Neuoffenbarung

 

Band 2

 

 

 

Am Aufgang des dritten Jahrtausends.

Ein Lehr- und Nachschlagewerk der Neuoffenbarung,

gegeben durch Jakob Lorber

 

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05. Der Heilsweg zu Gott

 

 

05.01. Die Große Frage: Wie werde ich selig?

Jesus: „Meine Lehre läßt sich ganz kurz in dem zusammenfassen, daß man Gott über alles und seinen Nächsten wie sich selbst lieben soll. Gott über alles lieben heißt: Gott und Seinen geoffenbarten Willen erkennen und aus wahrer Liebe zu dem erkannten Gotteswillen danach handeln und sich gegen jeden Nebenmenschen wegen Gott also verhalten, wie sich ein jeder vernünftige Mensch gegen sich verhält; natürlich ist hier von der reinen, uneigennützigen Liebe sowohl gegen Gott als auch gegen jeden Nächsten die Rede. — Wie alles Gute einzig darum geliebt werden soll, weil es gut und darum wahr ist, so will auch Gott geliebt sein, weil Er allein höchst gut und wahr ist. — Dein Nächster aber muß ebenso geliebt werden, weil er gleich dir das Ebenmaß Gottes ist und wie du einen göttlichen Geist in sich trägt.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 53, 4-7]

 

Jesus: „Wer Mein Wort völlig in sich aufnimmt und unabweichbar darnach handelt und lebt, der nimmt dadurch Mich selbst mit aller Meiner Liebe, Weisheit, Macht und Kraft auf und ist dadurch zu einem wahren Kinde Gottes geworden, dem der Vater im Himmel nichts vorenthalten wird, was Er hat.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 83, 3]

 

Jesus belehrt eine gottsuchende heidnische Schar: „Der Gott, den Moses den Juden verkündete, der auf dem Berge Sinai mit Moses unter Blitz und Donner redete und später durch den Mund der Propheten und vieler weiser Männer, dessen Name Jehova heißt und der überheilig ist, dieser ist der eine, allein wahre, ewig lebendige, höchst weise, übergute, allmächtige Gott, der den Himmel mit allen Gestirnen und die Erde mit allem, was in, auf und über ihr ist, aus sich erschaffen hat. An diesen Gott glaubet, haltet Seine Gebote und liebet Ihn über alles; liebet aber auch eure Mitmenschen, so wie jeder sich selbst liebt, d.h.: tuet ihnen alles, was ihr vernünftigerweise wünschet, daß sie dasselbe auch euch tun möchten, so wird der eine allein wahre Gott euch allzeit gnädig sein und gerne erhören eure Bitten! Er wird sich dann euch nicht als ferner, harthöriger Gott, sondern als ein stets naher liebender Vater erweisen. In dem besteht alles, was der eine, allein wahre Gott und Vater von den Menschen verlangt. Die das tun, die werden nicht nur gesegnet sein schon auf dieser Erde, sondern auch nach dem Abfalle des Leibes das ewige Leben ihrer Seele überkommen und ewig dort sein, wo der Vater ist — selig, überselig!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 3, 12-15]

 

Jesus: „Meine ganze Lehre besteht kurz darin: Erkennet und liebet in Mir den Geist des einen, allein wahren Gottes über alles, — ihr als Brüder untereinander aber liebet euch so in Meinem Namen, wie jeder sich selbst liebt! Eines weiteren bedürfet ihr nicht; denn daraus werdet ihr durch Meinen Geist in alle Wahrheit und Weisheit erhoben.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 194, 12]

 

Jesus zu dem Zöllnerobersten Zachäus, den Er von einem Maulbeerbaum herabgerufen hat: „Heute ist dir und deinem Hause ein großes Heil geworden; denn Ich, der wahre Heiland, bin gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren war. Ich bringe den Menschen das so lange verlorene Reich Gottes wieder und seine Gerechtigkeit. Denn Ich bin der Weg, die Wahrheit, das Licht und das Leben, wer an Mich glaubt, der wird das ewige Leben haben.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 27, 1-2]

 

Jesus berichtet eingehend über Seine Begegnung und Unterredung mit dem reichen Jüngling und von dessen Frage nach dem kürzesten Weg zur ewigen Seligkeit.

[Ev. Bd. 5, Kap. 27, 1-2]

 

Jesus heilt in Genezareth viele kranke römische Soldaten und sagt zu dem römischen Hauptmann, dessen Gold und Silber zurückweisend: „Freund, um Schätze dieser Welt heile Ich niemanden, sondern nur um die Schätze aus den Himmeln; und diese sind: ein lebendiger Glaube und eine wahre, uneigennützige Liebe zu Gott und zum Nächsten. — Habe lieb deine Untergebenen, als wären sie deine leiblichen Brüder, und halte sie nicht zu hart, so wirst du Mich damit am besten belohnen!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 105, 8-12]

 

Jesus zu dem materialistischen Denker Roklus: „Es gibt nur einen einzigen (heilvollen) inneren Sinn, und der heißt Liebe, die da im Herzen wohnt. Dieser Sinn muß vor allem gebildet, gestärkt und geläutert werden, und alles, was der Mensch tut, will, denkt und urteilt, muß von der lebensheißen Lichtflamme aus dem Feuer der reinen Gottes- und Nächstenliebe durchleuchtet sein!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 62, 4]

 

Auf die Frage eines Schriftgelehrten: ‚Welches ist wohl das vornehmste Gebot im ganzen Gesetz?, erwidert Jesus: „Das vornehmste und alles in sich enthaltende Gebot lautet: Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt! Das andere Gebot aber ist dem gleich und lautet: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, d.h. du sollst ihm alles das allezeit mit Freuden tun, was du wollen kannst, daß er es dir tue, wenn du es benötigest und es in seinem Vermögen stünde. An diesen zwei Geboten hangen das ganze Gesetz und alle Propheten!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 198, 2-3]

 

Jesus zu bekehrten herodianischen Kriegsleuten: „Glaubet, daß Ich das Licht und Leben, also der wahrhaftige Sohn des ewigen Vaters bin, durch den alles in der ganzen Unendlichkeit geschaffen wurde! Lebet und tuet nach Meiner Lehre allezeit, liebet so Gott über alles und euern Nächsten wie euch selbst, und ihr habt dadurch das ewige Leben in euch. Wenn ihr auch dem Leibe nach einmal sterben werdet, so wird eure Seele dennoch im hellsten Bewußtsein fortleben und ewig nimmerdar einen Tod sehen, fühlen und schmecken! Wenn ihr dieses begriffen habt, so fasset in euerm Herzen den unbeugsamen Vorsatz, nach diesen Meinen Worten tätig zu werden und zu bleiben!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 213, 16-17]

 

Jesus zu dem reumütigen herodianischen Hauptmann Leander: „Meine Lehre besteht ganz einfach darin: Erkenne den einen, allein wahren Gott und Herrn und auch Mich, der Ich von Ihm in diese Welt gesandt bin und Seinen Geist in mir berge, und liebe den einen Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst, so wirst du in dir das ewige Leben überkommen. Wie dir dein Vertrauen den Weg zu Mir eröffnet hat, ebenso wird dir dein Glaube an Mich den Weg zum ewigen Leben eröffnen. Du kennst auch jene Gesetze, die Gott auf Sinai dem Volke Israel durch Moses gab; diese halte und achte deiner vielen toten Götter und anderer heidnischer Sitten und Gebräuche nicht, so kannst du in Meinem Reiche Mir zu einem tüchtigen Rüstzeug werden!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 204, 5-7]

 

Auf die Frage eines römischen Hauptmanns: ‚Muß ein Mensch, der Dein Reich und seine Gerechtigkeit überkommen will, alle Gesetze, Vorschriften und Verordnungen Mosis treu beachten?’ antwortet Jesus: „Wenn du in Mir den allein wahren Gott erkennst, an Ihn glaubst und Ihn in der Tat über alles liebst und deinen Mitmenschen wie dich selbst, so erfüllst du damit auch alles, was Moses und alle Propheten gelehrt haben; denn sie sagen mit vielen Worten nichts anderes, als was Ich dir mit wenigen Worten gesagt habe.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 16, 11-12]

 

Jesus: „Wer bei Mir ist und bleibt, der ist in seiner wahren Heimat, und wer sich nicht diese allein wahre und ewige Heimat erwirbt, der wird stets in wüster Fremde umherirren.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 87, 2]

 

Jesus zu einem die Vergänglichkeit der Naturwelt und des Menschen bedauernden Freund: „Das Gefühl der Vergänglichkeit rührt von dem unsterblichen Geist aus Mir in eines jeden Menschen Seele her, welcher der Seele zuruft: ‚Habe die Welt ihrer äußeren Reize wegen nicht lieb; denn sie alle sind der Vergänglichkeit und dem Tode unterworfen! Ermanne dich und wende ab dein lüsternes Auge von dem, was an und für sich nichts ist! Kehre dafür in dein Innerstes, in Mich, dein wahres Sein und ewiges Leben zurück, da wirst du nicht nur die tote äußere Rinde der Dinge und Wesen schauen und erkennen, sondern auch vorzüglich das, was in ihnen ist und wirkt, wie, warum und zu welchem Endzwecke.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 167, 9]

 

Jesus spricht über die großen Gefahren weltlicher Verstrickung, durch die eine Seele in Furcht und Finsternis gerät: „Eine solche Seele ist schwer zu belehren und für das Reich Gottes nur auf dem Wege bitterer, oft langdauernder Erfahrungen zu gewinnen, bis sie endlich lernt, die Welt und ihre Herrlichkeiten zu verachten, sich zu Gott kehrt und Seinen Geist in sich sucht, um sich mehr und mehr mit Ihm zu einen. Der Welt Glückseligkeit ist der Seele Tod!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 132, 12-13]

 

Des Jesuskindleins Mahnung an den soeben vermählten römischen Statthalter Cyrenius: „Schätze dich im Glück der Welt nie zu glücklich, sondern halte die Welt samt ihrem Glück für einen Schauplatz des Truges, so wirst du in der rechten Weisheit das Leben der Welt genießen. — Liebe den einen Gott als deinen Vater und Schöpfer über alles und die Menschen als deine Brüder wie dich selbst, so wirst du das ewige Leen haben in solcher deiner Liebe!“

[Jug. Kap. 111, 7, 9 und 18]

 

Jesus: „Wer Mich wahrhaft liebt und Meine leichten Gebote hält, zu dem werde Ich, wenn er es im Herzen ganz lebendig verlangt, kommen, Mich ihm offenbaren und ihm Kraft und Macht geben, zu kämpfen wider alle argen Geister der Welt und der Hölle. Und die Argen werden ihm nicht zu schaden vermögen. Denn wer Mich nicht verläßt, den werde auch Ich nicht verlassen; und wer mit Mir wider Welt und Hölle kämpft, der wird des Sieges sicher sein.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 91, 5-6]

 

Jesus, der Herr, zu gläubigen Römern: „Trachtet danach, daß eure Seele eins werde mit dem Geiste, — der wird euch dann in alle Wahrheit leiten; aber ohne ihn werdet ihr stets schwanken zwischen Licht und Finsternis, Leben und Tod und zwischen Freiheit und Gericht! Zu der Vereinigung des Geistes aus Gott mit der Seele aber gelangt der Mensch dadurch, daß er an den einen wahren Gott lebendig glaubt, Ihn über alles liebt und den Mitmenschen wie sich selbst.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 221, 9-10]

 

Jesus der Herr, zu einem dankbaren, zum jüdischen Glauben neigenden Herbergswirt: „Höre, du bist zwar ein Heide, aber du glaubst an deine vielen Götter nicht und hast dich darum mit unserer Lehre vertraut gemacht, was von dir sehr wohl getan war! Ich aber sage dir: Glaube nur fest an den allein wahren, einen Gott der Juden, liebe Ihn sogar über alles und liebe auch deine Mitmenschen so wie dich selbst; tue ihnen, was du vernünftigermaßen wollen kannst, daß sie das gleiche auch dir tun möchten!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 208, 26]

 

Kurzes Evangelium Jesu an die drei Weisen aus dem Morgenlande: „Der Wille Gottes an alle Menschen lautet ganz kurz also: Erkenne Gott und liebe Ihn über alles und deinen Nächsten wie dich selbst. Sei wahrhaft und getreu gegen jedermann, und was du vernünftigerweise willst, das man dir tue, das tue auch deinem Mitmenschen, so wird Friede und Einigkeit unter euch sein und Gottes Wohlgefallen über euern Häuptern strahlen als ein rechtes Licht des Lebens.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 40, 8-9]

 

Jesus: „Ich bin von Ewigkeit die Wahrheit, das Licht, der Weg und das Leben. Wer demnach Mich hat in seinem Herzen, der hat alles; denn außer Mir gibt es ewig nirgends eine Wahrheit und ein Leben.

[Ev. Bd. 3, 18-19]

 

Jesus: „Wer Mich suchen, finden, erkennen und dann über alles lieben wird und seinen Nächsten mit aller Geduld wie sich selbst, der wird Mein Kind, also Mein Sohn und Meine Tochter sein.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 111, 1]

 

Jesus: „In der Folge werden nur jene Menschen selig werden, die ohne Zeichen der Wahrheit Meines Wortes glauben und danach leben. Diese werden in sich selbst das wahre, lebendige Zeichen finden, welches da heißet: das ewige Leben, das ihnen niemand mehr wird nehmen können.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 71, 5]

 

Inschrift auf der ersten Stufe einer für Robert Blums jenseitige Seelenentwicklung und -läuterung sinnbildlichen Pyramide: „Kommet alle zu Mir die ihr mühselig und beladen seid, es soll euch Erquickung werden! Haltet euch an die alleinige Liebe! Wahrlich, so die Zahl eurer Sünden wäre wie die des Sandes am Meere oder des Grases auf der Erde, so wird die Liebe sie tilgen. Und wäre eure Schande vor Gott wie das Blut der Sündenböcke, so soll sie von der Liebe weiß gewaschen werden wie weiße Wolle und wie der feinste Byssus!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 157, 4]

 

Der Herr einem jungen Mädchen zum Lebensgeleit: „Meine liebe Gabiela, liebe nur Mich! Ja, werde ganz verliebt in Mich, gleich einer Magdalena! Und mit dem Herzen siehe nur dem nach, den Ich dir, erfüllt mit Meiner Liebe, vorstellen werde! Gegen die Armen sei mitleidig, und für die arg Irrenden und Fallenden bete zu Mir, deinem Gott und Vater, so wirst du vollkommen Meine liebe, glückliche Gabiela sein!“

Hi. 1, S. 370, 8-9

 

Der Herr an eine schwankende Seele: „Meine Liebe ist der größte Reichtum und der herrlichste Schmuck des Lebens! Wer diese hat, der hat alles! Übe dich daher in Meiner Liebe! Sei geduldig in allem und befolge gern Meine leichten Gebote! Hab viele und große Freude an Meinem Worte — und glaube es im Herzen, daß Ich es bin, der euch nun so reichlich regnen läßt das Manna aus den Himmeln, so wird es dir leicht sein, dein Herz zu stärken in aller Liebe und beständigen Treue zu Mir. So du aber haben wirst ein festes Herz in Meiner Liebe, dann wird dich auch bald jedes Übel des Leibes verlassen!“

[Hi. 2, S. 100, 9-11]

 

Jesus: „Niemand wird von nun an sagen können: ‚Ich habe es nicht gewußt, was ich hätte tun sollen; bis zu meinen Ohren ist der Gottesruf nicht gedrungen!‘ Ihm wird erwidert: ‚Von dieser Stunde an gibt es keinen Menschen auf der ganzen Erde, der es nicht in sein Herz überkommen hätte, was da ist vollkommen des Rechten.‘ Einem jeden wird eine warnende Stimme in sein Herz gelegt, die ihm zeigt, was da gut und wahr ist. Wer diese Stimme hört und sich danach hält, der wird zu einem größeren Lichte gelangen, und dieses wird ihm alle Pfade der göttlichen Ordnung erleuchten!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 230, 10-11]

 

Der Herr über das Auswandern um des Heiles willen: „Wer zu Mir kommen will, braucht nicht nach Amerika zu wandern, sondern nur in sein eigenes Herz! — Und hat er dieses recht gereinigt durch die wahre Liebe und den lebendigen Glauben daraus, dann wird er Mich gar wohl finden, und das viel näher als in Amerika!“

[Hi. 1, S. 223, 5]

 

Der Herr: „Erkennet und liebet Mich als Gott, den Herrn, über alles dadurch, daß ihr euren Nächsten womöglich noch mehr liebet als euch selbst, so habt ihr dann schon die wahre Liebe als das wahre Leben und das wahre Licht als die ewige Wahrheit für Zeit und Ewigkeit in euch und seid so dem Geiste nach schon hier — dort, wo Ich bin!“

[Hi. 2, S. 446, 9]

 

05.02. Liebe zu Gott und Gottesfurcht

Der Herr: „Der Menschen erste Pflicht gegen Gott ist ein freiwilliger Gehorsam, welcher ist eine Frucht der gerechten Gottesfurcht. Erst in diesem Gehorsam werden die Menschen von neuem ausgeboren zu Kindern Gottes und werden in Ihm erkennen und dann erschauen den liebevollsten, heiligen Vater.“

[H. Bd. 1, Kap. 158, 39]

 

Abedam-Jehova: „Wer immer nur ruft: ‚Herr, Herr, Gott aller Gerechtigkeit, Gott der Gnade, Gott der Liebe und Erbarmung!‘, den werde Ich zwar nicht verwerfen und ihm lassen das Leben, — aber es wird sehr schwer halten, ob er je gelangen wird an den Ort des allerseligst-freiesten Lebens. — Denn Gott läßt sich nicht umfassen, und der Herr aller Gerechtigkeit kann zufolge Seiner endlosen Heiligkeit eine solche Annäherung nimmer zugeben, sondern allein der Vater, der in Seiner endlosen Liebe zu Seinen Kindern alles in sich birgt, damit sie sich Ihm im Geiste unaussprechlich innig nahen können, um an Seiner Vaterbrust ewig zu genießen alles, was des Vaters ist.“

[H. Bd. 2, Kap. 46, 5-6]

 

Der Herr: „Es kann ohne Gottesfurcht niemand den Vater lieben. Daher sind auch Gottesfurcht und Gottesliebe gleich, und es kann nicht die eine sein ohne die andere. Aber doch ist solches zu merken, daß die Liebe höher steht als die Furcht. Und es ist nur in der Liebe Leben, aber nicht in der Furcht. Daher soll jeder seine Furcht von der Liebe gefangennehmen lassen, so wird er leben im Vater, der allein der Herr alles Lebens ist.“

[H. Bd. 1, Kap. 158, 28-29]

 

Der Herr: „Wahrlich, wer da noch in aller ängstlichen Ehrfurcht steht vor Mir, der ist auch nicht rein; denn nur ein wankendes, unlauteres und darum schwaches Herz, welches noch nicht eins geworden ist mit Meinem Willen, fürchtet sich vor Mir, dem allmächtig starken, ewigen Gotte! Aber ein Herz, das da in dem allmächtigen Gott in aller Liebewärme den liebevollsten Vater treulichst erkannt hat und Seine große Gnade, das verlernt die Angst und die große Furcht vor Dem, den es nur über alles lieben soll!“

[H. Bd. 2, Kap. 136, 13-14]

 

Jesus zu bekehrten heidnischen Priesterweibern: „Wenn ihr, Meine lieben Kinder, nun wisset und glaubet, daß Ich der alleinige Gott bin, so ist eure Art, Mir entgegenzukommen, nicht in Ordnung. Eine zu große, schier unbegrenzte, das menschliche Gemüt ganz zerknirschende Ehrfurcht vor einem Gottwesen ist ebenso unangebracht wie eine zu geringe; denn wenn ihr jemanden mit Furcht und Zittern allzu außergewöhnlich hochachtet, so fraget euer Herz, ob ihr ihn wohl auch lieben könnt!? Achtet ihr aber jemanden gar nicht, so werdet ihr ihn auch nicht lieben können. Aber so ihr jemanden wohl erkennet in seinen vielen guten Eigenschaften und Fähigkeiten, so werdet ihr ihn in euren Herzen ganz entzückt bewundern und lieben. Sehet, das ist dann die gerechte Ehrfurcht, die ihr einem Gottwesen schuldet.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 119, 4]

 

Jesus verweist die kluge Jüdin Helias auf mehrere Weissagungen der Propheten, die Ihn, Jesus, als Messias und Gott Jehova erkennen lassen. Da die Bestürzte vor übergroßer Ehrfurcht nicht weiß, wie sie sich nun vor Ihm verhalten soll, belehrt sie der Herr: „Höre Meine Lehren an, behalte sie im Herzen und lebe danach! Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst, und du hast dadurch alle sieben Geister Gottes in dir erweckt und das ewige Leben erlangt.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 27, 1-10, Kap. 28, 2]

 

Der Jüngling Jesus zu einem römischen Ratsherrn: „Die wahre und vor Gott gültige Verehrung besteht darin: erstens, daß man nur an einen wahren Gott, der Himmel und Erde und alles, was da ist, erschaffen hat, ungezweifelt fest glaubt, zweitens diesen einen durch den Glauben erkannten Gott über alles liebt, nach Seinem Willen lebt und handelt und drittens, daß man auch seinen Mitmenschen liebt wie sich selbst. Siehe, darin liegt die wahre Gottesverehrung, alles andere aber ist eitel und hat vor Gott nicht den geringsten Wert. Nur was die Liebe tut, das gilt vor Gott, was man aber tut aus Furcht vor der Macht Gottes, um Gott zu besänftigen, das ist vor Gott ohne Wert.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 213, 6-8]

 

Jesus zu einer in Ehrfurcht vor Seiner Gottheit erstarrten heidnischen Schar: „Fasset euch doch, Kinder! Sehe Ich, ein rechter Vater aller Menschen, denn so fürchterlich aus, daß euch vor Mir nun ein solcher Schauder ergreift!? Seht, Mir ist wohl nichts unmöglich — denn in Mir ist alle Kraft, Macht und Gewalt im Himmel und auf Erden —‚ aber das kann Ich nicht machen, daß Ich nicht das wäre, was Ich bin! Ich bin einmal der, der Ich bin, war und sein werde von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wenn Ich euch nun Meine lieben Kinde nenne, so seid ihr ja völlig ebenbürtig, und wenn ihr nach Meiner Lehre und Meinem Willen lebet und handelt, dann werdet ihr wahrlich nicht minder vollkommen sein wie Ich selbst. Darum lasset fahren eure zu große Ehrfurcht vor Mir; denn wer Mich liebt, der hat nicht not, sich vor Mir zu fürchten! Menschen, welche Gott zu sehr fürchten, haben Ihn noch niemals recht erkannt, und ihr Herz steht noch ferne von Seiner Liebe, und solche zu furchtsamen Kinder stehen auch in der Gefahr, im Glauben und Erkennen irre zu werden, weil ihnen die Furcht den Mut und den Willen schwächt, sich Mir im Herzen zu nahen und dadurch in aller Lebenswahrheit aus Mir erleuchtet zu werden. Darum lasset fahren eure Furcht und fasset Liebe und volles kindliches Vertrauen zu Mir!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 4, 10-11]

 

Jesus zu einem neubekehrten Schriftgelehrten: „Gott fürchten heißt: Gott als die ewige, höchste und reinste Liebe über alles lieben und, weil Gott die höchste Wahrheit ist, in der göttlichen Wahrheit verharren und nicht der Lüge der Welt des Eigennutzes wegen huldigen. — Wer in alledem wahrhaftig ist, der hat die wahre Gottesfurcht im Herzen, und wer diese hat, der betet Gott auch allzeit vollgültig an.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 86, 5-6]

 

Jesus zu überaus ehrfürchtigen Samaritern, die sich für zu unwürdig halten, daß der Herr an ihren Tisch kommt: „Lasset ab von der zu großen Ehrfurcht und nehmet dafür zu in der wahren Liebe zu Mir! Denn Gott den Herrn über alles lieben ist um ein Großes mehr als Gott über alles fürchten. Eine übertriebene Furcht entfernt den Menschen von Gott immer mehr und ist das böse Samenkorn des Heidentums und des völligen Unglaubens. — Mit der Liebe aber nähert sich der Mensch Gott, wird vertraut mit Ihm, sehnt sich nach Ihm und wird stets mehr erfüllt mit dem Geiste Gottes. Denn die zunehmende und zutraulicher werdende Liebe zu Gott ist ja eben der wahre, lebendige Geist Gottes im Menschen und der Geist des ewigen Lebens in der Seele.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 129, 1-3]

 

Der Herr zu den Urvätern und Kindern der Höhe durch Henoch, den großen Propheten der Urzeit: „Wenn ihr Mich liebt, dann verbindet ihr euch wieder mit Mir, und eures Lebens wird nimmer ein Ende sein; unterlaßt ihr aber solches, so trennt ihr euch vom Leben. Euer Leben wird zwar darob nicht aufhören; auch werde Ich darum ewig nicht aufhören, euer richtender Gott zu sein; und werdet ihr auch, von Meinem Leben getrennt, fallen in die ewigen Räume Meiner Zorntiefen, Mich, euren Gott, werdet ihr nie verlieren, aber euren liebevollsten, besten, heiligen Vater und mit Ihm ein ewig freies, wonnevollstes Leben, seht, das werdet ihr verlieren!“

[H. Bd. 1, Kap. 70, 21]

 

Der gottbegeisterte Erzvater der Höhe Juribael: „Solange Du mir nur bist ein Schöpfer, ein ewiger, unendlicher Gott, so lange auch findet zwischen mir und Dir kein anderes Verhältnis statt als nur das der völligen Nichtigkeit von meiner Seite gegen Dich und Deine unendliche Allheit in aller Macht Deines göttlichen Wesens gegen — mein volles Nichts! — Aber wenn ich Dich ‚Vater‘ nenne, o Du heiliger Vater, dann hört das frühere Verhältnis auf; eine Wonne umstrahlt da mein Herz, und mein Geist bebt, von einer unaussprechlich großen Ahnung ergriffen, und mir bleibt dann nur ein mächtiges Gefühl, und das ist die Liebe, die alleinige, reine, in Dir, o Vater, geheiligte Liebe!“

[H. Bd. 2, Kap. 70, 11-12]

 

Der Herr: „Wer an der Quelle das Öl entzündet und verwahrt vor Winden und Wasser den Ort, wo das Ölquellchen in lichter Flamme lodert, dem wird die Flamme ewig nimmer erlöschen, sondern stets herrlicher fortlodern, dieweil solche Flamme nach und nach die Stelle weit um sich mehr und mehr erwärmen und daher auch stets mehr Öl dem inneren Urborne entlocken wird! Sehet, wer demnach seine Liebe im Herzen zu Mir wendet und Mich für ewig in seiner Liebe ergreift, der hat das Öl seines Lebens an der Quelle entzündet, und diese Flamme wird nimmer erlöschen, sondern ihm sein ein ewiges, lebendiges Licht!“

[H. Bd. 2, Kap. 71, 15-16]

 

Der Herr zu dem über Sein Erscheinen in höchster Liebesfreude entbrannten Hohenpriester Henoch: „Überschwenglich groß ist deine Liebe zu Gott, deinem Vater; aber wäre es dir möglich, die Freude des Vaters zu verkosten über die große Liebe eines Kindes zu Ihm und dann zu ermessen Seine (des Vaters) erhabenen, von Liebe getragenen Gedanken, in denen Er Seine ewig großen Pläne macht, um solch ein Ihn über alles liebendes Kind so glückselig zu machen, wie es nur immer Seiner Allmacht möglicht ist, - da würdest du vergehen! – Schwärme aber in deiner reinen Liebe zu Gott nur immer also fort, so wird aus solch einer Schwärmerei einst eine große Wirklichkeit hervorgehen, über die sich dein Geist höchst erstaunen wird!“

[H. Bd. 2, Kap. 224, 18-19]

 

Abedam-Jehova, von der Jungfrau Purista noch unerkannt, fragte in der Urzeit diese gottliebende ‚Perle des Morgens‘: „Hast du denn den himmlischen Vater einmal gesehen?“ Purista erwiderte: „Du mußt nicht bloß ‚himmlischer Vater‘ sagen, sondern den ‚überheiligen, liebevollsten, himmlischen Vater‘ mußt du sagen, nicht aber glattweg ‚Vater‘! Und der hohe Abedam korrigierte sich nach ihrem frommen Willen, worauf sie Ihm erst die verlangte Antwort gab.

[H. Bd. 2, Kap. 18, 23-25]

 

Als Purista, die ‚reine Perle des Morgens‘, den himmlischen Vater in dem mächtigen Gottesboten Abedam erkannte, schrie sie laut auf, stürzte zu Ihm hin und umklammerte die Füße Abedams, von ihrer allerheißesten Liebe gedrängt, und alles, was sie zu sagen vermochte, war: „Vater! — Vater! — Vater! — Du mein Vater, mein lieber Vater! — Du heiliger, liebevollster, himmlischer Vater! Mein — mein — mein lieber Vater!“

[H. Bd. 2, Kap. 20, 17-20]

 

Abedam-Jehova zu Ghemela, der jüngsten Tochter des Erzvaters Zuriel: „Siehe, Ich liebe dich also, als wenn Ich außer dir in der weiten Unendlichkeit niemanden mehr hätte, den Ich lieben könnte! Aber siehe, also ist es nicht; denn es enthält die Unendlichkeit zahllose Wesen, die Mich lieben wie du und also auch von Mir wiedergeliebt werden wie du, — und jedes Wesen, das von Mir empfängt, hat daran im Übermaße Genüge für alle Ewigkeiten!“

[H. Bd. 1, Kap. 182, 18]

 

Naeme, die aus grauenvollen, sündigen Zuständen errettete Königstochter der Lasterstadt Hanoch, schildert dem von ihr noch nicht erkannten hohen Abedam ihre von Kindheit an in schweren Schicksalen bewahrte unerschütterliche Liebe zu dem alleinigen heiligen Gott und Schöpfer, sie sagt: „Jetzt, wo ich zum ersten Male auf dieser heiligen Höhe eine so herrliche, große und weitgedehnte Anschauung der unbeschreiblichen Wunderwerke Jehovas genieße — und das in meiner niedrigsten Unwürdigkeit -, jetzt ist es völlig aus mit meinem Herzen! Ja, ich möchte nun geradezu sterben aus Liebe zu diesem meinem unaussprechlich wunderbaren, himmlisch heiligen Jehova!“

[H. Bd. 2, Kap. 31, 9-17]

 

Der hohe Abedam erhebt die aus dem Pfuhl der Lasterstadt Hanoch errettete, von reinster, glühendster Liebe zu Jehova erfüllte Königstochter Naeme an Seine heilige Brust und sagt zu den Zeugen: „Leichter ist, Mich zu finden und zu lieben im Reiche des Lebens — als im Reiche des Todes; diese aber hat Mich schon im Tode gesucht und geliebt! Daher soll sie auch mit einer Gegenliebe von Mir nun belohnt werden, dergleichen noch kein menschlicher Sinn je empfunden hat! Ja, geliebteste Naeme, deine Hand behalte Ich für Mich, da du dein Herz schon so lange getreulich Mir geweiht hast!“

[H. Bd. 2, Kap. 32, 27-29]

 

Auf die demütige Bitte des armen Pariholi, eines Mannes der Urzeit: „Mögest Du auch mir gestatten, Dich über alles zu lieben! Siehe, o heiliger Vater, — das ist alles, um was sich mein Herz sehnt! Dein heiliger Wille geschehe!“, erwidert Abedam-Jehova: „Pariholi, du hast dir zwar das Geringste dem Anscheine nach erbeten; aber wahrlich, Ich sage dir: es ist das Allerhöchste! Und also sollst du auch im höchsten Maße haben Meine Liebe und deine ganze Familie mit dir, nicht nur zeitlich, sondern ewig!“

[H. Bd. 2, Kap. 45, 14-18]

 

Henoch, der erleuchtete Prophet der Urzeit: „Wenn eure Herzen erbrennen werden zu Gott, dem allerheiligsten, liebevollsten Vater, dann werdet ihr in euch die Wunder des ewigen Lebens erschauen. Aber solches merket euch gar wohl, daß ihr etwa ja nicht darum allein den heiligsten Vater liebet; denn der Vater will Seiner selbst willen geliebt sein.“

[H. Bd. 2, Kap. 56, 12]

 

Der Gottesbote Kisehel zu dem bekehrten König Lamech von Hanoch: „Die Liebe zum Herrn ist das Größte. Solange dein Herz mit der Liebe zu Gott erfüllt ist, bist du völlig unfähig, in eine Sünde zu verfallen. Wenn du aber in der Liebe nachlässest, dann wirst du in dem alleinigen Glauben einen gar schwachen Schutz gegen die Macht der Sünde haben.“

[H. Bd. 2, Kap. 215, 6-7]

 

Der Herr in der Urzeit über die von ihrer Liebe zu Ihm völlig überwältigte Jungfrau Mira: „Jeder Mensch muß der Welt völlig absterben, bevor er die Fülle der lebendigen Kraft und Macht Meiner Liebe in sich aufnehmen und ertragen kann!“ Als Mira — nach Meiner Berührung — wiedergeboren aus Meiner Liebe in ihr, wieder erstand, da weinte sie vor zu großer Liebe zu Mir und war nicht fähig zu reden, da ihr ganzes Wesen zu einem Worte geworden war, welches jedoch in ihr mehr sagte als alle Bücher der Welt; denn dieses endlos gewichtige Wort heißt Liebe, die reine, wahre, lebendige Liebe zu Gott.

[H. Bd. 3, Kap. 6, 3-4 und 5-6]

 

Der Herr zu Noah in dessen neuem, fruchtbaren Heimatland Eriwan: „Ich verlange ewig nichts anderes von den Menschen, als daß sie Mich über alles lieben sollen als ihren Gott, Herrn und Vater! Das verlangte Ich vom Henoch, und das verlange Ich auch von dir und all deinem Samen!“

[H. Bd. 3, Kap. 362, 11]

 

Der hohe Abedam (Jehova) in der Urzeit nach einer gewaltigen Unwetterkatastrophe zu Furchtsamen: „Sehet, der Grund eurer Furcht liegt in der Schwäche eurer Liebe zum heiligen Vater. Wie immer die Liebe beschaffen ist, so auch das Vertrauen; das schwache Vertrauen aber ist der Vater aller Angst!“

[H. Bd. 1, Kap. 168, 21]

 

Weise Verfügung Josephs über die von den drei Weisen aus Persien dargebrachten Schätze an Weihrauch, Gold und Myrrhe: „Nicht uns, sondern dem Kinde gelten die Geschenke, und wir haben demnach nicht das Recht, sie zu gebrauchen nach unserm Gutdünken. Wir müssen zuerst den erhabensten Vater fragen, was mit diesen Schätzen geschehen soll. Und was Er anordnet, das wollen wir tun! Ohne Seinen Willen aber will ich sie nicht anrühren mein Leben lang. Sein heiliger Wille ist mir der köstlichste Weihrauch, Seine Gnade das reinste, schwerste Gold und Seine Liebe die allerköstlichste Myrrhe. Diese drei Schätze dürfen wir allezeit ohne Scheu verschwenderisch gebrauchen, dann wird uns der Herr mit Wohlgefallen ansehen; Sein Wohlgefallen aber sei uns der allergrößte Schatz!“

[Jug. Kap. 31, 7-14]

 

Zwei Engel zu dem römischen Statthalter Cyrenius: „Gott ist in sich ewig die höchste Vollendung, die höchste Weisheit, die größte Liebe und Sanftmut. Er ist in sich die allerhöchste Kraft und Macht. Liebe Ihn in Jesus aus allen deinen Kräften, so wirst du in dieser Liebe etwas finden, was dir sonst alle Himmel in Ewigkeiten nicht zu offenbaren vermöchten!“

[Jug. Kap. 130, 16, 17 und 23]

 

Das Jesuskindlein: „Jonatha (ein Fischer) ist ein starker Mensch in seinen Gliedern, aber die Liebe seines Herzens ist noch viel stärker! Und diese seine Liebe zu Mir ist die gar kräftige Kost, die Mich nun sättigt.“

[Jug. Kap. 167, 23]

 

Der römische Statthalter Cyrenius in seiner Freude über eine vom Jesuskindlein erschaffene Nachbildung der Erde: „0 großer Gott, welch endlose Fülle der Vollkommenheiten aller Art muß in Dir wohnen, daß Dir solche Wunderdinge möglich sind! Wer sich in Dich mit seinem Gemüt vertieft, der ist schon selig auf der Welt! Wer Dich hat und hebend trägt in seinem Herzen, wie endlos glücklich ist wohl der zu preisen!“

[Jug. Kap. 187, 6-8]

 

Das Jesuskindlein zu dem Fischer Jonatha, der in seiner großen Demut sich der göttlichen Gnade, Liebe und Erbarmung unwürdig hält: „Ist die Liebe zu Mir nicht heilig in sich, wie Ich selbst in Meinem Göttlichen es bin? Wird denn nicht jeder Mensch geheiligt und ganz neu geboren durch die Liebe zu Gott in seinem Herzen? So du aber voll von dieser Liebe bist, sage, was ist demnach in dir Sünde?!“

[Jug. Kap. 219, 9, 11-12]

 

Das Jesuskindlein zu dem römischen Statthalter Cyrenius beim Abschied in Ostrazine: „Wo Ich wohne in der Liebe, da bin Ich zu Hause und ziehe ewig nimmer aus. Laß Mich daher immerdar wohnen in deinem Herzen! Die Liebe allein kann Meine Gegenwart ertragen, wie ein Feuer das andere. Alles aber, was nicht Feuer ist, wird vom Feuer verzehrt! — Frage aber nie: ‚Herr, wo bist Du?‘ — dann werde Ich dir nicht sagen: ‚Hier bin Ich!‘; sondern frage sorgfältig dein Herz, ob es Mich liebt, und Ich werde in deinem Herzen, das Mich liebt, dir zurufen: ‚Hier bin Ich zu Hause in aller Fülle Meiner Liebe, Gnade und Erbarmung!“

[Jug. Kap. 246, 17-24]

 

Jesus zu Petrus: „Niemand, der Meinetwegen etwas verläßt, wird es verlieren, sondern es nur vielfach wiedergewinnen.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 9, 1]

 

Jesus zu der bekehrten Irhael in Sihar (dem Weibe am Jakobsbrunnen): „O Weib, dein Glaube ist groß und lieblich dein Herz. Darum sollst du auch Meine Jüngerin sein und bleiben. Und wo immer dieses Evangelium verkündet wird, soll deiner erwähnt werden in Ewigkeit!“

[Ev. Bd. 1, Kap. 32, 6]

 

Jesus weint vor Freude über die Dankbarkeit, übergroße Liebe und Opferwilligkeit des Weibes eines von der Tollwut Geheilten und verheißt: „Sie soll es auch gewahr werden, was das bedeutet, daß Ich über sie vor großer Freude geweint habe!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 68, 13]

 

Jesus über die große, mutige Liebe Jarahs, des Töchterchens Ebahls: „Wer nicht zu Mir kommt wie dies Mägdlein — mit Liebe, und zwar mit heißester Liebe, wird den Weg ins Reich Gottes so leicht nicht finden! Dieses Kind aber hat ihn gefunden.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 112, 9]

 

Der erleuchtete Hauptmann Julius: „Bedenkt man, daß Gott die erste und vollkommenste Liebe ist, und daß Er ihr zufolge allein die ganze Sinnen- und Geisterwelt erschaffen hat, so kann der Mensch ja nicht umhin, Gott als den liebevollsten Schöpfer aller Dinge über alles aus allen Kräften zu lieben!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 112, 14]

 

Jesus: „Da sehet und nehmet euch alle ein Beispiel! Dies Mägdlein (Jarah, das Töchterchen des Wirtes Ebahl in Genezareth), erst zwölf Jahre alt, bezeigt Mir eine Liebe, wie Mir solche in Israel noch nicht vorgekommen ist! Wer Mich so liebt wie diese, dem werde auch Ich geben, daß er in der Fülle haben wird, wovon die Welt nichts weiß!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 115,4]

 

Jesus: „Mit der wahren, reinen Liebe richtet man bei Mir alles aus. Denn diese Liebe ist ja Mein Geist im Herzen des Menschen. Und was solche Liebe will, das geschieht aus aller Tiefe der göttlichen Ordnung.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 127, 3]

 

Das Mägdlein Jarah zu Jesus: „Ich liebe alle Menschen und die Dürftigen am meisten und biete nach meinen geringen Kräften allzeit alles auf, um den Armen zu helfen; aber so lieben wie Dich, Herr, kann ich sie dennoch nicht. Und so liebe ich auch diesen schönen Engel Raphael recht sehr, aber mein Herz und mein Leben gehört dennoch nur Dir!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 135, 5]

 

Jarah, die zwölfjährige Tochter des frommen Wirtes Ebahl, zu Jesus: „Ich möchte Dich vor lauter Liebe ganz im Herzen haben und Dich nimmer auslassen; ja, ich möchte Dein Angesicht mit zahllosen Küssen bedecken und nimmer aufhören. Ich möchte Dich so umarmen, daß mir die Adern zerreißen könnten! — Aber Du bist nun das allerheiligste, höchste Gottwesen, und ich denke mir in meinem Herzen, daß ich viel zu unwürdig bin, Dich so zu lieben, als wärest Du ein Mensch. Aber mein Herz nimmt darauf keine Rücksicht und liebt Dich nur noch heftiger als zuvor!“ — Darauf Jesus: „Es folge deine Seele nur allezeit dem lauteren Zuge deines Herzens und fache darin eine helle Flamme an, so wird der Geist Gottes in dir aufgehen wie eine Sonne, und in seinem Licht und seiner Lebenswärme wird dann die Saat Gottes reifen und die Seele versehen mit den Früchten des ewigen Lebens. Es kann der Geist Gottes im Menschen ja nur erstehen durch die Liebe zu Gott und aus solcher Liebe heraus zum Nächsten. Darum bleibe du nur in deiner großen, reinen Liebe!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 144, 5-8]

 

Jesus zu der vor Liebe zu Ihm weinenden Königstochter Helena vom Pontus: „Meine liebste Tochter, mühe dich nicht zu reden; denn die Sprache deines Herzens ist Mir lieber um vieles als eine noch so gewählte deines Mundes!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 110, 7]

 

Jesus zu der bekehrten Heidin Helena: „Wer Mich liebt wie du und lebendig glaubt, daß Ich es bin, auf dessen Darniederkunft die Väter harrten, der ist so völlig eins mit Mir, wie Ich es bin mit Meinem Vater im Himmel! Durch deine Liebe wirst du stets in der nächsten Nähe um Mich sein, wenn dich auch in dieser Welt der Raum von Meiner Person trennt; einst aber in Meinem Reiche des reinsten Geistes und der Wahrheit wirst du ewig nimmer von Mir getrennt werden!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 111, 6-7]

 

Jesus zu einigen Jüngern: „So sehr, wie dieses Mägdlein Jarah Mich liebt, vermag es niemand von euch; denn eure Liebe ist mehr eine Verwunderung über Meine Weisheit und Meine euch unbegreiflichen Wundertaten. Dies Mägdlein aber liebt Mich ganz rein um Meiner selbst willen, weil es weiß, wer in Mir ist. Und das ist mehr wert, als das bloße Bewundern, da es doch jedermann klar sein muß, daß bei Gott alle Dinge möglich sind.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 175, 7]

 

Jesus auf die Frage des verstandesklugen griechischen Essäerführers Roklus, wie man den endlosen Gott über alles lieben könne: „Leichteres gibt es wohl nicht! Man betrachte die Werke Gottes, Seine Güte und Weisheit, halte gewissenhaft Seine Gebote und liebe seinen armen Nächsten wie sich selbst — so liebt man dadurch auch schon Gott über alles.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 73, 1-3]

 

Jesus: „Wenn die Menschen in der Gotterkenntnis und in der Liebe zu ihrem Gott und Schöpfer wachsen und so ein wahres Leben in Meiner Liebe, Weisheit und Macht finden, dann werden sie auch ganz das sein, was sie sein sollen: Sie werden als Meine wahren Kinder ebenso vollkommen sein, wie Ich selbst vollkommen bin, und vor Meiner Weisheit, Macht und Größe nimmermehr erschrecken!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 117, 6]

 

Jesus zu einem römischen Hauptmann: „Sobald eine Seele anfängt, den wahren Gott zu erkennen und durch das Gefühl ihrer Liebe zu Ihm Ihn wesenhaft wahrzunehmen, ist sie von den Banden der göttlichen Allmacht frei und gehört schon mehr und mehr sich selbst an, ist Selbstschöpferin ihres eigenen Seins und Lebens und dadurch eine selbständige Freundin Gottes für alle Ewigkeiten.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 133, 6]

 

Jesus belehrt heidnische Weisheitspriester: „Gott, der ewig Wahre, ist pur Liebe und auch die höchste Weisheit, aus welcher Er alle Welten und Menschen erschaffen hat. Da Er also selbst pur Liebe ist, so will Er auch, daß Ihn alle Menschen vor allem über alles lieben und dann auch — weil alle Menschen Sein Werk sind — sich untereinander, wie da ein jeder sich selbst liebt. Wenn Gott alle Menschen mehr als ein bester irdischer Vater seine Kinder liebt, warum sollen Ihn dann die Menschen nicht wieder über alles lieben, wenn sie Ihn erst einmal so recht erkannt haben!? Wahrlich, Ich sage euch: Ohne die rechte Liebe werdet ihr Gott nie finden und erkennen und euch Ihm auch nie nahen können!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 138, 15-16]

 

Auf die Frage der Jüdin Helias, ob durch die beiden Liebesgebote des Herrn die Zehn Gebote Mosis und die Schriften der Propheten aufgehoben seien, erwidert Jesus: „Wie magst du so etwas fragen?! Siehe, gerade wie der siebente Geist der Barmherzigkeit, der letzte der sieben Geister Gottes, die sechs vorhergehenden Geister im Menschen durchdringt und erfüllt und somit alle in sich aufnimmt, ebenso erfüllt die wahre Liebe zu Gott und zum Nächsten alle vorangegangenen Gesetze Mosis und alle Vorschriften und Ermahnungen der Propheten.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 28, 4]

 

Jesus zu der jungen Jüdin Helias: „Wenn Moses sagt: ‚Du sollst nur an einen Gott glauben und keine anderen Götter neben Ihm haben!‘, so erfüllst du dieses erste Gebot Mosis ja dadurch vollkommen, wenn du Gott über alles liebst. Denn könntest du wohl Gott über alles lieben, wenn du zuvor nicht ungezweifelt von Ihm glaubtest, daß Er wahrhaft da ist?! So du aber durch deine Liebe zu Ihm lebendig dartust, daß du an Gott glaubst, — wirst du in deiner großen Liebe zu Ihm wohl imstande sein, Seinen Namen je zu verunehren und zu entheiligen!? Sicher ewig nicht! — Wenn du, Meine liebe Helias, Gott über alles liebst, wirst du dich da nicht gern und oft von dem weltlichen Tagesgeschäft zurückziehen und dich mit dem Gegenstand deiner heißesten Liebe beschäftigen? Ja, ganz sicher! Und siehe, darin besteht ja auch die wahre, vor Gott allein gültige Feier des Sabbats, die Moses befohlen hat!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 28, 5 und 6]

 

Ein gottsuchender indischer Weiser zu Jesus: „Du bist wahrlich und sicher ein großer, weiser Mann. Du fielst mir im Saale auf, und mein Herz war von Deinem Anblick so gerührt und angezogen, daß ich mich sehr mäßigen mußte, um nicht zu Dir hinzustürzen und Dich mit aller Gewalt an meine Brust zu drücken. Das war ein Gefühl, das ich zuvor nie empfunden habe!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 116,2]

 

Jesus: „Ich bin das Leben der Seele durch Meinen Geist in ihr, und dieser heißt die Liebe zu Gott. Wer sonach Gott über alles liebt und darum auch allzeit Seinen Willen tut, dessen Seele ist von Meinem Geiste erfüllt, und dies ist die Vollendung und das ewige Leben der Seele.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 127, 7]

 

Der Jüngling Jesus zu dem in Liebe entbrannten, die Gnade eines Kusses erbittenden römischen Oberstatthalter Cyrenius: „Du komme nur her und küsse Mich! Denn wenn jemand mit deiner Liebe zu Mir kommt, und hätte er auch der Sünden so viele an seiner Seele als es gibt des Grases auf der Erde und des Sandes im Meere, so werde Ich ihn nicht verstoßen, sondern ihn aufnehmen wie ein Vater seinen Sohn, der für ihn zwar verloren ging, aber wiedergefunden ward.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 211, 9-10]

 

Der römische Statthalter Cyrenius nach dem plötzlichen Tode seiner geliebten Gemahlin Tullia zu tröstenden Freunden: „Sehet, hier hat der Herr mir wunderbar dies edle Weib gegeben, und hier hat Er es mir genommen; denn Er allein ist ja der Herr über alles Leben! Ihm sei darum auch alles aufgeopfert, und Sein heiligster Name sei ewig gepriesen! Es ist zwar ein harter Schlag auf mein fleischlich Herz, aber ich empfinde ihn nun umso belebender für meinen Geist. Denn dadurch hat der Herr mich frei gemacht, und ich gehöre Ihm nun ganz, aller irdischen Bande ledig, Er allein ist nun der heilige Einwohner meines Herzens! Darum tröstet mich nicht; Er allein ist ja mein Trost für ewig!“

[Jug. Kap. 188, 40-43]

 

Jesus: „Suchet für eure Mir dargebrachten, kleinen Opfer nicht Entschädigungen in dieser Welt — denn wahrlich, da wäret ihr Meine Kinder nicht —‚ sondern tuet alles aus wahrer, lebendiger Liebe zu Mir, euerm Vater, und Ich werde dann schon auch wissen, womit Ich Meinen lieben Kindern eine wahre Gegenfreude zu machen habe. Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch: Keines Menschen Auge hat es je geschaut, keines Menschen Ohr gehört und keines Menschen Sinn je gefühlt, was Ich für jene Meiner Kinder in Bereitschaft halte, die Mich als ihren Vater wahrhaft mit einfältigem Herzen lieben!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 38, 13-14]

 

Als Jesu Füße von Maria Magdalena gesalbt wurden mit köstlicher Narde, sagt Jesus zu den darüber murrenden Jüngern: „Dies Weib hat nun ein gutes Werk an mir getan, und wo Mein Evangelium gepredigt wird, da soll auch dieses Weib und diese Begebenheit erwähnt werden. Dies Weib hat heute morgen schon Meine Füße mit ihren Tränen gewaschen und ist nun wieder gekommen und hat Mir die Füße gesalbt. Wie mag euch das denn ärgern?!“ — Darauf zu Maria Magdalena, die sich zum Gehen wendet: „Bleibe bei Mir; denn von nun an sollst auch du eine Zeugin Meiner Taten und Erbarmungen werden!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 80, 8-14]

 

Die von Reue und Liebe tief erschütterte Maria Magdalena auf die Aufforderung Jesu, sich durch Speise und Trank zu stärken: „O Herr, Du allein bist für mich das beste Brot und der kräftigste, süßeste Wein aus den Himmeln, Du allein bist die rechte, wahre Lebensstärkung meiner Seele und meines Leibes! Sei nur Du mir gleichfort gnädig und barmherzig und verlaß mich arme Sünderin nicht!“ — Darauf Jesus: „Meine liebe Tochter, diese Worte hat dir nicht dein Fleisch gegeben, sondern der Geist der Liebe im Herzen deiner Seele. Ja, Ich bin ein wahres Brot aus den Himmeln und auch ein wahrer Wein. Wer dieses Brot ißt und diesen Wein trinkt, den wird es ewig nicht hungern und dürsten. Und wer Mich so genießt im Geiste und in der Wahrheit, der wird den Tod nicht sehen, noch fühlen und schmecken. — Aber darum iß und trinke nun dennoch leiblich dieses irdische Brot und diesen irdischen Wein!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 80, 22-25]

 

Jesus zu einem ehrfurchtsbangen Neubekehrten: „Sei voll guten Mutes und habe keine eitle Furcht vor Mir; denn Ich habe dich schon lange eher geliebt, als du noch warst! — Ohne Meine Liebe wäre weder eine Welt noch je ein Mensch ins Dasein gekommen. Alles, was der endlose Schöpfungsraum faßt, ist Meine durch Meinen Willen verkörperte Liebe, und somit auch du! Also bist du nun ein Lebensfünkchen Meiner Liebe und kannst zu einer Mir ähnlichen großen, selbständigen Liebesflamme dadurch werden, daß du Mich über alles liebst und deine dir völlig ähnlichen Nächsten wie dich selbst!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 85, 6, 8 und 11]

 

Jesus: „Ich weiß, welche Leiden Mich auf dieser Erde in kurzer Zeit erwarten, aber Meine große Liebe zu euch Menschen versüßt Mir sie! So lasset euch denn auch, ihr Meine Kinder, so manches Leid und manchen Schmerz, den ihr in diesem Leben zu erdulden bekommet, durch die Liebe zu Dem, der in Mir wohnt, versüßen, und ihr werdet dadurch, Mir gleich, guten Mutes und heitern Sinnes sein!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 119, 20]

 

Jesus: „Gottes Liebe erfaßt zwar alles, aber es ist ein großer Unterschied in dem, wie ein Mensch von Gott geliebt wird. Wer Gott über alles liebt wie dieses Mägdlein (Jarah), der nötigt Gott, daß Er kommt und durch Seinen Geist im liebenden Herzen Wohnung nimmt. Ein solcher Mensch hat dadurch das ewige, unvergängliche Leben und ist völlig eins mit Gott.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 119, 6-7]

 

Jesus: „Gott sorgt in Seiner unermeßlichen Liebe zwar für alle Menschen so, wie Er auch sorgt für alle Kreatur nach Seiner ewig unwandelbaren Ordnung. Aber besonders und außerordentlich sorgt Er sich nur um jene, die Ihn erkannt haben, Seinen ihnen geoffenbarten Willen tun und Ihn so wahrhaft in allen ihren Taten über alles lieben.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 97, 7]

 

Ein seliger Geist: „Unendlichmal wohl demjenigen, der auf der Erde sich die Liebe zum Herrn zum einzigen Bedürfnis gemacht hat; denn der hat zur Vollendung des Lebens den kürzesten Weg eingeschlagen!“

[GS. Bd. 1, Kap. 7, 14]

 

Der Herr: „In den unteren Himmeln gibt es Geister, die Mich so mächtig lieben, daß Ich Mich ihnen ihrer Liebe zufolge nur nach und nach erschaulich nähern kann, und so müssen diese frommen Wesen in ihrem reinsten Wunsche eine Zeitlang wartend verharren. Solcher Zustand heißt die Geduld der Liebe.“

[GS. Bd. 1, Kap. 9, 17]

 

Ein katholischer Christ in der geistigen Welt: „Ich konnte die Dreieinigkeit wie das heiligste Altarsakrament nie so recht mit meinem Herzen ergreifen, nur mit Christus war es anders. Wenn ich Seine heiligen Evangelien las, da stellte ich Ihn mir immer wie gegenwärtig vor und habe mir dabei auch allzeit gedacht: wenn ich die Gnade hätte, welche den Aposteln zuteil wurde, fürwahr, da wäre ich selbst ein Apostel geworden und hätte aus Liebe zu Ihm Weib und Kinder verlassen!“

[GS. Bd. 1, Kap. 55, 10-11]

 

Der Herr: „Die übertriebene Gottesfurcht ist ein Irrtum, der ohne Beschädigung des Lebens und der Freiheit (auch im Geisterreich) nicht so leicht aus einer Seele zu bringen ist.“

[GS. Bd. 1, Kap. 59, 10]

 

Der Herr in der Geisterwelt zu einem Ihn noch nicht erkennenden, von der Furcht vor dem Richtergott erfüllten einstigen Prior: „Der Herr ist ein gar großer Freund derjenigen, die Ihn lieben; Er kommt ihnen, wenn auch unerkannt, schon mehr als auf dem halb Wege entgegen. Wie wäre es demnach, wenn du anstatt deiner großen Furcht deine Liebe zum Herrn so recht ergreifen möchtest und der Herr dir dann auch entgegenkäme? Ich meine, solches wäre besser als sich gar so töricht zu fürchten vor Dem, den man doch nur über alles lieben soll!“

[GS. Bd. 1, Kap. 96, 14]

 

Selbstoffenbarung Jesu, des Herrn, in der geistigen Welt an einen Gott noch immer fürchtenden einstigen Prior: „Siehe, deine Furcht rührt aus einer grundirrigen irdischen Vorstellung von dem Herrn her. Da aber aller Irre einmal ein Ende werden muß, so siehe her! — Zuerst betrachte Meine Füße, an denen noch die Nägelmale sind, dann betrachte Meine Hände und lege gleich dem Thomas deine Hand in Meine durchbohrte Seite!“

[GS. Bd. 1, Kap. 96, 18]

 

Ein früherer Prior, der die Furcht vor einem strengen Richtergott überwunden hat, bekennt: „O Du mein allermächtigst geliebter Herr Jesus! Wer von uns hätte es sich nur zu denken getraut, daß Du auch im Reiche der Geister so unendlich, so unaussprechlich gut bist! Ja, Du bist der Himmel aller Himmel und die höchste Seligkeit aller Seligkeiten! Wenn ich nur Dich habe und Dich ewig mehr und mehr lieben darf, so frage ich weder nach einem Himmel noch nach irgendeiner anderen Seligkeit!“

[GS. Bd. 1, Kap. 96, 20-21]

 

Der Herr zu einer erlösten Seele im Geisterreich: „Liebe ist das einzige Band zwischen Mir und dir, sie ist die alleinige, wunderbare Brücke zwischen Mir, dem ewig allmächtigen, unendlichen Schöpfer, und dir, Meinem endlichen Geschöpf. Auf dieser Brücke kann Ich zu dir und du zu Mir kommen, wie da kommt ein lieber Vater zu seinen Kindern und ein Kind zu seinem lieben Vater.“

[GS. Bd. 1, Kap. 98, 5]

 

Eine erlöste, in heißer Gottesliebe entbrannte Seele im Jenseits: „Herr, Vater, Gott, Jesus! Ich bin nun durch Deine Liebe und Gnade ganz geheilt, und die übertriebene Furcht vor Dir ist auch dahin. — Aber dafür tobt eine unbegrenzte Liebe zu Dir — wie zur höchsten Leidenschaft verstärkt — in jeder Fiber meines Herzens! Jetzt möchte ich Dich mit aller meiner Lebenskraft umarmen in der höchsten Gottesliebe unbeschreiblichen Wonne! — Herr, lasse Dich umarmen und an mein vor Liebe brennendes Herz drücken!“ Darauf Jesus: „Mein lieber Bruder, das würde dir jetzt schädlich sein, weil dein Geist in der Seele noch zu wenig festen Fuß gefaßt hat. Aber wenn dein Geist ehestens eine rechte Gediegenheit erreicht haben wird, dann werden wir uns ohne alle Furcht vor Schaden umarmen können. — Denn, lieber Bruder, Ich bin freilich dir gleich ein Mensch; aber in diesem Menschen wohnt dennoch die Fülle Meiner Gottheit leibhaftig, und diese würde dein Geist nicht ertragen. Er würde alle Fesseln zersprengen und sich vereinen mit der Gottheit in Mir, als seinem ewigen Urgrund und Urelement. Wenn aber dein Geist in deiner Seele sich vollkommen geordnet hat und in sich selbst erfüllt sein wird mit aller Stärke der Liebe aus Mir, dann wird er Meine Umarmung ohne Nachteil ertragen können.“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 147, 3-4]

 

Jesus zu dem liebeentbrannten und schuldbewußten, vor der göttlichen Herrlichkeit erbebenden einstigen Bischof Martin: „Denke nicht so beständig an Meine Herrlichkeit, sondern daran nur, daß du nun in der Liebe Mein Bruder bist, so wirst du Meine Nähe leicht ertragen können!“

[BM. Kap. 90, 1]

 

Jesus der Herr zu der Chinesin Chanchah, deren übermächtige Liebe zu Ihm sich nicht durch die Weisheit mäßigen lassen will: „Du Meine allerliebste Tochter, wer Mich wie du liebt, der ist eins mit Mir und hat nicht nur ein Leben, sondern zahllose Leben in sich! Wie sollte der vergehen können?! Daher liebe du Mich nur aus allen deinen Kräften und fürchte nichts; denn deine Liebe zu Mir wird dir auch Weisheit geben, und diese wird erweitern dein Herz, auf daß du Mich stets mächtiger wirst lieben können!“

[BM. Kap. 122, 5]

 

Jesus im Geisterreich zu dem einstigen Bischof Martin, der seine Redseligkeit dem allwissenden Herrn gegenüber bereut: „Mein lieber Sohn Martin, es ist ja nicht so sehr gefehlt, wenn man Mir etwas beschreibt oder erzählt; denn alle Meine Kinder reden gern — und mit Mir schon überaus gern! Würde Ich darum Mir von Meinen Kindlein nichts erzählen lassen, weil Ich allwissend bin, so würde zwischen Mir und euch ewig wohl kein Wort gewechselt werden; aber weil Ich eben will, daß Meine Kinder nie um eine Freude verkümmert werden sollen, daher sollen sie Mir auch alles erzählen, was sie irgendwo und -wann für Erfahrungen machen, was sie zu hören und zu sehen bekommen.“

[BM. Kap. 186, 6-7]

 

Inschrift auf der dritten Stufe einer für Robert Blums jenseitige Seelenentwicklung und -läuterung sinnbildlichen Pyramide: „Frage dein Herz, ob es Gott über alles lieben kann ohne Interesse, außer dem süßesten der Liebe selbst? — Frage dein Herz, ob es um Gottes willen den Bruder wahrhaft und völlig rein lieben kann? — Kann dein Herz das, so ist deine Verwesung zu Ende, und du selbst stehst vollendet vor Gott, deinem Herrn, Vater und Bruder!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 157, 6]

 

Jesus in der geistigen Welt zu einem ehemaligen Mönch, welcher an der heißen Gottesliebe Helenas, einer einstigen Buhlerin, Anstoß nimmt: „Wer Mich nicht liebt wie diese Helena, wahrlich, der wird an Meinem Reiche nur einen geringen Anteil haben! — Liebtest Du Mich wie sie, so würde dich ihre Liebe nicht ärgern. Aber da du an der wahren Liebe viel ärmer bist als diese da, so ist dir ihr großer Reichtum ein Dorn im Auge!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 160, 2-3]

 

Jesus in der geistigen Welt zu dem hochgereiften Robert Blum, der Ihn um Seine ständige persönliche Gegenwart bittet: „Wo du mit der Liebe zu Mir dich immer hinbegeben wirst, da werde Ich bei dir sein, weil deine Liebe zu Mir Ich selbst bin. — Ich bin überall da gegenwärtig, wo in einem Herzen die wahre, reine Liebe zu Mir in gerechter Fülle vorhanden ist.“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 191, 3]

 

Ein weiser Lichtbote rät einer armen Seele: „Alles, was wie eine selbstische Leidenschaft aussieht, mußt du aus dir verbannen! Alles aber, was Liebe heißt, mußt du dem Herrn zuwenden! — Du hast einst Gott gefürchtet, und das war gut; denn Gottesfurcht ist die erste Stufe zur Weisheit! — Nun aber mußt du Gott lieben über alles, — und das wird dir geben die höchste Seligkeit und eine himmlische Schönheit für ewig!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 241, 20]

 

Eine durch Gottesliebe erleuchtete Seele im Jenseits: „Wie hat denn ein Johannes, ein Jakobus, ein Petrus, wie auch ein Paulus den Herrn geliebt? Wie liebten Magdalena und tausend andere mehr? Siehe, diese waren in den Herrn ganz vollkommen verliebt! Und das hat in diesen Wesen den Grund gebildet, daß sie als rechte Liebhaber des Herrn auch ehestens zu Seinen innigsten Freunden und zu Meistern in der wahren Liebe und Weisheit wurden!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 247, 6]

 

Jesus: „Wo eine übermächtige Gottesliebe in einem Herzen wohnt, da wohnt auch schon die Vollendung des Geistes. Wo aber ein Geist die Vollendung in sich trägt, da trägt er auch schon Mich in sich und kann ohne Furcht und Scheu sich Meiner eigentlichen freien Wesenheit nahen. Wer selbst zum Feuer geworden ist, darf das Feuer nimmer fürchten!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 267, 10]

 

Ein seliger Geist: „Ich habe Christum noch nie im eigentlichen Sinne gefürchtet; denn ich liebte Ihn zu sehr, als daß ich mich vor Ihm hätte fürchten können. Ja, ich fürchte wohl den Herrn, aber nicht wie ein Verbrecher, sondern als ein Liebender, der sich viel zu sündig und unwürdig fühlt, den Herrn zu lieben mit unreinem Herzen!“

[St.-Sz., X. Expl. Abs. 34 und 39]

 

Die Bewohner des vierten Sonnengürtels glauben: „Die Liebe zu unseren Brüdern und Schwestern ist der Anfang des inneren Lebens. Wer aber aus dieser Liebe in die Liebe zu Gott übergeht, der ist übergegangen in die Fülle des göttlichen Lebens selbst. Liebet daher eure Brüder und Schwestern, damit ihr Gott lieben könnt; denn ohne die Bruder- und Schwesterliebe kann niemand Gott lieben!“

[NS. Kap. 42, 18 und 25]

 

Der Herr zu Jakob Lorber: „Meinen Freunden und Freundinnen sage: sie sollen Meine Diener und Knechte nicht mehr lieben als Mich! Ihr Heil sollen sie nicht in ihre, sondern ganz in Meine Hände legen und sich nur Mir anvertrauen!“

[H. Bd. 1, Kap 2, 4]

 

Der Herr zu einem jungen Mädchen: „Siehe, Mein liebes Töchterchen, Ich bin noch immer derselbe liebevollste, gute, heilige, himmlische Vater, wie Ich es in der Zeit der ersten Menschen war, und bin jetzt noch viel zugänglicher als damals. Denn jetzt stehen die Pforten der Himmel ununterbrochen offen. Damals aber waren sie verschlossen. Und wenn jemand damals Mich nicht durch ein außerordentliches Leben aus eigenem Antriebe und durch lange, gewaltige Selbstverleugnungen fand, dann war für ihn die Erde ein harter Boden voll Todes. Jetzt aber ist sie schon lange durch Mein Blut entsühnt!“

[Hi. Bd. 2, S. 22, 3-4]

 

Der Herr zu einem jungen Mädchen: „Liebe Mich, bleib Mir treu, habe große Freude an Meinen alten und neuen Worten, suche Mich in der Liebe deines Herzens zu Mir, halte Meine leichten Gebote, fliehe die arge Welt; komm zu Mir in deinem Herzen, wo Ich deiner harre für und für, — so will Ich dich umfangen wie ein zärtlichster Bräutigam seine innigst geliebte Braut und dich zum ewigen Leben an Meine Vaterbrust drücken also, als hätte Ich in der weiten Unendlichkeit niemanden als nur dich!“

[Hi. Bd. 2, S. 25, 3]

 

Der Herr zu einem Gottsucher: „Gottesfurcht und des Herzens tiefste Demut ist für jeden aus dem Wasser und Feuer Getauften unerläßlich; ohne sie ist kein ewiges Leben zu denken. Siehe, du hast die rechte Gottesfurcht und eine lobenswerte Demut —‚ aber glaube es Mir: solche Kinder, die ihre Eltern zu sehr fürchten, können nimmer so recht heiß ihre Herzen zu ihnen erheben! — Suchst du Mich mit Furcht und Zittern, wie wird es dir ergehen, wenn Ich zu dir komme?! — Wirst du da nicht gleich einem Übeltäter rufen: ‚Berge, fallet über mich!?‘ — Und Ich werde Mich dir aus großer Erbarmung nicht nahen können eher, bis sich alle deine Furcht in die vertrauensvollste Liebe zu Mir umgestaltet hat!“

[Hi. Bd. 2, S. 53, 18. 19]

 

Der Herr: „Ich habe nirgends ein Gesetz erlassen: ‚Du sollst Gott, deinen Herrn, ehren über alles!‘, sondern: ‚Du sollst Ihn lieben über alles!‘ — Man wird hier freilich einwenden: ‚Die Ehre Gottes muß sein! Denn sie ist eine edle Frucht der wahren Gottesfurcht; wer Gott nicht fürchtet, der ist aller bösen Taten fähig!‘ Ich aber sage: Wenn schon Gottesfurcht besser ist als böses Tun, so wird aber dennoch aus einer solchen Gottesfurcht für niemanden ein ewiges Leben erwachsen, weil ein furchtsames Gemüt ein gerichtetes ist. Darum will Ich nicht die Ehre der Menschen als die Frucht der Furcht, sondern die getreue, kindliche Liebe will Ich!“

Schrft., Kap. 27, 12, 17-18 und 28

 

Der Herr: „Mir ist die Liebe um sehr vieles lieber als die Furcht! Wer Mich wahrhaft liebt, der hat keine Sünde vor Mir. Denn die Liebe löschet jede Sünde und läßt keine werden. Wer Mich aber fürchtet, der fällt leicht in eine Sünde. Denn Furcht schützet ebensowenig vor Sünden wie ein dornig Gestrüpp einen Flüchtling vor den Kugeln seiner Feinde. Die Liebe aber ist gleich einer festen Burg auf einem Felsen, den kein Feind je besiegen kann!“

[H. Bd. 2, S. 399, 4-6]

 

Der Herr an eine noch an die Welt gebundene Seele: „Sie soll Mich lieben Meiner selbst willen, nicht aber, auf daß Ich ihr bald geben möchte einen Mann und weltglücklichere Umstände. Denn alle diese Dinge schlagen hart und schwer an Mein Herz! — Wird sie Mich allein zu suchen und zu lieben anfangen, da werde Ich ihr auch das Geringste nicht vorenthalten, was sie nur immer im Herzen fühlen wird. Aber bevor Ich solches jemandem tue, da muß auch zuvor Mir gegeben werden, was Mir gebührt, Meiner selbst willen, aber nicht der weltlichen Dinge wegen!“

[H. Bd. 2, S. 55, 2. 3]

 

Der Herr zu einem Ihn innigst liebenden jungen Mädchen: „Es gibt auch Unterschiede in der Liebe, sogar der reinen Engel in den Himmeln; wie sollten sie unter euch nicht sein, die ihr noch im Fleische wandelt?! — Aber die Engel, die Mich am meisten lieben, sind auch am nächsten bei Mir. — Weil Mich die Magdalena am meisten liebte, so war sie auch die erste, die Mich nach Meiner Auferstehung zu sehen bekam. — Und so sage Ich auch zu dir: Weil du (unter deinen leiblichen Geschwistern) Mich an meisten liebst, so bist du Mir auch am nächsten!“

[Hi. Bd. 2, S. 422, 9-11]

 

Der Herr: „Ein Mädchen geht emsig in die Kirche und kleidet sich dazu an, als ginge sie in ein Theater, — warum denn? — Etwa aus Liebe zu Mir? O nein! Sondern, daß sie entweder bei dieser frommen Gelegenheit mit einem zusammentreffen möchte, den sie lieber sieht als Mich, — oder um sich einen Gemahl zu erbeten. — Wer Mich liebt, der muß Mich lieben Meiner selbst willen, aber nicht der weltlichen Vorteile halber, — und Ich werde ihm darum geben Meine Liebe, welche ist das wahre, ewige Leben, und alles, was Mein ist, wird auch sein sein. — Wer Mich aber nur sucht der weltlichen Vorteile wegen, wahrlich, der ist Mir unerträglicher als einer, der Mich noch nie gesucht hat!“

[Hi. Bd. 2, S. 94, 9-14]

 

Der Herr: „Ich bin von Ewigkeiten her der größte und allerreinste Liebhaber. Daher bin Ich auch überaus eifersüchtig. Und es soll Mich niemand wesenhaft haben, als der nur, der Mich allein über alles liebt!“

[Hi. Bd. 2, S. 181, 12]

 

Der Herr zu einem jungen Mädchen: „Suche ja nicht in der Welt etwas anderes zu erreichen als ganz allein Meine Liebe, so wirst du allzeit und ewig glücklich und selig sein! — Zähle nicht die Jahre deines Leibes und denke nicht, du möchtest im älteren Zustande etwa kein Glück mehr machen! Wahrlich, darum habe Ich dich nicht erschaffen, daß du die Märtyrerin eines unzüchtigen Mannes werden sollst, — sondern für Mich allein habe Ich dich erschaffen! Ich bin nicht einer, der Jahre zählt, sondern richte allein auf das Herz Meine Augen. Ist dieses schön und rein, dann bist du für Mich ewig jung und schön!“

[Hi. Bd. 2, S. 254, 7-9]

 

Der Herr zu einem jungen Mädchen: „Du darfst dir wegen der Zusicherung Meiner Liebe etwa nicht einbilden, als käme dir solch eine Gnade aus irgend einem Verdienste zu! Sondern Ich ganz allein für Mich, ohne dein Verdienst, habe dich so lieb, weil du Mich auch gar so sehr lieb hast und bist manchmal sogar in Mich ein wenig verliebt, und das ist eine ganz besondere Heiligung deines Herzens. — Denn wie könnte ein unheiliges Herz Mich, den Heiligsten, lieben?! — Wenn Mich aber ein Herz liebt, der Ich heilig bin, wie möglich könnte in solch heiliger Liebe das liebende Herz selbst unheilig verbleiben? — Fahre du, Mein allerliebstes Töchterchen, in solcher deiner Liebe zu Mir nur treulich fort, so wirst du bald einen zweiten, viel höheren Geburtstag erleben, als dieser heutige deines Lebens ist.“

[Hi. Bd. 2, S. 431, 5. 7]

 

Jesus zu Seinen Jüngern und Freunden: „In den späteren Zeiten, wenn die Menschen mehr und mehr in allerlei Wissenschaften und Künsten bewandert sein werden, da werde Ich sichtbar höchst selten unter ihnen erscheinen, aber desto überzeugender wirken durch Meinen Geist. Und Ich sage es euch: Diese Menschen werden umso seliger sein, weil sie das, was ihr nun sehet, nicht sehen, aber dennoch ungezweifelt glauben und danach leben werden! Ihr liebet Mich, weil ihr Mich sehet; die Gläubigen künftiger Zeiten aber werden Mich lieben, ohne Mich je gesehen zu haben. Wie erst werden sie Mich dann lieben, so sie Mich sehen werden in Meinem Reiche!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 236, 6]

 

05.03. Die Liebe zum Nächsten

Jesus: „Wer aus Liebe zu Mir alles tut, was die Nächstenliebe fordert, dem werde auch Ich alles tun, was in Meiner Macht steht. In Meiner Macht aber steht nicht nur vieles, sondern alles!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 52, 3]

 

Jesus zu einem gläubigen, rechtschaffenen Herbergswirt, der demütig um Gnade und Barmherzigkeit bittet: „Sei getrost, Mein Freund! Darum bin Ich ja zu dir gekommen, weil Mir deine Werke um vieles besser gefielen als jene des geizigen Synagogenobersten. Liebe du nur gleichfort Gott über alles und deine Nächsten ohne Ansehen ihres Standes und Glaubens wie dich selbst, tue ihnen, was du vernünftigermaßen wünschen kannst, daß sie dasselbe auch dir tun. Dadurch erfüllst du das ganze Gesetz und die Propheten, und dann sind dir auch alle deine Sünden vergeben!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 166, 20]

 

Jesus zu einem bekehrten, strenggläubigen Altjuden: „Habe denn auch du von nun an die wahre Nächstenliebe gegen alle Menschen, und du wirst erweckt werden durch Meines Geistes Kraft zum ewigen Leben, eindringen in Meine Gottheitstiefen und dann in Mir deinen Gott auch wahrhaft über alles lieben. Wer solche Liebe hat, der hat vor Mir keine Sünde und braucht nicht der Juden lange, leere und vor Mir wertlose Gebete, auch keine Fasten noch Bußwerke in Sack und Asche zu wirken.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 146, 12]

 

Jesus: „Die Liebe zu Gott ist durch die Nächstenliebe bedingt! Wer da sagt, daß es zur Seligkeit genüge, Gott allein über alles zu lieben, dabei aber vor seinem armen Nächsten Herz und Tür zu verschließen vermag, der ist in großer Irre. Denn die Liebe zu Gott ist ohne die Liebe zum Nächsten nicht denkbar! Darum liebet eure Nächsten, weil sie gleich wie ihr Gottes Kinder sind, und ihr werdet dadurch auch Gott über alles lieben!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 140, 4]

 

Jesus zu bekehrten, eifrig zur Lehrverkündung bereiten Heiden: „Alles, was ihr tuet in Meinem Namen, das tut aus Liebe, um die Liebe im Herzen derer zu wecken und zu beleben, die ihr für Mein Reich gewonnen habt. Ist die Liebe in ihren Herzen kräftig und voll Lebens geworden und werden sie euch Gegenliebe erweisen wollen, so lasset das mit freudigem Herzen angehen; denn nur die mächtige Liebe und Gegenliebe beleben sich und erzeugen ein vollkommenes, neues Leben!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 84, 8-9]

 

Auf eine Frage des Herrn ‚Wer ist dein Nächster‘, erklärt der biedere Kriegsveteran Markus: „Natürlich wäre der mein Nächster, der meinem Leibe am nächsten steht, und so er einer Hilfe bedürfte, müßte ich sie ihm geben. Wieder wären meine Nachbarn die Nächsten, wenn sie mich um eine Hilfe angingen. Und so sind auch mein Weib und meine Kinder meine Nächsten, und ich muß sorgen für ihr leibliches und geistiges Wohl. Als ich noch ein Krieger war, da waren auch meine Kameraden meine Nächsten. Ja, es ist jeder Mensch, welcher Religion er auch angehöre, im Falle der Not mein Nächster, und ich meine sogar, man sollte auch einem Haustier die Hilfe nicht versagen, wenn ihm etwas fehlt. Kurz und gut, der Mensch soll Gottes Regierung nachahmen und in seinem Tun so wie Gott seine Sonne über alle Kreatur leuchten lassen.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 234, 2-4]

 

Jesus: „Die wahre, reine Nächstenliebe besteht darin, daß man dem Nächsten alles das von Herzen wünscht und tut, was man vernünftiger- und weisermaßen von anderen Menschen für sich selber wünscht. Wer diesen Grundsatz so recht beachtet, der wird bald gewahr, daß er wie kein anderer den Menschen zu einem gewissen Fleiß und auch zur wahren, edlen Sparsamkeit anspornt. Denn jeder muß sich sagen: ‚Ist es mir unangenehm, daß ein anderer an meiner tätigen Seite einen Müßiggänger macht, so darf ich auch an seiner Seite nicht müßiggehen.‘ — Wird dieser Grundsatz wahrer, edler Nächstenliebe in einer Gemeinde gepflegt, so wird es bald wenig Arme geben außer den Lahmen, Bresthaften, Blinden, Tauben und Aussätzigen, aber diese sollen dann auch mit dem freudigsten Herzen zuvorkommend versorgt werden.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 126, 3-5]

 

Jesus: „Nebst der Liebe zu Mir, eurem Herrn und Gott, gibt es noch eine andere, Mir höchst wohlgefällige Liebe: die Nächstenliebe! Die Armen am Geiste und an den nötigen irdischen Gütern sind die wahren Nächsten; was jemand in Meinem Namen denen tut, das tut er Mir.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 112, 4]

 

Jesus: „Die Talente sind von Mir an die Menschen darum so verschieden verteilt worden, damit jeder seinem Nächsten nach dem ihm eigenen Talent in der von Mir gebotenen Nächstenliebe dienen kann.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 65, 4]

 

Jesus zu dem dankbaren, opferbereiten Weibe eines von der Tollwut Geheilten: „Alles, was du um Meines Namens willen den Armen tust, wird so angesehen werden, als ob du es Mir tätest!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 68, 2]

 

Auf die Frage eines Pharisäers, wer unser Nächster ist, erklärt Jesus: „Jeder Mensch, der deiner Hilfe bedarf, und wäre er auch ein Fremder vom Ende der Welt!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 206, 22]

 

Jesus erzählt Zöllnern und Pharisäern das Gleichnis vom barmherzigen Samariter und fragt: „Wer war da des Erschlagenen Nächster?“ — Ein Pharisäer antwortet: „Der ihm die Wohltat erwies.“ — Darauf ermahnt ihn Jesus: „Gut, so gehe hin und tue desgleichen, so wirst du Gott ein höchst angenehmes, wahres Opfer darbringen, das besser ist als eure Brand- und Schlachtopfer.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 206, 23-24]

 

Auf die Frage eines Schriftgelehrten: ‚Wer ist mein Nächster?‘ antwortet Jesus mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter und fährt fort: „Jeder Mensch, der deiner Hilfe bedarf, ist dein Nächster; und wenn du ihm hilfst, bist auch du sein Nächster. Und wenn du ihm geholfen hast, so hast du ihn als deinen Nächsten auch geliebt wie dich selbst; denn die wahre Nächstenliebe besteht darin, daß ihr euren Mitmenschen alles das tuet, was ihr vernünftigerweise wünschen könnet, daß sie es im Notfalle auch euch tun möchten.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 63, 6-13]

 

Jesus zu bekehrten Altjuden, die nach der rechten Ausübung der Nächstenliebe fragen: „Euer Nächster ist jeder Mensch, ob Freund oder Feind, der eurer Hilfe in einer guten, den Geboten Gottes gemäßen Art bedarf. Es versteht sich aber von selbst, daß ihr dem, der Handlungen wider Gottes Gebote begeht, dabei nicht behilflich sein, sondern ihn davon abhalten sollet. Wenn ihr das tut, dann übet ihr die wahre Nächstenliebe aus.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 139, 3]

 

Jesus: „Erleuchtet zu sein durch Meine Gnade, ist ein großes, kostbares Glück für den Menschen. Aber noch um vieles schätzbarer ist es, mit seinem wahren, reinen Lebenslicht auch andere, die in der Finsternis wandeln, zu erleuchten!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 14, 22]

 

Jesus: „Eure Liebe zu Euren Kindern brenne wie ein Licht, aber die Liebe zu fremden Kindern armer Eltern sei ein großer Feuerbrand! Denn niemand in der Welt ist elender als ein armes, verlassenes Kind. Wer solch ein Kind aufnimmt in Meinem Namen und es leiblich und geistig versorgt wie sein eigenes Blut, der nimmt Mich auf!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 68, 6]

 

Jesus: „Es ist bei weitem nicht genug zu sagen: ‚Ich liebe meine Nächsten und bin zu ihnen sehr freundlich!‘ Die vor Gott allein gültige Liebe muß in Werken bestehen, wenn die Nächsten ihrer bedürfen geistig oder leiblich. Diese Liebe ist der wunderbare Schlüssel zum Lichte aus Gott im eigenen Herzen.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 207, 14]

 

Jesus: „Wer viel hat, der gebe viel, und wer wenig hat, der gebe wenig! Wer einem Durstigen in rechter Nächstenliebe aus seinem Brunnen auch nur einen Trunk frischen Wassers reicht, dem wird es jenseits vergolten; denn wer da seinem Nächsten Liebe erweist, der wird auch drüben Liebe finden. Es kommt hier wahrlich nicht darauf an, wieviel jemand gibt. Ein aus wahrer Liebe freundlicher Geber gibt doppelt!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 1, 13-14]

 

Jesus: „Wer viel hat, der gebe viel, und wer wenig hat, der teile auch das Wenige mit seinen noch ärmeren Nächsten, so wird er sich dadurch Schätze im Himmel sammeln! Das Geben aber ist schon für sich seliger als das Nehmen.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 85, 6]

 

Jesu Abschiedsworte an bekehrte Römer von hohem Rang: „Ihr werdet in Meinem Namen noch gar vieles zu tun bekommen; wenn ihr alles aus Liebe zu Mir und zu euren Nächsten tut, was euch Mein Geist in euch heißen wird, so werdet ihr Mir dadurch auch alles vergüten, was euch durch Meine Liebe und Gnade zuteil geworden ist. Was ihr euren armen Mitmenschen   Gutes, geistig und leiblich, in Meinem Namen erweist, das tuet ihr Mir!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 149, 1-2]

 

Auf die Frage des Heilbadbesitzers Markus, ob man bekannten Lumpen und Verschwendern, die ihr Vermögen verpraßt haben, und sogar seinen Feinden Nächstenliebe erweisen soll, sagt Jesus: „Ihr sollt in der Nächstenliebe keine Ausnahme machen, sondern jedem Gutes erweisen; denn wer eine Ausnahme macht, bei dem werde auch Ich allerlei Ausnahmen machen. Wenn jemand in einer Not zu euch kommt, so erweiset ihm die Nächstenliebe entweder geistig oder materiell. Habt ihr einen Sünder bekehrt, und er ist in Not, so helfet ihm auch aus dieser! Hat er darauf abermals gesündigt, so ermahnet ihn in Liebe und werdet ihm nicht feind; denn mit welchem Maße ihr in Meinem Namen ausmesset, mit demselben Maße wird es euch zurückgemessen werden!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 159, 10-13]

 

Jesus auf die Frage einer Witwe, deren Sohn Er vom Tode erweckt hatte, was sie denn Seiner Gnade würdig gemacht habe: „Ich kenne dein Herz, dem viele Arme ihr Leben verdanken; darum bin Ich zu dir gekommen in deiner größten Not. Denn wer nach seinem Vermögen den armen und bedrängten Mitmenschen allzeit Barmherzigkeit und Liebe in aller Freundlichkeit erweist, der wird auch bei Mir Erbarmung, Liebe und Freundlichkeit finden; denn darin besteht das wahre Reich Gottes, das in Mir nun zu euch gekommen ist, daß ihr Gott liebet über alles und eure Nächsten wie euch selbst.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 36, 6 und 7]

 

Jesus zu dem römischen Hauptmann von Genezareth: „Es wäre gut, wenn ihr Römer statt der Götzentempel Herbergen für Arme errichten möchtet; denn eure Götter sind tote Gebilde, die euch nichts nützen können. Aber so ihr die vielen Kranken, Armen, Bresthaften und Krüppel des Landes in gut eingerichteten Herbergen versorget, so wird der eine, wahre und lebendige Gott eure guten Werke ansehen und euch segnen!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 105, 13]

 

Jesus zu dem reuigen Zorel: „Wer immer dich um einen Dienst bittet oder um eine Gabe, dem verweigere nichts, vorausgesetzt, daß der von dir verlangte Dienst nicht den Geboten Gottes und den Gesetzen des Staates zuwider ist.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 78, 6]

 

Der Herr zu den Kindern der Höhe: „Liebet euch in Meiner Liebe und seid fröhlich und voll heiteren Mute untereinander, seid gegeneinander gefällig und dienstfertig, so werdet ihr dadurch allzeit an den Tag legen, daß ihr wahrhaft Meine lieben Kindlein seid, an denen der heilige Vater Freude hat!“

[H. Bd. 2, Kap. 137, 4]

 

Jesus: „Seid voll Dienstfertigkeit untereinander, überbietet euch im Wohltun. Liebet euch wahrhaft untereinander, wie auch Ich euch liebe, so werdet ihr aller Welt zeigen, daß ihre wahrhaft Meine Jünger und Meine wahren Kinder seid!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 97, 8]

 

Jesus: „Hast du den lebendigen guten Willen, deinem Nächsten in der Not zu helfen, und es wird dir schwer ums Herz, so du solches nicht vermagst, so gilt dein guter Wille bei Gott für die Tat.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 81, 6]

 

Jesus: „Wenn du einen Armen siehst, der einer nötigen Hilfe wegen zu Gott betet, da gehe hin und hilf ihm, so du etwas hast, um ihm zu helfen; hast du aber nichts, so bete auch du bei dir für ihn zu Gott, und Ich sage dir: Gott wird dein und des Armen Gebet erhören!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 180, 8]

 

Jesus: „Wenn jemand seinem Nächsten eine Wohltat erweist, so tue er das im stillen und brüste sich nicht damit vor den Menschen! Denn wer das tut, der hat seinen geistigen Lohn bei Mir schon dahingenommen, da er für seine Tat einen weltlichen Ruhm erhielt; dieser aber stärkt die Seele niemals, sondern verdirbt sie nur, weil er sie eitel und selbstgefällig macht.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 123, 8]

 

Jesus: „Wenn jemand seinem Nächsten etwas Gutes tun will, so tue er das nicht vor den Augen der Welt und lasse sich darum nicht öffentlich loben, sondern er tue es im geheimen, so daß seine Rechte nicht weiß, was die Linke tut, und Gott, der auch das Geheimste sieht, wird solche Werke mit Seinem Segen belohnen!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 158, 3]

 

Jesus zu Nikodemus, der eine geplante gute Tat ankündigt: „Was ihr Gutes tut, das tut im stillen und lasset euch darum nicht loben von der Welt; denn es genügt, wenn Gott, vor dem nichts verborgen bleibt, sieht und weiß, was jemand Gutes tut. Wer sich aber seiner guten Taten wegen von der Welt loben und ehren läßt, der empfängt auch schon seinen Lohn und wird dafür einst in Meinem Reiche einen geringen Lohn finden. Darum soll sogar deine rechte Hand nicht erfahren, was deine linke tut.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 180, 34]

 

Jesus: „Beim Wohltun sollst du nicht ernste und bittere Ermahnungen mitgeben; denn diese erzeugen bei dem armen Bruder oft Traurigkeit, und er fängt an, sich sehr danach zu sehnen, von dem ermahnenden Wohltäter ja nichts mehr annehmen zu müssen. Den Wohltäter aber machen solche Ermahnungen stolz, wodurch das Nehmen bei weitem schwerer wird als das Geben. Dagegen hat ein freudiger und freundlicher Geber einen großen Vorzug vor dem grämlichen Mahnprediger, weil er das Herz des Nehmers tröstet, erhebt und in eine dankbare Stimmung versetzt. Auch erfüllt er den Nehmer mit liebevollem Vertrauen zu Gott und den Menschen, und des Armen schweres Joch wird dadurch leichter.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 81, 15 und 17]

 

Jesus: „Wenn ihr Gelder darleihet, dann leiht sie auch den Armen, die es euch nicht mit Wucherzinsen zurückzahlen können, und ihr werdet dafür einen großen Schatz im Himmel finden. — Wenn ihr Armen eine Wohltat erweiset, so tuet es frei aus Liebe zu Gott und zum Nächsten, so werdet ihr den Ersatz dafür im Himmel finden. — Wenn manchmal unfruchtbare Jahre kommen, dann werdet nicht karger gegen die Armen, verkaufet euer Korn nicht teurer, backet das Brot nicht kleiner und schlechter und vermindert den Lohn des Arbeiters nicht, so werdet ihr darum allen Segen von oben haben!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 119, 7-9]

 

Jesus: „Wahrlich, Ich sage euch: Wer seinen Bruder in der Not verläßt, der verläßt in einem Gott und Himmel! Und Gott wird ihn verlassen, ehe er sich‘s versieht.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 125, 21]

 

Jesus: „Wer aus Liebe zu Mir in Meinem Namen seinem Nächsten etwas Gutes tut, der hat vor Mir das wahre Verdienst eines Arbeiters auf Meinem Acker und wird dafür seinen Lohn ernten. Denn was ihr in Meinem Namen den Armen tut, das werde Ich stets ansehen, als hättet ihr es Mir getan! Darum möget ihr Meine Person nun auch bald verlassen, so werdet ihr Mir deshalb weder ferner noch näher stehen als jetzt; aber wenn ihr in Meinem Namen den Menschen Gutes erweiset, so werdet ihr Mir im Geiste um vieles näher rücken.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 142, 13]

 

Jesus zu einem strenggläubigen Altjuden: „Die rechte Nächstenliebe im Herzen eines Menschen ist das einzige wahrhaft geistige Lebenselement, durch das alle Sinnenwelt und auch alle Himmel in ihrer Bestandsordnung erhalten werden. Wenn ein Mensch die wahre Nächstenliebe hat und übt, so lebt er dadurch in der rechten Ordnung Gottes und gründet in sich das ewige Leben seiner Seele.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 146, 11]

 

Jesus zu einem strenggläubigen Altjuden: „Wenn ein armer Heide vor deine Tür kommt, fleht um ein Almosen, und du enthältst es ihm darum vor, weil er ein Heide ist, so hast du dadurch vor Mir nichts Verdienstliches fürs ewige Leben getan. Wenn du dich aber auch eines armen, hungrigen und durstigen Heiden erbarmst und ihm gibst, wessen er bedarf, so hast du ein Mir sehr wohlgefälliges Werk der wahren Nächstenliebe getan!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 146, 11]

 

Jesus: „Was immer für Sünder und Sünderinnen in euer Haus hilfesuchend kommen, so sollet ihr ihnen nimmer die Türe weisen, sondern ihnen helfen und dabei alles aufbieten, um sie zu bessern auf dem Wege der Liebe und jener wahren Weisheit, die aus der Liebe hervorgeht.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 209, 7]

 

Jesu Mahnung an einige Jünger, welche die begeisterte Volksmenge durch Drohungen zum Schweigen bringen wollen: „Liebe und Geduld leite allzeit eure Schritte — und nie ein Drohen und Herrschen! Es ist ja doch ums nie Beschreibbare herrlicher, von den Menschen geliebt als gefürchtet zu sein!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 26, 15]

 

Jesus: „Bedenket allezeit, daß in der Liebe, Geduld, Sanftmut und Erbarmung die größte Macht und Kraft des Geistes sich offenbart. Könnet ihr einen Narren mit Liebe und Geduld nicht zurechtbringen, so werdet ihr mit Ärger und Zorn dazu noch weniger imstande sein. Es ist wohl notwendig, dann und wann mit dem rechten Ernste aufzutreten, aber hinter dem Ernste muß dennoch stets die Liebe im Gewande des wahren Wohlwollens hervorleuchten, sonst ist der Ernst nur ein blinder Lärm.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 153, 9]

 

Jesus: „Ich habe oft mit Menschen, die Mir lieb waren, so manches besprochen und ihnen Rat in häuslichen Dingen gegeben; dasselbe taten auch Meine Jünger, was sie bei vielen Menschen angesehen und sehr beliebt machte. Denn auch das ist Nächstenliebe, daß man den Bedrängten und Unkundigen in allerlei nützlichen Dingen mit gutem Rate beisteht.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 22, 12]

 

Der Evangelist Markus im Himmelreich: „Es ist die wahre Ordnung der Nächstenliebe, wenn jemand seinen Bruder aus dem Herrn liebt. Im Gegenteil aber, wenn jemand den Herrn liebt aus seinen Brüdern, so ist das eine umgekehrte Ordnung! Warum? Weil es natürlicher ist, in Dem (im Herrn), in dem alles ist, auch alles zu suchen, als in dem Bruder, da noch bei weitem nicht alles ist, das vollkommenste Alles zu suchen. Es ist doch geordneter, in Gott alle seine Brüder zu suchen, als in seinen Brüdern den unendlichen Gott! In Gott wird jeder alles finden, aber in seinem Bruder das allerhöchste Wesen Gottes zu finden, das dürfte wohl sehr zweifelhaft sein!“

[GS. Bd. 2, Kap. 5,9-10]

 

Der Evangelist Johannes: „Nach dem Maßstabe der natürlichen Eigenliebe in der göttlichen Ordnung — (aufgezeigt im 7., 9. und 10. Gebot Mosis) — ist auch die Nächstenliebe einzuteilen. Denn so jemand einen Bruder oder eine Schwester über dieses Maß hinaus liebt, so treibt er mit ihnen Abgötterei und macht sie dadurch nicht besser, sondern schlechter. Früchte solcher übermäßigen Nächstenliebe sind Habgier und Herrschsucht!“

[GS. Bd. 2, Kap. 103, 4-5]

 

Der Evangelist Johannes: „Den Nächsten wie sich selbst lieben heißt: den Nächsten in der gegebenen göttlichen Ordnung lieben, also in jenem gerechten Maße, welches von Gott aus jedem Menschen von Urbeginn an zugeteilt ist.“

[GS. Bd. 2, Kap. 103, 13]

 

Ein erleuchteter Geist im Paradiese: „Wo die wahre Bruderliebe Gesetze über Mein und Dein gibt, da kann es ewig keine Grenzstreitigkeiten geben. Denn kein Gesetz sichert jedem das Seinige so treu und mächtig wie das heilige und lebendige Gesetz der Nächstenliebe, demzufolge ein jeder das Seinige stets allen freudigst zur freiesten Benutzung stellt!“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 121, 7]

 

Eine durch Gottesliebe erleuchtete Seele im Jenseits: „Die Liebe ist der Himmel größter Reichtum, nach ihr muß man geizen. Die Nächstenliebe ist zwar gleich der Gottesliebe, aber sie muß sich nur Gottes wegen in Werken betätigen; denn sonst schwächt sie die Liebe zu Gott. Man muß zuvor in der Liebe zu Gott völlig feststehen, dann erst läßt sich alles andere in der göttlichen Ordnung ergreifen!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 246, 8, Kap. 247, 4]

 

Beim Anblick mehrerer elender Seelen regt sich in dem einstigen Bischof Martin die Barmherzigkeit. Auf die Eröffnung Jesu, des Herrn, daß sie lutherischer Konfession sind, erwidert Martin: „Das ist mir freilich ein wenig zuwider; aber nun ist schon alles eins, ob Luther, Mohammed, Jude oder Chinese! Kurz, was Mensch ist, dem soll Hilfe werden! Denn nichts liegt daran, was man auf der Welt war, — sondern alles liegt daran, was man auf der Welt getan hat, wie und unter welchen Bedingungen!“

[BM. Kap. 23, 1-4 und 11]

 

Der Herr: „Das ist Mein Wunsch für euch alle, daß ihr eine besondere Freude habet an Meinen armen Brüdern und Schwestern und gerne teilet euren Vorrat mit ihnen. Solange ihr noch Arme habt, so lange habt ihr auch Mich und Meinen Segen. Wohl den Barmherzigen, sie sollen auch bei Mir Barmherzigkeit finden. — Wer Mich sonach suchen will und finden, der suche Mich unter den Armen!“

[Hi. Bd. 1, S. 305, 2. 5. 8. 10]

 

Der Herr: „Tuet den Menschen alles, was ihr wollt, daß sie es auch euch tun sollen! Siehe darin liegt alle Rechtfertigung einer guten Handlung! — Und zur rechten Tugend gehört, daß man die Betrübten tröste, die Zerschlagenen aufrichte in ihrem Gemüte, den Notleidenden helfe, die Gefallenen aufhebe, die im Geiste Gefangenen erlöse, die Schwachen stärke, den Irrenden den rechten Weg zeige und alle Ärgernisse vermeide.“

[Hi. Bd. 2, S. 289, 1-2]

 

Der Herr in einem eigenhändigen Antwortbrief an den Fürsten Abgarus Ukkama in Edessa: „Sei fortan sehr barmherzig, so wirst auch du eine große Erbarmung finden! Vergiß die Armen nicht! Diese sind allzumal Meine Brüder! Was du ihnen tust, das tust du Mir, und Ich werde es dir vergelten hundertfältig!“

[Bw. 4, Antw. Abs. 6]

 

05.04. Feindesliebe und Nächstenliebe

Jesus zu Petrus: „Wenn du den Menschen ihr Böses mit Bösen vergiltst, frage dich selbst, ob dadurch je ihr Böses besser wird! Vergiltst du aber das dir angetane Böse mit Gutem, so wirst du dadurch das Böse in deiner Bruder sänftigen und ihn am Ende dir zu einem guten Freund gewinnen.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 67, 11]

 

Der erleuchtete Priester Jonael in Sichar: „Es ist überaus nötig, auf dieser Welt Liebe und wahre Freundschaft zu üben und einem Feinde lieber Gutes als Böses zuzufügen und den zu segnen, der mir fluchet; denn ich kann nicht wissen, wann der Herr ihn von dieser Welt abrufen wird! War er auf der Welt mir in kleinen Dingen ein Feind, so wird er es mir nachher als Geist hundertfach in großen Dingen werden. — David war doch von seiner Kindheit an ein Mensch und Mann nach dem Herzen Jehovas, aber er hatte einen Menschen, nämlich den Urias, sich zum Feinde wider den Willen des Herrn gemacht. Und wie schwer hat sich dann mit der Zulassung des Herrn des Urias Geist an David gerächt! Das ist stets die unausbleibliche Folge einer feindlichen Handlung an einem Menschen wider den Willen Gottes.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 79, 12, 13]

 

Jesus zu gläubigen Schiffsknechten, die Ihn um Licht und Kraft im Kampfe gegen die Feinde der Wahrheit bitten: „Wer sich am geringsten zu sein dünkt und will aller anderen Diener sein, der ist unter allen dennoch der Höchste. — Liebet euch untereinander, tut Gutes euren Feinden, segnet jene, die euch fluchen, und bittet für jene, die euch verwünschen! Vergeltet Böses mit Gutem! — Leihet euer Geld nicht nur denen, die es euch hoch verzinsen können, so werdet ihr des Segens, des Lichtes, der Kraft und der Gnade Gottes in Fülle haben!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 159, 8]

 

Jesus belehrt einen strafsüchtigen Schiffer: „Durch die Strafe wirst du den Menschen, der dir Übles tat, wohl abschrecken, aber zum Freunde wird er dir nimmer! Hast du ihm für etwas Arges, das er an dir beging, zur Zeit, da er in eine Not kam, eine Wohltat erwiesen, so wird er seine Sünde einsehen, bereuen und sich bessern.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 159, 10-11]

 

Jesus: Die Genugtuung über die Unschädlichmachung eines Verbrechers darf nicht in Schadenfreude und Grausamkeit ausarten. Gott wohlgefällig ist nur die Freude über die Bekehrung eines Sünders.

