen Tode

 

Vom Leben mit und ohne Gott

1. Wo kein Arzt mehr hellen kann

2. Verheißungen und Ratschläge

3. Trostlicht für Hilfesuchende

4. Liebe, das Allheilmittel

5. Der Arzt, der doppelt gesund macht

6. Heilung durch geistige Umkehr

7. Vom wahren Heilsstreben

8. Bergung in der Arche Noah

9. Erkenne dich selbst!

10. Beim Uhrmacher

11. Vom Segen des Gebets

12. Der rechte Glaube

13. Prophetenschulen, Wege zur geistigen Vollendung

14. Weitere Worte zum Leben mit und ohne Gott

 

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