[Ev. Bd. 3, Kap. 117, 9-12]

 

Jesus zu dem reuigen Bettler und Dieb Zorel: „Alles, was dir in diesem Leben von seiten der Menschen Ärgerliches und Bitteres begegnen kann, das bekämpfe du mit aller Geduld und Sanftmut, und wer dir Übles tut, dem tue nicht wieder dasselbe, sondern Gutes, so wirst du glühende Kohlen auf sein Haupt sammeln! Wer dich schlägt, dem vergilt nicht Gleiches mit Gleichem, auf daß Friede und Einigkeit zwischen euch bleibe; denn nur im Frieden gedeiht das Herz und des Geistes Wachstum in der Seele.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 78, 5]

 

Jesus: „Es steht zwar geschrieben, daß man dem, der einem Arges getan hat, siebenmal vergeben soll; aber Ich sage euch: siebenundsiebzigmal sieben Male sollt ihr eurem Beleidiger vergeben, bevor ihr ihn vor dem Richter verklaget! Bessert er sich auch dann nicht, so stoßet ihn aus der Gemeinde! Wer aber nicht zählt, wie oft ihn jemand beleidigt hat, dem wird auch im Himmel nicht gerechnet werden, wie oft er Gott gegenüber gesündigt hat.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 228, 1]

 

Der Jüngling Jesus zu einem Nachbarn in Nazareth, der seinem ungetreuen Knecht vergeben will: „Tue das, so wirst du zeitlich und ewig glücklich sein! Denn wer seinem größten Feinde von ganzem Herzen vergeben kann, dem werden auch von Gott alle noch so großen Sünden vergeben.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 229, 13-18]

 

Jesus: „Vergeltet niemals Böses mit Bösem, sondern tut sogar euren Feinden Gutes, und ihr werdet in eurer Gottähnlichwerdung einen großen Fortschritt machen; denn Gott läßt Seine Sonne auch gleichermaßen leuchten über Gute und Böse. Zorn und Rache müssen aus eurem Herzen weichen, an ihre Stelle müssen Erbarmung, Güte und Sanftmut treten. Wo das der Fall ist, da ist die volle Gottähnlichkeit nicht mehr fern, und diese ist das Ziel, nach dem allein ihr alle zu streben habt.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 140, 4 und 5]

 

Jesus zu einem strenggläubigen Altjuden: „Du bist ein echter Jude wie zur Zeit Samuels, aber du hast den Fehler, daß du gegen Nichtjuden verschlossen, unfreundlich und sogar heimlich ein Feind der Heiden bist, die du alle vertilgen möchtest. Doch das soll fortan nicht so sein; denn es soll auch allen Heiden Mein Evangelium gepredigt werden!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 145, 11-12]

 

Jesus berichtet einem strenggläubigen Juden, der den Heiden feind ist, von den Verfolgungen durch jüdische Machthaber in Seiner Kindheit und von dem Schutz und der Fürsorge seitens heidnischer, höchster, im Herzen gottgläubiger Gewaltträger.

[Ev. Bd. 10, Kap. 146, 1-2]

 

Jesus: „Bisher hieß es: ‚Auge um Auge, Zahn um Zahn! Ich aber sage euch: Wenn dir jemand einen Backenstreich versetzt, so gib ihm nicht wieder einen zurück, sondern halte ihm auch die andere Wange hin, damit Friede und Einigkeit zwischen euch sei. Wenn dir jemand ein Auge ausschlägt, so tue ihm nicht dasselbe, sondern vergib ihm, und du wirst als Leidender sein Herz bessern. Vergeltet nimmerdar Böses mit Bösem, so werdet ihr als Meine wahren Jünger Ruhe haben in der Welt und dadurch zeigen, daß ihr Meine Jünger seid!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 243, 11]

 

Auf einsamem Wüstenweg von armen, räuberischen Hirten angehalten, fordern die Jünger den Herrn auf: ‚Herr, hast Du für dieses elende Gesindel keine Blitze und kein Feuer mehr?!‘ — Jesus aber redet freundlich mit den Hirten, sänftigt und beglückt sie, indem Er durch Seine Wundermacht ihr unfruchtbares Land bewässert und begrünt. Danach sagt Er zu Seinen Jüngern: „Was ist nun besser: Gutes tun denen, die einem Übles tun wollen oder Böses mit Bösem vergelten?!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 162, 5-13]

 

Jakobus über Maria, die Mutter Jesu: „Sie ist sanfter als eine Turteltaube, darum kann sie nimmer beleidigt werden. Wenn sie auch jemand beleidigen möchte, so kann er aber das doch nicht zuwege bringen. Denn da segnet sie ihn für eine Beleidigung zehnmal und bittet selbst den Beleidiger auf eine Art um seine Freundschaft, der auch der härteste Stein nicht widerstehen kann!“

[Jug. Kap. 94, 11-12]

 

Das Jesuskindlein zu Seiner Mutter Maria, die ihre geraubten und wiedererlangten Kleider aus Mitleid den armen, völlig mittellosen Dieben schenken möchte: „Du bist wohl stets sehr schön, heute aber bist du ganz besonders schön! Wahrlich, von tausend Erzengeln bist du umringt, und jeder will am nächsten bei dir sein! Du bist nun darum so schön vor allen Engeln der Himmel, weil in deinem Herzen eine so große Barmherzigkeit aufgegangen ist, die der Meinen nahe gleichkommt! Denn siehe, seine Feinde gerecht und menschlich einer Buße zu unterziehen, ist gerecht und wohlgefällig, und es soll allezeit so sein auf der Erde! Aber seinen Feinden von ganzem Herzen ihre Schuld vergeben und ihnen dazu noch Gutes tun und sie segnen, siehe, das ist rein göttlich! Das bringt nur die Kraft der göttlichen Liebe zuwege; die menschliche ist dafür zu schwach! Weil du aber soeben solches getan hast, wie es Gott tut, darum bist du nun so schön; denn Gott ist die allerhöchste Schönheit wie die höchste Liebe.“

[Jug. Kap. 254, 9-10, 15-20]

 

Versöhnungsworte des selig verklärten Ahbel an seinen Bruder Cahin: „Cahin, wer da Böses tut, ist ein Sünder; wer da Böses vergilt mit Bösem, der ist ein Knecht der Sünde; wer Gutes tut für das Gute, und wer das Gute erstattet mehrfach, der ist wert seiner Brüder, aber vor Gott zählt nur eines: Gutes tun für Böses und segnen, die uns fluchen, und das Leben geben für den Tod! Und siehe, als dieser Letzte komme ich zu dir.“

[H. Bd. 1, Kap. 20, 30-31]

 

Meduhed, ein erleuchteter Prophet der Urzeit, zu seinem Volk: „Fern sei von euch alle Schadenfreude über die Buße eines Sünders, sondern eure Liebe helfe einem gefallenen Bruder wieder auf die Beine!“

[H. Bd. 1, Kap. 34, 1]

 

Der Herr zu einem Beleidigten: „Wenn du dich an einem Bruder rächen willst, da zeichne seine Schuld in den Sand! So dir aber jemand Arges will im Herzen, den segne, als wäre er dein erstgeborener Sohn, so wirst du sein ein wahres, unsterbliches Kind der ewigen Liebe, voll der Gnade, Liebe und Weisheit! Daher berate dich in deinem Herzen! Vergib deinem Bruder, wenn er auch noch so arg an dir gehandelt, so werde auch Ich dir deine Torheit vergeben und dich heilen zum ewigen Leben!“

[H. Bd. 1, Kap. 174, 5 und 12]

 

Ein gottbegeisterter Bürger von Hanoch zu einem ehemals tyrannischen, nun aber zum alten Gott zurückgekehrten Ratsherrn: „Es gibt keinen erhabeneren Anblick, als wenn ein Feind zum Freunde wird; aber noch ergreifender ist es für jedermann, wenn ein Verfolger einer guten Sache endlich zu ihrem eifrigsten Förderer wird!“

[H. Bd. 3, Kap. 157, 6]

 

Eine zum Licht erwachende Seele im Jenseits: „Jene göttliche Liebe, die noch am Kreuze unter den größten Schmerzen für ihre Mörder den ewigen Vater um Vergebung bitten konnte, — von solch einer Liebe hat uns beiden wohl noch nie etwas geträumt! Und doch ist nur in dieser Liebe alles enthalten, was das Leben bedingt.“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 141, 2]

 

Jesus in der geistigen Welt zu Robert Blum, dem als ehemaligem Freiheitskämpfer der Soldatenstand ein Dorn im Auge ist: „In Meinem Reiche herrscht nur die allerreinste Liebe, die völlig frei sein muß von aller Unversöhnlichkeit. In jedem Augenblick mußt du aus deinem ganzen Gemüt deine Arme für Millionen ausbreiten können! Dein Bruderkuß muß allen Wesen der gesamten Schöpfung gelten, ob sie dir genehm sind oder nicht! Ob Freunde oder Feinde, das muß dir völlig gleich sein!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 234, 4-5]

 

Ein erleuchteter Geist im Jenseits zu einer erwachenden Seelenschar: „Wer dir eine Ohrfeige gibt, dem erwidere sie nicht, sondern halte ihm noch die andere Wange hin, auf daß Friede und Einigkeit herrsche unter euch! Wer von dir den Mantel verlangt, dem gib auch den Rock dazu! Wer dich zu einer Stunde Geleit nötigt, mit dem gehe zwei Stunden, auf daß du ihm Liebe erweisest im Vollmaße! Den Feind segne und bete für die, so dich verfluchen! Nie vergelte jemand Böses mit Bösem, sondern tuet Gutes denen, die euch hassen, — so werdet ihr wahrhaft Kinder Gottes sein!“

[BM. Kap. 68, 19]

 

Die erleuchtete Chinesin Chanchah: „Hier in den Himmeln gibt es keine Schuld mehr, und gäbe es eine, so tilgte sie für ewig meine Liebe zu Gott! Denn mein Herz sagt es mir: ‚Deine Liebe zu Gott ist Gott selbst in dir!‘ Und, Freunde, diese heilige Liebe kennt keine Schuld, sondern überall nur liebe Brüder und Schwestern — und das auch dann, wenn diese noch in ihrem Irrtum wandeln!“

BM. Kap. 175, 8

 

Der Herr: „Wahrhaft selig wird der sein, dessen Herz über der Not des Bruders die eigene vergaß und also auch bei der Stillung der Not der Kinder seines Bruders die Not der eigenen Kinder Gott, seinem wahren Vater, in dankbarer, liebevoller Ergebung aufopferte.“

[H. Bd. 1, Kap. 154, 4]

 

Das Jesuskindlein zu dem römischen Statthalter Cyrenius, der über den plötzlichen Tod seiner Gemahlin Tullia, seiner geschworenen Liebe zum Herrn vergessend, in tiefe Trauer versinkt: „Wer noch sein Weib mehr liebt als Mich, der ist Meiner nicht wert, da Ich doch mehr bin als ein Weib, das geschaffen ist durch Meine Macht!“

[Jug. Kap. 188, 27-29]

 

Das Jesuskindlein zu Seiner Wohltäterin Salome: „O du überglückliche Salome, die du für deinen Herrn ein Haus gekauft hast und bist nun Zeugin, wie Er leibhaftig darin wohnt. Was Unterschieds ist wohl zwischen der, die Mich auf kurze Zeit in ihrem Leibe barg, und Meiner rechten Hausfrau, die Mich für immer birgt in ihrem Hause?! Wenn eine Mutter ein Kind in ihrem Leibe trägt, was wohl tut sie dazu, daß es lebendig wird, wächst und dann zur Welt kommt? Ist das nicht alles ein Werk Gottes, wo des Menschen Wille nichts vermag? Wenn aber jemand ein Kind aufnimmt in sein Haus und gibt ihm Wohnung, Pflege und Kost für immer, sage, ist das nicht mehr?! — Wahrlich, Ich sage dir: Die Mich, dir gleich, in Zukunft in ihrem Herzen geistig aufnehmen werden, die auch werden sein gleich Meiner Mutter, Meinen Brüdern und Meinen Schwestern!“

[Jug. Kap. 283, 14-21]

 

Jesus: „Das Feuer deiner Liebe zu deiner Familie sei gleich einem Lichte, das man in der Nacht anzündet; aber deine Liebe zu den Kindern anderer, armer Eltern sei wie ein großer Feuerbrand, der weithin die ganze Gegend erleuchtet!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 225, 4]

 

Der Herr: „So wie die Sonne scheint, und wie der Regen fällt auf alles Gras, so sei eure Liebe gegen eure Kinder! — Gegen die fremden Kinder aber sei sie wie ein Feuerbrand und wie ein Wolkenbruch, damit keine Eigenliebe in euch und in euren Kindern herrsche, — wodurch dann euer Vertrauen stark werde und Ich euch allezeit helfen kann und werde — da, wo ihr am schwächsten seid!“

[Hi. Bd. 1, S. 12, 6]

 

Der altersschwache Adam zu seinen Nachkommen: „Kinder, ich bin hungrig und durstig; so ihr euch werdet gesättigt haben, da denket mit einer kleinen Stärkung auch an euren alten Vater und eure Mutter und gebet auch uns etwas zu essen und zu trinken und lasset uns hinfort nicht mehr aus eurer Sorge! Und was ihr uns, euren Eltern, tut, Kinder, das tut aus Liebe, damit der von euch dargereichte Bissen nicht hart und bitter, sondern wohl schmecke euren alt und schwach gewordenen Eltern!“

[H. Bd. 1, Kap. 44, 11]

 

Der Erzvater Seth gelobt feierlichst, der Bedürfnisse seiner altersschwachen Eltern Adam und Eva nie zu vergessen.

[H. Bd. 1, Kap. 44, 13-15]

 

Der Erzengel Raphael: „Versuche stets zuerst die Macht der Liebe! Sollte es sich zeigen, daß mit ihrer Sanftmut wenig oder nichts ausgerichtet wird, dann erst umhülle die Liebe mit dem Gewande des tiefen Ernstes und führe also deinen Bruder auf den rechten Weg!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 59, 4]

 

Anläßlich der Heilung eines durch Hundebiß an Tollwut Erkrankten sagt Jesus über Hundehaltung: „Seid Menschenfreunde und nicht übermäßige Hundefreunde! Hunde sollen diejenigen halten, die ihrer bedürfen, wie Jäger und Schafhirten! Nehmet lieber Kinder armer Eltern in eure Häuser auf als nutzlose und leicht große Gefahr bringende Hunde, so werdet ihr nie von der Tollwut, die vom Gifte Satans herstammt, befallen werden!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 67, 17-18]

 

05.05. Von der Selbst- und Weltliebe

Henoch, der erste Hohepriester der Urzeit, zu dem bekehrten König Lamech von Hanoch: „Ist der Herr auch die ewige, endlose Liebe selbst, so läßt Er dennoch mit sich nicht handeln; denn da er unendlich treu ist in allen Seinen Verheißungen, so fordert Er mit göttlichem Recht eine solche Treue auch von uns nach unserer Kraft, und wir müssen daher Seinen Willen unbedingt erfüllen, koste es, was es wolle! Wer sich um Ihn nicht kümmert und hängt an der Welt, um den kümmert auch der Herr sich nicht und läßt ihn gehen seine Wege, die ihn ins Verderben führen! — Also sei alle deine Sorge in Gott, und Sein heiligster Wille sei deine Tatkraft, so wird dir Gott getreu sein allezeit und ewig!“

[H. Bd. 2, Kap. 272, 10-13]

 

Jesus zu einem bekehrten Pharisäer, der die geistige Blindheit eines verstockten Gefährten nicht begreifen kann: „In der Seele deines Gefährten steckt noch zuviel Gold und Silber dieser Welt, und da kann das Reich Gottes nicht so leicht Platz greifen wie bei Menschen, deren Seelen nicht von dem Mammon dieser Welt verhärtet und blind geworden sind. Dein Gefährte schiebt die Schuld auf Gott, daß Er ihn vernachlässigt habe, — bedenkt aber nicht, daß auch er sehr bedeutungsvolle Mahnungen von Gott erhalten hat, die ihm zu einer großen Leuchte für seine Seele hätten werden können, wäre diese nicht schon von Kindheit an mit Gold- und Silbergier angefüllt worden!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 78, 5]

 

Jesus: „Wer das Leben dieser Welt liebt, der wird das wahre Leben der Seele verlieren; wer es aber in der Art, wie es nun ist, flieht, der wird das wahre, ewige Leben der Seele gewinnen.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 1, 12]

 

Jesus nützte es der Seele, so sie für den Fleischesmenschen gewönne alle materiellen Schätze der Erde und sich versenkte in das Fleisch und seine gemeine, tierische Gier, in ihrer geistigen Sphäre aber Schaden litte und verlöre des geistigen, wahren Lebens Wirklichkeit?!“

[Ev. Bd. 5, Kap 71, 1]

 

Jesus: „Das Schwelgen und Prassen macht die Seele sinnlich und materiell. Sie wird dadurch ganz finster in geistigen Lebensdingen und am Ende auch hart, gefühllos, böse, stolz und hochmütig.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 207, 2-4]

 

Ein weiser und machtvoller Oberägypter zu einigen den Herrn verfolgenden Pharisäern: „Solange euer einstiger König Salomo nicht auf einem goldenen Throne saß und goldene Gemächer bewohnte, war er weise, und in seinem Willen lag eine große Macht. Als er aber mit des Goldes Glanz umgeben war, verlor er Weisheit und Macht und fiel aus der großen Gnade Gottes. Was nützten dann dem Schwächling seine unermeßlichen Weltschätze, da er am Ende sogar am Dasein Gottes zu zweifeln begann?!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 145, 18]

 

Jesus: „Die Liebe zu den Dingen der Welt ist eine dunkelgraue Wolke, die sich zwischen die Sehe der Seele und das Licht aus den Himmeln drängt. Aus diesem Grunde haben die meisten Menschen nur ganz schwache Ahnungen von etwas Höherem und Übersinnlichem. Und weil diese Wolke statt heller immer dunkler wird und häufig ganz finster, so begreifen die Menschen von der reinen Weisheit aus den Himmeln nichts, sind darum stets voll Sorge und Furcht, glauben an allerlei törichte Dinge und suchen Trost und Beruhigung bei toten Götzen und ihren Priestern.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 77, 8-9]

 

Jesus: „Die Schätze der Welt sind vor Gott ein Greuel und bekommen erst dann einen Wert, wenn sie zu Zwecken der wahren Nächstenliebe verwendet werden. Wo sie aber als Nahrung für der Menschen Geiz, Hochmut und Herrschsucht dienen und die Menschen zu Trägheit, Völlerei, Unzucht, Raub, Mord und zu vielen anderen Lastern verleiten, da sind sie vor Gott der Verdammung wert.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 105, 14]

 

Jesus zu Judas: „Ich will dir ein Maß geben, nach welchem jeder Mensch wissen kann, wie er mit der Eigenliebe, mit der Liebe zum Nächsten und mit der Liebe zu Gott stehen soll. — Nimm die Zahl 666, die in guten und schlechten Verhältnissen entweder einen vollendeten Menschen oder einen vollendeten Teufel bezeichnet. Teile die Liebe im Menschen in 666 Teile, davon gib (um ein vollendeter Mensch zu sein) Gott 600, dem Nächsten 60 und dir selbst 6 Teile!

— Willst du aber ein vollendeter Teufel sein, dann gib Gott 6, dem Nächsten 60 und dir selbst 600 Teile!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 77, 1-3]

 

Jesus: „Jeder Mensch muß einen gewissen Grad von Eigenliebe haben, ansonst er nicht leben könnte, — aber nur den möglichst geringsten. Ein Grad darüber hebt schon das reine Verhältnis auf der göttlichen Ordnungswaage auf.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 77, 6]

 

Der Evangelist Johannes: „Da eines jeden Menschen Eigenliebe soviel wie sein eigenes Leben ausmacht, so versteht sich die natürliche Eigenliebe von selbst; denn keine Eigenliebe haben hieße soviel wie kein Leben haben. ‚Gerecht‘ ist die Eigenliebe, wenn sie nach den Dingen der Welt kein größeres Verlangen hat, als was ihr das rechte Maß der göttlichen Ordnung zuteilt, welches Maß durch das siebente, neunte und zehnte Gebot Mosis gezeigt wird. Verlangt die Eigenliebe über dieses Maß hinaus, so überschreitet sie die Grenzen der göttlichen Ordnung und ist als Sünde zu betrachten.“

[GS. Bd. 2, Kap. 103, 2 und 4]

 

Judas zum Herrn: „Es gehört offenbar viel Weisheit dazu, um beurteilen zu können, ob man das genaue Maß der Eigenliebe hat. Wie kann der kurzsichtige Mensch das beurteilen?“, darauf Jesus: „Er tue mit redlichem Willen, was er kann, das Abgängige wird schon von Gott hinzugetan werden.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 77, 7-8]

 

Jesus: „Wo und wann immer ein Mensch für das Heil seiner Seele gearbeitet hat, dort und dann hat er auch am meisten und am uneigennützigsten gearbeitet. Wer aber nur irdisch für seinen Leib sorgt, die Schätze dieser Welt sucht und in der Materie wühlt, der vergräbt seine Seele ins Gericht und in den Tod. Wenn ein solcher Mensch auch den ganzen Tag hindurch mit größtem Eifer auf dem Felde gearbeitet hat, so war er demgegenüber, was Ich Arbeit nenne, dennoch ein fauler, unnützer Knecht für das Feld des Reiches Gottes!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 73, 9-10]

 

Jesus: „Es sollen die Menschen mit Maß und Ziel alles haben und sich die mannigfachsten Bequemlichkeiten fürs irdische Leben schaffen und ihre Hände schonen vor schweren Arbeiten, um desto mehr Zeit zu gewinnen für die Bearbeitung und Veredlung ihrer Herzen und Seelen. Und es sollen alle gleich voll Freudigkeit sein in Meinem Namen durch ihr ganzes Leben! Unter ihnen soll es keinen Leidenden und Traurigen geben, außer einen mutwilligen Sünder wider die gute und göttliche Ordnung. — Wenn aber mit der zunehmenden Geschicklichkeit der Menschen auch ihre Selbstsucht, Habgier und Herrschsucht zunehmen werden, dann können die schlimmsten Folgen nicht ausbleiben.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 108, 5-6]

 

Jesus: „Wäre die Liebe nicht ein Räuber so oder so, dann wäre sie keine Liebe; denn alle Liebe begehrt und will haben. Aber im Zwecke des Habens liegt eine unendliche Kluft, und das scheidet Himmel und Hölle ewig auseinander!“

[Ev. Bd.1, Kap. 205, 10-11]

 

Ahab, ein erleuchteter Jünger Jesu: „Die göttliche, wahre Liebe unterscheidet sich von der höllischen gewaltigst darin, daß die göttliche Liebe zwar auch raubt gleich der höllischen, aber sie gibt alles wieder her. Sie sammelt nur um des Wiedergebens willen, während die höllische Liebe bloß für den eigenen Rachen raubt und nichts wieder hergeben will. Wenn wir uns die Liebe der Himmel aneignen, so wissen wir, daß wir dabei nie zu einem Verlust und Schaden gelangen können, sondern nur in jeder Hinsicht mehr und mehr zu gewinnen haben, je mehr wir hergeben.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 205, 7-8]

 

Jesus: „Was die Liebe tut auf Erden, das ist auch im Himmel getan und bleibt ewig. Was aber die kalte Weltklugheit tut, das verschlingt der Boden der Erde, und für den ewigen Himmel bleibt nichts übrig.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 58, 4]

 

Jesus: „Wenn ihr allezeit nur für euch selbst sorgt, so seid ihr von Gott verlassen und ledig Seines Segens und Seiner sonst über alles sicheren Hilfe. Denn Gott hat den Menschen aus reinster Liebe erschaffen, und so sollen die Menschen der Liebe, die ihnen das Dasein gab auch völlig entsprechen. — So ihr aber ohne Liebe und Vertrauen auf Gott lebet und handelt, da verkehrt ihr das Himmlische in euch in Höllisches, wendet euch von Gott ab und werdet zu Dienern der Hölle, die euch am Ende auch den verdienten Lohn geben wird, der da heißt: der Tod im Zorne Gottes!“

[Ev. Bd. 1, Kap. 125, 14-15]

 

Das Jesuskindlein zu Seinem Pflegebruder Jakobus, der es in den Schlaf wiegen soll, aber eines weltlichen Schauspiels wegen verlassen will: „Jakob, wenn du Mich nun verläßt, wird es dir übel ergehen! — Bin Ich denn nicht mehr wert als der törichte Spektakel draußen und deine eitle Neugier? Siehe, alle Engel beneiden dich um den Dienst, den du Mir nun erweisest, und du willst Mich verlassen?! — Gehe nur hinaus, wenn dir der Spektakel der Welt lieber ist als Ich! Siehe, das ganze Zimmer ist voll der Engel, die bereit sind, Mir zu dienen, wenn dir dein kleiner und leichter Dienst an Mir lästig ist!“ — Durch diese Rede des Kindleins wurde Jakob leise gewahr, wer da hinter dem Kinde stecke.

[Jug. Kap. 63, 9-11, 13-14 und 19]

 

Das Jesuskindlein zu Joseph über die Ursache des plötzlichen Todes der Tullia, Gemahlin des Cyrenius: „Siehe, dieses Weib ward eifersüchtig auf Mich, als Mir Cyrenius seine Liebe gestand; diese Eifersucht und dieser Liebeneid hat sie so schnell getötet.“

[Jug. Kap. 188, 34]

 

Der Herr zu Jakob Lorber, der um ein Namenstagswort für ein junges Mädchen bittet: „Weißt du, welche Gratulation diesem Mädchen nun am liebsten wäre? — Siehe, wenn Ich ihr statt eines lebendigen Wortes gäbe einen jungen, reichen und schönen Bräutigam —‚ das wäre ihr nun lieber als Ich und du und ein ganzes Buch des allerlebendigsten Wortes hinzu! — Daraus sollst du erkennen, auf welchem Grunde da fußet das Herz derjenigen, die Mich zwar auch anrufen und manchmal sogar im geheimen wie Liebende zu Mir seufzen, aber nicht darum, daß sie Mich etwa lieber hätten als alle Welt, sondern nur, damit Ich so recht geschmeidig würde, um ihnen baldmöglichst zu geben, wonach ihr Herz dürstet. Solche scheren sich gar wenig um den Himmel, den Ich ihnen geben möchte, sondern nur den Himmel wollen sie, den sie sich selbst erbaut haben aus ihren Begierlichkeiten. Siehe, so werde Ich wohl als Mittel, aber nicht als Zweck angebetet! Man kehret sich zu Mir der Welt wegen, aber nicht um Meiner selbst willen!“

[Hi. Bd. 2, S. 93, 6. 8-10]

 

Jesus: „Niemand kann Gott und dem Mammon dieser Welt zugleich dienen. Denn wer den Mammon sucht und liebt, der kann Gott nicht lieben. Wer aber Gott nicht liebt, der hat kein wahres Leben aus Gott in sich.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 206, 11]

 

Jesus: „Ich werde dereinst zu einem hartherzigen, lieblosen Reichen sagen: ‚Warum sorgtest denn du weit über Gebühr nur für dich und entzogst den anderen das, was von Mir aus ihnen gebührt hätte?!  — Darum wirst du nun in Meinem Reiche verlassen sein und dir alle Armut und Not gefallen lassen müssen!‘.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 210, 6]

 

Jesus: „Der zu selbstsüchtige Wucher und die zu große Herrsch- und Glanzsucht der Menschen ist der eigentliche Satan, ein Fürst dieser Welt, die, weil ohne alles Lebenslicht aus den Himmeln, vollkommen die Hölle selbst ist. Dieser ist es wohl gestattet, sich wegen der Probung des freien Willens der Menschen bis zu einer gewissen Höhe zu erheben; wird aber diese Höhe überschritten, so kommt das Gericht, und Hölle und Satan werden in den Abgrund gestürzt.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 101, 7]

 

Jesus: „Des Hartherzigen Seele wird ergriffen werden von argen Geistern; diese werden sie verderben und einer Tierseele gleichmachen, als welche sie dann auch jenseits erscheinen wird.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 29, 6]

 

Jesus mit Beziehung auf Judas: „Ein habgieriges Herz faßt unmöglich etwas von den geistigen Dingen und kann auch nimmer völlig dahin erhellt werden, daß es fasse, was zu seinem Heile gereicht.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 123, 8]

 

Jesus warnt den Judas vor dem Mißbrauch des Geldes und legt dessen Gefahren dar.

[Ev. Bd. 1, Kap. 94, 12, 16 und 17]

 

Jesus warnt vor Lüge und Wortbrüchigkeit, Er weist auf die argen Folgen unerfüllter Versprechungen hin.

[Ev. Bd. 1, Kap. 198, 1-5]

 

Jesus warnt die Seinen vor den Gefahren des Goldes, die in der Überschätzung seines Wertes liegen und die Ursachen vieler Feindseligkeiten unter den Menschen sind.

[Ev. Bd. 5, Kap. 89]

 

Jesus zu den Tempeljuden: „Eures Hochmuts, eurer Welt- und Selbstliebe wegen ist die Liebe Gottes schon lange nicht mehr in euch — und darum nehmet ihr Mich auch nicht an!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 4, 3]

 

Jesus: „Wer in seinem Gemüt nicht wird wie die Kinder, der kann ins Reich Gottes nicht eingehen; denn der Weg zum Himmel ist ein gar enger und belegt mit allerlei Dornen. Das größte Dornenhindernis aber ist und bleibt der Hochmut mit seinen Abarten. — Darum hüte sich ein jeder vor dem Ehrgeiz, weil er der Vater des dicksten Hochmuts ist, der in der Hölle seine Urheimat hat!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 236, 8-12]

 

Der Jünger Nathanael zu zweifelnden Hörern der Bergpredigt Jesu: „Wenn dich das Licht der Welt zu sehr verlockt, so tue dir Gewalt an und kehre dich ab von solchem Lichte, das dich in den Tod der Materie zieht. Wende dich mit deiner Seele den rein himmlischen Dingen zu. Denn es ist dir besser, ohne alle Weltkunde in das Reich des ewigen Lebens einzugehen als zu weltklug vom Tode der Materie verschlungen zu werden.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 42, 8]

 

Jesus: „Solange du dich nur kümmerst um das, was dem Fleische gebührt, wirst du als Mensch nicht weit kommen; wenn du aber dahinterkommst, daß in dir noch ein Mensch wohnt, der ganz andere Bedürfnisse als dein Leib hat und auch für etwas Höheres bestimmt ist, da wird es dir nimmer schwer werden zu erkennen, wie sehr du mit deinen selbstsüchtigen Grundsätzen im lockeren Sande herumwühlst!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 61, 8]

 

Jesus im Jenseits zu einer standesstolzen Seele: „Gott hat kein Wohlgefallen an Menschen, die den Menschenwert nur nach der Anzahl der Adelsahnen, nach der Amtswürde oder nach der Menge des Geldes bestimmen, alles andere aber, was nicht adlig, beamtet oder reich ist, als Pöbel bezeichnen. Aber alles, was vor der Welt klein, gering und oft sehr verachtet ist, das wieder steht bei Gott in hohen Ehren!“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 68, 5]

 

Robert Blum in geistiger Erleuchtung: „Wer führt denn Krieg!? — Siehe, die Eigenliebe als die Mutter des Hochmutes und der Herrschsucht! Und wer setzt sich ihr entgegen, bekämpft und besiegt sie? — Siehe, die Macht der reinen Liebe, die da ist ein gerechtes Gericht aus Gott! — Wohl bietet die Eigenliebe des Feindes alle erdenklichen Mittel auf, um sich zu erhalten und Rache zu nehmen an der Gerechtigkeit Gottes; aber das nützt ihr nichts, weil sie sich dadurch gewaltig schwächt. Während im gleichen Kampfe die reine Liebe nur immer mächtiger wird mit jedem Schlage!“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 93, 4]

 

Dismas, eine geläuterte Seele, im Jenseits: „Wo der Mensch nur seinem kalten Verstande folgt, da kommt er gewöhnlich aufs Eis. Nur wo der Mensch dem lebendigen Rate seines Herzens nachgeht, da kommt er auf ein grünes Land und zu einer lebendigen Hoffnung! Denn in allen Werken des bloßen Verstandes liegt der Fluch (der Selbstsucht), während die geringsten Werke des Herzens von endlos großem Wert sind für alles, was da atmet und lebt.“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 105, 1, 3 und 4]

 

Jesus: „Gäbe es keine übermäßige Eigenliebe, so gäbe es auch keine Hölle und auf der Erde keinen Krieg, keine Hungersnot und auch keine Seuchen. Weil aber die Menschen voll Selbstsucht sind und voll der verderblichsten Selbstliebe, aus der die Hölle gemacht ist durch die Menschen und nicht etwa durch Mich, so müssen sich solche Menschen auch alles Üble gefallen lassen, was hervorgeht aus der Eigenliebe und der Selbstsucht!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 266, 6]

 

Der Herr: „Der reiche Jüngling im Evangelium ist ein sprechender Beweis dafür, wie schwer die Gewinnung des Reiches Gottes ist, wenn das Herz noch mit Weltlichem belastet ist.“

[Hi. Bd. 2, S. 221, 7]

 

Der Herr zu Jakob Lorber: „Sage deiner Freundin, daß es, um sich Meines Wohlgefallens zu versichern, nicht genug ist, wenn man Meine Worte nur gern und beifällig liest und hört, sondern man muß sich auch lebendig im Herzen danach kehren! Der aber kehrt sich nicht danach, dem weltliche Belustigungen und Erheiterungen noch sehr am Herzen liegen.“

[Hi. Bd. 2, S. 268, 3-4]

 

05.06. Demut, Geduld und Selbstverleugnung

Abedam-Jehova zu Seinem Sendboten Kisehel, der in seiner großen Demut die Ehre und Würde des Führertums ablehnt: „Du bist Mir ein sehr werter Mann geworden. — Wer wahrhaft sein will der Letzte und Geringste, der ist bei Mir der Größte; denn nur die wahre Demut macht euch wahrhaft groß vor Mir! Alles kann jeder von Mir empfangen und sich nehmen aus Meinem unendlichen Vorrat; er kann lieben, soviel er mag und will; er kann sich nach seinem Wunsche so stärken im Glauben, daß es ihm ein Leichtes wird, mit seinem Willen Berge zu versetzen; er kann sich eine solche Gewalt zu eigen machen, daß ihm alles gehorchen muß! — Allein nicht so verhält es sich mit der Demut: diese ist jedes Menschen Eigentum. Ich kann und darf sie niemandem geben, sondern nur lehren und begehren. Die Demut ist also das Einzige, das ihr Mir geben könnet, ohne es von Mir empfangen zu haben. In der wahren Demut besteht die allerhöchste Freiheit des Lebens, daher auch dessen größte Vollkommenheit. Durch die Demut könnet ihr sogar euch in Mir der unantastbaren Heiligkeit Meiner Gottheit nahen, — ja, die wahre Demut ist des Menschen höchste Weisheit, die höchste Liebe, die höchste Kraft alles Lebens, die Macht und die höchste Gewalt, vor der die ganze Unendlichkeit ehrfurchtsvollst erbebt! — Die Demut ist die innerste, allerhöchste Kraft, Macht und Gewalt in Mir selbst. Alles, was da füllt die ganze Unendlichkeit, ist durch die Demut entstanden und aus ihr hervorgegangen. Begreifst du nun, Mein geliebter Kisehel, warum Ich dich zum Führer der übrigen berufen habe? Siehe, weil du wahrhaft von ganzem Herzen demütig bist!“

[H. Bd. 2, Kap. 11, 6, 10-16]

 

Abedam-Jehova zu den Kindern der Höhe: „Ohne die wahre, innere Demut seines Herzens kann Mich niemand wahrhaft hebend in seinem Herzen erfassen und dadurch dann leben ein vollkommenes, ewiges Liebeleben aus Mir. Wann immer ihr Mich werdet lieben wollen, euer Herz aber ist nicht stark genug, Mich mit flammender Liebe zu erfassen, sondern muß sich allein mit den trockenen Gedanken von Mir begnügen, so denket, es fehlt euch an der wahren Demut; denn sie ist das eigentliche Fundament alles Lebens!“

[H. Bd. 2, Kap. 12, 14 und 15]

 

Kisehel, ein erleuchteter Gottesbote der Urzeit, zu dem demütigen König Lamech von Hanoch: „Wenn du keine Worte mehr findest in dir, Gott dem Vater zu danken, und kein völlig würdiges Opfer für Ihn, so bist du ein rechter Danker, Preiser und Anbeter Gottes,  des heiligsten Vaters! Siehe, das ist die rechte Demut, und diese ist der Same für das ewige Leben in Gott. Sie ist der Anfang der reinen Liebe, — diese aber ist das ewige Leben selbst!“

[H. Bd. 2, Kap. 207, 22-24]

 

Der Herr: „Die Liebe ist der Anfang aller Weisheit; die Demut aber ist ein mächtiger Hebel sowohl der Liebe als auch der Weisheit! Wenn du demütig bist, wahrlich, da wird kein Mensch dir etwas aufreden wollen; denn wo der Kampflustige keine Gegenwehr sieht, da legt er selbst seine Streitkeule zur Seite. Und somit ist die Demut die beste Schule der Weisheit.“

[H. Bd. 1, Kap. 175, 6]

 

Der Herr zu dem erregbaren einstigen Bischof Martin: „Laß dich nicht vom Zorne gefangennehmen; denn dem Zornigen darfst du nicht mit Zorn begegnen, sondern mit sanftmütigem Ernste nur, dann wirst du über ihn siegen. Denn findet der Zorn nichts, woran er sich vergreifen könnte, so kehrt er zu sich selbst zurück und zerfleischt sich selbst. Böses mit Bösem zu vergelten, hat noch nie eine gesegnete Frucht getragen.“

[BM. Kap. 171, 2-4]

 

Der erleuchtete Sehel-Michael nach der Enthüllung seines geistigen Urwesens durch Abedam-Jehova zu seinem verzagten, leiblichen Vater: „Ob ich ein erst erschaffener Urerzengelsgeist bin oder ein aus derselben Liebe später Hervorgegangener, welchen Unterschied gibt uns denn das vor Gott? Da aber Gott aus Seiner ewigen Ordnung und endlosen Weisheit es so gewollt hat, daß nicht ich dein Vater, sondern du der meine wurdest, sollte ich mich nun darob über dich erheben, da mir der liebevollste, heilige Vater gezeigt hat so mild und überfreundlich meinen erhabenen, geistigen Urzustand? — Heilig ist nur Er allein; wir alle aber sind Seine Kinder, die Er endlos liebt, wenn sie sind, wie sie sein sollen.“

[H. Bd. 2, Kap. 62, 15-18, 21, 24, 27]

 

Jesus: „Der Wille des Menschen muß stets frei bleiben, und jeder Mensch wird die Fleischlebensprobe durchzumachen haben und wird sich in allen Begierden und Gelüsten des Fleisches möglichst selbst verleugnen und in allem demütig und geduldig sein müssen, um so Mein Reich in sich wahrhaft zu pflegen und zu vollenden. Denn jeder, der zu Mir kommen will, der wird ebenso vollkommen sein müssen, wie Ich selbst vollkommen bin. Damit er aber das werden kann, darum bin Ich selbst leibhaftig in diese Welt gekommen und zeige euch allen den Weg.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 115, 11]

 

Ein erleuchteter Geist im Jenseits zu einer erwachenden Seelenschar: „Jeder Mensch muß der Demut engste Pforte passieren und muß dem Herrn alles anheim stellen; nichts als die Liebe mit der tiefsten Demut gepaart darf uns bleiben! Uns darf nichts beleidigen. Wir dürfen nie denken und sagen, dies und jenes gebühre uns mit Recht; denn wir alle haben nur ein Recht, nämlich das der Liebe und der Demut. Alles andere ist allein des Herrn. Wie aber der Herr selbst sich aufs äußerste gedemütigt hat, also müssen auch wir es tun, wenn wir dahin kommen wollen, wo Er ist!“

[BM. Kap. 68, 17-18]

 

Der riesenhafte, fromme Fischer Jonatha weist den kaiserlichen Lohn des von ihm aus Seenot geretteten, ihm unbekannten römischen Statthalters Cyrenius mit den demütigen Worten zurück: „Oh, rühmet mich nicht; denn an alledem hat Jemand anders — und nicht ich — das große Verdienst! Ich war nur ein plumpes Werkzeug Dessen, der mich also geschickt hat! Ich fand dich in großer Not und ward dir zum Retter, das war der Wille des Allerhöchsten. Diesen heiligen Willen habe ich erfüllt, und das Bewußtsein, den Willen Gottes aus Liebe zu Ihm erfüllt zu haben, ist mein hoher Lohn — und wärest du ein Kaiser, so könntest du mir keinen höheren geben!“

[Jug. Kap. 180, 39-42]

 

Der Herr: „Wenn der Mensch etwas vollzogen hat nach Meinem Willen, so muß er sich sogleich lebendigst erinnern, daß er nichts vollbrachte, sondern alles Ich durch ihn vollzogen habe! Wer solches lebendig in sich erkennt, der wird vor Mir gerechtfertigt sein durch diese demütige Erkenntnis.“

[H. Bd. 2, Kap. 235, 15-16]

 

Jesus im Jenseits zu Robert Blum: „Es gibt nur ein Mittel zur Freimachung des Geistes in der Seele, und dieses einzige wirksame Mittel heißt die Demut des Herzens. — Die rechte vollkommene Demut aber, die allein der Seele wahrhaft nützen kann, schließt sogar das bescheidenste Selbstlob aus, weil dadurch die Selbstliebe, welche eine Abwendung von der Gottheit und daher der Tod der Seele ist, eine Nahrung bekommt.“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 37, 5-6]

 

Jesus zu Robert Blum im Geisterreich: „Niemand kann es mit Meiner Weisheit aufnehmen. Selbst der größte Weise aus allen Sternen muß sich vor Meiner Weisheit beugen bis zur innersten Faser seines Lebens. Und das ist heilsam sogar für den lichtvollsten Engelsgeist. Denn auch die größten Engel müssen demütig sein, wenn sie ganz selig sein wollen. Um wieviel nötiger ist sonach dir eine rechte Demütigung. Daher bekenne deine Schuld vor Mir und demütige dich, so wirst du in Augenblicken weiterkommen, als sonst in Jahrtausenden!“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 37, 9-10]

 

Der Herr zu dem geläuterten König Lamech von Hanoch: „Solange du auch nur mit einem kleinsten Fünkchen eigener Weisheit prunken möchtest, kannst du nicht in Meine Weisheit eingehen, und gäbe Ich sie dir wie aufgedrungen, so würde sie dich vernichten! Daher mußt du ganz gereinigt vor Mir stehen durch deine Demütigung, ehe du fähig wirst, Mein Licht in dir zu ertragen.“

[H. Bd. 3, Kap. 66, 7-8]

 

Der göttliche Vater zu herrschsüchtigen Verstandesgrüblern: „Wer in aller Demut sein Herz zu dem Meinigen erhebt, dessen Leben will Ich erleuchten mit der hellen Flamme seiner Liebe zu Mir, und es soll ihm also licht werden sein ganzes Wesen, daß er in diesem Lichte ewig nimmer den Tod sehen soll!“

[H. Bd. 2, Kap. 257, 6]

 

Jesus: „Wer in Meiner Liebe ist, der ist in allem, was von Mir ausgeht. Aber aus Meiner Liebe ganz allein wirst du Mich wohl schwer als das erkennen, was Ich, dein Gott und Schöpfer, bin. Willst du Mich als Gott erkennen, so muß Ich Mich dir durch Wort und Tat offenbaren. Hast du Mich daraus wahrhaft erkannt und aus Meiner Macht und Weisheit einsehen gelernt, daß Ich weit mehr als nur ein guter, verständiger Mensch bin, dann erst wird dein Herz demütig vor Mir in den Staub sinken und in solcher gerechten Demut lebendigst zu Mir in aller Liebe erbrennen, und du wirst dann erst den wahren Grund finden, Mich, deinen Gott und Schöpfer, über alles zu lieben!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 117, 1 und 3]

 

Ein Gottesbote aus der Höhe zu einem demütigen Ratsherrn von Hanoch, der aus eigenem Willen ein höheres Amt verschmäht: „Willst du wahrhaft gottwohlgefällig demütig sein, so sei es nach dem Willen Gottes, aber nie nach deinem eigenen Gutdünken! Denn bist du durch dein eigenes Vorhaben demütig, dann ist deine Demut ein Kind deiner Selbstliebe und somit von keinem Wert vor Gott. Sagst du aber allzeit und zu allem aus deinem Lebensgrunde: ‚O Herr und Vater, Dein allein heiliger Wille geschehe jetzt wie ewig!‘, dann bist du wahrhaft demütig vor Gott, und deine Demut hat vor dem Herrn einen Wert.“

[H. Bd. 3, Kap. 162, 10-1.1]

 

Auf die Frage des mißgelaunten Judas Ischariot: „Wenn der Herr zu dir — wie einst zu mir — sagte: ‚Du bist ein Teufel!‘, wie würde dir solch ein Zeugnis schmecken?“ belehrt ihn der erleuchtete Wirt von Kana: „Freund, wenn der Herr mir ein solches Zeugnis gäbe, so würde ich zu Ihm in meinem Herzen sagen: ‚O Herr und Meister des Lebens, ich danke Dir, ganz zerknirscht von Deiner Herrlichkeit, daß Du mir gezeigt hast, ein wie großer Sünder ich noch bin. Ich bitte Dich, erweise mir die Gnade und Barmherzigkeit und treibe den Teufel des Hochmuts, der Lüge, des Betruges und der schnöden Selbstsucht aus mir und erfülle mich mit dem Geiste der wahren Demut, Sanftmut, Selbstverleugnung, der Liebe zu Dir und mit uneigennütziger Liebe zum Nächsten!‘ Und ich glaube, daß der Herr mir solche Gnade nicht vorenthalten würde, wenn eine solche Bitte aus dem vollsten Ernste meines Lebens hervorginge.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 98, 16-18]

 

Jesus zu Angehörigen verschiedener Völker: „Was ihr immer tut, das tut stets in Meinem Namen; denn ohne Mich vermöget ihr nichts Wirksames zum Heile eurer Seele! Und wenn ihr am Ende alles getan habt, was euch zur Erlangung des wahren, ewigen Lebens zu tun geboten ist, dann bekennet in euch wie auch vor der Welt, daß ihr faule, unnütze Knechte gewesen seid! Denn Gott allein ist alles in allem und wirkt im Menschen alles Gute!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 19, 1]

 

Gleichnis Jesu von der Arbeit des Landmannes und dem Verdienst Gottes an der fruchtbaren Ernte. — Dazu Jesus: „Sollte der Landmann nicht in seinem Herzen bekennen: ‚Herr, Du großer, guter und heiliger Vater im Himmel, ich danke Dir für Deine Sorge! Denn alles das war, ist und wird sein allzeit nur Dein Werk. Ich selbst war dabei nur ein fauler, unnützer Knecht!‘? — Wenn sich das aber schon bei einer materiellen Arbeit geziemt, um wieviel mehr bei einem geistigen Werk, wobei der Mensch nur an Mich zu glauben und Meinen göttlichen Willen als ein Geschenk von Mir sich anzueignen hat.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 19, 11 und 12]

 

Jesus zu zwei Griechen, die um Licht und Stärkung auf ihrem Lebenswege bitten: „Ohne Mich kann niemand etwas wirken zum Heil seiner Seele, und hat er auch alles nach den ihm geoffenbarten Geboten wie aus eigener Willenskraft getan, so soll er dennoch in sich bekennen, daß er ein fauler Diener war, und soll in allem Guten, das er gewirkt hat, Gott allein die Ehre geben. Denn wer Gott in allem Guten die Ehre gibt, der ist Ihm wohlgefällig und ein rechter Diener nach Seinem Herzen! Wer Gott in seinem Herzen nicht verläßt, den wird Gott nicht verlassen, sondern schirmen mit Seiner Hand. — Wer aber in seinem Herzen Gott verläßt und Seiner wenig oder gar nicht achtet, sich selbst ein Herr dünkt, nach seinem Weltverstande handelt und, wenn ihm etwas gelungen ist, nur sich dafür ehren läßt und von seiner Klugheit und seinen edlen Taten spricht, der belohnt sich selbst und hat von Gott keinen Lohn zu erwarten. Was ihr immer tuet, das gut und wahr ist, das tuet in Meinem Namen, und Ich werde mit euch sein und euch stärken!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 159, 3-4]

 

Jesus erweckt einen durch prahlerischen Wagemut von einem hohen Gerüst abgestürzten Knecht des Lazarus in Bethanien vom Tode und ermahnt ihn: „Wolle dich unter deinen Mitknechten niemals durch allerlei Wage stücke hervortun, um von deinem Dienstherrn als ein erster Knecht geachtet zu werden und dann über deine Mitknechte herrschen zu können, sondern sei nur treu und fleißig, so wirst du nie mehr das Unglück haben, hoch herabzufallen und dir das Genick zu brechen! Denn wer zu hoch steigt, fällt tief herab!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 67, 1-15]

 

Jesus zu bekehrten, aber noch rangstolzen Pharisäern: „In Meinem Reiche gibt es keine weltliche Rangordnung, sondern da heißt es nur: Wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; wer sich aber ganz bescheiden erniedrigt, der soll erhöht werden. Wer der Kleinste und Geringste sein will, der wird der Größte sein. Denn im Himmel ist alles gegen die Weltordnung verkehrt; was vor den Augen der Welt groß und glanzvoll ist, das ist im Himmel klein, gering und ohne allen Prunk. — Diese Lehre soll aufgezeichnet werden, und wo Mein Evangelium verkündet wird, da muß auch dies getreu allen Menschen gepredigt werden! Ich bin doch der Herr selbst, und seht, Ich bin von ganzem Herzen sanft und demütig. Seid ihr alle ebenso! Dadurch wird es sich vor allem weisen, daß ihr wahrhaft Meine Jünger seid!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 177, 2, 5-7]

 

Der Evangelist Johannes zu einem willensmächtigen Zentralsonnenbewohner: „Suche nicht die Kraft und die Macht des Herrn dir zu eigen zu machen, sondern suche vielmehr ein Allergeringster in Seinem Reiche zu werden und nichts zu besitzen als Seine Liebe und nichts zu wünschen, als nur bei Ihm zu sein, dann wirst du ewig wohnen wie ein zartes, vielgeliebtes Kindlein auf den heiligsten Armen des ewigen, allerliebevollsten Vaters!“

[GS. Bd. 2, Kap. 60, 24]

 

Der Herr: „Durch Zurückgezogenheit von der Welt in die schützende Demut wird euer materielles Wesen durch die Wirkung des hervortretenden Geistes gereinigt.“

[Hi. 1, S. 75, 32]

 

Jesus: „Wahre Demut, Gottes- und Nächstenliebe bereiten den Himmel im Menschenherzen.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 8, 9]

 

Jesus zu einem römischen Hauptmann: „In das Reich des wahren ewigen Lebens gelangt man nicht auf den breiten Heerstraßen dieser Welt, sondern auf einem ganz schmalen Pfade nur, und dieser heißt Demut, Geduld, Selbstverleugnung in allen Reizungen, die von dieser Welt ausgehen, und eine volle Ergebung in den Willen des einen, allein wahren Gottes.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 10, 22]

 

Jesus im Jenseits zu dem einstigen Bischof Martin, der einen Mondweisen mit überragender Weisheit meistern will: „Der rechte Weg, sich weisere Geistwesen dienstfertig und liebeuntertänig zu machen, heißt Liebe, Demut und große Sanftmut. Durch diese drei wichtigsten Lebenskräfte kann man allen Sternenbewohnern aufs wirksamste begegnen. Die Liebe lehrt dich, allen Wesen wohlzutun und sie so glücklich wie möglich zu machen; die Demut lehrt dich, klein zu sein und dich über niemanden, möchte er noch so unbedeutend scheinen, hochmütig zu erheben, — und die Sanftmut lehrt dich, jedermann stets gleich wollend zu ertragen. Siehe, das sind die Hauptbedingungen der himmlischen Meisterschaft!“

[BM. Kap. 50, 12-14]

 

Jesus zu dem gläubigen Herbergswirt Ebal, der sich über das herrische Gebahren eines römischen Hauptmanns erregt: „Mein Freund, laß fahren deinen Ärger! Wäre diese Welt nicht von Gott zu einer Lebensprobestätte bestimmt, in welcher jeder Mensch sich bis zu seiner vollen Wiedergeburt im Geiste in aller Geduld, Demut, Sanftmut und Liebe auf dem Wege der äußersten Selbstverleugnung zu üben hat, so würde Ich selbst nicht zu euch gekommen sein, um euch in allem mit dem besten Beispiel voranzugehen. Wollen die Menschen dieser Erde Kinder Gottes werden für ewig, so müssen sie sich auch die Mittel, die von Gott zur Erreichung des höchsten Lebenszweckes verordnet sind, in dieser kurzen Probelebenszeit in Geduld und Ergebung in den Willen des allerweisesten Vaters gefallen lassen!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 6, 13]

 

Der Seher Mathael: „Wohl haben auch die Kinder Gottes in dieser Welt so manche Schwächen, die sie sehr daran hindern, sich zu Gott, ihrem Vater, zu erheben. Allein diese Schwächen hat der heilige Vater ihnen in dieser Welt nur darum zukommen lassen, daß sie in solcher Schwäche ihren Vater erkennen, sanft und demütig werden und den Vater um die rechte Stärkung bitten. Er wird ihnen sodann diese Kräftigung geben, wenn es für sie an der rechten Zeit ist; denn wegen der Schwächen sind sie nicht minder Seine Kinder.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 92, 12-14]

 

Auf die Worte des Petrus: „Es wäre nicht fein, so wir Jünger eben darum die Letzten im anderen Reiche sein sollten, dieweil wir allhier die Ersten waren!“ antwortet Jesus: „Darum sicher nicht; aber wenn jemand von euch sich darum für besser dünken möchte, weil Ich ihn zuerst erwählte, der wäre dadurch schon in einen Hochmutsdünkel verfallen, mit welchem er im Himmelreich nimmer ein Erster sein könnte. Dagegen wäre ein spät Erwählter, doch in hohem Grade Demütiger, der sich für den solcher Gnade Unwürdigsten hält, gewiß ein Erster im Himmelreich.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 259, 5 und 6]

 

Jesus auf die Frage der Jünger, wer der Erste und Größte nach Gott im Himmelreich sei: „Wahrlich, so ihr nicht umkehrt von solchen weltlich hochtrabenden Gedanken, dann kommet ihr, obwohl ihr nun Meine Jünger seid, nicht ins Himmelreich! — Wer sich selbst erniedrigt und keinen Hochmutsfunken in sich verspürt, der ist der Größte im Himmelreich; denn nur die wahre Demut eines reinen Herzens bestimmt den Seligkeitsgrad in den Himmeln!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 244, 2-3]

 

Jesus zu den Seinen: „Seid auch so geduldig, sanft- und demütig, wie Ich es von ganzem Herzen bin, und liebet einander als wahre Brüder, wie auch Ich euch liebe und allzeit geliebt habe, so werdet ihr dadurch aller Welt zeigen, daß ihr wahrhaft Meine Jünger seid! Keiner von euch dünke sich mehr zu sein als ein Mitjünger. Denn ihr seid alle gleiche Brüder; Ich allein bin euer Herr und Meister und werde das auch bleiben in alle Ewigkeit!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 71, 12]

 

Jesus: „Es ist bei jedem Menschen gar leicht möglich, daß sein Glaube trotz vieler Zeichen und Lehren schwach wird. Er darf sich nur ein wenig überheben und sich auf seine Fähigkeiten etwas einbilden, dann befindet sich seine Seele sogleich in einem zweifelvollen Dunkel, aus dem ihr nur eine rechte Demütigung helfen kann.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 146, 7]

 

Jesus in der Bergstadt Abila zu bekehrten Griechen, Römern und Juden: „Wünschet euch nicht zuviel Lebensheiterkeit, solange ihr noch im Fleische wandelt; denn durch sie verirrt sich die Seele leicht ins Weltliche und Materielle und findet dann den rechten Weg zum Leben sehr schwer. Ertraget vielmehr Freud und Leid mit der rechten Geduld und voll Ergebung in Meinen Willen, so werdet ihr dereinst in Meinem Reiche mit der Krone des Lebens geschmückt.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 69, 12-13]

 

Jesus zu Judas Ischariot, der sich über die andern Jünger an Klugheit erhaben fühlt: „Demut begreift alles eher als der starre, eigensinnige Hochmut, der, wenn du noch länger bei ihm verharrst, dein Teufel, dein Richter und dein Tod sein wird. Was wohl hast du vor allen anderen voraus, darauf du dir soviel zugute tust?! — Demütige dich, damit du den Schlingen Satans entrinnen mögest!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 207, 18]

 

Der Wirt von Kana dem hochmütigen, leicht zu kränkenden Judas Ischariot: „Wer noch durch die Schwächen seiner Mitmenschen gekränkt und beleidigt werden kann, ist noch nicht auf jenen wahren Lebenspunkt gedrungen, auf dem der Herr von ihm sagen kann: ‚Das ist der Mann nach Meinem Herzen!‘.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 98, 14]

 

Der Herr: „Es war für Paulus wegen seines Amtes nötig, eine beständige Mahnung im Fleische zu haben, die zu ihm sprach: ‚Siehe, du bist nur ein Mensch und durchaus kein Gott! So oft du fallen wirst vor Mir, will Ich dich wieder aufrichten, damit du gedenkest, daß du nur ein Mensch bist!‘ — Paulus bat Mich dreimal heftig, daß Ich ihn von dieser Prüfung, dem ‚Pfahl im Fleische‘, befreien solle. Ich aber sprach zu ihm: ‚Lasse dir an Meiner Gnade genügen; denn Meine Kraft ist nur in den Schwachen mächtig!‘ und nun wußte Paulus, daß Ich dem Schwachen und dadurch Demütigen stets näher bin als einem Starken!“

[Hi. 2, S. 190, 12-14]

 

Jesus zu überaus eifrigen Freunden: „Ich lobe euern Eifer, doch merket euch: In der Klugheit des menschlichen Geistes liegt stets eine größere Kraft als in seiner Faust, und wo der gewisse Ernst für sich wenig oder nichts ausrichtet, da wirken Liebe, Sanftmut und Geduld Wunder. Der volle Ernst und Mut beherrsche euch selbst; eure Waffe gegenüber den Menschen aber bestehe stets nur in der Liebe, Sanftmut und Geduld, und ihr werdet auf diesem Wege, den Ich selbst vor den Menschen wandle, mehr ausrichten als mit dem Feuereifer und seinem diamantenen Ernst!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 148, 9]

 

Jesus zu einem allzu Unterwürfigen: „Du tust Mir, deinem Gott und Schöpfer, keine Ehre an, wenn du dich als Mein Werk für garnichts schätzest und dich tief unter die Würde eines Wurmes stellst. Denn durch eine solche Geringstachtung deiner selbst setzest du ja auch Den herunter, der dich aus Seiner höchsten Weisheit und Liebe geschaffen und gestaltet hat.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 188, 3]

 

Jesus: „Die Demut im Herzen ist eine der notwendigsten Tugenden, durch die man ehest zum inneren Lichte des Lebens gelangen kann. Aber diese Tugend besteht eigentlich nur in der rechten Liebe zu Gott und zum Nächsten, durch die der Mensch sich über seine noch schwächeren Brüder nie herrisch erhebt, sondern sie nur mit Geduld zur selbst erstrebten höheren Vollendung durch Lehre, Rat und Tat zu führen trachtet. Darin allein besteht die wahre Demut, aber in der Verachtung seiner selbst besteht sie ewig nie!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 141, 9]

 

Jesus: „Ich selbst bin von ganzem Herzen demütig und sanftmütig, und Meine Geduld übersteigt alle Grenzen; aber das werdet ihr an Mir noch nie erlebt haben, daß Ich Mich vor den Menschen je verachtete! Wer sich selbst nicht gerecht als ein Werk Gottes achtet, der kann auch Gott und seinen Nächsten nicht der Wahrheit nach achten.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 141, 10]

 

Der römische Oberst Kornelius zu dem bekehrten Bettler Zorel: „Wenn wir da und dort Menschen sehen, die sich mit sehr geringen, unansehnlichen Arbeiten abgeben müssen, sollen wir, um etwa unserer Demut die Krone aufzusetzen, auch Pfützen und Kloaken räumen? Dessen bedarf es gewiß nicht; es genügt, daß wir jene Menschen in unseren Herzen nicht für geringer halten als uns, die wir vom Herrn aus ein ganz anderes Amt zu versehen haben!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 86, 7]

 

Der römische Oberst Kornelius zu dem bekehrten Bettler Zorel: „Man soll im Herzen voll wahrer Demut und Nächstenliebe sein, aber äußerlich damit nicht prunken; denn dadurch, daß ich mich äußerlich zu knechtisch tief unter die anderen Menschen beuge, mache ich sie hochmütig und benehme mir selber die Gelegenheit, ihnen in allem Nützlichen zu dienen. Eine gewisse Achtung, die ich als Mensch von meinen Mitmenschen zu erwarten habe, darf ich nie vergeben; darum wollen wir zwar im Herzen so demütig wie nur möglich sein, aber dennoch von unserem notwendigen äußeren Ansehen nichts vergeben!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 86, 5-6]

 

Jesus: „Die Bescheidenheit ist eine schöne Tugend, und man kann sie den Menschen nur empfehlen. Aber allzu bescheiden zu sein, ist nicht selten unklug, weil man dadurch seinen Nächsten zur Selbstüberschätzung und zum Hochmut verführt.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 271, 2]

 

Der Herr zu übertrieben ehrfürchtigen Erzvätern der Urzeit: „Ich verlange nicht, daß jemand eine Stunde lang vor Mir, seinem Gott und Schöpfer, auf seinem Angesichte liegt! Alles, was Ich hebend verlange, ist ein treues, zu Mir gewendetes, liebevolles und demütiges, durch Reue geläutertes Herz, und mit einem solchen hat vor Mir kein Mensch einen Umweg vonnöten, da Ich ihm ohnehin doch allzeit der Allernächste bin.“

[H. Bd. 1, Kap. 124, 9]

 

Henoch, der erste Hohepriester der Urzeit, zu einem Bekehrten, der sich vor ihm niederwirft: „Siehe, sogar der Herr, unser Gott und Vater, hat uns allen trotz Seiner unantastbaren Heiligkeit verwiesen, vor Ihm im Staube zu liegen. Denn hat jemand ein unbeugsames Herz und mag es nicht demütigen und läutern vor Gott, da kann er sich sein Leben lang im Staube wälzen, und es wird ihm nichts nützen! Wer aber sein Herz beugt und läutert es und erfüllt es mit Liebe, der bedarf nicht mehr, seinen Leib in den Staub zu senken!“

[H. Bd. 2, Kap. 222, 4-7]

 

Der Herr zu Neubekehrten in Hanoch: „Wohl bin Ich im Vollbesitze aller unendlichen Kraft und Macht und darum ein alleiniger Herr! Aber dessen ungeachtet sollet ihr euch vor Mir nicht im Staube wälzen; denn Ich habe euch ja nicht dazu einen aufrechtstehenden Leib gegeben, daß ihr ihn gleich den Würmern vor Mir gebrauchet, sondern, daß ihr als freie Menschen, als Meine Kinder und untereinander als lauter Brüder und Schwestern vor Mir, euerm Vater, aufrecht wandelt!“

[H. Bd. 2, Kap. 228, 5-6]

 

Auf die Frage: „Soll denn der Mensch gar kein Ehrgefühl haben?“ erwidert Jesus: „O doch, der Mensch kann allerdings ein Ehrgefühl haben, aber nur eines von der edelsten Art. Wenn ihr mit einem schwachgeistigen Menschen, der euch beleidigt hat, ohne Groll im Herzen freundlich redet, so habt ihr das edle und göttliche Ehrgefühl in euch vollkommen gerechtfertigt. Sobald ihr aber noch einen kleinen Groll in euch merket und gegen den Menschen bitter und unfreundlich werdet, so ist das eine Folge eines kleinen, in eurer Seele verborgenen Hochmuts, der genügt, die Vereinigung eurer Seele mit Meinem in euch wohnenden Lichtgeiste zu verhindern.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 125, 5-6]

 

Jesus zu Seinen künftigen Aposteln: „Da wir wohl wissen, was wir den Menschen zu geben haben, so werden wir die blinde Bosheit der Welt in aller Geduld, Demut und Sanftmut ertragen. Denn der Vater will es so, daß die Seinen in dieser Welt bis aufs äußerste zuvor sollen gedemütigt werden, ehe sie erhoben werden zu der unvergänglichen Ehre, die ihnen ewig niemand mehr nehmen wird.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 21, 12]

 

Jesus erzählt zur Demütigung eines selbstgerechten Pharisäers die bekannte und wahre Begebenheit vom Pharisäer und Zöllner im Tempel und erklärt auf Verlangen einiger Zuhörer: „Der Zöllner ging gerechtfertigt aus dem Tempel, weil er sich selbst erniedrigt und seine Schuld vor Gott im Herzen treu und wahr bekannt hat. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 164, 11-17]

 

Der Herr: „Nur durch die freiwillige Beschränkung seiner äußeren Weltfreiheit, also durch eine völlige Selbstverleugnung, kann der Mensch zur inneren Freiheit des Geistes gelangen, darin begründet ist das ewige Leben. — Denn was immer der Mensch tut vergnüglich nach seinem äußeren freien Willen, das zieht ihn ab vom Geiste und verrammt ihm den stillen, allzeit schmalen Pfad in den geistigen freien Willen. Er mag wohl äußerlich das Wahre, zum inneren Leben Benötigte als solches erkennen. Aber er wird dennoch nie den mächtigen Liebetrieb in sich gewahren, das auch völlig zu tun!“

[Hi. 2, S. 232, 3-4]

 

Der Herr: „Der Geist eines Menschen kann nicht geärgert werden, aber die Seele kann Schaden nehmen durch Ärgernisse. Darum sind diese aus höchst weisen Gründen zu vermeiden. Liebe und Geduld sind aber endlos mehr wert als alle Weisheit und alle Gerechtigkeit. Darum haltet euch stets an die Liebe und an ihre Schwester, die Geduld, so wird euch die Sünde zur Unmöglichkeit werden!“

[Hi. 2, S. 313, 5-6]

 

Jesus zu Judas Ischariot: „Wer aus euch sich am meisten erniedrigt vor seinen Brüdern, der ist der Erste im Gottesreiche; jedes Sichbesserdünken aber setzt ihn im Gottesreich auf eine letzte Stufe zurück. Wenn jemand von euch noch irgendein Besserseinsgefühl gegenüber seinen Brüdern in sich verspürt, da ist er von der gierigsten Hölle noch nicht frei und nicht geschickt zum Reiche Gottes; denn solch ein Mensch ist nicht freien Geistes. — Wenn aber jemand sich unter alle seine Brüder herabgesetzt hat und also bereit ist, allen zu dienen nach seiner Fähigkeit, so ist er der Erste im Reiche Gottes, und alle können sich ganz füglich nach ihm bilden.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 76, 2-4]

 

05.07. Dienen, die große Losung

Jesus: „Dienen heißt die große Losung durch alle Sphären der Unendlichkeit, sowohl im großen Reiche der Natur als auch im endlosen Reiche der Geister.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 99, 1]

 

Der Herr im Liebehimmel zu vollendeten Geistern: „Nicht nur den Brüdern der Erde sollt ihr dienen, hier will Ich mit euch im weitergedehnten Sinne sprechen; denn Ich habe noch gar viele Herden, die nicht im Schafstalle der Erde wohnen, sondern die da leben nach ihrer Art auf zahllos vielen anderen Weltkörpern. Sie alle müssen in Meinen Schafstall des ewigen Lebens geführt werden. Darum gebe Ich euch nun Meine Kraft in der Fülle, damit ihr durch diese allenthalben, wohin Ich euch senden werde, vollkommen so wirken könnet, als wirkte Ich selbst. Ich könnte wohl alles dieses selbst wirken, aber Ich teile euch solche Wirkung zu, damit sich dadurch eure Seligkeit an Meiner Seite fortwährend von Ewigkeit zu Ewigkeit mehre!“

[GS. Bd. 1, Kap. 61, 9-10]

 

Jesus verwirft das selbstsüchtige Himmelsstreben der Menschen, die dadurch die Ersten im Gottesreiche werden wollen. Nur ein auf wahre Liebe und Demut gegründetes Dienen gilt vor Gott.

[Ev. Bd. 2, Kap. 76, 6-7]

 

Jesus zu Seinen Freunden: „Was du auch immer in der Naturwelt ansehen magst, das wird alles von Geistern geleitet, die von Gott dazu die Befähigung erhalten. Und darin besteht jedes Geistes Seligkeit, daß er so, mit aller Kraft und Macht von Gott versehen, Gott dienend, tätig sein kann. — Ihr alle seid auf dieser Erde nur über ein Kleines gestellt; aber wer in diesem Kleinen treu ist, wird dereinst über Großes gestellt werden!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 228, 7-8]

 

Jesus: „Ist das auf den Stufen der Naturreiche entwickelte Seelenleben in die Menschenform übergegangen, so ist Dienen seine erste Bestimmung. Hat der Mensch die naturgesetzmäßigen, die freieren und freiesten moralischen Dienste getreulichst verrichtet, so hat er dadurch sich selbst zur Vollendung des Lebens erhoben. Dies geschieht wohl bei einigen Menschen, die schon von Geburt an auf eine höhere Stufe gestellt wurden, bereits in ihrem Erdenleben; aber bei anderen Menschen, die noch an der Linie der Tiere stehen, geschieht ihre Vollendung erst jenseits, jedoch immer auf dem Grundwege des Dienens.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 94, 14]

 

Jesus: „Wie Gott der Mensch wegen auf dieser Erde eine so außerordentliche Mannigfaltigkeit in allen Reichen der Natur hervorgerufen hat, so hat Er auch die Menschen selbst in einer so außerordentlichen Verschiedenheit der Gestalt, des Charakters und der Fähigkeiten werden lassen, daß ihr unter Tausenden nicht zwei gleiche findet. Das aber bewirkte Gott auch aus dem Grunde, damit die Menschen einander mehr dienen und mehr Liebe bezeigen können.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 152, 11]

 

Jesu Abschiedsworte an den Zollobersten Zachäus, den Er von einem Maulbeerbaum herab an Seine Seite berufen hatte: „Ich habe dir nun ein Pfund dargeliehen; verwalte es gut und recht, auf daß Ich es, wenn Ich wiederkomme, von dir mit Zinsen zurückerhalte! Über Kleines bist du nun gestellt, und über Großes sollst du dann gestellt werden; denn wer im Kleinen treu ist, der wird auch im Großen treu bleiben!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 30, 13]

 

Jesus zu Seinen Jüngern und Freunden: „Ich kam darum zu euch, um tüchtige Arbeiter für den großen Weinberg der Himmel zu erziehen. Meine Lehre ist deshalb dahin abgezielt, fürs erste euch selbst im Gebiete eures inneren Lebens wahrhaft zu vollenden, und fürs zweite, daß ihr dann als selbst Lebensvollendete Mir schon hier und einst drüben in Meinem Reiche die tüchtigsten Arbeiter abgeben möget! — Ihr werdet wohl Gottes Herrlichkeiten ewig anzustaunen haben, aber nicht ohne Tätigkeit! Denn an eurer Tätigkeit wird es ja liegen, die Wunder der Himmel zu mehren und sie stets herrlicher zu gestalten.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 95, 5-6]

 

Jesus: „Durch das Dienen wird die Demut am meisten gefördert. Je untergeordneter ein Dienst erscheint, desto tauglicher ist er für die Ausbildung des wahren Lebens. — Im Hochmut hat alles Dienen ein Ende somit auch die Fortbildung des Lebens; da aber das Meiner ewigen Ordnung zuwider ist, muß jeder Mensch und Engel sich zum Dienen bequemen und am Ende im ewigen, stets ausgedehnteren Dienen die größte Wonne und Seligkeit finden.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 95, 1-2]

 

Jesus: „Ohne Dienen gibt es keine haltbare Lebensdauer, keine Glückseligkeit und keine Liebe, keine Weisheit und keine Wonne des Lebens, weder hier noch jenseits! Wer sich einen Himmel ohne Dienstleistung, voll Trägheit und Schwelgerei denkt, der irrt sich groß! — Eben darum bekommen die seligsten Geister der höchsten Himmel eine Mir nahezu gleiche Kraft und Macht, um Mir und allen Wesen desto gediegenere Dienste leisten zu können. Würde ihnen wohl zum Nichtstun eine solche schöpferische Macht und Weisheit dienlich sein?“

[Ev. Bd. 4, Kap. 95, 3-4]

 

Jesus: „Ich will es, daß von nun an alle Meine Gedanken und Ideen durch Meine Kindlein ins volle Werk gesetzt werden; hier schon für Seele, Herz und Geist eurer Brüder und Schwestern und jenseits in alle großen Wirklichkeiten von ihrer innersten geistigen Entstehung bis zu ihrer äußersten materiellen Ausbildung und von da an zur abermaligen Rückführung ins gemehrte, rein und selbständig geistige, vollendete Leben. Und dazu wird unendlich viel Geduld und eine große Tätigkeit erforderlich sein und eine allumfassende Weisheit und Kraft.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 95, 7]

 

Der Herr: „Da in der ganzen Unendlichkeit kein Wesen vollkommen mit allen Talenten versorgt ist, so ist eben die Ermangelung an einem oder dem anderen Talent ja das schönste und haltbarste Band der gegenseitigen Liebe, durch welches ein Bruder dem anderen notwendig wird und sich an ihn wenden muß, um sich des Talentes des Bruders bedienen zu können.“

[Hi. 2, S. 96, 4]

 

05.08. Seid Täter des Wortes

Jesus: „Eine freie, innere Sittenreinheit mit der wahren, alles opfernden Nächstenliebe gilt bei Mir über alles, aber die des hartherzigen Klausners ist bei Mir nicht einen Stater wert! Wer rein ist, der soll rein sein im Herzen vor Gott, aber vor der Welt sich dessen nicht rühmen, sonst wird er von Mir wenig Lob zu erwarten haben. — Am besten ist es, wenn der Mensch stets sagt: „O Herr, sei mir Sünder gnädig!‘, urteilt über niemand Arges, betet für seine Feinde und tut sogar denen Gutes, die Übles von ihm reden und ihm zufügen. — Wahrlich, wer das tut, der ist nicht nur rein vor Mir, und beginge er auch noch so manche Fleischessünde, sondern er ist vollauf Mein Bruder und mit Mir ein König der Himmel und ihrer Herrlichkeiten!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 209, 2-5]

 

Jesus: „Die an Mich wohl glauben und ‚Herr, Herr‘ sagen, aber im Tun lau sind und nachlässig in der Liebe zum Nächsten, in denen werde Ich nicht wohnen und Mich ihnen nicht offenbaren, und Meine Kraft und Weisheit wird ihre Seele nicht erfüllen. Denn Ich will, daß jeder Mensch durch das Tun nach Meinem Willen frei zu Mir komme, und Ich werde dann auch zu ihm kommen, Mich ihm offenbaren und ihn durch den heiligen Geist Meiner ewigen, allwaltenden Liebe mit Meiner Weisheit und Macht erfüllen!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 158, 6]

 

Jesus: „Es wird dereinst viele geben, die zu Mir ‚Herr, Herr‘ rufen, aber Ich werde zu ihnen in ihren Herzen sagen: ‚Ihr Fremden, Ich kenne euch nicht! Wußtet ihr, daß Ich der Herr bin, und kanntet ihr Meinen Willen, — warum tatet ihr nicht danach?‘ — Es ist nicht genug, daß man Mich erkennt und glaubt, daß Ich der Herr bin, sondern man muß auch tun, was Ich lehre! Durch die Tat erst wird der Mensch zur Gottähnlichkeit gelangen.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 140, 10-11]

 

Jesus: „Wer nicht im Herzen beten kann, der bete lieber gar nicht! Dennoch kann jeder Mensch auch mit den Füßen beten, wenn er hingeht zu den Armen, um ihnen Hilfe und Trost zu bringen; mit den Händen, wenn er den Notleidenden unter die Arme greift; mit den Augen, wenn er gern und freundlich die Armen ansieht; mit den Ohren, wenn er gern und tatwillig Gottes Wort anhört und sie vor den Bitten der Armen nicht verschließt; und am Ende mit den Lippen, wenn er sich gern tröstend mit den armen, verlassenen Witwen und Waisen bespricht und für die Gefangenen ein gutes Wörtlein einlegt. Das alles ist dann auch ein Gott wohlgefälliges Gebet und heißt: Gott im Geiste und in aller Wahrheit anbeten.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 111, 5-8]

 

Der Herr: „Was soll Ich denn von einer Sekte sagen, die nichts als den Glauben lehrt und die Werke verwirft!? Es steht doch klar und offen geschrieben, daß ein Glaube ohne Werke tot ist, und Ich selbst habe offenkundig und zu öfteren Malen gesagt: ‚Seid nicht eitle Hörer, sondern Täter Meines Wortes!‘ Dadurch ist ja offenbar angezeigt, daß der Glaube allein nichts nützt, sondern das Werk!“

[Ed. Kap. 73, 6]

 

Jesus: „Seid nicht nur Hörer, sondern vielmehr Täter Meines Wortes! Aus der Tat erst werdet ihr erkennen, ob die Worte, die Ich zu euch gesprochen habe, aus dem Munde eines Menschen oder aus dem Munde Gottes gekommen sind.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 140, 8-9]

 

Jesus: „Nur Tätigkeit über Tätigkeit zum allgemeinen Wohle der Menschen führt zum ewigen Lebensziel! Denn alles Leben ist eine Frucht der beständigen, nie ermüdenden Tätigkeit Gottes und kann daher nur durch die wahre Tätigkeit erhalten und für eine ewige Dauer bewahrt werden, während aus der Untätigkeit nichts als der Tod zum Vorscheine kommt.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 221, 6]

 

Der Engel Ahbel zu Kisehel, einem Sendboten des Herrn in der Urzeit: „Sorge dich nicht um den Ausgang unserer Sache, sondern handle geduldigst nach dem dir wohlbekannten Willen Gottes, so wird sich am Ende alles dem rechten Ziele zuwenden und es auch unfehlbar erreichen! Darum achte allzeit genauest auf den Zug des göttlichen Willens in dir und handle streng danach, so gehst du den geradesten, kürzesten und liebe gerechtesten Weg. Denn wir tun alles recht, wenn wir nur Seinen Willen erfüllen und Ihn, den allerliebevollsten, heiligsten Vater über alles lieben!“

[H. Bd. 2, Kap. 182, 9, 11 und 13]

 

Auf die Frage eines Lichtsuchers in der Urzeit nach dem Zweck der menschlichen Tätigkeit angesichts der allwaltenden Macht Gottes antwortet der weise Gottesbote Kisehel: „Die Tätigkeit ist die Erhaltung und stete Stärkung des Lebens, darum sind alle Wesen tätig, und der Mensch soll darum überaus tätig sein, weil er am meisten von Gott mit dem Leben beteilt ist. Da aber der Mensch vorzugsweise ein geistiges Leben hat, so soll er dieses auch vorzugsweise üben in der Liebe zu Gott, damit er es nicht verliere! Siehe, darum läßt der allmächtige Gott uns arbeiten!“

[H. Bd. 2, Kap. 210, 21-23]

 

Der Herr: „Wer seine Knie beugen will vor Mir, der beuge sie im Geiste der Wahrheit und Demut, — aber nicht die Knie seines Leibes! Denn was soll das Kniebeugen und das Auf-der-Erde-liegen Mir bedeuten von euch Kindern, denen Ich gegeben habe einen lebendigen Geist?! Wenn ihr aber schon auch euren Leib samt eurem Geiste zu Mir erheben wollet, da gebrauchet eure Glieder aus Meiner Liebe in euch zum Mir allein wohlgefälligen Bruderdienste, und Ich werde da die Werke eures Leibes ansehen als Werke der Liebe eures Geistes!“

[H. Bd. 2, Kap. 66, 9, 11 und 17]

 

Der Herr in der Urzeit zu dem liebetateifrigen Erzvater Seth: „Wer das tut, was Ich ihm auferlege, der ist ein treuer Knecht; wer mit seinem Herzen stets zu Mir gewendet ist, der ist Mir ein rechtes Kind, ein rechter Sohn und eine rechte Tochter; wer aus dem Geiste handelt, einen Abscheu vor der Welt und stets alle Sinne nach Mir gerichtet hat, der ist ein Engel und Mir ein Bruder im Geiste! — Wer aber wie du die Hungernden speist und die Dürstenden tränkt, wahrlich, der ist mehr; denn er ist Mir ein Bruder in der Liebe, — und das ist das Allerhöchste!“

[H. Bd. 2, Kap. 93, 10-11]

 

Der hohe Abedam zu dem freigiebigen Seth, einem Erzvater der Urzeit: „Wahrlich, Ich sage dir, das ist das Größte, was jemand tun kann, wenn er den armen Bruder und die arme Schwester versorgt und liebevollst unterstützt das Alter und die Kleinen! Wer solches tut aus reiner Liebe zu Mir und zu den Brüdern und Schwestern, — Ich sage dir, und hätte er Sünden, soviel da ist des Sandes im Meere, wahrlich, sie sollen ihm alle erlassen werden!“

[H. Bd. 2, Kap. 93, 6-7]

 

Henoch, der erste Hohepriester der Urzeit, zu den erfolgreichen Bauführern des Königs Lamech von Hanoch: „Freuet euch nicht zu sehr des vollendeten Werkes und auch nicht des Lohnes wegen, sondern freuet euch vielmehr der großen Gnade und Erbarmung Gottes! Erkennet eure Mängel, reinigt eure Herzen, seid eifrige Täter des Willens Gottes und liebet Ihn über alles und euch untereinander wie jeder sein eigenes Leben, so werdet ihr in solcher Liebe erst den größten Lohn finden, welcher da heißt: das ewige Leben in Gott!“

[H. Bd. 2, Kap. 221, 18]

 

Jesus zu Neubekehrten: „Es sind Meine Worte wohl Kraft und Leben aus Gott selbst, aber sie werden erst zu eurem Lebensanteil durch euer Handeln danach. Seid darum allezeit wahre Täter und nicht nur Hörer des Wortes, so werden euch alle eure vielen Sünden vergeben auch im Himmel, und Ich werde euch dann auch allzeit helfen können!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 194, 11]

 

Jesus: „Wer zu Mir nur sagt: ‚Herr, Herr!‘, der ist noch fern von dem Reiche Gottes; wer aber an Mich glaubt und das tut, was Ich ihn gelehrt habe, der wird erreichen, was ihm verheißen ist. Er wird durch das Tun in sich gewahr werden, daß die Worte, die Ich geredet habe, nicht Menschen-, sondern wahrhaft Gottesworte sind! Denn Meine Worte sind in sich selbst Liebe, Licht, Kraft und Leben und tun euch offen kund Meinen Willen. Wer Meinen Willen in sich aufnimmt, der wird in sich das ewige Leben haben, wenn er auch dem Leibe nach stürbe!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 157, 1]

 

Jesus zu einem reumütigen Schriftgelehrten, der um Stärkung seines Glaubens bittet: „Der Glaube allein wird nicht selig machen, sondern die Tat nach dem Lichte des Glaubens, auf daß der Glaube lebendig werde. Mache aber auch das Unrecht, das du an deinen Mitmenschen begangen hast, soviel wie möglich gut, so werden dir deine Sünden vergeben; denn solange jemand nicht den letzten ungerechten Stater an seinem Mitmenschen berichtigt hat, solange wird er ins Reich Gottes nicht eingehen!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 66, 6]

 

Jesus: „Wenn ihr nur glaubet, aber den Glauben nicht zur Tat erhebt, so ist der Glaube noch tot und kann der Seele kein wahres Leben geben; aber durch die Tat wird der Glaube lebendig und somit auch die Seele durch ihren lebendigen Glauben. Darum sage Ich euch: Seid nicht nur Gläubige dessen, was ihr von Mir hört, sondern liebewillige, eifrige Täter, so werdet ihr in euch das wahre, ewige Leben überkommen.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 183, 6]

 

Jesus zu Petrus: „In deinen guten Werken nach dem erkannten Willen Gottes wirst du deinen Gott schauen, weil nur die Werke es sind, die einer Seele den Adel vor Gott verleihen. — Das reine Denken nach der reinen Wissenschaft und das keusche Verhalten allein ohne Werke der Nächstenliebe verschaffen der Seele noch keine Anschauung Gottes.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 238, 3]

 

Jesus: „Das Wissen um Meine Lehre allein macht nicht selig, sondern das Handeln danach. — Es gibt aber ein zweifaches Handeln: das für die Welt aus Eigennutz und ein rechtes Handeln in der Welt aus wahrer Liebe zu Gott und zum Nächsten. Aus dem ersten Handeln gewinnt der Mensch das Gericht und leicht den ewigen Tod, aus dem zweiten aber die Liebe und Gnade Gottes und das ewige Leben der Seele!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 227, 5-6]

 

Jesus: „Wollt ihr Gott, der ein reinster Geist ist, wahrhaft anbeten, so müßt ihr Ihn durch die Liebe in euren Herzen im Geiste und in der Wahrheit anbeten, und zwar in der Tat durch allerlei gute Werke. Denn wahrlich, was ihr den Armen tut aus Liebe zu Gott, das tut ihr Gott.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 57, 21]

 

Jesus zu einem begnadeten Harfensänger, der eine sehr reiche Geldspende bescheiden zurückweist: „Nimm du nur an, was man dir mit Freuden gibt; denn du hast ein gutes Herz und teilst gerne mit den Armen auch von dem wenigen, was du dir mit deiner Kunst erwirbst. Den Armen wohltun ist Gott wohlgefällig und für die Armen arbeiten und sammeln ist herrlich vor Gott und wird allzeit schon in diesem und noch mehr im anderen Leben belohnt!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 9, 5]

 

Zwei dienende Engel zu gutwilligen Anhängern Jesu: „Wollt ihr uns gleich werden, so nehmet des Herrn lebendiges Wort auf in euer Herz und tut willig danach, so werdet ihr dadurch gleich uns Seines Wortes allmächtige Kraft in euch haben, und so Er euch dann berufen wird, zu handeln in Seinem Willen, dann werden euch alle Dinge möglich sein, und ihr werdet mehr tun können als wir, da ihr aus Seiner Liebe seid, während wir Seiner Weisheit entstammen.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 38, 1]

 

Der Jüngling Jesus zu einem römischen Ratsherrn: „Da die Menschen so vieles wagen zum Vorteil ihres Leibes, der sterben wird in kurzer Zeit, - warum wagen sie denn nicht mehr für die Seele, die ewig zu leben bestimmt ist?! Sei auch du in Zukunft tätiger für die Wohlfahrt deiner Seele als für die deines Leibes, und es wird dann schon heller in dir werden!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 220, 5]

 

Jesus kennzeichnet den Dünkel des Judas Ischariot, der sich als Schriftgelehrter vor allen anderen Jüngern brüstet, und fährt fort: „Mir ist ein Mensch, der nur weniges aus der Schrift weiß und danach gläubig lebt und tut, sehr viel lieber als ein Mensch voll Schriftgelehrtheit, der die Schrift nur kritisiert, an sie einen schwachen oder gar keinen Glauben hat und darum auch nicht nach ihr lebt und handelt, sondern nur nach dem Rate seiner Weltvernunft.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 99, 3]

 

Jesus: „Die Seligkeit des Lebens besteht hauptsächlich in der Tätigkeit, und es ist der Seele nützlicher, daß sie sich in aller Tätigkeit übt, als daß sie sich bei aller Klarheit des inneren Wahrnehmens gleichfort untätig verhält.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 141, 9-10]

 

Jesus: „Wer Mein lebendiges Wort, dies zu euch gesprochene Evangelium, nur beifällig anhört, aber nicht danach handelt, dem nützt es nichts. Er bleibt der alte Weltnarr und kommt nie auf einen grünen Lebenszweig.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 167, 11]

 

Jesus: „Die Seligkeit einer Seele und ihre Klarheit steigern sich nach den Graden ihrer Liebetätigkeit und nicht nach den Graden ihrer Klarheit, zu der sie ohne Liebetätigkeit ohnehin niemals gelangen kann; denn es ist dies schon von Ewigkeit her von Gott so verordnet, daß kein Geist und keine Menschenseele ohne entsprechende Tätigkeit je zum Lichte gelangen!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 142, 3]

 

Jesus zu den lichtsuchenden Bürgern von Golan: „Wohl jedem, der zu Mir kommt und Mich erkennt wie ihr nun! Denn wer Mich erkennt, der hat schon ein Licht dazu überkommen, daß er dann auch an Mich lebendig glauben kann! Aber es ist dies Licht jetzt nur ein kleines Flämmchen in eurer Seele; doch wenn ihr Meine Lehre und mit ihr Meinen Willen werdet überkommen haben und danach handelt und lebt, so wird euer nunmaliges kleines Licht zu einer Sonne werden, und ihr gelangt dann erst in die volle Wahrheit alles Lebens und Seins und erweckt in euch selbst das ewige Leben!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 88, 11-12]

 

Der Herr zu einem neuen Himmelsbürger: „Würdest du hier nur in Untätigkeit die himmlischen Herrlichkeiten genießen, so würdest du mit der Länge der Dauer übersättigt werden. Darum habe Ich für die stets wachsende Seligkeit dadurch schon von Ewigkeit vorgesorgt, daß jedes Meiner Kinder hier fortwährend eine wohlangemessene Tätigkeit und einen guten Wirkungskreis überkommt.“

[GS. Bd. 2, Kap. 3, 11]

 

Der Herr: „Es ist nicht vonnöten, daß jemand die ganze Bibel im Kopfe habe, um damit Mein Reich und Mich zu finden. Sondern dazu genügen wenige Texte und ein genaues Beachten und Leben danach. Wer also tut, zu dem wird sich das Gottesreich bald so kehren und vernehmen lassen, wie es im Evangelium steht und lautet: Ei, du getreuer Knecht, dieweil du im Kleinen getreu warst, so sollst du nun über Vieles und Großes gesetzt werden!“

[Hi. Bd. 2, S. 376, 9. 10]

 

Der Herr: „Der festeste Glaube ohne Werke ist gleich einem törichten Menschen, der sich im kalten Zimmer nur mit einem warmen Gedanken zudecken will, um sich zu erwärmen. So wie diese Gedankendecke nichts nützt, also nützt auch der Glaube ohne die Werke nichts. Der Glaube ist nur das Aufnahmeorgan für eine Lehre, die zu einer gewissen Tätigkeit anleitet.“

[Ed. Kap. 73, Abs. 10-11]

 

Der Herr: „Mein Reich ist ein Reich der höchsten Tatkraft; Ich sagte zu den Aposteln nicht: ‚Bleibet daheim, denket, brütet und grübelt über Meine Lehre nach!‘, sondern: ‚Gehet hinaus in alle Welt!‘ Dasselbe sage Ich auch zu allen Seligen. Da heißt es tätig sein; denn immer ist die Ernte größer als die Zahl der Arbeiter. Darum ist es auch besser, in irgendeiner Ordnung tätig als nur des reinsten Glaubens zu sein. Tätig zu sein nach Meiner Lehre ist sicher unendlich besser, als die ganze Bibel auswendig zu wissen und zu glauben.“

[Ed. Kap. 73, Abs. 17-18]

 

Jesus: „Es ist wohl sehr löblich und gut, sich von Mir und Meinem Reich zu besprechen, aber noch löblicher und besser ist es, sich in den Geschäften der Himmel recht wacker zu üben! Das Wissen geht natürlich dem Geschäfte voraus. Weiß man aber einmal, was man zu tun hat, dann muß man handeln. Und es ist dann schon eine kleine, gute Handlung besser als ein großes Wissen ohne Handlung.“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 280, 4]

 

Jesus im Jenseits zu einem tateifrigen, erleuchteten Geist: „Die Tätigkeit ist zwar das eigentliche Hauptwesen des Geistes, aber dann und wann ist es auch gut, daß der Mensch ein wenig ruhe! Denn in der Ruhe sammeln sich wieder zu neuer Tätigkeit die erschöpften Kräfte der Seele, die da ist ein Organ des Geistes!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 281, 2]

 

Der Herr: „Der bloße Glaubensmensch ist dem gleich, der sein Talent vergrub; wenn aber jemand aus der Schrift nur wenig weiß, aber danach tut, der ist dem gleich, der über das wenige eine treue Haushaltung führte und dann über vieles gesetzt wird.“

[Ed. Kap. 73, 19]

 

Jesus: „Ein Mensch, der des Gesetzes Mosis wohl kundig ist, es vollständig hält und aus Liebe zu Gott und zum Nächsten nicht mehr übertritt, hat dadurch das lichtvolle Maß der eigenen Lebensvollendung erfüllt und ist schon diesseits ein Bürger der Himmel geworden, da er den geistigen Tod in sich vollkommen besiegt hat und voll des ewigen Lebens aus Gott geworden ist.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 53, 2]

 

Der Herr: „Mir liegt wenig daran, ob ihr diese Meine Worte schön oder nicht schön findet, — aber es liegt Mir alles daran, daß ihr danach handelt; denn nicht der Bewunderung wegen, sondern eures ewigen Heiles willen gebe Ich sie euch!“

[Schrft. Kap. 11, 28]

 

Der Herr: „Ein Schauspieler bin Ich nicht, daß Ich Mich begnügen möchte mit dem leeren Beifallsgeklatsche, — sondern Meine Sache ist voll des ewigen Ernstes, und Ich verlange daher auch eine ernste Tätigkeit nach Meinem Wort und nicht den leeren, alleinigen Beifall!“

[Schrft. Kap. 4, 11]

 

Der Herr vergleicht die im himmlisch-geistigen Sinne geringfügige Bedeutung der Taten kriegerischer Helden mit der ewigen Bedeutung im geheimen verübter Liebeswerke.

[Hi. Bd. 1, S. 367, 5-10]

 

05.09. Liebe, Weisheit und Verstand

Jesus: „So erhaben die großen, Mich preisenden Flammengedanken der Cherubim und Seraphim auch sind, so ist‘s Mir dennoch lieber, wenn Mich Meine Kindlein so recht herzlich ‚Vater‘ nennen und Meine Freunde zu Mir sagen: ‚Lieber Bruder‘, — als wenn die größten Lobengel Mich mit den hehrsten Weisheitsliedern besingen und am Ende ganz ermattet zusammen sinken, wenn sie nach ihren großen Anrufungen zur Einsicht kommen, daß ihre größten und flammendsten Gedanken nicht einmal den Saum Meines Kleides zu berühren imstande sind, während Meine ganz einfachen Kindlein mit Meinem Herzen und Meinen Gedanken seligst spielen können und allzeit bei Mir wohnen und an Meinem Tische das Brot des wahren Lebens genießen.“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 127, 7]

 

Jesus: „Daß das Mägdlein Jarah auf Meine Frage ‚Was ist Wahrheit‘ eine zutreffende Antwort fand, das macht ihre unbegrenzte, reinste Liebe zu Mir; solche ihre Liebe verbindet ihr Herz mit dem Meinen, und so kann sie sich stets auf dem kürzesten Wege alles Licht und alle Weisheit holen aus der von ihr selbst bezeichneten Urquelle alles Lichtes, alles Seins und aller Wahrheit, die für ewig unwandelbar in Mir ist!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 199, 7]

 

Jesus der Herr zu der Ihn grenzenlos liebenden Chinesin Chanchah: „Mich kann niemand genug lieben, — aber das ist bei der größten Liebe wohl zu beachten, daß die Liebe nicht ohne Weisheit einhergehen darf, wenn sie die Seligkeit aller Seligkeiten bewirken soll! Denn die pure Liebe ist ein verzehrend Feuer, dem, da es ein Grundfeuer ist, durch nichts gesteuert werden kann als durch einen entsprechenden Grad von Weisheit. Daher mußt auch du deine Liebe zu Mir durch einen gerechten Grad von Weisheit mäßigen, wenn du die wahre Seligkeit der rechten Liebe genießen willst! — Darum betrachte Mich nicht als das allerhöchste, allmächtigste Gottwesen, sondern als deinen allerbesten, wahrhaftigsten Vater, ja sogar in Meiner Menschlichkeit als deinen Bruder, so wirst du Mich — wie jeder andere Selige — leicht ertragen!“

[BM. Kap. 121, 8-10]

 

Joseph zu dem demütigen Fischer Jonatha, der von ihm gegenüber dem göttlichen Kinde ein erhaben ehrfürchtiges Verstummen erwartet: „Wollte ich über das göttliche Kind Gefühle und Gedanken in mir erwecken, vor denen alle Engel erbeben müßten, sage, welchen Dienst würde ich dadurch Dem erweisen, der die ganze Unendlichkeit in Seiner Rechten trägt? — — Alles, was ich tun kann, ist, daß ich das Kindlein liebe aus allen meinen Kräften und Ihm den nötigen Dienst erweise, den es von mir verlangt! — Alles andere Großgedankenwerk aber lasse ich aus dem Grunde beiseite, weil ich wohl weiß, daß mein erhabenster und größter Gedanke gegen die Größe Gottes ein prahlerisches Nichts ist!“

[Jug. Kap. 170, 16-20]

 

Das Jesuskindlein zu dem Fischer Jonatha, der Kunde über die Beschaffenheit des Mondes wünscht: „Siehe, viel Wissen macht den Kopf schwer und das Erdenleben unbehaglich. Aber viel Liebe im Herzen zu Gott und deinen Brüdern macht das Erdenleben angenehm und benimmt alle Furcht vor dem Tode. Denn diese Liebe ist ja in sich selbst das ewige Leben; wer aber das hat, der wird dereinst auch zu schauen bekommen alle Schöpfung! Denn die wahren Liebenden Gottes werden anschauen Sein Angesicht. Das aber ist das Angesicht Gottes, was Er erschaffen hat durch Seine Weisheit und ewige Allmacht!“

[Jug. Kap. 174, 13-16]

 

Jesus: „Sehet, die Gleichnisse vom verlorenen Schaf, vom verlorenen Groschen und vom verlorenen Sohn sind Bilder der Barmherzigkeit Gottes für diejenigen, die in der Liebe ihres Herzens dem Vater im Himmel gleichen. Welche aber nur in der Weisheit stehen, die fühlen das große Bedürfnis der Liebe im Vater nicht. — In der Liebe liegt gar vieles verborgen, was keine Weisheit ergründet; darum ist der Vater als die ewige Liebe auch größer als der Sohn, der als Ihr Licht hier vor euch steht. Darum sage Ich: Vieles ist selbst bei den weisesten Menschen unmöglich, was bei Gott in Seiner Liebe dennoch möglich ist.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 242, 10, 13 und 14]

 

Henoch, der liebeweise Prophet der Urzeit: „Wer vermöchte je Gott zu zwingen, daß Er sich einem zeigen und enthüllen solle?! Und täte Er es, wer möchte es fassen und bleiben am Leben?! So ihr aber Gott liebet über alles, da wird Er euch führen in alle Weisheit und höchste Erkenntnis mehr und mehr —‚ je nach der Fähigkeit und Größe der Liebe, die ihr zu Ihm Herzen heget. — Liebe ist die Wurzel aller Weisheit, daher liebet, wollt ihr wahrhaft weise werden! Wenn ihr aber liebet, da liebet der Liebe und nie der Weisheit wegen, so werdet ihr wahrhaft weise sein!“

[H. Bd. 1, Kap. 90, 11 und 13]

 

Jesus im Jenseits: „Jedes Meiner Worte bleibt zwar ewig unwandelbar im Bereich Meiner Ordnung und Weisheit; aber wer durch die Liebe zu Mir kommt, dem wird alle Schuld nachgesehen. Denn bin Ich schon in der Weisheit ein Diamant, so bin Ich in der Liebe weicher als Wachs und lasse sehr mit Mir handeln!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 252, 10]

 

Der Herr: „Wahrlich, die Liebe im Herzen eines Kindes zu Mir, dem Vater, ist mehr wert als alle noch so erhabene Weisheit und alle erdenkliche Wissenschaft! Denn wer die Liebe hat, der hat alles; wer aber die Liebe allein der Weisheit, der Wissenschaft und der Stärke wegen hat, der soll auch haben, was er haben will, aber dann soll er dennoch nicht haben — Mein Herz!“

[H. Bd. 3, Kap. 11, 4-5]

 

Das Mägdlein Jarah, eine Jüngerin Jesu, auf die Frage, woher sie ihre Weisheit habe: „Jesus ist der Geber aller guten Gaben! Er allein ist weise und vollkommen gut! Wer Ihn liebt und im Herzen glaubt, daß Er der Herr Jehova-Zebaoth von Ewigkeit ist, in dessen Herz wird Er Sein ewiges Licht geben, und es wird dann hell werden im ganzen Menschen; ein solcher Mensch wird dann voll sein der wahren, göttlichen Weisheit durch und durch!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 159, 2]

 

Jesus: „Ich als die Wahrheit im Vater bin gleich wie ein Sohn, der Vater aber ist die ewige Liebe in Mir. Wen sonach die Liebe oder der Vater zieht, der kommt auch zum Sohne oder zur Wahrheit. Darum ist es besser, sich Mir durch die Liebe zu nahen als durch das Erforschen der puren Wahrheit. Denn mit der Liebe kommt auch der Geist der Wahrheit unfehlbar so, wie mit dem Feuer, wenn es sich zur lebendigen Flamme steigert, das Licht!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 37, 3-4]

 

Der Herr zu einem Verstandesgrübler: „Wer die reine Liebe zu Gott, dem Vater aller Menschen und dem Schöpfer aller Dinge, hat und aus dieser Liebe heraus zu allen Brüdern und im gerechten, reinen Maße auch zu den Schwestern, der hat alles; ja, er hat das ewige Leben und alle klare, heilige Weisheit!“

[H. Bd. 1, Kap. 174, 10]

 

Inschrift auf der zweiten Stufe einer für Robert Blums jenseitige Seelenentwicklung und -läuterung sinnbildlichen Pyramide: „Die Liebe ist das Leben, das Gesetz die Ordnung, die Kraft, die Macht, die Sanftmut, die Demut, die Geduld und dadurch der Kern aller Weisheit. Der Weisheit sind nicht alle Dinge möglich, weil die Weisheit nur einen gewissen Weg geht und sich mit dem, was unrein ist, nicht befassen kann. Aber der Liebe sind alle Dinge möglich. Denn sie ergreift auch das, was verworfen ist, mit derselben Innigkeit wie das, was in sich selbst schon das Reinste ist. Die Liebe kann alles brauchen, die Weisheit aber nur, was die Liebe gereinigt hat.“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 157, 5]

 

Jesus im Jenseits: „Mein Apostel Johannes hatte die mächtigste Liebe zu Mir und darum auch die größte Glut in der Darstellung Meines Wortes. In seinen Worten liegt auch die größte Weisheit, wie bei keinem anderen Apostel. Ihm ward darum auch die tiefste Offenbarung gegeben. Denn was der Mensch mit dem Verstande in hundert Jahren bei aller Mühe kaum erreicht, das gibt ihm die rechte Liebe in einer Sekunde! Denn die Liebe bin Ich selbst im Menschen! Je vollkommener seine Liebe wird, desto entfalteter auch Mein Ebenbild in ihm. — Der Verstand aber ist nur ein Schrank, in dem die Liebe ihre erworbenen Schätze aufbewahrt.“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 245, 2, 4 und 5]

 

Jesus: „Die kindliche Einfalt eines Herzens steht bei Mir endlos höher als die tiefschürfende Weisheit eines Cherubs.“

[BM. Kap. 186, 17]

 

Jesus: „Wer sich den Willen Gottes durch sein Handeln danach zueigen gemacht hat, der hat sich auch die Weisheit Gottes angeeignet, ohne die der Wille nichts Heilvolles zu bewirken vermag. Und so ist denn ein Mensch, der dem Willen Gottes gemäß handelt, voll des wahren, lebendigen Lichtes durch die Liebe zu Gott und zum Nächsten.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 108, 7]

 

Der Herr: „Wie da jemandem sein wird die Liebe zu Mir, so wird auch sein dessen Licht und Weisheit! Daher fliehet die Welt und suchet euch selbst und Mich in euch!“

[H. Bd. 2, Kap. 86, 5 und 13]

 

Der Evangelist Johannes: „Wer die über alles beseligende und für ewig belebende Liebe zu Gott überkommen hat, der hat mit ihr auch die Weisheit überkommen, welche gleich ist der göttlichen Weisheit, weil die Liebe selbst, aus der solche Weisheit hervorgeht, göttlich ist.“

[GS. Bd. 2, Kap. 41, 6-7]

 

Der Herr: „Swedenborg ist wahr und gut, solches kannst du glauben. — Aber Ich sage dir: Die Liebe ist über alles erhaben und heilig! Wer diese hat, der hat alles; denn er hat wahrhaft Mich selbst! Und siehe, das ist mehr als alle Propheten, alle Apostel und somit auch mehr als Swedenborg!“

[Hi. Bd. 2, S. 53, 21, 14. 3. 1842, Bd. 2, Abs. 21]

 

Jesus zu dem römischen Oberstatthalter Cyrenius: „Liebe mit Ernst und Weisheit, das ist ein ewiges Gesetz; wer danach handelt, macht keinen Fehltritt, und die Früchte davon werden köstlich sein.

[Ev. Bd. 2, Kap. 55, 6]

 

Jesus: „Darin liegt die höchste Weisheit, daß ihr weise werdet durch die lebendigste Liebe. Alles Wissen ist ohne die Liebe nichts nütze! Darum bekümmert euch nicht zu sehr um viel Wissen, sondern daß ihr viel liebet, so wird euch die Liebe geben, was euch kein Wissen je geben kann!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 1, 9]

 

Jesus zu einem sehr freigebigen griechischen Wirt: „Bleibe du, was du bist, und suche die Wahrheit und den Grund des Lebens und Seins! Denn nur die Wahrheit wird dich frei machen, und mit ihr wirst du hoch über allem Priestertume stehen und über allem, was die Welt Weisheit nennt.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 254, 5]

 

Der Herr: „Soll euch die Weisheit (das Wissen um Gott) zum wahren Nutzen werden, so muß sie entweder zu einem lebendigen, klaren Gefühl im Herzen werden oder — was das Vorzüglichste ist — sie muß aus der Lebendigkeit des Herzens hervorgehen. Ist eines oder das andere der Fall, so wird dann erst die dadurch geweckte Lebenskraft als ein stetiger Zeuge auftreten und laut verkünden, daß Gott die reinste und heiligste Liebe ist, in welcher kein Wesen je zugrundegehen wird!“

[H. Bd. 2, Kap. 164, 16-17]

 

Der Herr: „Der ordnungsmäßige Zustand im Menschen soll folgender sein: Das Herz wird mehr und mehr durch die demütige Darniederkunft des Verstandes erweitert und nimmt den Verstand in sich auf. Dann wird der Verstand von der Liebe erwärmt und dehnt sich im Herzen aus. Dadurch entzündet sich auch die Liebe in ihrer beseligenden Wärme, und das Licht ihrer sanften Flamme durchleuchtet gar lieblich den Verstand. Dann erglänzen die Schätze des Himmels im Verstand, werden durch die Wärme des Lichtes immer größer und zergliederter, woraus danach das schöne Herzensverständnis der Liebe und des wahren lebendigen Glaubens kommt und das Senfkörnlein sich zum Baume gestaltet, der die Vögel des Himmels und endlich auch Mich selbst zum Wohnen in seinen Zweigen einladet.“

[Hi. Bd. 1, S. 96, 4]

 

Jesus in der geistigen Welt zu Robert Blum: „Robert, siehe hierher! Die du lieb hast, ist die ganze Weile, während der du auswarst, an Meiner Brust gehangen. Du hast sehr viel gesehen und große Erfahrungen gemacht. — Du bist in Meine Himmel gedrungen, — aber diese deine Helena tief in die großen Geheimnisse Meiner Liebe. Was meinst du nun, wer von euch beiden in tiefen und wichtigen Erfahrungen des Lebens wohl die größten Fortschritte gemacht hat?“ Darauf Robert Uraniel: „O Herr, sicher diese liebste Helena hier! Denn wer an der Urquelle selbst schöpft, der empfängt in Fülle des Lebens reinstes Licht!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 188, 1-2]

 

Jesus: „Seid geduldig und in allem voll Sanftmut, so werdet ihr viel Segen in die Herzen der Menschen streuen! — Es ist hierbei aber nicht so sehr von einer äußeren, als vielmehr von einer inneren, wahren Sanftmut die Rede. Wo es nötig ist, durch eine scheinbare Strenge einen notwendigen Erfolg zu erzielen, da tue man das; denn die Regel im Umgang mit Böswilligen ist: ‚Klug sein gleich den Schlangen und dabei dennoch sanft gleich den Tauben‘.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 166, 4 und 6]

 

Der Herr: „Es soll nicht sein, daß der Mensch in jegliche Tiefe Meiner Weisheit dringe in der Zeit; denn dazu ist euch ja von Mir ein ewiges Leben bereitet!“

[H. Bd. 3, Kap. 27, 3]

 

Der Herr: „Jedes Wort aus der Liebe ist eine lebendige Frucht, in welcher Unendliches und unendlich Mannigfaltiges verborgen liegt. In der Weisheit gebe ich nur soviel, wie jeder zu ertragen imstande ist; aber in der Liebe gebe ich euch eine Unendlichkeit um die andere, wobei auch die höchste Engelsweisheit nie zu einer endlichen Lösung der darin verborgenen Weisheit gelangen wird.“

[Hi. Bd.1, S. 233, 8, 9]

 

Herzensbekenntnis demütiger, schlicht gläubiger Menschen der Jetztzeit: „Wir einfältigen Liebhaber Gottes, die wir zwar außer der Universität Gottes in unserem Herzen nie eine andere besucht haben, wollen mit aller hochberühmten Weltweisheit dennoch nicht tauschen; denn unser Schauen in die Tiefen der großen Schöpfungen unseres heiligen Vaters ist uns lieber als euer tausendjähriges Forschen mit verdeckter Sehe. Wie weit eure Ferngläser und eure mathematischen Linien reichen, wissen wir; aber wie weit die helle Sehe unseres in Gott ruhenden Herzens reicht, das zu bemessen, dürften eure Tubusse und mathematischen Linien wohl bedeutend zu kurz werden und zu wenig mathematisch sein!“

[H. Bd. 1, Vorrede Abs. 11]

 

Jehovas Ermahnung an den redseligen Erzvater Seth: „Seth, weißt du denn nicht, daß die wahre Liebe stumm ist und die Weisheit nur dann das Wort führt, wenn sie zum Frommen anderer zu reden aufgefordert wird? Hast du Liebe, so schweige mit dem Munde und rede allein im Herzen; und hast du Weisheit, so lasse dich vorher von jemand begehren, und so solches geschehen, dann rede wenige Worte aus dem Herzen und nicht aus dem Verstande, was da frommt dem Begehrenden! Es ist unvergleichlich besser, zu schweigen und das Ohr zu verhalten, als beständig zu mundwetzen und zu brodeln gleich einem Wasserfall!“

[H. Bd. 1, Kap. 98, 2-4]

 

Jesus zu einer Seelenschar, die Gott in Seiner Unendlichkeit vergeblich sucht: „Wenn ihr die Gottheit nach der endlosen Wesensseite ihres Lichtausströmens beurteilt und als wahre ‚Lichtreiter’ die endlosen Räume durchflieget und das Dasein der großen Gottheit suchet, da bleibt euch freilich das Bekanntwerden mit dem eigentlichen wahren Gottwesen ewig fern, und ihr müsset endlich vor der unermeßbaren Gottesgröße erliegen und vermöget euch nimmer aufzurichten in euren Herzen, auf daß ihr schauen und fassen möget das wirkliche Wesen Gottes, eures Vaters.“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 277, 2]

 

Paulus an die Gemeinde zu Laodizea: „Eure Rede sei allzeit mit Liebe gewürzt gegen jedermann und sei voll Salz der wahren Weisheit aus Gott; aus dieser Weisheit sollet ihr allezeit nehmen, was ihr redet mit jemandem, auf daß er erfahre, wie verschieden die göttliche Weisheit ist von dem Wissen der Weltweisen.“

[Lao. Kap. 3, 40]

 

Jesus im Jenseits: „Die vollkommene himmlische Würde, Anmut und Reinheit gibt einer Seele nicht die Weisheit, sondern nur die Liebe! Daher haltet euch alle an die Liebe, wollet ihr in den Himmeln bei Mir sein! — Ihr werdet zwar in jedem der drei Haupthimmel bei Mir sein und wandeln vor Meinem Angesicht, aber nie so nahe, wie diese verklärte Seele allein durch die Liebe!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 243, 9]

 

Das Jesuskindlein zu dem wißbegierigen römischen Statthalter Cyrenius: „Wenn du forschend deinen Geist (Verstand) erheben wirst, dann wird dieser seine lebendige Tiefe stets mehr und mehr verlassen, und du wirst dich dadurch von Meinen Tiefen entfernen und dich ihnen nicht mehr nahen können. Aber von nun an solle tiefe Weisheit vor den Weisen der Welt verborgen bleiben; jedoch den einfältigen und schwachen Kindern soll sie ins Herz gelegt werden. Darum werde du ein Kind in deinem Gemüte, und es wird dann die rechte Zeit für dich sein, die wahre Weisheit zu überkommen.“

[Jug., Kap. 217, 17-19]

 

Jesus: „Es wäre keinem Engel gut, so er gleich Gott allwissend wäre. Denn so wenig ein Geist je die ganze Unendlichkeit Gott gleich erfüllen wird, ebensowenig wird je eines noch so vollendeten Geistes Weisheit alle Tiefen der göttlichen Weisheit zu erforschen und zu erfassen imstande sein.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 233, 4-5]

 

Jesus: „Die Menschen müssen vor aller Verstandesbelehrung und Wissenschaft erst wahre Menschen werden, ansonst ihnen jede Wissenschaft viel mehr schaden als frommen kann. Denn die Wissenschaft beschäftigt nur den Verstand, der im Gehirn seinen Sitz hat; aber das Herz als das Fundament des Lebens bleibt roh und ungeschlacht wie das eines Raubtieres und übt mit Hilfe der Wissenschaft noch mehr Böses als ohne sie; denn bei einem gottlosen Herzen ist die Wissenschaft eine wahre Leuchte zum Bösen aller Art.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 175, 4]

 

Jesus: „Es ist euch besser, etwas weniger Kenntnis von der Natur der Materiewelt, aber dafür mehr Kenntnis eures inneren seelisch-geistigen Wesens zu haben. Wer sein Inneres völlig kennt, der wird auch zur Kenntnis nicht nur der ganzen Erde, sondern auch aller anderen Weltkörper im Schöpfungsraume gelangen, materiell und geistig, welch letzteres allein von größter Wichtigkeit ist. Doch die nur äußere Kenntnis der Natur dieser Erde wird keiner Seele den Weg zur Unsterblichkeit bahnen!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 87, 9-10]

 

Jesus: „Der einfache Mensch, der reinen Herzens ist, hat eine freiere Seele und in ihr einen freieren Geist und faßt darum bald das, was des Geistes ist. Aber ein Weltweiser, dessen Seele mit lauter materiellen Vorstellungen angefüllt ist und von einem göttlichen Geiste in ihr keine Ahnung mehr hat, wird das nicht fassen und begreifen.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 16, 3]

 

Der Herr: „Diejenigen, die zu Mir in die Schule gehen, werden in alle Ewigkeit nicht auslernen. Denn je mehr da einer erkennen wird, desto mehr wird ihm noch immer zu erkennen bleiben. Daher wird es in Meinem Reiche auch keine Gelehrten geben. Und da wird nie jemand können das ‚Rigorosum‘ zur Doktorwürde machen. Denn da wird es stets heißen: Wir bleiben ewig Schüler, und all unser Erkennen und Wissen ist Stückwerk gegen die Allwissenheit unseres Vaters! — Daher seid froh und voll guten Mutes und wisset, daß euch alles gegeben wird, um was ihr Mich, euren heiligen Vater, bitten werdet!“

[Hi. Bd. 1, S. 221, 24-27]

 

Der Apostel Petrus zu dem neuen Himmelsbürger Robert Blum: „Hier (im himmlischen Jerusalem) gibt es neben dem großartigsten Wissen der Geister dennoch ein fortwährendes Fragen und Erklären der mannigfachen Erscheinungen und Dinge. Auch du wirst mit dem Fragen ewig zu keinem Ende gelangen. Am leichtesten kommt man zurecht, wenn man sich stets mehr in der Liebe zu befestigen sucht als im Wissen; denn die Liebe befriedigt, aber das Wissen ewig nimmer.“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 288, 16]

 

Jesus im Jenseits: „Es ist zwar nicht völlig unmöglich, daß Geister des untersten Weisheitshimmels in einen höheren Himmel übergehen können, aber es geht dies immer sehr schwer, weil die Weisheit sich stets mehr in der Betrachtung als in der wirklichen Tat gefällt. — Der Weise hat nur Wohlgefallen, wenn er vor anderen seine Einsichten auskramen kann, während der eigentliche Liebegeist nur nach dem erkannten Guten und Wahren handeln will.“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 233, 7]

 

Der Herr: „Wer die Liebe Gottes in sich hat, dem wird auch die Weisheit in demselben Grade zukommen, in welchem er die Liebe hat. Und also wird es dem gegeben, der da hat, nämlich die Liebe. — Wer aber diese nicht hat, sondern allein seinen trockenen Weltverstand, den er als die Weisheit ansieht, dem wird alsdann auch dieser genommen werden, und zwar auf die natürlichste Weise, wenn ihm das Weltliche oder sein Leibesleben genommen wird.“

[GS. Bd. 1, Kap. 5, 5]

 

Jesus: „Wer sich im Leben des Geistes aus Mir befindet, der befindet sich auch in aller Weisheit des Geistes. Durch sie wird der Baum der Erkenntnis gesegnet, und die Seele wird dann in einem Augenblick mehr erkennen als durch ihr äußeres eitles Verstandesforschen in tausend Jahren!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 84, 9]

 

Jesus: „Wer im Herzen, in der Liebe und im Willen mit Mir vereint ist, dem wird die ärgste Welt nie etwas anhaben können. Aber wer nur eins ist mit Mir in der Weisheit, der wird in der Welt viele und arge Kämpfe zu bestehen haben; denn die Welt wird in ihrem materiellen Verstande nie einsehen, daß ihr scheinbares Etwas vor dem Geiste ein Nichts ist!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 151, 15]

 

Der Herr: „Glaube Meinem Worte, du Menschengeschlecht auf Erden: Wenn dir mehr liegt an der Erfahrung der Dinge als an Meiner Vaterliebe, da wir es wohl geschehen, daß du mit deiner mächtigen (Welt-) Weisheit die Armut unterjochen wirst, aber dann sollst auch du von mir unterjocht werden, und Ich werde dann deiner nicht schonen!“

[H. Bd. 3, Kap. 11, 6]

 

Jesus: „Der kalte, noch so scharfe Weltverstand sieht nicht ein, daß Ich mit dem Vater eins und der bin, der mit Seiner Weisheit und Macht die ganze Unendlichkeit erhält und regiert.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 16, 1]

 

Jesus: „Ein verstandesgebildeter Mensch kann es durch viel Selbstverleugnung auch (nachträglich) noch zu einer wirksamen Gemütsbildung bringen. Dazu empfehle Ich euch vor allem die Nächstenliebe, die da kommt aus der Liebe zu Gott. Denn diese allein vermag aus eurer Verkehrtheit wieder Menschen in Meiner Ordnung zu machen.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 220, 4-5]

 

Jesus: „Wenn Mein Geist in euch tätig wird, dann soll es licht werden in eurem Verstande und ihr werdet auf ganz natürlichen Wegen der Natur ihre Kräfte ablauschen und euch ihre Geister dienstbar machen. Dadurch werdet ihr große irdische Lebensvorteile erreichen, die ihr zu Wohltaten für die Menschen verwenden sollt.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 225, 4]

 

Der Erzengel Raphael: „Ein durch allerlei Wissenschaften und Erfahrungen geweckter Verstand erhält erst dann den rechten Scharfblick, wenn er von der Liebe zu Gott erwärmt und erleuchtet wird.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 58, 14]

 

Jesus zu gedächtnisschwachen Jüngern: „Wenn der Geist Gottes über euch kommt, dann wird er euch in alle Weisheit leiten, und ihr werdet hinfort eures irdischen Gedächtnisses nicht mehr bedürfen. Aber der Bildung der Seele wegen ist dem Menschen auch ein irdisches Gedächtnis gegeben, das bei einem recht festen Willen stark genug ist, sich eine zahllose Menge von Worten, Wahrheiten und Taten zu merken. Nur wenn ein Mensch über derlei Dinge und Vorkommnisse gleichgültig hinweggeht, so bleiben sie ihm auch nicht im Gehirn haften.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 145, 9]

 

Jesus verwirft die allzu gründliche philosophische Bildung verstandeskluger Priesterweiber und fährt fort: „Alle diese weltweisen Philosophen widersprechen einander ja im höchsten Grade, so daß durch sie alle sich nie ein einheitliches Lebenssystem erzielen läßt und aus so belehrten Menschen nur hochmütige Vielwisser werden.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 105, 6-8]

 

05.10. Die Selbstbeschauung, ein hochwichtiges Seelenreinigungsmittel

Der Herr: „Ich sprach am Kreuze: ‚Es ist vollbracht!’ — Aber was ist vollbracht? — Mein eigener Kampf um euch; denn mehr kann Ich als euer Schöpfer, Gott, Herr und das ewige Leben selbst nicht tun, als euern Tod auf mich nehmen. Es ist zwar vollbracht (die Erreichung des höchsten Lebenszieles), aber nicht für euch, sondern nur für Mich selbst! Aber tuet ihr danach, daß dieses Werk auch in euch vollbracht werde? — O ja, ihr leset fleißig, ihr schreibet auch fleißig, ihr besprechet euch auch gerne von Mir —; doch wenn Ich sage: ‚Widmet Mir anstelle eurer Weltgedanken und weltlichen Erheiterungen nur eine Stunde am Tage, heiliget sie dazu, daß ihr euch dann mit nichts als nur mit Mir in eurem Herzen abgebet!‘ —‚ oh, da werdet ihr hundert Anstände finden, und hundert weltliche Gedanken werden sich um einen einzigen schwachen geistigen wie ein Wirbelwind drehen!“

[Schrft. Kap. 5, 12, 14-15]

 

Jesus empfiehlt nach wichtigen geistigen Gesprächen und Belehrungen: „Nun wollen wir ruhen und uns in der inneren Selbstbeschauung üben, welche eine wahre Sabbatsfeier in Gott ist.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 166, 18]

 

Jesus über die rechte Weise und Wirkung der Selbstbeschauung: „Ruhet und denket im stillen lebendig nach über euer Tun und Lassen, über den euch wohlbekannten Willen Gottes, und ob ihr diesem nachgekommen seid zu den verschiedenen Zeiten, — so habt ihr euch in rechter Weise innerlich selbst beschaut und dem Eindringen Satans in euch den Weg erschwert. Denn dieser sucht nichts emsiger, als durch allerlei äußere, nichtssagende Gaukeleien den Menschen an seiner inneren Selbstbeschauung zu hindern. Hat aber der Mensch durch Übung eine Fertigkeit in der Beschauung seines Inneren erreicht, so findet er in sich gar bald, welche Fallstricke ihm der Satan gelegt hat, und kann diese alsbald zunichte machen und aller künftigen Arglist des Feindes vorbauen.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 224, Abs. 10-11]

 

Der Erzengel Raphael: „Äußere Ruhe und Schweigsamkeit sind nötig für das Wirken des Geistes in der Seele.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 60, 21 und Kap. 61, 1-3]

 

Der Jünger Johannes: „Mir kommt es vor, als ob der Herr es so haben wolle, daß jeder Mensch sich zuerst selbst finden muß, bevor der Herr Seine alles Leben vollendende Hand an ihn legt und mit Seinem Lichte Wohnung nimmt in des Menschen Herzen. Aus diesem Grunde sagt der Herr auch niemandem die Fehler seines Lebens vor, sondern macht die Fehler nur durch gewisse Rüttler offenbar, wodurch Er die Seele nötigt, sich näher zu beschauen, ihre Fehler in Seinem Lichte zu erkennen und sie von sich zu bannen, um dann völlig in die Ordnung Gottes einzugehen.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 188, 15-16]

 

Der erleuchtete König Lamech von Hanoch zu den Urvätern und den Kindern der Höhe: „Der Herr hat dem Menschen die Schwächen zur selbständigen Probung gegeben. Durch diese Schwächen ist unser aller geistige Freiheit bedingt, und wir können erst durch deren Erkenntnis und Besiegung vollkommen frei im Geiste werden. Und somit ist die Schwäche in uns ein vom Herrn geflissentlich unvollendeter Teil unseres Wesens, den wir selbst vollenden sollen, um dadurch die göttliche Ähnlichkeit unseres Geistes in uns selbst bekräftigend zu rechtfertigen und ein wahrhaft freies Leben für ewig zu gründen. Wenn wir aber lieber unsere Schwächen verdecken als offenbaren, so schaden wir uns selbst und sind selber schuld, wenn wir am Ende durch sie zugrunde gehen!“

[H. Bd. 3, Kap. 170, 7-9]

 

Den lange hart und vergebens in der inneren Selbstbeschauung um Erleuchtung Ringenden empfiehlt Jesus: „Prüfet euch sorgfältig, ob nicht noch weltliche Vorteilsgedanken euer Herz beschleichen, ob nicht zeitweiliger Hochmut, eine überspannte Sparsamkeit, Ehrsucht, richterlicher Sinn, Rechthabelust, Wollustsinn und dergleichen mehr euer Herz und eure Seele gefangenhalten. Solange das bei einem Menschen der Fall ist, wird er zur vollen Erfüllung Meiner Verheißung (die Wiedergeburt) an ihn nicht gelangen.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 125, 2]

 

Jesus: „Es würde oft manchem gar nicht viel fehlen an der vollen Besitznahme des Gottesreiches in seiner Seele; und dennoch wird er Mein Reich nicht einnehmen, weil er sich zu wenig prüft und nicht acht darauf hat, was etwa noch Irdisches an seiner Seele klebt.

[Ev. Bd. 5, Kap. 125, 4]

 

Jesus beleuchtet dem römischen Oberrichter Faustus die Wichtigkeit der Selbstprüfung als Seelenläuterungsmittel und weist auf die Gefahren des Hochmutes und der Geltungssucht hin, die im Herzen die Hölle bereiten.

[Ev. Bd. 2, Kap. 8, 8]

 

Der Evangelist Johannes: „Jeder, der in das Leben seines Geistes eingehen will, muß sich täglich auf eine Zeitlang in die vollkommene Ruhe seines Geistes begeben und muß in dieser nicht etwa mit allerlei Gedanken umher schweifen, sondern er muß einen Gedanken nur fassen und diesen unverwandt betrachten. Der beste Gedanke ist der Herr. Und wenn jemand solches mit Eifer und mit aller möglichen Selbstverleugnung tut, so wird dadurch die Seele wie das Gehör seines Geistes (seiner Seele?) immer mehr an innerer Schärfe gewinnen.“

[GS. Bd. 2, Kap. 44, 16-17]

 

Der erleuchtete Prophet der Urzeit Henoch: „Es ist nicht so leicht, sich selbst zu beschauen. Denn sehet, bis jetzt war bei euch allen vorzugsweise der Verstand eures Kopfes die Leuchte eurer Seele; aber der ewig lebendige Geist, der da wohnt im Herzen der Seele, und der da ist das alleinig wahre, innerste, lebendige Licht des Lebens, ist bei euch noch nie geweckt worden. Das aber ist das alleinige Weckmittel des Geistes, daß ihr alle euch im Herzen, d.h. in der vollkommensten Liebe, an den heiligsten Vater wendet voll Vertrauen und voll gerechter, uneigennütziger Treue!“

[H. Bd. 2, Kap. 56, 5, 6 und 11]

 

Jesus zu der klugen Jüdin Helias, die eine Beachtung des Neunten Gebotes für unmöglich hält, da man seinen Gedanken und Begehrungen nicht gebieten könne: „Du kannst denken, was du willst, so kannst du dadurch nicht sündigen, wenn dein Herz an einem unordentlichen Gedanken kein Wohlgefallen findet. Findest du aber an ihm ein Wohlgefallen, so verbindest du schon deinen Willen mit dem schlechten, der Nächstenliebe baren Gedanken und bist nicht ferne davon, solchen Gedanken, der einmal von deinem Wohlgefallen und Willen belebt ward, in die Tat übergehen zu lassen, wenn dir die Umstände günstig erscheinen und die Tat ohne äußere Gefahr zulassen. — Daher ist die weise Überwachung der im Menschen vorkommenden Gedanken durch die wahre Nächstenliebe und vom geläuterten Lichte des Verstandes und der Vernunft von höchster Wichtigkeit.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 36, 2]

 

Auf die Frage des Judas Ischariot: ‚Herr und Meister, wie kann man den alten Adam aus- und einen neuen Menschen anziehen?“ erklärt ihm Jesus: „Deine weltlichen Begierden und Gelüste, die im Fleische toben, unterjoche mit deinem freien Willen und trachte nach dem Reiche Gottes in dir nach der euch allen bekannten Lehre und Weise, so hast du dadurch den alten Menschen ausgezogen und einen neuen angezogen.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 100, 8-9]

 

Jesus: „Es soll sich jeder Mensch zuerst gläubig nach den von oben empfangenen guten Lehren richten und dann acht haben auf sein Gemüt, aber auch auf die in seinem Fleische schlummernden bösen Leidenschaften, die sich in Trägheit, Wollust, Eigenliebe, Starrsinn, Hochmut, Neid, Geiz und Herrschsucht kundgeben. Diesen soll er durch die Macht der Liebe zu Gott und zum Nächsten, durch Geduld, Demut und Sanftmut begegnen, so wird es nicht lange währen, bis sich ihm die guten Geister fühl- und sichtbar nahen.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 225, 19]

 

Jesus zu der lichtsuchenden Jüdin Helias: „Solange der Mensch nicht völlig Herr seiner Gedanken ist, wird er auch nicht Herr seiner Leidenschaften und der daraus hervorgehenden Taten sein. Wer aber nicht Herr und Meister in und über sich ist, der ist noch fern vom Reiche Gottes und bleibt ein Knecht der Sünde, die den ganzen Menschen verunreinigt.

[Ev. Bd. 7, Kap. 37, 6]

 

Der Herr zu einem jungen Mädchen: „Willst du, Meine liebe Tochter, dein Herz reinigen, auf daß es wohlgefalle den himmlischen Geistern, so mußt du wie eine weise Gastwirtin alles schlechte und unnütze Gesindel (unsaubere, weltliche Gedanken) aus deinem Herzen verbannen, ja es gewaltsam hinauswerfen, dann alle Gemächer deines Herzhauses wohl fegen und säubern, auf daß den anlangenden Himmelsgästen die Gaststuben gefallen und sie fortan darin bleiben mögen!“

[Hi. Bd. 2, S. 315, 4]

 

Der Jünger Johannes zu dem Bettler Zorel: „Willst du vollkommen werden, so mußt du dich entdecken, und es darf kein Hehl in deiner Seele sein; erst wenn alles Unordentliche aus dir heraus ist, kannst du an der Vollendung zu arbeiten anfangen.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 63, 10]

 

Der Erzengel Raphael: „Wie kann der Mensch in sich erfahren, ob er sich ganz in der reinen Liebe nach der göttlichen Ordnung befindet? — Der Mensch prüfe sich, wenn Arme zu ihm um einen Beistand kommen, ob es ihn in seinem Herzen freudigst und seiner selbst vergessend zum Helfen drängt. Verspürt er dies in sich ganz lebendig, so ist er als ein wahres Gotteskind schon reif, und die gemachten Verheißungen, die ein fertiges Gotteskind zu gewärtigen hat, beginnen in die volle Wirksamkeit zu treten und sich wunderbar in Rede und Tat zu zeigen.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 241, 5-6]

 

Des tiefst gefallenen, verruchten Königs Lamech von Hanoch grausige Innenschau, in welcher er seine schreckliche Sündhaftigkeit und die Fülle seiner Missetaten erkennt, seine heiße Reue und tiefe Demütigung.

[H. Bd. 2, Kap. 183, 14-23]

 

Jesus: Satan versucht immer wieder, durch schreckenerregende Erscheinungen die Selbstbeschauung ernst ringender Seelen zu stören; aber im Vertrauen auf Mein Wort gewinnt die Seele ihre Ruhe wieder und gelangt bald zur Wiedergeburt.

[Ev. Bd. 1, Kap. 226, 2-4]

 

05.11. Die Lehr- und Erziehungsweise des Herrn

Cyrenius, der römische Statthalter und große Freund des Jesuskindleins, nach zweijähriger Trennung zu Joseph: „O mein Bruder, ich habe in diesen zwei Jahren gar viel ausgestanden: Verfolgung, Verrat, Verleumdung und viele andere höchst unangenehme Dinge. Aber ich dachte dabei allezeit daran, was mir vor zwei Jahren das heiligste Kindlein gesagt hat, nämlich, daß es diejenigen zupfe und kneipe, die es lieb habe. — Und fürwahr, alle diese Stürme um mein Gemüt waren im Ernste nichts als lauter Liebkosungen dieses meines Herrn aller Herren! Denn wo immer sich eine Woge wider mich erhob und mich zu verschlingen drohte, da zerschellte sie an einer noch mächtigeren Gegenwoge, und es blieb nichts als leerer Schaum zurück.“

[Jug. Kap. 182, 11-16]

 

Jesus: „Die Achtung des freien Willens der Menschen dieser Erde geht von Gott aus so weit, daß Er nicht immer darauf sieht, was die Menschen denken, wollen und tun. Nur wenn sie zu weit von Gott abgewichen sind, dann erst sieht Gott sie an und erweckt wieder Seher, Lehrer und Propheten, damit sie den Menschen Seinen Willen und Seine Absichten verkünden. Kehren sich die Menschen daran, so geht es wieder ganz gut; verspotten und verfolgen sie aber die für sie von Gott Erweckten, so muß Gott dann notwendig ein Strafgericht über die Menschen und oft über ein ganzes Volk kommen lassen. Aber selbst ein solches Gericht geht niemals unmittelbar von dem allmächtigen Willen Gottes aus, sondern kommt stets von der blinden und böswilligen Verkehrtheit der Menschen.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 225, 8]

 

Jesus: „Ich kann zwar schon von Ewigkeit her alles wissen, was mit einem Menschen wird, wenn Ich es wissen will; aber damit der Mensch in der Reife seiner Jahre völlig frei und unbeirrt handeln kann, so ziehe Ich auf eine bestimmte Zeit Meine Augen von ihm ab und nehme keine Kenntnis von seinem Handeln, außer er bittet Mich inständig, ihm zu helfen beim freien Kampfe mit der Welt. Da sehe Ich Mich nach ihm um, helfe ihm auf den rechten Weg und verleihe ihm beim Kampfe mit der Welt die nötige Kraft.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 137, 16]

 

Jesus zur zukunftsbangen kleinen Jüngerin Jarah: „Ich will für dich keinen Blick in die Zukunft tun, auf daß du frei bleibest in deinem Handeln; aber dafür belehre Ich dich nun, auf daß du zur Zeit der Versuchung dich alles dessen werktätig erinnern magst. Auch dein Schutzengel wird dich in solcher Zeit allein lassen; wenn du aber über die Welt wirst aus deiner Kraft gesiegt haben, dann wird er wieder zu dir treten und dir dienen in allen Dingen.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 137, 17]

 

Jesus zu dem römischen Oberstatthalter Cyrenius: „Wenn dich Mein Wille nötigt, so bist du ein geknebelter Sklave, nötigt dich aber dein eigener Wille, so bist du ein Freier; denn dein Wille will nunmehr das, was dein Verstand, das Augenlicht deiner Seele, als wahr und gut erkennt. Daraus kannst du klar ersehen, warum Ich Mich vor Meinen Verfolgern zuweilen flüchte und ihnen aus dem Wege gehe — nicht etwa, um Mich vor ihrer ohnmächtigen Wut zu schützen, sondern um sie als Meine blinden und törichten Kinder vor dem ewigen Verderben zu bewahren. — Sehe Ich aber, daß Menschen, die Mich verfolgen, in sich dennoch besserer Natur sind und bei einem rechten Geisteslichte die Wahrheit und das reine Gute erkennen würden, so fliehe Ich nicht vor ihnen, sondern lasse sie zu Mir kommen, wo sie dann belehrt werden, ihre Nacht und ihr Gericht erkennen und endlich zu Menschen nach der Ordnung Gottes werden!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 17, 4-6]

 

Jesus schildert den stufenweisen geistigen Erkenntnisweg des verstandesklugen Zöllners Kisjonah: „Du hieltest Mich anfangs für einen sehr weisen und wohlverständigen Arzt, und als du Mich ungewöhnliche Taten verrichten sahst, so fingst du an, Mich für einen Propheten zu halten, durch den der Geist Gottes wirke. Du aber bist ein in allen Schulen bewanderter Mann, und es trieb dich, in volle Wissenschaft zu bringen, wie ein Mensch zu solcher Vollendung gelangen könne. Da enthüllte Ich dir, was der Mensch ist und was aus ihm werden kann, so er sich völlig erkennt und dadurch zur vollen Lebensfreiheit seines Geistes gelangt. — Aber Ich zeigte dir dann auch, wie Gott selbst ein Mensch ist, und wie aus diesem Grunde auch du und alle dir ähnlichen Wesen Menschen sind. Und Ich zeigte dir dann ferner, im Geheimen, daß eben Ich selbst der Gott-Mensch bin, und daß ein jeder Mensch berufen ist, das zu werden und für ewig zu sein, was Ich selbst bin. Da erstaunest du und weißt von da an, wer Ich bin.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 155, 4-5]

 

Jesus zu dem bekehrten Essäerführer Roklus: „Die reinsten und besten Menschen der ganzen Erde befinden sich nun sämtlich hier; denn Ich habe es also gewollt, daß sie alle von weit und nah sich hier um Mich versammeln. Sie haben auch alle, gleich wie du, den Unterricht geraden Weges aus den Himmeln empfangen.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 129, 2 und 3]

 

Jesus: „Das Wort, das Ich zu euch rede, gilt nicht nur für diese Erde, sondern entsprechend für die ganze Unendlichkeit. Denn Meine Worte sind nicht Menschen-, sondern Gottesworte, werden auch von Myriaden von Engeln vernommen und von einem Ende Meiner vielen Schöpfungen zum anderen getragen!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 188, 23]

 

Ein erleuchteter Oberägypter bezeugt: „Der große Meister voll des Geistes Gottes und all Seiner Macht und Kraft, will die Menschen nicht durch Zeichen, sondern durch Seine reinste, weiseste Lehre auf den Weg des Lichtes und des Lebens führen. Die Zeichen nötigen die Menschen wohl, an Ihn und Sein Wort zu glauben, aber sie verschaffen niemandem eine innere, freie und lebendige Überzeugung von der großen Wahrheit.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 147, 6]

 

Risa, ein junger Freund Jesu bezeugt: „Der Herr versteht es als Lehrer, unsere Gemüter in den Schranken der Nüchternheit zu halten.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 31, 9]

 

Jesus zu zwei weltweisen Griechen, die nach Seiner Lebensschule fragen: „Die wahre Schule des Lebens bin Ich selbst! Wer zu Mir in die Schule des Lebens durch den Glauben an den einen allein wahren Gott, durch die Liebe zu Ihm und zum Mitmenschen kommt und nach meiner Lehre dann lebt und handelt, der ist ein rechter Jünger Meiner Schule. Und dies ist die allein wahre Schule des Lebens für jeden Menschen. Nur in dieser Schule wird er das ewige Leben seiner Seele finden, und der Tod und das Gericht der Materie wird von ihm weichen. Er wird es dann auch in sich erfahren, wie und warum eben nur Ich der Meister und die Schule bin.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 155, 8-10]

 

Eine zum Licht gelangende Seele im Geisterreich über die verschiedenartige Wirkung der Lehrweise eines Engels und der des Herrn: „Die Worte des erhabenen Boten des Herrn waren für mein Gefühl wie eine rauhe Feile, mit welcher er — ewig Dank der göttlichen Erbarmung! — mir meine vielen und gröbsten Irrtümer abgefeilt hat; auch waren sie wie ein scharfes Schwert! — Deine Worte aber, o Herr, sind wie ein allerheilsamster, lieblichster Balsam; oh, ich kann es Dir gar nicht beschreiben, wie unaussprechlich wohl mir bei jedem Deiner Worte ward!“

[GS. Bd. 1, Kap. 91, 11-12]

 

Jesus zu dem heftig ungeduldigen einstigen Bischof Martin: „Was die Liebe, gepaart mit Sanftmut und Geduld, nicht vermag, das vermag auch kein Schwert und keine sonstige Macht! Die Allmacht kann wohl alles richten, töten und vernichten durch das Gericht, aber helfen, aufrichten, das Leben erhalten, das Verlorene wiederbringen, den gefangenen Geist frei machen, siehe, das kann nur die Liebe, gepaart mit Sanftmut und Geduld.“

[BM. Kap. 36, 10-11]

 

Jesus: „Ich ging sehr zeitig morgens mit Meinen Jüngern in den Tempel und war sonach einer der Ersten darin. Als das Volk sah, daß Ich in den Tempel gegangen war, da kam es in großer Menge zu Mir. Ich setzte Mich mitten unter die Menschen und fing an, das Volk durch Gleichnisse, Bilder und Beispiele zu lehren, wie solche vielfach in den Evangelien vorkommen. Ich zeigte ihm die große Liebe, Güte und Gerechtigkeit des Vaters und auch, worin das Reich Gottes bestehe, das nun so nahe zu ihm gekommen sei. Und viele glaubten an Mich.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 196, 1-3]

 

Gewaltige Wirkung der beim Laubhüttenfest im Tempel gehaltenen Rede Jesu auf das Volk und auf die zur Gefangennahme des Herrn ausgesandten Schergen der Pharisäer.

[Ev. Bd. 6, Kap. 170, 11]

 

Jesus zu jüdischen Jüngern, die es bemängeln, daß Er vorzugsweise die Heiden über die geistige Bedeutung vieler Naturvorgänge belehrt: „Ihr seid wohl allzeit eifrige Befolger des Gesetzes Mosis gewesen, aber um die Gesetze in der Natur habt ihr euch selten oder nie gekümmert, und Ich wußte darum wohl, worin Ich euch zuerst zu unterweisen und ins rechte Licht zu führen hatte! — Da es euch nun klar geworden ist, daß Ich der wahrhaftige Messias bin, so ist auch für euch die Zeit gekommen, daß ihr so manches aus dem Gebiete der Natur erklärt und enthüllt überkommt, aber gründlich verstehen und einsehen werdet ihr alles das auch erst dann, wenn ihr von Meinem Geiste erfüllt seid.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 186, 4-5]

 

Jesus: „Ein Mensch kann die tieferen, übersinnlichen Wahrheiten nie völlig fassen und begreifen, wenn er den Boden nicht kennt, auf dem er als natürlicher Mensch steht und geht, und Ich selbst habe euch eben darum schon vieles erklärt hinsichtlich der Erscheinungen in der Naturwelt.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 183, 10]

 

Jesus zu dem römischen Hauptmann Pellagius: „Wenn du über die Dinge in der Naturwelt einen tieferen Aufschluß haben willst, da besuche deinen Amtsgefährten in Genezareth, so wirst du vieles von ihm vernehmen, was dir bis jetzt noch fremd ist. Denn Ich unterweise die Menschen stets nach ihrer Aufnahmefähigkeit und darin, worüber sie schon selbst nachgedacht haben, aber trotz all ihrer Mühe zu keiner Wahrheit gelangen konnten.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 74, 10]

 

Jesus verheißt als besondere Gunst sehr eifrigen Lichtsuchern: „Als euer Freund werde Ich Mich noch fünf Tage bei euch aufhalten und euch gelegentlich auch noch so manches irdisch Gute und Nützliche zeigen.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 233, 4]

 

Jesus als gütiger Ratgeber in der Landwirtschaft und in anderen nützlichen Dingen.

[Ev. Bd. 5, Kap. 233, 5-6]

 

Die drei Weisen aus dem Morgenlande wundern sich beim Morgenmahl über Jesu schlichte, menschlich-natürliche Unterhaltung in irdischen Angelegenheiten.

[Ev. Bd. 6, Kap. 40, 11-12]

 

Jesus zu dem Griechen Philopold: „Weil du ein echter Weltweiser nach Aristoteles, Sokrates und Plato bist, so muß Ich schon auch zum Teil nach ihrer Weise mit dir reden, damit du Mich leichter verstehst.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 31, 2]

 

Jesus: Die Jünger verstanden es mit der Zeit immer tiefer, warum Ich an den verschiedenen Orten nebst der stets gleichen Hauptlehre auch über verschiedene andere lebenswichtige Dinge die Menschen so belehrt habe, wie sie es fassen konnten, und wofür sie ein Bedürfnis hatten.

[Ev. Bd. 10, Kap. 74, 11]

 

Gleichnisreden Jesu: „Das wahre Brot aus den Himmeln ist Mein Wort und Meine Lehre!“ — „Ich selbst bin das wahre Brot des Lebens. Wer zu Mir kommt, den wird es nicht hungern, und wer an Mich glaubt, den wird es nimmerdar dürsten!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 43, 11-14]

 

Jesus über die Königsmacher aus Tiberias: „Diese Menschen sind noch ganz auf der Stufe der Tiere, und Ich rede darum so verdeckt, auf daß sie nichts begreifen und sich sodann von Mir entfernen; denn ihre Zeit ist noch lange nicht da.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 43, 16]

 

Jesus zu den über die Rede vom Fleischessen und Bluttrinken murrenden Jüngern: „Die Worte, die Ich zu euch geredet habe, sind Geist und Leben und nicht irdisch Fleisch und Blut.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 45, 10]

 

Jesus begründet Seine rätselhafte Volksbelehrung vom Fleischessen und Bluttrinken mit der Unreife der Zuhörer für die tieferen Geheimnisse des Reiches Gottes und mit der Notwendigkeit, diesen Seelen einen „Stoß“ zu versetzen, um sie zum Forschen und Nachdenken zu bewegen.

[Ev. Bd. 6, Kap. 45, 8]

 

Jesus über Sein letztes Verweilen und Wirken in Genezareth gegen Ende Seines Lehramts: „Ich blieb mit den Jüngern noch acht Tage in Genezareth, und es kamen dahin viele Fremde aus der Gegend von Damaskus und anderen Städten, haben Mich kennen gelernt und den Glauben an Mich angenommen. Nicht nur in den Dingen des Reiches Gottes auf Erden, sondern auch in allen natürlichen Dingen und Erscheinungen wurden die Menschen von Mir, Meinen Jüngern und Meinem Engel Raphael unterwiesen und ließen dadurch ihren alten Aberglauben fahren. Auf diese Weise haben sich denn auch bald bedeutende Gemeinden zu Damaskus und in anderen Orten gebildet.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 24, 14-16]

 

Jesus belehrt und bekehrt eine arbeitsscheue, durch Lieblosigkeit und einen sündhaften Lebenswandel bettelarm gewordene Witwe, indem Er ihr aus Seiner göttlichen Allwissenheit ihre Vergangenheit vorhält.

[Ev. Bd. 7, Kap. 132, 6-7, 10-17]

 

Herrlicher, eindrucksvoller Bericht Jesu über die von den Pharisäern zur Verurteilung vor Ihn gestellte junge Ehebrecherin und deren die Pharisäer tief beschämende Freisprechung mit den Worten Jesu: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 197, 5-6]

 

Jesus, der mit Zöllnern und Sündern speist und umgeht, spricht zum großen Ärger der Pharisäer und anderer Erzjuden auch herzlich und gütig mit den liebenswerten Töchtern des reichen Zöllners Kisjonah.

[Ev. Bd. 1, Kap, 146, 7 und 8]

 

Jünger Jesu zu dem gutwilligen Pharisäer Roban: „Unser heiliger Meister Jesus hat noch nie einen Stater von uns verlangt, obschon wir alle stets mit allem von Ihm versorgt werden. Glaube, Vertrauen und Liebe ist alles, was Er von uns haben will.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 36, 9]

 

Jesus: „Wer der wahren Ordnung gemäß leben will, der lebe geradeso wie Ich selbst lebe und zu leben lehre, so wird er die Frucht des ewigen Lebens in sich reif werden sehen.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 207, 11]

 

Der Herr: „Wen Ich prüfe, den will und werde Ich auch zu etwas machen; denn er ist schon in Meiner Schule. — Bei Mir wird niemand in der Prüfung verworfen, sondern jeder kann bestehen, entweder schon hier oder doch sicher im Jenseits. O Kinder, erkennet doch einmal, daß Ich euer liebevollster Vater bin, der euch in jeder Prüfung euer Leben ums Tausendfache erhöht und vermehrt!“

[Hi. Bd. 1, S. 345, 2, 3, 10]

 

Große langmütige Auseinandersetzung des Herrn mit dem selbstgerecht hadernden Erzvater Mahal über die ‚Reue Gottes‘, über die Sterblichkeit des Menschen, sowie über den Ursprung Satans und alles Bösen in der Welt.

[H. Bd. 3, Kap. 338-340]

 

Jesus zu einem mitleidigen Jünger, der allen Armen Notleidenden helfen möchte: „Niemand kennt die Not und das Elend der Menschen besser und niemand ist barmherziger als Ich; aber es wäre allen Menschen mit Meiner Liebe und Erbarmung wenig geholfen, wenn nicht Meine höchste Weisheit bei der Liebe und Erbarmung mitwirkte.“ Darauf beleuchtet Jesus in den wechselvollen Schicksalen einer Familie die notwendige Läuterung der Seelen durch Armut, Elend und Not.

[Ev. Bd. 7, Kap. 92, 2-11]

 

Jesus: „Es ist zwar die Armut eine große Plage für die Menschen, aber sie trägt den edlen Keim der Demut und Bescheidenheit in sich und wird darum als Demutsschule auch stets unter den Menschen verbleiben.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 79, 3]

 

Jesus läßt den Bewohnern eines von Steuereinziehern des Herodes ausgeplünderten Dorfes zuerst materielle Hilfe angedeihen.

[Ev. Bd. 1, Kap. 132, Kap. 133, 1-4]

 

Jesus zu bekehrten persischen Juden: „Ich lasse Meine Sonne leuchten über Gute und Schlechte, und Meine ärgsten Feinde werden täglich aus Meiner allmächtigen Hand mit Wohltaten überhäuft, nur über die zu argen Frevler wird Meine Rute geschwungen.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 209, 4]

 

Der Herr: „Katastrophale Erscheinungen wie große Feuersbrünste, Erdbeben, Überschwemmungen und dergleichen sind nichts als Rüttler, um so manche Schläfer, deren es nun gar viele gibt, aus ihren süßen Weltträumereien zu erwecken, die ganz Toten aber aus dem Wege zu räumen. Glaube es fest, eine andere Zeit ist nahe!“

[Hi. Bd. 2, S. 119, 3. 4]

 

Der Herr zu einer Seele, die sich von Ihm zurückgesetzt glaubt: „Siehe, Ich ziehe Mich, besonders bei deines gleichen, oft so zurück, daß ihr auch manchmal ausrufen möchtet: ‚Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?!‘ — Allein Ich sage dir: Solches ist dir sehr heilsam zur ewigen Gesundheit des Geistes (der Seele!), Merke aber dabei: Ich bin dir nie näher als gerade dann, so du Mich am entferntesten glaubst. Sei daher sanften Herzens, hebe deine Weltgedanken zu Mir empor und sei geduldig in allen Dingen!“

[Hi. Bd. 2, S. 100, 14-16]

 

Auf den Vorwurf des selbstgerechten Erzvaters Mahal, ihn und seine Kinder in der Hölle der Tiefe verlassen zu haben, erwidert der Herr: „O Sohn, weil Ich dich so lieb habe, darum wollte Ich dich auf dieser Erde erziehen zu einem Großfürsten Meiner Himmel! Du aber ersahst in Meiner zu großen Liebe nur eine Vernachlässigung Meinerseits an dir; oh, wie blind hat dich deine eigene Gerechtigkeit gemacht!“

[H. Bd. 3, Kap. 340, 4-9]

 

Der Herr: „Ich sehe eure Gebrechen und wähle die tauglichsten Mittel, euch zu helfen, zuerst geistig und dann auch leiblich, wenn das Geistige geordnet ist.“

[Hi. Bd. 2, S. 413, 8]

 

Der Herr: „Die Ich lieb habe, denen schicke Ich so manche kreuzigende Not und oft ein außerordentlich groß scheinendes Kreuz, so daß, der es ansieht, gewaltig davor erschrickt.“

[Hi. Bd. 1, S. 265, 3]

 

Ein armer, sterbender Familienvater, der durch den Tod von langen, bittersten Leiden erlöst zu werden hofft, spricht zu den Seinen: „Du, mein teures Weib, und ihr, meine geliebten Kinder! Ihr habt um meinetwillen viel ausgestanden, aber ihr habt euch dabei auch sichtbar überzeugt, daß des Herrn Hand für euch stritt und trieb eure Feinde wie einen schlechten Spukgeist von dannen. Vertrauet also fortan auf den Herrn! Er wird euch dann am nächsten sein, wenn eure Not am höchsten ist!“

[St.-Sz., 10., Abs. 17]

 

Jesus: „Je mehr Ich einen Menschen liebe, desto mehr auch wird er von Mir geprüft. Denn jeder soll Mir gleich vollkommen werden; dazu aber wird viel Selbstverleugnung, Geduld, Sanftmut und volle Ergebung in Meinen Willen erfordert.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 120, 7]

 

Jesus: „Vollkommen reine Herzen prüfe Ich nicht mehr durch Leiden, sondern nur solche, die Mich zwar sehr lieben, aber dennoch auch mit der Welt dann und wann liebäugeln. Solchen Seelen treibe Ich durch allerlei Leiden die Weltliebe aus dem Herzen, auf daß sie völlig rein und Mein werden.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 127, 21]

 

Der Herr: „Meine lieben Kinder, der Vater weiß zwar alles, aber dennoch bespricht Er sich gern mit Seinen Kindern, als wüßte Er nicht alles.“

[GS. Bd. 2, Kap. 123, 2]

 

Jakob Lorber empfängt für seine über bittere Lebenserfahrungen sich grämende Mutter eine lichtvolle Gleichniserzählung, aus welcher hervorgeht, daß hinter scheinbaren äußeren Ungerechtigkeiten die höchste göttliche Liebe und Weisheit plant und wirkt.

[Hi. Bd. 2, S. 158, 1 ff]

 

Jesus zu Robert Blum im Jenseits: „Die Gottheit sorgt für die Menschen dieser Erde so außerordentlich, als hätte sie in der ganzen Unendlichkeit nahezu keine Wesen mehr, die ihrer Fürsorge bedürften, und führt sie unter allen Verhältnissen ihres Prüfungslebens so, daß fast alle — trotz aller sich entgegenstellenden Schwierigkeiten — ihre hohe Bestimmung erreichen können, deretwegen sie von der Gottheit ins Dasein gerufen sind!“

[Rbl. Kap. 24, 2]

 

05.12. Zeichen und Wunder Jesu und der Engel

Jesus zu Seiner Mutter Maria, die Ihn für Neubekehrte um ein Zeichen zur Bestätigung Seiner Gottesmacht bittet: „Ich bin in diese Welt nicht der Zeichen, sondern der Wahrheit und des Lebens der Seelen wegen gekommen! Meiner Zeichen wegen wird kein Mensch selig, wohl aber jeder, der an Mich glaubt und nach Meiner Lehre lebt und handelt. Zudem habe Ich nun diesen Freunden die Macht erteilt, den armen, leidenden Menschen Gutes zu erweisen in Meinem Namen, und das ist ein größeres Zeichen, als wenn Ich vor euren Augen eine Welt erschaffen würde!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 149, 8-10]

 

Jesus zu dem zur Wortverkündigung berufenen römischen Hauptmann der Bergstadt Pella: ,,Redet nicht zuviel von Meinen gewirkten Zeichen, aber desto mehr von Meiner Lehre, durch welche alle Menschen zum ewigen Leben in Meinem Reiche berufen sind! Denn durch Meine Wundertaten allein wird niemand selig, sondern nur, wenn er an Mich glaubt und nach Meiner Lehre lebt und tut. Durch Meine Zeichen kann ein Mensch wohl zum Glauben an Mich genötigt werden — was für seine Seele von keinem großen Nutzen ist. Wer Mich aber aus Meinen Worten erkennt, an Mich glaubt und nach Meiner Lehre lebt und handelt aus seinem ungezwungenen, freien Willen, der steht in Meinem Reiche um vieles höher als der, welcher durch Meine Zeichen zum Glauben an Mich und Meine Lehre bewogen worden ist. — Aus der reinsten Wahrheit Meiner Lehre werden die Menschen auch in den spätesten Zeiten leicht innewerden, Wer der war, der sie den Menschen gegeben hat!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 44, 6-7]

 

Jesus empfiehlt wunderkräftigen, zur Ausbreitung Seiner Lehre berufenen Jüngern: „Bevor ihr ein Zeichen wirket, sollt ihr euch stets an Mich wenden und fragen: ‚Herr, ist es auch Dein Wille, daß ich nun von der mir verliehenen Kraft Gebrauch mache, so gib mir das kund in meinem Herzen und vereine Deinen allmächtigen Willen mit Deiner mir gnädig verliehenen Kraft! Ist es nun aber nicht auch Dein Wille, so zeige mir solches an nach Deiner Liebe, Weisheit und Gnade!‘ — Ich werde solche Frage augenblicklich im Herzen des Fragestellers mit Ja oder Nein beantworten und ihm auch den Grund zeigen, aus dem ein Zeichen zu wirken oder zu unterlassen ist. Der Besitzer Meiner Kraft wird zwar auch ohne Meine Einwilligung das Wunderzeichen wirken können, aber es wird weder ihm seinen Zeugen etwas nützen!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 154, 2]

 

Jesus: „Ein Apostel soll nicht ohne Not Zeichen wirken; denn die Wahrheit muß für sich selbst sprechen, und wo sie nicht verstanden wird, da folge eine nähere Erklärung so lange, bis die Wahrheit begriffen wird. Es kommen allerdings Fälle vor, besonders bei noch sehr rohen, ungeschlachten Völkern, in denen es nötig ist, durch ein mäßiges Zeichen die Erklärung in ein helleres Licht zu stellen. Doch soll ein Zeichen niemals der Art sein, daß die Menschen in Angst und Furcht und somit in ein Gericht geraten könnten; denn dadurch würde für die freie Entwicklung der Seelen nichts gewonnen!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 248, 3-4]

 

Jesus zu Seinen Jüngern: „Im Notfall werdet auch ihr als Lehrer Zeichen zu wirken imstande sein. Aber seid damit ja sparsam und wirket erst dann ein Zeichen, wenn ihr im Geiste dazu genötigt werdet! Denn ein Zeichen wirkt zwar Gutes, aber ein wahres, lebendiges Wort um tausend Male Besseres, weil durch das Wort dem Menschenherzen kein Zwang auferlegt wird. Denn das Wort erleuchtet zuerst den Verstand des Menschen. Dieser erweckt den Willen und die Liebe im Menschenherzen; die Liebe erleuchtet und belebt dann den Willen im Herzen, und dieser handelt nach der Vorschrift des eigenen, nunmehr erleuchteten Verstandes. Was der Mensch nun frei aus sich tut, das ist eigene, verdienstliche Tat.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 178, 13-14]

 

Jesus zu Seinen Jüngern: „Es gibt Zeichen, die ihr als Meine Boten und Nachfolger wirken möget, doch diese sollen eine Wohltat für arme und bresthafte Menschen sein, aber nicht ein besonderes Beweismittel für die reine Göttlichkeit Meiner Lehre. Die Lehre muß durch ihr Licht sich selbst als reingöttlich erweisen!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 178, 19-20]

 

Jesus: „Lasset euch nicht so sehr hinreißen von den Zeichen, die Ich vor euren Augen verrichte, auf daß ihr nicht in einen toten, gerichteten Glauben kommt, der nichts nütze ist, sondern lebet und handelt nach dem, was Ich euch lehre, so werdet ihr es in euch selbst überkommen, darob ihr euch nun so über die Maßen verwundert; denn ihr seid alle berufen, ebenso vollkommen zu sein, wie der Vater im Himmel vollkommen ist.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 71, 13]

 

Jesus zu den mit Wunderkraft ausgerüsteten Verkündern Seiner Lehre: „Vor allem merket euch, daß ihr, die ihr Mein Evangelium den Menschen überbringet, hauptsächlich durch die Macht des Wortes zu wirken habt! Denn ein Mensch, den das Wort zur vollen Bekehrung führt, ist ein größerer Gewinn für Mein Reich, als tausend Menschen, die durch Zeichen und Wunderwerke Meine Lehre anzunehmen genötigt wurden. Denn das reine Wort und sein Licht bleibt ewig, die Zeichen aber vergehen und haben für die Nachkommen, die davon keine Zeugen waren, nahezu keinen Wert.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 154, 3]

 

Ein Jünger zu einem Lichtsuchenden über die Wunder Jesu: „Wahrlich, der Herr hat schon überaus viele große Wunderwerke gewirkt, so daß sie kaum mehr gezählt und in Büchern beschrieben werden könnten! Doch das größte und für ewig bleibende Wunder ist Sein Wort; wer sich danach richtet, der wird das ewige Leben in sich haben. Die Zeichen aber, die der Herr nun tut, sind für uns nur Zeugen, daß Er eben der Herr ist. In der Folge aber werden nicht mehr die von Ihm gewirkten Zeichen Zeugen Seiner Gottherrlichkeit sein, sondern Seine Lehre im Herzen der Menschen, die nach ihr leben und handeln; denn sie wird in uns die beseligendsten Zeichen des wahren und hellbewußten Lebens wirken, — was mehr ist, als so der Herr nun vor uns noch so viele große Wunderzeichen wirkte, von denen wir und unsere Nachfolger den späteren Nachkommen wohl berichten können, die sie uns aber vielleicht gar nicht glauben werden!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 214, 2-3]

 

Jesus: „Lehre ist besser als Zeichen; denn die Zeichen zwingen, die Lehre aber führt die zu erlangende Kraft in sich selbst, und es ist dann das erst des Menschen wahres, völliges Eigentum, was er sich selbst durch die eigene Tätigkeit erworben hat.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 216, 8]

 

Jesus: „Ich habe vor euch nun Zeichen gewirkt, die euch zu glauben genötigt haben, daß eben Ich und kein anderer der verheißene Messias bin. Aber diese Nötigung dient nicht wahrhaft zu euerm Seelenheil, sondern ihr werdet erst selig, wenn ihr nach Meinem Worte lebet!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 62, 3]

 

Jesus: „Von jenen Taten, die Ich gewirkt habe, um die Menschen schneller der Wahrheit Meiner Lehre zu überführen  — was nur in dieser Zeit besonders nottut, nicht aber in den künftigen Zeiten, in denen Mein Wort schon für und aus sich Zeichen wirken wird — soll kein Aufheben gemacht werden. Denn das würde die Menschen bald mehr nach allerlei Wundern als nach der wahren Lebenswirkung Meiner Lehre im Menschen sehnsüchtig und lüstern machen; und wundersüchtige Menschen sind auch durch falsche Wunder, die von falschen Lehrern und Propheten verübt werden, um vieles eher von der eigentlichen, inneren Lebenswahrheit abwendig zu machen als jene, die alles scharf prüfen und nur das Gute und Wahre behalten.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 46, 3]

 

Der Erzengel Raphael: „Nun (zu Jesu Erdenzeit) geschehen Wunder der verstockten Juden und Heiden wegen auf daß niemand sagen kann, es seien bei der Offenbarung dieser neuen Lehre keine Beglaubigungszeichen aus den Himmeln geschehen. In späteren Zeiten aber werden die Menschen mehr nach der Wahrheit fragen und nicht so sehr nach den wunderbaren Beglaubigungszeichen, da die Weisen sagen werden, daß für sie die Wahrheit auch ohne die Wunderzeichen Wahrheit bleibt.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 83, 14]

 

Jesus zu wundersüchtigen Juden: „Warum wollt ihr denn Zeichen? — O du verkehrte Art! Wisset ihr denn nicht, daß die Zeichen niemanden erwecken, sondern nur richten?! Ich aber kam nicht euch zum Gerichte, sondern auf daß ihr das ewige Leben empfangen sollet, so ihr an Mich glaubet in Euren Herzen.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 14, 13]

 

Jesus verwehrt seinen schreibenden Jüngern, einige große Speisungs- und Bekleidungswunder aufzuzeichnen, weil solches zu wissen der ungläubigen Welt nicht diene.

[Ev. Bd. 1, Kap. 134, 1-2]

 

Jesus: „Wer Wunder wirken will, muß dazu die innere Kraft von Gott haben; und dann wirke er nur dort Wunder, wo es die äußerste Notwendigkeit erheischt!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 65, 12]

 

Den Zeugen großer Wunder im Hause des Gastwirtes Ebahl gebietet Jesus, der Welt gegenüber davon zu schweigen, und sagt: „Die Hälfte derer, die solches vernähmen, würde sich ärgern, das Vernommene nicht glauben und euch Narren schelten. Die andere Hälfte würde eure Aussagen zu leichtgläubig annehmen und in ihrem Denken, Wollen und Handeln gebunden werden. Dies hieße: den freien Geist dieser Menschen töten!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 116, 1-2]

 

Jesus: „Für Seelen von oben sind Wunder eine Gnade, — aber nicht für die Kinder der Welt.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 159, 9]

 

Jesus: „Ich will aus euch keine Wundertäter, sondern wahre Wohltäter der Menschen machen!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 225, 4]

 

Wegen der Erweckung zahlreicher toter Kinder durch Jesus beantwortet der Herr die Frage: ‚Wie möglich konnte denn eine solche Wundertat ganz verschwiegen bleiben, sowie viele andere?‘ mit den Worten: „Weil Ich selbst es so verordnet habe, damit für die Folge nur die reine Lehre die Menschen leite und nicht die den freien Willen des Menschen hemmende Macht der Wundertaten.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 217, 23-24]

 

Ein Jünger Jesu belehrt heidnische Priester, die fassungslos über die Zeichen und Wunder des Herrn staunen: „Es ist ein so unerhörtes Zeichen wohl als ein großes Wunder anzusehen, wenn die Menschen, die davon Zeugen waren, über die Wesenheit des Zeichenwirkers nicht hinlänglich im klaren sind. Haben aber die Menschen den Zeichenwirker in Seiner göttlichen Wesenheit erkannt, dann ist das gewirkte Zeichen an und für sich kein Wunder mehr; denn sie sehen es ja ein, daß Gott, dem ewig Allmächtigen, kein Ding unmöglich ist. Was sind diese Erde und alle die zahllosen Gestirne am Himmel denn anderes als des Herrn Wort und Wille aus Seiner Liebe und Weisheit?! Wenn es Gott, dem Herrn von Ewigkeit, aber möglich ist, solche großen Werke nur durch Seinen Willen ins Dasein zu rufen, so ist es Ihm ja ebenso leicht möglich, durch Sein Wort und Seinen Willen eine kahle Gegend in ein fruchtbares Land umzuwandeln!“

Ev. Bd. 10, Kap. 104, 13-15]

 

Nach einem großen Landschaftswunder am Berge Nebo ermahnt Jesus Freunde und Jünger, kein Aufhebens von diesem Zeichen zu machen, und fährt fort: „Bleibet vorerst nur bei der Lehre, und nachher möget ihr auf Meine Zeichen übergehen, die mit der Folge der Zeiten, so wahr sie auch sind, doch wenig Glauben finden werden; denn der Verstand der Menschen wird so lange solche Dinge für unwahr halten, als er in ihren Urentstehungsgrund nicht eingeweiht werden kann.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 201, 5-7]

 

Jakob, der Pflegebruder Jesu, erklärt, vom Geiste erleuchtet: „Wann hat sich jemand darüber verwundert, wenn er aus einem in die Erde gestreuten Körnchen bald eine hundertkörnige Ähre entsprießen sah! Niemand wundert sich darüber, weil man dieses Wunder gewohnt ist. Ist es wohl recht, Gott nur da zu bewundern, wo Er etwas Ungewöhnliches geschehen läßt, während doch das geordnete Gewöhnliche bei weitem höher steht, da es zu allen Zeiten gleichfort dieselbe endlose Güte, Allmacht, Liebe und Weisheit Gottes bezeugt?!“

[Jug. Kap. 251, 16, 19-20]

 

Jesus zu Neubekehrten: „Die Kraft, Zeichen zu wirken, geht nicht vom Verstande, sondern vom lebendigen Glauben und festen Tatwillen aus. Denn der Verstand des Gehirns ist ein schwaches Weltlicht des Menschen, das niemals in die innersten Lebensregionen des Geistes und seiner Kraft dringen kann; aber der lebendige Glaube im Herzen ist das wahre Lebenslicht der Seele, das in ihr den Geist erweckt und ihn den ganzen Menschen durchdringen macht. Ist der Mensch aber vom Geiste durchdrungen, so ist er auch durchdrungen von seiner alles vermögenden Kraft; und was dann der lebendige Geist, als ein Wesen mit der Seele, will, das geschieht.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 83, 3]

 

Jesus: „Ich wirke Meine Zeichen nur dem Willen Dessen gemäß, der Mich als einen Menschen mit Fleisch und Blut in diese Welt gesandt hat und nun auch in Mir wohnt. — Wenn Ich ein Zeichen wirke, so muß es zur tiefen, geistigen Belehrung der Seelen dienen und daneben aber zu allerlei Gutem den Menschen frommen.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 21, 1]

 

Jesus zu bekehrten Essäern: „Alle gottesgeistige Wunderkraft wird einem wahrhaft gottergebenen Gemüte eigen sein, und das so lange, wie ein solcher Mensch sich dabei nicht überhebt. Nimmt er dafür Ehre und einen Lohn aus Eigennutz, so wird er im selben Augenblick die gottesgeistige Eigenschaft völlig verlieren!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 66, 5]

 

Jesus beleuchtet das Wesen der Materie durch zwei verschiedene Wundertaten: „Woher habe Ich denn das Erdreich genommen, mit dem Ich jenen See zudeckte, oder woher jene Stoffe, mit denen Ich den armen Fischern ihre irdischen Besitzungen verbesserte? Und wohin ist die Materie der drei von Mir aufgelösten Götzenbilder gekommen?! — Beim See und bei den Fischern ist Mein Gedanke durch Meinen Willen fixiert und bei den Götzenstatuen Mein fixierter Wille ausgelassen und Mein Urgedanke frei und wieder geistig gemacht worden.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 107, 12]

 

Jesus: „Reine, unverdorbene Naturmenschen wie diese zu tieferer Belehrung berufenen Nubier vermögen als wahre Herren der Natur manches zu bewirken durch die Festigkeit ihres Glaubens und Willens, was einem gewöhnlichen Weltmenschen als ein großes Wunderwerk vorkommen muß.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 187, 1]

 

Jesus über die Fähigkeit der von Ihm berufenen seelenvollendeten Nubier, durch die Kraft ihrer seelischen Außenlebenssphäre Wunder zu wirken.

[Ev. Bd. 4, Kap. 229, 6-9]

 

05.13. Gleichnisse Jesu

Gleichnisse Jesu: Vom Unkraut unter dem Weizen, vom Senfkorn und vom Sauerteig. Gute Auslegung durch den bekehrten jungen Pharisäer Ahab: Da Jesus der wahre, von den Propheten geweissagte Messias ist, erfüllt Er auch jene Weissagungen, welche bekunden, daß Er seinen Mund in Gleichnissen auftun werde.

[Ev. Bd. 1, Kap. 192, 1-11]

 

Gleichnis Jesu vom gärenden und sich klärenden Wein beim Nachtbesuch des Nikodemus.

[Ev. Bd. 1, Kap. 19, 12]

 

Jesu Gleichnis vom gärenden und sich klärenden Most als Entsprechung für die geistige Läuterung einer Seele.

[Ev. Bd. 5, Kap. 125, 3]

 

Der Jünger Nathanael erklärt törichten Zweiflern den geistigen Sinn des Gleichnisses Jesu vom Ausreißen des ärgerlichen Auges.

[Ev. Bd. 1, Kap. 42, 8-10]

 

Jesu Gleichnis vom Schatz im Acker.

[Ev. Bd. 1, Kap. 198, 9]

 

Gleichnisse Jesu von der kostbaren Perle und vom Fischernetz. Ihre Ausdeutung durch den Herrn selbst.

[Ev. Bd. 1, Kap. 199]

 

Gleichnisse Jesu über Himmel und Hölle im Menschenherzen.

[Ev. Bd. 2, Kap. 9]

 

Gleichnis Jesu vom rechtschaffenen, selbstlosen Dienstboten und vom eigensüchtigen, faulen Knecht.

[Ev. Bd. 2, Kap. 77, 4-5]

 

Gleichnis Jesu von einem mit Weltschätzen beladenen Schiff in Sturmesnot und dem mit geistigen Schätzen beladenen Lebensschiff rechter Jünger und Nachfolger des Herrn.

[Ev. Bd. 2, Kap. 102, 5-6]

 

Gleichnis Jesu vom sittenstrengen Klausner und vom barmherzigen, aber als Sünder verachteten Zöllner.

[Ev. Bd. 2, Kap. 208, 1-6]

 

Gleichnis Jesu von der Sündflut und der Arche Noahs und geistige Deutung dieses Geschehens.

[Ev. Bd. 3, Kap. 13, 4-9]

 

Gleichnis des erleuchteten Sehers Mathael vom Sonnenbild im Tautropfen.

[Ev. Bd. 3, Kap. 48, 10]

 

Jesu Gleichnis vom Blindenführer.

[Ev. Bd. 3, Kap. 163, 9-10]

 

Gleichnis Jesu vom Unkraut unter dem Weizen, erläutert vom Herrn.

[Ev. Bd. 4, Kap. 101, 1-7]

 

Jesus deutet das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen.

[Ev. Bd. 1, Kap. 197, 11-15]

 

Jesu Gleichnis von der Reifung der Weintraube im Sonnenlicht und von ihrer Kelterung als geistige Entsprechung für die Läuterung und Erleuchtung der Seele durch die Liebetätigkeit.

[Ev. Bd. 5, Kap. 123, 5-7]

 

Jesu Gleichnis vom großen Gastmahl.

[Ev. Bd. 5, Kap. 204, 12-13]

 

Gleichnis Jesu vom guten Hirten und von dessen Freude über das Wiederfinden des verlorenen Schafes.

[Ev. Bd. 5, Kap. 247, 7]

 

Ein gläubiger Wirt in Kapernaum erklärt den Jüngern Jesu die geistigen Entsprechungen vom Brot aus den Himmeln, vom Fleischessen und Bluttrinken.

[Ev. Bd. 6, Kap. 48, 5-6]

 

Jesu Gleichnis vom gesetzesstrengen und selbstgerechten, reichen Juden und vom reuigen Zöllner.

[Ev. Bd. 6, Kap. 51, 9-11]

 

Jesu Gleichnis vom Sämann, der seinen Samen auf verschiedenerlei Boden streut, und dessen geistige Ausdeutung.

[Ev. Bd. 6, Kap. 65, 10-13]

 

Jesus läßt den in der Herberge des Lazarus auf dem Ölberg um Zutritt Bittenden sagen: „Wen es hungert, der komme und esse sich satt, und wen da dürstet, der komme und trinke! Wer von Mir gesättigt wird, den wird es nimmer hungern in Ewigkeit, und wer von Meinem Weine getrunken hat, den wird es nimmer dürsten!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 202, 1-3]

 

Jesus: „Mein Wort ist die rechte Speise, und euer Glaube und euer Handeln danach ist der rechte Trank. Darum kommt alle, die ihr mühselig und belastet seid, zu Mir; denn Ich will euch erquicken!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 202, 9]

 

Gleichnisse Jesu vom verlorenen Groschen und vom verlorenen und heimgekehrten Sohn.

[Ev. Bd. 6, Kap. 242, 3-9]

 

Gleichnis Jesu von dem eifrigen und von dem faulen Knecht und den ihnen anvertrauten Pfunden, danach seine Ausdeutung.

Ev. Bd. 7, Kap. 124, 8-23

 

Jesu Gleichnis vom guten Hirten und vom Mietling. „Ich bin der gute Hirte!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 154, 2-5]

 

Jesus legt einer Gruppe verstockter Tempelpriester und Pharisäer, die Ihn mit Fragen fangen und dann dem Tode ausliefern wollen, ein Gleichnis von den bösen Weingärtnern vor, welche dem Herrn des Weinbergs die Ernte nicht abliefern wollen und dessen Abgesandte töten.

[Ev. Bd. 7, Kap. 193, 11-19]

 

Jesu Gleichnis von den anvertrauten Pfunden und dessen Deutung als ein Entsprechungsbild für den Abfall der Juden von Gott und für die Erlangung des Lichtes und des Gottesreiches durch die Heiden.

[Ev. Bd. 9, Kap. 27, 6-23]

 

Das Gleichnis Jesu von der aufdringlich bittenden Witwe, die der Richter endlich doch erhört. Geistige Deutung durch den Jünger Andreas.

[Ev. Bd. 9, Kap. 88, 1-5 und 1-13]

 

Gleichnis Jesu von den zwei verschiedenen Arbeitern im Weinberg. Der eine arbeitet hastig, aber schlecht, der andere langsam, geduldig und sehr sorgfältig. Wie die Arbeit, so die Ernte und der Lohn!

[Ev. Bd. 10, Kap. 68, 8-11]

 

Gleichnis Jesu, des Herrn, von den zwei Söhnen einer sterbenden Witwe, von denen der eine mit reichen Opfern, der andere mit Tränen und heißem Liebesgebet für die todkranke Mutter fleht.

[Mi. Bd. 2, S. 204, 19-35]

 

Jesu Gleichnis vom unfruchtbaren Schmarotzerbaum, der ins Feuer geworfen wird.

[Rbl. Bd. 1, Kap. 96, 4-6]

 

Gleichnis des erleuchteten Geistes Robert Blum vom Weinkeltern als Sinnbild der Einigung des Geistes mit der Seele durch den Druck der Demütigung.

[Rbl. Bd. 2, Kap. 250, 5-7]

 

05.14. Das Lehr- und Führungsamt der Engel und Seligen

Der Herr: „Bei der Zeugung wird die aus den drei Naturreichen gesammelte Menschenseele in den Mutterleib getrieben, wobei sich ihr chaotisches Spezifikalgemisch zu entwirren beginnt, Schutzgeister, Engel und große Engel überwachen die Zeugung und Entwicklung jedes Menschenleibes sowie die Ausbildung jeder Menschenseele im Mutterleibe. Und da gibt es keinen Menschen, der nicht wenigstens drei Schutzgeister, zwei Engel und einen großen Engel hätte, über die noch ein Siebenter wacht, den ihr schon kennt!“

[Ed. Kap. 50, 3-11]

 

Der Erzengel Raphael: „Wir Engel sind es, die für alles sorgen, was das Sein eines Menschen von seinem Entstehen bis zu seinem Scheiden von dieser Erde betrifft. Und wir sind es auch, die eure Seelen durch die in eurem Fleische bewirkten Leiden und Schmerzen läutern und zur Aufnahme des Geistes aus Gott fähig machen.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 130, 7-8]

 

Die kleine Jüngerin Jarah erhält den Erzengel Raphael in sichtbarer Gestalt und in landesüblicher Tracht als Schutzgeist bis zu ihrer Reife.

[Ev. Bd. 2, Kap. 142, 6-8]

 

Auf die Frage nach der Wirksamkeit von Schutzgeistern erklärt der Herr: „Es lebt nicht ein Mensch auf dieser Erde, dem nicht Geister aus einer besseren Welt beigegeben wären. Und diese Geister sind ständig bemüht, ihre Schützlinge zum Lichte und zum Leben alles Lebens zu führen!“

[Hi. Bd. 1, S. 380, 10]

 

Jesus zu dem römischen Oberstatthalter Cyrenius: „Unsichtbar für deine irdischen Sinne sollen diese beiden Engel fortan deine Beschützer bleiben, wie sie es schon von deiner Geburt an waren. Wenn du deine Schutzengel auch nicht siehst, so kannst du dennoch mit ihnen reden und sie um allerlei fragen, und sie werden dir die Antwort in dein Herz legen, wo du sie als einen klar ausgeprägten Gedanken wahrnehmen wirst. Und das ist besser als die äußere Rede! Ein Wort, das dir ein Engel in dein Herz legt, ist für deine Seele heilsamer als tausend äußere Worte. Denn was du im Herzen vernimmst, ist schon dein Eigentum; was du aber von außen her vernimmst, das mußt du dir erst zu eigen machen durch die Tat.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 39, 5-6]

 

Jesus zu dem römischen Oberstatthalter Cyrenius: „Es ist dir heilsamer, deine geistigen Beschützer nicht zu sehen, solange du noch im Leibe bist; wenn du aber dereinst den Leib verlassen wirst, dann kannst du sie, als selbst Geist, für ewig sehen und zahllos viele andere Engel dazu.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 39, 8]

 

Der Erzengel Raphael zu seinem Schützling, dem Mägdlein Jarah: „Ich werde nicht immer sichtbar — wie jetzt — um dich sein; aber du darfst mich in deinem Herzen nur rufen, und ich werde dir antworten durch deines Herzens deutlich vernehmbare Gedanken. Hast du solche vernommen, so wirst du erkennen, daß sie nicht auf deinem Grund und Boden gewachsen sind. Sodann aber handle danach!“

[Ev. Bd.4, Kap. 23, 10]

 

Abedam-Jehova zu dem Erzvater Zuriel, dem guten, geistigen Hirten seiner Familie: „Zuriel, komm her zu Mir und empfange für deine Treue den Lohn! Siehe, Ich mache dich zu einem großen Engel und setze dich zu einem treuen Wächter und unsichtbaren Beschützer aller Meiner Kinder, — und du wirst von nun an allzeit Mein Angesicht schauen und dich freuen in Meinem Lichte!“

[H. Bd. 2, Kap. 5, 32-34; Kap. 6, 4-10]

 

Jesus: „Wenn dir ein guter, sehr erleuchteter Geist unsichtbar reine Gedanken und Gefühle ins Herz legt, dann ist das so gut, als hättest du diese (Gedanken und Gefühle) selbst in dir gefunden; sie einen sich mit deinem Leben und bestimmen dich zur Tätigkeit. — Wenn aber ein Geist wie der des Moses dir sichtbar erschiene und sagte: ‚Dieses und jenes mußt du tun, wenn du zum Leben eingehen willst, tust du das nicht, so verfällst du dem Gericht des allmächtigen Gottes!‘, siehe, da wirst du nach einer solchen Mahnung erbeben und dich dein Leben lang nichts anderes zu tun getrauen. Welches Verdienst aber wirst du dabei haben? Siehe, gar keines; denn da hat nicht dein eigenes besseres Erkennen deinen freien Willen zur besseren Tätigkeit bestimmt, sondern die Macht des zu dir gekommenen Geistes, und das hat für deine Seele beinahe gar keinen Wert.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 225, 3-5]

 

Jesus: „Die Belehrung der Menschen durch Engel wird von nun an häufig geschehen, aber nur an Menschen von reichen Kenntnissen, Erfahrungen und nüchternem Gerechtigkeitssinn, deren es nicht viele auf dieser Erde gibt.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 129, 2]

 

Die drei Weisen aus dem Morgenlande waren zeitweise (zur Zeit der Geburt Jesu) „in Besitz“ und geleitet von drei mächtigen Geistern aus der Urzeit der Menschheit (Adam, Kain und Abraham).

[Ev. Bd. 6, Kap. 38, 3 und 4]

 

Jesus belehrt die drei Weisen aus dem Morgenlande: „Ihr wurdet einst (zum Kind in der Krippe) von Lichtgeistern geführt. Diese Geister aus der Urzeit waren ehedem auch Menschen auf dieser Erde (Adam, Kain und Abraham), und zwar für alle jetzt lebende Menschheit von der größten Bedeutung. Sie geleiteten euch sicher zu Mir nach Bethlehem. — Doch als ihr später durch eure Reisen weitläufiger wurdet, da haben euch diese Lehr- und Lichtgeister verlassen und euch eurer eigenen Vernunft, eurem Verstande und eurem freien Willen anheimgegeben. Dennoch weckten sie die Begierde in euch, daß ihr Mich suchen und nun auch finden mußtet, und das war von den drei Geistern ganz wohl gesorgt für euch und eure Völker.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 40, 6-7]

 

Ein Engel zu dem Römer Agrikola „Weil ihr Menschen dieser Erde aus der Liebe Gottes hervorgegangen seid, dürfen wir Weisheitswesen euch nicht im geringsten in eurer freien Entwicklung aus der Urliebe Gottes stören; und du, irdischer Bruder, wirst nun etwas heller begreifen, warum wir Engel Gottes euch nicht sichtbar umgeben dürfen. Denn wir dürfen bei euch die in eurer Gottesliebe schlummernde Weisheit und Macht nur leise und ganz unbemerkt wecken, aber euch nie auch nur einen Funken von unserer Engelsweisheit einhauchen; denn das würde eure Weisheit nicht wecken, sondern erdrücken.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 190, 5]

 

Der Jünger Thomas zu gläubigen Samaritern: „Wie wäre je ein Mensch verständig, voll Vernunft und höherer Erkenntnis geworden, wenn Gott nicht durch himmlische Wesen ihn erzogen und Sich ihm geoffenbart hätte?!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 123, 17]

 

Der Jünger Thomas zu einem gläubigen Samariter: „So siehst du nun diesen Jüngling (Erzengel Raphael) den blinden Menschen durch Worte und wunderbare Zeichen, die zu bewirken ihm im Namen des Herrn möglich sind, den gestirnten Himmel erklären, auf daß aus ihren Herzen der finstere Aberglaube verschwinde und der Wahrheit Licht sie erleuchte!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 123, 20]

 

Kisjona, ein Freund Jesu: „Wo der Herr persönlich gegenwärtig ist, da sind auch Seine himmlischen, mit aller Macht ausgerüsteten Diener nicht ferne! Drei Jünglinge (die Erzengel Michael, Raphael und Gabriel) waren gestern von frühmorgens bis zum Untergange der Sonne bei mir im Hause und haben die Jünger des Herrn und auch andere Menschen, die eines guten Willens waren, in allerlei Dingen belehrt.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 135, 21]

 

Jesus: „Es ist besser, ein Unrecht zu dulden, als jemandem auch nur ein kleines Unrecht zuzufügen. Durch solche Duldsamkeit werdet ihr euch keine Rächer aus dem Jenseits zuziehen; und die Geister, die sonst eure Feinde geworden wären, werden dann eure Schutzgeister sein und viel Unheil von euch abwenden!“

[Ev. Bd. 1, Kap. 80, 2]

 

Ein Schutzengel des ersten Menschenpaares: „Fürchtet euch nicht vor dem Knechte Jehovas, der zu euch gesandt ist von oben, um euch zu zeigen die Erde und euch zu erleuchten die Irrsale der Welt und auch zu züchtigen euch und eure Nachkommen, wenn ihr von den Wegen der ewigen Liebe und der unendlichen Heiligkeit Gottes abweichen solltet.“

[H. Bd. 1, Kap. 11, 8]

 

Ein Engel erscheint Joseph und Maria in der Höhle zu Bethlehem und gebietet: „Joseph, verkaufe die von den drei Weisen aus Persien empfangenen Schätze und kaufe dir noch einige Lasttiere; denn du mußt mit deiner Familie nach Ägypten fliehen. — Wir Engel der Himmel haben die Weisung vom Herrn erhalten, über eure Sicherheit sorglichst zu wachen.“

[Jug. Kap. 33, 2 und 5]

 

Ein Erzengel im Hause Josephs zu Ostrazine: „Ihr alle, die ihr noch in den sterblichen Leibern wohnet, gehet zur Ruhe! Wir Engel aber werden hinausziehen vor das Haus und es bewachen. Denn es hat der Feind des Lebens erfahren, daß hier der Herr (im Jesuskinde) wohnt, und beschlossen, heute nacht dieses Haus mörderisch zu überfallen. Daher sind wir da, um zu schützen dieses Haus, und wenn der Feind kommt, dann soll er übel zugerichtet werden!“

[Jug. Kap. 175, 2-5]

 

Jesus: „Die ungeläuterten, argen Seelen im Jenseits würden diese ganze Erde mit Hilfe der ungegorenen Naturgeister bald derart verderben, daß auf ihr nichts mehr wachsen und kein Geschöpf bestehen könnte. Nur durch die Liebe, Weisheit und Macht der vollkommenen Geister werden diese argen Seelen im Jenseits daran verhindert, nach und nach fortgebildet und, wenn möglich, von Stufe zu Stufe dem Reiche Gottes näher gebracht.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 143, 4-6]

 

Großer Aufgabenkreis der reingeistigen Bewohner der obersten dritten Luftregion als Lehrer und Schutzgeister von Menschen der Erde und der aufsteigenden Seelen.

[Ed. Kap. 28, 8-10]

 

Der Erzengel Raphael belehrt eine Jüngerin: Wir himmlische Schutzgeister lassen mutwillige und hartnäckige Übeltäter zu ihrer Erfahrung zuweilen in eine Not oder Gefahr geraten und dabei tüchtig anrennen.

[Ev. Bd. 2, Kap. 765, 7-10]

 

Bischof Martin erhält im Jenseits einen ihm auf Erden befreundeten früheren Buchhändler als Führer, der ihm bei der Überwindung seines geistigen Hochmutes und seiner alten Sinnlichkeit behilflich sein soll.

[BM. Kap. 52, 1-39, Kap. 53, 1-26]

 

Der Evangelist Johannes: „Die im Kinderreich der geistigen Sonne geschulten und vollendeten ehemaligen Kinderseelen werden zunächst den auf der Erde lebenden Menschen als Schutzgeister beigegeben, um dabei selbst in der göttlichen Geduld sich zu üben. Denn fürwahr, es ist keine Kleinigkeit für einen Schutzengel, wenn er mit aller Macht ausgerüstet ist und darf doch nicht Feuer vom Himmel rufen, sondern er muß im Bewußtsein seiner Macht fortwährend zusehen, wie der ihm anvertraute Mensch sich in allerlei Argem der Welt begründet und des Herrn mehr und mehr vergißt.“

[GS. Bd. 2, Kap. 105, 16. 17]

 

Der Evangelist Johannes: „Wieviele Tränen müssen die Schutzgeister der Menschen vergießen; denn ihr ganzes Einwirken auf sie darf nur in einem leisesten Gewissensflüstern bestehen oder höchstens bei außerordentlichen Gelegenheiten in der Verhütung gewisser Unglücksfälle, welche auf die Sterblichen der Erde von der Hölle angelegt sind. Wenn schon bei solchen Gelegenheiten ein Eingriff gestattet ist, so muß er aber so klug angelegt werden, daß der Schützling dadurch in der Freiheit seines Willens nicht im geringsten behindert wird, sondern nur in der tatsächlichen Ausführung.“

[GS. Bd. 2, Kap. 105, 18. 19]

 

Der Erzengel Raphael: „Wir Engel haben die Macht, die Geister der Hölle zu vernichten; wir sehen ihre bösen Pläne, behandeln sie aber dennoch als unsere gefallenen Brüder mit aller Geduld.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 130, 13-16]

 

Der Erzengel Raphael: Wir Engel Gottes dienen auch als Ratgeber der Könige und aller Menschen guten Willens.

[Ev. Bd. 3, Kap. 232, 2]

 

Jesus: „Die größte Seligkeit der höchsten Engel besteht darin, daß sie in Meinem Namen den Menschen auf dieser Erde einen rechten Liebesdienst erweisen können, obschon sie daneben über zahllos viele Sonnen und Erden im endlosen Raum zu gebieten haben.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 119, 21]

 

Jesus erklärt den Schriftgelehrten, denen der Erzengel Raphael auf Sein Geheiß auf wunderbare Weise griechische Gewänder beschafft hat: „Mit diesem Wunder ist erfüllt, was geschrieben steht: ‚In dieser Zeit (der Menschwerdung Gottes) werdet ihr Engel sehen auf- und niedersteigen und Mir und den Menschen dienen!‘.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 122, 11]

 

Der Erzengel Raphael zu neu bekehrten Jüngern Jesu: „Wo sich wahre Freunde des Herrn darüber besprechen was des Geistes der ewigen Liebe und Wahrheit ist, da sind auch stets die Engel des Herrn um sie versammelt. Ich bin nun wahrlich nicht der einzige, der sich in eurer Nähe befindet, sondern noch gar viele meinesgleichen sind da!“ Hierauf wurde den Neubekehrten die innere Sehe geöffnet, und sie erschauten wie in einem Lichtmeer Scharen von vollkommenen Geistern, von denen eine mächtige Stimme ertönte: „Glücklich, wer den Herrn, wenn er Ihn erkannt hat, über alles liebt und nach Seinem Worte treu handelt und leb! Wir sind allezeit bereit, Ihm zu dienen in aller Bruderliebe.“

 

*   *   *

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

06. Das Menschenleben im Lichte der Liebesgebote

 

 

06.01. Vom Leben mit und ohne Gott

Der Herr: „Wenn jemand seine Liebe an die materielle Welt heftet, so wird seine Liebe durch die Macht des Todes erdrückt, und die Folge ist dann das Los der Materie oder der Tod. Wer aber seine Liebe zu Mir richtet und am Mich heftet, der verbindet seine Liebe mit der Liebe oder mit dem Leben alles Lebens und wird selber lebendig durch und durch!“

[H. Bd. 1, Kap. 4, 4-5]

 

Der Herr: „Dem Menschen tut nur eine Sorge not, und diese besteht darin, Gott, den heiligen Vater, zu suchen allzeit, nicht nur in der Not, sondern auch auf den liebegerechten Wegen! Und wer da Ihn als das allerhöchste Gut gefunden hat, der soll Ihm nicht sobald wieder den Rücken zukehren, sondern bei Ihm verbleiben, — sonst wird er allzeit seiner Ohnmacht gewahr werden schon auf dem halben Rückwege und erst durch bittere Erfahrungen erkennen müssen, wie gar nichts er ohne Mich vermag!“

[H. Bd. 1, Kap. 160, 7]

 

Der Herr zu dem eigenwilligen Adam: „Wenn jemand Meinen Namen ruft, hat aber seinen Rücken Mir zugewendet, wahrlich, der wird nicht erhört so lange, bis er nicht Herz und Angesicht zu Mir gewendet hat! Doch merket euch: Es wird aber eine solche Umkehr allzeit auf eine heiße Probe gestellt werden, und es wird sich dann erst zeigen, wieviel des Ernstes im Herzen waltet; — denn da wird die Welt gewaltig toben um dich —‚ und es wird kein anderes Wort erhört denn allein das des Herzens. Verstehe es wohl und kehre Mir nimmer den Rücken, sondern laß dich überallhin von Mir geleiten und führen!“

[H. Bd. 1, Kap. 160, 8-10]

 

Der hohe Abedam zu noch blinden Gottsuchern: „Wahrlich, Ich sage euch, wer Mir folgt, der wandelt einen rechten Weg und wird nicht irre werden auf dem Pfade des Lebens hin zum Leben. Wer aber mag ohne Licht wandeln auf einem Waldweg bei Nacht? Die Welt aber ist der Wald und der Menschen irdisches Leben der Weg, und die Zeit (der Seelen) im Körper ist die dichte Nacht. Ich aber bin ein wahrhaftes, untrügliches Licht und bin der Weg und das ewige Leben selbst.“

[H. Bd. 2, Kap. 51, 1-5]

 

Der Herr zu den Urvätern der Höhe: „Saget nicht untereinander: ‚Dieser Fleck Erde gehört mir, und dieser Baum ist mein Eigentum, und mit meinem Leibe kann ich tun nach meinem Behagen!‘; denn das wird euch von Meiner Liebe stets mehr und mehr abziehen, und ihr werdet dadurch zu Knechten der Welt und somit auch des Todes! Und dann werdet ihr euch schwer, langwierig und äußerst mühsam wieder von der Welt losreißen können und wird dereinst viel Feuers über euch kommen, um euch loszuschmelzen von den ehernen Banden des Todes.“

[H. Bd. 2, Kap. 137, 21]

 

Der Erzengel Zuriel: „Unser Leben ist Gottes Leben, wir mögen leben, wann und wo wir wollen, — sobald wir den Grund des Lebens erschauen und begreifen, wenn wir unser Herz nach Gott gewendet haben, so leben wir schon ein vollkommenes Leben, ob noch im fleischlichen Leibe oder im reinen Geiste, da ist kein Unterschied!“

[H. Bd. 3, Kap. 10, 9]

 

Der erleuchtete Essäeroberste Roklus auf die Frage eines Griechen, was man tun solle, um die Hilfe Gottes zu erlangen: „Da heißt es, zuvor an diesen Gott lebendig im Herzen glauben, Seine Gebote unter allen Umständen halten, Ihn dann über alles lieben und seine Mitmenschen wie sich selbst! Wer das nicht tut, den erhört Gott nicht! Ich und meine Brüder aber tun das und haben auch die untrüglichsten Beweise, daß unser allein wahrer Gott allzeit gerne unsere Bitten erhört, vorausgesetzt, daß wir Ihn nicht um Törichtes bitten. Darum wendet euch im Herzen gläubigst an unseren Gott wie an einen allerbesten Vater!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 217, 13-14, 16-18]

 

Jesus zu einem verstockten Schriftgelehrten, der auf das leidensvolle Los vieler Gläubigen hinweist: „Mit dem Lebensglück der von Gott begeisterten Menschen sieht es immer am allerbesten aus; denn diese wissen es, warum sie in diese Welt gestellt sind, und wenn sie leiden, so wissen sie auch, warum. Sie haben keine Furcht vor dem Leibestode, weil sie das ewige Leben der Seele schon in aller Klarheit in sich haben und darin auch die Macht des Geistes Gottes. — Was hat dagegen ein in allen Weltwohlgenüssen schwelgender Mensch in sich? Wessen wird er am Ende inne? Des Todes, hinter dem sich ihm kein Leben zeigen will, — und Verzweiflung ist zuletzt sein Los!

[Ev. Bd. 9, Kap. 118, 24-25]

 

Jesus: „Wenn im Menschen alles himmlisch geworden ist, dann wird auch seine Umgebung himmlisch. Die Tage werden Himmelstage, und die Nacht wird zu einer Ruhe der Himmel, voll des herrlichsten Lichtes für des Menschen reine, mit ihrem Geiste vereinte Seele.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 166, 6]

 

Jesus zu frommen Dorfbewohnern in Samaria: „Wer wie ihr auf Gott vertraut, den verläßt Er niemals. Wenn Gott ihm oft auch nicht sogleich augenscheinlich hilft, so läßt Er ihn aber doch nicht völlig sinken. Denn Gott prüft jeden zuvor, bis Er ihm ersichtlich hilft. Hat ein Mensch aber in aller Prüfung seine Treue und Liebe zu Ihm bewährt, dann kommt auf einmal, ehe sich‘s ein Mensch versieht, die Hilfe von Gott, und Sein Segen bleibt immerdar über dem Getreuen.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 60, 6-7]

 

Joseph erklärt dem römischen Statthalter Cyrenius dessen wunderbare Bewahrung vor Meuchelmördern und Errettung aus Seenot als das Werk der Gnade Gottes und fährt fort: „Also aber ist allezeit gewesen und wird ewig sein die Art des Herrn, diejenigen zu führen, die da sind auf dem Wege zu Ihm.“

[Jug. Kap. 184, 10-20]

 

Jakob zu seinem Vater Joseph, der um den Verlust seiner Habe durch Raubgesindel bangt: „Wenn wir alles verlieren, der Herr aber uns bleibt, was hätten wir dann verloren?! Laß dir die ganze Erde rauben und behalte den Herrn, dann hast du mehr, als wenn alle Himmel und Erden dein Eigentum wären!“

[Jug. Kap. 243, 15 und 17]

 

Jesus zu dem römischen Hauptmann in Samosata: „Die Zeit des alten, leeren Götzentums und des blinden Aberglaubens ist vorüber! Von jetzt an werden die Menschen an den einigen, allein wahren, lebendigen, für jedermann begreifbaren Gott zu glauben anfangen, werden sich selbst finden in solchem Glauben und die Unsterblichkeit ihrer Seele und deren ewige, seligste Bestimmung erkennen.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 130, 1]

 

Jesu Abschiedsworte an bekehrte indische Weise: „Der Vater ist gut und hat kein Wohlgefallen an den Leiden der Menschen. Aber Er hindert auch nicht, daß solche über die Menschen kommen, wenn sie aus lauter Weltsinn des Vaters vergessen, keinen Glauben haben und sich selbst in alles begeben, was ihnen Ungemach bereiten muß. Wandelt gleichfort auf den Wegen, die Ich euch treulich gezeigt habe, so werdet ihr wenig zu leiden haben, und euer Abgang von dieser Welt wird ein leichter sein!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 16, 10-11]

 

Jesus: „Weil sich die Menschen von Gott, dem Urquell alles Seins und Lebens, alles Lichtes und aller Wahrheit, entfernt und dafür ihr ganzes Sinnen und Trachten der Welt und ihrer Materie zugewandt haben, ist ihr Seelenabend oft ein stürmischer und elender. — Wenn sich die Menschen von der Welt wieder abwenden und zu Mir im vollen Glauben und in aller Liebe zurückkehren, dann werden sie in Mir einen ruhigen, seligen Lebensabend finden.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 137, 9-10]

 

Jesus zu verarmten Juden, die durch Trägheit und Glaubenslosigkeit zu hart behandelten Sklaven der Heiden geworden sind: „Es ist schwer und hart, denen zu dienen, die an keinen Gott und kein Fortleben der Seele nach dem Tode des Leibes und auch an keine Wiedervergeltung im Jenseits glauben und somit keine Nächstenliebe haben.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 56, 5]

 

Ein bekehrter heidnischer Grieche, dem es Jesus freistellt, die Nacht bei Ihm zu verbringen oder heimzukehren, bricht begeistert in die Worte aus: „O Du Herr, Herr, Herr von Ewigkeit! Wegen der Unterkunft hat es hier für uns seine guten Wege! Wir sind unser zwar bei hundert Personen, doch wenn wir heute nacht um Dich verweilen dürfen, so bleiben wir hier, — und sollte uns zu Hause auch all unser Weltliches zugrunde gehen! Ein Wort aus Deinem Gottesmunde zu vernehmen, ist ja endlos mehr wert als alle Schätze der Erde und mehr als Sonne, Mond und Sterne!“ Darauf Jesus: „So bleibet! — Für alles andere wird von Mir gesorgt!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 35, 1-2]

 

Jesus zu Judas Ischariot: „Wer es mit der Welt hält und sie liebt, der findet früher oder später sicher den Lohn, den die Welt für ihre Freunde stets in Bereitschaft hat: den Tod! — Mein Reich aber ist nicht von dieser Welt, und wer es mit Mir hält, dem wird das ewige Leben zum Lohne! Schreibe dir das in dein Weltherz!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 139, 6-7]

 

Jesus: „Wer dieses Leibes Leben liebt der Welt wegen, der wird das Leben der Seele verlieren. Wer es aber nicht liebt um Meinetwillen, der wird es erhalten für ewig in Meinem Reiche!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 149, 16]

 

Jesus: „Um Gott wahrhaft lieben zu können, muß man Gott stets mehr zu erkennen trachten. Wem daran nicht das meiste liegt, der muß es sich am Ende selbst zuschreiben, wenn bei ihm das innere Gefühl und Bewußtsein des Fortlebens der Seele nach dem Tode nur ein schwaches ist; denn dieses Lebensgefühl ist ja eben die Folge der wahren, lebendigen Liebe zu Gott und daraus zum Nächsten.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 75, 9]

 

Der römische Hauptmann von Pella nach einer schweren Sturmnacht zu angstvollen Heiden: „Sehet, ich habe mich unter dem Schutze eines Gottes im vollen Glauben und Vertrauen auf Ihn in dieser Judenherberge ganz wohl ohne alle Furcht und Angst befunden. Gegen solche Furcht schützen nur ein fester Glaube und ein lebendiges Vertrauen auf einen wahren, allmächtigen, allweisen, allgütigen und allwissenden Gott; wer das nicht hat, der ist bei allen stürmischen Erscheinungen aller Qual und Pein ausgesetzt und der größten dann, wenn seine letzte Stunde naht!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 77, 14]

 

Der Herr zu einem angefochtenen Freunde des Neuen Wortes: „Wohl dem, der aus Liebe zu Mir ein getreuer Kämpfer ist für Mein Reich, wahrlich, sein Lohn wird unermeßlich groß sein! Denn er wird den Tod auf der Erde nimmer schmecken. — Was aber dann in Meinem Vaterhause seiner harrt, dafür hat die ganze Unendlichkeit zu wenig Ohr, um es gebührend vernehmen zu können! Also sei heiter und fröhlich; denn auch dein Kreuz ist eine Gabe von Mir, deinem ewig guten, heiligen Vater! Vertraue dich Mir in allem! Und gehe es in deiner Familie, wie es wolle, so denke, der große Steuermann ist nicht ferne!“

[Hi. Bd. 2, S. 153, 18-20]

 

Der Herr zu erlösten Seelen im Geisterreich: „Mit Mir vermöget ihr alles, ohne Mich aber nichts! So ist es bei Mir auch allzeit gut sein! Außer Mir aber gibt es nirgends ein Sein, das da wäre von Bestand; denn Ich allein bin der Weg, die Wahrheit und das Leben! Wer in Mir verbleibt durch die Liebe und Ich in ihm, der hat das Licht, die Wahrheit und das Leben!“

[GS. Bd. 1, Kap. 98, 13]

 

Der Evangelist Johannes: „Gott ist in sich selbst die ewige und allerreinste Liebe. Aus dieser unendlichen Liebe bist du, Mensch, hervorgegangen, also ein Werk der Liebe bist du! Daher sollst du auch Gott, deinen Schöpfer, mit all deiner Liebe ergreifen und Ihn lieben über alles! Tust du solches, so ergreifst du das ewige, unvergängliche Leben. Tust du es nicht, so trennst du dich vom Leben, und das Los deiner Trennung ist der ewige Tod!“

[GS. Bd. 2, Kap. 48, 19-20]

 

Der Herr zu einer um verlorenes irdisches Glück Trauernden: „Nur in Mir wirst du die volle, freieste und heiterste Ruhe finden und nirgends anderswo, — auch nicht im Kleide einer privilegierten Barmherzigkeitsschwester und auch nicht in kalten, gemauerten Kirchen, sondern allein bei Mir, durch das Vertrauen und die stets zunehmende Liebe zu Mir! — Siehe, Mein Knecht (J. Lorber) war auch ehedem, dir gleich, krank. Seit er aber Mich gefunden hat, ist er gesund, heiter und frei!“

[Hi. Bd. 2, S. 8, 18. 19]

 

Der Herr zu Wanderfreunden: „Machet euch die Berge zu Freunden, die Täler zur Anschauung der Demut und Mich zum Führer durch die Täler auf die Berge der Ruhe und des Friedens, so werdet ihr erkennen, daß Ich, euer Vater, der wahre Weg, das Licht und das ewige Leben selbst bin!“

[Hi. Bd. 1, S. 361, 40]

 

Der Herr: „Wer nicht beständig mit Mir wandelt, der geht gar oft seinem Unglück blind in die Arme und ahnt nichts davon. Wo aber Ich bei einer Reise oder einem anderen Unternehmen dabei bin, da werde Ich es nie zulassen, daß demjenigen, der an Meiner Seite wandelt, auch nur ein Haar gekrümmt wird!“

[Hi. Bd. 1, S. 226, 5]

 

Der Herr zu kriegsbangen Freunden: „Eure Frage sei nur: ‚Herr, Vater, bist Du bei uns?‘ — Und Ich sage zu euch dann: ‚Ja, Meine Kinder!‘ — Alsdann lasset in Krakau Österreicher, Russen oder Chinesen einziehen, und es wird für euch ganz einerlei sein! Mag da geschehen, was da wolle, die Meinen werden allezeit sich unter Meinem allmächtigen Schutze befinden, sei es auf der Welt oder in der Hölle!“

[Hi. Bd. 2, S. 296, 12. 13]

 

Der Herr: „Solange ein Volk allgemein sich mehr um Mich bekümmerte und nach Meinem Geiste strebte, solange gab es in seinem Lande Engel in großer Menge unter den Menschen. Dadurch wurden nicht nur die Menschen, sondern auch der Erdboden gesegnet, so daß er stets reichliche Ernten trug.“

[Hi. Bd. 2, S. 323, 3]

 

Der zwölfjährige Jesusknabe im Tempel zu Jerusalem: „Es ist dem Menschen auf Erden überall ein Maß gestellt, wie für das Gute, also auch für das Schlechte; im gleichen aber ist auch jedem Volke ein Maß gesetzt. Wenn es voll wird des Göttlich-Guten, dann wird das Volk und sein Land triefen von Segen, wenn aber ein Volk und sein Land voll wird des Schlechten, dann ergeht darüber auch unnachsichtlich ein strenges Gericht!“

[Dr. T. Kap. 26, 22]

 

Jesus: „Die Sadduzäer, äußerst materielle, die Welt und sich selbst über alles liebende Menschen, glauben an keinen Gott, leugnen darum auch die Unsterblichkeit der menschlichen Seele völlig und schelten jeden einen Narren, der daran glaubt.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 68, 5]

 

Jesus: „Wo man an Gott, dem Grunde alles Lebens, zweifelt, da ist es nicht verwunderlich, wenn man auch über das Fortleben der Seele nach des Leibes Tode im Zweifel ist.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 68,4]

 

Segensgruß des himmlischen Vaters: „Friede sei mit euch! — Meine Liebe sei euer einziger Reichtum! Und Meine Gnade erleuchte vor euch die Finsternisse der Welt und zeige euch sanft den Weg des ewigen Lebens!“

[Hi. Bd. 1, S. 19, 6]

 

06.02. Das irdische Liebesleben

Jesus: „Die Keuschheit ist von der größten Lebensbedeutung. Würden die Menschen das Laster der Unkeuschheit meiden und den Beischlaf nur so oft begehen, wie er zur Erweckung einer Frucht in einem Weibe nötig ist, Ich sage es euch, unter euch wäre jeder ein Hellseher! So aber vergeuden Mann und Weib die besten Kräfte durch das häufige Vergießen der edelsten, seelenverwandtesten Lebenssäfte und haben demnach keinen Vorrat, aus dem sich ein stärkeres Licht in der Seele ansammeln könnte. Dadurch werden die Menschen träge und genußsüchtig, sind selten eines hellen Gedankens fähig und werden endlich furchtsam, feig, sehr materiell, launisch, selbstsüchtig und neidisch. Sie können schwer etwas Geistiges begreifen; denn ihre Phantasie schweift immer im Reize des Fleisches umher, sodaß die Seele des geistigen Lichtes ganz vergißt und sich immer wieder in den Pfuhl der Fleischeslust stürzt.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 230, 2-3]

 

Auf die Frage König Lamechs von Hanoch, ob im Hinblick auf die große Zeugungsfähigkeit des Mannes die Vielweiberei zu gestatten sei, erklärt der Herr: „Wäre die Vielweiberei in Meiner Ordnung, so hätte Ich im Anfange schon dem Adam dreihundert und etliche Weiber erschaffen, damit er sein tägliches Zeugungsvermögen hätte in Anwendung bringen können. Aber siehe, Ich erschuf ihm nur ein Weib, und nach dieser Regel gebe Ich noch bis zur Stunde für ein männliches Wesen nur ein weibliches. Daraus kannst du gar leicht den guten Schluß ziehen, daß dem Manne von Mir aus nur ein Weib bestimmt ist trotz seiner reichen Zeugungsfähigkeit. Was aber diese betrifft, so ist sie nicht gegeben der Vielzeugerei, sondern der kräftigen Zeugung wegen! Und so kann ein Mann mit einem Weibe zwar weniger, aber dafür desto kräftigere Kinder zeugen, während bei der Vielzeugerei nur unreife Schwächlinge zum Vorschein kommen können. Denn jeder Same wird eine schlechte oder gar keine Frucht erwecken, wenn er nicht vorher zur vollen Reife gelangt ist. Also ist es auch bei dem Menschen umsomehr der Fall, als es sich bei ihm doch um die Erweckung der alleredelsten Frucht handelt. Also bleibe es bei einem Weibe, und dieses tut genug, wenn es alle drei Jahre nur eine Frucht ausreift.“

[H. Bd. 3, Kap. 63, 10-15]

 

Der Herr zu dem geläuterten König Lamech von Hanoch, der auf die verschwenderische Zeugungskraft und den überströmenden geschlechtlichen Gefühlsreichtum des Mannes hinweist: „Der Mann sammle sein Gefühl im Herzen und kehre es dann zu Mir, und wenn es die gerechte Kraftreife erlangt hat, dann wird er in Mir, dem Urgrunde aller Dinge und somit auch aller noch so schönen Weiber, den genügendsten und befriedigendsten Ersatz finden und wird dann mit diesem kraftvollsten Gefühl ein Weib in aller gerechten Kraft lieben können, und es wird ihn das Weib seines Nachbars nimmer anfechten. — Solches aber wisse, daß auf dieser Welt im Menschen alles nur eine auszubildende Anlage ist für einen endlos erhabenen, ewigen Zweck. Daher soll der Mensch von den in sich wahrgenommenen Kräften nicht eher Gebrauch machen, als bis sie zur Vollreife gelangt sind. Wie aber die Früchte der Erde nur im Lichte der Sonne reifen, also reifen auch die geistigen Kräfte des Menschen in Meinem Lichte nur. Daher soll jeder Mensch seine Kräfte auf Mich hinwenden, so wird er ein vollkommen reifer, mächtiger Mensch werden in Meiner Ordnung.“

[H. Bd. 3, Kap. 64, 15-18]

 

Der hohe Abedam (Jehova) ermahnt in der Urzeit ein neuvermähltes Paar: „Nehmet hin Meinen Segen zum ewigen Leben! Zeuget aus euch wahre, lebendige Früchte der reinen Liebe! Ferne sei euerm Leibe die stumme Befriedigung dessen, daran das Fleisch und somit auch die Sünde hängt, — so werdet ihr stets wandeln wahrhaft und getreu vor Mir; wer aber wohltut seinem Fleische, es nährt über das gerechte Maß und es dann durch alle Wollust sucht zu ergötzen, der nährt seine eigene Sünde und räumt durch die Wollust des Fleisches dem ewigen Tode alle Gewalt über sich ein. Daher bezähmt allzeit eure Begierden, so es nicht Zeit ist, daß ihr Mir zeuget eine lebendige Frucht. Wenn es aber Zeit ist, dann rufet zu Mir, damit Ich euch halte, wenn ihr der Sünde ein Opfer bringet, und ihr darum nicht fallet, sondern bleibet in Meiner Gnade!“

[H. Bd. 2, Kap. 89, 3-4]

 

Der Herr zu einem neuvermählten Paar der Urzeit: „Sorget euch nur um das, was des Geistes ist; das Fleisch .aber übergebet Mir und tuet darin Meinen Willen, so werdet ihr im Geiste allzeit in dem Grade wachsen und zunehmen, in welchem euer Tod abnimmt, welcher da ist die Sünde oder das Fleisch. Siehe, so oft das Fleisch eine ungebührliche Forderung an dein Herz legen wird, allzeit die Sterne des Himmels an, und Ich werde aus den Sternen zu dir reden und dir sagen, was du zu tun hast. — Wenn du aber abweichen möchtest von Meinem Wege, dann wird sich auch der Himmel vor deinen Augen verhüllen, und du wirst so lange die sprechenden Sterne nicht zu Gesichte bekommen, bis du voll Reue auf diesen Meinen Weg zurückkehren wirst! So du aber verbleiben wirst freimütig getreu Meinem Willen, da wirst du bald dessen große Macht in dir gewahren!“

[H. Bd. 2, Kap. 89, 7, 10-12]

 

Der Evangelist Johannes: „Ihr wißt, daß der Mensch einer zweifachen Liebe fähig ist, nämlich der göttlichen, welche aller Selbstliebe entgegen, und der Selbstliebe, welche aller göttlichen Liebe entgegen ist. — Wenn nun jemand den Akt der Zeugung begeht, welche Liebe war da der Beweggrund: die Eigenliebe, unter deren Botmäßigkeit auch jegliche Genußsucht steht, — oder die göttliche Liebe, welche nur mitteilen will, was sie hat, ihrer selbst gänzlich vergessend. — Die Selbstsucht ist nirgends schmählicher als bei dem Zeugungsakt. Wie der Same, so auch wird die Frucht. Ist göttliche Liebe, also die Keuschheit, der Same, so wird auch eine göttliche Frucht zum Vorschein kommen; ist aber Eigenliebe und Genuß sucht, also die Unkeuschheit, der Same, welch eine Frucht wird da hervorgehen?!“

[GS. Bd. 2, Kap. 80, 14-18]

 

Jesus: „Wenn das Leben des Menschen kein tändelnder Scherz, sondern ein heiliger Ernst ist, so kann auch der Zeugungsakt durchaus keine Tändelei, sondern auch nur ein heiliger Ernst sein. Die dabei sinnlich angenehmen Empfindungen sollen nicht der Beweggrund zu diesem Akte sein, sondern allein, daß ein Mensch gezeugt werde! Drängt dich der Hauptgrund, so gehe und handle, und du hast keine Sünde begangen.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 215, 1-3]

 

Der Herr: „Ist nicht der Mensch der Gipfelpunkt aller Schöpfung? Wenn er aber das doch unleugbar ist, kann dann seine Zeugung ein gleichgültiger Akt sein? — Die Zeugung der Tiere ist eine gerichtete und kann darum nur in der strengsten Ordnung verrichtet werden. — Die Zeugung des Menschen aber ist eine freie; durch sie soll schon der erste freie Same in den Embryo gelegt werden, aus dem wieder ein freier Mensch hervorgehen soll! — Es handelt sich also um das Wunder aller Wunder, um einen freien Menschen, der berufen ist, für ewig als ein Gott mit Gott zu leben und zu verrichten Gottes Taten!“

[Hi. 2, S. 355, 12-14]

 

Der Evangelist Markus: „In der ersten Kirche, welche die adamitische war, wurde der Zeugungsakt von jenen Menschen, die damals mit den Himmeln in beständigem Verkehr standen, viel mehr auf eine geistige als auf eine sinnliche Weise begangen. Dabei wurden die beiden Ehegatten mehr als sonst vom göttlichen Geiste durchdrungen, gerieten dadurch in einen leiblichen Schlaf, erweckten sich bald aus diesem naturmäßigen Schlafe und wurden dann im Geiste eins und auch völlig in den Himmel entrückt. Alda erst verrichteten sie den Akt der Zeugung und wurden danach leiblich wieder in die naturmäßige Welt versetzt.“

[GS. Bd. 1, Kap. 45, 10]

 

Der Herr zu einem Vater der Höhe: „Wenn du ein Weib hast, kannst du mit ihm zeugen, was du willst? — Siehe, nicht deinem Willen wird dieser Akt folgen, auch nicht dem Willen deines Weibes, sondern da waltet allezeit Mein göttlicher, allmächtiger Wille und es wird, was Ich will, und nicht, was du möchtest! Willst du einen Sohn, da gebe Ich dir eine Tochter, und willst du diese, da soll dir ein Sohn werden; denn Ich allein bin der Herr über alles Leben!“

[H. Bd. 3, Kap. 26, 6-7]

 

Jesus: Eine gewaltsame Zeugung mit einer Jungfrau oder mit dem Weibe eines anderen Mannes ist ein schwerer Verstoß gegen die Nächstenliebe.

[Ev. Bd. 3, Kap. 215, 7 und 8]

 

Jesus: „Wer sein Weib stört während der Schwangerschaft, der verdirbt die Frucht schon im Mutterleibe und pflanzt ihr den Geist der Unzucht ein. Denn welch ein Geist die Gatten nötigt und reizt, sich über die natürliche Gebühr zu beschlafen, derselbe Geist geht dann auch in die Frucht über.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 231, 4]

 

Jesus: „Bei der Zeugung soll sehr gewissenhaft beachtet werden, daß erstens die Zeugung nicht aus gemeiner Sinnenlust verübt werde, sondern aus wahrhafter Liebe und seelischer Neigung, — und zweitens, daß das empfangen habende Weib noch gut sieben Wochen nach der Ausgeburt ihrer Frucht ungestört belassen werde!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 231, 5]

 

Eitelkeit und Putzsucht der Weiber wird vom Herrn als Fallstrick Satans verworfen — Lob des demütigen, reinen Weibes.

[Ev. Bd. 1, Kap. 167, 1-3, 5-7]

 

Jesus empfiehlt eine Wiedergutmachung des getätigten außerehelichen Geschlechtsverkehrs und seiner Folgen im Geiste wahrer Nächstenliebe.

[Ev. Bd. 3, Kap. 66, 4]

 

Der Herr: „Wahrlich, wer aus Liebe zu Mir nicht ehelicht, der tut ja besser. Wer aber einmal einem Mädchen das Wort gegeben hat, der begeht eine grobe Sünde, wenn er sein Wort bricht. Hat aber jemand gar wider Mein Gebot einem Mädchen beigewohnt, um wieviel mehr muß er darum auch verpflichtet sein, seine Sünde an dem Mädchen gutzumachen, ohne welche Tat (die Gutmachung) sie ihm nie von der Schuldtafel gelöscht wird im Reiche des Lebens!“

[Hi. 11, S. 108, 15]

 

Der Herr: „Den Buhlern und Buhlerinnen sage: „Wer im Fleische wandelt, der wandelt im Tode, und seine Lust wird bald zur Speise der Würmer werden. Nur wer im Geiste wandelt, kommt zum Lichte, der Urquelle alles Lebens; sein Anteil wird ewig bestehen und sich vermehren.“

[H. Bd. 1, Kap. 1, 10]

 

Jesus: „Gott ist kein unbilliger Richter und weiß die Schwächen des menschlichen Fleisches genauest abzuwägen und zu berücksichtigen.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 67, 4]

 

Jesu milde Beurteilung des sinnlichen, aber seine Veranlagung zügelnden jungen Pharisäers Simon.

[Ev. Bd. 4, Kap. 177, 6]

 

Jesus: Übermäßiger und ehebrecherischer Geschlechtsverkehr ohne Zeugungsabsicht tötet das geistige Streben in einer Seele.

[Ev. Bd. 3, Kap. 68, 1-5]

 

Jesus verurteilt nachdrücklich jede Gewaltsamkeit seelischer oder leiblicher Art im Verkehr der Geschlechter sowie allerlei andere geschlechtliche Abirrungen.

[Ev. Bd. 3, Kap. 68, 7-10]

 

Jesus: Ein übermäßiger Geschlechtsdrang kann wirksam durch Gebet und kühlende Bäder gemildert werden.

[Ev. Bd. 3, Kap. 66, 8]

 

Jesus bezeichnet Arbeitsamkeit als das beste Mittel gegen sinnliche Versuchungen.

[Ev. Bd. 3, Kap. 68, 6]

 

Jesus empfiehlt Heilung schwerer Unzüchtler durch Fasten und Gebet.

[Ev. Bd. 3, Kap. 68, 11]

 

Jesus empfiehlt als gute Mittel gegen übermäßigen Geschlechtsdrang: Einfachheit und Genügsamkeit im Essen und Trinken, geistige Belehrung, auch Fasten, wobei Roggenbrot, Wasser und Aloesaft dienlich sind.

[Ev. Bd. 3, Kap. 69, 2-6; Kap. 71, 14 und Kap. 72, 2-3]

 

Jesus: Übermäßig gesteigertes Geschlechtsverlangen kann von einem nüchternen, kräftigen Ehegatten befriedigt werden, jedoch ist der begehrende Teil mit viel Geduld geistig über die Gefahren des zu häufigen ehelichen Verkehrs zu belehren.

[Ev. Bd. 3, Kap. 71, 10-11 und 14]

 

Jesus: „In der Fleischeslust liegt mehr oder weniger ein Hauptübel für alle Menschen. Aus dieser Lust entspringen nahezu alle leiblichen Krankheiten und alle Übel der Seele. Jede Sünde legt der Mensch leichter ab als die Fleischessünde. Daher sollet ihr eure Augen abwenden von den reizenden Gefahren des Fleisches auf so lange, bis ihr Meister eures Fleisches geworden seid!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 80, 2-3]

 

Jesus warnt vor zu frühzeitigem geschlechtlichem Verkehr, vor Unzucht und Hurerei, sowie vor geschlechtlicher Ausbeutung gefallener Frauen; wer diese aufrichtet und ihnen hilft, dessen Lohn im Himmel wird groß sein. — Jesus macht jedoch Unterschiede zwischen großen und kleineren Fleischessünden.

[Ev. Bd. 4, Kap. 80, 10-16]

 

Auf eine Frage des Römers Agrikola erwidert Jesus: „Was die Vielweiberei betrifft, so soll es bei Meinen Nachfolgern sein, wie es war im Anfange der Menschheit auf dieser Erde, wo Gott nur einen ersten Mann erschuf und ihm nur ein Weib gab. — Die Vielweiberei ist von großem Übel; denn sie macht die Seele sinnlich, sodaß sie nichts Geistiges mehr fühlen und fassen kann. Darum gelangen solche Wollüstlinge schwer ins Reich Gottes!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 41, 1 und 3]

 

Jesus: „Ein Mann, der nur mit Beischläferinnen sein sinnliches Leben führt, ist oft schlechter noch als mancher schwache Ehebrecher; denn er schadet nicht nur seiner Seele, sondern auch den Seelen seiner Beischläferinnen. Solche Menschen bereiten sich schon in dieser Welt ein böses und bitteres Los und ein noch schlimmeres im Jenseits; denn sie haben durch ihren Wandel nahezu allen Seelenätherlebensstoff vergeudet.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 41, 6]

 

Der Herr warnt die Völker unserer Sonne vor ungeistiger, fleischlicher Zeugung und vor der Blutschande, aus der nur Teufel hervorgehen, und zeigt ihnen die üblen Folgen des Verharrens im unzüchtigen Wesen: Krankheit, Verlust der geistigen Zeugungskraft und der leibliche schmerzhafte Tod; auch würden die Sonnenbewohner die Fähigkeit einbüßen, lediglich durch ihren reinen Willen Gärten und Äcker zu bepflanzen! Ebenso ginge ihnen auch die Freude, mit den Geistern der Abgeschiedenen zu verkehren, verloren.

[BM. Kap. 183, 25-31]

 

Auf die Frage eines groben, hartnäckigen Unzüchtlers: ‚Wo ist der Gott, der mich für die Erfüllung der in die Natur gelegten Gesetze richten könnte?‘ — erwidert Robert Blum: „Wohl hat Gott alle Gesetze in die Natur gelegt, aber dem freien Menschen gab Er Verstand und Vernunft, daß er die Triebe seines Fleisches sehr mäßig im Stande einer ordentlichen Ehe erfüllen solle! Für jeden Tritt über die moralische Grenze hinaus hat Er aber auch schreckliche Hinkboten (Strafengel) gestellt, die solche Überschreitungen stets aufs empfindlichste durch ein schmerzhaftes Gegengesetzmittel zu ahnden pflegen.“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 97, 18-19]

 

Der Apostel Paulus im jenseitigen Mittelreich zu einer Schar fleischlich gesinnter Seelen: „Wehe jedem Unzüchtigen, der seinen Sinn von der Gnade Gottes abwendet und seine Augen nach dem Fleisch der Weiber richtet! Wahrlich, was eurer Gier nun wie ein Himmel voll Lust und Wonne sich zeigt und euer Herz verlockt, wird in aller Kürze für euch und euresgleichen zur Hölle werden!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 203, 15]

 

Der Apostel Paulus im jenseitigen Mittelreich zu einer Schar fleischlicher Sünder: „Ihr sehet nicht ein, daß Gott der Herr selbst eure irdische Not und Armut verordnete und geschehen ließ, damit ihr zu euch kommen und erkennen solltet, daß euch Gott für etwas Besseres erschaffen und bestimmt hat als nur für die Werke des Fleisches, die der Mann, solange er im Fleische lebt, wohl auch zu verrichten hat, aber nach weisem Ziel und Maß, — jedoch nie anzusehen hat als Bestimmung seines Seins. Denn der Herr gab diesen Sinn dem Fleische nicht zu einem Bedürfnis, sondern als eine Eigenschaft zum nüchternsten und weisesten Gebrauch. Wer daraus ein Bedürfnis macht, der ist ein elender Sünder, und die Gnade Gottes weicht aus seinem Herzen, da er dem stummen Gesetz des Fleisches gehorcht. Ihr sollt aber über dem Gesetz des Fleisches stehen durch die freie Macht der Selbstverleugnung, durch die Liebe und den lebendigen Glauben an Gott den Herrn, auf daß ihr alles Gesetzes und alles Gerichtes ledig werden möget!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 203, 17-20]

 

06.03. Der Bund der Ehe

Engelsrat an junge Eheleute: „Die Keuschheit prange wie ein Immergrün auf eurer Stirne, und nie entheilige Zwietracht, Zorn, Neid, Geiz und Unzucht die gesegnete Zeugung eurer Kinder; Mäßigkeit in allem und die Liebe Gottes über alles sei eure Regel! Wenn ihr das tun werdet, wird euer Leben des Leibes lang und euer Abschied von der Erde im Lichte der unendlichen Gnade des ewigen, heiligen Vaters sein!“

[H. Bd. 1, Kap. 36, 44]

 

Der Herr: „Die Ehe ist die erste Ordnung, in der die Menschheit gezeugt werden muß, wenn sie je in eine höhere Ordnung eingangsfähig werden soll! Die Ehe ist eine freie Einung zweier Herzen, zweier Seelen, zweier Geister, aus welcher einst die große Einung in Mir und mit Mir selbst hervorgehen soll als ein Endzweck alles Seins!“

[Hi. 2, S. 355, 16]

 

Abedam-Jehova verbindet nach eingehender Prüfung ihrer Herzen das reine, Ihm in flammender Liebe ergebene junge Menschenpaar Lamech und Ghemela zu einer wahren, himmlischen Ehe.

[H. Bd. 2, Kap. 3 und 4]

 

Abedam-Jehovas Aufforderung an den jungen Lamech der Höhe bei der Vermählung mit Ghemela: „Lamech, beuge dich zur Ghemela, reiche ihr deine rechte Hand und erhebe sie dir zum Weibe und stelle sie an deiner Liebe Seite vor Mir her, damit Ich euch segne für alle Zeiten!“ Und Jehova segnete sie und befahl ihnen, die Reinheit der Herzen beständig zu bewahren und zu behalten die Keuschheit ihr Leben lang. Und sie gelobten es und wurden das reinste Ehepaar der Urzeit.

[H. Bd. 2, Kap. 4, 32 und 35]

 

Das Jesuskind zu dem römischen Statthalter Cyrenius und dessen Braut Tullia: „Ich bin nicht ein Herr dessen, was der Welt ist; daher seid ihr von Mir aus in allem Weltlichen frei! — Habt ihr aber wahre Liebe in euren Herzen zueinander gefaßt, da sollet ihr diese nicht brechen! Denn es gilt bei Mir kein anderes Gesetz für die Ehe, als welches mit glühender Schrift geschrieben steht in euren Herzen! Habt ihr euch aber schon beim ersten Anblick laut dieses lebendigen Gesetzes erkannt und verbunden, da sollet ihr euch nicht mehr trennen, so ihr nicht sündigen wollet vor Mir. — Ich halte aber kein weltliches Eheband für gültig, sondern allein das des Herzens. Wer dieses bricht, der ist ein wahrer Ehebrecher vor Mir!“

[Jug. Kap. 102, 11-16]

 

Eherat des himmlischen Vaters an ein junges Mädchen: „Gabiela, du mußt Meiner nicht vergessen! Und du sollst nicht Auge und Herz schlank gewachsenen jungen Männern durchs Fenster insgeheim ehesüchtig nachsenden, und zwar heute diesem, morgen jenem und übermorgen einem dritten usw., sondern stets Meiner gedenken, Auge und Herz Mir nachsenden und lieben Einen nur! Und dieser Eine bin ich, dein heiliger, liebevollster Vater! In dieser allein gerechten Liebe wirst du leben zeitlich glücklich und ewig dann im Schoße deines Vaters. — Die Menschenliebe, siehe, liebe Gabiela, ist kein nütze, wenn sie nicht aus Meiner Liebe stammt. Wenn du aber aus Liebe zu Mir zu jemandem dich hinneigen möchtest, da siehe, ob er im Besitze Meiner Liebe ist! Ist er das, so ist er dir gleich und deinem Herzen der Nächste! Ist er es aber nicht, so betrachte ihn als einen irrenden Bruder, der noch zwischen Himmel und Hölle wandelt und seine Augen mehr auf Abgründe ewiger Nacht als zu Mir, dem ihm noch völlig unbekannten ‚Vater‘, richtet. Wenn der finstere Abgrund sein Augenlicht verzehren und er beim nächsten Tritt in den Abgrund fallen wird, so wird sein Fall dich zum Mitfalle zwingen. Und es möchte dann schwer halten, dich loszulösen von den Ketten, welche eine arge Weltliebe um dein zartes Herz geschmiedet hätte tausendfältig. — Mit dem Herzen siehe also nur dem Manne nach, den Ich dir, erfüllt mit Meiner Liebe, vorstellen werde, dann wirst du vollkommen glücklich sein!“

[Hi. 1, S. 369, 3-9]

 

Das Jesuskind verbindet den römischen Statthalter Cyrenius mit der Römerin Tullia zur wahren Ehe mit den Worten: „Du, mein Cyrenius, hast zu dieser Tochter dein Herz gar mächtig gefaßt, daher sollst du es nicht mehr abwenden von ihr! — Und du, Tochter, warst beim ersten Anblick brennend schon in deinem Herzen zu Cyrenius. Darum bist du schon sein Weib vor Mir! Denn bei Mir gilt allein der Rat eurer Herzen! Bleibet sonach diesem für ewig treu! — Du, mein Cyrenius, nimm hin das Weib, das Ich dir gebe, und du, Tullia, nimm den Mann, den Ich dir zugeführt habe; nun sollet ihr euch nimmer verlassen! — Wenn euch aber des Leibes Tod trennt, dann soll der überlebende Teil frei sein dem Äußeren nach, aber die Liebe soll währen ewiglich!“

[Jug. Kap. 102, 17-20, Kap. 103, 16-18]

 

Das Jesuskind zu dem römischen Statthalter Cyrenius, der sein Nebenweib Gott nicht opfern will: „Zwei Weiber kannst du zufolge Meiner Ordnung nicht haben; denn im Anfange ward nur ein Mann und ein Weib erschaffen!“

[Jug. Kap. 104, 25]

 

Jesus zu dem bekehrten Paar Joram und Irhael in Sichar: „Ihr müßt miteinander in eine vollkommene und unauflösliche Ehe treten. Sonst wäre euer Beisammensein ein Ärgernis den Blinden, die nur aufs Äußere sehen und vom Innern keine Ahnung haben. Ich habe euch nun verbunden, und dieses Bündnis ist allein gültig im Himmel wie auf Erden. Den Priestern und euren Mitbürgern zeiget das an, auf daß sie es wissen, daß ihr nun völlig rechte Eheleute seid vor Gott und aller Welt.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 36, 13.]

 

Jesus vermählt den römischen Oberrichter Faustus mit Lydia, der Tochter des Kisjonah, mit den Worten: „Ich habe euch gesegnet, und somit seid ihr schon ein Leib; aber das merket euch: Was Gott verbunden hat, das soll kein Mensch mehr trennen, und es bleibt sonach eine wahre Ehe für ewig unauflöslich. — Eine falsche Weltehe aber ist ohnehin kein Bund vor Gott und somit auflöslich wie die Weltmenschen und alle ihre Bündnisse. — Ihr aber seid nun völlig Mann und Weib und vor Gott ein Fleisch!“

[Ev. Bd. 1, Kap. 236, 18-20]

 

Der hohe Abedam-Jehova bestätigt in der Urzeit die Einehe als allein der göttlichen Ordnung entsprechend, erklärt aber das der Zeugung dienende Zusammenleben mit mehreren Frauen für besser als ein ausschweifendes, ungeregeltes Geschlechtsleben ohne Zeugungsabsicht.

[H. Bd. 2, Kap. 106, 10-22]

 

Jesus: „Ein junger Mann sollte nicht unter 24 Jahren und eine Maid nicht unter 20 Jahren ein Ehebündnis schließen!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 72, 15]

 

Jesus vermählt den Arzt Borus und Sarah, die Tochter des Synagogenobersten Jairus, mit den Worten: „Siehe, wie unbeschreiblich lieb sie ist! Nimm sie, liebe und pflege sie wie eine zarteste Pflanze; denn Ich gebe sie dir aus den Himmeln als einen wohlverdienten Lohn. — Gehet hin zu den Eltern, auf daß sie euch segnen, und kommet dann zu Mir, daß auch Ich euch nochmals segne!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 44, 30]

 

Segen der auf glühender Liebe zum Herrn begründeten himmlischen Ehe des Arztes Borus und Sarah, der Tochter des Synagogenobersten Jairus.

[Ev. Bd. 2, Kap. 44, 33-34, Kap. 46, 8]

 

Sarah dankt dem Herrn Jesus für ihre Vermählung mit Borus: „Herr, weil Du es also willst, tue ich es gerne; wäre aber Dein Wille ein anderer, so hätte ich gegen mein Herz gekämpft — doch nun danke auch ich Dir für den besten Mann im Lande!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 44, 31]

 

Jesus zu dem mit zwei Frauen verehelichten frommen und biederen Wirte Ebahl: „In Zukunft soll ein Mann nur eine Jungfrau oder Witwe zum Weibe nehmen; denn Gott gab dem Adam auch nur ein Weib. Daß die Menschen von diesem ersten Gesetz abgingen, war nicht Gottes, sondern der sinnlichen Menschen Wille; viele der Weiber eines Fürsten oder eines Reichen waren nur Lustdirnen.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 103, 19-20]

 

Jesus schließt die Ehe zwischen dem jungen Seher Mathael und der Königstochter Helena, indem Er beide ihre Liebe und ihren Ehewillen bekunden läßt und ihren Bund segnet.

[Ev. Bd. 3, Kap. 119, 4-11 und 12 Ende]

 

Jesus in der geistigen Welt zu einem Liebespaar: „Lasset euch von der äußeren Gestalt nicht mehr als von dem Geiste der Liebe leiten! Der äußere Sinn gewöhnt sich bald an eine noch so schöne Form, wodurch sie ihm dann gleichgültig wird. Die Liebe aber, da sie stets neue Weisheit und neue Wunder schafft, wird anziehender von Weile zu Weile. Haltet euch daher stets an den Geist der Liebe, der wird euch das wahre, ewige Himmelsbrot sein und euch kräftigen und stärken immer mehr; denn solcher Geist in euren Herzen ist Mein Geist!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 255, 2]

 

Der Herr im himmlischen Jerusalem zu einem sehr demütigen und bescheidenen ehemaligen Laienbruder: „Siehe, du hast noch kein Weib, es ist aber eines schon auf dem Erdkörper für dich bestimmt. Wenn dieses hier ankommen wird, da sollst du mit ihm in die Ehe treten. Unterdessen aber sei ein treuer Bruder aller deiner Brüder!“

[GS. Bd. 2, Kap. 8, 30]

 

Der Herr an eine um weltliche Liebe Trauernde: „Wie magst du trauern in deinem Herzen, daß Ich dich sorglich bewahrte und befreite von denen, die nur sich selbst lieben?! — Ich sage dir: Freue dich vielmehr dessen und glaube Mir, daß du durch die Heiterkeit in Mir genesen wirst und es Mir dann auch gar nicht schwer sein wird, dein Mir ergebenes Herz mit einem Manne zu belohnen schon hier, der dir ewig ein Engel des Himmels bleiben wird!“

[Hi. 11, S. 7, 13]

 

Der Herr zu einer Ehelustigen: „Da gegenwärtig bei Eheschließungen nicht der Mensch, sondern nur seine Wohlhabenheit als ein Wert angesehen wird, und also nur das Geld den Mädchen Männer und den Junggesellen Weiber verschafft, so bin Ich rein überflüssig in diesen Angelegenheiten und habe das alles der Welt überlassen und sorge Mich darum gar nicht mehr, außer es müßte sich jemand vollernstlich an Mich wenden und die Welt ganz aus dem Spiele lassen. Dann freilich würde Ich eine solche Ehe segnen und fürs Fortkommen sorgen.“

[Hi. 2, S. 400, 2]

 

Der Herr: „Wenn zwei Ehewillige einander fragen: ‚Wieviel hast du? Und welche Ehrenstelle bekleidest du? Wovon lebst du? Und von welchem Stande sind deine Eltern?‘, — da ist es auch schon aus bei Mir! Denn das sind ja lauter Mir widrigste, weltliche Dinge! Und es wird von Mir doch niemand verlangen wollen, daß Ich noch jemandem zu dem verhelfen solle, was ihn von Mir ganz abzieht und der Hölle zuwendet!“

[Hi. 2, S. 400, 3]

 

Der Herr: „Wer eine Arme aus Liebe ehelicht, der hat Mich zum Schwiegervater und genießt Meinen Segen! — Und es ist besser, wenn Arme ehelichen als Reiche. Denn die Armen denken in ihrer Not doch an Mich, ihren Vater, und suchen Hilfe bei Mir!“

[Hi. 1, S. 191, 21]

 

Göttlicher Rat an einen Schürzenjäger: „Willst du glücklich leben, so eheliche ein Mädchen in rechter Ordnung, und Ich will dich segnen mit Meinem Frieden. — Und du bringst dadurch in dir selbst ein kleines Opfer für die vielen Opfer der weiblichen Treue, die du erschlichen und verspielt hast! Und habe keine Furcht, betrogen zu werden; sondern sorge vielmehr, daß du niemand betrügest mit dir selbst! Und habe nicht so sehr deinen Vorteil vor Augen als vielmehr den Vorteil derjenigen, die du dir antrauen lassen möchtest! Dann wirst du gut fahren, zeitlich und ewig!“

[Hi. 1, 5. 193, 30]

 

Jesus zu Seinen Jüngern: „Wenn ihr in einer Gemeinde die Ehen prüfet und segnet in Meinem Namen, so wird dies den Ehewilligen zum Nutzen und zur Bekräftigung ihres Bundes dienen. Es geschehe das von euerm guten Willen ausgehend als ein Liebesdienst. Ich gebe euch dieses aber nur als einen guten Rat und nicht etwa als ein Gesetz. — Eine bezahlte Einsegnung der Ehe durch einen gebieterischen und hochmütigen Priester in oder außer dem Tempel hat vor Mir nicht den geringsten Wert, sondern nur Mein volles Mißfallen.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 40, 23, 24 und 25]

 

Jesus: „Eine gute, mit Vernunft, Weisheit und Selbstverleugnung gepaarte Ehe verhindert die geistige Wiedergeburt nicht, aber die Wollust macht sie unmöglich.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 41, 8]

 

Jesu weiser Eherat: „In allen mißlichen Ehefällen müssen die Eheleute Geduld miteinander haben bis in den Tod; denn hatte den jungen Eheleuten der Ehe Honig gemundet, so müssen sie dann auch mit der Galle der Ehe sich zufriedengeben. Der Ehe Honig ist ohnehin ihr schlechtester Teil, erst mit dem bitteren Teil der Ehe nimmt des Lebens goldener Ernst seinen Anfang. Dieser aber muß sich überall einstellen; denn käme er nicht, so ginge es mit der Saat für den Himmel schlecht. Im bittersten Lebensernste beginnt erst der geistige Same sich zu entfalten, der im beständigen Honigleben also erstickt wäre wie eine Fliege, die sich mit aller Gier in den Honigtopf stürzt und darin ihr Leben einbüßt.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 70, 8-10]

 

Jesus: „Ein sanftmütiges Weib ist ein Symbol des Himmels, dagegen ein ungerechtes, eigensinniges und herrschsüchtiges Weib ein Ebenmaß der Hölle. — Ein rechtes Weib sollte nie gegen einen Mann völlig ärgerlich werden; denn im Weibe muß der Mann die Ruhe seines Sturmgemüts finden, um selbst sanft und geduldig zu werden!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 10, 6 ff]

 

Die Stammutter Eva zu klagesüchtigen Weibern: „Klaget nicht, da ihr sanftmütig und duldsam sein sollet! Denn die Klage des Weibes ist ein scharfes Messer und zerschneidet die Treue des männlichen Herzens; aber die Sanftmut ist ein starkes Band, welches die Herzen der Männer an uns fesselt, und die Männer werden es nicht zerreißen!“

[H. Bd. 2, Kap. 280, 25]

 

Der Herr: „Die Gattenliebe ist wie ein abgekühltes Feuer, das nimmerdar kochen macht das Blut im Herzen, sondern nur sanft und leise erwärmt und belebt.“

[H. Bd. 1, Kap. 158, 36]

 

Jesus: „Wer ein Weib mit dem trockenen Weltverstande sucht, wird nur eine Törin finden, die nicht den Menschen, sondern sein Gold ehelicht. Doch ein Weib voll Liebe zu ihm nicht! Wer aber ein Weib voll Liebe finden will, der muß es auch mit Liebe suchen!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 98, 3]

 

Jesus: Wer ein ordentliches Weib in der Ordnung Gottes genommen hat, ist an sie gebunden bis zum Tode; der Scheidebrief Mosis gilt in solchem Falle vor Gott nicht. Wer nach erfolgter Scheidung heiratet, ist ein Ehebrecher.

[Ev. Bd. 3, Kap. 66, 11]

 

Jesus: Die mit einem Zwitter geschlossene Ehe ist scheidbar; auch verheimlichte schwere Gebrechen körperlicher oder seelischer Art gestatten die Auflösung der Ehe.

[Ev. Bd. 3, Kap. 70, 2-5]

 

Jesus: Unmäßiges und unlöschbares geschlechtliches Verlangen eines Ehegatten berechtigt unter Umständen zur Ehescheidung.

[Ev. Bd. 3, Kap. 71, 2-9]

 

Jesus: Ein gesegnetes (schwangeres) Weib bedarf der Schonung; bei übermäßigem Geschlechtsverlangen des Ehemannes ist daher einem sittsamen Weibe die Ehescheidung zu gewähren.

Ev. Bd. 3, Kap. 71, 12

 

Auf die Fangfrage der Sadduzäer: ‚Wenn eine Frau im Erdenleben nach dem Gesetz Mosis sieben Brüdern, die nacheinander starben, als Eheweib angehört hat, wessen Weib wird sie im anderen Leben sein?‘ antwortet Jesus: „In der von euch unverstandenen Auferstehung werden die Menschen völlig gleich sein den Engeln Gottes und weder selbst freien noch sich freien lassen. Denn die Ehe im Himmel ist eine andere als die eure auf dieser Erde. Gleichwie auf Erden ein gerechter Mann und ein gerechtes Weib miteinander verbunden sind, also sind im Himmel Liebe und Weisheit miteinander verbunden.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 197, 1-3]

 

Jesus: Des Nächsten Weib begehrend anzusehen, ist schon ein geistiger Ehebruch; mit einem solchen Weibe eine Frucht zu zeugen, ist eine grobe Sünde, eine größere Sünde jedoch, mit des Nächsten Ehefrau in unfruchtbarer Wollust zu verkehren.

[Ev. Bd. 3, Kap. 66, 12-13]

 

Jesus empfiehlt Beratung und Prüfung Ehelustiger durch staatliche Ehegerichte.

[Ev. Bd. 3, Kap. 72, 8-11]

 

Jesus empfiehlt Ehegerichte und erläutert deren Aufgaben und Wirksamkeit.

[Ev. Bd. 3, Kap. 72, 12-14, 16-17]

 

Jesus: Die Ehegerichte sollen auch die Erziehung der Kinder in der Ordnung Gottes überwachen.

[Ev. Bd. 3, Kap. 72, 19]

 

Ein Pharisäer fragt Jesus: „Ist es recht, daß ein Mann sich scheiden lasse von seinem Weibe aus einer begründeten Ursache?“ — Darauf Jesus: „Der, welcher im Anfange die Menschen machte, erschuf nur ein Männlein und ein Weiblein. Als das erste Menschenpaar dastand vor seinem Schöpfer, sah dieser, daß dem Manne das schöne Weib sehr wohlgefiel, und sprach: ‚Sieh, darum wird in Zukunft ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und es werden die Zwei also ein Fleisch sein!‘ Was aber Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht trennen! — Moses hat wohl einen Scheidebrief gegeben, laut dessen ihr euch scheiden könnet von euren Weibern; aber er tat solches nur um der Härte eurer Herzen willen!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 255, 5-7 und 9]

 

Jesus auf die Frage eines Pharisäers: „Wer sich von seinem Weibe, und sei es auch um der argen Hurerei willen, scheidet und freit eine andere, der bricht die Ehe. Und wer die Geschiedene freit, der bricht auch die Ehe. Was aber der Ehebruch für eine Sünde ist, das wisset ihr ohnehin.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 255, 10]

 

Jesus: Die Scheidung von einem sehr sinnlichen, ehebrecherischen Weibe ist gestattet, doch soll die Rückkehr einer reuigen Frau zu ihrem Manne nicht verhindert werden.

[Ev. Bd. 5, Kap. 256, 9]

 

Die Versuchung des einstigen Bischofs Martin durch schöne Frauen im Jenseits, seine Aufklärung durch den Engel Petrus, der ihn auf die Gefahren des vom Herrn verworfenen Priester-Zölibats, eines menschlichen, törichten Kirchengesetzes, aufmerksam macht.

[BM. Kap. 6]

 

06.04. Man und Weib vor Gott, Dem Vater

Der Herr zu drei gereiften, seligen Geistern: „Zu eurer höchsten Vollendung will es Meine Ordnung, daß ihr in der Ehe der Himmel leben und wirken sollt, daher muß jeder von euch, um vollkommen zu sein, ein Weib haben, auf daß er feste für ewig seine Weisheit und aufnehme das Licht, das der Liebe in seinem Herzen entströmt! Denn ein Weib ist ein geistiges Gefäß für das Licht aus euren Herzen, eine Magd in der Lebensküche des Herzens, sie unterhält das heilige Lebensfeuer auf dem Herde, den Ich in euch erbaut habe. — Und so müsset auch ihr ein Weib nehmen und mit ihm völlig eins sein für ewig. Denn so wird aus dem getrennten Adam wieder ein vollkommener Mensch, aber in gesonderter, persönlich seligster Wesenheit.“

[BM. Kap. 202, 3-4 und 11]

 

Der Evangelist Markus: „Ihr fraget, ob bei den Geistern hier (in der Geisterwelt) ein geschlechtlicher Unterschied obwalte? Ich sage euch: Solches ist hier ebensogut der Fall wie auf den Erdkörpern, und die Geister essen und trinken auch hier. Ferner genießen diese himmlischen Eheleute auch wie auf der Welt die ‚ehelichen Freuden‘; aber solches alles gestaltet sich hier ganz anders. So besagt das Essen und Trinken die Aufnahme des Göttlichguten und Göttlichwahren; und derjenige Akt, den ihr als den Begattungsakt kennt, besagt die Vereinigung des Liebeguten und Glaubenswahren zu einem liebtätigen Ersprießen!“

[GS. Bd. 1, Kap. 45, 3-4]

 

Jesus zu Robert Blum, den Er mit Helena zur himmlischen Ehe verbunden hat: „Du wirst erst durch sie ein vollkommener Mensch und Engel, und sie durch dich noch schöner und vollkommener! Ich gebe sie dir zu einem wahren himmlischen Weibe, mit dem du stets weiser und seliger werden wirst!“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 124, 10]

 

Himmlisches Gelöbnis der einstigen großen Sünderin Helena bei ihrer jenseitigen Vermählung mit Robert Blum: „Des Herrn Name sei gepriesen ewig, und Sein heiliger Wille geschehe! Ebenso aber wird mir ewig heilig sein dein Wille, da ich nun klar erschaue, daß du keinen anderen Willen mehr in deinem Herzen birgst als allein den heiligen des himmlischen, liebevollsten Vaters aller Engel und Menschen! — Sollte dein Herz je nach großen Taten in der Liebe auf Augenblicke matt werden, da soll es an dem meinen eine reiche Sättigung und Stärkung finden! Und sollte ich selbst je im heiligen Wollen eine Schwäche zeigen, dann wird dein Herz mich kräftigen und stärken in allem, was dem heiligsten Vater wohlgefällig ist! — Und so will ich denn im Namen des heiligsten, himmlischen Vaters sein und bleiben für ewig dein himmlisches Weib, das mit und in dir leben und handeln wird als ein Wesen mit dir ewig!“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 124, 12]

 

Inschrift auf der neunten Stufe einer für Robert Blums jenseitige Seelenentwicklung und -läuterung sinnbildlichen Pyramide: „Die pure Weiberliebe ist Eigenliebe! Denn wer von der Weiberliebe sich so weit verziehen läßt, daß ihm daneben die Nächstenliebe und aus dieser die Gottesliebe zur Last wird, der liebt sich selbst im Wesen des Weibes! Lasse dich daher von der reizenden Gestalt eines Weibes nicht gefangennehmen über das gerechte Maß, ansonst du untergehst in der Schwäche des Weibes, während doch das Weib in deiner Kraft erstehen soll zu einem Wesen mit und in dir! — Wie du einen oder den anderen Teil deines Wesens liebst, also liebe auch das Weib, auf daß es eins werde mit dir! — Aber Gott liebe du über alles, auf daß du in solcher mächtigsten Liebe neu geboren werdest zu einem wahren, freiesten Bürger der reinsten Himmel Gottes für ewig und dein Weib wie ein Wesen mit dir!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 157, 12]

 

Helena zu ihrem himmlischen Gemahl Robert—Uraniel: „Deine Weisheit vermähle sich wahrhaft mit meiner in Gott reif gewordenen Liebe. Werden wir dann eins vor Gott, so werden wir ein wahres Ehepaar der Himmel sein und als ein solches ewig leben und wirken in der Ordnung Gottes!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 188, 8]

 

Der Herr zu einer erlösten Seele im Himmel: „Das himmlische Weib, das Ich dir hier geben werde, liebe also wie dich selbst! Sei eins mit ihr, auf daß du mit ihr darstellest einen vollkommenen Menschen, welcher ist in dem vollkommenen Wahren, Himmlischen und Liebtätigkeitsguten. In diesem Weibe wirst du fühlen die Macht deiner Liebe zu Mir und das Weib die Macht Meiner Weisheit in dir, und so werdet ihr sein wie eins in Meiner ewigen Liebe und Weisheit. Der höchste Grad eurer Wonne wird dann sein, wann immer ihr in der Liebe zu Mir völlig eins werdet.“

[GS. Bd. 1, Kap. 100, 9]

 

Der Evangelist Johannes: „Siehe das Weib nicht mit begierlichen Augen an, so wird dadurch deinem Geiste ein freies Gedeihen werden. Und wirst du in der Kraft deines Geistes dich befinden, dann wird es dir ein Leichtes sein, die Kraft des Geistes in deinem Weibe dir wahrhaft zu vermählen, welches wird sein eine wahre Ehe vor Gott.“

[GS. Bd. 2, Kap. 48, 18]

 

Paulus: „Höret, ihr Weiber zu Laodizea: Also will es der Herr, unser Gott von Ewigkeit, daß ihr vollkommen untertan sein sollt euren Männern in Christo dem Herrn; denn im Manne habt ihr das Haupt Christi. — Ihr Männer aber liebet eure Weiber gerechten Maßes und seid nicht hart gegen sie; aber treibet es mit der Liebe zu euren Weibern nicht zu arg, daß ihr darob des Herrn vergessen könntet —; denn die Liebe zum Herrn muß ledig sein, also — als hättet ihr kein Weib!“

[Lao. Kap. 3, 28-29]

 

Der Herr gibt eine lichtvolle Erläuterung des Textes: ‚Jeglichen Mannes Haupt ist Christus; das Haupt des Weibes ist der Mann; das Haupt Christi ist Gott.‘

(1. Kor. 11, 3)

[Hi. 2, S. 393, 1 ff]

 

Abedam-Jehova tröstet die Ihn über alles liebende Jungfrau Ghemela über seine baldige Unsichtbarkeit mit der Versicherung Seiner unwandelbaren göttlichen, unermeßlichen Vaterliebe und treuesten, innigsten Fürsorge; Er verheißt Ghemela Seine spätere oftmalige Sichtbarkeit.

[H. Bd. 1, Kap. 185, 41-47]

 

Abedam-Jehova zu dem Urvater Adam, der sich darüber wundert, daß der Herr sich sogar gegen das weibliche Geschlecht so herablassend gnädigst und barmherzigst bezeigt: „Adam, ist denn die Eva nicht auch aus Meiner Hand hervorgegangen? Warum soll denn das Weib in Meiner Liebe zurückstehen? Ich sage dir aber, daß, wenn Ich dereinst einen neuen Himmel bauen werde, Ich diesen in einem Weibe werde zu bauen anfangen!“

[H. Bd. 1, Kap. 181, 32-34]

 

Jesus zu dem liebevollen Arzt und Jünger Borus bei dessen Vermählung mit Sarah, der Tochter des Jairus: „Siehe, so viele Weiber auf der Erde leben und noch leben werden, sie alle sind, so sie einen reinen Lebenswandel führen, Meine Bräute; aber solch eine innigste Verbindung mit Mir hindert sie niemals, eines ordentlichen Mannes Weib zu werden. Sarah kann darum ganz gut dein Weib werden und doch im Geiste jetzt und ewig Meine Braut und Mein wahres Weib sein!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 44, 4]

 

Auf Elisabeths Frage nach den Zuständen im Tempel zu Jerusalem erwidert Maria: „Wir Weiber tun unklug, wenn wir uns über Dinge beraten, darüber der Herr die Söhne Aarons gesetzt hat. Wenn wir nur Gott lieben über alles und Seine heiligen Gebote halten, da leben wir ganz unserem Stande gemäß; was darüber ist, gebührt den Männern, die der Herr beruft und erwählt. Wenn es aber dem Herrn recht sein wird, dann wird Er schon den Tempel züchtigen und umgestalten zur rechten Zeit!“

[Jug. Kap. 6, 21. 23. 24]

 

Jesus: „Es hat das Weib dasselbe Recht wie der Mann auf Meine volle Liebe und Gnade. Auch ihr steht die geistliche Schule offen.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 16, 14]

 

Jesus zu der bescheidenen, redescheuen Helena, die im Erdenleben eine Liebessünderin war: „Als Ich am dritten Tage aus dem Grabe erstand, wen wohl sandte Ich zuerst zu den Brüdern, ihnen Meine Auferstehung zu verkünden? Siehe, ein Weib, ungefähr von deiner irdisch-moralischen Beschaffenheit! — Im Himmelreich hören alle irdischen Unterschiede, auch die irdischen Geschlechtsrechte, auf. Alle sind den Engeln Gottes gleich und genießen das eine Recht, nämlich Gottes Kinder zu sein!“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 84, 7-8]

 

06.05. Kinderzucht und Jugendpflege

Jesus: „Lehret früh die Kindlein den Vater im Himmel lieben, zeiget ihnen, wie gut und liebevoll Er ist, wie Er alles, was da ist, zum Besten der Menschen höchst gut und weise erschaffen hat, und wie gar so sehr Er besonders den kleinen, Ihn über alles liebenden Kindlein zugetan ist! Machet die Kindlein bei jeder Gelegenheit darauf aufmerksam, daß alles der Vater im Himmel anordnet und geschehen läßt, so werdet ihr die Herzen der Kleinen zu Mir kehren, und Meine Liebe wird in ihnen zu wuchern anfangen! Wenn ihr so die Kleinen leitet, dann wird eure leichte Mühe euch bald die güldensten Früchte tragen.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 220, 12]

 

Jesus: „Was die Weiber als Mütter und erste Erzieherinnen die Kinder lehren, das ist bleibender und mehr wert als der Unterricht aller hohen Schulen der Welt. Wenn ein Weib weise ist, so werden auch seine Kinder weise; ist ein Weib aber dumm und ungebildet, so werden auch die Kinder schwerlich zu Propheten. Da gilt das Sprichwort, daß ein Apfel nie weit vom Baume fällt. Es ist schon ganz recht, daß ein Weib eine gute, emsige Hauswirtschafterin ist und auch seine Kinder in der Hauswirtschaft bildet und übt; aber noch besser ist es, wenn es als selbst vom Geiste der Wahrheit aus Gott erfüllt auch seiner Kinder Herzen mit Ihm erfüllt. Solchen Kindern wird dann leicht und wirksam Mein Evangelium zu predigen sein!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 213, 10-12]

 

Der Herr: „Zum Erziehen der Kinder gehört nicht nur ein gutes, williges Herz, sondern auch ein wohl unterrichtetes, von Mir gezogenes Gemüt. Denn wer sich noch nie von Mir hat ziehen lassen und nicht weiß, wer und wo Ich bin und wie Ich wirke, — wohin soll denn ein solcher Erzieher die Kindlein ziehen?“

[Hi. Bd. 1, S. 50, 2]

 

Jesus: „Kinder, in Meiner göttlichen Ordnung gezeugt und im Mutterleibe ungestört ausgereift, werden erstens schon seelenvollkommener in diese Welt kommen, weil die Seele in einem völlig ausgebildeten Organismus besser für ihren geistigen Herd sorgen kann als bei einem ganz verdorbenen, an dem sie gleichfort zu bessern und zu flicken hat. Und zweitens ist die Seele selbst reiner und heller, weil sie nicht von den Unzuchtsgeistern, die durch die Nachzeugungen in des Embryo Fleisch und in die Seele hineingelangen, gestört wird. — Wie leicht kann solch eine Seele ihr Gemüt schon in der Kindheit gleich einem Samuel zu Gott erheben aus wahrer, kindlicher Liebe.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 231, 6-7]

 

Jesus: „Wird bei dem Menschen das Gemüt zuerst und vor allem gebildet und kommt dann erst eine leicht zu bewirkende Ausbildung des Verstandes hinzu, so wird der also geweckte Verstand zum lebendigen Lichtlebensäther, der die Seele umfließt wie der Lichtäther die Sonne.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 217, 7]

 

Jesus ermahnt eine von Ihm aus der Hand von Sklavenhändlern befreite Schar junger Menschen, den Glauben, daß Er der Herr des Himmels und der Erde sei, im Herzen treuest zu bewahren. Sie sollen in der Weltstadt Rom sich ja nicht von Pracht, Hoffart, sündigen Verlockungen und den heidnischen Götzen berücken lassen, sondern Seine Lehre getreuest befolgen und sich allezeit keusch und gesittet verhalten, so werde Er (Jesus) an ihnen ein besonderes Wohlgefallen haben und ihnen allerlei Gnaden erteilen. Dann fährt der Herr fort: „Habt auch das stets vor Augen, daß Ich allsehend und allwissend bin und sogar von jedem seine noch so geheimen Gedanken weiß. Das soll euch allezeit abhalten, etwas wider die Gesetze der wahren Lebensordnung zu tun. Denn so wie Ich gern jedem Menschen, der reinen Herzens ist, alle möglichen Gnaden aus den Himmeln erteile, ebenso aber hat jeder Übertreter Meiner weisen Gesetze Meine Zuchtrute zu befürchten.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 169, 2-4]

 

Jesus zu jungen, aus der Hand von Sklavenhändlern befreiten Menschen: „Bis jetzt waret ihr rein wie Meine Engel im Himmel, und das war auch der Grund, aus dem Ich selbst euch aus den harten Banden der Sklaverei befreit habe. Bleibet auch in der Folge so rein, und Meine Engel werden mit euch wandeln, euch beschützen vor jedem Ungemach und euch führen auf den Wegen des Lebens in Meine Himmel! —  Seht, der Jüngling, der euch bisher in Meinem Namen versorgt hat, ist ein solcher Engel.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 169, 5 und 7]

 

Abedam- zu den Urvätern der Höhe: „Lasset es bei der Belehrung eurer Kinder nicht bei Worten bewendet sein, sondern sorget eifrigst dafür, daß die Lehre bei ihnen alsbald übergehe zur vollen, lebendigen Tat, und seid versichert, daß jeder, der diese Lehre ernstlich tätig aufnimmt, alsbald das große, lebendige, heilige Zeugnis von der Echtheit Meines Wortes in sich finden wird.“

[H. Bd. 2, Kap. 74, 25-26]

 

Jesus zu dem Römer Agrikola: „Wird eine Seele schon von Jugend an vernünftig geleitet und geübt, daß sie stets mehr Herr ihres Fleisches wird und ihm nicht mehr gewährt, als was ihm von Natur aus nach Meiner Ordnung gebührt, dann wird einer solchen Seele alle Welt mit ihren Schätzen und Lustreizen gleichgültig, und die im Geiste starke Seele ist dadurch nicht nur Herr über ihres Leibes Leidenschaften, sondern auch über die gesamte Natur der Welt und über alle Mächte der Hölle!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 12, 16]

 

Jesus: „Wird der Mensch schon von Kindheit an zur rechten Tätigkeit angehalten und in Gehorsam, Demut, Sanftmut und Selbstverleugnung erzogen, so wird er in der reinen, wahren Erkenntnis Gottes und in der Liebe zu Ihm bald stark und mächtig. Gott wird sich ihm dann unbeschadet seiner Willensfreiheit offenbaren, und es wird dann hell und lebendig in des Menschen Seele.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 196, 3]

 

Jesus: „Bewahret die Kinder vor dem ersten Falle und erhaltet ihnen ihre Schamhaftigkeit, so werden sie als Erwachsene ihr Fleisch leicht beherrschen und nicht zu Fall kommen; aber einmal übersehen, und des Fleisches böser Geist hat von der jungen Seele Besitz genommen.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 80, 4]

 

Jesu liebevoller, weiser Rat an junge Menschen: „Erheitert euch mit allerlei nützlichen Betrachtungen! Sehet euch diese schöne Gegend an, betrachtet die Blumen, Bäume und viele andere Schöpfungen und bedenket dabei, wie dies alles ein guter Gott mit Seiner Weisheit und Allmacht aus sich heraus erschaffen hat! Seid Ihm darob recht dankbar in euren Herzen, so werdet ihr die Zeit am nützlichsten zubringen und dabei eine große Freude im Herzen haben!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 64, 11]

 

Jesus: „Wenn die Kinder in Meiner Lehre wohl erzogen werden, dann haben sie als Männer (und Frauen) voll guten und kräftigen Willens an Meiner Lehre ein leichtes Joch.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 140, 2]

 

Der Herr: „Sehr gut ist es, widersetzliche Kinder durch Fasten zur Ordnung zu bringen. Man mache ihnen begreiflich, daß der himmlische Vater, weil sie schlimm (böse) waren, ihnen kein Brot geschickt (zugedacht) habe. Wenn sie aber brav seien und den himmlischen Vater um Brot bäten, so werde Er ihnen auch wieder Brot geben (gewähren). Dadurch werden solche Kinder auf Gott aufmerksam gemacht, und es wird sich ihrer jungen Seele stets tiefer einprägen, daß sie in allem von Gott abhängt, und daß Er der getreueste Vergelter ist für alles Gute und Schlechte. Sind solche Kinder dann recht sittsam geworden, dann soll es nicht versäumt werden zu sagen, daß der himmlische Vater eine große Freude an ihnen hat und tagtäglich ruft: Lasset diese lieben Kleinen zu Mir kommen!“

[Ed. Kap. 62, 14-15]

 

Jesus: „Es gibt kein Volk auf der ganzen Erde, dem sich Gott nicht zur rechten Zeit geoffenbart hätte; aber dann hätten nach dem Willen Gottes die Eltern ihre Kinder so erziehen sollen, daß diese unverwandt im lebendigen Glauben an den einen wahren Gott und auch im Handeln nach Seinem Willen geblieben wären. Da aber bald den Menschen die rechte Demut und Selbstverleugnung aus der Liebe zu Gott zu unbequem ward, so ließen sie davon ab und gingen in die Welt- und Selbstliebe über.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 196, 1]

 

Der Herr zu dem Römer Agrikola: „Es soll bei der Jugenderziehung darauf gesehen werden, daß die Menschen die weltlichen Kenntnisse des Lesens, Schreibens, Rechnens und der Sprache nicht zur ausschließlichen Hauptsache machen und ihr Leben lang sich nur mit dem Studium der Schriften und Sprachen abgeben, dabei aber die geisterweckende innere Bildung vergessen, in der allein aller Wert des Lebens besteht. Denn was nützte es einem Menschen, wenn er alle Schriften der Welt schreiben und verstehen und alle Zungen reden könnte, an seiner Seele aber Schaden litte?!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 126, 8]

 

Jesus belehrt die Seinen über die Nachteile einer zu frühen Verstandesbildung der Kinder für deren noch nicht ausgereifte Gehirnzellen (Gehirntäfelchen).

[Ev. Bd. 4, Kap. 227 und 228]

 

Jesus: „Lehret die Kinder zuerst lesen, schreiben, rechnen, dann enthüllet vor ihnen die Gestalt der Erde und zeiget ihnen gleich überall den wahren Grund, soweit sie ihn zu fassen imstande sind! Bereichert sie mit allerlei nützlichen Kenntnissen, lasset sie mancherlei Erfahrungen machen und begeistert sie für alles Gute und Wahre!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 134, 4]

 

Jesus zu Priestern und Lehrern: „Seid darum bemüht, daß alle Menschen schon von Kindheit an ordentlich lesen, schreiben und rechnen lernen — nicht nur die Reichen —‚ sonst nützen euch die Bücher (die Meine Lehre enthalten) wenig. — Suchet aber vor allem den Menschen eine rechte Bildung des Herzens und des Verstandes zu verschaffen, so werdet ihr euch einen großen Lohn in Meinem Reiche bereiten, und ihr werdet dadurch auch ein leichtes Handeln mit den Menschen haben; denn mit wahrhaft gebildeten Menschen ist leicht zu reden und zu verkehren. Aber suchet eine rechte und ganze Bildung auszubreiten; denn eine halbe Bildung ist oft schlechter als gar keine.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 124, 4]

 

Jesus segnet die trotz Abwehr der Jünger zu Ihm drängenden Kinder eines Fischerdorfes am Jordan.

[Ev. Bd. 5, Kap. 257, 7-11]

 

Der Herr ermahnt die junge, erleuchtete Jüngerin Jarah, bescheiden und sparsam zu sein mit ihren Weisheitsreden vor fremden Zuhörern: „In der Folge trete du allezeit so bescheiden wie nur immer möglich auf, so wirst du erst dadurch Meine vollwahre Braut sein!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 130, 12-13]

 

Jesus zu überstrengen Eltern: „Gefällt es euch, wenn Eltern ihre Kinder so erziehen, daß diese in Ehrfurcht vor ihnen kriechen müssen? Was wird aus solchen Kindern? Nichts als feige und dennoch selbst- und herrschsüchtige Kriecher, von denen kein Mensch je etwas Gutes zu erwarten hat! — Weil auch ihr eure Kinder so töricht erzogen habt, so war es ganz recht und billig, daß sie euch genommen wurden, noch ehe eure blinde Torheit ihre Seelen völlig knebeln und verderben konnte!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 205, 5-6]

 

Paulus: „Ihr Kinder seid gehorsam vollkommen euren Eltern in allen Dingen, die nicht wider Christus sind; denn das ist Sein Wille und Ihm angenehm. Ihr Eltern aber machet nicht bitter die Gemüter eurer Kinder durch harte Worte und Mißhandlungen, auf daß sie nicht scheu werden vor euch und möchten dann zu feigen Kriechern und Heuchlern werden; denn einen offenbaren Trotzkopf könnet ihr durch Liebe geschmeidig machen, — aber ein Heuchler und Schmeichler ist unverbesserlich!“

[Lao. Kap. 3, 30-31]

 

Jesus: „Wahrlich, wenn ein Vater oder eine Mutter nur dafür sorgt, daß ihre Kinder in dieser Welt wohl versorgt sein möchten, und achten nicht höher den Wert der Seele ihrer Kinder, die graben sich und ihren Kindern ein Grab zum ewigen Tode, denn was immer der Welt ist, das ist des Satans, also des Gerichts und des Todes der Materie!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 171, 7]

 

Das Jesuskindlein: „Es tut wohl jeder Vater recht, wenn er die kleinen unartigen Kinder mit der Rute bestraft, aber den erwachsenen Söhnen (und Töchtern) soll er stets ein weiser und sanfter Lehrer sein.“

[Jug. Kap. 168, 13]

 

Jesus: „Strenge und dabei weise Eltern werden gute, gehorsame und dienstfertige Kinder haben, die ihre Eltern lieben und ehren, wogegen den zu nachgiebigen Eltern die Kinder nur zu bald über den Kopf wachsen.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 55, 5]

 

Jesus: „Ihr Eltern sollt eure fehlenden Kindlein ernstlich zurechtweisen und im dringendsten Falle sie auch mit der heilsamen Zuchtrute strafen.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 38, 8]

 

Jesus: „Ein Hauptgrund der Verderbung der Menschenseelen liegt in der affenliebigen Kindererziehung. Man läßt das Bäumchen wachsen wie es will und trägt durch unzeitige Verzärtelung viel dazu bei, den Stamm recht krumm werden zu lassen. Ist aber der Stamm einmal erhärtet, dann nützen gewöhnlich alle Geradbeugungsversuche wenig oder nichts. Eine einmal krummgewachsene Seele wird selten wieder zu einem völlig geraden Stamm. Gebet ihr also den selbstischen Begierden und Leidenschaften eurer Kinder nach, so werdet ihr damit allen Lastern ein weites Tor öffnen und vergeblich gegen sie zu Feld ziehen.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 124, 2 und 8]

 

Der Herr: „Weise Eltern legen ihren Kindern einen rechten Zaum an und lenken sie so natürlich und sittlich auf einer rechten Bahn zum schönen Ziele der leiblich-seelischen Entwicklung. — Törichte Eltern hingegen, die ihren Kindern alles gewähren, was sie ihnen von den Augen absehen, machen aus ihnen Affen statt Menschen; ihr übermäßig genährtes Fleisch wird voll Sinnlichkeit und ihr Geist träge und endlich ganz stumpf für alles Hohe, Gute und Wahre!“

[BM. Kap. 108, 3]

 

Jesus: „Ein Kind ist bis ins siebente Jahr noch mehr Tier als Mensch. Darum hat es auch viele tierische und wenig menschliche Bedürfnisse. Es werde den Kindern daher nur das Nötigste gereicht. Man gewöhne sie frühzeitig an allerlei Entbehrungen, lobe die Braven nie übertrieben, sei aber auch gegen Minderbefähigte und Minderbrave nie zu hart, sondern behandle sie alle mit rechter Liebe und Geduld. Man lasse die Kinder sich üben in allem Guten und Nützlichen und hüte sich davor, ein noch so braves Kind eitel, selbstliebig und überheblich zu machen. Ganz besonders achte man bei wohlgestalteten Kindern darauf, daß sie nie durch schöne, reiche Kleider eitel und stolz gemacht werden. Man halte sie rein, mache jedoch nie Hausgötzen aus ihnen, dann wird man sie schon von Jugend an auf jenen Weg bringen können, den Ich euch allen gewiesen habe.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 124, 4-6]

 

Jesus: „Hütet euch, die Kleinen durch übermäßiges Putzen und reizende Kleidung fleischlich zu entzünden! Wehe dem, der sich also an der Natur der Kinder versündigt! Den Frevler an der heiligen Natur der Jugend werde Ich selbst züchtigen mit aller Macht Meines Zornes! Denn ist das Fleisch einmal brüchig geworden, dann hat die Seele keine feste Unterlage mehr und ihre Vollendung geht schlecht vonstatten!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 80, 5-6]

 

Jesus: „Die Kinder sollen mit wahrer, ernster Liebe behandelt und erzogen werden. Jede Verzärtelung und Nachgiebigkeit seitens der Eltern ist ein großer Seelenschaden für die Kinder, der den Eltern zur Schuld gerechnet wird. — Weise Eltern werden auch mit weisen Kindern gesegnet. — Bei der Erziehung der Kinder aber ist ein Muß solange nötig, bis das Gute der Gebote zu einem freiwilligen, freudigen Gehorsam wird.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 22, 7-9]

 

Jesus über die Entstehung und Ursache schwerer Kinderkrankheiten und über Gottes oft hart erscheinende erzieherische Maßnahmen bei gefährdeten Kinderseelen.

[Ev. Bd. 1, Kap. 241, 6-12]

 

Der Herr: Affenliebige Verzärtelung der Kinder durch törichte Eltern bedingt oft ihren frühzeitigen Tod; denn es ist besser, daß die Kleinen schwache Himmelsgeister werden, als daß sie sonst auf der Welt zu starken Höllengeistern werden.

[Ed. Kap. 61, 19-23]

 

Jesus: „Dieser Knabe Josoe wäre mit der Zeit ob seiner bedeutenden Talente von seinen ihn mehr als Gott liebenden Eltern zu sehr verzärtelt worden, und es wäre am Ende aus ihm ein eingebildeter, stolzer und eigensinniger Tropf geworden. Gott aber sah dies voraus, nahm ihn zur rechten Zeit von dieser Welt und gab ihn jenseits den Engeln zur besseren Erziehung.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 69, 7-8]

 

Der Herr zu einer Mutter: „Habe ein gleiches Maß der Liebe gegen jedes deiner Kinder, damit Ich ihnen dann auch ein gleiches volles Maß der Gnade schenken kann. Sonst aber sollen die mehr Geliebten weniger Gnade und die weniger Geliebten mehr Gnade von Mir empfangen! — Denn siehe, Ich bin ein Vater der Verfolgten, ein Tröster der Betrübten, — aber ein sehr strenger Richter der von euch zuviel geliebten Kinder. Denn das Übermaß eurer Liebe verdirbt eure Kinder und macht sie unfähig zum Empfange Meiner Gnade.“

[Hi. Bd. 1, S. 11, 3. 4]

 

Eindringliche Warnung des himmlischen Vaters vor dem Unterricht der Kinder in der Tanzkunst und vor den verderblichen Folgen des Tanzes.

(Hi. Bd. 1, S. 250, 10-12]

 

Der Herr zu einem putzsüchtigen Mädchen: „Dieser Kleidersarg macht den Leib zu einem Modergrabe, in welchem das Leben von den Würmern der Eigenliebe, Eitelkeit, des Stolzes und der Hof verzehrt wird. — Daher kleide dich lieber mit dem Kleide der Demut, tiefer Bescheidenheit und großer beharrlicher Empfänglichkeit für alles Liebegute und Glaubenswahre, so wird aus deiner ‚Puppe‘ einst ein herrlicher Falter zum Leben erstehen.“

[Hi. Bd. 1, S. 324, 18. 19]

 

Der Herr zu einem Familienvater: „Sieh bei deinen Kindern vor allem auf die Bildung des Herzens!  Denn diese zählt bei Mir allein. Alles übrige hat bei Mir keinen Wert. Lehre die Kinder daher demütig sein und vertrauen auf Mienen Namen, so wirst du ein guter Arbeiter Meines Weingartens werden und mit Meinem Lohn zufrieden sein ewig!“

[Hi. Bd. 1, S. 332, 8. 9]

 

Erziehungswinke des Herrn an einen Familienvater: „Vernachlässige bei deinen Töchtern ja nicht die Religion und halte sie an zum Gebet, desgleichen auch die Knaben, so wirst du bald des Segens Fülle in deinem Hause bemerken. Und teile der Jugend die Zeit, da sie eines und das andere tun und lernen soll, fest und bestimmt ein, so wirst du sie frühzeitig an die notwendige Ordnung gewöhnen, welche die Grundfeste aller Liebe und Weisheit ist.“

[Hi. Bd. 1, S. 372, 8. 9]

 

Der Herr empfiehlt einem sorgenvollen Familienvater zur Heilung seines von Trägheit, Vergnügungs- und Lügensucht beherrschten Muttersöhnchens anhaltendes Gebet, strenge Tageseinteilung und nützliche Tätigkeit, sowie Brechung des bösen Eigenwillens.

[Hi. Bd. 1, S. 373, 7-19]

 

Der Herr rät einem Vater heranwachsender Töchter: „Du sollst in deinem Hause eine ganz andere Ordnung einführen und dich an jedem Tage wenigstens eine Stunde geistig mit deinen Töchtern abgeben und dabei weise und liebeernstlich eine sichere ‚Türsperre anlegen, willst du dein Haus vor Unglück und Schande bewahren!“

[Hi. Bd. 2, S. 11, 3]

 

Der Herr zu einem Familienvater: „Siehe, alle eitlen Flitterarbeiten deiner Kinder ekeln Mich so an, daß Ich sie nicht ansehen mag! Sie sollen lieber Wäsche für Arme flicken, statt Reichen eitle Präsente zu sticken! Dann werde Ich ihren Arbeitstischen näher stehen als bisher!“

[Hi. Bd. 2, S. 19, 5. 6]

 

06.06. Gesundheitspflege, Kleidung und Ernährung

Jesus erläutert eingehend, wie durch unmäßige Aufnahme von Speise und Trank unverbrauchte Nährstoffe im Unterleib abgelagert werden. Diese ziehen unlautere Naturgeister heran, die vom Leibe des Menschen Besitz ergreifen und allerlei Krankheiten verursachen. Die Unmäßigkeit kann aber zu einem noch ärgeren Zustand, dem des Besessenseins von sehr bösen Seelen verstorbener Menschen, führen. Von diesem Übel kann ein Mensch nur durch die göttliche Macht befreit werden.

[Ev. Bd. 10, Kap. 209, 7-12]

 

Als der Herr den Noah beim ersten Dankopfer nach der Sintflut gesegnet hatte, sprach Er zu ihm: „Seid fruchtbar und mehret euch, erfüllet die ganze Erde mit eurem Geschlechte und mit eurem Geiste! Euer Wesen sei zur Furcht für alle Tiere der Erde und alle seien in eure Hände gegeben! Alles, was sich regt und lebt auf dieser Erde, sei eure Speise; Ich gebe es euch wie das grüne Kraut!“

[H. Bd. 3, Kap. 361, 5-6]

 

Jesus: „Was durch den Mund nach rechter, zweckdienlicher Zubereitung in den Menschen zur Stillung seines Hungers kommt, das verunreinigt ihn niemals; aber was zum Munde aus dem Herzen in Worten herauskommt — als Lüge, böser Leumund, Meineid, unzüchtige Reden, Flüche, Lästerungen und Verführung zu allerlei Sünden und Lastern —‚ das verunreinigt wahrhaft den ganzen Menschen!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 127, 6]

 

Jesus zu gesetzesstrengen Pharisäern: „In der Schrift werdet ihr es finden, warum euch Moses nur den Genuß von reinen Speisen anbefohlen hat. Das tat er wegen eurer zu großen Fleischeßgier und wegen eurer unbändigen Sinnlichkeit. — Ich aber sage nun: Was du zur nötigen Stärkung deines Leibes ißt oder trinkst, das wird dich weder selig noch je unselig machen, sondern nur das, was du glaubst oder tust.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 222, 12-13]

 

Jesus zu einigen nach langer Wanderung heißhungrigen Jüngern: „Habt ihr bis jetzt ausgehalten, so werdet ihr wohl noch etliche Augenblicke ohne zu verhungern und zu verdursten auszuhalten imstande sein! Wartet auf die warme Speise; wenn diese auf dem Tische steht, dann nehmet zuvor etwas Brot mit Salz und darauf einen Schluck Wein, dann wird euch das Nachtmahl stärken und frisch und heiter machen, sonst aber nur Glieder und Eingeweide schwächen! Der Mensch muß danach trachten, seinen Leib gesund zu erhalten, wenn er seine Seele vor Traurigkeit und Angst bewahren will.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 6, 15]

 

Jesus zu gesetzesstrengen, jüdischen Jüngern: „Ihr sollt essen und trinken, was euch auf den Tisch gesetzt wird, und nicht Wesens machen mit dem materiellen, äußeren Judentum, das vor Mir keinen Wert hat. Sondern handelt nach dem Geiste des wahren, inneren, lebendigen Judentums, so werdet ihr Meine wahren Jünger sein, und Ich werde ein Wohlgefallen haben an euch und euren Werken!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 100, 6]

 

Jesus zu einigen jüdischen Jüngern, die sich über die kostbaren Öle und Salben vornehmer bekehrter Römer ärgern: „Wer den Armen das tut, was diese freigiebigen Römer tun, der hat auch das Recht, so er dazu Vermögen besitzt, seinen Leib zu pflegen in der Art und Weise, wie er es von Kindesjahren an gewöhnt ist. Unseren Freunden ist das zu einem so natürlichen Bedürfnis geworden wie euch das frische Wasser. Ich aber sehe nicht darauf, ob und womit jemand seine Haut gereinigt und belebt hat, sondern nur darauf, ob er gewaschenen, reinen Herzens vor Mir ist. — Wenn ihr den Völkern Mein Evangelium verkündet, sollet ihr sie in ihren Leibespflegesitten belassen; denn es genügt für einen jeden, daß er an Mich und Meinen Namen glaubt und nach Meiner Lehre lebt!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 100, 3-4]

 

Jesus: „Das Blut, besonders von erstickten Tieren, soll kein Mensch genießen, weil darin viele böse Geister (Gifte) verborgen sind.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 222, 18]

 

Der Jüngling Jesus zu dem gesetzesstrengen Pflegevater Joseph, der sich scheut, bei einem heidnischen Wirt den Juden verbotene Speisen zu genießen: „Der in Mir ist, hat Moses die Gesetze gegeben und ebenderselbe sagt nun zu dir: Iß, was dir auf den Tisch gesetzt wird, wo du es nicht anders haben kannst; denn dem Reinen ist alles rein! Moses hat das Fleisch der unreinen Tiere den Juden nur darum zu essen untersagt, damit sie selbst nicht noch unflätiger würden, als sie schon von Geburt an waren; aber im Notfalle durften auch die Juden das Fleisch der als unrein bezeichneten Tiere essen.“ Mit dieser Erklärung waren Joseph und Jakobus zufrieden, und der Wirt brachte sogleich wohlgeräuchertes, gut zubereitetes Schweinefleisch, Brot, Salz und einen guten Wein, was alles ganz wohlgemut verzehrt wurde.

[Ev. Bd. 7, Kap. 208, 15-17]

 

Jesus zu dem geläuterten Essäerobersten Roklus und dessen bekehrten Ordensbrüdern: „Da Mir, dem Herrn, in dir und deinen Brüdern gar tüchtige Arbeiter für Meine Acker und Weinberge geworden sind, so sollet ihr denn von Mir an diesem Tage auch bestens bewirtet werden!“ Als Jesus dieses ausgesprochen hatte, da waren alle noch vom Morgenmahle auf den Tischen stehende Schüsseln voll der besten Speisen, bestehend in Fischen der edelsten Art, wohlbereitetem Kalb- und Lammfleisch, sowie in allerlei süßen Früchten und bestem Brot; ebenso waren auch alle Krüge gefüllt mit dem besten Wein, der das Herz stärkte und Leib und Seele erquickte.

[Ev. Bd. 8, Kap. 212, 3-6]

 

Jesus beschreibt ein festliches, zu Seinem Empfang bereitetes Gastmahl im Hause des reichen Freundes Kisjona: Wohlbereitete Edelfische aus dem Galiläischen Meer machten den Anfang, von denen Ich etliche verzehrte, und so auch Maria, die selbst eine wohlerfahrene Fischbereiterin war. Es waren aber noch gebratene Hühner, zwei fette Lämmer und ein ganzes Kalb gut zubereitet auf dem Tisch und Obst der allerbesten Art, an allem dem sich die Jünger und auch die anderen Gäste recht viel zugute taten. Ich aber blieb bei den Fischen, obschon Maria meinte, daß Ich doch von allem etwas verkosten solle. Ich aber sagte: „Ein jeglicher esse nach dem Bedürfnisse seines Magens; Ich habe Mich gesättigt an den Fischen, und eines Weiteren bedarf Mein Leib nicht. Du aber sieh nicht auf Mich, sondern iß, was dir schmeckt!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 116, 11-12]

 

Jesus: „Esset nach Bedarf und stärket euch, auf daß es euch weder hungere noch dürste; denn in Meiner Nähe soll niemand hungern und dürsten, sondern ein jeder völlig gesättigt werden, leiblich und geistig.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 185, 17]

 

Das Jesuskindlein über das Morgenmahl der Salome: „Ich esse zwar auch die Honigkuchen gern, wie auch die Fischbrühe mit Weizenbrot, aber die Fische sind Mir dennoch lieber als alle anderen Speisen.“

[Jug. Kap. 263, 15-16]

 

Weise Ratschläge für eine gesunde Ernährung: Hülsenfrüchte, Brot, Milch, Honig, Geflügel, Lamm-, Ziegen-, Kalb- und Rindfleisch, dabei mäßiger Weingenuß.

[Ed. Kap. 35, 5-8]

 

Maria und Martha von Bethanien bieten zum Mahl der Gesellschaft Jesu Brot, Wein und gebratenes Hammelfleisch.

[Ev. Bd. 6, Kap. 18, 1]

 

Beim Gastmahl im Hause des bekehrten Zöllnerobersten und Grundbesitzers Kisjona bezeichnet Jesus auf Wunsch des Gastgebers die für den Menschen genießbaren Kräuter, Wurzeln, Baum-, Strauch- und Hülsenfrüchte und erläutert deren Zubereitung.

[Ev. Bd. 9, Kap. 127, 15-16]

 

Jesus rät an Fischvergiftung erkrankten Freunden: „Esset keinen Fisch, der im Wasser gestorben ist, einen geschlachteten Fisch aber lasset keine halbe Stunde ohne Salz, Thymian und Kümmel! Bereitet ihn dann auf die euch bekannte jüdische Art, und ihr werdet vom Fieber verschont bleiben. Dasselbe beachtet bei anderen Tieren, und esset auch kein faul werdendes Obst und kein verschimmeltes Brot!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 150, 21]

 

Festliches Morgenmahl bei dem jüdischen Herbergswirt in Pella. Jesus berichtet: Veronika, die von Mir geheilte Tochter des römischen Hauptmanns Pellagius, setzte Mir in einer goldenen Schüssel mehrere bestbereitete Fische, dazu Weizenbrot und einen Goldbecher mit Wein vor; für die anderen ward ein ganzes Kalb gebraten und in mehreren Schüsseln vor die Jünger gesetzt. Für den Hauptmann und seine Unterführer, sowie für sein Weib und seine Tochter aber ward nach der Römer Sitte gekochtes Rindfleisch samt der würzigen Brühe aufgetragen. Und allen schmeckte das Morgenmahl überaus gut. Mit Wein und Brot wurde nicht gespart.

[Ev. Bd. 10, Kap. 43, 1-3]

 

Das von Jesus geheilte Weib des jüdischen Wirtes von Golan schildert staunend den reichen Inhalt ihrer vom Herrn wunderbar gesegneten Vorratskammer: „Darinnen gibt es in großer Menge Linsen, Bohnen, Mehl, Öl, Baumfrüchte, Trauben, große Töpfe voll Honig, getrocknete und geräucherte Fische, und die Brotkörbe sind voll der schönsten Brotlaibe! Ebenso strotzt die kleinere Speisekammer von Milch, Butter, Käse, frischen Eiern, Salz, guten Kräutern und Wurzeln. Wie und wann ist denn das alles in die Speisekammer gekommen?!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 72, 4]

 

Jesus zu Seinen zu Ihm in den ‚lieben, kleinen Ort‘ bei Bethsaida von der Aussendung zurückgekehrten Jüngern: „Daß Mir euer Wirken bekannt ist, wisset ihr, und ihr seid denn auch wert eures Lohnes, Meine Jünger zu sein. Doch nun sollt ihr ruhen und euch stärken mit Speise und Trank!“ — Es wurden auch sogleich Brot, Wein und Fische gebracht.

[Ev. Bd. 10, Kap. 141, 22-24]

 

Jesus bezeichnet als gesunde Fleischkost: Fische, Hühner, Tauben, Rind- und Schaffleisch, dazu Weizen- oder Gerstenbrot. Als bekömmliche Getränke nennt der Herr: Wein mit Wasser vermischt, Kuh-, Ziegen- und Schafmilch. An Hülsenfrüchten erwähnt Jesus Linsen und persischen Maisweizen und rät, nur vollkommen reifes und gekochtes, gebratenes oder gedörrtes Obst zu genießen.

[Ev. Bd. 10, Kap. 210, 2-11]

 

Jesus: „Es ist gut, daß der Mensch nach der Lehre Mosis rein halte auch seinen Leib. Durch Unreinheit kommen allerlei böse Krankheiten in Fleisch und Blut und erzeugen Unlust und Traurigkeit in der schwachen Seele! Aber was das Fleisch vom Schmutze reinigt, das reinigt die Seele nicht von ihren Sünden.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 40, 20]

 

Jesus belehrt eine säugende Mutter: „Wenn irgend etwas dein Gemüt stark erregt hat, dann laß dein Kind solange nicht an der Brust saugen, bis dein Gemüt wieder in völlige Ruhe zurückgekehrt ist. Denn mit einer (durch die Erregung) verdorbenen Muttermilch können allerlei Übel im Leibe und sogar in der Seele des Kindes entstehen. Dies merke dir!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 80, 8]

 

Der Herr: „Eine säugende Mutter enthalte sich geistiger Getränke und vermeide heftige Gemütsbewegungen, sowie auch solche Speisen und Getränke, die zuviel Galle erzeugen.“

[Ed. Kap. 62, 4]

 

Jesus gibt dem biederen Wirt Ebahl in Genezareth Ratschläge für Acker-, Obst- und Weinbau, belehrt ihn über die Verwendung und Zubereitung von Kräutern und Wurzelfrüchten, auch legt Er mit Seinen Jüngern für Ebahls Töchterchen Jarah einen kleinen Küchengarten an, bepflanzt ihn mit allerlei nützlichen Gewächsen und empfiehlt dem Mägdlein, diesen Garten recht sorgsam zu pflegen.

[Ev. Bd. 2, Kap. 167, 1-2]

 

Ein Engel: „Seele und Geist des Menschen brauchen feinstoffliche Nahrung aus der Materie. Die gröberen Substanzen daraus nähren den Leib.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 12-15]

 

Jesus: „Wenn du Brot issest, dann wird das materielle Mehl bald wieder aus dem Leibe durch den natürlichen Gang geschafft, das Keimleben aber geht dann als Geistiges in das Leben der Seele über und wird eines mit ihr. Das mehr Materielle des Lebenskeims aber, das ihm immer zur soliden Unterlage diente, wird Nahrung des Leibes, geht endlich als geläutert auch in die Seele über und dient ihr zu Bildung und Ernährung der seelischen Organe.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 218, 2]

 

Jesus schildert eingehend den Verdauungs- und Ernährungsprozeß im menschlichen Körper, sowie die Verteilung der in Speise und Trank enthaltenen materiellen und substantiellen Bestandteile durch Magen und Blut an Leib und Seele des Menschen.

[Ev. Bd. 10, Kap. 209, 2-6]

 

Der Herr: „Das Getreide und manche gröberen Obstgattungen dienen vorzugsweise zur Nahrung des Leibes, — aber die Frucht des Weinstockes dient, im reinen und mäßigen Genusse, mehr zur Belebung der Seele als der des Leibes.“

[Hi. Bd. 1, S. 71, 8]

 

Jesus: „Wer viel für seinen Leib sorgt, der sorgt auch für seine Hölle und mästet sein Gericht zu seinem Untergange.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 210, 9]

 

Jesus belehrt den Herbergswirt Ebahl in Genezareth darüber, daß man auch das Fleisch der Hasen, Rehe und Hirsche, in rechter Weise zubereitet, als einen reinen, wohlschmeckenden Braten genießen könne, ohne dadurch unrein zu werden.

[Ev. Bd. 2, Kap. 167, 1]

 

Jesus erteilt Lazarus und seinem Wirt praktische Ratschläge über Landwirtschaft und Viehzucht. Er belehrt sie auch über die Verwendung und Zubereitung von Schweinefleisch, Wildbret und Vögeln, damit solche Kost den Menschen nicht schade.

[Ev. Bd. 6, Kap. 222, 1-2]

 

Jesus zu einem bekehrten Heidenpriester, der sich darüber wundert, daß der Herr mit Seinen Jüngern heidnische Kost genießt: „Siehe, für den Reinen ist alles rein! Wo Ich Menschen treffe, die voll guten Willens und reinen Herzens sind, da ist auch ihre Kost rein; denn Ich selbst reinige sie für alle, und es wird durch sie niemand verunreinigt!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 105, 3]

 

Der Herr: „Den Kleiderpracht- und Modesüchtigen sage ernstlich, daß sie nackt vor ihrem gerechtesten Richter stehen. Ihre Pracht wird vergehen wie ein Schaum; ihre Herrschsucht wird in Sklaverei verwandelt werden, und sie werden sich ihrer Torheit schämen müssen.“

[H. Bd. 1, Kap. 1, 11]

 

Engelsrat an gutwillige Flüchtlinge aus der Lasterstadt Hanoch: „Das männliche und das weibliche Geschlecht soll sich unterscheiden in der Tracht der Kleider, züchtig und manierlich. Ferne sei von euch alle Prachtliebe und Hoffart! Nur bedecken soll euch das Kleid und schützen vor Erkältung, leiblich und geistig euch bringen zu Gott in der Wärme der ewigen Liebe, der Sanftmut und des Gehorsams.“

[H. Bd. 1, Kap. 36, 39]

 

Jesus: Gott zeigte dem ersten Menschen, sich ein Gewand zu machen, damit er seine Haut vor Kälte schützen könne, aber darum lehrte Gott sie nicht, sich Kleider zu machen, damit sie diese als hoffärtige Zierde ihrer Glieder tragen sollen. Und noch weniger lehrte Gott den Menschen, sich darum ein verbrämtes Kleid zu machen, daß er darin allein Gott würdig anbeten solle. — Daher kleidet euch nach eurem Stande, aber einfach, und leget auf Rock und Mantel keinen anderen Wert als den, daß er bedecke den Leib; was darüber ist, das ist von Übel und trägt keine guten Früchte!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 123, 17-18]

 

Jesus zu einem Wirt, der Ihm zur Nachtruhe ein Bett anbietet: „Sieh, Freund, wer ein Bett haben will, dem gib eines; Ich aber werde auf Meinem Stuhle die Nacht hindurch ruhen. Deine Stühle taugen Mir dazu besser als ein Bett.“ Da Jesus demnach auf einem Stuhl die Nachtruhe nimmt, wollen auch Seine Jünger kein Bett, sondern bleiben, wie sonst zumeist, neben dem Herrn auf den Stühlen sitzen. Nur Maria, die Leibesmutter Jesu, und Joel, Sein Pflegebruder, nehmen in einem Nebenzimmer zwei Betten.

[Ev. Bd. 9, Kap. 140, 1-3]

 

Jesus nach einem reichen Arbeitstag und einem festlichen Abendmahl in der von Ihm wunderbar erneuerten Burg Salem bei Abila: „Da es nun schon ziemlich spät in der Nacht geworden ist, so wollen wir uns zur Ruhe begeben. Ich selbst bleibe hier am Tische ruhen; wer aber ein Bett wünscht, der gehe in die vielen Ruhegemächer, und er wird darin zahlreiche Ruhebetten antreffen.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 62, 7]

 

Jesus: „Es ist dem Leibe durchaus nicht zuträglich, gleich nach einem Mahle sich zur Ruhe zu begeben.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 52, 2]

 

Jesus: „Die Morgenkühle ist zwar für die Haut ein wenig unangenehm, aber stärkend für Leib und Seele; denn nun ziehen die reineren Naturgeister in der Luft an uns vorüber.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 44, 11]

 

Weiser Rat des himmlischen Vaters: „Gehet mit Mir gerne auf Berge und Höhen! Da sollet ihr allzeit eine Bergpredigt oder eine Verklärung oder eine Sättigung mit wenig Brot, oder eine Reinigung oder einen Sieg über stärkste Versuchungen, eine Erweckung vom Tode und derart vieles, für euch jetzt noch Unaussprechliches erfahren; nehmet auch Kinder mit, und ihr sollet den Segen der Berge an ihnen gar deutlich erkennen!“

[Gr. Einleitung, Abs. 1, und Kap. 9]

 

Der Herr: „Die reinen Geister der dritten, oberen Luftregion kommen nicht selten in die Zweite, manchmal auch in die erste (unterste) Luftregion dieser Erde herab; hauptsächlich aber sind jene Stellen auf der Erde ihre sichtbaren Niederkunftsplätze, die ihrer bedeutenden Höhe zufolge fortwährend mit Eis und Schnee bedeckt sind. Darin liegt auch der Grund, warum solche Gegenden für fast jeden Menschen eine beseligende, das ganze Gemüt beruhigende, erheiternde und stärkende Anziehungskraft haben. Wer da traurigen Herzens ist und voll Unruhe in seinem Gemüte, der begebe sich in Meinem Namen auf eine solche Höhe oder gehe wenigstens in ihre Nähe, und sein Gemüt wird wie mit stärkendem Balsam übergossen werden.

[Ed. Kap. 29, 7]

 

Der Herr: „Gehet gern auf die Berge! Denn auch Ich, als Ich im Leibe wandelte auf der Erde, ging häufig auf Berge. Auf einem Berge ward Ich verklärt, auf einem Berge trieb Ich den größten Versucher von dannen, auf einem Berge predigte Ich vom Himmelreich, auf einem Berge betete Ich, und auf einem Berge ward Ich gekreuzigt! Darum gehet gern auf die Berge; denn nicht nur euer Geist, sondern auch euer Leib gewinnt mehr dabei als aus hundert Apotheken!“

[Ed. Kap. 29, 9]

 

06.07. Hauptregel der Leibespflege: Einfachheit und Mäßigkeit

„Was dir vorgesetzt wird, das iß, und es wird weder deinem Leib noch deiner Seele schaden; nur vor der Unmäßigkeit hat sich jedermann zu hüten! — Was übers Maß ist, das ist für den Menschen von Übel! Unmäßigkeit im Essen erzeugt Magenkrankheiten, Unmäßigkeit im Trinken aber neben Magen- und Brustübeln fleischliche Unzucht aller Art. Darum seid in allem mäßig und nüchtern, und ihr werdet in einem stets gesunden Leib auch eine gesunde, heitere Seele haben.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 239, 3-5]

 

Paulus an die Gemeinde zu Laodizea: „Wie möget ihr wohl so große Toren sein und euch weismachen lassen, dem Herrn sei angenehmer, so jemand ißt einen Fisch in Öl gelegt, oder er ißt ein anderes Fleisch von einem warmblütigen Tier und dessen Fett statt des Öles?! Ich aber sage euch: Esset mit Maß und Ziel allezeit, was euch schmeckt und wohltut eures Leibes Gesundheit, und trinket Wein mit Wasser, wie auch ich es tue, wenn ich es haben kann, und machet euch kein Gewissen daraus, so werdet ihr recht handeln auch in diesem Stücke!“

[Lao. Kap. 2, 26-27]

 

Jesus: „Menschen, die ein Wohlgefallen haben an dem, was ihrer Sinnlichkeit behagt, stecken als Seele durch das Übermaß ganz in der Materie, sind darum geistig völlig taub und blind und mögen nicht mehr sehen, hören und verstehen, was ihnen frommt. Daher seid allezeit mäßig im Essen und Trinken, auf daß ihr nicht krank werdet in eurer Seele und diese zugrundegehe in der Materie!“

[Ev. Bd. 1, Kap. 207, 5-6]

 

Jesus zu Seinen Jüngern: „Meine lieben Brüder, es ist der Wein, im rechten Maße genossen, eine gute Stärkung des Leibes; aber wenn er übermäßig getrunken wird, dann erweckt er die bösen Geister des Fleisches und betäubt die Sinne. Die bösen Geister aber erwecken des Fleisches Lust, die da Unkeuschheit und Unzucht heißt, wodurch die ganze Seele auf langehin unrein und träge wird. Darum beachtet auch im Trinken des Weines ein gerechtes Maß, und ihr werdet Ruhe haben in eurem Fleische.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 187, 1]

 

Jesus: „Der Mensch muß essen und trinken zur Erhaltung des Leibeslebens, aber Speise und Trank sollen rein und frisch sein. Und so ist es für den Leib auch gesund, ihn möglichst rein zu halten, und ebenso auch in allen Dingen rein, mäßig und nüchtern zu sein. Derlei Verordnungen des Moses sind heilsam nicht nur für die Juden, sondern für alle Menschen. — Wer aber an Mich glaubt und Meine Gebote der Liebe hält, den leitet der Geist Gottes im eigenen Herzen und zeigt ihm auch die Regeln zur Wohlfahrt seines Leibes.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 69, 5 und 7]

 

Henoch, der erste Hohepriester der Urzeit, zu dem bekehrten König Lamech von Hanoch und dessen Gefolge: „Der Mensch lebt nicht allein von Brot und aller anderen irdischen Kost, sondern von jeglichem Worte aus dem Munde Gottes. — Es soll aber damit nicht gesagt sein, als solle der Mensch die natürliche Kost nicht genießen, da sie doch Gott dazu erschaffen und Er selbst diese sogar sichtbar vor uns allen mit uns gegessen hat; aber zum Hauptbedürfnis soll sie uns nicht werden! Ich sage euch: seid allezeit mäßig im Genusse der natürlichen Kost; denn in ihr liegt eine große Versuchung. Wenn wir das natürliche Brot essen und die Früchte des Erdbodens, so müssen wir dabei sehr behutsam sein, daß wir durch grobe, sinnliche Lust nicht den unsterblichen Geist erdrücken! Denn solches magst du schon an gefräßigen Kindern klar erschauen, wie sie durch ihre starke Eßlust verdummen und dann zu nichts Geistigem fähig sind, wogegen die mäßigen Kinder gar bald feine Denker werden!“

[H. Bd. 2, Kap. 245, 8-13]

 

Der Herr gibt den aus Hanoch geflohenen Meduhediten in ihrem neuen, gesegneten Heimatland ‚Ihypon‘ eine weise Lebensordnung, die ihnen Einfachheit und Mäßigkeit gebietet, und fügt hinzu: „Solange ihr und eure Nachkommen bleiben werdet in dieser Ordnung, solange auch wird nie ein fremdes Volk euch stören können in eurem Frieden, und Ich selbst werde euch tausenderlei schöne und nützliche Dinge erkennen und bereiten lehren.“

[H. Bd. 1, Kap. 34, 14-18]

 

Jesus: „Die Nahrung der ersten Menschen war immer eine gleiche: zumeist lebten sie von Milch, Brot und guten, reifen Baumfrüchten; zur Stillung ihres Durstes diente das frische Quellwasser. Aus diesem Grunde waren ihre Leibesnerven stets von denselben guten, unschädlichen Seelensubstanzen ernährt, und es konnte gar keine böse, unreine und somit schädliche Seelensubstanz in den Leib hinein; daher blieben diese Menschen stets gleich kräftig und gesund, sowohl geistig (seelisch) als auch leiblich.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 182, 3-4]

 

Jesus zu Seinen von der Güte eines Weines begeisterten Jüngern: „Es ist der Wein ein stärkendes Getränk, aber nur dann, wenn er mit Maß getrunken wird. Wer den Wein unmäßig zu sich nimmt und sich berauscht, für den ist er ein sein ganzes Wesen schwächendes Getränk. Darum genießet den Wein allzeit mäßig in Meinem Namen, so wird er euch stärken auch zum ewigen Leben der Seele! Im übermäßigen Genusse dieses Getränkes ruht der arge Geist der Unzucht. Dieser Geist belebt die Seele nicht, sondern tötet sie für den wahren Lebensgeist aus den Himmeln und macht auf dieser Erde die geistige Wiedergeburt der Seele beinahe zur Unmöglichkeit.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 75, 2]

 

Jesus: „In der Unmäßigkeit ruht der Same der fleischlichen Wollust. Seid daher in allem mäßig und laßt euch niemals zur Unmäßigkeit im Essen und Trinken verleiten, sonst werdet ihr euer Fleisch schwer bezähmen können!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 80, 19]

 

Jesus zu dem neubekehrten jungen Pharisäer Simon: „Wenn es dich hungert und dürstet, so sättige dich mit einer einfachen und frischbereiteten Kost; wenn du aber Fraß und Völlerei treibst, dann sündigst du wider die Ordnung Gottes!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 177, 5]

 

Einfache Mahlzeit bei dem Heilbadbesitzer Markus, bestehend in Fischen, Brot, Salz und Wein.

[Ev. Bd. 4, Kap. 189, 3]

 

Jesus verwirft Prassen und Schwelgen: Solche Prasser werden meist kalt und hartherzig gegen ihre armen Mitmenschen.

[Ev. Bd. 6, Kap. 51, 4]

 

Jesus: „Seid mäßig im Essen und Trinken und gieret nicht nach verkünstelten Leckereien, so werdet ihr des Leibes Gesundheit lange erhalten, und der Tod in einem hohen Alter wird gleich sein dem süßen Einschlafen eines müde gewordenen Arbeiters im Weinberge Gottes.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 82, 11]

 

Einem reichen, magenkranken Kaufmann aus Sidon gibt Jesus folgenden ärztlichen Rat: „Iß nicht wie bisher zuviel und zu fettes Schweinefleisch, trinke nicht zuviel des stärksten Weines den ganzen Tag hindurch und enthalte dich der Wollust, dann wird dein Magenleiden schon ein Ende nehmen! Das ist Mein ärztlicher Rat, wenn du den befolgst, so wird es dir mehr dienen als dein Aloesaft, der dir wohl den Magen ausräumt, auf daß du ihn darauf wieder umsomehr anfüllen kannst. Der Mensch lebt nicht um zu essen, sondern er ißt, um zu leben, und dazu bedarf es keines vollgestopften Magens und keiner täglichen Nervenberauschung durch einen starken Wein!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 7, 2]

 

Der Herr warnt vor hitzigen Getränken und vor häufigen Besuchen von Tanzveranstaltungen, weil dadurch arge Sinnlichkeitsgeister Gelegenheit bekommen, sich junger, erregter Menschen zu bemächtigen.

[Ed. Kap. 59, 5-7]

 

Der Herr: „Wenn ihr des Leibes wartet, dann tut es so, daß er nicht üppig wird und ihr gar leicht ersticken möchtet im Fleische und in allem, was des Fleisches ist! Verstehet es wohl! Denn ihr alle habt noch viel ‚Fleisch‘. Wer aber fällt im Fleische, der stehet schwerer auf als ein vollbelasteter Elefant, der in einen Sumpf gefallen ist.“

[Hi. Bd. 1, S. 407, 8]

 

06.08. Warum Krankheit, Not und andere Leiden?

Der Herr zu einem Lichtsuchenden, der sich einen völlig schmerzunempfindlichen Leib wünscht: „Der Schmerz ist des Lebens größter Wohltäter und getreuester Schutzwächter, ohne den das Leben gar nicht bestehen könnte! Zudem ist dir ja ohnehin ein schmerzloser Leib gegeben worden. Wenn du ihn hältst nach Meiner Ordnung, so wirst du dein Leben auch ganz schmerzlos verbringen. Und wenn du mäßig bist im Essen und Trinken, da wirst du auch verschont bleiben vom inneren Weh; und wenn du nicht zu sehr den Werken des Fleisches obliegst, so wirst du nie einen Schmerz erfahren!“

[H. Bd. 3, Kap. 72, 10-13]

 

Jesus: „Über wen Ich noch allerlei Leiden und Trübsal zulasse, dem helfe Ich auch zur rechten Zeit; wen Ich aber sein irdisch stolzes und schwelgerisches Wohlleben fortgenießen lasse, der trägt sein Gericht und seinen ewigen Tod schon in sich.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 29, 13]

 

Jesus: „Des Leibes Krankheiten sind zumeist die bitteren Folgen der Nichtbefolgung der von Mir den Menschen klar ausgesprochenen Gebote. Wer diese von Jugend an treu hält, der wird bis in sein hohes Alter keines Arztes bedürfen, und seine Nachkommen werden nicht an den Sünden ihrer Eltern zu leiden haben.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 35, 6-7]

 

Der Herr: „Den Kranken sage, sie sollen sich in ihrer Krankheit nicht betrüben, sondern sich ernstlich an Mich wenden und Mir ganz trauen. Ich werde sie trösten, und ein Strom des köstlichsten Balsams wird sich in ihr Herz ergießen, und des ewigen Lebens Quelle wird unversiegbar in ihnen offenbar werden. Sie werden genesen und sollen erquickt werden wie das Gras nach einem Gewitterregen.“

[H. Bd. 1, Kap. 1, 3]

 

Jesus zu zwei auf ihre Bitte geheilten Griechen: „Dies merket euch aber, daß es dem Menschen um seiner Seele willen nicht allzeit zuträglich ist, wenn er gesunden Leibes einherwandelt; denn ein zu gesundes Fleisch wird leicht erregt durch allerlei sinnliche Lustreize, in welche die Seele eher einwilligt, als wenn ihr Fleisch kränklich und schwach ist. Und so ist eine Leibeskrankheit gewisserart eine Wache vor der Tür des inneren Lebens der Seele. Darum hütet euch, daß ihr nicht wieder in eure alten Sünden und mit ihnen in noch ärgere Krankheiten verfallet! Verleugnet euch selbst und folget dem Geiste Meiner Lehre nach! — Ich will nicht, daß jemand mit einem kranken Leibe dieses irdische Willensfreiheitsfreiheitsprobeleben durchmachen soll; wenn aber die Menschen den Rat Meiner Liebe und Ordnung nicht beachten, so sind sie selbst die Schöpfer aller Übel ihres Leibes und ihrer Seele!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 158, 11-13]

 

Jesus zu leidgeprüften, einst reichen, mit Gott hadernden Juden: „Gott ließ euch, die ihr zuvor in großem Wohlstande, aber auch in leiblicher und geistiger Trägheit lebtet, einige Jahre hindurch eine ernstere, härtere Schule des Lebens durchmachen, auf daß ihr nicht nur des Erdenlebens Anmut, sondern auch dessen Bitternis selbst erfahren solltet, um danach den wahren Wert des Lebens und seinen Zweck in euch zu erforschen und zu erkennen. Ihr habt nun des Lebens Wermutbecher bis zum letzten Tropfen verkostet und seid dadurch zu tief denkenden Menschen geworden, fähig zur Aufnahme des wahren, lebendigen Gotteslebenslichtes aus den Himmeln, und so hat Gott denn nun in dem Augenblick eure Bitten erhört, in dem ihr Seiner Hilfe am meisten bedürftet! — Und was Er nun euch getan hat, das hat Er getreuest schon sehr vielen Menschen getan, wenn sie sich wahrhaft gläubig in ihrer Not an Ihn gewendet haben!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 20, 11-13]

 

Jesus: „Mangel, Not und allerlei Elend lasse Ich nur dann unter die Menschen kommen, wenn sie von Mir ganz abgefallen und finstere Götzendiener oder selbstsüchtige Weltlinge geworden sind. Denn Not und Mangel nötigen die Menschen zum Nachdenken über die Ursachen ihres Elends, machen sie scharfsichtig, und es werden auf diese Art kluge und weise Männer aus dem Volke aufstehen, die ihren Mitmenschen die Augen öffnen und ihnen die Quellen des allgemeinen Elends zeigen. — Würden die Menschen sich nie von Gott abwenden, so würden sie auch nie in Not und Elend verfallen.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 35, 4 und 5]

 

Jesus zu Petrus: „Die meisten Krankheiten der Menschen sollen verhüten, daß die Seele eins werde mit dem Fleische, das auch bei den Kindern des Lichts aus dem gebannten Satan genommen ist. Bei den Kindern des Lichts ist das Besondere, daß ihre Leiden, wenn die Seele fleischlich werden will, vom Himmel aus verfügt werden. Auch die Schmerzen der Kinder der Welt werden aus diesem Grunde aus den Himmeln verordnet und zugelassen, sind aber doch Schmerzen der Hölle, da der Leib des Weltkindes als ein Teil Satans es mitfühlt, wenn der Hölle durch den gewaltigen Einfluß der Himmel ein Teil ihres Gesamtlebens entrissen wird.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 169, 12]

 

Der Herr zu dem von Seinem furchtbaren Feuergericht entsetzten und erschütterten Volk von Hanoch: „Wahrlich, eine große Mühe habt ihr Mir bereitet! Eure stets wachsenden Sünden haben Meine Geduld und Langmut auf eine überaus starke Probe gestellt! Daher mußte Ich durch eine große Todesangst eure völlig zerstreute Seele sammeln und sie vollständig umgestalten, damit sie wieder fähig werde, das Leben des Geistes aus Mir in sich geltend zu machen und sich leiten zu lassen von dessen sanfter Kraft!“

[H. Bd. 3, Kap. 168, 4 und 3]

 

Jesus zu gereiften Jüngern und Freunden: „Ihr sollt die Heilung einem Kranken nicht vorenthalten, wenn euch Mein Geist im Herzen sagt: ‚Dem werde geholfen!‘ — Sagt aber der Geist: ‚Den lasse in der Plage des Fleisches, auf daß seine Seele satt bekomme, zu frönen den Gelüsten des Fleisches!‘, dann soll er es erdulden zum Heile seiner Seele!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 75, 8]

 

Der Herr zu einem Familienvater: „Das Weinen der Kinder nach dem Verlust weltlicher Dinge soll dich niemals rühren! — Dann bist du geschickt zu Meinem Reiche. Wenn jemand in der Weltliebe erkrankt, da er sein Gemüt zerreißt der Welt und der Eigenliebe wegen, siehe, den drückt das Kreuz Meiner Erbarmung. Dieser soll nicht getröstet werden eher, als bis er das Kreuz willig und mit Liebe angenommen hat.“

[Hi. Bd. 2, S. 19, 1. 2]

 

Jesus: Krankheiten aller Art werden von Gott nicht absichtlich verfügt, sondern nur zugelassen als Heilmittel für die Seelen, um sie von der Welt abzuziehen.

[Ev. Bd. 6, Kap. 55, 4]

 

Jesus: „Bei den meisten von Mir Geheilten war die Krankheit eine Folge ihrer früheren vielen Sünden. Wären diese Menschen durch ihre Sünden nicht krank geworden, so wäre es um ihre Seelen geschehen. Nur eine schwere, bittere Krankheit hat sie nüchtern gemacht. Sie verloren dadurch ihre Liebe zur Welt, ihre Seele ward freier, und es kam ihnen dann auch zur rechten Zeit die Heilung ihres Leibes.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 56,4]

 

Jesus: „Fängt ein Übeltäter in der Leidensschule an, das Böse des Bösen wegen zu verabscheuen und das Gute des Guten wegen zu erwählen, so wird er in seiner Strafe geduldiger, da er sein Leiden, durch das sein Leben gebessert wird, gerecht findet. Wenn der Übeltäter auf diesen Punkt gekommen ist, und sein Inneres im Ernste besser wird, dann ist es an der Zeit, mit den äußeren Strafen nachzulassen.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 93, 10]

 

Jesus: „Was soll aus einem in Sünden gezeugten, körperlich ganz verkümmerten Kinde auf dieser Erde werden? Ist es da nicht besser, wenn es von dieser Welt genommen und im jenseitigen Kinderreich von Engeln großgezogen wird?“

[Ev. Bd. 6, Kap. 55, 5]

 

Jesus: „Es gibt Menschen, die wegen der Sünden ihrer Eltern oder Voreltern schon vom Mutterleibe aus krank in diese Welt kommen. Sie stammen ihrer Seele nach zumeist von oben her und machen nur eine zeitweilige Fleischprobe auf dieser Erde durch, für diese aber ist jenseits im Reiche der Geister schon bestens gesorgt, und jeder, der sie pflegt mit Liebe und Geduld, wird von ihnen einst jenseits mit der gleichen Liebe und Geduld in ihre himmlischen Wohnungen aufgenommen.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 56, 10]

 

Jesus: „Die Menschen kultivierten ihre irdische Wohnwelt zu sehr, erbauten Städte und errichteten ein Prachtwerk ums andere. Sie wurden in ihre Welt so verliebt, daß sie Gott vergaßen und leugneten. Kam dann ein Seher, von Gott erweckt, zu ihnen, so wurde er ausgelacht. — Nun, derlei Menschen müssen dann durch allerlei bittere Erfahrungen, durch so manche Leiden und Schmerzen immer mehr von der Welt abgezogen werden, da sie sonst ganz von der Materie und dem Tode verschlungen würden. Und seht, das ist nun der Grund, warum auf der Erde die Menschen so vieles zu erleiden haben.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 162, 4-6]

 

Jesus zu einem römischen Oberstadtrichter, der nach der Ursache schmerzhafter Krankheiten fragt: „Besehet die vielen Leckerbissen, mit denen die Menschen ihren Leib füllen, und es wird euch klar, wieviele ungegorene, unreine, böse und schädliche Substanzen dadurch oft den ganzen menschlichen Leib in Besitz nehmen und mehr und mehr quälen! Denn solche Substanzen geraten dann in einem Menschenleibe in einen beständigen Kampf, den der Mensch nur dadurch auf eine Zeitlang zu beschwichtigen vermag, daß er zu allerlei Kräutern und Wurzeln seine Zuflucht nimmt und damit die inneren Seelensubstanzen beruhigt. Aber solch eine Gesundheit ist nie von Dauer, besonders bei einem alten Menschen, — er müßte denn auf längere Zeit zur ganz einfachen Leibesernährung greifen. Aber die meisten Menschen, wenn sie dem Leibe nach durch eine geeignete Medizin gesünder werden, bekommen bald wieder Lust zu ihren alten Leckereien, werden darauf kränker als ehedem und nehmen oft ein schmerzvolles Ende.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 182, 5-6]

 

Jesu Abschiedsworte an bekehrte indische Weise: „Um was ihr den Vater bittet in Meinem Namen, das wird euch auch gegeben werden. Denn der Vater ist gut und hat kein Wohlgefallen an den Leiden der Menschen. Aber Er hindert auch nicht, daß solche über die Menschen kommen, wenn sie aus lauter Weltsinn des Vaters vergessen, keinen Glauben haben und sich selbst in alles begeben, was ihnen Ungemach bereiten muß. Wandelt gleichfort auf den Wegen, die Ich euch nun treulich gezeigt habe, so werdet ihr wenig zu leiden haben und euer Abgang von dieser Welt wird ein leichter sein!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 16, 10-11]

 

Jesus zu Lazarus von Bethanien, der sich über das arge Treiben der jüdischen Tempelpriester zu Jerusalem ärgert: „Willst du jenseits völlig bei Mir sein für ewig, dann mußt du Mir auch darin gleich sein, daß du dich über niemanden ärgerst. Denn der Ärger ist der leiblichen Gesundheit nicht zuträglich, da er zuviel Galle erzeugt; diese verdirbt das Blut und setzt das menschliche Leben aufs Spiel. Also hüte dich ganz besonders vor großem Ärger, ansonst du bald dein Leibesleben einbüßen würdest.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 164, 12-13]

 

Jesus zu einem übereifrigen, vom Tode erweckten, jungen Mädchen: „Sei in der Folge klug und verrichte nur solche Arbeiten, für die du hinreichende Kräfte besitzest, ansonst dir wieder etwas Ähnliches widerfahren könnte. Der Fleiß eines Menschen ist zu loben; wenn er aber seine Kräfte übersteigt, so ist er nicht mehr löblich, sondern töricht.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 73, 9]

 

Jesus: „Über Menschen, die durch allerlei Welttümlichkeiten ihre Seele zu sehr in ihr Fleisch versenkt haben, kommen am Ende bittere Leiden; denn eine solche Seele muß, damit sie nicht völlig verderbe in ihrem Fleische, mit großer Gewalt davon losgetrennt werden, was auch im Leibe große Schmerzen erzeugt. Und das ist gut für die Seele, weil sie durch Schmerzen und Leiden von ihren fleischlichen Gelüsten gereinigt wird und dadurch im Jenseits einen leichteren Fortgang auf der Bahn des geistigen Lebens findet.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 16, 12]

 

Jesus verwirft die Tötung unheilbar Kranker, da kein Mensch weiß, warum Gott dem Kranken ein solches Leiden zukommen ließ, und wie es dann jenseits um dessen Seele stehen werde.

[Ev. Bd. 6, Kap. 39, 2]

 

Jesus auf die Frage Seiner Jünger, warum Er einigen schwachgläubigen, tempelhörigen Juden nicht aus ihrer Not geholfen habe: „Bei diesen Juden, deren Bitte Ich unerhört ließ, tut eine schmerzvolle Heimsuchung not; denn dadurch werden sie aus ihrer alten Seelenträgheit aufgerüttelt, in der Geduld geübt, und ihre Herzen werden sanfter und barmherziger, als das bisher der Fall war. Denn Ich bin nicht nur ein Helfer, sondern da, wo es nottut, auch ein gerechter Richter.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 161, 3]

 

Ein frommer altjüdischer Herbergswirt fragt: ‚Was war schuld daran, daß mein Sohn, der von frühester Jugend an, mein geratenster und frömmster war, blind und lahm geworden ist?‘ — Darauf Jesus: „Solches verschuldete deine zu große Vorliebe für diesen Sohn, sowie die von dir ohne Vertrauen auf Gott veranlaßten falschen Heilkuren durch unkundige Ärzte. Doch hast du nun eingesehen, daß ein rechter Jude auch bei leiblichen Übeln stets mehr auf Gott als auf die oft unwissenden Weltärzte sein Vertrauen setzen solle; denn wo kein Arzt mehr helfen kann, da kann Gott allein wohl noch helfen! Und Ich wußte ja auch, daß Ich zu dir kommen werde, um dir in der Heilung deines Sohnes ein Zeichen zu geben, daß Ich der Herr bin, und daß Mir nichts unmöglich ist!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 148, 9-12]

 

Jesus: „Moses hat den aus der Knechtschaft Ägyptens erlösten Israeliten den Speisezettel vorgeschrieben, um das zur Unmäßigkeit neigende Volk vor schweren Krankheiten zu bewahren. Die Juden, welche streng danach lebten, blieben gesund bis in ihr hohes Alter, aber viele sehnten sich bald zurück nach ihren ägyptischen Fleischtöpfen, wurden daher krank, schwach und mühselig und mußten unter allerlei Krankheiten ihr Leibesleben beschließen.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 182, 7]

 

Jesus zu einer armen Familie in Emmaus: „Gott hat euch stark geprüft, und ihr habt ohne Murren in voller Ergebung in den Willen Gottes alles, was über euch gekommen ist, ertragen. Als eure Not das Vollmaß erreichte, hat Gott euch auf eine wunderbare Art schnell geholfen, und diese Hilfe wird bei euch verbleiben nicht nur zeitlich bis ans Ende eures irdischen Lebens, sondern auch über das Grab hinaus für ewig! — Warum ihr aber auf dieser Erde von Gott so stark geprüft wurdet, das werdet ihr erst im andern Leben erfahren und einsehen.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 134, 14]

 

Jesus: „Menschen, die noch nie einen Tag ohne Leiden begrüßen konnten, haben ihren Ernst in den Kämpfen der Nacht gestählt und werden demnach auch am freundlichen Lebenstage des Lebens Ernst nicht hintansetzen.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 130, 15]

 

Jesus: „Es ist wahr, daß des Menschen Leben von Geburt an von vielen Drangsalen und Leiden behaftet ist, aber wenn er nach der erkannten Ordnung Gottes lebt und dadurch in sich schon auf dieser Erde das lebenshelle Bewußtsein überkommt, was ihn im andern Leben erwartet, so wird er alle noch so bitteren Prüfungen, die nur zur Erweckung des Geistes Gottes in seiner Seele ihm zugelassen werden, mit aller Geduld und Standhaftigkeit ertragen und dabei vollauf frohen Mutes sein.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 119, 19]

 

Jesus zu geheilten Dienstleuten des Wirtes von Kana, die sich scheuen, in Seiner Nähe zu speisen: „Höret, eure gerechte Demut und Bescheidenheit gefällt Mir und frommt eurer Seele, aber dennoch bleibet hier! Denn ihr habt viel mit Geduld und voller Ergebung in den Willen Gottes gelitten und euch dadurch als wahre Helden im Glauben und Vertrauen auf Gott erwiesen. Ihr seid darum auch würdig, als Begnadigte des Herrn in Seiner nächsten Nähe euch zu stärken; und so setzet euch nur ganz wohlgemut an jenen Tisch und esset und trinket, was euch aufgesetzt wird!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 97, 12]

 

Der Herr: „Wenn irgendwo Reisende einkehren, so bringen sie auch verschiedenes Gepäck mit und geben es dem Hauswirt zur Verwahrung. Ich bin auch ein Reisender, und Mein ganzes Gepäck besteht in einem Kreuze. Wohin Ich nicht mit Meinem Kreuze komme, da bin Ich auch nicht willens zu bleiben. — Wenn Ich aber komme mit Meinem heiligen Gepäck, dem Kreuze, so bin Ich dann auch mit allem da und bin nicht so leicht wieder hinauszubringen!“

[Hi. Bd. 2, S. 52, 13. 14]

 

Des Herrn Rat für eine Kranke: „Sie soll nicht zu sehr nachsinnen, was sie wieder völlig gesund machen könnte! Denn Ich, der Arzt aller Arzte, der Ich ihr schon so weit geholfen habe, werde ihr auch weiter helfen. Es liegt nicht zuviel daran, ob auf den Gebeinen viel oder wenig Fleisches hängt; aber alles liegt daran, wieviel der wahren Liebe zu Mir sich in einem Herzen vorfindet! Daher soll sie sich auch mehr an Meine Liebe halten als an alles andere — so wird sie wahrhaft genesen!“

[Hi. Bd. 2, S. 101, 23-25]

06.09. Geistige Heilweise Jesu

Jesus: „Ich heile nicht nur des Menschen Fleisch, sondern wo eine Seele noch nicht zu mächtig mit ihrem Fleische verbunden ist, mache Ich die Seele frei und erwecke den in ihr gleichsam begrabenen Geist. Dieser stärkt sogleich die Seele, die dann frei wird, und es ist ihr alsbald ein leichtes, alle Gebrechen des Fleisches in einem Augenblick in Ordnung zu bringen. — Das nennt man dann eine Wunderheilung, während es doch die allernatürlichste Heilung ist.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 12, 8-9]

 

Jesus zu einem Zeuspriester, der bezweifelt daß der Herr einem Armlosen die verlorenen Glieder wieder geben kann: „Wie urteilst du schwachsinniger Mensch über die göttliche Weisheit, Kraft und Macht?! Wer hat denn den ersten Menschen in die Welt gestellt ohne Zeugung und Mutterleib und hat dem, der zuvor nicht war, alle seine Glieder gegeben? Siehe, das war Der, welcher nun wirkt in Mir, wie du dich hast überzeugen können bei den etlichen hier von Mir gewirkten Zeichen! Siehst du denn nicht ein, daß nur der Geist Gottes solches vermag, der in Mir und eins ist mit Meinem Willen?!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 97, 26]

 

Der Fürst Abgarus Ukkama in Edessa schreibt an den Herrn Jesus: „Ich habe von Dir gehört und von Deinen Gesundmachungen, wie Du sie ohne Arzneimittel und Kräuter verrichtest. Denn die Rede geht, daß Du die Aussätzigen reinigest, daß Du die Blinden sehen und die Lahmen gehen machst, die unreinen Geister austreibest und diejenigen heilest, die mit langwierigen Krankheiten kämpfen, und sogar die Toten auferweckest!“

[Bw. 1, Abs. 2]

 

Jesus heilt durch Sein göttliches Wort verkrüppelte Glieder und stellt eine fehlende Hand wieder her.

[Ev. Bd. 6, Kap. 23, 11-12]

 

Der Herr: „Der Kranken sage, daß nur Ich der einzige und allein rechte Arzt bin und frei helfen kann, wem Ich will!“

[Hi. Bd. 1, S, 269, 2]

 

Zwei von Jesus geheilte Kranke bekunden, es sei ihnen so vorgekommen, daß sich eine sehr helle, weiße Flamme gleich einem Blitz über sie ergossen habe, worauf sie alle Schmerzen verließen, sie sich gesund und gestärkt fühlten und sogleich das Bett verlassen konnten.

[Ev. Bd. 8, Kap. 112, 7]

 

Durch Jesu wundermächtiges göttliches Wort Geheilte bezeugen: „Wir empfanden, daß uns eine Kraft wie ein Feuer durchströmte, und wir waren gesund wie niemals zuvor!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 165, 6]

 

Ein von schwerer Gicht durch Jesu Wort geheilter Knecht erzählt seinem Dienstherrn, daß es ihm vorkam, als ob es um ihn geblitzt habe, worauf ihn im Augenblick aller Schmerz und alle Schwäche verließen, so daß er sich gleich vom Krankenbette zu erheben vermochte. Es müsse da Gott an ihm ein Wunder gewirkt haben.

[Ev. Bd. 9, Kap. 68, 4]

 

Jesus bei dem Wirt von Kana, bei dessen Hochzeit Er Wasser in Wein verwandelt hatte, nach Jahren wieder einkehrend, findet in dessen Haus viel Krankheitsnot und sagt: „Ich hätte schon früher zu dir kommen können, doch da fehlte es dir noch sehr am lebendigen Glauben und Vertrauen. Als du aber nach Kis zu dem Freunde Kisjonah kamst, da erst bekamst du ein rechtes Licht über Mich und gelangtest auch zum rechten Glauben und Vertrauen auf Mich, und so kam Ich denn auch, um dir Hilfe zu bringen, und will nun, daß alles was in deinem Hause krank ist, samt dir gesund sein soll!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 97, 7]

 

Der Herr zu einem Leidenden: „Die Glaubenskur aus der Liebe zu Mir, eurem Vater, ist die allerbeste! Wenn du glaubst in deinem Herzen, daß Ich dir allezeit helfen kann und will, wenn du nur immer Meiner allein rechten und wahren Hilfe vonnöten hast, und wann du dich immer lebendig volltrauend darum zu Mir wendest, dann soll dir auch allezeit geholfen sein!“

[Hi. Bd. 2, S. 292, 1. 2]

 

Jesus heilt einen Blindgeborenen, indem Er dessen Augen mit befeuchteter Erde bestreicht und den Blinden dann zur Waschung zum Teiche Siloah sendet. Die Pharisäer bezweifeln die göttliche Art der Heilung, weil sie an einem Nachfest-Sabbat geschah.

[Ev. Bd. 7, Kap. 186, 7-44]

 

Jesus heilt einen fischvergifteten, reichen persischen Kaufmann, indem Er ihm die rechte Hand auf die Magengrube legt, und weist dessen große Dankesopfergabe zurück mit den Worten: „Alles dessen benötige Ich nicht! — Ich sehe nur auf ein treues, Gott über alles und seine Mitmenschen wie sich selbst liebendes Herz! Und so kannst du dein Geld zu anderen, Gott wohlgefälligen Zwecken der wahren Nächstenliebe verwenden!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 111, 15-16, Kap. 112, 1-2]

 

Jesus: „Ich helfe vor allem denen, die da glauben, wenn sie auch keine Zeichen und Wunder schauen. Wo der unbedingte Glaube Mir entgegenkommt, da heile Ich sicher und gewiß.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 90, 3]

 

Glaubensheilung des Sohns eines Königlichen durch Jesus.

[Ev. Bd. 1, Kap. 90, 5-8]

 

Heilung des gichtbrüchigen Knechts des Hauptmannes von Kapernaum durch Jesus.

[Ev. Bd. 1, Kap. 97]

 

Glaubensheilung der Tochter eines kananäischen Weibes durch Jesus.

[Ev. Bd. 2, Kap. 168, 2-12]

 

Jesus heilt das belehrte und bekehrte Weib am Jakobsbrunnen von langem, schwerem Leiden durch Sein Wort: „Sei gesund!“

[Ev. Bd. 1, Kap. 29, 5]

 

Jesus heilt ein blutflüssiges, griechisches Weib, das gläubig Sein Gewand anrührte, und entläßt die Erschütterte mit den Worten: „Stehe auf, Meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen! Ziehe nun hin mit Frieden und sei gesund und frei von deiner Plage!“

[Ev. Bd. 1, Kap. 111, 8-18]

 

Jesus zu Josa, einem für seine schwerkranke Familie um Heilung flehenden alten Juden: „Ich wollte in Nazareth wegen des zu großen Glaubensmangels kein Zeichen mehr wirken; aber wenn du glauben kannst, daß Ich dir und deiner Familie zu helfen vermag, so ziehe getrost heim, und dir geschehe, wie du glaubst.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 33, 5]

 

Jesus heilt einen vertrauensvoll nach Seiner Hilfe schreienden Blinden und gebietet dem kräftigen Manne, künftig nicht mehr zu sündigen und durch ehrliche Arbeit sein Brot zu verdienen.

[Ev. Bd. 8, Kap. 54, 10-22]

 

Jesus heilt einen fußverletzten jungen Ägypter, der an Krücken ging und sich ihm mit den Worten genaht hatte: „O du guter Herr, als ich Dich eine Weile betrachtete, da ward es wie glühend in meinem Herzen, und ich vernahm eine Stimme in mir: Nur Dieser allein kann dir helfen!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 192, 22-26]

 

Jesus heilt einen schwer Gichtkranken, den die drei Weisen aus dem Morgenlande, die sehr kundige Ärzte waren, für unheilbar erklärt hatten, mit den Worten: „Sei geheilt und wandle, aber sündige fortan nicht mehr, auf daß dir nicht noch Ärgeres begegne!“ — Da erschraken die Weisen und wollten den Herrn anbeten.

[Ev. Bd. 6, Kap. 40, 13-2 1]

 

Im Heilbad des alten römischen Kriegers Markus wird ein griechischer Arzt, der begeistert an die Gottheit Jesu glaubt und davon zeugt, aus der Ferne durch Jesus von seinen alten, schweren Übeln befreit.

[Ev. Bd. 9, Kap. 161, 1-3, Kap. 162, 5]

 

Jesus heilt aus der Ferne eine Schar in ihren Sünden rückfälliger Schwerkranker aus Joppe durch ein von ihm gesegnetes Mahl vor der Herberge des Heilbadbesitzers Markus. Durch einen erleuchteten Diener des Markus ermahnt der Herr die Geheilten, nicht wieder in ihre alten Sünden zu verfallen.

[Ev. Bd. 9, Kap. 186, 15-20, Kap. 187, 4-6]

 

Jesus heilt aus der Ferne die Tochter Veronika des glaubensstarken römischen Hauptmanns Pellagius.

[Ev. Bd. 10, Kap. 36, 2 1-24, Kap. 37, 1-4]

 

Jesus heilt einen schwer gichtbrüchigen Jüngling in der Bergstadt Pella mit den Worten: „Aus Meiner eigenen Macht, die Mir innewohnt, sage Ich: Du Gichtbrüchiger, Ich will es, werde gesund und sündige in der Folge nicht mehr; denn durch dein geheimes Sündigen bist du zu deinem Leiden gekommen!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 33, 11]

 

Wunderheilung eines langjährigen Kranken am Teich Bethesda durch Jesus am Sabbat.

[Ev. Bd. 6, Kap. 1, 8-13]

 

Wunderbare Massenheilung durch Jesus in einem armen Fischerdorf am Jordan.

[Ev. Bd. 5, Kap. 253, 19-25]

 

Massenheilung durch Jesus in der Herberge des frommen und biederen Wirtes Ebahl zu Genezareth; überschwenglicher Dank des Ebahl und der Geheilten.

[Ev. Bd. 2, Kap. 103, 8-13]

 

Jesus zu armen Fischern: „Ich bin allein ein wahrer Weltheiland für alle Menschen und habe nicht nur die Macht, jeden Menschen durch Meinen Willen und Mein Wort dem Leibe nach gesund zu machen, sondern vermag vor allem auch der Menschen Seelen von langer Irrsal zu erlösen und ihnen das ewige selige Leben zu geben.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 97, 9]

 

06.10. Geistige Handauflegung und andere Heilhilfe durch Berufene

Jesus zu Seinen zur geistigen Heilung berufenen Nachfolgern: „Ein Zeichen Meiner mächtigen Gegenwart bei und in euch wird sein, daß, wenn ihr den leiblich Kranken aus wahrer Nächstenliebe in Meinem Namen die Hände auflegt, es mit ihnen besser wird, wenn dies zum Heile ihrer Seelen dienlich ist. Dabei saget allezeit im Herzen: ‚Herr, nicht mein, sondern Dein Wille geschehe!‘ Denn ihr könnet es nicht wissen, ob das Besserwerden des Leibes einer Seele dienlich ist. Und ein ewiges Leben im Leibe ist ja keinem Menschen beschieden! Daher kann das Handauflegen auch nicht jeden Menschen von seinen Leibesübeln befreien! Aber ihr werdet dennoch keine Sünde dadurch begehen, daß ihr jedem Kranken die euch angezeigte Liebe erweiset; den Helfer werde schon Ich machen, wenn es zum Seelenheile des Menschen dienlich ist, was Ich allein weiß. — Wenn ihr aus der Ferne vernehmet, daß ein Freund krank darniederliegt, dann betet über ihn und leget im Geiste die Hände auf ihn, und es soll besser mit ihm werden. Dabei bestehe das nur im Herzen auszusprechende Gebet in den wenigen Worten:

‚Jesus, der Herr, wolle dir helfen! Er stärke dich, Er heile dich durch Seine Gnade, Liebe und Erbarmung!‘ Wenn ihr das tut voll Glauben und Vertrauen zu Mir, so wird es zur Stunde mit dem Kranken besser werden, wenn es seinem Seelenheile dienlich ist.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 43, 6-9]

 

Jesus erteilt bekehrten, in ihre Heimat zurückkehrenden Römern die Macht, durch Handauflegen sowie auch in die Ferne hin Kranke zu heilen, und ermahnt sie: „Wollet mit der euch nun verliehenen Kraft nicht prunken und lasset euch dafür von niemandem bewundern oder ehren, sondern saget und zeiget es den Geheilten, wem sie im Grunde ihre Heilung zu verdanken haben und wem allein dafür Ehre, Lob und Dank gebührt! Umsonst aber erteile Ich euch aus der Macht Meines Willens solche Kraft, und so denn heilet auch ihr umsonst die Menschen, die eurer Hilfe bedürfen!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 153, 5]

 

Jesus zu den mit Wunderkraft ausgerüsteten Verkündern Seiner Lehre: „Wenn ihr einem Kranken offen vor den Augen der Menschen in Meinem Namen die Hände aufleget, dann habt ihr zum Zeugnis für die Wahrheit Meines Wortes genug getan; doch im geheimen ohne Zeugen könnet ihr es am Tage viele Male tun und arme Leidende von ihrer Not befreien, ohne daß es auch nur einer von ihnen erfährt, wer ihn von seiner Qual erlöst hat. Ich sage euch: Eine solche Heilung gilt bei Mir mehr als hundert offenbare vor den Augen der Welt, und Ich werde euch dafür segnen!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 154, 9]

 

Ein bekehrter, demütiger Essäerführer, von Jesus zum Heilen berufen, legt einigen Kranken die Hände auf mit den Worten: „Im Namen dessen, der allein mächtig, überheilig und endlos gut, liebevoll und barmherzig ist, lege ich euch meine schwachen Hände auf, und es wolle euch dadurch der große Herr und Meister Jesus helfen!“ Als der Oberste unter diesem Spruche, den hernach auch alle Jünger Jesu bei Krankenheilungen gebrauchten, den Elenden die Hände auflegte, da ward ein jeder im Augenblick so geheilt, als hätte ihm nie etwas gefehlt.

[Ev. Bd. 8, Kap. 201, 10-11]

 

Jesus: „Wer jemandem die Hände auflegt, muß das in Meinem Namen tun, ansonst seine Behandlung keinen Nutzen brächte. Es gehört auch ein fester, unerschütterlicher Glaube und Wille dazu. Aus des Herzens tiefstem Grunde, aus der wahren Nächstenliebe muß ein solches Bestreben hervorgehen, dann erfüllt die Kraft der Liebe die Hände des Handauflegers und fließt wie ein sanfter Tau, Heilung bringend, in die Nerven des Kranken.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 40, 4-6]

 

Jesus erteilt bei der Aussendung von siebzig Jüngern diesen durch Handauflegung die Macht der Krankenheilung, der Geisteraustreibung, sowie über arge Naturgeister und reißende Tiere.

[Ev. Bd. 7, Kap. 166, 17-19]

 

Das Jesuskind zu einem Arzt in Nazareth, der fassungslos vor der plötzlichen Heilung eines schwer gichtbrüchigen Mädchens steht: „Meinst du denn, die Heilung des Mädchens war ein Wunder? Ich sage dir: Mitnichten. Versuche du nur, auch deine anderen Kranken auf diese Art zu behandeln, und es wird besser mit ihnen! Gehe hin, erwecke in ihnen den Glauben, lege ihnen dann die Hände auf, und sie werden genesen im Augenblick! Aber zuvor mußt du selbst fest glauben, daß du ihnen helfen kannst und auch unfehlbar helfen wirst.“

[Jug. Kap. 274, 10-13]

 

Jesus: „Jeder rechte Himmelsbote wird von Mir die Fähigkeit erhalten, die Kranken zu heilen durch die Auflegung seiner Hände. Dieses soll er in einer Gemeinde, bevor er predigt, alsbald tun, da es für die neue Lehre aus den Himmeln einen guten Sinn erweckt.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 165, 13]

 

Jesus: „Wer in Meiner Lehre wandelt und glaubt, daß Ich der wahre Christ bin, der mag einem Kranken in Meinem Namen die Hände auflegen, und es wird besser mit ihm werden. Auch wenn ein Kranker in der Ferne ist, und du betest in Meinem Namen über ihn und streckst nach ihm deine Hände aus, so soll er gesund werden, wenn es zu seinem Heile gereicht.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 180, 3]

 

Der bekehrte, zum Heilen berufene Essäeroberste Roklus weist ehrfurchtsvoll bei ihm Hilfesuchende zurecht mit den Worten: „Ich bin ein Mensch wie ihr und vermag aus mir selbst nichts. Wenn durch mein Wort und Gebet Gott, der Eine und Wahrhaftige, jemandem eine Gnade erweist, da gebührt Ihm allein alle Ehre!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 203, 12]

 

Der geistige Arzt Borus heilt einen tobenden Tollwutkranken mit den Worten: „Der Herr Jesus sei mit dir, und du sei geheilt in Seinem Namen!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 67, 15]

 

Jesus erteilt Chiwar, einem bekehrten Pharisäer und Schriftgelehrten, die Gabe der Krankenheilung durch Gebet und Handauflegen und die Fähigkeit, im Herzen die Pläne der Gegner Jesu zu erkennen.

[Ev. Bd. 2, Kap. 85, 2]

 

Jesus erteilt vier Indojuden die Gabe, durch Handauflegen Kranke und Besessene zu heilen und verweigert diese Kraft neubekehrten Templern mit der Begründung: „Diese vier (Indojuden) sind schon länger um Mich und in allem wohl unterrichtet; ihre Seelen sind rein und ohne Sünde, und die erteilte Kraft bleibt in ihnen. Eure Seelen aber sind noch mit so manchen Schwächen behaftet, deren ihr durch wahre Selbstverleugnung erst los werden müsset; denn ein Gefäß, in welchem Meine Gnade verbleiben soll, muß haltbar, fest, gut und rein sein!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 132, 1-3]

 

Jesus zu dem großen, geistigen Arzt Borus: „Wenn ein Kranker deine Hilfe erfleht, so frage ihn stets ganz ernstlich: „Glaubst du, daß ich dir im Namen Jesu, des Heilandes aus den Himmeln, helfen kann?“ Sagt der Kranke darauf vollernstlich: „Ja, ich glaube!‘, so heile ihn; zweifelt er aber, dann heile ihn nicht, bis er glaubt, daß du ihn in Meinem Namen heilen kannst!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 46, 16]

 

Jesus heilt einen Händelosen durch den bekehrten Essäerobersten Roklus, nachdem Er des Roklus‘ Zweifel am Gelingen dieser Heilung beseitigt hatte.

[Ev. Bd. 8, Kap. 201, 18-21]

 

Jakobus heilt einen Blinden durch Anhauchen und erklärt seinem fragenden Vater Joseph: „Ich habe in mir eine Stimme vernommen, die zu mir sprach: ‚Hauche dem Blinden ins Angesicht, und er wird sein Gesicht wieder erhalten!‘ Und siehe, ich glaubte fest dieser Stimme in mir, tat nach ihrem Worte, und der Blinde ist sehend! Der nun auf meinen Armen spielt (das Jesuskind) mit meinen Locken, Dieser ist es, der in mir solches wunderbar geredet hat.“

[Jug. Kap. 162, 2-4, 7-8]

 

Jesu Rat für den Heilbadbesitzer Markus: „Wer viel hat, der gebe als Entgelt für deine Heilhilfe viel, und wer wenig hat, der gebe wenig, auf daß der Nichts habende auch etwas habe! — Wenn du unter deinen Dienern oder Gästen einen Geizigen (Habsüchtigen) siehst, so treibe ihn hinaus; denn der Geizige (Habsüchtige) ist ein fressender Krebs in einer besseren Menschengesellschaft und verpestet die Herzen der Menschen mit Zorn und Grimm!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 167, 12-13]

 

Borus, ein Freund Jesu, war der größte vom Herrn gesegnete Arzt im Judenlande. Er verdiente sich durch seine Kunst, besonders von den Großen und Reichen viel Gold und Silber, wogegen er armen Kranken ganz umsonst alle mögliche Pflege und Hilfe zukommen ließ.

[Ev. Bd. 2, Kap. 44, 1]]

 

Jesus belehrt einen zum geistigen Heilen berufenen Jünger: „So du einen Kranken findest, dem lege in Meinem Namen die Hände auf, und es wird besser werden mit ihm. Hast du aber jemanden auf diese Art geheilt, so lasse dir die Heilung nicht bezahlen, sondern sage zum Geheilten: ‚Danke Gott, dem Allmächtigen, in Seinem Sohne Jesus! Gehe hin und sündige nicht mehr! Halte die Gebote und tue Gutes!‘ Dadurch wirst du Mir viele Gläubige erwecken.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 79, 18-19]

 

Jesus zu einem jungen, gläubigen Arzt, der arme Kranke kostenlos behandeln will: „Jesus ist Mein Name; in diesem Namen lege du den Kranken die Hände auf, und es wird besser mit ihnen werden, so das ihrem Seelenheile nützt! Den Reichen gib du nur Arzneien wie zuvor; denn nur für die Armen verleihe Ich dir diese Kraft!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 91, 6]

 

Jesus zu einem jungen, gläubigen Arzt: „Sollten reiche Kranke auf Heilung durch Handauflegen beharren, dann fordere von ihnen ein Entgelt, das sie als Geheilte dir und den Armen zu leisten haben. Gehen sie freudig darauf ein, so lege auch ihnen die Hände auf; wenn nicht, so laß sie in ihrer Krankheit und gib ihnen Arzneien, wenn sie solche haben und nehmen wollen.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 91, 10]

 

Jesus zu dem großen Arzt und geistigen Heiler Borus: „Vergiß auch in Zukunft der wahrhaft Armen nie und lasse dir deine von keinem Weltmenschen erreichbare Kunst der Heilung aller Krankheiten von keinem armen Bürger und noch weniger von einem Diener zahlen. Den großen Geldbesitzern, Maklern, Wechslern, Kaufleuten und Grundbesitzern aber berechne deine Kunst nach Recht und Gebühr; denn wer da hat und leben will, der soll für sein Leben auch ein Opfer bringen.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 46, 9-10]

 

Jesus zu dem großen, geistigen Arzt Borus: „In Sichar habe Ich auch einen Arzt erweckt, daß er sehr beachtliche Heilungen bewerkstelligen kann; aber er kann sich von seinen Kräutersäften nicht völlig trennen und steht daher dir nach.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 46, 13]

 

Jesus empfiehlt Seiner Jüngerin Sarah, der Ehefrau des großen Arztes Borus, den Beruf der Wehemutter mit den Worten: „Es ist vor Gott ein sehr wertvoller Dienst, den mit vielen Schmerzen Gebärenden beizustehen!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 46, 15]

 

Jesus: Fromme Weiber, die sich durch Gebet und Herzensreinheit einen Engel dienstbar machen, können den oft schwer Gebärenden durch Handauflegung eine große Linderung verschaffen.

[Ev. Bd. 4, Kap. 40, 8]

 

Jesus segnet die Heilquellen im Garten des Heilbadbesitzers Markus für Gichtleidende, Fieberkranke und Aussätzige.

[Ev. Bd. 5, Kap. 167, 8]

 

Der Herr: „Was das sonderheitlich Nützliche der Quelle betrifft, die ihr den ‚Ursprung der Andritz‘ nennet, so gebe Ich euch kund, daß, wenn diese Quelle zu einem benutzbaren Badeorte verwandelt würde, sie beinahe die Eigenschaft hätte wie einst der euch bekannte Teich bei Jerusalem, und es würden dort viele bresthafte und gichtische Menschen geheilt werden. Es gibt zwar viele Quellen, aber nicht allen ist beständig ein schützender Engelsgeist beigegeben. Dieser Quelle aber ist ein solcher Geist gegeben. Und daher wohnt ihr auch eine besondere heilende Kraft inne. — Das geistig Nützliche an ihr aber ist, daß jeder auf die gleiche Weise still aus sich hervortreten soll wie diese Quelle, so wird er das Leben in sich nicht trüben durch eine törichte Heftigkeit, und das Licht der Gnade wird ihn erleuchten können bis in den innersten Grund, und sein ganzes Leben wird sein voll lebendiger Hoffnungen, wie dieser Quellengrund bewachsen ist mit schönen, hellgrünen Kräutlein. Und so werden sich auch seine demütigen Erkenntnisse gleich den munteren Fischlein in dieser Quelle in dem hellen Wasser seines Lebens frei nach allen Richtungen bewegen.“

[Hi. Bd. 1, S. 207, 24-26]

 

Der Herr empfiehlt gute Heilmittel, reine Kost und eine ruhige Lebensweise gegen verschiedene Krankheiten.

[Hi. Bd. 2, S. 389, 2 ff]

 

Der Herr zu einem stärkungsbedürftigen Kranken: „Lasse dir ein von Mir gesegnetes Essen und Trinken recht sorglos gut schmecken! Und gebrauche morgens und abends die evangelische Kur, nämlich: Nimm roten, ungerichteten Wein und reines Olivenöl und reibe dir damit die Brust, die Glieder, den Rücken, das Genick, am Abend auch das Haupt und ganz besonders die Schläfen im Glauben und Vertrauen auf Mich, so wirst du bald wieder stark und gesund werden! Doch sollst du in der Zeit dich vom Kaffee und vom schlechten Weine enthalten, weil darin arge und unreine Geister hausen, die da stürmisch und sehr unruhig sind.“

[Hi. Bd. 2, S. 263, 9-11]

 

Der Herr zu einer Kranken: „Auf Mich mußt du stets mehr Vertrauen als auf die Arzneimittel, die Ich dir eben angeraten habe, sonst möchten sie dir wenig oder nichts nützen. Denn alle Arzneien bekommen erst durch Mich ihre volle Heilkraft!“

[Hi. Bd. 2, S. 396, 10]

 

06.11. Totenerweckung

Erstmalige Erweckung der Tochter des Obersten der Synagoge, Jairus, vom Tode.

[Ev. Bd. 1, Kap. 112]

 

Erweckung des seit eineinhalb Jahren toten, völlig verwesten Knaben Josoe vom Tode durch Jesus.

[Ev. Bd. 2, Kap. 70, 1-10]

 

Jesus gebietet gänzliches Schweigen über die höchst wunderbare Erweckung des Knaben Josoe vom Tode und fährt fort: „Denn die Menschen dieser Zeit würden durch ein solches Zeugnis wie mit ehernen Ketten gezwungen, an Mich zu glauben, wodurch ihr freies Leben einen großen Schaden erlitte; die spätere Menschheit aber würde solche Zeugnisse als Erfindungen der menschlichen Phantasie betrachten und sich dadurch an der reinen Lehre und ewigen Wahrheit stoßen.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 71, 5-6]

 

Jesus erweckt eine durch ihren unvorsichtigen Übereifer in einem großen Fischbehälter ertrunkene Tochter eines gläubigen Herbergswirtes vom Tode.

[Ev. Bd. 6, Kap. 73, 3-8]

 

Jesus beweist einem reichen Zöllner Seine Allwissenheit. Er ruft dessen von drei Ärzten für tot erklärten Sohn Jorabe ins Leben zurück und entlarvt die gewinnsüchtigen Ärzte, die absichtlich das Leiden des Kranken verlängert hatten.

[Ev. Bd. 6, Kap. 82, 10-17, Kap. 83, 1-17]

 

Jesus erweckt vor Nahim in Judäa einen Jüngling, den Sohn einer frommen Witwe, aus dem Sarge vom Tode mit den Worten: „Ich will es, stehe auf und wandle mit deiner Mutter nach Hause!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 33, 2-11]

 

Der elfjährige Jesus erweckt ein Nachbarkind zum Trost seiner Mutter, einer Witwe, vom Tode mit den Worten: „Kephas! Ich sage dir: Stehe auf und betrübe nimmer das Herz deiner Mutter!“

[Jug. Kap. 296, 22]

 

Der elfjährige Jesusknabe erweckt einen vom Gerüst gestürzten Zimmermann vom Tode und ermahnt ihn, künftig sorgfältiger und weniger neidvoll zu arbeiten.

[Jug. Kap. 296, 29-32]

 

06.12. Vom Fasten und Asketentum

Jesus zu unzeitig Fastenwilligen: „Der Leib braucht seines zeitlichen Fort-bestehens wegen ebenso eine Nahrung und Stärkung wie die Seele, wenn sie in der Erkenntnis und in der Kraft des Willens wachsen soll. Ein übertriebenes und grundloses Fasten ist daher ebenso eine Torheit und kann sogar zur Sünde werden wie ein allzu üppiges Schwelgen. Wer in der wahren Ordnung leben will, der sei mäßig in allem; denn jedes Unmaß muß mit der Zeit für Leib, Seele und Geist nachteilige Folgen haben. Esset und trinket darum ganz wohlgemut und seid dabei heiteren und dankbaren Gemütes!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 167, 12 und 14]

 

Jesus: „Der Mensch kann sich wohl von der Welt ganz absondern gleich den Einsiedlern von Karmel und Sion, die kein Weib ansehen und sich kümmerlich von Wurzeln, Beeren, wildem Honig und Johannisbrot ernähren. Auch verschneiden sie sich sogar des Reiches Gottes wegen, weil sie dann in keine Versuchung geraten, ein Gebot zu übertreten. Aber zu wessen Nutz und Frommen alles?! Ich sage es euch: Das nützt ihnen nichts und den anderen Menschen auch nichts! Denn Gott hat dem Menschen die verschiedenen Kräfte, Anlagen und Fähigkeiten nicht darum gegeben, daß er sie in einer Klause als Einsiedler verschlafe, sondern daß er nach dem geoffenbarten Willen Gottes tätig sei und damit sich und seinem Nächsten nütze! — So hat Gott zu dem Menschen auch niemals gesagt: ‚Verstümmle und verschneide dich, auf daß dich das Fleisch des Weibes nicht reize!‘, sondern Gott sprach zu Adam, als Er ihm das Weib gab: ‚Gehet hin, vermehret euch und bevölkert die Erde!‘ Und bei Moses heißt es: ‚Du sollst nicht Unzucht und Hurerei treiben, sollst nicht begehren deines Nächsten Weib und nicht ehebrechen!‘ — Der Mensch muß also in der Welt wirken und freiwillig ihren bösen Verlockungen widerstehen. Dadurch wird seine Seele stark, und die Kraft des Geistes Gottes wird sie durchdringen!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 156, 4-7]

 

Jesus: „Es gibt Menschen, die allerlei Fasttage streng halten in der Meinung, sich dadurch das Himmelreich zu verdienen; diese aber werden sich sehr irren! Ich Will damit nicht sagen, daß ihr Schwelger, Prasser und Säufer werden sollt, sondern ihr sollt allezeit mäßig sein in allem!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 222, 6-7]

 

Jesus zu einigen neubekehrten Judgriechen, die sich über Seine menschlich-natürliche Eßlust wundern: „Der Leib braucht das Seine — und der Geist das Seine. Wir sind unseren Gliedern eine rechte Stärkung schuldig und dann werden wir auch des Geistes nicht vergessen. — Glaube ja keiner, daß er Gott einen wohlgefälligen Dienst erweist, wenn er fastet und für seine Sünden in härenen Kleidern vor aller Welt Buße tut! — Nur der ist Gott angenehm, der dankbar ißt und trinkt, was ihm Gott zukommen läßt, um dadurch seine irdischen Kräfte zu nützlicher Arbeit zu stärken, und der eine begangene Sünde als solche erkennt, bereut, sie nicht mehr begeht und sich also bessert.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 51, 2-3]

 

Jesus verwirft das gleisnerisch-hochmütige Gebahren fastender Tempelbüßer, die andere Menschen verachten und richten.

[Ev. Bd. 6, Kap. 51, 5-6]

 

Jesus: „Wenn ihr, Meine Jünger, in die Welt unter allerlei Völker in Meinem Namen hinausziehen werdet, da esset, was man euch vorsetzen wird! Esset und trinket jedoch nie über ein rechtes Maß, so werdet ihr das rechte Fasten halten; alles andere aber ist Aberglaube und menschliche Torheit, von der die Menschen erlöst werden sollen!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 85, 15]

 

Jesus: „Fort mit Sack und Asche, fort mit dem Kasteien und Fasten, mit der Opferung der Böcke und mit allen anderen Tempelopfern wegen der Vergebung der Sünden; denn sie haben vor Mir nicht den geringsten Wert! Aber dafür herbei mit einem festen und unbeugsamen Willen zur wahren, inneren Lebensbesserung! Herbei mit der lebendigen Liebe zu Gott und zum Nächsten und mit dem vollen Glauben an Gott und Seine Menschwerdung in Mir! Denn nur das heiligt den Menschen und macht stark die Seele in Meinem in ihr waltenden Geiste!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 42, 3]

 

Jesus zu Martha von Bethanien, die Ihn nach Seiner Lieblingsspeise fragt: „Der Mensch lebt nicht allein von Brot und Wein, sondern vielmehr von jeglichem Worte, das aus dem Munde Gottes kommt, wenn er danach tut; und es ist somit das Wort Gottes eine vorzüglichste Nährspeise für den ganzen Menschen, während das Brot dieser Erde nur seinen sterblichen Leib ernährt und nicht zugleich seine Seele und seinen Geist. — Wie aber Gott durch das Wort die Hauptspeise für den ganzen Menschen ist, so ist auch der Mensch, der Gott erkennt, Ihn über alles liebt und Seinen Willen erfüllt, eine gute und höchst erquickliche Speise für die ewige Liebe in Gott. Wenn du das nun verstanden hast, so magst du uns heute zum Abendmahl ein gutes Gericht von wohlzubereiteten Fischen auf den Tisch setzen.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 93, 4-5]

 

Der Herr zu Menschen der Urzeit, die aus Ehrfurcht und Liebe in Seiner Gegenwart nicht essen und trinken wollen: „Meine lieben Freunde, jetzt seid ihr noch auf der Erde und habt einen Leib, welcher der Erde angehört; also ist es auch nötig, diesen zu stärken nach Maß und Ziel mit Speise und Trank!“

[H. Bd. 1, Kap. 132, 8]

 

Jesus zu einem geistig verzückten Oberägypter, der beim Anblick des Herrn auf körperliche Nahrung verzichten will: „Ich weiß wohl, daß eine vom Geiste erfüllte Seele den Hunger des Leibes nicht fühlt, aber dessenungeachtet muß der Leib seine natürliche Nahrung bekommen, weil er sonst der Seele kein vollkommenes Werkzeug abgeben kann. Und so müsset nun auch ihr, Freunde, zuvor eine ordentliche Nahrung zu euch nehmen, damit ihr darauf um so kräftiger werdet, Mir gute Dienste eurer Brüder wegen zu leisten!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 138, 12]

 

Jesus: „Was zum Munde eingehet zur gerechten Ernährung und Kräftigung des Leibes, das verunreinigt den Menschen nicht; aber was oft aus dem Munde kommt wie: Verleumdung, Ehrabschneidung, unflätige Reden, Fluchen, falsches Zeugnis, Lüge und Gotteslästerung, das verunreinigt den Menschen, und wer solches tut, der bricht das wahre Fasten.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 85, 12]

 

Paulus an die Gemeinde zu Laodizea: „Wenn jemand sagt, lehrt und begehrt: ‚Diese und jene Speise darf nicht gegessen werden, da sie unrein ist nach Moses!‘ —‚ da entgegne ich: Moses und die Propheten sind in Christo erfüllt und (vom Gesetz) befreit worden; uns aber hat der Herr keine Speise verboten, indem Er selbst aß und trank mit Sündern und Zöllnern und hat ausgerufen: ‚Was du issest, verunreinigt dich nicht; aber was da kommt aus deinem Herzen — als: arge Reden und Begierden, das verunreinigt allezeit den Menschen!“

[Lao. Kap. 2, 4-6]

 

Der Herr: „Ich sage nicht: ‚Setzet euch gänzlich außer allen zu eurer zeitlichen Existenz notwendigen Verkehr mit der Welt!‘; denn dergleichen habe Ich ja selbst nicht getan, als ich auf der Welt war. Ich habe in der Welt gearbeitet und ihr gar viele gute Dienste mit Meinen Händen getan.“

[Schrft. Kap. 16, 9]

 

Falsche Himmelserwartungen asketischer Nonnen im Jenseits; ihre lieblose Werkgerechtigkeit findet keine Anerkennung.

[BM. Kap. 59, 5-11, Kap. 60, 7-12]

 

Der Herr zu einem ängstlich um den Verlust seiner kranken Frau zagenden Freund: „Sei froh und heiter; denn Ich bin bei dir! Iß und trink, natürlich mäßig; denn von Mir hängt es ab, ob dir Speise und Trank dienen oder nicht. Ich sage dir, du magst fasten, seufzen und trauern, so werde Ich dir darum dennoch nicht helfen. — Aber durch den Vollglauben und durch deine wahre Liebe zu Mir und daraus zu deinen Brüdern werde Ich dir allezeit helfen.“

[Hi. Bd. 2, S. 414, 13. 14]

 

Jesus: „Ein völlig rechtes Fasten besteht darin, daß man sich enthalte aller Sünde und sich in allen Dingen der Welt selbst verleugne, sein Kreuz auf sich nehme und Mir nachfolge, ohne darum gar zu ängstlich im Essen und Trinken zu sein, aber auch nicht ins Schwelgen überzugehen. Alles andere Fasten hat vor Gott wenig oder gar keinen Wert.

[Ev. Bd. 1, Kap. 207, 8]

 

Jesus: „Wenn jemand gesündigt hat, so vergleiche er sich mit dem, gegen den er sündigte, und sündige in der Folge nicht wieder, dann werden ihm seine Sünden auch vergeben. Aber durch Beten, Fasten und Kasteien werden niemandem seine Sünden nachgelassen, solange er sie selbst nicht läßt.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 141, 15]

 

Jesus: „Wenn dich das üppige Fleisch einer Jungfrau oder gar das des Weibes eines andern anzieht und verlockt, so wende deine Augen ab und enthalte dich der Lust des Fleisches, und du hast dadurch wahrhaft gefastet.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 85, 9]

 

Jesus: „Wenn dich jemand beleidigt und erzürnt hat, dem vergib, gehe hin und vergleiche dich mit ihm, und du hast dadurch gültig gefastet. Wenn du dem, der dir Böses zugefügt hat, Gutes erweisest und den segnest, der dir flucht, so fastest du wahrhaft.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 85, 10-11]

 

Der Herr zu einem Erzvater der Urzeit, der in törichter Weltflucht jeder Lebensfreude entsagen will: „Wer was immer in der Welt mehr liebt als Mich, der ist Meiner nicht wert! Eltern, Weib und Kinder sind auch in der Welt, daher sollst du sie nicht mehr lieben als Mich, willst du Meiner würdig sein. Aber alles, was du Mir opferst, will Ich dir dereinst tausendfach ersetzen im Reiche des ewigen Lebens. Bleibe aber jeder, was und wo er ist, und opfere Mir in seinem Herzen alles, was er hat, dann werde Ich ihn ansehen und Mich mit ihm auf ewig verbinden! Was er aber dann in solcher Verbindung genießen wird, und was immer er tun wird, das alles wird ihm zum ewigen Leben dienlich sein! Denn dann ist Mein Geist in ihm und schafft alles um im Menschen: das Leben wird wahrhaft ein Leben, die Liebe wird eine wahrhafte Liebe, das Tote selbst wird erweckt zum ewigen Leben, und alle Lust in diesem Leben wird gerecht sein vor Mir, da Ich sie in ihm geschaffen habe zur Vermehrung des ewigen Lebens und Meiner unendlichen Liebe, Gnade und Erbarmung. Mit Mir kann der Mensch durch alle Pforten gehen und alles genießen, weil Mein Geist in ihm alles zum Leben umgestaltet!“

[H. Bd. 3, Kap. 125, 7-13]

 

Jesus warnt vor Kasteiung zwecks Eindringens in das Geisterreich.

[Ev. Bd. 1, Kap. 207, 9-10]

 

Jesus: „Kein Teufel ist schwerer aus dem Menschen zu vertreiben als der Fleischteufel, er kann nur durch vieles Fasten und Beten aus dem Menschen geschafft werden.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 80, 4]

 

Der Herr ermahnt junge Mädchen zum gerechten Herzensfasten durch Ablegung aller eitlen Welttümlichkeiten und durch die Pflege der wahren Gottes- und Nächstenliebe.

[Hi. Bd. 1, S. 329, 16-19]

 

06.13. Besessenheit und ihre Heilung

Jesus: „Es besteht ein großer Unterschied zwischen jenen bösen Geistern, von denen oft Menschen besessen werden, und den ungegorenen Naturgeistern, aus denen die ganze Erde in allen ihren Teilen und Elementen besteht. Aber diese Verwandtschaft und gegenseitige Beziehung haben sie doch, daß ein Mensch, der seines Leibes Naturgeister nicht zu sehr erweckt, auch nicht leicht dem Leibe nach von den wirklichen bösen Menschenseelen besessen wird. — Darum warne Ich euch vor der Wachrufung der bösen Naturgeister in Fleisch und Blut. Denn sind diese einmal zu wach, so gesellen sich bald die sich noch sehr häufig in der unteren Erdregion aufhaltenden unreinen Seelen verstorbener Menschen zu ihnen, und dann ist ein solcher Mensch im vollen Ernste besessen.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 187, 7-8]

 

Jesus: „Es gibt in und über der Erde ungegorene böse Geister, die stets darauf ausgehen, sich des Menschenleibes zu bemächtigen. Sie sind Ausgeburten des alten Gerichtes der Erde, suchen ihresgleichen unter den Kindern der Welt und beschleichen ihre Sinne. Das tut den Kindern der Welt wohl, und sie folgen den geheimen Lockungen solcher Geister. Diese Menschen ergreifen dann alles, was in der Welt Aufsehen macht. Denn weil sie den wahren Geist Meiner Lehre nicht haben wollen, so richten sie sich in allem nach ihrer weltlichen Blindheit.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 22, 2-3]

 

Jesus: „Die bösen Seelen, die man Teufel nennt, kehren auch in sich, aber sie finden nur Erzböses, wie ihre Liebe ist. Aus dieser erschaffen sie sich auch Orte, die mit ihrem inneren Charakter übereinstimmen, und suchen jedermann zu schaden. Wenn sie unter den Erdenmenschen ähnliche Charaktere verspüren, so nähern sie sich ihnen, nehmen den Leib solcher Menschen in Besitz und erfüllen es mit allem Bösen.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 176, 4]

 

Auf die Frage des römischen Hauptmanns Pellagius, wie man sich vor dem Besessenwerden durch arge Geister schützen könne, sagt Jesus: „Freund, davor hat sich niemand zu fürchten, der an Mich lebendig glaubt und Mich liebt durch die Werke Meiner Liebe in ihm! — Aber Menschen, die noch tief im heidnischen Aberglauben stehen, haben sich allerorts und allezeit vor derlei Geistern zu fürchten und sind auch stets mehr oder weniger von ihnen umgeben oder gar besessen. Denn alle unlauteren Leidenschaften der Menschen werden von solchen Geistern erregt und beeinflußt, die einst von den gleichen unlauteren Leidenschaften ihr Leben lang beherrscht waren. Diese unlauteren Geister haben zum Teil schon als Menschen in dieser Welt gelebt; größtenteils aber sind es Naturgeister, die noch niemals in einen Menschenleib eingezeugt worden sind. Sie befinden sich überall in der Naturwelt, auch im Fleisch und Blut der Tiere.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 54, 1-3]

 

Jesus: „Bei Menschen, die im wahren, lichtvoll lebendigen Glauben sind, kommt das Besessensein nie vor, weil des Menschen Seele und ihr Geist auch den Leib so erfüllen, daß kein fremder, arger Geist in das lautere, durchgeistigte Fleisch eindringen kann. — Wo aber die Seele eines Menschen finster, fleischlich und materiell ist und dadurch auch furchtsam, krank und schwach, da geschieht es leicht, daß arge Seelen, die sich nach dem Austritte aus ihrem Leibe zumeist in den niederen Regionen dieser Erde aufhalten und dort ihr Unwesen treiben, in den Leib eines schwachen Menschen dringen, sich zumeist im sinnlichen Unterleibe ansetzen und durch den Körper des Besessenen nach außen hin bemerkbar machen.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 32, 10]

 

Der Römer Agrippa berichtet von der Besessenheit eines Illyriers durch einen mächtigen Geist, der die Betrügereien heidnischer Priester aufdeckte und ihnen sagte, es gäbe nur einen wahren Gott, der allein ihn, den Geist, aus dem Körper des Illyriers auszutreiben vermöge. — Jesus,  der Herr, gibt nähere Erklärungen zu diesem Besessenheitsfall.

[Ev. Bd. 8, Kap. 31, Kap. 32, 1-11]

 

Der Herr: „Der Grund von zu heftiger sinnlicher Genußsucht liegt gewöhnlich im Besessensein von einem oder mehreren Fleischteufeln, d.h. von Seelen verstorbener Menschen, welche ebenfalls der groben Sinnlichkeit sehr ergeben waren. Sie treten zwar aus einem Besserungsgrunde in den Leib eines noch lebenden Menschen über, aber weil das Fleisch eben ihr Element war, so treiben sie es nicht selten in einem Menschen, den sie besessen haben, noch ärger, als sie es früher im eigenen Körper getrieben haben. Wenn solche Fleischseelen es zu toll treiben und sich immer mehr in ihrer unreinen Lust entzünden, bewirken sie auch zumeist die sehr gefährlichen Geschlechtskrankheiten, was von den schützenden Engelsgeistern zugelassen wird, damit die Seele des Besessenen Menschen nicht gänzlich zugrunde gehe in der wilden Begehrlichkeit ihres Fleisches.“

[Ed. Kap. 59, 2-4]

 

Jesus: „Das Besessensein hat für den Besessenen auch sein Gutes; denn eine solche Seele, deren Leib von einem Teufel in Besitz genommen ist, wird durch die Qualen ihres Fleisches geläutert und vor bösen leiblichen Begierden bewahrt. Zur rechten Zeit aber kommt dann schon die Hilfe von oben, und eine Weltseele ist dann für den Himmel gewonnen.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 169, 7]

 

Der Erzengel Raphael: „Da jede Seele nach dem Leibestode fortlebt und sich in der Region dieser Erde aufhält, so ist es nichts Seltenes, daß sie sich in die Außenlebenssphäre der Menschen begibt und mit ihrer bösen Begierlichkeit in jenen Menschen Böses zu erwecken strebt, die einen bedeutenden Hang zu demselben Laster, dem auch die jenseitige Seele noch frönt, in sich tragen. Der Herr aber läßt solches zu; denn dadurch bekommt die geplagte Seele des Menschen einen wahren Widerwillen gegen ein Laster ihres Fleisches und verwendet alle Tätigkeit darauf, stark zu werden in dem, worin sie vorher schwach war, wobei ihr des Herrn Gnade auch zeitgerecht zu Hilfe kommt.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 94, 4-5]

 

Jesus über den Zweck der zeitweisen Besessenheit eines schuldlosen Knaben: „Es stammt dieses Knaben Seele aus einer jener großen Welten, deren zahllos viele den Himmelsraum erfüllen. Ihr war um ihres Heiles willen neben der Probe des Fleischtragens auch die zeitweise Besessenheit notwendig, durch welche sie schon in der Jugend eine Kraft erhielt, die so manche Seele im Leibesleben nie erlangt.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 240, 11]

 

Jesus: „Es werden Besitznahmen des Fleisches irdischer Menschen durch unlautere Seelen zugelassen, weil auch die vom Fleische eines anderen Menschen besitzergreifende Seele am Ende nur durch ihren eigenen freiesten Willen gebessert und gefestet werden kann. Der freie Wille aber ist nur durch allerlei bittere Erfahrungen zu jener Nüchternheit zu bringen, durch die er sich endlich in den lichtvollen Willen eines besseren Geistes fügt und so erst wahrhaft aus sich heraus geläutert werden kann.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 121, 3]

 

Jesus: „Die an sich schlimm aussehenden Fälle von Besessenheit sind eine Zulassung Gottes in glaubensfinsteren Zeiten, damit die Ungläubigen dadurch eine Mahnung erhalten, daß es nach dem Abfalle des Leibes ein Fortleben der Seele des Menschen gibt und auch einen Gott, der die Bosheit und Torheit der Menschen auch jenseits gar wohl zu züchtigen weiß. — Der arge Geist, der das Fleisch eines Menschen in Besitz nimmt, erfährt trotz seines bösen Sträubens für ihn kaum erträgliche Demütigungen und wird dadurch sanfter und leichter. Die Zeugen solcher Vorkommnisse aber werden aus ihrem materiellen und finsteren Lebenswandel gerissen, fangen an, über Geistiges nachzudenken und werden besser in ihrem Tun und Lassen.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 32, 4-5]

 

Jesus zu dem Zöllnerobersten Zachäus, dessen Sohn Er von schwerer Besessenheit geheilt hat: „Schwere Besessenheiten werden darum zugelassen, damit die Menschen, bei denen der Glaube an Gott und an die Unsterblichkeit der Seele beinahe erloschen ist, wieder an etwas Geistiges zu denken und auch zu glauben anfangen. Wäre Ich früher zu Dir gekommen, dann hättest du Mir nicht so geglaubt wie nun. Und wäre dein Sohn, auf den du die größten Stücke hieltest, nicht in das Übel gekommen, so hätten dich Stolz und Hochmut derart zugerichtet, daß du zu einem wahren Teufel geworden wärest, und allen Glauben an Gott aus dir verbannt hättest. Als aber dein Sohn so krank ward, wie Ich ihn nun angetroffen habe, da wurdest du demütigeren Herzens und fingst an, wieder an einen Gott zu denken und zu glauben.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 29, 5-7]

 

Der Herr: „Unlauteren, aber besserungswilligen Geistern wird es nicht selten erlaubt, das Fleisch von unschuldigen Menschen, sogar von Kindern, in Besitz zu nehmen. Allein in solchen Fällen wird die Seele des Besessenen aufs sorgfältigste geschützt und das Herz vor (argen) Einflüsterungen verwahrt. Will ein solcher Höllenemigrant guttun, so kann er teilhaftig werden der Gnade und Erbarmung des Herrn. Manchmal können ein Fleisch auch mehrere Geister in Besitz nehmen, weil solche Geister dem Rate der Engel, sich lieber an den Herrn zu wenden, nicht folgen, sondern hartnäckig darauf bestehen, daß sie nur durch diesen Weg zum Herrn gelangen können. Dies wird ihnen auch zugelassen; denn die Engel unterrichten alle Wesen auf erfahrungmäßige Weise.“

[Ed. Kap. 58, 14-16]

 

Auf die Frage des Römischen Hauptmanns von Pella: ‚Herr und Meister, woher kommt es, daß die von Dir ausgetriebenen Geister in der Gestalt abscheulicher Tiere uns ersichtlich wurden?‘ erwidert Jesus: „Weil diese Gestalt ihrer inneren, bösen Gierliebe entspricht. Diese innere Seelenbeschaffenheit erscheint in Meinem aller höchsten Wahrheitslichte in einer solchen Gestalt, die ihr vollkommen entspricht.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 50, 12, Kap. 51, 1, 5-8, Kap. 52, 1]

 

Jesus treibt von einem schwer besessenen Jüngling siebzehn Dämonen aus, die den Befreiten in Gestalt schwarzer kleiner Krokodile verlassen, und enthüllt sie als Haupträdelsführer der abtrünnigen, um das goldene Kalb tanzenden Israeliten zur Zeit, da Gott Moses auf Sinai seine Gesetze verkündete.

[Ev. Bd. 10, Kap. 50, 2-6]

 

Der Herr: „Sobald die Seele eines von einem argen Geiste besessenen Menschen ihr Fleisch im Leibestode verläßt, wird sie von den Engeln Gottes sogleich in Empfang genommen. Der böse Jäger aber wird aufs empfindlichste gezüchtigt und an seinen Herrn und Gebieter (Satan) zurückverwiesen. Die Seele aber mit ihrem Geiste wird von den Engeln in einen Zustand versetzt, in dem sie nach und nach erkennt, wie es mit ihrer weltlichen Aufführung gestanden hat. Will sie sich bekehren, so kommt sie höher und höher; ist sie aber hartnäckig, so sinkt sie immer tiefer bis zu den empfindlichsten Strafen.“

[Ed. Kap. 58, 8-10]

 

Obertritt einer besessenen Seele ins Jenseits, ihre Befreiung von ihrer argen Einwohnerschaft, ihre Prüfung, Läuterung und Errettung durch die Engel Gottes.

[Ed. Kap. 59, 15-18]

 

Die Heilung der von sieben argen Geistern besessenen Maria Magdalena durch den Herrn Jesus.

[Ev. Bd. 6, Kap. 185, 1-11]

 

Jesus zu der geheilten, reumütigen Maria Magdalena: „Stehe nun auf; denn es ist dir geholfen, und deine Sünden alle sind dir vergeben. Aber gehe nun hin und sündige nicht mehr, auf daß dir darob nicht noch Argeres widerfahre! Denn wenn ein böser Geist einen Menschen verläßt, so durchzieht er Steppen und Wüsten und sucht, ob er eine Wohnung fände, und wenn er nichts findet, dann kehrt er wieder zurück. Findet er seine alte Wohnung sauber gereinigt, dann zieht er wieder ein. Wenn er allein zu schwach ist, dann sucht er sieben andere arge Geister und kehrt mit diesen in seine frühere Wohnung zurück. Und dieser zweite Zustand ist um vieles ärger, als da war der erste!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 185, 16]

 

Innig-feurige Liebeserklärung der durch Jesu göttliche Macht von schwerer Besessenheit geheilten Maria-Magdalena an den Herrn und ihre tiefe, aufrichtigste Reue über ihre zahlreichen Fleischessünden.

[Ev. Bd. 6, Kap. 185, 11]

 

Jesus heilt einen taubstummen Besessenen mit den Worten: „Fahre aus diesem Menschen, du unsauberer, böser Geist!“

[Ev. Bd. 1, Kap. 131, 2-5]

 

Jesus zu Petrus: „Wenn dich jemand um Hilfe für einen Besessenen angeht, so sollst du sie ihm — trotz möglicher Gnadenwirkung der Besessenheit — nicht vorenthalten; denn da sorgt schon Meine Voraussicht dafür, daß keinem Besessenen vor der rechten Zeit Hilfe wird.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 169, 9]

 

Die schwere Besessenheit des Sehers Mathael, dessen gesunde Seele sich vor dem Andrang zu mächtiger böser Geister zurückgezogen hatte, war nur unter großen Leibesqualen Mathaels zu heilen durch weise Einwirkung der Macht Gottes.

[Ev. Bd. 4, Kap. 247, 1-4]

 

Jesus heilt einen mondsüchtigen, besessenen Knaben und verbannt den höllischen Besessenheitsgeist mit den Worten: „Hebe dich von hier und büße deine vielen, im Fleische verübten Greuel, in den kahlen Talschlünden des Mondes, allwo du ehedem warst!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 240, 3-8]

 

Jesus zu den entsetzten Zeugen der Austreibung eines höllischen Geistes: „Fürchtet euch nicht; denn Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel wie auf dieser Erde! Dieser Geist, der den Knaben sieben Jahre lang gepeinigt hat, wird fortan nimmer dieser Erde nahekommen.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 240, 8]

 

Jesus: „Arge Besessenheitsgeister sind nicht anders aus einem Menschenleibe zu vertreiben als durch Beten und Fasten.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 240, 22]

 

Der Herr: „Das Besessensein durch unlautere, arge Geister kann durch Fasten, Gebet und viel Selbstverleugnung behoben werden, weil dadurch die Seele sich mehr und mehr mit ihrem (reinen) Geiste vereinigt, der dann das arge Gesindel aus dem Hause der Seele schafft.“

[Ed. Kap. 59, 9]

 

Der Herr: „Besessenheitsgeister sind nicht anders aus dem Menschen hinauszubringen als durch anhaltendes Beten — das heißt nicht etwa stundenlange Gebete, sondern daß da im festen, lebendigen Glauben und Vertrauen mit dem Gebete an Meinem Namen angehalten (festgehalten) wird, in welchem allein jede Bitte sichere Gewährung finden kann und wird. Das Gelingen richtet sich allezeit nach der selbsttätigen Glaubenskraft und der gänzlichen, ungezweifelten Ergebung, Geduld, Liebe und Sanftmut.“

[Hi. Bd. 1, S. 331, 2. 3]

 

Der Herr empfiehlt gegen die Besessenheit eines Kindes durch einen alten, bösen Hausgeist kühle Bäder und ernstes, anhaltendes Gebet des besessenen Mädchens und ihrer Angehörigen.

[Hi. Bd. 2, S. 58, 1 ff]

 

Einem bekehrten griechischen Wirt gelingt es mit der ihn erfüllenden Macht Jesu, die Dämonen zweier Besessener aus Abila dem Willen des Herrn gefügig zu machen.

[Ev. Bd. 10, Kap. 48, 7-13]

 

Der römische Hauptmann von Pella, vom Herrn berufen und mit göttlicher Geistesmacht ausgestattet, befreit einen von fünf Dämonen besessenen Jüngling aus Abila von seinen Plagegeistern, indem er ihm die Hände auflegt und die ihm von Jesus vorgesagten Worte spricht: „Im Namen Jesu, des Herrn, gebiete ich euch, aus diesem Menschen uns allen sichtbar zu fahren, und zwar in der Gestalt, die euch eigen ist aus eurer alten, hartnäckigen Bosheit!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 49, 1-7]

 

Jakobus heilt auf Geheiß des Jesuskindleins einen besessenen Mohrenknaben durch Berührung der Brustgrube mit dem linken Zeigefinger und spricht dabei zu dem argen Geist die Worte: „Der Herr will es! Nicht fern ist das Meer, wo es am tiefsten ist, da sollst du wohnen im Grunde, und der Schlamm soll deine Wohnstätte sein fürder! Amen!“

[Jug. Kap. 164, 19]

 

06.14. Armut und Reichtum (soziale Frage)

Jesus: „Daß die Güter dieser Erde sehr ungleich verteilt sind, so daß es Reiche und Arme gibt, ist der weise Wille Gottes. Denn dadurch, daß Gott die Menschen mit sehr verschiedenen Gütern, Gaben und Fähigkeiten ausgestattet hat, ist ein Mensch dem anderen ein unerläßliches Bedürfnis. Der Reiche ist gewöhnlich für eine schwere und doch höchst notwendige Arbeit nicht sehr geeignet und willig, aber er hat eine Freude daran, nach seinem Wissen und seinen Erfahrungen die Arbeiten seiner Knechte und Mägde anzuordnen. Diese dienen dann dem Reichen um den bedungenen Lohn. — Ebenso braucht der reiche Besitzer allerlei Handwerker wie Schmiede, Zimmerleute, Maurer und noch viele andere mehr. So lebt einer von dem andern, weil einer dem andern dient. Und nur auf diese Art kann das Menschengeschlecht auf der Erde bestehen und erhalten werden!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 37, 1-4]

 

Jesus zu dem Römer Agrikola: „Ich eifere nicht gegen den gerechten und wohltätigen Handelsverkehr zwischen den Menschen; — denn so will Ich es ja selbst haben, daß ein Mensch von dem andern in gewisser Beziehung abhängen soll, und da ist ein gerechter Verkehr unter den Menschen in der Ordnung der Nächstenliebe! Aber das wirst du wohl einsehen, daß Ich dem lieblosen Wucher kein lobend Wort reden kann! Der redliche Kaufmann soll für seine Mühe und Arbeit seinen entsprechenden Lohn haben, aber er soll nicht für 10 Groschen 100 Groschen und noch mehr gewinnen wollen! Ich verdamme den Wucher, aber nicht den notwendigen, rechtlichen Handel und Verkehr!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 6, 6]

 

Auf die Frage reicher Pharisäer: ‚Herr und Meister, siehe, Deine Freunde Lazarus, Nikodemus und Joseph von Arimathia sind doch um vieles reicher als wir! Warum verlangst Du von ihnen nicht das, was Du von uns (Aufgeben aller irdischen Güter) verlangst?!‘ antwortet Jesus: „Zwischen ihren und euren Gütern ist ein himmelgroßer Unterschied! Ihre Güter sind streng gerechte Stammgüter, und die darin enthaltenen königlichen Schätze sind das Ergebnis eines wahren, uneigennützigen Fleißes und des Segens aus den Himmeln Gottes. Zugleich sind die drei Genannten nun fast die einzigen Unterstützer der vielen Tausende, die durch euer gottloses Treiben und Gebahren arm und elend geworden sind. Sie sind somit die wahren Sachwalter Gottes auf Erden über die ihnen anvertrauten Güter und betrachten diese als ein Geschenk von oben, das sie zur Versorgung vieler Armer zu verwalten haben. Ist das auch mit euren zusammengeraubten Gütern der Fall?! Und konnte Gott solche eure Güter je segnen?! Ja, der Segen der Hölle ruht darauf, aber der Segen Gottes nimmermehr! — Zu solchen weitreichen Menschen wie ihr sage Ich in Meiner göttlichen Macht und Kraft: Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein solcher Reicher in das Reich Gottes.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 157, 8,9 und 11]

 

Jesus: „Wenn die Reichen und Mächtigen alle Lebensgüter an sich ziehen, so müssen dadurch gar viele Menschen tiefst verarmen und in Elend und Not ihr Leben hinbringen, weil dann den Armen nur das gehört, was ihnen die Reichen und Mächtigen für schwere Arbeit kärglichst geben. — Es kann aber diese Sache zunächst nicht anders werden, darum, ihr Reichen und Mächtigen, seid wahre Freunde eurer armen Brüder und Schwestern und erweiset ihnen Liebe! Seid mit euren Erdengütern Meine Sachwalter! Und Ich werde euch dafür geben das ewige Leben. Und mit welchem Maße ihr messet, mit demselben wird euch von Mir zurückgemessen werden!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 182, 8-10]

 

Jesus: „Wem viel an Erdengütern verliehen worden ist, der verwalte sie nach dem Liebewillen des himmlischen Vaters, und er wird als ein treuer Verwalter in Meinem Reiche über Großes gestellt werden!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 210, 17]

 

Jesus: „Sehet unseren Lazarus von Bethanien an, der einer der reichsten Menschen von Judäa ist! Er ist nicht reich für sich allein, sondern für viele tausend Arme, die bei ihm allezeit Arbeit und ein gerecht-gutes Unterkommen finden. Darum ist er aber auch gesegnet, und so er dem Leibe nach stürbe, da will Ich ihn auferwecken, auf daß er noch lange für die Armen lebe. Und hinfort soll er keinen Tod mehr sehen, fühlen und schmecken, sondern es wird ihm freistehen, seinen Leib zu verlassen und in Mein Reich einzugehen. In der Wohnung, wo Ich ewig wohne, da wird auch er wohnen ewiglich.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 227, 9]

 

Das dankbare Weib eines von der Tollwut Geheilten: „Die Hälfte meines großen Vermögens will ich sogleich den wirklich Armen geben, und die andere Hälfte will ich für sie verwalten, da mir bekannt ist, daß die Armen mit einem größeren Vermögen nicht haushalten können und dann zur Zeit der Not nichts haben.“ Jesus darauf: „Tue das, liebes Weib! So sollten es alle Reichen machen!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 68, 3-4]

 

Jesus zu dem freigebigen Herbergswirt Ebahl in Genezareth: „Ich will nicht, daß du noch kräftigen Müßiggängern, die Arbeiten zu leisten vermögen, das Brot der Armen teilest; ihnen gib eine ihren Kräften angemessene Arbeit. Verrichten sie dir diese, dann gib ihnen auch Speise und Trank. Doch wer da Kräfte hat, aber nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 157, 9]

 

Jesus: „Wenn ihr unter euch Arme habt, brauchet ihr ihnen nicht zu geben, daß sie auch reich würden, aber Not sollet ihr sie nicht leiden lassen! Die ihr sehet und kennet, denen helfet nach Recht und Billigkeit!“

[Ev.Bd.4,Kap. 79,4]

 

Jesus: „Es wird nicht verlangt, daß ihr alle eure Habe an die Armen verteilen sollt, weil ihr Meine Jünger seid. Aber weise Verwalter des euch anvertrauten Vermögens sollet ihr sein, auf daß ihr die unverschuldet Armen nicht darben und schmachten lassen möget, wenn sie vor eure Türe kommen!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 97, 5]

 

Jesus: „Wenn du Wohltaten an den Armen übst, da tue solches im Verborgenen mit aller Freundlichkeit und zeige es nicht der Welt; denn der Vater im Himmel sieht es, und des freundlichen Gebers Gabe wird Ihm angenehm sein. Er wird sie dem Geber ersetzen hundertfach. — Wer aber mit seinem Wohltun nur vor der Welt prunken will, der hat sich seinen Weltlohn schon genommen und hat fürder keinen mehr zu erwarten.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 112, 6-7]

 

Weise persische Kaufleute: „Wir sind nicht geizig; denn wir wissen es ja, daß unser Reichtum sich gleichfort in der Hand des Allmächtigen befindet, der ihn einem Menschen über Nacht geben und in der nächsten nehmen kann! Wir sind nur des Reichtums Sachwalter!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 191, 14]

 

Jesus: „Ein großer irdischer Reichtum in den Händen gütiger Menschen ist ein wahrer Segen aus den Himmeln für ein ganzes Land. Besitzen solche Menschen dazu noch eine höhere Weisheit, so können sie zum wahren Wohle der Menschheit Wunder wirken.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 192, 3]

 

Jesus erteilt dem Heilbadbesitzer Markus soziale Ratschläge für seine Diener.

[Ev. Bd. 5, Kap. 168, 5-6]

 

Jesus zu reichen Floßbesitzern, die Ihn für die Rettung ihrer Flöße belohnen wollen: „Ihr habt Arme in eurer Stadt; denen erweist Gutes und denket, daß auch die Armen Menschen und eure Erdenbrüder sind! Seid nicht karg gegen sie und gebet ihnen gern von eurem großen Überflusse, und ihr werdet eure Gegend dadurch am wirksamsten vor Dieben und Räubern sichern.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 116, 8]

 

Jesus hält reichen Floßherren, die ihre Arbeiter um den gerechten Lohn betrogen haben und sie dadurch zum Diebstahl an ihrer Herren Eigentum getrieben haben, ihr Unrecht vor und ermahnt sie, anstatt diese Opfer ihrer Ausbeutung zu bestrafen, ihnen den gerechten Lohn nachzuzahlen. Die zu Dieben gewordenen Männer ermahnt Jesus zu redlicher Arbeit.

[Ev. Bd. 6, Kap. 118, 14-18]

 

Jesus: „Was jemand den Armen tut in Meinem Namen, das werde Ich annehmen, als hätte er es Mir getan, und Ich werde ihn segnen hier und drüben! Wer aber nur für sich und seine Kinder arbeitet und sorgt und sich auch nicht scheut, ungerechtes Gut an sich zu ziehen, der wird keinen Segen von Mir zu erwarten haben, und jenseits wird er vor Mir nicht bestehen!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 227, 7]

 

Jesus: „Wenn zu dir Reichem einer kommt, dem du schon einige Male Gutes getan hast, der aber deine Güte mißbrauchte, so ermahne ihn mit guter Rede, aber die Liebe enthalte ihm nicht vor! Bessert er sich, so hast du an ihm ein doppelt gutes Werk getan; bessert er sich nicht, so werde ihm darum nicht gram; denn neben der leiblichen Armut gibt es auch eine geistige, die schlimmer und bedauernswerter ist als die leibliche.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 227, 18]

 

Jesus: „Jeder irdisch reiche Mensch, der mehr Güter und Geld besitzt, als notwendig ist zu seinem irdischen Lebensunterhalt, ist Mir gegenüber, der Ich allein der wahre Herr aller Güter bin, ein ungerechter Haushalter, und die Güter, die er sein nennt, sind ein ungerechter Mammon. Wenn er aber mit seinen ungerechten Reichtümern reichlich der Armen gedenkt, dann wird er sich durch die vielen beteilten Armen Freunde machen, und wenn er nackt und verlassen zu ihnen in Mein Reich kommt, so werden sie sich seiner erbarmen und ihm sein gutes Werk reichlich vergelten.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 216, 5-6]

 

Jesus: „Ich bin nicht nur ein Freund der Armen, sondern auch ein Freund der Reichen, wenn sie ihren Reichtum nach der wahren Absicht Gottes gebrauchen. Wer reich ist, der tue also, und er wird leben!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 227, 10]

 

Jesus zu dem wohltätigen Lazarus von Bethanien: „Zu einem reichen Jüngling, der Mir nachfolgen wollte, aber doch seine Reichtümer sehr liebte, sagte Ich: ‚Verkaufe zuvor alle deine Güter, teile den Erlös unter die Armen, dann erst komme und folge Mir nach!‘ Da ward der Mensch traurig und ging von dannen. Dir (Lazarus) aber sage Ich: ‚Kaufe noch mehr Güter; denn was du dein nennst, das gehört schon so gut wie den vielen Armen, die das meiste von deinen Gütern verzehren!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 227, 13-14]

 

Jesus: „Reich sein auf dieser Erde und für sich nur soviel verwenden, wie man zur Erhaltung seiner selbst nötig braucht, also karg sein gegen sich, um desto freigebiger gegen die Armen sein zu können, dies ist die größte Gottähnlichkeit schon im Fleische dieser Erde. Je größer diese wahre Gottähnlichkeit bei einem Menschen ist, desto mehr Segen und Gnade fließen ihm auch stets aus den Himmeln zu!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 192, 11]

 

Jesus: „Menschen, die durch ihren Fleiß reich wurden unter der Gnade aus den Himmeln, sind eine gute und edle Frucht dieser Erde. Sie sind Sammler für die Schwachen und Armen, daher wird auch ihr Lohn dereinst groß sein; denn sie tragen den schönsten und höchsten Himmel schon auf dieser Erde in sich. — Wenn dereinst ihre Seele den Leib verläßt, dann wird aus ihrem Herzen ein höchster Himmel sich ausbreiten und sie stellen in seine Mitte.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 192, 8-9]

 

Paulus an die Gemeinde in Laodizea: „Euch dienstgebenden Herren rate ich, wohl zu bedenken, daß die Knechte und Diener auch eure Brüder sind vor dem Herrn; daher erweiset ihnen allezeit, was da recht ist vor Gott! Gebet ihnen den gebührenden Lohn zur rechten Zeit mit Liebe in Christo und bedenket, daß wir alle einen Herrn haben im Himmel, und dieser ist Christus!“

[Lao. Kap. 3, 36]

 

Jesus zu reichen Freunden: „Leget in euren Häusern Pflanzschulen für arme Kinder an, und ihr sollet mit allem Segen überschüttet werden! Aber wenn ihr arme, hungrige Kindlein von euch weiset und sie angrollt, dann wird der Segen von euren Häusern also weichen wie der sterbende Tag vor der Nacht!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 68, 7]

 

Jesus: „Ein hilfloses Kind ist bettelarm, denn es ist arm am Geiste, an leiblichen Kräften und an Besitztümern. Darum sage Ich euch und durch euch allen Menschen, denen dieses Evangelium gepredigt wird: Wer ein solches Kind aufnimmt in Meinem Namen, der nimmt Mich auf, und hat er Mich in aller Liebe aufgenommen, so hat er auch den Vater im Himmel aufgenommen, und in seinem Hause wird es an Segen nicht fehlen.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 246, 9-10]

 

Jesus zu betrügerischen, heimlich wohlhabenden Bettlern: „Nur wer wahrhaft arm und wegen seines hohen Alters oder wegen Krankheit zu keiner Arbeit mehr fähig ist, der hat von Gott aus das Recht, die Barmherzigkeit seiner Mitmenschen in Anspruch zu nehmen. Den Beteilten wird Gott die Gabe segnen und ihm auch den Lohn geben für seine Geduld, mit der er seine wahre Armut ertragen hat.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 159, 12]

 

Der Herr: „Die Armen sollen nicht betteln vor der Tür des Reichen, wo sie das Los der fremden Hunde erfahren und ihr Herz in Trauer und Bitterkeit verkehrt wird, — sondern sie sollen nur festen Vertrauens zu Mir kommen, und Ich werde sie allesamt erquicken. Denn der Arme ist Mein nächster Bruder, Ich sorge für ihn.“

[H. Bd. 1, Kap. 2, 3]

 

Paulus an die Gemeinde zu Laodizea: „Wollet ihr ein Gott wohlgefälliges Haus haben in eurer Mitte, da erbauet ein Hospital für Kranke, Lahme, Bresthafte, Krüppel, Blinde und Stumme — und ein Haus für arme Witwen und Waisen — und ein Haus für fremde Verunglückte, ohne Ausnahme, wer immer sie sein Mögen! Diese nehmet freudig und mitleidig auf und teilet allen euren Segen mit ihnen, wie es unser Herr Jesus Christus zweimal getan hat, da Er mit seiner Segensfülle gesättigt hat Tausende von Hungrigen; da werdet ihr Ihm, dem allein Heiligen, einen wahren, wohlgefälligen Dienst tun zu eurer Heiligung. Denn da hat Er selbst dafür geredet, indem Er sprach: Was ihr tut den Geringsten, das habt ihr Mir getan!“

[Lao. Kap. 3, 13-15]

 

Jesus: „Wer von euch viel des Geldes hat, der leihe es nicht nur denen, die ihm hohe Zinsen geben und das Kapital zur bedungenen Zeit zurückzahlen können, sondern auch den Armen, die das nicht können, so wird er sein Geld bei Mir guthaben, und Ich werde ihm Kapital und Zinsen zurückzahlen.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 98, 1]

 

Jesus zu neubekehrten Juden: „Wenn ihr ein großes Erdenvermögen besitzet und es nur denen um gute Zinsen darleihet, die es euch in einer bestimmten Zeit zurückerstatten können, so habt ihr dadurch wohl auch eine Art Nächstenliebe ausgeübt, — doch bei Mir kommt derlei Nächstenliebe, die euch mit den guten Zinsen schon hier belohnt, in keine Vergeltsrechnung! Aber wenn ihr euer Vermögen auch ohne Zinsen den Armen leihet, von denen ihr wisset, daß sie es euch nicht leicht werden zurückerstatten können, dann werde Ich der Zinsenbezahler und der Rückerstatter eures Vermögens sein, und niemand wird bei Mir zu kurz kommen!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 139, 9]

 

Jesus: „Es wäre nicht gut, den Menschen so zu stellen, daß er ganz versorgt wäre dem Leibe nach; denn dadurch würde er am Ende so träge werden, daß er sich um nichts mehr kümmern würde. Die Seele würde in der sorglosen Ruhe des Leibes mitruhen, da auch in ihr ursprünglich der Hang zur Untätigkeit überwiegend vorhanden ist.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 212, 4]

 

Jesus: „In jeder Seele lebt ein Hoheitsgefühl und darin der Keim zum Hochmut. Darum ist auf dieser Erde die Armut vor der Wohlhabenheit der Menschen so überwiegend groß, um dadurch den Hochmut stets am scharfen Zügel zu halten. — Setze einem Bettler eine Königskrone auf, und du wirst dich überzeugen, wie seine frühere Demut und Geduld alsbald verdampft!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 83, 1-2]

 

Jesus: „Wahrlich, auch ein Trunk frischen Wassers, den eure Liebe einem Durstigen dargereicht hat, wird bei Mir Belohnung finden! Wenn die Menschen alle so miteinander lebten und nach dem ihnen schon oft geoffenbarten Willen und Rate Gottes täten, so würden niemals Not, Bedrängnis und Trübsal unter ihnen entstehen! Alles Elend bereiten sich die Menschen selbst durch ihren bösen Wuchergeist. Zuerst leiden die Kleinen und Armen, dann aber kommt es tausend Male ärger über die Großen und Mächtigen; denn sie sind durch ihren Wuchersinn und durch ihre große Herrschsucht Diebe und Räuber der Völker und haben darum auch von Mir den verdienten Lohn zu gewärtigen.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 101, 5-6]

 

Jesus: „Wenn ihr nach Meiner Lehre Gott über alles liebt und darum auch euch untereinander so, wie jeder sich selbst liebt und für sein eigenes Bestes sorgt, so werdet ihr euch nie über eine Not zu beklagen haben. Denn Not und Armut unter den Menschen erzeugt auf dieser Erde einzig und allein die gegenseitige Lieblosigkeit. Diese aber ist die Folge des Unglaubens. Denn wer den Glauben an den einen, ewig allein wahren Gott nicht hat, wie soll er Ihn über alles lieben und aus solcher Liebe seinen Nächsten wie sich selbst?!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 210, 4]

 

Jesus zu der Chinesin Chanchah: „Unmöglich kann jedermann ein Herr sein. Und würden von Gott aus auch alle Menschen zu Herren gemacht, so daß jeglicher hätte sein Haus und sein gutes Auskommen und niemand dem anderen mit einer Bitte zu kommen brauchte, was wäre aber dann mit der Nächsten- und Bruderliebe und was mit der Liebe zu Gott?! Siehe, diese Liebe ginge dabei völlig unter.“

[BM. Kap. 97, 9]

 

Jesus: „Armut und Not entschuldigen nicht Diebstahl, Raub und Totschlag. Wer arm und in Not ist, der weiß ja nun (durch Mich), an wen er sich zu wenden hat.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 79, 2]

 

Paulus: „Euch Knechten und Dienern eurer Herren sage ich: „Seid ihnen gehorsam in allen Dingen, die nicht wider Christus sind, — aber nicht mit alleinigem Augendienste, um dadurch euren Herren zu gefallen, sondern in wahrer Einfalt eures Herzens und in stetiger Gottesfurcht! — Alles aber, was ihr verrichtet euren Herren, das verrichtet so, als dientet ihr Christo dem Herrn in aller Treue eures Herzens, — aber nicht, als dientet ihr den Menschen, — so werdet ihr auch einst von Ihm den Lohn der Herrlichkeit überkommen. Wer von euch aber Unrecht verübet an seiner Herrschaft, der tut es gleichermaßen an dem Herrn. Der Herr aber sieht nicht darauf, ob jemand ist Herr oder Knecht, sondern allein auf das Werk und auf des Werkes Grund, — und Er wird euch dereinst geben den gebührenden Lohn!“

[Lao. Kap. 3, 32-35]

 

Der Evangelist Johannes: „Wir lesen nirgends in der Schrift eine Aufforderung, daß wir uns über die Güter der Reichen hermachen sollen. Der Herr selbst spricht: ‚Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist!‘ So befiehlt Er auch nicht dem reichen Jüngling, seine Güter zu verkaufen, sondern erteilt ihm nur den freundlichen Rat nebst der Verheißung des ewigen Lebens.“

[GS. Bd. 2, Kap. 84, 4]

 

Der Herr zu einer irdisch armen Gottsucherin: „Sei allezeit heiter in deiner Dürftigkeit! Denn je geringeren Anteil jemand hat an der Welt, desto näher ist er bei Mir, und umsomehr hat er in Mir seinen ewigen, unvergänglichen Anteil zu hohen Zinsen angelegt! — Daher sei fröhlich; denn Ich bin dir näher, als du es wähnest!“

[Hi. Bd. 1, S. 409, 8]

 

06.15. Vom Sparen und Sorgen

Jesus: „Der Herr sorgt für alles, und die mit Ihm sind, haben nichts zu sorgen, außer daß sie bei Ihm verbleiben.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 32, 2]

 

Jesus: „Die Menschen sollen sich stets so wenig wie möglich um die Dinge der Welt sorgen, sondern darum, daß ihre Seele eins werde mit dem Geiste und nicht mit dem Fleische. Denn was nützt es dem Menschen, so er für sein Fleisch die ganze Welt gewönne, aber dafür Schaden erlitte an seiner Seele? Die ganze Welt mit ihren flüchtigen Herrlichkeiten wird vergehen, auch der Himmel mit seinen Sternen zu seiner Zeit, aber der Geist wird bleiben ewig!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 132, 11]

 

Jesus: „Ein jeder sorgt sich vor allem um das, was ihm am nächsten liegt. Aus wem ein geweckter Geist spricht, dessen Sorge ist auf seinen Geist gerichtet; wer aber noch mehr fleischlich ist und aus dem Fleische denkt und will, der sorgt sich vor allem um sein Fleisch und stellt die Sorge für den Geist in den Hintergrund. — Die rechte Sorge für den Geist aber liegt darin, daß das Herz voll Liebe werde zu Gott und zum Nächsten!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 163, 1 und 3]

 

Jesus zu einem gläubigen Herbergswirt: „Sorge nicht so sehr um dein Haus und was die Deinen essen und trinken werden; denn das tun nur die Weltmenschen und die Heiden, die von Gott nichts wissen! Suche nach Meinem Worte allein das Reich Gottes und seine lichtvollste Gerechtigkeit, die vor allem in der Liebe zu Gott und zum Nächsten besteht, so wird dir alles andere ganz frei hinzugegeben werden. Wenn schon die Menschen, die ja zumeist arg und böse sind, ihre Kinder lieben und ihnen möglichst viel Gutes erweisen, um wieviel mehr wird der göttliche, allgütige Vater im Himmel das denen tun, die Er würdig befindet, seine Kinder zu sein!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 69, 3 und 6]

 

Jesus: „Wer wahrhaft Mein Jünger und Nachfolger sein will, der hat nicht (ängstlich) zu sorgen für den künftigen Tag, was er essen und trinken, und womit er sich bekleiden wird, sondern er suche nur emsigst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit! Alles andere, dessen er zum Leben benötigt, wird ihm hinzugegeben werden; denn der Vater im Himmel weiß allezeit, wessen die Seinen bedürfen. Er, der das Gras auf dem Felde nährt und alle Tiere erhält und bekleidet, wird für jene Menschen, die in seiner Liebe und in und in seinem Wohlgefallen wandeln, doch wohl noch mehr sorgen; denn ein solcher Mensch ist mehr wert als alle Pflanzen und Tiere der Welt!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 228, 10]

 

Der Jüngling Jesus zu hochgestellten Römern: „Was ewig währt, das zu erreichen setzet alle eure Kräfte und Mittel in volle Tätigkeit; ums Irdische für den Leib aber sorget nur insoweit, als es vernunftmäßig nötig ist! Daß ein Mensch essen, trinken und seinen Leib schützen muß gegen Kälte und Hitze, das ist eine ganz natürliche Sache! Wer aber für den Leib mehr tut als für die Seele oder gar für den Leib allein sorgt und für die unsterbliche Seele gar nicht, der ist wahrhaftig ein blinder Narr!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 222, 15]

 

Jesus im gastfreien Hause des Lazarus von Bethanien zu der überaus besorgten und geschäftigen Martha: „Martha, Martha, du bist immer noch die gleiche, obwohl Ich dir schon einige Male Meine Meinung sagte! Du sorgst dich viel um das, was der Welt ist — aber Maria hat zu Meinen Füßen einen besseren Platz erwählt, darum soll sie auch allda verbleiben. Wir haben ja ohnehin zu essen und zu trinken in Überfülle. Warum sorgst du dich da noch?“

[Ev. Bd. 8, Kap. 67, 26-28]

 

Jesus: „Sehet an die Vögel in der Luft, die Tiere des Waldes und der Gewässer! Sie säen und ernten nicht, und doch sind sie alle versorgt mit allem, was sie nötig haben. Sorget aber Gott für die Tiere, so wird Er sicher noch um vieles mehr sorgen für die Menschen, die an Ihn glauben und Ihn über alles lieben. So betrachtet auch das Gras und die Blumen des Feldes! Wahrlich, sie sind herrlicher geziert und bekleidet als König Salomo in seiner Pracht! Sorget aber Gott als der allein wahre Vater aller Menschen schon so für die Gewächse des Feldes, die heute wohl noch stehen, aber morgen schon abgemäht und verfüttert werden, dann wird Er wohl umsomehr für seine Kinder sorgen!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 155, 12-14]

 

Jesus: „Wer stark im Geiste und somit im Reiche Gottes geworden ist, der wird auch ein Herr sein über die Dinge der Welt und niemals eine große Nährnot für seinen Leib zu erdulden haben. Aber besser ist es auch für den im Geiste Erweckten, in den Gütern der Himmel Gottes zu schwelgen und dabei sich an den Gütern dieser Erde eine kleine Not gefallen zu lassen.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 209, 10]

 

Jesus: „Sammelt euch allzeit Schätze, welche Motten und Rost nicht zerstören können! Hütet euch vor den Gütern und Schätzen dieser Welt; denn in ihnen ruht der arge Geist der Versuchung zu allen Sünden! Wenn ihr zu Gott betet: ‚Vater im Himmel, führe uns nicht in Versuchung!‘, so denket und wünschet, daß Er euch nicht mit vielen irdischen Gütern und Schätzen versehe, sondern bittet Ihn nur um das tägliche Brot, und Er wird es euch nicht vorenthalten, da Er wohl am besten weiß, wessen ihr bedürfet.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 210, 1-3]

 

Maria zu Joseph nach dem unerwartet friedlichen Besuch der drei Weisen aus dem Morgenlande: „Siehe nun, du ängstlicher, sorgenerfüllter Mann, wie herrlich und gut der Herr, unser Gott ist, wie gar so väterlich Er für uns sorgt! Wer von uns hätte sich je solches können beifallen lassen? Aus unserer großen Angst hat Er solch einen Segen für uns bewirkt und hat all unsere Furcht und Sorge in eine so große Freude verwandelt! Von denen wir befürchteten, daß sie nach dem Leben des Kindes trachten möchten, gerade von denen haben wir erlebt, daß sie Ihm Ehre dargebracht haben! Und haben uns noch obendrauf reichlich beschenkt! O Joseph, darum will ich dem allerliebevollsten Herrn danken, Ihn loben und preisen die ganze Nacht hindurch!“

[Jug. Kap. 31, 2-6]

 

Ein durch Erfahrung belehrter Erzvater der Höhe bekennt vertrauensvoll: „Ich glaube, Der, dem die Elemente gehorchen, und der da sorgt für die ganze Erde, dessen heilige Sorge wird auch meiner armen Hütte nicht vergessen!“

[H. Bd. 1, Kap. 163, 21]

 

Der Evangelist Johannes: „Nach himmlischer Art sorgt man sich um gar nichts außer allein um die Liebe und die Erkenntnis Gottes. Für alles andere sorgt der Herr! Nach höllischer Art aber strebt man nur nach einer sicheren materiellen Versorgung.“

[GS. Bd. 2, Kap. 109, 3]

 

Der Herr: „Leget das Schwere (die Sorge) auf Mich und behaltet das Leichte für euch, damit ihr frei bleiben möget in allen euren Handlungen und eure Kinder erkennen mögen die große Liebe des heiligen Vaters im Himmel, welcher der alleinige Geber aller guten Gaben ist, war und sein wird ewig!“

[Hi. Bd. 1, S. 10, 2]

 

Der himmlische Vater zu einem Sorgenden: „Tue nur soviel wie du vermagst und kannst, alles Übrige überlasse im vollen Vertrauen Mir! Und du kannst versichert sein, daß Ich alles zu einem gerechten Ziele führen werde! Wahrlich, wenn du Mich eine Stunde lang geliebt und Mir vertraut hast, so hast du mehr getan, als wenn du dich zehn Jahre lang vergeblich sorgtest und in solchen Sorgen um nichts gar oft von Meinem Gnadenwege dich abwendetest. Siehe, Ich bin ein Herr über Lebendige und Tote. Der Lebendige hört allezeit Meine Vaterstimme, versteht sie und kehret sich danach. Siehe an Meinen Knecht (Jakob Lorber)! Er hat kein Vermögen als das (geringe) von Mir. Und doch sage Ich dir, daß er in seiner Armut reicher und glücklicher ist als einer, dem alle Schätze und Wissenschaften der Erde zu Gebote stehen!“

[Hi. Bd. 1, S. 271, 3. 4. 6. 8]

 

Der Herr: „Hast du Meine Liebe, so hast du alles und brauchst dich um nichts mehr zu sorgen. Denn diese Meine Liebe sorgt schon in sich ewig für alles und hat schon für alles gesorgt.“

[Hi. Bd. 2, S. 142, 9]

 

Der Herr ermahnt und verheißt: „Bleibet gleichfort ganz voll Vertrauen auf Mich; möge sich die Zeit gestalten, wie sie will, so werde Ich euch nimmer verlassen, und euch soll nicht hungern, weder geistig noch leiblich!“

[Hi. Bd. 2, S. 324, 9]

 

Der Herr zu einem zukunftsbangen Familienvater: „Dir fehlt es nicht an der durch viele Erfahrungen gefesteten Wissenschaft. Aber am wahrsten, festen Großglauben fehlt es dir! Und darum hast du noch immer eine starke Furcht vor der Welt, — weil du den irdischen Unterhalt viel mehr in den Händen der Welt als in den Meinigen der Wahrheit nach wähnst und erwartest. Glaube es Mir, Ich kann und will dich und deine Kinder auch dann erhalten, wenn dir alle Habe genommen würde, und kann dir auch irdisch eine zehnfach größere bereiten und geben. Aber du mußt fester sein in deinem Herzen, als du bis jetzt es warst!“

[Hi. Bd. 2, S. 413, 10. 11]

 

Ermahnung einer seligen Mutter aus dem jenseits an ihre Familie: „Denket nicht so sehr an die weltlichen Dinge, wie z.B. an das leidige Heiraten, an das nach mir von Seite der Großeltern an euch entfallende Erbe und an andere unnötige Dinge; sondern allein der heiligste Vater sei der einzige, eure Herzen allertiefst beschäftigende Gegenstand, — so werdet ihr zur rechten Zeit von Ihm alles bekommen, was euch nottut und euren Seelen gut und nützlich ist.“

[Hi. Bd. 2, S. 423, 8]

 

Jesus: „Ein fleißiger Mensch erwirbt sich leicht täglich so viel, wie er bedarf, und noch manches darüber, das ihm in seinen alten Tagen gut zustatten kommt. Und hätte er sich auch nichts ersparen können, weil er gern seinen Überfluß den Armen und Dürftigen gab, so wird für seine alten Tage dennoch (von Gott aus) gesorgt sein.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 123, 10]

 

Jesus: „Wer nur für sich selbst und für seine Angehörigen spart, der rechnet nicht in Meiner Ordnung; sondern wer da spart, damit er zur Zeit der Not auch für andere arme Brüder etwas habe, den lobe Ich und segne seine Ersparnisse, und er wird niemals Not leiden. Ich sage nicht, daß jemand nicht sparen soll für seine Kinder und für sein Haus; denn es ist das ja jedes Elternpaares erste Pflicht. Aber es sollen dabei die fremden Armen nicht ausgeschlossen sein; denn Ich lasse Meine Sonne ja auch über jene leuchten, die nicht Meine Kinder sind. — Wer da tun wird wie Ich, der wird sein wie Ich und dereinst auch dort weilen, wo Ich ewig bin. Wer aber seinen Brüdern gegenüber geizig ist, dem gegenüber werde auch Ich sehr sparsam sein.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 168, 7-9]

 

Jesus: „Die rechte Sparsamkeit ist so lange eine Tugend, wie dadurch kein Mitmensch benachteiligt wird. Ist dies der Fall, so geht sie leicht in den Geiz über und wird zum Laster.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 225, 2]

 

Jesus: „Ich wollte zwar, daß alle Menschen ohne das Geld, dieses verderbliche Tauschmittel, als Brüder miteinander lebten, aber da sie es zur größeren Bequemlichkeit ihres Handels und Wandels schon von altersher eingeführt haben, so will Ich es denn auch belassen. Aber Segen wird es den Menschen erst durch Meine Liebe bringen! Lege also nie einen anderen Wert als den Meiner Liebe darauf!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 6, 6-7]

 

Die Frage, ob die Zinsnahme für geliehene Kapitalien nicht wider das siebente Gebot sei, beantwortet der Evangelist Johannes: „Wenn in einem Staate der Zinsfuß gesetzlich bestimmt ist, so ist es auch erlaubt, nach diesem Zinsfuß von den Reichen die Interessen (Zinsen) zu nehmen. Hat aber jemand einem Bedürftigen ein erforderliches Kapital geliehen, so soll er dafür keine Zinsen verlangen!“

[GS. Bd. 2, Kap. 84, 14]

 

Der Herr zu einem Freunde Jakob Lorbers: „Siehe, es ist das Geld ja nötig in der Welt für die Welt; denn es ist der Welt-Gott! Wer aber aus Mir ist, der wird davon allezeit soviel haben, wie er bedarf, um der Welt ihren Tribut zu entrichten und den Wirten ihre Zeche zu bezahlen. — Wer aber nicht aus Mir ist, dem wird das Geld dereinst im geistigen Reiche schlechte Zinsen bringen.“

[Hi. Bd. 2, S. 84, 18-20]

 

 

06.16. Berufs- und Amtsleben

Jesus empfiehlt dem römischen Oberstatthalter Cyrenius und dem Obersten Kornelius, seinen ergebenen Freunden, ihre wichtigen hohen Ämter nicht niederzulegen, sondern sie im Geiste Seiner Lehre weiter auszuüben.

[Ev. Bd. 2, Kap. 47, 11-12]

 

Jesus zu dem römischen Oberstatthalter Cyrenius: „Bleibe du, was und wer du bist, und stehe dem vor, dem du vorgestellt bist, aber nicht zu deinem (eigenen, alleinigen) Ansehen, sondern zum vielfältigen Nutzen der Menschen!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 13, 3]

 

Das Jesuskindlein zu dem römischen Statthalter Cyrenius, der in Ehrfurcht vor der Macht Gottes sein Schwert von sich werfen will: „Cyrenius! Tue nicht, was du tun willst! Denn wahrlich, wer das Schwert nach deiner Art trägt, der trägt es gerecht! — Wer das Schwert gebraucht als Waffe der Herrschsucht und Gewalt, der werfe es von sich! Wer es aber gebraucht als einen Hirtenstab, der behalte es! Denn also ist es der Wille dessen, dem Himmel und Erde ewig gehorchen müssen! Du aber bist ein Hirte denen, die in das Buch deines Schwertes geschrieben sind; daher umgürte dich nur wieder mit der gerechten Ehre, auf daß dein Volk erkenne, daß du ihm ein Hirte bist! — Wahr ist es: außer in Gott gibt es keine Macht; aber wenn dir Gott eine Macht verleiht, dann wirf sie nicht von dir!“

[Jug. Kap. 75, 7-19]

 

Joseph zu dem demütigen und liebevollen römischen Statthalter Cyrenius: „Edler Freund, bleibe, was du bist; in deinem Herzen allein vor Gott, dem ewigen Herrn, demütige dich und suche allen Menschen im geheimen Gutes zu tun, und du bist Gott so nahe wie meine Väter Abraham, Isaak und Jakob! Siehe, in diesem Kinde (Jesus) hat dich ja der allmächtige Gott heimgesucht, du hast Ihn auf deinen Armen getragen! Was willst du noch mehr? Ich sage dir: Du bist gerettet vom ewigen Tode und wirst hinfort keinen Tod an dir mehr sehen, noch fühlen, noch schmecken!“

[Jug. Kap. 39, 7-9]

 

Jesus, der Herr, zu hohen römischen Beamten: „Ihr Staatsmänner müßt euern Beruf erfüllen; das ist aber vor Gott kein Hindernis für euch, recht zu wandeln auf den von Mir gezeigten Wegen. Vielmehr gibt euch das erst die Mittel an die Hand, durch die ihr umso leichter und eher zur wahren geistigen Vollendung gelangen könnet.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 223, 5]

 

Jesus: „Das äußere (weltliche) Ansehen der Person hat vor Mir nicht den geringsten Wert, wohl aber das Ansehen eines durch Gottes Wort erleuchteten Herzens, das voll Leben ist durch die Liebe zu Gott und zum Nächsten. — Kaiser und Bettler sind vor Mir ganz gleich und haben als das, was sie sind, gar kein Ansehen vor Mir, sondern nur das hat vor Mir einen Wert, wie sie es sind in Meinem Namen!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 143, 2 und 3]

 

Jesus: „Ein Amt soll ein wohlrespektiertes Ansehen haben und der Beamte insoweit, als er ein Amt vorstellt. Aber der Beamte tue sich darauf nichts zugute, da er nur ein Diener des Amtes, jedoch nicht das Amt selbst ist. Es soll sich niemand eines weltlichen Amtes wegen überheben; denn wer das tut, der ist nicht mehr in Meiner Liebe, und sein Amt dient ihm dann nicht zu seinem Leben, sondern zu seinem Untergange.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 143, 4-5]

 

Der Herr: „Den Beamten und Herren der Welt sage ohne Scheu, daß ihre Ämter nicht höher stehen als die Ämter Meines Reiches. Jedes Amt aber, das wider Mein Amt ist, will Ich zerstören; denn Ich bin der Allerhöchste, und Mein Gesetz ist ewig!“

[H. Bd. 1, Kap. 2, 12]

 

Der Herr: „Es ist hoch gefehlt, wenn ein Bruder vor dem andern im Staube liegt. Denn solches verlange nicht einmal Ich; wieviel weniger solltet ihr erst gegenseitig euch also ehren, als wäre da ein Bruder dem andern ein Gott! Ich will aber damit nicht sagen, als solltet ihr euch gegenseitig gar nicht ehren, sondern Ich sage nur, daß ihr nicht voreinander kriechen sollet. — Wenn ihr euch aber schon ehret, da ehret euch allein durch die Liebe und dadurch, daß sich keiner erhebe über den andern!“

[H. Bd. 2, Kap. 63, 5-8]

 

Der Herr zu neidischen Strebern: „Scheelsüchtige Amtleute kann Ich in Meiner großen Haushaltung durchaus nicht brauchen. Darum reiniget zuvor eure Herzen von aller Scheelsucht und denket allzeit — selbst wenn ihr euch noch so sehr gereinigt habet —: ‚Wir sind auch der geringsten Gnade nicht wert!’ — Dann erst werde Ich euch erforschen, ob ihr im Ernste völlig rein seid vor Mir, und werde die völlig Reinen dann auch erwählen für eine höhere Amtsgnade; sonst aber genüge euch allen die freie Gnade des Lebens aus Mir! — Achtet der kleinen Gaben aus Meiner Hand, wollet ihr Meine Kinder sein, dann werde Ich euch schon ohnehin zur rechten Zeit der größeren teilhaftig machen!“

[H. Bd. 2, Kap. 267, 12-15]

 

Der Herr: „Herrscher und Amtleute sollen sich bemühen, Männer nach Meinem Herzen zu sein, im Geiste und in der Wahrheit! — Reiche sollen für die Armen Sachwalter sein! — Gelehrte sollen Meine Gnade fassen! — Künstler sollen aus ihrer Kunst Mich erkennen! — Und alle sonstigen irdischen Meister sollen Mich als den alleinigen Meister in allen Dingen anerkennen, dann das, was sie sind, in Meiner Ordnung sein!“

[Hi. Bd. 2, S. 335, 10]

 

Jesus zu weltlich gesinnten, reisenden Kaufleuten: „In weltlichen Dingen, mit denen der innere Geist in keinem Verbande steht, mag euer Weltverstand richten und entscheiden, aber in den göttlichen Dingen richte und entscheide nur ein lebendiger Glaube an Gott und die reine Liebe zu Ihm und daraus zum Nächsten!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 120, 6]

 

Jesus: „Wenn es nötig ist, da lasset das Ansehen eures Amtes walten, aber seid selbst voll Demut und Liebe, so wird euer Gericht über eure verirrten Brüder und Schwestern ein nach Meiner Ordnung gerechtes sein.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 165, 10]

 

Der Herr: „Wenn du bedenkest, daß der Liebe aus Mir allezeit der gerechte Anteil der wahren, freien Weisheit hinzukommt, welche die alleinige gerechte Gesetzgeberin ist, alles am besten ordnet, durchleuchtet und durchschaut, — ja, wenn so Meine Liebe Grundstein ist, da ist auch das wahre Recht!“

[Hi. Bd. 1, S. 9, 3]

 

Jesu Rat an den reichgesegneten Heilbadbesitzer Markus: „Kommt zu dir ein Vermögender, der von der Gicht geplagt wird, so rechne ihm nach Billigkeit Herberge und Verköstigung, aber das Bad lasse ihm frei! — So aber jemand nur des Vergnügens wegen ins Bad kommt, dem rechne Bad, Herberge und Verköstigung teurer an als einem anderen. Will er aber die Wahrheit von dir, so gib sie ihm unentgeltlich; denn darin ist er ein Armer! — Kommt aber ein Weltkluger und will von dir die Wahrheit hören, dem gib sie nicht umsonst; denn für solch einen Wahrheitsucher hat die Wahrheit erst dann einen Wert, wenn er durch viel Geld dazu gekommen ist!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 6, 9-11]

 

Jesus, von einem bekehrten Zöllner über die Berechtigung seiner Berufsausübung befragt: „Was du bist, das bleibe du! Aber sei billig in deinem Verlangen gegen die Armen. Die Zölle sind gut für dieses Land, da sonst große Karawanen mit allerlei Waren euer Land überziehen und es bald von seinen eigenen Lebensmitteln entblößen würden.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 92, 5-6]

 

Jesus segnet den bisher sehr steinigen Grundbesitz Ihn gläubig erkennender und liebender Dorfbewohner in Samaria, verleiht den Gründen reiche Fruchtbarkeit und ermahnt die Dorfleute: „Der Geist, den Ich in euch erwecke, wird euch lehren, wie ihr künftig eure irdische Bewirtschaftung zu besorgen habt. Wenn aber eure Gründe voll Segen sein werden, dann übernehmet euch nicht, sondern bleibet, wie ihr seid, und Mein Segen wird auch bei euch bleiben natürlich und geistig.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 62, 3-5]

 

Jesus: „Mit Liebe erreicht ihr alles, mit Gewalt aber wird der Teufel aus seinem Schlafe geweckt. Es ist also um vieles besser, daß unter den Menschen die Liebe und Sanftmut wachse und wach bleibe, als daß man mit dem dröhnenden Gepolter der Gewalt die Teufel wecke und diese dann die Erde verderben.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 76, 4-5]

 

Jesus: „Seid als Richter sanft und gerecht durch die Nächstenliebe, so werdet ihr dereinst auch ein sanft-gerechtes Gericht finden; denn mit welchem Maße ihr einmesset, mit demselben Maße wird euch rückgemessen werden!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 69, 8-10]

 

Das Jesuskind erweckt einen durch Übereifer zu Tode gekommenen jungen Holzfäller und ermahnt ihn: „Höre, du eitler junger Mensch! Lasse fahren deine Eitelkeit und wolle nicht mehr tun, als du Kraft besitzest, so wirst du vor ähnlichen Unfällen dich künftig bewahren! Auch deine Mitknechte haben ihre Arbeitskraft aus Gott, und diese sollst du nicht zuschanden machen! Ist dein Mitknecht absichtlich träge, so wird ihn schon der Herr finden. An dir aber soll es nimmer sein, daß du ihm durch einen übertriebenen, eitlen Fleiß zu einem Richter wirst!“

[Jug. Kap. 291, 13-18]

 

Der Herr zu einem übereifrigen Berufstätigen: „Nimm in Zukunft deine Welttätigkeit weniger wichtig im lebendigen Vertrauen auf Mich! Und Ich werde alle deine Arbeiten segnen, auf daß sie besser werden, als du sie bisher verrichtet hast! — Kehre auf eine Zeit von wenigstens vierzehn Tagen allen deinen Geschäften den Rücken, sorge dich um nichts, lege alle deine Sorgen vertrauend auf Meine Schultern, und es wird alles zur rechten Zeit in der besten Ordnung sein.“

[Hi. Bd. 2, 5. 262, 8]

 

Der Herr: „Unter dem bekannten Gebot: ‚Gebet Gott, was Gottes ist!‘ darf man nicht nur die innere Liebeverpflichtung gegen Gott verstehen, sondern auch die gegen alle Menschen, als da sind Gläubiger, Wohltäter, Lehrer, Führer, Gottesdiener, die Knechte und alle sonstigen gedungenen Arbeiter, denen man das ihnen Gebührende zu geben verpflichtet ist.“

[Hi. Bd. 2, 428, 16]

 

06.17. Staatsleben und Gesetzesordnung

Der Herr: „Jedem, der sich an Meinen Geboten versündigt, kann vergeben werden, wenn er seinen Fehler einsieht, bereut und sich bessert, dann sich zu Mir wendet und in Mir verbleibet und Ich in ihm; aber wer Mein Gesetz untergraben will, den wird es erdrücken. — Alle Weltgesetze untergraben Mein Gebot, wenn sie nicht aus Meiner Liebe von Männern gegeben wurden, die durch Meinen Geist unterrichtet sind.“

[H. Bd. 1, Kap. 2, 12]

 

Der bekehrte König Lamech von Hanoch zu seinem jubelnden Volk: „Fortan will ich euch kein König mehr sein und durchaus kein Herr, sondern euer Bruder, der euch führen und leiten will zur wahren Erkenntnis und Liebe Gottes, welcher ist der alleinige Herr und König von Ewigkeit her über alle Menschen und über alle Kreatur. Dieser Gott wird allzeit über uns herrschen wie ein guter, weisester Vater über seine Kinder!“

[H. Bd. 2, Kap. 217, 8-9]

 

Dankbares Gelöbnis Helenas, der Königstochter vom Pontus: „Unsere Brüder und Schwestern, die unsere Untertanen sind, wollen wir lieben wie unser eigenes Leben, indem wir ihnen treulich den allein wahren Gott verkünden und ihnen eine solche Verfassung geben, durch die sie auf dem Wege der wahren Liebe und Demut zu Gott wohlgefälligen Menschen werden!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 120, 2 und Kap. 121, 8]

 

Joseph, der Pflegevater Jesu, zu dem römischen Statthalter Cyrenius, der dem göttlichen Kindlein zuliebe sein machtvolles Amt aufgeben und die Niedrigkeit erwählen will: „Freund, bleibe, was du bist; denn die Macht in der Hand von Menschen deiner Art ist ein Segen Gottes dem Volke! Denn siehe, was du bist, das bist du weder aus dir, noch aus Rom, sondern allein aus Gott!“

[Jug. Kap. 38, 12-14]

 

Der erleuchtete Oberstatthalter Cyrenius: „Ein guter Regent muß eine große Macht, viel Wissenschaft in allen Dingen und eine feine Klugheit besitzen — nur so ist er ein rechter Herr, Gebieter und Leiter von vielen Tausenden.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 19, 12]

 

Jesus zu dem römischen Oberstatthalter Cyrenius: „Ein Gesetzgeber soll nie zu voreilig ein neues Gesetz geben, aber noch weniger ein erlassenes Gesetz voreilig aufheben, sonst wird man ihn der Schwäche oder der Tyrannei zeihen.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 55 2]

 

Lebenserfahrungssatz des römischen Oberstatthalters Cyrenius: „Ein zu guter, nachgiebiger Regent ist mit seiner Regierung bald am Ende, aber ebenso auch ein zu tyrannisch strenger. Ich meine: in der Mitte zwischen beiden ruht der Staatskunst Weisheit, Glück und dauerhafte Festigkeit.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 55, 7]

 

Jesus: „Gute, gerechte Weltgesetze sind wegen der Entartung und Zügellosigkeit vieler Menschen unbedingt erforderlich. Sie sollen aber nicht verdammen, sondern den kranken Menschenseelen heilsam sein.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 26, 9-17]

 

Jesus: „Glaubet es Mir, daß ein Mensch, der wahrhaft ein Herr seiner selbst geworden ist, auch leicht ein Herr über ein ganzes Volk werden kann. Denn die Menschen werden ihn selbst dazu machen, indem sie zu ihm hineilen und sich Rat holen.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 133, 6]

 

Kisehel, ein erleuchteter Gottesbote der Urzeit: „In einem Königtume nach der Ordnung Gottes wird der König ein Leiter und Lehrer der Brüder sein, aber durchaus kein Herr und Gebieter! Ein solcher König wird keiner weltlichen Macht bedürfen, sondern die Macht und Kraft der göttlichen Liebe, Weisheit und Ordnung wird in seinem Geiste wohnen, und aus dem Geiste heraus wird er leicht und hinreichend mächtig seine Brüder zu allem Guten und Wahren zu leiten imstande sein!“

[H. Bd. 2, Kap. 201, 15-16]

 

Jesus: „Als Ich die Welt erschuf, da habe Ich keine Grenzsteine gesetzt, die Erde nicht mit dem Faden abgemessen und auch nicht gesagt: ‚Siehe, dieser Teil gehört diesem, ein anderer Teil jenem!‘ Sondern Ich habe die ganze Erde zu einem Gemeingut für alle Menschen gemacht! Erst mit der Zeit haben Geiz, Habgier und Herrschsucht der Menschen die Erde abgemessen und mit Gewalt bestimmt: ‚Dieser große Teil des Landes gehört mir, und wer mir dienen und arbeiten will, der soll auch ein kleines Stück Land bekommen, aber ich bleibe der Herr des ganzen Landes!‘ Und siehe, das war die erste sogenannte patriarchalische Verfassung unter den Menschen. So ungerecht sie auch an und für sich war, so war sie dennoch die beste; denn war wie gewöhnlich der Patriarch ein guter und gottesfürchtiger Mann, so hatten es seine Untertanen ebenfalls gut; denn er sorgte für das gemeinsame Wohl des großen Landes.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 216, 7-8]

 

Jesus erklärt einem Pharisäer, wie es dazu kam, daß die Juden auf ihr ungestümes Verlangen in Saul einen weltlichen König erhielten.

[Ev. Bd. 7, Kap. 203, 2-6]

 

Henoch, der liebeweise Lehrer und Prophet der Urzeit: „Die nackte Gerechtigkeit, wenn auch von allen Strahlen der Weisheit umflossen, ist drückend und hart, wenn nicht ein leiser Liebesstrahl wohltuend durchweht die kühle Weisheit. In einem Tautropfen Liebe liegt mehr Kraft und heilige Macht als in einer Welt voll weisester Gerechtigkeit, wenn diese nicht die Liebe zum Grunde hat!“

[H. Bd. 1, Kap. 81, 17 und 26]

 

Jesus zu Robert Blum im Jenseits: „Das mußt du doch einsehen, daß keine menschliche Gesellschaft ohne Leiter bestehen könnte; denn das wäre die größte Unmöglichkeit von der Welt und sogar wider die natürliche Ordnung nicht allein des Menschen, sondern auch aller irdischen Dinge!“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 18, 6-7]

 

Jesus: „Ich allein bin der Herr und habe die Macht, Kronen und Zepter zu brechen und die zerbrochenen wieder aufzurichten, wenn die Herrscher sich an Mich wenden! — Königen, die sich an Mich halten, will Ich eine rechte Weisheit geben und eine große Macht daraus! Und es werden ihre Völker rufen: ‚Heil dir, du großer, uns von Gott geschenkter König und Herr! Was unser ist, das ist auch dein! Deine große Weisheit und Güte sei unsere wahre und lebendige Verfassung! Dein Wort sei unser Wille und Gesetz! Wehe jedem Frevler an deinem gesalbten Haupte!‘.“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 86, 15-16]

 

Der Apostel Paulus belehrt im Jenseits einen noch im blinden Herrscherstolz befangenen Dynasten: „Der wahre Hofglanz besteht vor allem in der Weisheit und Herzensgüte des Regenten, in einem gut verteilten Wohlstand der Untertanen, in einer festen, guten Disziplin eines nicht unnötig großen Wehrstandes und in weisen Staatseinrichtungen, vor denen die ganze Welt Respekt bekommen muß, und erst danach auch darin, daß der Regent seiner Würde nach als das erscheint, was er ist, nämlich: ein weiser Regent eines wahrhaft glücklichen Volkes.“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 214, 10]

 

Der Herr: „Es muß ja wohl ein Kaiser sein, ein König und ein Fürst, aber nicht des Herrschens wegen, sondern damit die Völker durch ihre Leitung zu Mir geführt würden. — Der Herrscher soll ein Leiter und Tröster seines Volkes sein und ihm Gesetze geben, die nicht von den heidnischen, sondern von Meinen Gesetzen abgeleitet sind, dann ist er ein rechter Regent, und der Heilige Geist wird mit ihm wirken!“

[Schrft. Kap. 19, 15 und 16]

 

Antwortbrief des Herrn Jesus an den Fürsten Abgarus Ukkama in Edessa: „Du möchtest Meinen Willen in deinem Staate zum Gesetze machen? — Das wird sich vorderhand noch nicht tun! Denn siehe, es gehört zu allem eine gewisse Reife. Aber Mein Gesetz ist nichts als Liebe. — Willst du schon in deinem Staate etwas von Mir einführen, so führe dieses Gesetz ein, dann wirst du mit Meinem Willen ein leichtes Werk haben.“

[Bw. 5, 4]

 

Der Herr zu dem geläuterten, demütigen Ratsherrn Ohlad, der sich für zu unwürdig hält, das Königsamt aus Gottes Hand anzunehmen: „Wenn Ich als dein ewiger Vater dich, Meinen Sohn, zum Könige mache und dir die gesetzgebende Gewalt einräume, so stellst du da nicht dich selbst, sondern Mich, deinen ewigen Vater, dar! Wie aber Ich keine eitle Ehrung für Mich verlange, sondern in aller Liebe allein die Befolgung Meines Willens, also sage Ich auch: ‚Wer dessen Willen tut, den Ich aufgestellt habe, und hört ihn im Herzen, der hört und ehrt Mich!‘ — Daher also laß dich salben zum Könige über alles Volk in der Tiefe; denn wen Ich zum Könige salbe, der ist gerecht!“

[H. Bd. 3, Kap. 165, 10-13]

 

Der Herr salbt den früheren Ratsherrn Ohlad mit Öl zum König des Reiches Hanoch und die zehn Boten von der Höhe zu seinen Ministern mit den Worten: „Nun bist du ein wahrer König von deines Gottes, deines Herrn und deines Vaters Gnaden! Empfange nun auch Meinen Geist und leite mit Hilfe dieser Zehn, die Ich dir nun auch zu Ministern salbe und lasse, das Volk in Meinem Namen!“

[H. Bd. 3, Kap. 166, 8]

 

Jesus: „Ich selbst (der Beherrscher des Weltalls) bin nun auf dieser Erde und füge Mich, Meiner äußeren Persönlichkeit nach, in die vom römischen Kaiser vorgeschriebene Ordnung und lehne Mich nie wider sie auf. Verliere Ich etwa dadurch Meines innersten Gottwesens Ordnung? O mitnichten! — Ich bin, Der Ich bin, unverändert, und Mein Rat wird auch von denen angenommen, die des Herrschers Macht in ihren Händen tragen.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 133, 5]

 

Machtvolles Zeugnis des erleuchteten römischen Richters und Regierungsvertreters über die göttliche Natur und Sendung des Jesusknaben: „Dieser Knabe gehört zwar seiner irdischen Geburt nach dem Judenstamme an und steht also teils unter den Gesetzen des Tempels und teils auch — gleich einem jeden Juden — unter dem unsrigen. — Ich aber nahm wahr, daß der Geist dieses Knaben das Fundament aller Gesetze, sowohl der jedes Staates, jeder gesellschaftlichen Volksordnung, ferner aber auch der Natur- und Geisterwelt ist. Er ist ein tief weisester und gerechtester Richter, und nicht ein Atom Arges ist an seinem Wesen! Was sollen da unsere Gesetze noch mit Ihm zu tun haben, da Er doch augenscheinlich ein Herr aller Gesetze ist?!“

[Dr. T. Kap. 31, 2]

 

Jesus zu dem Römer Agrikola und anderen gereiften Freunden: „Was eure Staatsgesetze betrifft, so sollen sie bestehen für die gewöhnlichen Menschen. Denn solange der Mensch nicht im Geiste wiedergeboren ist, sind ihm äußere Staatsgesetze nötig, weil sie ihn in der Demut und Geduld üben. Andernteils halten sie den bösen Menschen davon ab, seinem Nebenmenschen Böses in zu großem Maße zuzufügen, indem sie mit scharf gezogenen Linien jedem das Seinige zuweisen und den mutwillig dawider Handelnden züchtigen. — Darum sage Ich euch auch: Bleibet der weltlichen Macht untertan, ob sie euch gut oder böse dünkt; denn ihre Gewalt ist ihr von oben verliehen! — Wer aber einmal im Geiste wiedergeboren ist, den wird so wenig wie Mich selbst ein weltliches Gesetz mehr beirren!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 22, 5-6]

 

Jesus zu reichbegüterten Freunden: „Von Gott aus gehört die ganze Erde, wie dies im Anfang der Fall war, allen Menschen gleich; die Weisen sollen sie einteilen nach dem Bedarf der Menschen und diese lehren, sie zu bebauen; die Früchte sollen dann von den Weisen zum Teil verteilt und der Überfluß in den dazu errichteten Kammern und Speichern aufbewahrt werden, auf daß niemand in der Gemeinde Not zu leiden habe.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 182, 7]

 

Jesus: „Ich sage euch, seid auf dieser Welt fortan jeder weltlichen Obrigkeit, ob sie gut oder böse ist, untertan; denn die Macht, die sie hat, ist ihr von oben gegeben! Und niemand von euch bestrebe sich, je ein Herrscher zu werden auf Erden; denn wer über die Menschen herrschen soll, der wird schon von oben dazu den Ruf bekommen, und es wird ihm in sein Herz gelegt, wie er seine Völker regieren soll. Stolze, hochmütige Menschen sollen auch von einem hochmütigen König beherrscht werden, gute und demütige aber werden ebensolche Herrscher bekommen und unter ihrem Zepter gut und glücklich leben. Es wird künftig demnach ganz von den Menschen abhängen, wie ihre Herrscher sein werden.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 177, 17-18]

 

Der Apostel Petrus im himmlischen Jerusalem zu dem einstigen Revolutionär Robert Blum: „Wenn es in einem Volke Menschen gibt, die sich an den Herrn wenden und Ihn bitten um eine gute Regierung, um Ruhe, Frieden und Ordnung, dann greifen wir Himmelsgeister auch in die Zügel des Regenten und leiten ihn und sein Volk auf den Weg, auf dem allein alles (wahre) Glück erreicht werden kann. Darum sollen die Menschen ihren Regenten nicht grollen oder sie gar hassen, da auch die Regenten Menschen sind, sondern sie lieber segnen und den Herrn bitten, daß Er die irdischen Herrscher lenke und segne! Dann werden sie alle glücklich sein in Hülle und Fülle!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 289, 9]

 

Der Herr zu dem durch ein furchtbares Feuergericht gedemütigten Volk von Hanoch: „Ich habe nun für euch einen König erweckt und gesalbt, der euch leiten wird auf Meinen Wegen. Ich werde euch von nun an fortwährend Könige geben, gute —‚ so ihr in Meiner Liebe verbleibet, — Tyrannen, — so ihr von Mir eure Herzen abwendet! — Wenn ihr aber euch rotten werdet wider die Könige, dann werdet ihr euch rotten gegen Mich, und der Vater wird sich umwandeln in den Richter und euch allen geben ein Gericht! Wenn ihr aber (zu Recht) mit einem König unzufrieden seid, da wendet euch zu Mir, und Ich sorge dann dafür, daß euch ein rechter König werde!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 168, 5-9]

 

Jesus: „Gegen die Macht einer bösen Obrigkeit helfen nur das Gebet und ein rechter Lebenswandel nach Meinem Worte.

[Rbl. Bd. 1, Kap. 1, 9]

 

Jesus belehrt den bekehrten Zöllner Jored über den Sklavenhandel: „Was durch die Staatsgesetze besteht, das kannst du nicht ändern, und so mag es bleiben, bis der Staat selbst eine Änderung vornehmen wird. Du aber sei gegen die Sklaven gut, billig und gerecht; denn auch sie sind Menschen und Kinder ein und desselben Vaters im Himmel. Wenn du wieder einen Sklavenmarkt besuchst, so kaufe die angebotenen Sklaven nur immerhin nach Herzenslust und mache aus ihnen freie, gottergebene Menschen, so wirst du dir dadurch einen großen Schatz im Himmel bereiten! Aber du sollst keinen je wieder verkaufen; denn Menschen verkaufen ist ein Greuel vor Gott! Wo aber Meine Lehre einmal Wurzel schlägt, dort wird solch schnöder Sklavenhandel von selbst aufhören.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 92, 10]

 

Jesus zu reichen Grundbesitzern, die sich über Steuerabgaben an den Regenten beschweren: „Ein Herrscher ist ein höchster und allgemeiner Gemeindevorsteher und hat von allen Gemeinden das gekrönte Recht, für ihre innere Ordnung und Sicherheit Sorge zu tragen. Er hat somit auch das Zepter der Gewalt und das Schwert des Gesetzes und des allgemeinen Rechtes. Er muß nicht nur für sich, sondern vielmehr für alle Gemeinden Wachen bestellen und halten, für deren notwendige Erhaltung er nicht allein mit seinen Händen arbeiten und sammeln kann. Da aber die Gesetze, die Richter und Wachen zumeist zum Frommen der Gemeinden erhalten werden, so müssen auch die Gemeinden gern und willig beitragen, daß der Monarch stets dazu vermögend ist. Und also sind auch eure Steuern und Abgaben eine gerechte Sache.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 118, 6-7]

 

Jesus: „Wenn ein tyrannischer Herrscher gar zu große und mutwillige Erpressungen seinen Gemeinden auferlegt, haben diese das Recht, solch einen Tyrannen vom Throne zu entfernen. Denn die Gemeinden haben von Anbeginn an das Recht gehabt, sich einen König zu wählen und ihn auszurüsten mit aller nötigen Macht und Gewalt. Dieses Recht haben sie noch. Dennoch ist es jeder Gemeinde besser, unter einem Tyrannen eine Zeitlang zu dulden, als sich mit ihm in einen Krieg einzulassen; denn die Tyrannen sind gewöhnlich nur auf kurze Zeit von Gott zugelassene Geiseln, durch welche die Gemeinden wieder daran erinnert werden, daß es einen allweisen und allmächtigen Gott gibt, der allein jedem bedrängten Volk helfen kann, wenn dieses sich allen Ernstes gläubig um Hilfe flehend an Ihn wendet!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 118, 8-9]

 

Jesus hält dem immer noch revolutionären Robert Blum vor: „Ich selbst bezeigte Mich jeder weltlichen Gewalt unterwürfig, während Ich doch Macht genug gehabt hätte, einer jeden Trotz zu bieten. Und ferner beachte, daß Ich im Tempel bei der Vorweisung des Zinsgroschens eigens gebot, dem Kaiser zu geben, was sein ist, und Gott, was dessen ist! — Ebenso gebot Ich durch Paulus, jeder Obrigkeit zu gehorchen, ob sie mild oder streng ist; denn keine habe eine Gewalt außer der von oben!“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 17, 3]

 

Jesus begründet die Notwendigkeit einer strengen Gesetzesordnung mit der gefährlichen Zügellosigkeit vieler entarteter Seelen und fährt fort: „Erkennst du es nun, warum Ich — wie auch der Apostel Paulus — allen Bekennern Meiner Lehre den Gehorsam gegen eine rechtmäßige weltliche Obrigkeit anempfahl! Siehst du nun ein, warum man dem Kaiser, was sein ist, und Gott, was Gottes ist, geben soll?!“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 22, 3-11]

 

Des erleuchteten Königs Mathael vorbildliche Staatsverfassung und Gesetzesordnung in seinem Reiche am Pontus: Steuerwesen, Landesverteidigung, Vermögenserwerbsbeschränkung, Erbschaftsabgabe und Sozialfürsorge.

[Ev. Bd. 5, Kap. 17, 2-8]

 

Jesus: „Die reine Vernunft verlangt einen gerechten Eigentumsschutz sowie die Bestrafung und Arbeitserziehung der Eigentumsfrevler.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 62]

 

Jesu Rat an Wohlhabende und Regenten: „Lasset unter den Menschen die Armut nie zu groß werden, wollet ihr sichern Weges wandeln!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 79, 1]

 

Auf die Frage des vollendeten Robert Blum, ob die geistig helleren Menschen nicht das Recht haben, sich gegen eine grausame Tyrannei der Seelen zu erheben, erwidert der Apostel Petrus: „Ich sage dir, es bleibt ewig bei dem, daß Menschen für sich allein gar nichts (Heilsames) dagegen tun können; und tun sie doch etwas, so wird ihr Zustand nur verschlimmert. — Aber etwas ganz anderes ist es, wenn eine reinere Gesellschaft von Menschen, die dem Herrn ergeben ist, Ihn um Hilfe und Schutz anfleht. Dann legt der Herr selbst die Hand an solch ein Werk, und mit der Tyrannei hat es ein Ende! Denn nur die Allmacht kann jede andere Macht schlagen! Des Menschen Ohnmacht aber vermag nichts ohne den Herrn. — Im übrigen weiß der Herr schon, inwieweit Er eine Tyrannei fortbestehen lassen kann.“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 290, 3]

 

Der Evangelist Johannes: „Es liegt klar am Tage, daß ein wahrer Christ nicht das Recht hat, sich über die Güter der Reichen herzumachen, auch nicht in der größten Not; wohl aber hat bei einem großen Notzustande ein ganzes Volk das Recht dazu. Dann tritt der Herr selbst im Volke waltend auf und bewirkt dadurch für die nimmersatten Wucherer ein gerechtes Gericht. Nur soll sich niemand — außer im höchsten Notfall — erlauben, die reichen Hartherzigen zu ermorden! Man soll ihnen nur soviel von ihren überflüssigen Schätzen wegnehmen, wie das Volk nötigst bedarf, um sich wieder auf den Boden friedlichen Erwerbs stellen zu können. — Dem reichen Wucherer aber soll noch immer soviel gelassen werden, daß er auf der Welt keine Not leide! Denn würde solch einem Reichen alles weggenommen werden, so würde Verzweiflung sich seiner bemächtigen und eine endlose Zornwut, in der er unmöglich je den Weg des Heils betreten könnte.“

[GS. Bd. 2, Kap. 84, 5-9]

 

Der Evangelist Johannes: „Bei Staatsumwälzungen sollen niemals seitens eines tiefverarmten Volkes blutige Grausamkeiten ausgeübt werden; denn sobald solches geschieht, da wirkt nicht mehr der Herr mit dem Volke, und das Volk wird seine Tat nicht gesegnet sehen! Denn wenn es heute Siegen wird, so wird es morgen wieder geschlagen, und da wird ein Blut wider das andere fließen! Nie soll der Mensch vergessen, daß alle Menschen seine Brüder sind!“

[GS. Bd. 2, Kap. 84, 10]

 

Jesus: „Der allmächtige Gott ist allein ein Herr, ihr alle aber seid Brüder untereinander und Diener eines Herrn! Oder meinet ihr, daß die Könige bei Mir höher stehen denn ihre geringsten Diener, weil sie mächtige Könige sind? Mitnichten! Da entscheidet allein das Herz; König ist, und der Diener, warum er ein Diener; sonst aber stehen vor Mir König und Knecht auf der gleichen Stufe!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 164, 16-17]

 

Jesus nach der Begegnung mit Wegtribut erpressenden, räuberischen Bergarabern: „Es soll unter den Menschen so werden, wie es war in den Zeiten der ersten Menschen der Erde: Sie sollen als wahre Brüder freien Wandel haben in ihrem Lande, einander mit wahrer Liebe begegnen und im Notfalle nach Möglichkeit unterstützen; aber sich gegenseitig in der gerechten Freiheit durch allerlei Quälereien beschränken, das ist nicht himmlisch, sondern höllisch! Je mehr Beschränkungen in der gerechten Freizügigkeit in der Welt durch habgierige und herrschsüchtige Menschen vorkommen, desto mehr der Hölle und desto weniger des Himmels wird unter den Menschen daheim sein!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 198, 15]

 

Jesus: „Ich selbst sage zu Meinen Jüngern: „Gehet hinaus zu den Völkern und predigt ihnen das Evangelium! Darum kann Ich eine zu arge Beschränkung der gerechten Freizügigkeit der Menschen durch Gewalthaber und herrschsüchtige Priester unmöglich billigen!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 199, 5]

 

Der Apostel Petrus im heiligen Jerusalem zu dem einstigen Revolutionär Robert Blum: „Der Herr mißt eines jeden Zeit. Und so ist auch aller Tyrannen Zeit genauest bemessen. Es fehlt oft nur der letzte Tropfen. Fällt dieser, dann ist die Zeit zu Ende. — Darum sorge dich nun nicht mehr um die Verhältnisse der Erde! Der Herr versteht sie am besten zu leiten und zu schlichten.“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 290, 4]

 

Der Herr: „Was ein Mensch seinem Geiste schuldet, das geht das Staatsoberhaupt nichts an. Und wenn dieses darin über seine Grenze Forderungen an die Menschen stellt, so wird es darin auch sein unvermeidliches Gericht finden. — Wenn aber ein Herrscher durch leiblichen Zwang auch den Geist der Menschen in Fesseln legen und ihm aus der Materie vorschreiben will, welche Gebühr er Mir, dem Herrn, zu entrichten schuldig sei, so entrichte der Aufgeforderte um des Kaisers willen auch solche, damit er ihn nicht ärgere. Aber im Herzen kehre er sich nicht daran, sondern gebe Mir im Geist und in der Wahrheit, was Mein ist, dann werde Ich den Kaiser schon so richten, wie er es ob seiner mißbrauchten Gewalt an der Menschheit verdient hat!“

[Hi. Bd. 2, S. 329, 13. 14]

 

Jesus: Ein erzwungener, einem schlechten Zweck dienender Eid hat keine Gültigkeit vor Gott.

[Ev. Bd. 2, Kap. 238, 9]

 

Der Herr: „Was jemand für den Kaiser tun kann aus gutem Herzen, das tue er und bete häufig für den auf eine hohe und harte Probe gestellten Bruder, so wird er im Vollmaße dem Kaiser geben, was er ihm schuldig ist, und in solcher allgemeinen Nächstenliebe auch Gott, was Gottes ist.“

[Hi. Bd. 2, S. 329, 16]

 

06.18. Strafrecht und Todesurteil

Jesus: „Ich sage nicht, daß ihr alle Gefängnisse, die noch ein notwendiges Übel sind, zerstören und alle Fesseln und Schwerter zerbrechen sollt. Nein! Denn sehr ansteckend kranke Seelen müssen sogar sorgfältig von den gesunden abgesondert und solange in Gewahrsam gehalten werden, bis sie von Grund aus geheilt sind. Aber nicht Zorn und Rachegefühl halte sie in Gewahrsam, sondern eure Nächstenliebe und die damit verbundene Sorge um ihre Heilung. Wird es euch der rechte Geist der Liebe anzeigen, daß bei einem seelisch Schwerkranken eine bittere Arznei vonnöten ist, so enthaltet sie ihm nicht vor, weil das ein sehr unzeitiges Erbarmen wäre. Doch nur in der wahren Liebe müsset ihr sie ihm verabreichen, so wird sie ihm sicher die erwünschte Heilung und euch viel Segen bringen!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 38, 1-2]

 

Jesus zu dem römischen Hauptmann Julius: „Sieh, in Mir ist alle Macht und Gewalt über Himmel und Erden. Ich könnte Meine Widersacher alle mit einem Gedanken vernichten, und dennoch ertrage Ich sie mit aller Geduld bis zu der Zeit, da ihr Maß voll wird. — Auch Mich erzürnen die Menschen und machen durch ihre Unverbesserlichkeit Mein Herz traurig; aber Ich ertrage sie dennoch und züchtige sie stets nur mit Liebe, auf daß sie sich bessern und eingehen möchten ins Reich des ewigen Lebens. — Willst du demnach ein rechter Richter sein, so mußt du Mir auch darin nachfolgen!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 164, 5-6]

 

Jesus zu dem römischen Oberstatthalter Cyrenius: „Wenn jeder Mensch dieser Erde für die höchste Vollendung in der Gotteskindschaft erschaffen wurde, so kann und darf seinem geistigen Teile kein Mußgesetz gegeben werden, vielmehr sollte da ein jedes Gesetz mit ‚Soll‘ gegeben sein, und nur für offenbar böswillige Gegner des freien Gesetzes ist eine gerechte, auf die freiwillige Besserung gerichtete Züchtigung zu verordnen. Dadurch wird die menschliche Seele zum selbständigen Denken und Wollen gelangen, das gegebene Gesetz zu dem ihrigen machen und danach handeln, während eine willkürlich bemessene Strafe das menschliche Gemüt verhärtet und erbittert und aus dem Menschen einen rachgierigen Teufel macht!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 30, 1]

 

Jesus: „Ihr sollt nicht klagsüchtig sein und ohne eine dringende Not nicht zu den Weltrichtern laufen! Denn was ihr nicht wollt und wünscht, daß es euch begegne, damit verschonet auch eure Mitmenschen, solange es möglich ist! Nur offenbare Diebe und Räuber und zu arge Hurer und Ehebrecher möget ihr den Gerichten überliefern und im gleichen den, der einen Mord begangen hat. Aber ihr sollt dabei nur tun, was da not ist; alles andere überlasset Mir und den Richtern!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 159, 17]

 

Jesus: „Es ist klar, daß man einem erzbösen Menschen durch zu große Freundlichkeit nicht noch mehr Gelegenheit verschaffen soll, in seiner Bosheit zu wachsen und noch ärger zu werden. In diesem Falle wäre eine fortgesetzte Nachsicht nur eine wahre Hilfeleistung für des Feindes wachsende Bosheit. Dafür aber habe Ich in dieser Welt zu allen Zeiten strenge Richter aufgestellt und ihnen das Recht erteilt, die zu böse gewordenen Menschen zu züchtigen und zu strafen, und habe euch darum auch das Gebot gegeben, daß ihr der weltlichen Obrigkeit untertan sein sollet, ob sie sanft oder streng sei. Wer demnach einen so argen Feind besitzt, der gehe zum Weltrichter und zeige ihm solches an, damit dieser dem schon erzböse Gewordenen seine Bosheit austreibe.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 215, 9-11]

 

Jesus: „Es versteht sich von selbst, daß in dieser Welt für große und grobe Verbrecher auch mächtige, weltliche Gerichte bestehen müssen, da sonst niemand seines Lebens sicher wäre!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 250, 4]

 

Jesus zu dem bekehrungseifrigen römischen Hauptmann Julius: „Der erste Versuch zur Besserung hartnäckiger Sünder geschehe durch die reine Liebe und durch eine rechte Belehrung. Denn wenn die Menschen die Einsicht bekommen, daß man ihnen nur um ihres Heiles willen scharfe Gesetze gibt, so werden sie sich solches gefallen lassen. Erscheinen aber die scharfen Gesetze nur als eine tyrannische Willkür des Machthabers, so bessern sie niemanden und machen am Ende die Menschen nur zu rachsüchtigen Teufeln!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 155, 6]

 

Jesus zu dem römischen Hauptmann Julius: „Vergiß nie bei deinem Amt der Menschenführung, daß auch der Sünder dein Bruder ist. Fühlst du Zorn im Herzen über einen Straffälligen, dann lege die Zuchtrute aus der Hand; denn durch deinen Zorn wird sie nicht zu einem heilsamen Wegweiser, sondern zur Schlange, die in eine durch ihren Biß verursachte Wunde ein tödliches Gift bringt.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 164, 1-2]

 

Der weise Joseph warnt den römischen Statthalter Cyrenius, als Staatsmann und Richter grausame Abschreckungsmittel zu gebrauchen, und fährt fort: „Leite die Menschen allezeit mit der Liebe; denn ein Tropfen Mitleid ist besser als ein ganzer Palast voll der besten und strengsten Gerechtigkeit! Denn das Mitleid bessert den Feind wie den Freund, aber die beste Gerechtigkeit macht den Gerechten stolz und hochmütig, und der Schuldige, Gerichtete wird voll Ingrimms und sinnt nur, wie er sich rächen könne!“

[Jug. Kap. 138, 3-12]

 

Der Jesusknabe im Tempel zu einem menschlich fühlenden römischen Richter: „Jedermann, der als Mitglied einer großen Menschengesellschaft lebt, muß sich den Ordnungsgesetzen fügen und sie zu seinen Lebensrichtlinien machen! Will er das nicht, so muß er sich die notwendig bitteren Folgen als Widerspenstiger der allgemeinen Volksordnung gefallen lassen. — Daß du als Richter aber hauptsächlich darauf siehst, daß ein verirrter Mensch durch das Gericht nicht so sehr gestraft als vielmehr gebessert werde, das ist eine Tugend aus den Himmeln in deinem Herzen; denn du befolgst den ewig wahren Grundsatz der Nächstenliebe, der also lautet: ‚Was du vernünftigermaßen nicht willst, daß man es dir täte, das tue auch deinen Mitmenschen nicht!‘ Damit aber bist du vor Gott wie vor den Menschen schon ganz in der Ordnung.“

[Dr. T. Kap. 22, 5 und 7]

 

Jesus: „Man muß die Geduld so weit wie möglich ausdehnen; sind aber einmal die äußersten Grenzen erreicht, dann heißt es ohne Aufschub und Schonung mit Blitz und Donner dreinfahren!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 121, 11]

 

Das Jesuskindlein anläßlich der Beraubung der Familie Josephs durch freche, bösartige Diebe: „Böser Mutwille soll bestraft werden allezeit und ewig! Wer Böses tut und kennt es nicht, der soll belehrt werden, desgleichen auch, der es tut in der Not! Wer aber das Gute kennt, tut aber dennoch aus purem satanischem Mutwillen Böses, der ist ein Teufel und muß mit Feuer gezüchtigt werden!“

[Jug. Kap. 252, 19-21]

 

Jesus über die wirksame geistige Behandlung von Sexualverbrechern.

[Ev. Bd. 4, Kap. 80, 17]

 

Jesus empfiehlt eine gerechte, aber maßvolle Strafgesetzgebung: „Es versteht sich von selbst, daß man arge Diebe, Räuber und Mörder einfangen und in die Zwinger tun muß. Auf sie eine gerechte Jagd zu machen, ist sogar eine Pflicht der Engel Gottes. Aber vernichten soll sie niemand, sondern sie in den Zwingern sänftigen und zähmen. Nur bei gewaltsamem, hartnäckigem Widerstand dürfen sie getötet werden.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 75, 5-9]

 

Jonael, ein erleuchteter Oberpriester, über die Todes strafe: „Am schlechtesten wirkt die Todesstrafe! Denn was nützt es, jemandes Leib zu töten, wenn man seine Seele und seinen Geist, in denen die eigentliche Kraft zum Wirken und Handeln vorhanden ist, nicht gefangenhalten kann!? — Wer da glaubt, daß er sich seines Feindes entledigt habe, so er dessen Leib tötete, der ist mit Blindheit geschlagen! Denn eben dadurch hat er sich aus einem schwachen Feinde, den er sehen konnte, viele unsichtbare Feinde gemacht, die ihn dann Tag und Nacht verfolgen.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 79, 6-7]

 

Jesus: „Wer einen Dieb oder Mörder fängt, tut wohl, so er ihn einem gerechten Gerichte überliefert; aber der Richter soll nie vergessen, daß der Missetäter, solange er in dieser Welt lebt, noch kein völliger Teufel ist, sondern ein mißbildeter, verführter Mensch, an dem zu seiner möglichen Besserung noch alle Versuche zu machen sind, bevor er als unverbesserlich zum Tode verurteilt werden darf.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 174, 9]

 

Jesus zu dem römischen Hauptmann Julius: „Glaube nicht, daß du dir einen Feind vom Halse schaffst, wenn du ihn tötest! Denn war er dir im Erdenleben nur ein einfacher Feind, so wird er nach dem Leibestode dir ein hundertfacher werden und dich quälen dein Leben lang, und du wirst so leicht kein Mittel finden, das dich befreit von deinem unsichtbaren Feinde.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 164, 3]

 

Jesus: „Würden die Weltrichter die Wirksamkeit der göttlichen Seelenerziehung erkennen, so könnten sie aus so manchem Erzübeltäter einen guten Menschen schaffen. Aber sie sind bei großen Übeltätern gleich mit der Todesstrafe bei der Hand und machen dadurch aus dem gänzlich unverbesserten Verbrecher für die Geisterwelt einen vollendeten Teufel.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 93, 11]

 

Jesus: Die von Moses für unverbesserliche Sittlichkeitsverbrecher verordnete Todesstrafe ist nur im Falle aussichtsloser Verworfenheit und Verstocktheit anzuwenden.

[Ev. Bd. 3, Kap. 69, 7]

 

Jesus zu einem Schriftgelehrten, der für Mörder zur Abschreckung die Todesstrafe verlangt: „Wenn ein roher, verwahrloster Mensch, von seinen bestialischen Leidenschaften getrieben, einen Menschen erschlägt, so hat niemand ein Recht, anstelle des Erschlagenen an dessen Mörder Rache zu üben. Da aber der Übeltäter auch für andere Menschen gefährlich werden kann, so bringe man ihn in ein gutes Gewahrsam, gebe ihm einen Unterricht und versuche, aus ihm einen Menschen zu machen! Ist das gelungen, so habt ihr aus einem Teufel einen Menschen gemacht, wofür ihr mehr des wahren Lebenslohnes zu erwarten habt, als wenn ihr den Mörder getötet hättet. Ist der Mörder aber ein eingefleischter, unverbesserlicher Teufel, der verstockt bleibt, dann sorget dafür, daß er fürderhin für die menschliche Gesellschaft unschädlich werde, doch nicht durch seinen Tod, sondern entweder durch ein stärkstes Gefängnis oder durch Verbannung. Das ist Mein Rat.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 244, 2-4]

 

Jesus zu dem römischen Staatsmann Agrikola: „Wenn du gleich Mir den Verbrecher erkennen kannst als vollendeten Teufel, so verhänge über ihn die Todesstrafe, wie solches auch Moses aus Meinem Geiste erkannt hat. Aber wenn du das nicht Mir und Moses gleich erkennen kannst, so übereile dich niemals mit der Todesstrafe! Denn weil du Getötetes nicht geistig wieder lebendig machen kannst, so sollst du auch nicht töten, außer im höchsten Notfall, z.B. in einem Verteidigungs- oder in einem von Gott aus gebotenen Strafkrieg gegen unverbesserliche, böse Völker, sowie auch im Falle einer Notwehr gegen Mörder und Straßenräuber. — In allen anderen Fällen sollst du nicht töten noch töten lassen, solange du nicht in dir Mein volles Licht hast!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 94, 3 und 5]

 

06.19. Krieg und Kriegsdienst

Jesus: „Erhältst du von einem minder bösen Menschen, den eine plötzliche Gemütsaufwallung dazu verleitet hatte, eine Ohrfeige, so wehre dich nicht, damit er dadurch, daß du ihm mit keiner Ohrfeige entgegenkommst, besänftigt wird und ihr darauf ohne Weltrichter zu guten Freunden werden könnt. Aber wenn dir jemand mit einer mörderischen Ohrfeige in großer Wut entgegenkommt, so hast du ein volles Recht, dich zur Gegenwehr zu stellen.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 215, 12-13]

 

Jesus befürwortet ein Notwehrrecht und strenge Maßnahmen gegen unverbesserliche Verbrecher.

[Ev. Bd. 1, Kap. 81, 2-3]

 

Jesus: „Nur jene wenigen Menschen bekamen die Schärfe Meines gerechten Zornes zu verkosten, die mit bösestem Willen Mich und euch verderben wollten. Denn der Ernst ist nur dann zu gebrauchen, wenn euch der Menschen mutwillige Bosheit entgegentritt, euch verfolgt und von euch kein versöhnendes Wort annimmt.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 161, 6]

 

Jesus weist Tribut erpressende Bergaraber zurück und bedroht sie mit Seiner Macht; dem gewalttätigsten Bandenführer, der Hand an Ihn legt, läßt Er durch ein aus der Erde fahrendes Feuer die Hand verbrennen.

[Ev. Bd. 8, Kap. 198, 3-6]

 

Jesus wendet vernichtende Sturmesgewalt gegen arge Feinde an, die Ihn verfolgen.

[Ev. Bd. 1, Kap. 209, 1]

 

Jesus berichtet, daß Gott dem Noah zur Bewachung der Arche starke Hunde sandte, die böswillige Nachbarn, welche die Arche zerstören wollten, zerrissen. Der Herr verschafft auch seinem von habgierigen Templern umlauerten Freunde Lazarus von Bethanien durch Seine göttliche Willensmacht ebensolche scharfen Wachhunde.

[Ev. Bd. 6, Kap. 160, 1-7]

 

Jesus zu dem römischen Hauptmann von Genezareth: „Wenn ihr Römer in eurem Reiche Recht und Ordnung aufrechterhalten wollt, müßt ihr zum Schwerte greifen. Da macht ihr dann mit den Waffen das, was Gott für euch tun würde, so ihr Ihn erkenntet und Seine Gebote hieltet!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 105, 14]

 

Jesus: „Gegen blinde Heiden, deren Seelen noch zu weit von Meiner Ordnung entfernt sind, und die Mein Wort daher unmöglich verstehen können, aber ihrem Glauben mit ehrlichem Eifer obliegen, soll das Schwert nur als Hüter der Grenzen so lange aufgestellt werden, bis sie sich in Meine Ordnung fügen. Ist dieses erfolgt, dann vertrete des Schwertes Stelle das Zeichen der brüderlichen Eintracht und Liebe!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 251, 5]

 

Jesus: „Wenn ein Volk ganz in Meinem Lichte stände und es wäre bedroht durch hartnäckige, blinde, gottlose Völker, die den Glauben an Mich durchaus nicht annehmen wollen, wohl aber Meine Lämmer verfolgen mit Haß und Wut, dann ist es Zeit, das Schwert zu ergreifen und die Wölfe von den frommen Herden für immer zu verscheuchen!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 251, 4]

 

Der geläuterte König Lamech von Hanoch befiehlt seinem Sohn und Waffenmeister Thubalkain: „Laß alle Waffen, die da zum Kriegführen bestimmt waren, im ganzen Reiche sammeln und verfertige daraus Pflüge, Sicheln, Sensen, Holzhacken, Erdhauen, Spaten und allerlei andere nützliche Gerätschaften, welche dich des Herrn Geist lehren wird! Denn von nun an soll der Herr allein unsere allerwirksamste Schutzwaffe sein gegen alles Übel !“

[H. Bd. 3, Kap. 40, 10-11]

 

Jesus erteilt dem künftigen Regenten Mathael Weisheit und verheißt ihm geistige Macht zur Verteidigung seines Reiches wider die Einfälle wilder Völker.

[Ev. Bd. 3, Kap. 118, 6]

 

Jesus in der geistigen Welt: „Wenn es in einem großen Volksstaate keine Waffenleute gäbe, wo wäre da die Sicherheit des Eigentums, des Lebens und der Aufrechterhaltung der Ordnungsgesetze? Deshalb ist der Soldatenstand für jeden Staat sehr nützlich und unentbehrlich! Denn es muß ja Verteidiger des Gesetzes geben, auf daß aus und unter dem Gesetz eine wahre, dauernde Freiheit erkeimen und erwachsen kann!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 234, 8]

 

Jesus: „Das Leben ging hervor aus einem gewaltigen Kampfe in Gott, ist und bleibt ein ständiger Kampf und kann nur durch einen fortwährenden Kampf erhalten werden.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 172, 9]

 

Jesus: „Die Menschen werden es einst mit der der Erfindung verheerender Waffen so weit treiben, daß dann bald kein Volk gegen das andere einen Krieg führen kann. Denn werden zwei Völker mit solchen Waffen sich anfallen, so werden sie sich schnell bis auf den letzten Mann aufreiben, was keinem Teil einen wahren Sieg und Gewinn bringen wird. Das werden die Könige und ihre Heerführer bald einsehen und sich daher lieber in Frieden und Freundschaft vertragen. Und wird sich irgendein höchst stolzer, ehrgeiziger Störenfried erheben und gegen seinen Nachbarn ziehen, so werden sich die Friedliebenden vereinen und ihn züchtigen. Auf diese Weise wird sich nach und nach der Friede unter den Völkern der Erde einstellen und dauernd festigen.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 185, 9]

 

Der Herr: „Der Soldatenstand wird bestehen solange wie das Welttum aus der Eigenliebe der Menschen; doch seid versichert, daß Meine Kinder nie Waffen tragen sollen, denn Ich bin ihre Waffe gegen alles Übel. Und so sie auch tun müßten gleich den Weltkindern, was nur selten geschehen wird und kann, so glaubet Mir: Ich werde auch dann ihr Vater sein und ein starker Gott, ihnen zur scharfen, unbesiegbaren Waffe!“

[Hi. Bd. 1, S. 21, 5]

 

06.20. Nicht richten!

Abedam-Jehova zu den Vätern der Höhe: „Das sage Ich euch allen, daß ihr die Irrenden kräftig ermahnen sollet, doch die Zuchtrute soll niemand eher schwingen über seinen Bruder, als bis Ich ihm zurufen werde: ‚Nun züchtige ihn mit dem Feuer deiner Liebe; lasse ihn gehen aus der Gemeinde zwar, damit sich niemand an ihm ärgern solle, aber dein Herz begleite ihn bis ans Ende der Welt!‘ Dein letzter Abschiedsblick, wie jeder frühere, lasse den irrenden Bruder erfahren, daß er dein armer, gedrückter und gefallener Bruder ist, und daß er dir gleich, obschon er darniederliegt, ein Sohn Meiner Liebe ist! — Zorn sei euch völlig fremd und Fluch sei ferne eurem Munde und doppelt ferne eurem Herzen! Wie ihr euch verhalten werdet gegenseitig, also werde auch Ich Mich verhalten zu euch!“

[H. Bd. 2, Kap. 26, 18-22]

 

Abedam-Jehova zu dem Urvater Adam: „Wann wird denn einmal die Zeit kommen, da du Mich erkennst von der väterlichen, nicht aber nur von der richterlichen Seite!? — Du bekanntest Mich zwar mit dem Munde als den heiligen, liebevollsten Vater, aber dein Herz ließ diesem Vater nie vollen Raum, sondern wo der Vater einzog, da zög auch der Richter mit Ihm, der dein Herz dann zwang, Mich zu lieben, aber doch viel mehr zu fürchten. Nun aber scheide in dir von dem Vater den kläglichen Richter, der dir allzeit noch hinderlich war, im hellsten Lichte zu erschauen die endlose Liebe des Vaters!“

[H. Bd. 2, Kap. 44, 1, 3, 4 und 5]

 

Der Herr: „Der Mensch soll mit nichts so sparsam sein wie mit dem richterlichen Fluche! Denn wer kann da schauen in Meine Wege und erforschen Meine Ratschlüsse?! Wenn jemand über Erscheinungen flucht, deren Grund er nicht kennt, da kann es leicht geschehen, daß er flucht Meiner großen Liebe und Erbarmung!“

[H. Bd. 2, Kap. 108, 3-5]

 

Jesus zu Petrus und anderen Jüngern: „So ihr die richtet und strafet, die sich an euch versündigen, dann werdet ihr am Ende alle böse, und es wird in keinem mehr eine rechte Liebe und etwas Gutes vorhanden sein. Darum richtet und verdammet niemanden, auf daß ihr nicht wieder gerichtet und verdammt werdet! Habt ihr diese allerwichtigste Lehre begriffen, ohne die Mein Reich nie in euch Platz greifen kann?“

[Ev. Bd. 1, Kap. 74, 16]

 

Hochmütige, frömmelnde Tugendhelden werden zu ihrer Demütigung oft von bösen Geistern unter Gottes Zulassung zur Sünde angetrieben. Darum: Richtet nicht!

[Ev. Bd. 1, Kap. 174, 4]

 

Jesus: „Ich bin nicht gekommen, zu richten und zu verderben diese Welt, sondern zu suchen das Verlorene und aufzurichten, was darniederliegt.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 203, 8]

 

Jesus: „Eine Ehebrecherin mußte nach dem Gesetz Mosis sofort gesteinigt werden. Ich aber sage euch: Wer die Flüchtige aufnimmt in sein Haus und sucht sie zu retten geistig und leiblich, der wird von Mir mit freundlichen Augen angesehen werden. Wer aber einen Stein nach ihr wirft und ist selbst nicht frei von Sünde, der wird dereinst ein schweres Gericht von Mir aus zu bestehen haben!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 209, 8]

 

Jesus: „Wer Mir wiederbringt, was verloren war, der soll im Himmelreiche dereinst einen großen Lohn erhalten. Wer aber richtet, wenn auch gerecht nach dem Gesetz, der wird dereinst auch gerecht und streng nach Meinem Gesetze gerichtet werden!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 209, 8]

 

Jesus: „Um wieviel ihr Richter durch ein hartes Gericht eine kranke Seele noch elender gemacht habt, um ebensoviel werdet ihr selbst an eurer Seele elender und schwächer, und es wird im Jenseits eure Heilung dann eine desto bitterere sein!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 37, 8]

 

Jesus: „Euer vor Mir allein gültiges Schutzgericht sei euer gutes und versöhnliches Herz; ihr werdet dabei ganz gut und mit den wenigsten Gerichtsunkosten auskommen, und der Sünder an euch wird um vieles eher euer Freund werden, als wenn er durch einen richterlichen Spruch dazu genötigt worden wäre. Die kleineren Verirrungen unter euch Menschen sollen also vor dem Richterstuhle des barmherzigen und versöhnlichen Herzens geschlichtet werden, auf daß daraus nicht etwa mit der Zeit schwere Verbrechen entstehen.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 249, 9, Kap. 250, 4]

 

Jesus: „Ihr sollt nie im Ernste zu einem Bruder ‚Narr‘ sagen, und wäre er noch so blöde. Denn seid ihr weiser als er, so seid ihr das aus Gottes Gnade. Seid ihr aber darob noch stolz und schämet euch des Blöden, so habt ihr schon den Keim der Hölle in euch.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 244, 6]

 

Jesus zu dem über die arge Tempelbrut empörten, seinem Grimm Luft machenden Volk: „Urteilet nicht, als wäre euer das Richteramt und die Verhängung der Strafen, sondern habet Geduld auch mit den Sündern! Denn es steht geschrieben: ‚Der Zorn und die Rache sind Mein!‘ Ihr Menschen aber bedenket, daß Gott, der Herr, allein der gerechteste Richter ist, der zur rechten Zeit alles Gute zu belohnen und alles Böse zu bestrafen weiß.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 201, 2]

 

Jesus: „Kehret allzeit zunächst vor eurer eigenen Türe und sehet nicht zuvor nach des Nachbarn Tür, ob der Weg zu ihr schon gefegt ist. Erst wenn ihr den Weg zu eurer Tür gereinigt habt, dann könnet ihr auch zum Nachbarn sagen: ‚Freund, siehe, ich habe meinen Weg vor meines Hauses Tür schon gereinigt, du aber noch nicht. Wenn du Zeit und Muße hast, da reinige denn auch den Weg zu deines Hauses Tür! Hast du aber ein anderes dringlicheres Geschäft, so laß es zu, daß ich auch deinen Weg rein mache!‘ Wenn dann dein Nachbar zu dir sagt: ‚Tue mir den Liebesdienst!‘, dann kannst du auch den Weg vor deines Nachbarn Tür reinigen!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 124, 14]

 

Jesus gibt dem bekehrten römischen Hauptmann und Oberrichter von Pella als Richtschnur: „Wer die Gefangenen geistig und leiblich befreit von den Fesseln des Teufels, der soll auch befreit werden von den Banden des ewigen Todes! Wer ein Richter ist und ein sanftes, gerechtes Gericht führt über verblendete Menschen, der wird dereinst auch von Mir so mild gerichtet werden. — Wer barmherzig ist, wird auch bei Mir Barmherzigkeit finden; wer aber ein strenger Richter ist, der wird auch an Mir einen strengen Richter finden; — denn gerade jene Strenge, mit der er seine Mitmenschen gerichtet hat, wird dereinst sein eigener Richter sein!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 107, 15-17]

 

Das Jesuskindlein zu Joseph, nach dessen hartem Richten seiner Söhne: „Ist es denn gar so süß, ein Herr zu sein?! Siehe, Ich bin der alleinige Herr der Unendlichkeit, und außer Mir ist ewig keiner! Und Ich, euer aller Schöpfer und Vater, wollte vor euch ein schwaches Menschenkind werden, mit allem Zurückhalte Meiner eigen und unendlichen göttlichen Herrlichkeit, auf daß ihr durch dieses Demutsbeispiel an eurem alten Herrschgeist einen Ekel bekommen sollet!“

[Jug. Kap. 235, 31-33]

 

Jesus zu einer geläuterten, aber noch richtenden Seele: „In deinem Herzen sitzt noch ein kleiner Richter. Dieser Richter ist zwar billig und gerecht, aber er ist dennoch nicht in Meiner Ordnung. Willst du ganz nach Meiner Ordnung sein, dann mußt du auch diesen Richter aus deinem Herzen schaffen. Denn siehe, Ich allein bin ein Richter, gut und gerecht in aller Fülle Meiner Macht. Und dennoch richte Ich niemand. Sondern jeder richtet sich selbst — nach seiner Liebe. Ist diese rein und gut, so wird auch sein Selbstgericht gut und rein sein; ist aber seine Liebe unlauter und schlecht, so ist es auch sein (Selbst-) Gericht. Wenn aber Ich, aus Meiner Macht und Kraft niemand richte, um wieviel weniger darfst du es tun!“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 111, 3-4]

 

Jesus im Jenseits zu streitenden Seelen: „Ihr sollt euch wegen einer Meinungsverschiedenheit weder anfeinden, noch euch gegenseitig eine Menge Sünden vorwerfen und euch beschuldigen, als hättet ihr ein Recht, einander zu richten. Ich sage euch, jeder von euch ist voll Fehler und Gebrechen und hat genug vor seiner eigenen Tür zu fegen! Daher mache sich keiner breit über die Fehler seines Bruders!“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 142, 1 und 2]

 

Ein Engel im Jenseits zu dem einstigen Bischof Martin: „Der Herr weiß es am besten, wie Er einen oder den anderen leitet zur Erreichung des einstigen großen Zieles (Freiheit und Herrlichkeit der Gotteskindschaft), daher auch hat Er geboten, niemanden zu richten. Wir müssen also nur sehen, was der Herr tut, und danach unser Urteil einrichten, wollen wir weise und wahre Kinder Gottes sein; alles eigene Urteil aber muß ganz aus uns weichen! Darum heißt es auch, daß jeder nur vor seiner Tür fegen solle.“

[BM. Kap. 74, 18-19]

 

Paulus an die Gemeinde in Laodizea: „In allem vertrage einer den andern, und vergebet euch gegenseitig von Herzen, so werde auch ich euch vergeben und der Herr, wie ihr euch vergebet! — Führet nicht Klage gegeneinander gleich den Heiden, welche da haben ihre Eigenen Klagegerichte, sondern seid verträglich und gegenseitig duldsam und machet eure Sachen im Herzen aus!“

[Lao. Kap. 3, 20-21]

 

Paulus an die Gemeinde in Laodizea: „Einfältig und weise sei euer Wandel vor und gegen jedermann, — auch gegen Juden und Heiden! — Ihr sollet niemanden richten, sei er Skythe, Heide, Jude oder Grieche —‚ sondern schicket euch weise nach Zeit und Umständen!“

[Lao. Kap. 3, 39]

 

Der Herr in einem eigenhändigen Antwortbrief an den Fürsten Abgarus Ukkama in Edessa: „Du hast in deinem Gefängnis einen Verbrecher, der nach deinem weisen Gesetze den Tod verdient hat. Ich aber sage dir: Liebe und Erbarmung stehen höher als Weisheit und Gerechtigkeit! Handle daher mit ihm nach der Liebe und nach der Erbarmung, so wirst du eins sein mit Mir und mit dem, der in Mir ist, von dem Ich als Mensch deinesgleichen ausgehe.“

[Bw. 4, 8]

 

Jesus zu Petrus: „Meinst du denn nicht, daß Ich um vieles besser als du die Anzahl jener Menschen auf Erden kenne, die von Mir noch nie etwas haben erfahren können und auch künftig lange Zeit nichts erfahren werden?! Wie könnte Ich sie darum richten und verdammen, wenn sie ohne ihre Schuld nicht an Mich glauben können, da Ich doch selbst unter den Juden, die Mich hörten und Meine Werke sahen und Mir dennoch nicht glaubten, noch niemanden gerichtet und verdammt habe?! Wie sollte Ich dann die Unwissenden und Unschuldigen richten und verdammen?!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 154, 2]

 

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07. Das Glaubensleben

 

 

07.01. Blindglaube oder Vernunftglaube?

Jesus: „Ein rechter Jünger Meiner Lehre soll niemals etwas leichtfertig ohne genaue Prüfung annehmen. Erst wenn er von allem sich eine gründliche Einsicht und Überzeugung verschafft hat, soll er das Gute und Wahre sich zu eigen machen und weise danach handeln.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 88, 1]

 

Jesus zu dem Römer Agrikola: „Mir ist ein freier Denker lieber als tausend leichtgläubige Seelen, denen es einerlei ist, ob man ihnen ein Alpha oder ein Omega vormacht. Denn wer nicht denkt, der lernt und begreift auch nichts, und ihm ist Gold und Blei ein und dasselbe; aber der Denker kauft keine Katze im Sack.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 188, 7]

 

Der Herr zu einem Propheten der Urzeit: „Du sollst kein Wort annehmen, das du allein glauben müßtest, ohne es im Geiste zuvor bestimmt erfaßt zu haben! Es gibt keinen schlimmeren Zustand für einen freien Menschen als den des Blindglaubens; denn ein solcher Glaube gebiert den Tod!“

[H. Bd. 2, Kap. 151, 7-8]

 

Jesus: „ Sammelt euch eine rechte Kenntnis in allen (lebenswichtigen) Dingen! Prüfet alles, was euch vorkommt, und behaltet davon, was gut und wahr ist, so werdet ihr leicht die (göttliche) Wahrheit erfassen, um damit den bisher toten Glauben zu beleben und zu einer wahren Leuchte des Lebens zu machen.“

[Ev. Bd. 1, Kap 155, 13]

 

Jesus: „Prüfet alles zuvor und behaltet das Gute und Wahre! Ich konnte von euch gar wohl verlangen, daß ihr Mir ohne weitere Erklärungen glaubet, was Ich euch sage und zu tun anrate, denn die Zeichen, die Ich vor euren Augen wirkte, haben Mir doch die nötige Autorität verschafft, — aber ein genötigter Glaube ist noch lange kein inneres Licht der Seele und belebt sie nicht freudig zur Tat.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 27, 11 und 12]

 

Jesus zu einem kritischen Wahrheitssucher: „Wer so redet wie du, dem ist es um die Wahrheit ernst, und Ich gebe ihm da gerne ein rechtes Licht, wer aber weder kalt noch warm ist, der ist Meines Lebenslichtes nicht wert und wird es auch so lange nicht bekommen, als ihm darum nicht völlig ernstlich zu tun ist.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 129, 15]

 

Jesus: „Eine frommgläubige Seele sollte das gerechte Suchen und Forschen nicht auf die Seite setzen! Denn es soll jeder Mensch alles prüfen, was er von Menschen vernimmt, und das Gute, das auch allzeit wahr ist, behalten; doch was leicht erkennbar von Mir selbst den Menschen geoffenbart wird, das braucht der Mensch nicht zu prüfen, sondern nur zu glauben und danach zu handeln, und die lebendige Wirkung wird sich ihm bald sehr bemerkbar machen.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 37, 2]

 

Jesus zu Neubekehrten in der Bergstadt Aphek: „Prüfet auch ihr alles, und das, was ihr als wahr und gut befunden habt, behaltet, handelt und lebet danach. Dadurch werdet ihr euch zu wahren, Mir ewig lieben Kindern bilden und gleich Mir frei und selbständig werden!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 109, 7]

 

Der scharfdenkende Atheist Roklus zu dem Erzengel Raphael: „Widerlege meine atheistischen Gründe und zeige mir den Gott, der sich mit der reinen Vernunft verträgt und mit des Menschen innerstem Lebensprinzip, das offenbar die Liebe ist!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 36, 8]

 

Jesus: „Ich bin der Herr und Meister von Ewigkeit, und ihr erkennet Mich nun vollkommen. Da wäre sonach ein Autoritätsglaube sicher am Platze! Aber wer von euch kann sagen, daß Ich solchen von euch je verlangt habe?! Ja, Ich verlange Glauben, aber keinen blinden und toten, sondern einen vollauf lebendigen. Ich lehre euch Wahrheiten, von denen der Welt nie etwas in den Sinn gekommen ist, aber Ich frage nicht: ‚Glaubst du das?‘, sondern: ‚Hast du das wohl verstanden?‘ — Und so du sagst: ‚Herr, dies und jenes ist mir noch unklar‘, da erkläre Ich dir die Sache durch alle Mir zu Gebote stehenden Mittel so lange, bis du es vom tiefsten Grunde aus begriffen hast, und gehe dann erst wieder einen Schritt weiter.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 88, 2]

 

Jesus: „Ich könnte jedem Menschen gleich anfänglich eine solche Erklärung geben, daß er eine von Mir vorgetragene Lehre sogleich vollauf begreifen müßte. Aber Ich weiß, wieviel ein Mensch auf einmal zu ertragen fähig ist, gebe also nur soviel, wie er fassen kann, und lasse dem Samen auch Zeit, Wurzeln zu schlagen. Verlanget also von niemandem einen blinden Glauben, sondern zeiget jedem den Grund. Und sollte ein Mensch nicht fähig sein, solchen zu erfassen mit seinem Verstande, so lasset es euch der Mühe nicht gereuen, ihn von Stufe zu Stufe hineinzuleiten mit aller Liebe und Geduld, bis er fähig wird, eure gute Lehre vom Grunde aus zu begreifen.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 88, 3-5]

 

Jesus zu dem Synagogenobersten Jairus: „Wer völlig nach Meinem Wort (handelt und) lebt, wird es in sich zur lebendigen Überzeugung bringen, daß Meine Worte keine leeren Menschen-, sondern Gottesworte sind. Wer in seinem Herzen dieses Bewußtsein nicht überkommt, dem werden alle Beweise wenig oder gar nichts nützen.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 32, 2-3]

 

Jesus vergleicht die geistige Entwicklung des Menschen mit dem irdischen Tagwerden und fährt fort: „Ließe Ich den vollen geistigen Tag allen Menschen plötzlich zukommen, so würden sie träge und gäben sich nicht mehr viel mit dem Forschen und Suchen der Wahrheit ab. Sie würden wohl die Gebote halten und nach der in ihnen leuchtenden Wahrheit handeln, aber das auf eine mehr mechanische als lebendige Art. Und so ist es besser, daß die Menschen nur durch ihr eigenes Suchen, Forschen und Handeln von Stufe zu Stufe den geistigen Tag in sich erleben!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 22, 2]

 

07.02. Glaube und Liebe

Der erleuchtete Seher Mathael: „Es ist mir Klar, daß man an einen Gott erst glauben muß, bevor man ihn lieben kann. Der Glaube aber darf kein blinder, sondern muß ein lichtvoller sein, d.h. man muß einsehen, wer und was ein Gott ist. Man muß von seiner Weisheit, Macht, Größe und Dauer einen klaren, vernunftgerechten Begriff haben, um dann daraus in die volle Liebe zu Gott übergehen zu können.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 119, 1]

 

Jesus zu einem Zöllner, der sich seines Glaubens rühmt, aber die Zollpflichtigen oft übervorteilt hat: „Hast du die Nächstenliebe in der Tat nicht, da bist du ferne von Meinem Reiche; denn der bloße Glaube ohne die Werke der Liebe ist tot und der, welcher ihn hat, mit ihm. Darum ändere dein Handeln, ansonst dir wenig Heil aus deinem Glauben an Mich erwachsen wird.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 54, 1-2]

 

Der Herr: „Die Glaubenshelden, die nur auf den allein seligmachenden Glauben halten, sind sehr fest, voll Eifers und Tätigkeit, solange sie von Meinem Gnadenstrahl durchleuchtet und erwärmt werden, wenn sie aber auf die Probe gestellt werden, wieviel der eigenen Wärme sie in sich wahren, dann werden sie welk, die Früchte samt den Blättern fallen herab, und sie stehen kahl da. — In Meinem höchsten Sonnengnadenlichte erblicken sie die Herrlichkeit Meines Reiches in den Früchten, die sie aus diesem Lichte bringen; aber diese Früchte sind fremden Ursprungs; d.h. sie werden nicht durch die Kraft der eigenen Wärme erzeugt, und darum bleibt solchen Glaubenshelden die Verkostung des Todes. — Aber nicht also steht es mit denen, welche in ihrem Innern in ihrer großen Liebe zu Mir selbst eine Sonne haben; zu denen sage Ich: Wahrlich, die Mich lieben und sind tätig nach Meinem Worte, die werden den Tod weder fühlen noch schmecken!“

[Schrft. Kap. 22, 9-12]

 

Jesus zu einem Neubekehrten: „Wenn dein Glaube durch Werke lebendig wird, so wirst du dadurch auch ins Schauen, Fühlen und dich tiefst überzeugende Erkennen übergehen. Und das ist für die Seele des Menschen um vieles besser, als wenn sie etwas erst für überzeugend wahr annimmt, was sie durch ihr eigenes Suchen und Forschen mühevoll auf dem Erfahrungswege sich als Wahrheit zu eigen gemacht hat. Es ist wohl solch eine emsig forschende Seele auch ihres Lohnes wert, aber besser ist es für eine Seele, wenn sie die Wahrheit aus dem Munde Gottes vernimmt, glaubt und danach tätig ist; denn dadurch eint sie durch die Liebe Meinen Geist mit sich, der ihr in einer Stunde mehr der lichtvollen Weisheit gibt, als sie sich auf dem Wege des eigenen Forschens in hundert Jahren erwerben kann.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 37, 1-2]

 

Der Herr: „Wenn Ich vom Glauben sprach, so verstand Ich darunter allezeit den lebendigen, mit Liebe gepaarten Glauben; aber einen Glauben für sich allein verwarf Ich allezeit. Denn niemand wird durch den alleinigen Glauben zum Lichte gelangen, sondern nur durch die Tat nach Meinem Worte!“

[Schrft. Kap. 34, 21-22]

 

Jesus zu den Juden von Abila: „Daß euer gesunkener Glaube durch Meine große Wundertat wieder aufgerichtet wurde, ist sehr begreiflich. Ich habe durch dieses Mir leicht mögliche Wunderwerk nicht nur euern völlig gefallenen Glauben, sondern auch eure Liebe zu Mir angefacht. Aus dem Lichte dieser wahren, ewigen Lebensflamme habt ihr dann auch bald erkannt, wer in Mir zu euch gekommen ist. Aber in der Folge müsset ihr diesen Glauben erst durch die Werke der wahren Nächstenliebe lebendig machen, ansonst er für das Leben eurer Seele keinen Wert hätte! Denn Ich bin nur durch Meine übergroße Liebe zu euch Menschen gekommen, und so könnet ihr Menschen auch nur wieder durch die Liebe zu Mir zum ewigen Leben eurer Seelen als Meine rechten Kinder gelangen.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 57, 3 und 5]

 

Der Herr durch den Mund des liebeweisen Propheten der Urzeit Henoch: „Ich werde die Menschen richten nach dem Glauben; Meine Kinder aber will Ich führen in Meiner Liebe, und das Licht Meiner Weisheit soll ihnen zur ewigen Leuchte des allerseligsten Lebens in Mir, ihrem liebevollsten, heiligsten Vater, werden, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen!“

[H. Bd. 1, Kap. 41, 27]

 

Jesus: „Gott ohne Unterlaß im Geiste und in der Wahrheit anbeten heißt: An den einen, wahren Gott glauben, Ihn aus allen Kräften über alles lieben und Seine Gebote halten!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 36, 4]

 

Der Erzengel Raphael: „Wie der falsche, blinde Glaube sich erweist durch allerlei Lüge und Trugwerk und durch eine steigende Lieblosigkeit, so erweist sich ein wahrer Lebendiger Glaube durch die volle rückhaltlose Wahrheit in allen Dingen und durch eine stets wachsende Liebe unter den Menschen und zu Gott, hervorgehend aus der Kraft und Macht, die Gott in eines jeden wahren Menschen Herz gelegt hat.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 47, 7]

 

Jesus zu den über Seine Anwesenheit im sturmbedrohten Schiff frohlockenden Jüngern: So ihr an Mich glaubet, auf Meinen Namen baut und Mich wahrhaft liebet, dann bin Ich allezeit bei euch, ob ihr Mich sehet oder nicht. Aber wer an Mir zweifelt, bei dem bin Ich nicht, und sähe er Mich auch an seiner Seite stehen!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 102, 1]

 

Der Herr: „Wenn irgendwo in Meinem Worte vom Glauben die Rede ist, da ist dieser allezeit so zu nehmen, als wenn ihr von einer Börse redet. Wer da sagt: ‚Ich habe ihm meine Börse gegeben‘, dabei versteht sich das ‚gefüllt‘ von selbst; denn mit einer leeren wird wohl niemandem gedient sein. Ebenso ist es auch der Fall mit dem Glauben, von Meiner Seite aus betrachtet. Ich verstehe darunter nie den leeren, sondern allezeit den mit Liebe gefüllten!“

[Schrft. Kap. 34, 30]

 

Jesus: „Der Glaube an Mich ist wohl ein lebendiges Licht aus den Himmeln, aber erst durch die Werke der Liebe. Wie aber ein Licht, das in der Nacht leuchtet, erlischt, wenn es nicht ständig mit Öl genährt wird, ebenso erlischt der anfangs ungezweifelte Glaube ohne die steten Werke der Liebe.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 57, 4]

 

Jesus zu einer bekehrten jüdischen Familie in Golan: „Wer an Mich glaubt und die Gebote hält, die Moses gegeben hat, der hat schon das ewige Leben in sich; denn Ich gebe euch kein anderes Gesetz, als es Moses auch von Mir empfangen und den Menschen gegeben hat: Erkenne und liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst, so erfüllst du das ganze Gesetz Mosis und dadurch den Willen dessen, der nun mit dir spricht!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 73, 5-6]

 

Wer flammenden Herzens zum himmlischen Vater kommt, gewinnt Ihn selbst. Wer nur mit Loben und Preisen kommt, erhält nur Seinen Abglanz.

[Ev. Bd. 1, Kap. 54, 10-11]

 

Das Jesuskindlein zu Joseph über den demütigen, in höchster Gottesliebe entbrannten römischen Statthalter Cyrenius: „Cyrenius ist mehr als Abraham, Isaak und Jakob und mehr als Moses und die Propheten und mehr als David und Salomo! — Denn deren Taten waren gerecht durch den Glauben und durch große Gottesfurcht in ihrem Herzen; Cyrenius aber ist ein Erstling, den Meine Liebe geweckt hat, und das ist mehr als der gesamte alte Bund. Cyrenius hat in seinem Herzen mit großer Selbstverleugnung Mir einen neuen, lebendigen Tempel erbaut, in dem Ich wohnen werde ewiglich, und das ist mehr als alle Weisheit Salomos!“

[Jug. Kap. 189, 17-19 und 22]

 

Der Apostel Paulus spricht in einer in der Paradiessphäre gehaltenen Großratsversammlung: „Wenn vor Gott alle Menschen Sünder sind und die Sünde und Ungerechtigkeit ihr Anteil ist, mit welchem Recht wollen sie denn da richten?! Welche Gerechtigkeit haben sie denn als Sünder? Wir haben wohl eine Gerechtigkeit, die da gilt vor Gott. Aber diese kommt nicht aus unserer Erkenntnis über die Sünde und auch nicht aus dem Gesetz und seinen Werken, — sondern aus dem Glauben an Ihn und aus der reinen Liebe zu Ihm! Und diese Gerechtigkeit heißt ‚Gnade‘ und ‚göttliche Erbarmung‘! — Da wir aber nur aus dem Glauben von Gott sind gerecht gemacht worden und nicht nach der Erfüllung des Gesetzes, — sollte da der Glaube das Gesetz aufheben? O das sei ferne! Denn der Glaube macht das Gesetz erst lebendig! Das Leben des Glaubens aber ist die Liebe! Und das lebendige Gesetz ist die Ordnung der Liebe!“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 81, 8, 10, 15, 19-20, 25-26]

 

Der Apostel Paulus in der himmlischen Sphäre eines gläubigen Geistes: „Selig sind zwar diejenigen, die da glauben, daß Er ist Christus als der wahrhaftige, ewige Sohn des lebendigen Gottes. Aber diejenigen, die Ihn lieben über alles, werden in Ihm den heiligen Vater schauen; denn durch die Liebe erst werden wir zu wahren Kindern Gottes!“

[GS. Bd. 1, Kap. 9, 13]

 

Der Herr in einem Schreiben an den Fürsten Abgarus Ukkama in Edessa: „Abgarus, du bist selig, weil du Mich nicht gesehen und doch — Glauben hast! Denn siehe, es steht von Mir geschrieben, daß die, welche Mich gesehen haben, nicht an Mich glauben werden, auf daß die, welche Mich nicht gesehen haben, glauben und leben mögen in Ewigkeit!“

[Bw. 1. Antw. Abs. 1]

 

Jesus in einem Schreiben an den für seinen todkranken Sohn um Hilfe flehenden Fürsten Abgarus Ukkama in Edessa: „Abgarus, groß ist dein Glaube! Und darum könnte es mit deinem Sohne wohl besser werden. Aber da Ich bei dir Liebe gefunden habe mehr als in Israel, so will Ich dir auch mehr tun, als so du nur geglaubt hättest!“

[Bw. 2, Antw. Abs. 1]

 

Jesus: „Durch eure eigene unwandelbare Glaubensstärke werdet ihr in euren Jüngern einen gleichen lebendigen Glauben erwecken. Damit ihr diese in all ihrer Kraft beweisen könnt, ist es notwendig, daß ihr erkennet, daß Ich vom Vater ausgegangen bin, um in eurem Fleische euch den Weg des Lebens zu zeigen.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 164, 7]

 

Der Herr: „Die Liebe bringet alles mit sich, der Glaube aber nur sich selbst. Und es können viele glauben ohne Liebe; aber ihr könnet unmöglich denken, daß die Liebe je vermöchte den Glauben auszuschließen. Daher sage Ich jetzt wie allezeit: Wachset in der Liebe, so werdet ihr wachsen in allem! Denn die Liebe vergibt alles, und die Liebe gibt alles!“

[Hi. Bd. 1, S. 238, 33-34]

 

07.03. Buchstabe und Geist

Jesus zu hochmütigen Schriftgelehrten: „Ihr traget in euren Köpfen die toten Buchstaben der Schrift herum, aber den belebenden Geist, der in ihnen steckt, habt ihr noch nie erkannt, weil eure Herzen stets voll Hochmut und Weltsinn waren und der nur in der wahren Demut des Herzens wohnende Geist in euch noch nie zum lichtvollen Leben hat erwachen können. Denn Ich sage euch: Der Buchstabe der Schrift tötet, nur der Geist macht lebendig. Diesen aber überkommen nur jene, die Mir nachfolgen in Demut und Liebe.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 64, 15 und 16]

 

Henoch, der begnadete Künder des göttlichen Wortes in der Urzeit: „So ist es mit jeglichem Worte des Herrn: Nicht also, wie es gegeben wurde, wird es fruchtbringend sein, — sondern, so es gelegt wurde in das Erdreich unserer Herzen, so wird es gelegt in seiner wohlverwahrenden, harten Schale (Buchstabe); wenn aber durch unsere Liebe diese harte Schale aufgelöst und verzehrt wird im Herzen, sehet, dann wird der lebendige Keim oder das lebendige werktätige Verständnis ans Licht der Geistessonne hervorbrechen und unter manchen stürmenden Prüfungen, unter dem Lieberegen von oben und dem Gnadenlichte unseres heiligsten, liebevollsten Vaters wohlgedeihend reifen zur unschätzbarsten Frucht alles Lebens und aller Liebe in der Weisheit Gottes.“

[H. Bd. 1, Kap. 61, 11]

 

Ein Mondweiser belehrt den einstigen Bischof Martin im Jenseits: Jede äußere Belehrung, auch durch äußere göttliche Offenbarung, muß der Seele durch den in ihr wohnenden Geist aus Gott erläutert, bestätigt und ganz zueigen gemacht werden. Innere Belehrungen machen die Seele frei, ohne sie ist die rein äußere Belehrung nutzlos, und die Seele bleibt im Gericht.

[BM. Kap. 50, 18-24]

 

Der zwölfjährige Jesusknabe im Tempel zu dem jungen, ungläubigen Priester Barnabe: „Du hältst die Schrift für ein reines Menschenwerk, das viele Menschen wegen der leichteren Beherrschung ihrer Mitmenschen geschrieben haben. Wer sie mit deinen Verstandesaugen betrachtet, der wird nie etwas Göttliches darin finden und fortan ein materieller Weltmensch bleiben. Wer aber die heiligen Bücher liest mit großer Ehrfurcht seines Gemütes und glaubt, daß die Schrift göttlichen Ursprungs ist, der wird auch bald das Göttliche zur Erweckung und Belebung seines Geistes (seiner Seele) darin finden!“

[Dr. T. Kap. 19, 6, 7 und 10]

 

Jesus zu gesetzesstrengen Pharisäern: „Ich hebe durchaus kein Gesetz des Moses auf, sondern Ich erfülle das Gesetz in allen Punkten. Aber Ich zeige euch euern Unverstand in der Beurteilung der Gesetze des Propheten. Ihr reitet auf dem Buchstaben, der da tötet, und kennet den Geist nicht, der lebendig macht. Ich aber offenbare euch nun den alles lebendig machenden Geist.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 222, 15]

 

Das Jesuskindlein zu dem wackeren, aber gesetzesgebundenen Fischer Jonatha: „Die des Gesetzes Last getötet hat, werde Ich aus den Gräbern ziehen! Aber vor den Buchstabenreitern des Gesetzes werde Ich das Tor zum Leben so eng wie ein Nadelöhr machen! — Wohl hat Gott das Gesetz gegeben, aber nicht für den (harten) Weltverstand, sondern für das Herz! Und Moses hat das ganze Gesetz in der Liebe zu Gott gesetzt! Das Gesetz wohl ist geblieben, — aber die Liebe ist lange schon erstorben. Ein Gesetz aber ohne Liebe ist nichts nütze, und der es hält ohne Liebe, ist ein toter Sklave! Darum ist Mir ein Heide und ein freier Sünder lieber als ein Sklave des Gesetzes!“

[Jug. Kap. 173, 23-26]

 

Jesus hat Seinen Jüngern geboten, nur Gott als „Vater“ zu bezeichnen; aber ein gläubiger Freund weist darauf hin, daß in der Schrift mehrfach der Erzeuger der Kinder „Vater“ genannt werde. Jesus erklärt: „Am Wort selbst liegt nichts, sondern alles an seinem inneren Sinn. Darum mögen die Kinder immerhin ihren Zeuger „Vater“ und ihre Gebärerin „Mutter“ nennen, da sie des Wortes Geist nicht kennen. Ihr aber wisset, daß die höchste und reinste Liebe in Meinem Herzen zu euch Menschen, die Ich zu Meinen Kindern erziehe und erhebe für ewig, der allein wahre Vater ist. Also, wohl verstanden, Freunde, nur unter diesem Geistsinne im Worte sollet ihr zu niemandem „Vater“ sagen!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 145, 7-8]

 

Der Herr: „Alles, was Ich euch hier in diesen Eröffnungen gebe, ist wahr und getreu für Meine Kinder; Ich gebe es nicht der Welt, sondern Meinen schwachen Kindern. Denn die Welt hat das Wort im Sinne, Ich aber habe den Sinn im Worte, — daher derjenige nur zerstreuet, der nicht mit Mir sammelt!“

[H. Bd. 1, Kap. 34, 36]

 

Jesus: „Ihr müßt Meine Worte tiefer ins Herz fassen, dann werden sie eurem Gedächtnis nicht so leicht entschwinden; denn alles, was einmal das Herz lebendig erfaßt hat, das bleibt euch in der Erinnerung fest zueigen, und ihr habt es bei passender Gelegenheit zur Hand. Wollt ihr euch aber das von Mir Gesagte nur im Kopfgedächtnis merken, so werdet ihr es bald vergessen. Was jedoch das Herz einmal ergriffen hat, das ist in das geistige Leben übergegangen und bleibt euch zueigen für ewig!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 178, 15]

 

Jesus: „Zu einem wahren, lebendigen Lehrer in Meinem Namen gehört mehr als die Kenntnis, die Schrift zu lesen und anderen Menschen vorzusagen. Der Buchstabe ist da tot sowie auch der, welcher ihn nur liest, ihn selbst nicht versteht und darum auch nicht danach handelt, auf daß er im Geiste zum Leben erwache; der Geist allein macht lebendig und gibt das rechte Verständnis und die Tatkraft.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 200, 8]

 

Ein Engel: „Schlicht und prunklos steht das Wort Gottes auf der Erde durch den Buchstaben im Buche. So aber jemand in das schlichte Wort durch die enge Pforte der demütigen Liebe dringet, zu welch einer Wunderfülle gelangt er in einem einzigen ‚Worte Gottes‘!“

[GS. Bd. 1, Kap. 10, 11]

 

Ein erweckter ehemaliger Offizier im geistigen, erscheinlichen Wien erklärt einer blinden, buchstabengläubigen Seelenschar, die immer noch ein furchtbares Weltgericht im ‚Tale Josaphat‘ erwartet, die Sinnlosigkeit einer materiellen Schriftausdeutung mit den Worten: „Man muß das Wort Gottes, weil es durchgängig geistig ist, auch stets geistig nehmen, wenn man zur Wahrheit gelangen will, die allein das menschliche Gemüt von allen törichten Irrtümern frei macht. — Sehet, das unwirtliche Tal Josaphat wurde als Begräbnisstätte benutzt und bezeichnet im engeren Sinne das Grab selbst und im geistigen Sinne die Geisterwelt. Denn auch die Geisterwelt ist so lange ein Totengrab für den Geist (die Seele) des Menschen, bis diesen Gott der Herr durch Seinen heiligen, allmächtigen Liebewillen daraus erweckt.“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 238, 11-12]

 

Der Apostel Johannes belehrt den Sonnenweisen Uhron: „Da des Herrn Worte und Verheißungen reingeistig sind und ihre wahre Geltung nur den Geist und nicht dessen notwendig vergängliche Form berührt, so gehört auch ein rechtes geistiges Verständnis jeder göttlichen Verheißung dazu, um sagen zu können, ob der Herr in Seinen Verheißungen getreu ist — oder nicht. Was der Herr verheißt, das erfüllt Er auch getreuest, aber nur für den Geist und nicht für den sterblichen Leib!“

[BM. Kap. 181, 1-2]

 

Der Herr: „Nehmet an, ihr hättet die ganze Bibel auswendig in eurem Kopfe, ein anderer aber hat sich nur einige Verse zueigen gemacht, doch sein Leben streng danach eingerichtet. Bei diesem werden zwei Verse lebendig und machen frei seinen Geist, bei euch aber liegt die ganze Schrift tot, und ihr verstehet auch nicht einen Vers lebendig. — Was ist nun besser: die zwei lebenstätigen Verslein — oder die ganze Heilige Schrift, wovon aber auch nicht ein einziger Vers ins Leben aufgenommen ward? — Sicher werden hier die zwei lebenstätigen Verse besser sein!“

[Schrft. Kap. 11, 18-19]

 

07.04. Von den Schriftgrundlagen: Bibel und Neuoffenbarung

Jesus: „Die Schöpfungsgeschichte des Moses kann erklärt werden: Erstens rein naturmäßig — woraus man in der Schöpfung ein Werden in gewissen Abschnitten nach der unwandelbaren Ordnung Gottes ersieht. Daraus können alle Naturweisen ihren Verstand füllen und recht vieles ermitteln, aber dabei doch niemals auf einen festen Grund kommen. — Zweitens naturmäßig und geistig gemengt. Diese Art ist für die Menschen, die nach dem Wohlgefallen Gottes trachten, die beste, weil da beides, wie Hand in Hand gehend, klar in der Tat und in der Erscheinlichkeit ersichtlich und begreiflich wird. — Drittens rein geistig, wobei die Naturerscheinungen keine Rolle spielen und es sich nur um die geistige Bildung der Menschen in entsprechenden Naturbildern handelt. Dies haben zu verstehen alle Gottesweisen, denen die Seelenbildung der Menschen anvertraut ist. — Und endlich viertens rein himmlisch, wobei der Herr alles in allem ist und alles auf Ihn Bezug hat. Wie aber dieses zu verstehen ist, könnt ihr nicht eher fassen, als bis ihr durch die volle Wiedergeburt eures Geistes mit Mir eins geworden seid.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 163, 3-6]

 

Jesu Aussprache mit der klugen, kritischen Jüdin Helias über die Zehn Gebote des Moses.

[Ev. Bd. 7, Kap. 28-35]

 

Jesus verweist den lichtsuchenden Tempelobersten Nikodemus auf das 6. und 7. Buch Mosis nebst Anhang, wo er Aufklärung über die Natur- und Geisterwelt finde.

[Ev. Bd. 7, Kap. 61, 8]

 

Gleichnis Jesu von Schale und Inhalt eines Eies für Hülle und Wahrheitskern des wahren Prophetenwortes. — Jesu Ausdeutung: „Die Umhülsung des göttlichen Wortes muß in der materiellen Welt da sein, auf daß die innerste göttliche Wahrheit niemals verunreinigt werden kann.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 272, 12-13]

 

Der vom Geiste Gottes erleuchtete Römer Agrikola belehrt Schriftgelehrte und Pharisäer: „Im sechsten Buch gab Moses genaue Kunde über die natürliche Entstehung der Erde und beschrieb ihre Zustände von ihrem Anbeginn bis auf seine Zeit und von da an prophetisch weiter bis zu ihrer völligen Auflösung. Darin beschrieb Moses auch den gestirnten Himmel, diese Sonne und ihre Planeten, sowie auch die Kometen in ihrer natürlichen, wahren Beschaffenheit, ferner die Sonnen- und Mondfinsternis, deren Vorausberechnung er erläuterte. Und schließlich enthüllte dieses Buch Wesen, Größe und Entfernungen der Fixsterne. Über dieses alles sollte das Volk wohl belehrt werden, damit das Volk Gottes auf Erden und in den Gestirnen in aller Wahrheit wandle und nicht in allerlei Irrwahn der Heiden verfalle!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 216, 7]

 

Der erleuchtete Römer Agrikola: „Das siebente Buch Mosis enthielt die Wahrheit über die Schöpfung des Menschen und seine geistige Entwicklung durch den beständigen Einfluß des Geistes Gottes. Es erklärte zu jedes Menschen Verständnis das erste Buch Mosis und gab Kunde von den Büchern der Patriarchen Kenan, Henoch und Lamech und erklärte sie. Am Schlusse berichtete es von den „Kriegen Jehovas“, d.h. von der Geschichte der Völker der Tiefe, und ermahnte die Volkslehrer, dies alles das Volk ordentlich zu lehren. Moses gebot, daß da niemand zuvor ehelichen oder ein Amt bekommen dürfe, bevor er sich den ganzen Inhalt seiner Bücher zu eigen gemacht habe.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 216, 9]

 

Der erleuchtete Römer Agrikola: „Zum siebenten Buch Mosis kam noch ein prophetischer Anhang, der bekundete, daß die Priester, Richter und Könige Israels alles Gotteswidrige tun werden, und wie Gott sie darum züchtigen werde. Darin wird auch das Kommen des Messias beschrieben, wie Er leben, was Er tun und lehren und wie Er von den Priestern gehaßt und verfolgt wird. Dann schildert Moses der Juden Untergang, des Messias Kirche, ihre langen Verfolgungen durch den Gegenmessias, danach das Ende des Antichrist und darauf die Glorie der reinen Kirche Gottes auf Erden.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 216, 11-12]

 

Jesus: „Moses hätte nicht ein sechstes und siebentes Buch von den Dingen und Erscheinungen in der Natur und dazu einen prophetischen Anhang mit der alten Lehre der Entsprechungen zwischen Natur- und Geisterwelt geschrieben, wenn er das zur Bildung der Juden nicht für höchst notwendig erachtet hätte! Aber schon zur Zeit der Könige ist dieser wichtige Zweig der Vorbildung durch den finster und habsüchtig gewordenen Teil der Priesterschaft und auch durch die Könige selbst mehr und mehr vernachlässigt worden, bald ging er ganz verloren, sodaß ihr nun kaum mehr wisset, daß einst bei den Juden eine solche Wissenschaft bis unter Samuel sehr gepflegt wurde.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 183, 11-12]

 

Jesus: „Obschon Moses als angeblicher Sohn des Pharao in die ägyptischen Mysterien eingeweiht war und auch von der alten Sternenwissenschaft und Erdkunde so manches kennengelernt hatte, so war das dennoch kaum ein trüber Wassertropfen gegen das Meer seiner nachmaligen Erkenntnis, die ihm als dem erwählten Führer des israelitischen Volkes vom Geiste Gottes gegeben wurde und wodurch er ein wahrer Gelehrter aus Gott ward!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 92, 10]

 

Jesus zu Seinen Jüngern: „Es mögen tausend Evangelien geschrieben werden, so wird immer nur das das einzig wahre sein und verbleiben, welches sich im Menschen, wenn er nach Meinen Worten lebt und handelt, nach Meiner Verheißung lebendig offenbaren wird, — und dieses lebendige Evangelium wird auch bis ans Ende aller Zeiten der einzige Prüfstein sein und bleiben, ob ein geschriebenes Evangelium echt oder falsch ist. An den Früchten also müsset ihr das erkennen; denn von den Disteln erntet man keine Feigen und von den Dornhecken keine Trauben.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 79, 18-19]

 

Jesus: „Die beiden Evangelien nach Matthäus und Johannes sind bis auf einzelne Kleinigkeiten am meisten rein.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 134, 12]

 

Jesus: „Die Urschriften der Evangelien wurden weisest aus dem Wege geräumt, auf daß mit solchen Reliquien in kurzer Zeit keine Abgötterei getrieben werde. Der Geist aber, der in den Originalen lag, ist auch in den Nachschriften völlig erhalten worden. Mögen sich die Nachschriften Meines Wortes äußerlich noch so unähnlich sehen, so sind sie im Innersten dennoch von ein und demselben Geiste erfüllt, und mehr braucht es nicht. Denn am Buchstaben liegt nichts, sondern nur am Geiste!“

[Ev. Bd. 1, Kap. 134, 14-16]

 

Jesus erklärt Widersprüche in den Evangelien des Johannes und des Matthäus.

[Ev. Bd. 1, Kap. 91, 8-9]

 

Unterschiede der Aufzeichnungen des Matthäus und des Johannes: Jesus: „Was Matthäus schreibt, das kommt nur dieser Erde besonders zugute; was Johannes schreibt, das gilt für die ganze ewige Unendlichkeit. Denn in allem, was er schreibt, liegt verhüllt das rein göttliche Walten von Ewigkeit zu Ewigkeit.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 113, 10]

 

Jesus verbietet dem Jünger Matthäus, die Enthüllungen über das Vorleben des Griechen Philopold auf anderen Gestirnen aufzuzeichnen, und sagt: „Das ertragt ihr als Meine nächsten Zeugen wohl und möget es auch fassen; aber wenn alles beschrieben würde in vielen Büchern, was Ich vor euch tue und rede, so würde solche Dinge die Welt nicht fassen.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 216, 10]

 

Jesus belehrt den Jünger Johannes, der durch lückenhafte Berichte Verwirrung über Jesu Erdenleben befürchtet: „Es ist besser, die Sache wird der Welt in Verhüllung gegeben; sie kann sich dann mit der Hülle abmühen, wobei der Lebenskern unversehrt bleibt. — Wenn es aber einst vonnöten sein wird, werde Ich schon von neuem Menschen erwecken und ihnen alles kundgeben, was hier geschehen ist, und was die Welt zu erwarten hat um ihrer unverbesserlichen Bosheit willen. Wie aber das alles geschehen wird, das werde Ich dir, du Mein Bruder Johannes, wenn Ich wieder in Meinen Himmeln wohnen werde, noch in dieser Welt für alle Welt in verhüllten Bildern (Offbg. Johs.) offenbaren.“

[Ev. Bd. 1, Kap, 216, 13-15]

 

Ein erleuchteter Geist im Jenseits belehrt eine suchende Schar: „Die scheinbare Zusammenhanglosigkeit der göttlichen Offenbarungen an die Menschen widerspricht der göttlichen Ordnung nicht, sondern bestätigt sie vielmehr. Denn eben dadurch zwingt die Gottheit die träge Natur der Menschen zum Denken und Suchen und Sichzurechtfinden in dem, was ihr am Anfang und in der Äußerlichkeit der Gotteslehre so unordentlich und unlogisch vorkommt.“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 114, 10]

 

Jakobus, der Pflegebruder Jesu, übergibt dem Oberstatthalter Cyrenius ein von ihm niedergeschriebenes Evangelium über die Jugend Jesu.

[Ev. Bd. 2, Kap. 25, 2-4]

 

Jesus ermahnt Seinen Jünger Johannes, nur das aufzuzeichnen, was Er, der Herr, offen vor aller Welt lehre und tue. Sein geheimes Tun aber solle er wegen der Unreife der Welt nur in sein Herz zeichnen.

[Ev. Bd. 1, Kap. 34, 2 und Kap. 36, 2]

 

Jesus: „Es werden gar bald nach uns eine Menge geschriebener Evangelien zum Vorschein kommen, von denen jedes behaupten wird, die reine Wahrheit zu enthalten, von denen aber keines dem anderen gleichsehen wird. Ja, es wird der wider Mich zeugende Fürst der Lüge auch noch dazu kommen und große, falsche Zeichen tun. Er wird in den Acker, darein Ich nun den reinsten Samen streue, Unkraut säen. Aber es wird das alles Meiner wahren, reinen Lehre an und für sich keinen Eintrag machen; denn das hier von Mir zu euch gesprochene Wort wird von euch weitergesprochen, und ihr werdet euch zwar nicht mehr genau buchstäblich Meiner Worte bedienen, aber der innere Geist (Meiner Lehre) wird dabei dennoch erhalten bleiben!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 120, 5-6]

 

Jesus zu Seinen ersten Aposteln: „Es ist besser, wenn die Menschen nach Meiner vernommenen Lehre mehr handeln als diese niederschreiben; denn wird der Schreibgeist unter den Menschen zu früh wach, da werdet ihr in kurzer Zeit nach Mir eine Unzahl von geschriebenen Evangelien sogar unter euren Namen entstehen sehen und werdet viel zu tun haben, all das falschprophetische Geschreib zu widerlegen. Darum möget ihr wohl viel reden, aber wenig schreiben!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 79, 8]

 

Der Herr über einen noch glaubensschwachen Freund: „Ich habe sein Herz angeschaut und einen guten Keim darin gefunden. Er soll ja recht fleißig diesen Keim begießen mit dem Wasser des Lebens aus Mir, das er in großer Fülle finden wird in der Schrift des Alten und Neuen Testamentes.“

[Hi. Bd. 1, S. 19, 2]

 

Der Herr zu einer lichtsuchenden Seele: „Nimm gern das Neue Testament zur Hand und lies es sorgfältig, so wirst du darin gar bald des wahren Lebens Schule entdecken! — Und wirst du erst danach zu handeln anfangen, so wirst du mit Strömen des ewigen Lichtes übergossen werden!“

[Hi. Bd. 1, S. 409, 7]

 

Die im Lukas-Evangelium Kapitel 5 erwähnte, aber im Kirchengebrauch verschollene sogenannte ‚Schiffspredigt des Herrn wird durch Jakob Lorber in ihrem machtvollen, gewaltigen Wortlaut wiedergegeben.

[Hi. Bd. 2, S. 202, 1 ff]

 

Der Herr verkündet durch Jakob Lorber ein bis dahin unbekanntes Evangelium über die Himmelfahrt Jesu Christi.

[Hi. Bd. 2, S. 208, 1 ff]

 

Der Apostel Paulus im jenseitigen Mittelreich zu lichtlosen Seelen: „Das Wort Gottes ist den Menschen verhüllt gegeben worden, auf daß es in seinem Heiligsten nicht verunreinigt werden kann!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 204, 9]

 

Vor Seiner Himmelfahrt enthüllte der Herr Seinen Jüngern tiefe Geheimnisse des inneren Lebens, die aber wegen der Unreife der Menschen nicht aufgezeichnet werden durften.

[Hi. Bd. 2, S. 208, 3-4]

 

Der Herr zu einem Freunde Jakob Lorbers, der das Wort Jesu: ‚Seliger ist Geben als Nehmen!‘ in den vier Evangelien vermißt: „Das muß dir doch klar sein, daß Ich im Verlaufe von dreiunddreißig Jahren sicher mehr werde geredet haben, als da enthalten ist in den vier Evangelien. Dieses Sätzlein war Mein gewöhnlicher Wahlspruch, der jeder Handlung wie auch so mancher Rede voranging.“

[Hi. Bd. 2, S. 285, 1-2]

 

Jesus in einem „Notabene“ für die Jetztzeit: Beinahe alle Städte und Orte, in denen sich Aufzeichnungen von Meinem Wirken und Lehren vorfanden, sind zerstört worden; nur die (biblischen) Kleinevangelien des Johannes und Matthäus sind noch, der Menschen guten Willens wegen, mehr oder weniger sprachrichtig bis jetzt als echte Dokumente über Mein Erdenleben erhalten worden, so auch die Schriften des Lukas und des Markus, soweit der Letztere das von Paulus Vernommene in aller Kürze für sich aufgezeichnet hatte, — ebenso auch mehrere Briefe der Apostel, — von denen aber viele verlorengegangen sind — und die Offenbarung Johannis, aber freilich auch mit einigen Sprachunrichtigkeiten, was jedoch der Hauptsache für den, der von Mir geführt wird, keinen Eintrag tut.

[Ev. Bd. 10, Kap. 25, 6]

 

Jesus zu einem junger Johannes: „Du wirst über das Wichtigste Meines Lehramtes auf Erden in dem von dir geschriebenen und bleibenden Evangelium noch anführen, daß Ich gar vieles gelehrt und getan habe, was nicht in diesem Buche geschrieben steht, und würde man solches auch in Büchern aufschreiben, so würde sie die Welt nicht fassen. Daß Ich Mich demjenigen, der an Mich glaubt, Mich liebt und Meine Gebote der Liebe hält, selbst offenbaren werde, das genüge einem jeden, der in Meinem Namen getauft und gestärkt wird durch Meinen Geist aus den Himmeln.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 157, 3-4]

 

Der Herr bezeichnet auf die Frage Jakob Lorbers als die tröstlichsten Worte des Alten Testaments den Text Jesaja, Kapitel 54, Vers 1-17, und im Neuen Testament Seine Worte: „Kommet her zu Mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, — Ich will euch erquicken!“ [Hi. Bd. 2, S. 159, 4-5]

 

Der Herr schildert die geschichtliche Entstehung und Entwicklung der lateinischen Bibel, ‚Vulgata‘ genannt, und der griechischen Bibel, welche Luther in die deutsche Sprache übersetzte.

[Hi. Bd. 2. S. 173, 1 ff]

 

Der Herr: „In der Form beider Bücher (der Vulgata und der Lutherbibel) ist die Hauptsache aufbewahrt und für den Geist völlig rein. Denn der innere Sinn blieb ganz rein unter was immer für einer Form. Und das ist ja auch die Hauptsache. Daher kann man sich an die eine oder die andere halten, und man kann nicht irren und darum auch ganz ruhig sein. Denn auf den Buchstaben kommt es nicht an, sondern auf den Geist; dieser ist es ja, der da lebendig macht!“

[Hi. Bd. 2, S. 175, 15-16]

 

Jesus zu berufenen Verkündern Seiner Lehre: „Werdet ihr auch nicht imstande sein, alles Heidentum siegreich in kurzer Zeit zu bekämpfen, so wird das die reine Wahrheit Meiner Lehre in späteren Zeiten vermögen. Denn in jenen Zeiten werde Ich wieder Männer und Mägde erwecken, die den Menschen diese Wahrheit ebenso rein und klar überliefern werden, wie Ich selbst sie euch jetzt verkünde.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 42, 4 und 5]

 

Des Herrn große Verheißung eines neuen Schriftwortes: „Vor Meiner Wiederkunft werde Ich von Zeit zu Zeit Menschen erwecken, denen Ich alles, was jetzt bei dieser Meiner Gegenwart geschieht und gesprochen wird, durch ihr Herz in die Feder sagen werde, und es wird dann das Geschriebene auf eine den dermaligen Menschen bekannte kunstvolle Art in ganz kurzer Zeit in vielen Tausenden von gleichlautenden Exemplaren können vervielfacht und verbreitet werden. Da die Menschen in jener Zeit beinahe durchgängig des Lesens und Schreibens kundig sind, so werden sie die neuen Bücher auch selbst lesen und wohl verstehen können. Und diese Art der Ausbreitung Meiner neu und rein wiedergegebenen Lehre aus den Himmeln wird dann um vieles schneller und wirksamer zu allen Menschen der Erde kommen als jetzt durch Meine Boten von Mund zu Mund.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 94, 4-5]

 

Jesu Verheißung: „Es wird das, was wir nun hier verhandeln, nach fast zweitausend Jahren ebenso von Wort zu Wort können vernommen und aufgezeichnet werden, als ginge das alles vor den Augen der dann auf Erden Lebenden vor sich.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 15, 6]

 

Jesus zu Seinen Jüngern: „Ich werde in der fernen Zukunft Knechte erwecken und ihnen durch den Geist in ihrem Herzen alles das zum Schreiben diktieren, was nun seit der Zeit geschehen und gelehrt worden ist, als Ich in das Lehramt trat und euch zu Meinen ersten Jüngern machte, sowie auch das, was nachkommen wird, und noch vieles andere dazu.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 79, 3]

 

Der himmlische Vater zur Zeit der Neuoffenbarung durch Jakob Lorber: „Bald nach Meiner größten Tat, eurer Erlösung, da war Mein Brot noch sehr teuer, und die Menschen konnten es sich nur in kleiner Gabe durch ihr Blut und Leibesleben erkaufen (zur Zeit der Märtyrer). Dieses Mein Brot schmeckte damals bitter und war noch nicht bestrichen mit dem Honig der Liebe und getränkt mit der Milch des freien Lebens. Jetzt aber, wo Ich es jedem ganz umsonst gebe, bloß für das sehr kleine Entgelt eurer Liebe, mit Honig und Milch, nun verachtet man es und verschmäht den großen freundlichen, liebevollsten Geber.“

[H. Bd. 1, Kap. 12, 2 und 3]

 

Der himmlische Vater zur Zeit der Neuoffenbarung durch Jakob Lorber: „Die Pforten Meiner Himmel habe Ich jetzt weit öffnen lassen. Wer immer herein will, der komme; denn es ist gekommen die große Zeit der Gnade, und das neue Jerusalem kommt zu euch allen hinab zur Erde, damit alle, die Mich lieben, darinnen Wohnung nehmen und gesättigt werden sollen mit Honig und Milchbrot und trinken in vollen Zügen das reine Wasser alles Lebens und sollen es schöpfen in vollem Maße aus dem ewigen Brunnen Jakobs.“

[H. Bd. 1, Kap. 12, 4,7 und 8]

 

Die erste verbürgte Nachricht über einen dem steirischen ‚Schreibknecht des Herrn‘ Jakob Lorber im Jahre 1844 durch die Stimme des Geistes kundgegebenen Briefwechsel des Herrn Jesus mit dem Fürsten Abgarus Ukkama in Edessa findet sich in dem großen Hauptwerk des Vaters der Kirchengeschichte Eusebius, der anfangs des vierten Jahrhunderts n.Chr. als Bischof zu Cäsarea in Palästina lebte. Bischof Eusebius berichtet, daß er selbst in der königlichen Urkundensammlung von Edessa (Mesopotamien) einen solchen Briefwechsel entdeckt habe und führt den ersten der Briefe mit der Antwort des Herrn in seinem Geschichtswerk wörtlich an: mit diesen beiden Briefen stimmt Lorbers Wiedergabe getreu überein.

[Bw. Vorw. Abs. 1]

 

Der Evangelist Johannes: „Der Herr hat nach Seiner Auferstehung noch gar vieles mit uns, Seinen Erwählten, gesprochen, welches nicht aufgezeichnet ward; und wäre es auch aufgezeichnet worden, so hätte die Welt die Bücher vor der Menge und vor der Größe und Tiefe des Inhalts nicht fassen können. Hier aber (durch die Neuoffenbarung) wird euch so manches davon kundgetan; daher möget ihr wohl aufmerksamen Geistes sein, um in euch zu fassen das große Geheimnis des Lebens und die innere, erhabene Weisheit des Geistes!“

[GS. Bd. 2, Kap. 15, 29]

 

Ein erleuchteter Geist im Jenseits: „Die Gotteslehre ist so gegeben und gestellt, daß jeder Geist aus ihr seine ihm zusagende Nahrung nehmen, dadurch wachsen und zur Vollendung gelangen kann. Wie auf demselben Erdboden zwei verschiedene Pflanzen recht gut nebeneinander fortkommen und ihre Reife erlangen können, ebenso können auch aus derselben Gotteslehre mehrere konfessionell verschiedene Geister ungehindert ihre geistige Vollendung erlangen, wenn sie ihrer Konfession nur treu und gewissenhaft folgen.“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 114, 13-14]

 

Der Herr: Die Kenntnis der Schriften Swedenborgs fördern den geistigen Fortschritt eines Menschen auch im Jenseits.

[BM. Kap. 52, 1]

 

Jesus, der Herr, zu einer erlösten Seele in der Geisterwelt: „Ich habe auf der Erde Zeugen erweckt, und was Ich mit dir nun hier rede und geredet habe, noch reden und handeln werde, siehe, das alles wird zu gleicher Zeit auf der Erde aufgeschrieben und kundgemacht den Menschen.“

[BM. Kap. 127, 15]

 

Mahnung des Herrn: „Ein Weltmensch wird diese Eröffnungen (das 0ffenbarungswerk ‚Bischof Martin‘) über das Fortleben der Seelen im Jenseits, die jenseitige Seelenschule, ebenso ungläubig wie die Heilige Schrift als eine Torheit verwerfen. — Ihr aber, Meine Kinder, nehmet diese Enthüllung gläubig an, dann werdet ihr jenseits leichteren Weges wandern als viele Tausende, welche vom jenseitigen Leben keine Ahnung haben!“

[BM. Kap. 205, 1 und 5]

 

Dem zur Zeit der Niederschrift des Neuoffenbarungswerkes „Die natürliche Sonne“ auf unserer Erde noch unbekannten Planeten ‚Neptun‘ — von seinen Bewohnern ‚Miron‘ = ‚Welt der Wunder‘ genannt — entspricht das siebente Sonnengürtelpaar. Naturmäßige Beschaffenheit des Miron (Neptun), seine Bewegung um die Sonne, seine Pflanzen-, Tier- und Menschenwelt. — Dieser wunderbare, von der Sonne ungeheuer weit entfernte, sie sehr langsam umbahnende Planet wurde erst vier Jahre nach der Offenbarung durch Jakob Lorber von den Astronomen Leverrier und Galle — am 23. September 1846 — entdeckt. Welch ein hochbedeutsamer, überzeugender Beweis für die Echtheit dieser Neuoffenbarung!

[NS. Kap. 53, 3-14, Kap. 54-65]

 

Der Herr zu dem ob der Zweifel seiner Mitmenschen zagenden Jakob Lorber: „Bringe du nur stets fleißig aufs Papier, was du vernimmst! Denn darum gebe Ich es dir, damit Ich der Welt dadurch einen neuen Eck- und Grenzstein setze, über den viele fallen werden, die nicht auf den darin bezeichneten Wegen der Demut, der gänzlichen Selbstverleugnung, der Geduld, Sanftmut und aller Liebe wandeln werden!“

[Hi. Bd. 1, S. 390, 14]

 

Der Herr: „Siehe, dieses Wort (Neuoffenbarung) ist in sich gar mächtig, entweder zum Beleben oder zum Toten. Daher muß im Anfange damit überaus vorsichtig zu Werke gegangen werden. Wen es ergreift, den laßt es nimmer aus — entweder zum Leben oder zum Tode! — Da es aber ebenso mächtig wie zum Leben auch zum Gerichte leitet, so lasse Ich es nun geschehen, daß eben dieses mächtige Wort den, der es lebendig ergreift, auch lebendig macht und gar gewaltig wiedergebäret; — den aber, der es nur lau ergreift, alsbald hinausstößt und ihn abhält, es ferner aufzunehmen. Denn es ist besser, von Meiner Liebe nichts zu vernehmen, als diese in sich lau zu handhaben, wenn sie an ihn einmal in solch lebendigster Fülle ergangen ist!“

[Hi. Bd. 2, S. 187, 4-6]

 

Ein wandernder greiser Bettler aus Illyrien berichtet der Mutter Jakob Lorbers eine alte Weissagung über einen Mann in der Steiermark, aus dem der Geist Gottes sprechen werde, und fügt hinzu: „Euer Sohn ist dieser Begnadete!“

[Hi. Bd. 2, S. 241, 1 ff]

 

Der erleuchtete Robert Blum auf dem geistigen Reinerkogel bei Graz zu dem Herrn über Jakob Lorber: „Einen (aus der angekommenen Gesellschaft der Grazer Freunde) kenne ich schon. Das ist der, welcher in Deinem Namen, o Herr, Brot und Wein mit sich brachte. Es ist so ein schwaches irdisches Knechtlein von Dir; er schreibt, was Du ihm durch einen Engel in Deinem Namen in die Feder diktierst.“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 261, 5]

 

Der Herr zu Jakob Lorber: „Siehe, wärest du ein Schreiblustiger, dann hätte Ich dich nie erwählt! Denn die Schreiblustigen schmuggeln gern und verkaufen unter Meiner echten Ware auch ihre eigene auf Meine Rechnung. Darum also erwählte Ich dich, weil du kein Schreiblustiger bist, um eben dadurch Meine Ware einmal ganz rein vor die Welt zu bringen!“

[Hi. Bd. 2, S. 251, 4]

 

Der Herr offenbart Jakob Lorber einen wichtigen Text des Religionsphilosophen Heinrich Steffens, welcher lautet: „Alle Religion ward als Offenbarung, als eine Gabe höherer Geister betrachtet und war nur dadurch Religion. Die christliche Religion ist die Offenbarung der ewigen Liebe Gottes, so wie sie den Gläubigen geschenkt ward, die Enthüllung eines seligen, höheren Lebens, gegen welches alle irdische Erscheinung verblassen muß!“

[Hi. Bd. 2, S. 278, 4-5]

 

Der Herr: Fürs erste soll sich jeder, der die Mitteilung über den Planeten Saturn gelesen hat, ein tüchtiges Beispiel nehmen, wie ganz anders die Bewohner dieses Planeten Meinen Willen achten als die Bewohner eurer Erde. Fürs zweite soll er daraus erschauen, wie Meine Liebe, Weisheit, Macht und väterliche Sorgfalt viel weiter hinausreichen, als es sich der hochtrabende Menschenverstand je in den Sinn kommen läßt. — Und fürs dritte aber soll diese Betrachtung den Menschen eurer Erde zur vollen Demut leiten, aus welcher er erkennen soll, wer er ist und wer Ich, sein Gott, Schöpfer und Vater, bin. Und dabei soll er sich auf die Brust schlagen und darüber nachdenken, welch größte Gnade und Erbarmung ihm dadurch zuteil geworden ist, daß Ich, der alleinige Herr und Schöpfer solcher Wunderwerke, es Mir habe gefallen lassen, eure Erde, diesen kleinen, sündigsten Planeten, zu erwählen zur Geburtsstätte Meiner unendlichen Liebe, Erbarmung und Gnade und somit aller Fülle Meines göttlichen Wesens!“

[Sa. Kap. 51, Abs. 15-18]

 

07.05. Das Innere lebendige Wort

Der Herr: „Wer mit Mir reden will, der komme zu Mir, und Ich werde ihm die Antwort in sein Herz legen; jedoch die Reinen nur, deren Herz voll Demut ist, sollen den Ton Meiner Stimme vernehmen. Und wer Mich aller Welt vorzieht, Mich liebt wie eine zarte Braut ihren Bräutigam, mit dem will Ich Arm in Arm wandeln. Er wird Mich allezeit schauen wie ein Bruder den anderen Bruder, und wie Ich ihn schaute schon von Ewigkeit her, ehe er noch war.“

[H. Bd. 1, Kap. 1, 1-2]

 

Der Herr: „Mein Geist der Liebe und Gnade ist in euch und ist in aller Weisheit. Wer ihn hört, der wird alles ergründen in der Tiefe der Tiefen. — Aber seine Stimme ist nicht laut, sondern sehr leise, jedoch eben darum durchdringend wie die Wärme der Liebe und wie das Licht der Gnade und wie die Kraft der erbarmenden Liebe eures heiligen Vaters.“

[H. Bd. 1, Kap. 6, 13 und 14]

 

Der Herr: „Ich erweckte völlig Henochs Herz; er erkannte alsbald ein helles Licht in seinem Herzen lodern und sah zum ersten Male eine helle Feuerschrift in seiner Seele und erkannte daraus, daß es ein lebendiges Wort aus Mir war.“

[H. Bd. 1, Kap. 70, 4]

 

Der Herr: „Die äußeren Reize der Welt sind nur der Versuchung wegen da, damit sich die Menschen selbst richten nach Meiner Liebe. Sobald jemand an der Welt kein Wohlgefallen mehr findet, sondern nur an der stets wachsenden Sehnsucht nach Mir, dem wird das innere Auge und Ohr erschlossen werden, und er wird, wenn auch noch im sterblichen Leibe, alsbald den heiligen Vater hören und Ihn dann und wann auch zu sehen bekommen.“

[H. Bd. 1, Kap. 80, 4]

 

Auf die Frage eines eifrig forschenden römischen Hauptmanns: „Wie liebt man Gott, den man noch zu wenig kennt?“ antwortet der erleuchtete Joseph: „Wie du deinen Bruder oder deine Braut liebst, so auch liebe Gott! Ebenso liebe deine Mitmenschen als Brüder und Schwestern in Gott, und du wirst dadurch auch Gott lieben! Tue allezeit und allenthalben Gutes, so wirst du die Gnade Gottes haben! — Sei barmherzig gegen jedermann, so wirst du auch bei Gott Barmherzigkeit finden! — Ferner sei in allen Dingen gelassen, sanft und voll Geduld, fliehe den Stolz, den Hochmut und den Neid wie die Pest, dann wird der Herr eine mächtige Flamme in deinem Herzen erwecken, und das gewaltige Licht dieser geistigen Flamme wird alle Finsternisse des Todes aus dir verscheuchen, und du wirst in dir selbst eine Offenbarung finden, in der dir alle deine Fragen aufs lebendigste beantwortet werden. — Wenn du Liebe ausübst, dann wird aus der Flamme solcher Liebe dir ein Licht werden! — Siehe, das ist der rechte Weg zum Licht und Leben aus Gott. Das ist die rechte Liebe zu Gott; diesen Weg wandle!“

[Jug. Kap. 146, 12-20, Kap. 148, 21]

 

Henochs, des ersten Hohenpriesters der Urzeit, Rat an Lamech, den königlichen Oberpriester der Tiefe: „Nach der demutsvollen, lebendigsten Anrufung Gottes, des Vaters, sollst du dich begeben in die volle Ruhe und erwarten des Herrn Wort und Willen! Kommt des Herrn Wort, so achte sorgfältigst darauf, zeichne es auf und verkünde es dem Volke! Wird es aber nicht kommen, dann gib Gott in deinem Herzen die Ehre, tritt ehrfurchtsvoll aus dem Tempel und schließe diesen wieder auf einundneunzig Tage!“

[H. Bd. 2, Kap. 242, 11-13]

 

Henoch, der erste Hohepriester der Urzeit, zu bekehrten Bewohnern von Hanoch: „Das Schauen des Herrn bringt niemandem das ewige Leben, wohl aber das Hören und das Leben nach dem gehörten Wort!“

[H. Bd. 2, Kap. 269, 5]

 

Petrus zu dem römischen Oberstatthalter Cyrenius: „Wir Jünger reden mit Jesus zumeist nur im Herzen und fragen Ihn um tausenderlei, und Er antwortet uns in klaren, wohlausgeprägten Gedanken, und so gewinnen wir doppelt. Denn eine Antwort des Herrn in des Menschen Herz ist schon sein Lebensanteil, während das äußere Wort erst durch die Tat zum Lebensanteil der Seele werden kann.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 62, 9]

 

Jesus zu dem römischen Oberstatthalter Cyrenius: „Sei ruhig und versuche in deinem Herzen, Mich um was immer zu fragen, und Ich werde dir die Antwort klar, deutlich und wohlvernehmlich in dein Mich wahrlich über alles liebendes Herz legen!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 62, 14]

 

Jesus: „Ich allein bin der Herr und tue alles nach Meiner Liebe und Weisheit, und niemand kann zu Mir sagen: ‚Herr, warum tust Du dieses und jenes?‘ Ja, wer Mich in der Liebe seines Herzens fragt, dem werde Ich eine belehrende Antwort in sein Herz legen. Wer aber mit Mir rechten wollte, dem wird keine Antwort, sondern ein Gericht erteilt.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 119, 12]

 

Der Erzengel Raphael: „Wer Gott den Herrn wahrhaft liebt, der ist beständig bei und in Gott. Will er von Gott etwas hören und wissen, so frage er Ihn im Herzen, und er wird durch die Gedanken des Herzens eine volle Antwort bekommen. Es kann so jeder Mensch von Gott allezeit und in allen Dingen belehrt werden.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 23, 9]

 

Jesus: „Wer seinen armen Bruder liebt wie sich selbst und nicht hinausstoßen wird eine arme Schwester, welchen Stammes und Alters sie auch sei, zu dem werde Ich selbst kommen allezeit und Mich ihm treulich offenbaren. Seinem Geiste, der die Liebe ist, werde Ich es sagen, und dieser wird damit erfüllen die ganze Seele und ihren Mund. Was solch ein liebevoller Mensch dann reden oder schreiben wird, das wird von Mir geredet und geschrieben sein!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 79, 5]

 

Jesus zu einem tief im Herzen bekehrten, einfachen Herbergswirt: „Wenn du von nun an in Meinem Namen reden wirst, dann brauchst du nicht zu denken, was du reden sollst, sondern Ich werde dir die Worte, die du zu reden hast, in den Mund legen. Gedanken, so klar wie ausgesprochene Worte, wirst du in deinem Herzen empfinden und sie ganz leicht aussprechen mit dem Munde. Darin liegt das Geheimnis Gottes im Menschenherzen.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 79, 15 und 17]

 

Jesus zu Seinen Jüngern: „Ich kann nicht ewig im Fleische auf dieser materiellen Welt verbleiben, und doch fragt ihr, wie Ich bis ans Ende der Zeiten bei den Meinen verbleiben werde! — Ich werde im Geiste, im Worte und in der Wahrheit bei den Meinen verbleiben, und die sich in großer Liebe zu Mir befinden, die werden Mich auch persönlich auf Augenblicke zu sehen bekommen. Die aber nach Meinem Worte leben und nach dessen innerer Wahrheit forschen, mit denen werde Ich reden durch das Verständnis ihrer Herzen und werde legen Meine Worte in ihr Gemüt. Und in Meinem Namen wohlerzogene Jünglinge und Mägde sollen Gesichte haben, in denen ihnen erklärt wird Meine Wesenheit, die Himmel und das ewige Leben, wie auch das Los der Abtrünnigen und Bösen! Und also werde Ich verbleiben bei den Meinen bis ans Ende dieser Erde!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 55, 14-15]

 

Jesus zu dem bekehrten Essäerobersten Roklus: „Wenn ihr in Meinem Namen lehren und wirken werdet, dann denket nicht, was ihr reden und wie ihr ein Werk beginnen und beenden sollet; denn Ich selbst werde euch stets alles ins Herz und in den Mund legen, euern Verstand wohl erleuchten und euern Mut und Willen stärken!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 220, 10]

 

Jesus verheißt den wahren Nachfolgern und Verkündern Seiner Lehre: „Wenn Ich auch nicht in dieser Meiner leiblichen Person bei eurem Wirken gegenwärtig sein werde, so bin Ich es aber im Geiste Meiner Liebe, Weisheit, Macht und Kraft, und dieser Geist wird euch allzeit lehren und euch die Worte ins Herz und in den Mund legen, die ihr zu reden habt. Wie ihr aber selbst allzeit von Meinem Geiste belehrt werdet in aller Weisheit aus Gott, so werden auch eure gerechten Nachfolger ohne Dazwischenkunft Meiner leiblichen Persönlichkeit in allem belehrt werden.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 200, 12-13]

 

Jesus: „Wer an Mich glaubt, Meinen Willen tut, Mich über alles und seinen Nächsten wie sich selbst liebt, zu dem werde Ich selbst kommen und Mich ihm treulich offenbaren. In der Folge aber wird es so sein, daß jeder, den es wahrhaft nach Mir als der ewigen Wahrheit dürstet, von Mir belehrt wird.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 37, 3]

 

Jesus: „Mein Wort ist schon das Leben in sich und macht lebendig jeden, der es mit gutem Herzen vernimmt; denn es geht da sogleich das Grundleben alles Lebens ins Leben des Menschen über. Das Wort des Propheten aber ist nur ein getreuer Wegweiser und zeigt dem Menschen, wie er zu dem lebendigen Worte aus Meinem Munde gelangen und dadurch ins Leben des Geistes übergehen kann.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 56, 6]

 

Jesus: „Es muß jeder Mensch in seinem Herzen von Gott belehrt werden! Wer nicht vom Vater, dem Gottgeiste in Mir, belehrt wird auf dem Wege der reinen Liebe zu Mir, der kommt nicht zu Mir, dem Sohne der ewigen Liebe, der Ich bin das ewige Licht, der Weg, die Wahrheit und das Leben; denn Ich bin des Vaters Weisheit in Mir selbst.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 56, 7]

 

Jesus: „Leuchten in der Nacht nicht zahllose Lichter am Himmel? Und dennoch kannst du bei ihrer Beleuchtung keine Schrift lesen! Ebenso kann ein Mensch bei dem tausendfältigen Geflimmer seiner mühevoll errungenen Weltwissenschaften und Erfahrungen die innere Schrift des Geistes nicht entziffern. Wie man aber am Tage beim Lichte der Sonne jede noch so kleine Schrift wohl lesen kann, so kann ein Mensch, wenn durch das Tun nach Meinem Worte die innere Lebenssonne ihm aufgegangen ist, auch seine innere, wahre Lebensschrift lesen und verstehen und die Verhältnisse alles dessen erkennen, was in ihm ist und ihn umgibt.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 100, 12-13]

 

Der Jungfrau Maria demütiges Gebet und innige kindliche Zwiesprache mit Gott nach der Verkündigung des Erzengels Gabriel. — Lichtvolle Antwort von oben: „Maria, sorge dich nicht vergeblich; du hast empfangen, und der Herr ist mit dir! Mache dich an deine Arbeit und bringe sie zu Ende; denn fürder wird für den Tempel keine mehr gemacht werden von dieser Art!“

[Jug. Kap. 4, 1-14]

 

Das Jesuskindlein zu Jakobus, Seinem liebevollen Pflegebruder: „Ich werde Mir noch auf ein Jahr die Zunge binden vor allen bis auf dich; du aber wirst Meine Stimme nur in deinem Herzen vernehmen!“

[Jug. Kap. 157, 20-21]

 

Der Jünger Johannes zu Jesus: „Herr, ich werde mitunter beklommen darum, als möchte mein Herz möglicherweise doch etwas aus Dir Kommendes nicht richtig und schnell genug erfassen und dann leicht etwas Eigenes für Deines hingeben.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 190, 7]

 

Jesus zu Robert Blum im Jenseits: „Um im Herzen denken zu können, muß man eine eigene Übung haben, und diese Übung besteht in der stets erneuten Erweckung der Liebe zu Gott. Dadurch wird das Herz gestärkt und erweitert, wodurch des Geistes Bande lockerer werden, so daß sein Licht aus Gott sich immer freier und freier entwickeln und ausbreiten kann.“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 35, 6]

 

Jesus zu Robert Blum: „Wenn der Mensch zu sehr und zu lange nur für die Ausbildung des Kopfverstandes und durch diesen nur für irdische Zwecke und Wohlfahrten gesorgt hat, da freilich muß es einem solchen Menschen völlig unmöglich vorkommen, auch im Herzen denken zu können. Ferner muß man sich auch der evangelischen Sittenreinheit erfreuen. Man darf kein Schwelger und hauptsächlich kein fleischlicher Unzüchtler sein. Denn die Unzucht tötet beinahe den Geist, da sie für lange Zeiten den Durchbruch und die freie Entwicklung seines Lichtes (in der Seele) verhindert.“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 35, 9-10]

 

Der Engel Borem zu dem einstigen Bischof Martin in der Geisterwelt: „Manchmal legt einem der Herr aus höchst weisen Gründen die Antwort nicht augenblicklich ins Herz, wie man sie oft haben möchte; aber da heißt es dann, in aller Liebe und Ergebung ganz ruhig und gelassen abwarten, bis es dem Herrn gefällt, die erwünschte Antwort uns ins Herz zu legen.“

[BM. Kap. 103, 4]

 

Der Herr: „Sind die Menschen nicht mehr in Meiner göttlichen Ordnung, sind ihre Herzen sinnlich gestimmt und haben materielle Dinge und nichtige Weltsorgen in ihnen Platz genommen und Mein Wort und Meine Lehre unwirksam gemacht, dann freilich kann Ich nicht mehr gesehen und gehört werden!“

[BM. Kap. 184, 10]

 

Der Herr zu einer jungen Seele: „Wenn du an Mich denkst, siehe, da rede Ich, dein lieber Vater, mit dir. — Wenn du betest in der Andacht deines Herzens zu Mir, siehe, da sage Ich allzeit ganz sanft und leise zu dir: Mein liebes Töchterchen, Ich, dein guter, lieber Vater, bin auch ein sehr heiliger Vater! Jesus-Jehova ist Mein Name! — Bau auf diesen Namen! Denn Er ist über alles mächtig und heilig, überheilig! In diesem Namen wirst du das ewige Leben finden!“

[Hi. Bd. 2, S. 26, 9-10]

 

Jakob Lorber dankt dem himmlischen Vater dafür, daß Er ihn schon lange vorbereitet, erzogen und öfter — durch die Sünde sogar — auch gedemütigt hat, damit er für die unaussprechliche, allerhöchste Gnade des lebendigen, inneren Wortes aufnahmefähig werde.

[Hi. Bd. 2, S. 49, 3]

 

Der Herr bemängelt die neuen, unruhevollen Wohnverhältnisse Jakob Lorbers und erklärt, daß für das reine Aufnehmen Seines Wortes auch völlige äußere Ruhe notwendig ist.

[Hi. Bd. 2, S. 54, 2-5]

 

Der Herr zu einem Freunde Jakob Lorbers: „Dieser Bruder (Jakob Lorber) hat vor anderen Armen voraus, daß er aus Mir das Wort hat, das da lebendig macht das Herz und den Geist. Wie aber er gibt, also gebe Ich es. Und wer ihm etwas gibt, der gibt es unmittelbar Mir selbst. — Ist auch sündhaft sein Fleisch wie alles Fleisch, so ist aber dennoch Mir geheiligt sein Geist, vor dem alle Schätze der Himmel erschlossen sind zur Kundgabe an die, welche danach trachten in ihren Herzen.“

[Hi. Bd. 2, S. 298, 12-13]

 

07.06. Vom Gebetsleben

Jesus besteigt einen besteigt einen Berg, um einsam zu beten und Sein Menschliches noch inniger mit dem Vatergeist in Ihm zu einen.

[Ev. Bd. 2, Kap. 95, 19]

 

Der Seher Mathael über das Beten Jesu: „Nur der Geist in Jesus ist Gott; alles andere ist Mensch, wie wir da Menschen sind. So Er betet, dann läßt Er Seinen Menschen ganz durchdringen von Seinem urewigen Grundgeiste Gott.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 121, 4]

 

Jesus zum Weibe am Jakobsbrunnen: „Siehe, Gott, der Vater von Ewigkeit, ist weder auf dem Berge, noch im Tempel, noch in der Bundeslade zu Hause. Es kommt aber die Zeit und ist schon da, in der die rechten Anbeter Gott, den Vater, im Geiste und in der Wahrheit anbeten. Dazu braucht es weder einen Berg noch irgendeinen Tempel, sondern lediglich ein möglichst reines, liebevolles und demütiges Herz.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 27, 12 ff]

 

Jesus: „Die Sprache eures Herzens gilt bei Mir mehr als tausend noch so schöne, von der Zunge gesprochene Worte, von denen das Herz nichts weiß.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 195, 4]

 

Jesus: „Das Hauptgebet besteht darin, daß ein demütiges Herz demütig bleibt und seinen Nächsten liebt in der Tat wie sich selbst, Gott als den allein wahren Vater aller Menschen und Engel über alles!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 207, 12]

 

Jesus zu bekehrten persischen Juden: „So ihr betet, da betet nicht den Heiden und Pharisäern gleich nur mit den Lippen, sondern betet im Geiste und in der Wahrheit durch lebendige Werke der Liebe an euren Nächsten, dann wird jedes in Meinem Namen gesprochene Wort ein wahrhaftes Gebet sein, das Ich stets und unfehlbar erhören werde, aber die leeren Seufzer der Lippen erhöre Ich nie; denn jedes wie immer geartete Lippengebet ist ein Greuel vor Mir!

[Ev. Bd. 3, Kap. 209, 3 und 4]

 

Jesus zu bekehrten Heidenpriestern: „Solange ihr tätig verbleibet in Meiner Lehre, werde Ich auch im Geiste wirkend in und bei euch verbleiben, und um was ihr diesen Meinen Gottesgeist bitten werdet in Meinem Namen, das wird euch auch gegeben. — Aber um rein weltliche Dinge kommet Mir ja nicht; denn dies seelentötende Gift werde Ich euch nicht geben! Meine Sache ist es, eure Seelen von aller Welt frei zu machen, nicht aber, sie mit ihr fester zu verbinden.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 122, 1-2]

 

Jesus: „Ich sage euch, daß Mir niemand mit einer heuchlerisch-frommen Gebärde und Miene kommt! Ein solcher Beter wird nie erhört werden! Nur wer Mir so natürlich kommt, wie er ist, ohne allen Prunk und Zwang, Mich wahrhaft liebt, Meinen Willen tut und Mich bittet im rechten Geiste der Wahrheit, dessen Bitte will Ich erhören.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 123, 11]

 

Jesus: „Wie soll denn ein bezahltes Gebet etwas nützen? Der Gläubige getraut sich nicht, zu Gott zu beten, und der bezahlte Priester betet nicht zu Gott, er kann das auch nicht, weil er in sich an keinen Gott glaubt! Denn glaubte er an einen Gott, dann würde er zu dem Gebetbezahler sagen: ‚Jeder Mensch, und hätte er der Sünden so viele, wie es gibt des Grases auf der Erde, kann reuig und demütig zu Gott beten, und Gott wird sein Gebet erhören. Darum gehe hin und bete selbst zu Gott, was allein dir nützen kann und wird!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 180, 5]

 

Jesus: „Gott ist in sich ein Geist von höchster Weisheit, hat den allerlichtvollsten Verstand und ist die ewige Wahrheit selbst. Wer zu Gott wirksam beten will, der muß im Geiste und in der Wahrheit beten. So aber betet der, der sich ins stille Kämmerlein seines Herzens begibt und darin Gott anbetet und anfleht. Gott, der alle Herzen durchforscht, wird auch in eure Herzen schauen und gar wohl erkennen, wie und um was ihr bittet, und euch auch geben, um was ihr wahrhaft im Geiste und in der Wahrheit gebeten habt.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 85, 17]

 

Jesus zu reichen Weltmenschen: „Solange ihr noch im Gerichte der Welt wandelt, bin Ich euer Herr und Meister; wenn ihr aber in Meinem Geiste frei und lebendig sehend geworden seid, dann erst werdet ihr in Mir Gott erkennen und zu Mir ‚Heiliger Vater!‘ rufen. Doch dann werdet ihr nicht so wie jetzt mit dem Munde rufen, sondern in euch aus dem lebendigen Geiste; denn Gott ist in sich ein Geist und kann daher auch nur im Geiste und dessen lebendigster, lichtfreiester Wahrheit angerufen und angebetet werden!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 205, 10]

 

 

Jesus: „Gott anbeten heißt: Ihn stets über alles lieben und den Nächsten wie sich selbst. Und Gott wahrhaft lieben heißt: Seine Gebote treuest halten unter oft noch so mißlich scheinenden Lebensverhältnissen, die Gott, wenn es nach Seiner Liebe und Weisheit nötig ist, über einen Menschen kommen läßt zur Stärkung und zur Lebensübung der von der Materie angezogenen Seele.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 37, 7]

 

Jesus: „Ein mit allen diesirdischen Gütern wohlversehener Mensch verlernt leicht das wahre, glaubensvolle Beten. Kommt einmal eine Not über ihn, so fängt er wohl auch an, durchs Beten bei Gott Hilfe zu suchen; aber er hat zu wenig Vertrauen, daß er bei Gott Erhörung finde. Der Grund liegt im Mangel an der Übung des lebendigen Vertrauens zu Gott.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 87, 5]

 

Jesus belehrt geheilte Arme, die Ihm ihre Dankbarkeit mit lauten Worten und großen Gebärden bekundeten, über die Gefahren des äußerlichen Dankens, warnt vor leerem, zeremoniellem Gebahren und fährt fort: „Wenn jemand ein Anliegen hat, so gehe er damit in das stille Kämmerlein seines Herzens, bete darin zu Gott und bitte Ihn als den liebevollsten Vater um eine rechte Hilfe. Und der Vater, der alles noch so Verborgene hört und sieht, wird dem im Geiste der Wahrheit lebendig Bittenden allezeit gerne geben, um was er bittet. Dessen könnet ihr alle versichert sein!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 209, 6]

 

Jesus: „Die Menschen, die Gott erkennen und Ihn über alles lieben, sollen im Herzen auch zu Ihm beten. Aber wie? Vor allem durch die rechte Befolgung Seines Willens, durch die Ausübung der Werke der Nächstenliebe, und ferner sollen sie im Herzen lebendig und voll Liebe so zu Gott reden:

‚Unser liebevollster Vater, der Du wohnst in Deinen Himmeln! Dein Reich der ewigen Liebe und Wahrheit komme zu uns! Dein allein heiliger Wille, das Sein aller Wesen, werde auch unter uns so zur Tat, wie er es in allen Deinen Himmeln und Schöpfungsräumen ist! Gib uns, Deinen Kindlein, das Brot des Lebens! Unsere Schulden vergib uns, so wie wir unsern Brüdern, die uns beleidigt haben, vergeben! Lasse nicht Versuchungen und Reizungen zur Sünde über uns kommen, denen wir in unserer Schwäche schwer oder gar nicht widerstehen können, sondern befreie uns von allen Übeln! Dein Name werde allzeit geheiligt, hochgepriesen und über alles gelobt; denn Dein ist alle Liebe, Weisheit, Kraft und Macht ewig!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 92, 5-6;] [Weitere ähnliche Fassungen sind im Ev. Bd. 10, Kap. 32, 6, Kap. 249, 1 zu finden, sowie in Rbl. Bd. 2, Kap. 248, 14 und BM. Kap. 179, 1-3]

 

Der Apostel Petrus zu dem Sonnenweisen Uhron, der es als ungeziemend erklärt, den allweisen Gott um etwas zu bitten: „Als der Herr, der allmächtige Schöpfer Himmels und aller Welten, auf meiner Erde das Fleisch angenommen hatte, da lehrte Er uns alle also beten:

‚Unser Vater, der Du in den Himmeln wohnst, Dein heiligster Name werde geheiligt! Dein Reich der Liebe, der Wahrheit und des ewigen Lebens komme zu uns! Dein allein heiliger Wille geschehe allezeit und in Ewigkeit! Gib uns heute wie allezeit das tägliche Brot! Unsere Sünden und Gebrechen vergib uns nach dem Maße, wie wir vergeben unsern Schuldnern! Laß nicht Versuchungen über unsere Schwächen kommen, denen wir unterliegen müßten, sondern erlöse uns von allem Übel! Dein, o Vater, ist alle Kraft, Macht und Herrlichkeit ewig; Dir allein sei aller Preis, alle Ehre, aller Ruhm, alle Liebe, alles Lob und aller Dank ewig!‘

 — Da uns ja der Herr selbst also beten und bitten gelehrt hat, so glaube ich denn doch, daß es gerade nicht unrecht sein dürfte, wenn wir als Kinder Ihn zuvor um alles das bitten, daß Er es uns geben möge, was wir für uns als notwendig erkennen.“

[BM. Kap. 179, 1-3]

 

Auf die Frage eines neubekehrten römischen Hauptmanns: ‚Wie sollen wir bitten und beten?‘ antwortet Jesus: „In jeder Not und Drangsal bittet mit natürlicher Sprache im Herzen zu Mir, und ihr werdet nicht vergeblich bitten! Wenn ihr aber um etwas bittet, dann machet nicht viele Worte und durchaus keine Zeremonie, sondern bittet ganz still im geheimen Kämmerlein eures Herzens!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 32, 4-5]

 

Das Jesuskindlein zu Joseph: „Wenn du durch die Liebe zu Gott betest, da brauchst du nimmer zu fragen, ob du Mich nun als den allerheiligsten Gott und Vater anbeten sollst. Wer so wie du zu Gott betet, der betet auch zu Mir; denn der Vater und Ich sind einer Liebe und eines Herzens.“

[Jug. Kap. 91, 11-12]

 

Das Jesuskindlein zu dem in Wiedersehensfreude vor Ihm knieenden römischen Statthalter Cyrenius: „Cyrenius, es ist genug, wenn du in aller Liebe dein Herz vor Mir beugst; deine Knie aber magst du gerade halten! Denn siehe, du hast ja viel Gefolge bei dir, das Mich noch nicht kennt, und diesen Unreifen sollst du Mich nicht verraten durch solche Stellung!“

[Jug. Kap. 182, 2-3]

 

Henoch, der große Lehrer und Prophet der Urzeit, zu einem lichtsuchenden Bruder: „O Sethlahem, wende dich nie eher zu den Menschen, bevor du dich im innersten Grunde gewendet hast voll Liebe zu Gott! Und solltest du unerhört bleiben längere Zeit, so denke, daß auch die allerbesten Menschen gegen Gott eitel böse und lieblos sind, und daß dir Gott doch lange eher alles geben wird, bevor dich das mitleidigste Menschenauge ansieht!“

[H. Bd. 1, Kap. 72, 6]

 

Der in Gottesliebe entbrannte Erzvater Juribael zu Abedam-Jehova: „In der Liebe zu Dir, o Vater, vergesse ich sogar aller Anbetung, alles Dankes und Lobes, aller opferlichen Verehrung, die Dir doch als dem ewigen Gott gebührt, und alles Rühmens und Preisens Deiner unendlichen Herrlichkeiten und wahrlich, dann habe ich nichts vor mir denn allein Dich, o Du heiliger Vater, rufe nichts als ‚Vater‘!“

[H. Bd. 2, Kap. 70, 13]

 

Mahnwort des Herrn auf das lange Nachtgebet eines Neubekehrten: „Deine Worte klingen zwar schöner als die große Musik der Sphären im ewigen Schöpfungsraume; aber die Liebe im Herzen des Geistes ist noch schöner als all dies herrliche Getöne! Daher gib Rast deinen Lippen, damit dadurch zum ruhigen Spiegel werde das lebendige Gewässer deiner Seele und du erschauest Mein Wesen im ruhigen Spiegel deines Gewässers!“

[H. Bd. 2, Kap. 270, 15]

 

Der Evangelist Johannes: „Um aus dem Geiste mächtig und wahrhaft zu wirken, ist es nötig, daß ihr euch mit dem Herrn durch die Liebe in Seinem Willen vereint. Wenn dann jemand etwas tun möchte, so habe er acht auf den ersten Gedanken; diesen halte er nun fest und vertausche ihn um alle Welt nicht mit einem zweiten! Dann bitte er den Herrn, daß Er sich möchte mit Seiner unendlichen Stärke vereinen mit der Schwäche des eigenen Willens und erfasse den Herrn dabei abermals mit seiner Liebe! Ist solches in wankelloser Festigkeit geschehen, dann geselle er noch eine vierte Gabe hinzu, und das ist der feste Glaube! — Dieses Geheimnis, das ich euch nun kundgegeben habe, ist dasselbe, welches der Herr gelehrt hat, da Er sagte: ‚Ohne Mich könnt ihr nichts tun, mit Mir aber alles!‘ — und weiter: ‚Um was immer ihr den Vater in Meinem Namen bitten werdet, das wird Er euch geben!‘ Hier hat der Herr in der Bitte keine Ausnahme gesetzt, da Er sagte: um was immer!“

[GS. Bd. 2, Kap. 18, 19, 21-22 und 26-27]

 

Nutzloses Gebet zum Herrn und zur Jungfrau Maria eines todkranken Kirchenfürsten.

[BM. Kap. 1, 4]

 

Der Herr: „Fraget jedes Evangelium, fraget alle Apostel und andere Verbreiter Meines Wortes und zeiget Mir irgendeine Stelle, in welcher gelehrt wird, sich an gewisse ‚Schutzgeister‘ (Schutzpatrone) neben Mir zu halten! Heißt es im Evangelium nicht vielmehr: Kommet alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch erquicken?!“

[Hi. Bd. 1, S. 381, 15]

 

Jesus: „Es soll sich rein weltlicher Dinge wegen niemand betend an Gott wenden; denn deretwegen würde ihn Gott nicht erhören. Aber so da jemand um das zum Leben des Leibes und zur Stärkung des Glaubens und der Seele wahrhaft Nötige bittet, so wird es ihm nicht vorenthalten.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 180, 8]

 

Jarah, das Töchterchen des Wirtes Ebahl, über ihre wunderbare, seligste Gebetserhörung zu Jesus: „Mich ergriff eine überstarke Liebe zu dem viel gerühmten Wunderheiland, und ich bat den lieben Gott tagtäglich andächtig und vertrauensvoll, daß Er dich zu uns führen möge durch Seine Allmacht. Und siehe! Gott hat mich erhört und Dich zu uns gebracht! — Als es hieß, daß Du gekommen seiest, ach, das ist unbeschreiblich, was ich da für eine Seligkeit empfand!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 114, 8-9]

 

Der Erzengel Raphael zu der liebreichen Jüngerin Jarah: „Wirst du den Herrn auch nicht sehen, so wirst du Ihn doch allezeit hören und sprechen können. Denn so du Ihn fragst im Herzen, wird Er dir auch durch das Herz antworten.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 23, 7]

 

Jesus: „ wahrlich, Ich sage euch: Um was ihr den Vater in Meinem Namen und in Meiner euch bekannten Ordnung bittet, das wird euch auch gegeben in dem Maße, wie es euren Seelen frommt.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 21, 9]

 

Jesu Abschiedsworte an treue Freunde: „Ihr habt Mich hierher geleitet aus großer Liebe, da ihr wohl wisset und glaubet, wer in Mir bei euch war, und wem ihr das Geleit gegeben habt. Bleibet fortan so in Meiner Liebe, und Ich werde in dieser Liebe auch fortan in, bei und unter euch verbleiben, und was ihr den Vater in Mir bitten werdet, das wird euch gegeben. Nur bittet nicht um eitle Dinge dieser Welt, sondern um die ewigen Schätze des Reiches Gottes; denn alles andere, was ihr zum irdischen Leben benötigt, wird euch ohnehin gegeben.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 32, 2]

 

Jesus: „Zu große irdische Vorteile sind stets Nachteile für die Seele. Ich aber bin nicht gekommen zum Nutzen des Leibes, sondern zum Nutzen der Seele des Menschen. Darum sollet ihr Mich vor allem um das bitten, was eurer Seele zum wahren, ewigen Heile gereicht.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 109, 2-3]

 

Adams Morgengebet: „O Herr, lasse mich diesen ganzen Tag über so denken und handeln, daß der Nachruf der Abendröte mir sanft zuwehen wird: ‚Adam, frohlocke, denn dein Auge hast du nicht abgewandt vom Angesichte Jehovas und deine Füße nicht aus dem Geleise der Wege der ewigen Liebe; und wie da ging die Sonne still erleuchtend und erwärmend durch das Firmament, so folgte dein Herz dem stillen Wehen des ewigen Geistes.‘ O Vater, der Du nie noch Dein Aug‘ und Ohr von mir abgewandt hast, wende es auch heute und in alle Ewigkeit nimmer weg von mir!“

[H. Bd. 1, Kap. 49, 3-4]

 

Der göttliche Vater zu der Jungfrau Purista, die sich davor scheut, Ihm im Gebet einen Rat zu erteilen: „Ich als Vater will Mir von Meinen lieben Kindlein raten lassen also, als hätte Ich ihres Rates vonnöten, und will sie auch tätig sein lassen, als hätte Ich ihrer Tat und Hilfe vonnöten. Denn solches alles tue Ich als Vater Meinen Kindlein aus Meiner großen Liebe heraus, leite aber dann ihren Rat und ihre Tat so, daß Ich dadurch dennoch Mein Ziel allzeit erreiche.“

[H. Bd. 3, Kap. 1, 20-22]

 

Gebet des römischen Statthalters Cyrenius beim Abschied vom Jesuskindlein in Ostrazine: „O Herr, Du mein großer Gott, Du mein Schöpfer und Vater von Ewigkeit, der Du nach Deinem ewigen Ratschlusse hier auf diesem Erdenstaube als Menschenkind wandelst in unserer Gestalt, Du mein allmächtiger Herr, vor dessen Wink alle Mächte der Unendlichkeit erbeben, o siehe mich vor Dir im Staube gnädig an und würdige, Du Heiliger aller Heiligkeit, mich Deines Segens! Laß, o Du mein Leben, Deinen allerheiligsten Namen alle meine Kraft und Stärke sein! O Du mein über alles geliebter Jesus, Du Urkönig meines Herzens, siehe mich armen, schwachen Sünder gnädig und barmherzig an und laß es zu, daß ich fort und fort in der Liebe zu Dir wachse! Nimm, o Du mein ewig geliebter Jesus, meine Liebe als schwachen Dank an für die endlosen Gnaden und Erbarmungen, die Du mir mit jedem Atemzuge erteilst!“ — Hierauf das Jesuskindlein, den Cyrenius viele Male umarmend: „O weine nicht, du Mein liebster Cyrenius, du siehst es ja, wie lieb Ich dich habe! In Meiner Liebe zu dir liegt ja Mein größter Segen! Ich sage dir, so du bleibst, wie du bist, da bleibst du ewig Mein, und deine Seele soll nimmer den Tod fühlen noch schmecken!“

[Jug. Kap. 245, 2-14]

 

Gebet eines im Jenseits zum Licht gelangten Priors für sich und seine noch irrenden Glaubensbrüder: „O Du allmächtige, heilige Liebe, Du aller barmherzigster Vater in Jesus Christus! Wir bekennen unsere alte, große Schuld vor Dir; wir sagen hier, daß wir allzeit nicht nur unnütze, sondern die schlechtesten Knechte vor Dir waren, und bekennen, daß all unsere vermeintliche Verdienstlichkeit Dir, o heiliger Vater, gegenüber ein Greuel sein mußte, bitten Dich aber dennoch hier in unserer größten Not, daß Du uns gnädig und barmherzig sein möchtest! Laß uns hier zu wahren Brüdern werden, die einander allzeit durch Deine Gnade und Erbarmung lieben und Dir geben alles Lob, alle Ehre und alle unsere Liebe! — Wir haben dies zwar aus unserem Willen erbeten, doch bitten wir Dich, daß Du Dich nicht nach unserem Willen unser erbarmest; denn Dein Wille allein ist heilig, und daher geschehe auch nur Dein allerheiligster Wille!“

[GS. Bd. 1, Kap. 89, 13-14]

 

Der Herr: „Deinen Bitten füge auch diese hinzu: ‚Vater, laß nicht Versuchungen über meine Schwäche kommen, sondern befreie mich von allem Übel, sowohl geistig als auch leiblich!‘ Also wirst du recht bitten.“

[H. Bd. 1, Kap. 158, 38]

 

Der Herr: „Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet! Ist auch euer Geist willig, so ist aber doch schwach euer Fleisch! — Wer diese ewige Wahrheit nicht beständig im Herzen trägt, ist nie sicher vor dem Falle!“

[H. Bd. 2, S. 1, 1-2]

 

Der Herr: „Um was immer jemand in Meinem Namen bittet, das will Ich jedem allezeit gern geben. Aber um Dinge der Welt kommt Mir ja nicht; denn diese sind der Tod! Ich aber, als das ewige Leben, bin am allerwenigsten geneigt und als Vater imstande, Meinen Kindern den Tod zu geben.“

[Hi. Bd. 2, S. 170, 1]

 

Der Herr zu einem Freunde, der ängstlich um das Leben seiner kranken Frau bangt: „Wenn Ich dir auch alles nähme: Weib, Kinder und Vermögen, so mußt du noch mit Hiob sagen: ‚Herr, Du hast es mir gegeben, Du kannst auch alles wieder nehmen! Dein Wille allein ist heilig!‘ — Wenn du so in dir redest, dann werde Ich zu dir umso wirksamer sagen: Bruder, weil du Mich mehr liebst als dein Weib, deine Kinder und viel mehr als ein irdisches, vergängliches Vermögen, so will Ich dir aber auch alles vielfach wiedergeben, was deinem Herzen nach Mir noch irgend teuer ist. Denn Ich allein bin ja der Besitzer der Unendlichkeit, nur Mir gehört alles! Ich allein kann geben und nehmen und das Genommene hundertfach wiedergeben!“

[Hi. Bd. 2, S. 413, 6-7]

 

Der Herr zu einem um den Verlust seiner kranken Frau ängstlich zagenden Freund: „Wenn du voll Angst und Kleinmut sprichst: ‚Herr, Dein Wille geschehe!‘, so gilt das bei Mir nichts. Aber so du das mit freiem freudigen Herzen sprichst, da wirst du allezeit Hilfe finden. Denn nur in einem in Meinem Namen freien und freudigen Herzen wirke Ich kräftig. Darum muß dein Glaube im Herzen zu einem Felsen werden, sonst findet Meine Kraft in dir keinen so festen Stützpunkt, daß sie sich vollkommen wirksam äußern könnte.“

[Hi. Bd. 2, S. 414, 15-16]

 

Der Herr: „Die Menschen beten und bitten wohl mit den Lippen um und für allerlei, das ihnen recht und gut dünkt, aber ihr Herz hängt nicht an Mir, sondern an dem nur, um was sie bitten. Daher gebe Ich ihnen das nicht, um was sie bitten, damit sie sich dadurch nicht von Meinem Herzen noch mehr entfernen!“

[Hi. Bd. 2, S. 357, 4]

 

Jesus zu einem von schwerem Magenleiden geheilten Griechen: „Bitte im Herzen Gott vor dem Essen, daß Er dir und allen Menschen Speise und Trank segne. Er wird solche Bitte allezeit erhören. Und dir wird dann jegliche für die Menschen bestimmte Speise wohl dienen und deinen Leib wahrhaft nähren und stärken!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 11, 11]

 

Der Herr gebietet den ersten Menschen: „Essen sollet ihr gemeinschaftlich am Morgen, um die Mitte des Tages und am Abend, — aber allezeit sehr mäßig und stets in der Furcht des Herrn, nachdem ihr Ihm allezeit vorher und nachher gedankt habt, damit die Speise gesegnet und ihr dadurch der Tod genommen werde. Wenn jemand dieses je unterläßt, der wird bald der üblen Folgen gewahr werden.“

[H. Bd. 1, Kap. 17, 21-22]

 

Jesus zu Martha von Bethanien: „Ein Dank mit dem Munde ist nicht vonnöten. Wer Mir in seinem Herzen dankt, tut genug und der Lippengruß kann da schon füglich unterbleiben. Denn Ich sehe nur auf das Herz und seine inneren Gedanken. — Aber es haben bei dir auch deine Worte einen rechten Wert vor Mir, weil sie aus deinem Herzen kommen.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 15, 12]

 

Dankgebet befreiter junger Sklaven: „O du guter Vater! Wir danken Dir, daß Du uns gerettet und unsere harten Binden gelöst hast! Wir haben nichts, um es Dir je zu vergelten; aber wir wollen Dir in der Folge dienen, als wären wir Deine Füße, Hände, Augen und Ohren. Oh, laß Dich auch von uns lieben, guter Vater! Bleibe uns fortan ein Vater in Deiner Güte und Liebe und verlasse uns nimmerdar!“ Jesus geht nun zu jedem einzelnen, umarmt und drückt ihn an Seine Brust und sagt: „Der Friede mit dir, Mein Sohn, Meine Tochter!“ — Da weinen die zarten, blondlockigen Jünglinge und die lieblichen Jungfrauen und benetzen mit ihren Freudentränen Jesu Hände und Füße.

[Ev. Bd. 7, Kap. 5, 13-15]

 

Jesus zu geheilten Armen aus Joppe, die Ihm mit großen Gebärden danken: „Ihr tuet wohl, daß ihr Mir danket; doch für die Folge danket Mir ohne solche äußeren Gebärden allein im Herzen! Lebet und handelt stets nach Meiner Lehre, und es wird Mir das angenehmer sein als das tiefe Verbeugen, Aufheben der Hände und die vielen lauten Worte!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 208, 12]

 

Gebet Josephs nach Empfang der im Tempel erzogenen Jungfrau Maria, welche ihm durch die Gotteszeichen des frischen Lilienstabes und einer zu ihm fliegenden Taube zugesprochen war: „Es geschehe allzeit der allein heilige Wille meines Gottes! Was Du, o Herr, gibst, ist ja allezeit gut, daher nehme ich auch gerne und willigst diese Gabe aus Deiner Hand! Segne sie für mich und mich für sie, auf daß ich ihrer würdig sein möchte vor Dir, jetzt wie allezeit!“

[Jug. Kap. 1, 30]

 

Dankgebet des Pflegevaters Joseph, nachdem er den von ihm gefürchteten römischen Volkszählungsbeamten, Hauptmann Kornelius, als freundlichen, den Juden wohlgesinnten Mann kennengelernt hatte: „O Gott, wie gut bist Du, daß Du sogar das mir in Freude verwandelst, davor ich mich am meisten gefürchtet habe! Darum sei Dir alles Lob und alle Ehre!“

[Jug. Kap. 19, 16]

 

Joseph am Tagesschluß zu seinen Söhnen: „Kinder, der Abend ist herrlich und schön! Gehen wir hinaus ins Freie! Da wollen wir im großen, heiligen Tempel Gottes ein Loblied anstimmen und dem Herrn danken für alle Wohltaten, die Er uns und unseren Vätern erwiesen hat!“

[Jug. Kap. 88, 3-4]

 

Dankgebet Josephs bei der Rückkehr aus Ägypten nach Nazareth und in seine frühere Wohnstätte: „O Gott und Vater, wie gut bist Du! Du führst den Wanderer allezeit ans beste Ziel!“

[Jug. Kap. 261, 21]

 

Dank- und Bittgebet Meduheds, des weisen Propheten aus Hanoch: „O Du großer, überguter, heiliger, allmächtiger Gott, wir danken Dir im Staube unserer Nichtigkeit! Laß zu Deinen Ohren dringen unseres Dankes schwache Stimme und siehe gnädig an unser demütiges Herz! Erfülle uns gnädig mit der Wärme Deiner Liebe und ziehe nie Deine Gnade von uns armen Kindern der Sünde! Lasse uns, wenn wir je gegen Deinen heiligsten Willen handeln sollten, nicht von Menschen züchtigen, sondern züchtige Du uns nach Deiner Gerechtigkeit und Milde und schaffe uns um in unseren Herzen nach Deiner unendlichen Barmherzigkeit! Amen!“

[H. Bd. 1, Kap. 34, 25]

 

Der Herr: „Wenn das Herz betet, da soll sich der Mund nicht dreinmischen, damit durch ihn nicht getrübt wird, was einer reinen Quelle gleich aus dem Herzen kommt. Das Lob des Mundes ertönt vor der Welt; aber das Lob des Herzens dringt zu Meinem Herzen!“

[H. Bd. 2, Kap. 124, 4-5]

 

Dankgebet des Schreibknechts Jakob Lorber: „Ehre, Preis und Dank sei Dir, o allerheiligster, bester Vater, von unseren schwachen, unreinen Herzen dargebracht! — O reinige uns alle mit der heiligen Kraft Deiner unendlichen Liebe und Barmherzigkeit, damit wir Dir dereinst, o bester, heiligster Vater Du, würdiger zu danken und Dich heiliger zu preisen vermöchten, als es bisher in der großen Nacht unserer Sünden möglich war!“

[Hi. Bd. 1, S. 195, 44]

 

Gebet Jakob Lorbers, worin er dem himmlischen Vater dafür dankt, daß Er ihm weder irdischen Reichtum, noch Wunderkräfte, noch ein hohes weltliches Amt verliehen, sondern ihn Seiner höchsten Liebesgnade und Seines lebendigen, heiligen Wortes gewürdigt hat.

[Hi. Bd. 2, S. 49, 2]

 

Der Urstammvater Adam zu seinem Sohn, dem Erzvater Seth, der sich in seiner Reue über eine Verfehlung zu schwere Bußwerke auferlegen will: „Mache dir kein unnötiges Gebot, sondern beachte das eine nur, daß du Ihn, den heiligsten Vater, mehr und mehr liebst in aller Demut deines Geistes und alle Brüder und mich zehnmal mehr denn dich! Alles andere überlasse dem Herrn; Er weiß es am allerbesten, welche Last du zu tragen vermagst!“

[H. Bd. 1, Kap. 84, 13]

 

Der weise Hohepriester Henoch zu dem geläuterten König Lamech von Hanoch, der alles zu tun gelobt, was der Herr von ihm verlangt: „Wer aus Liebe zum Herrn nicht alles verlieren kann, der ist des Herrn nicht wert! Wer auf der Welt sein Weib, seine Kinder, seine Brüder und seine Eltern mehr liebt als den Herrn, der ist des Herrn auch nicht wert. — Daher soll jeder seine Liebe wohl prüfen, bevor er dem Herrn ein Gelöbnis macht, denn es könnte ihn des gemachten Gelübdes gereuen, wenn er es ausführen soll, — Siehe, der ist doch des Herrn nicht im geringsten wert!“

[H. Bd. 3, Kap. 37, 12-14]

 

07.07. Gottes Hilfe

Jesus: „Ich werde jedes ernsten Strebens Hilfe, Kraft und Stütze sein. In der Zeit der Not werde Ich niemanden verlassen, der treugläubig und Mich liebend auf Meinen Wegen gewandelt ist. Ist er aber durch allerlei Lockungen der Welt von Meinen Wegen abgewichen, dann muß er es sich schon selbst zuschreiben, wenn für ihn Meine Hilfe zur Zeit der Not unterm Wege verbleibt und das so lange, bis der Gefallene sich reuig an Mich wendet. — Ich werde zwar ewig ein und derselbe treue Hirte verbleiben und nachgehen den Schafen, die sich verloren haben. Aber das Schaf muß zu blöken anfangen und sich finden lassen nach seinem unantastbaren, freien Willen.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 169, 2-3]

 

Jesus: „Wer mit einer für seine Kraft zu großen Lebensbürde belastet ist, der komme im Herzen zu Mir, und Ich werde ihn stärken und erquicken. Denn Ich gebe eben darum manchem eine größere Bürde zu tragen, auf daß er fühle seine Schwäche und dann im Herzen zu Mir komme und Mich um Kraft bitte. Ich werde ihn dann stärken in jeglicher Not und ihm ein rechtes Licht geben, zu durchwandeln die finsteren Wege dieser Welt. Wer aber die zu große Bürde wohl fühlt, doch nicht zu Mir kommt im Herzen, der muß es sich selbst zuschreiben, so er erliegt unter der Last des Erdenlebens.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 169, 4]

 

Jesus: „Wer durch seine Bitte etwas von Mir erhalten will, der bitte ganz still in seinem von Liebe zu Mir erfüllten Herzen, und das Erbetene wird ihm gegeben, wenn es sich mit dem Heil seiner Seele verträgt. — Es können sich auch ganz im stillen zwei oder mehrere Menschen vereinen und für sich und die ganze Gemeinde bitten, aber nicht so, daß es die Gemeinde erfahre, und Ich werde solche Bitten erhören.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 123, 9-10]

 

Henoch, der erste Hohepriester der Urzeit, zu bekehrten Bewohnern Hanochs: „Jeder Mensch kann sich allezeit an Gottes Vaterliebe wenden, wenn er etwas vonnöten hat, und der Vater wird es ihm geben, wenn es ihm gut ist, oder auch vorenthalten, wenn es ihm nicht gut sein sollte. Ob aber gut oder nicht gut, darum möget ihr allezeit den Vater bitten und seid versichert, Er wird euch den wohlvernehmbaren Rat nicht schuldig bleiben und wird reden zu eurem Herzen, wenn ihr Ihn vollernstlich darum bitten werdet.“

[H. Bd. 2, Kap. 269, 6]

 

Bitte des Römers Agrikola an Jesus: „Verlasse Du mich niemals, und lasse keine zu starken Versuchungen über mich und mein Haus kommen! Ich kenne wohl meine von Dir mir geschenkte Stärke, aber auch meine alten Schwächen. Sollte mich dann und wann eine oder die andere versuchen, o Herr, da ergreife mich und stärke meinen Willen, damit ich mich aufrecht halte und nicht falle!“ Jesus erwidert: „Wahrlich, um was du den Vater bitten wirst in Meinem Namen, das wird dir auch gegeben. Darum sei stets voll Trost und lebendigster Zuversicht; denn Ich werde, so du im Glauben und in der Liebe zu Mir verharrst, stets bei dir sein und dich führen und stärken!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 53, 4-5]

 

Gebetserfahrung der jungen Jarah: „Ich kann wohl, wenn es kleine Sachen sind, meine Eltern bitten, daß sie Armen und Notleidenden Hilfe schaffen, und da bin ich beinahe immer erhört worden. — Mit der Bitte zu Gott, dem allmächtigen Herrn, aber ist es mir nicht immer so gut gegangen. Denn wenn ich schon glaubte, daß Gott meine Bitte sicher erhören werde, und ich hinging zu den Leidenden, um nachzusehen, — so war nichts geschehen. Es war alles noch beim alten Übel. — Ging ich dann wieder zu meinem Vater und fragte ihn, warum denn Gott, der Allmächtige, gar so harthörig sei, — da sagte mir der Vater, Gott wisse, warum Er diesem oder jenem zu seinem Seelenheile ein längeres Leiden sende, und bemesse sehr wohl die Zeit, wie lange dieser oder jener zu büßen habe. Und da nütze dann kein Gebet, außer — ein solcher Sünder hätte sich schnell völlig bekehrt. — Und siehe, ich war damit beruhigter, aber ich gab darum das Bitten für die Armen nicht auf. — Manchmal erhörte mich jedoch der liebe, große Gott schnell, und dann hatte ich die größte Freude!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 114, 1-5]

 

Jesus zu Schwachgläubigen, die ihr Heil im bezahlten Priestergebet wähnen und suchen: „Erwecket euern Glauben an Gott, die wahre, lebendige Liebe und ein festes Vertrauen zu Ihm! Betet und bittet selbst im Geiste und in der Wahrheit zu Ihm, und Er wird euch dann sicher erhören. Betet so ohne Unterlaß, tuet wahre Buße und ertraget auch die über euch aus gutem Grunde kommenden Leiden mit Geduld und wahrer Hingebung in den göttlichen Willen, und Gott wird euch helfen aus jeglicher Not, soweit das nur immer mit dem Heil eurer Seelen verträglich ist.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 160, 6]

 

Jesus zu einem bekehrten Griechen: „Wenn euch eine Not drückt, dann berufet Mich vertrauensvoll in euren Herzen, und es soll euch geholfen werden!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 257, 14]

 

Jesus: „Wo zwei oder drei in einer Angelegenheit, die gut in Meiner Ordnung ist, in Meinem Namen sich versammeln, da werde Ich im Geiste unter ihnen sein und gewähren, um was sie Mich bitten.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 248, 16]

 

Jesus zu demütig um Stärkung bittenden Jüngern und Freunden: „Wahrlich, Ich sage euch: Um was ihr den Vater bittet in Meinem Namen, das wird euch auch gegeben! Wo wäre ein Vater unter den Menschen, der einem Kinde, das ihn um ein Stück Brot bittet, einen Stein gäbe? — Um wieviel mehr wird der übergute Vater im Himmel denen Gutes erweisen, die Ihn liebend und gläubig darum bitten! Daher möget ihr allezeit frohen Herzens und Mutes sein; denn der heilige, gute Vater wacht stets über euch und sorgt um euer Wohl und Seelenheil!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 74, 11-13]

 

Der Evangelist Johannes: „Der Herr will vor allem die Selbsterkenntnis Seiner Kinder erwecken, daher läßt Er auch alles von ihnen selbst zuvor beurteilen und bemessen, also auch ihre Not, auf daß sie Ihm dann diese nach ihrer Erkenntnis vortragen und Er ihnen dann helfe nach ihrer Erkenntnis und ihrem Verlangen.“

[GS. Bd. 2, Kap. 30, 12]

 

Der im Jenseits erleuchtete einstige Mönch Thomas zu dem Führer einer Schar Kriegsgefallener: „Wende dich mit deiner Schar an Jesus, und es wird euch allen geholfen sein! Er allein hat mir geholfen, ohne mein Tun in Rechnung zu ziehen, da Er endlos gut ist und niemanden richtet. Jedem aber gibt Er, wonach sein Herz sich sehnt. Wer guten Willens ist, dem wird ein Übermaß des Guten zuteil.“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 129, 5]

 

Auf die Bitte des ‚Schreibknechts‘ Jakob Lorber um ein heiliges Wörtlein zum Namenstage eines jungen Mädchens erfährt Lorber eine heftige Ablehnung, der Herr sagt u.a.: „In Zukunft verlange Ich von jedem, der von Mir Rat oder Trost haben will, daß er sich zuvor vollernstlich in seinem Herzen an Mich wende und nicht an dich, da es dann etwa so herauskäme, als ob du ein willkürlicher Ausspender Meiner Gnade wärest und brauchtest zu Mir nur zu sagen: ‚Herr, tue dies und tue das!‘ — und Ich müßte dann etwa gar tanzen nach deiner Pfeife! — Wenn aber jemand etwas aus dem Worte näher enthüllt haben will, da bin Ich noch stets der gleiche, allezeit bereitwillige Geber!“

[Hi. Bd. 2, S. 331, 7-8]

 

07.08. Die Fürbitte

Jesus zu einem geheilten jungen Araber, der für Leidende bittet: „Die rechte, reine und uneigennützige Liebe und Erbarmung eines Menschen für seine leidenden Brüder wird bei Mir allzeit Liebe, Erbarmung und Erhörung finden; denn es steht geschrieben: Das Gebet eines guten, reinen, gläubigen und frommen Herzens erhört Gott zu jeder Zeit.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 201, 6]

 

Barmherzige Bitte eines bekehrten Juden: „Du, o Herr, wolle auch den (geistig) Blinden gnädig und barmherzig sein, und uns, die wir die Wahrheit erkannt haben, verlasse nicht, sondern erhalte uns in der lebendigen Wahrheit Deines Reiches, auf daß wir stets nach Deinem Willen leben und handeln können!“ Darauf Jesus: „Das war eine rechte Bitte, und sie wird nicht unerhört bleiben!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 73, 12-13]

 

Henoch, der erste Hohepriester der Urzeit, auf die Frage des Herrn, was mit einigen unverständigen Murrenden geschehen solle: „Herr, der Du voll unendlicher Liebe und Erbarmung bist, Du bedarfst dessen nicht, daß Dich jemand um Erbarmen anfleht, doch verschaffst Du uns Gelegenheit, unsere Herzen zu prüfen, wieviel der Nächsten- und Bruderliebe darin wohnt, und wie weit wir es — Dir ähnlich — in der Barmherzigkeit gebracht haben. Danach kann ich Dich bitten, daß Du Dich der Schwachen und Blinden erbarmen mögest! Doch bitte ich Dich da nicht, o Vater, um Dich zu etwas zu bewegen, sondern daß Du gnädigst mein Herz ansehen möchtest, wenn es Dir aus Deinem Schatze für die Brüder ein kleines Opfer bringt.“

[H. Bd. 1, Kap. 172, 10 und 14]

 

Fürbitte des Gottesboten Kisehel für den reuigen Erzmeister Thubalkain aus Hanoch: „O Vater, siehe, dieser neue Bruder ist noch blind und kann Dich nicht erschauen, daher mögest Du, so es Dein heiliger Wille ist, ihm seine Bitte gnädigst gewähren und ihm spenden einen Strahl Deiner Gnade in sein Herz!

[H. Bd. 2, Kap. 194, 19-20]

 

Jesus zu Petrus: „Hat jemand gesündigt an dir, so vergib ihm von ganzem Herzen und bitte in Meinem Namen den Vater, daß Er des Sünders Herz zurechtrichten wolle, so wird dies auch nach dem Maße deines Glaubens und deines Vergebens geschehen.«

[Ev. Bd. 5, Kap. 248, 15]

 

Der Herr berichtet: Der schuldlose Ahbel bittet Gott für die Seinen um Vergebung ihrer Sünde und um Fruchtbarmachung ihres wüsten Fluchtlandes, sein Flehen wird gnadenreich und wunderbar erhört.

[H. Bd. 1, 14, 1-3]

 

Jesus: „Aus dem Munde der Völker ist von einer allgemeinen Bitte an Mich nun beinahe nichts mehr zu vernehmen, und das Gebet des einzelnen Menschen gilt nicht für ganze Völker. Jedem einzelnen Beter wird gegeben, um was er bittet; aber den Völkern kann nicht gegeben werden, um was die wenigen einzelnen bitten!“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 83, 12-13]

 

Der Jünger Johannes in der Welt unserer Sonne zu dem einstigen Bischof Martin: „Du warst ja auf der Erde ein großer Freund Mariens, des Joseph und anderer Heiliger; wie ist es denn, daß du dich hier gar nicht um sie zu kümmern scheinst, — auch nicht um deine Anverwandten und Freunde?! Sie könnten ja leicht irgendwo unglücklich sein?! Und du bist nun ein großer Freund des Herrn, wolltest du ihnen denn nicht helfen? Hast du auf der Welt doch selbst große Stücke auf die Fürbitte der Heiligen gehalten, und nun hier als Selbstheiliger und Freund des Herrn denkst du nicht einmal daran?! O sage, wie kommt denn das?“ Darauf der einstige Bischof Martin: „Sollte ich denn hier etwa auch noch wie auf der Erde irrwähnig meinen, die seligen Bürger dieses endlosen Himmelreiches möchten barmherziger, liebevoller und gnädiger sein als der Herr selbst, und Er müßte sich etwa von ihnen zur Liebe, Erbarmung und Gnade erst bewegen lassen?! O Freund, so dumm, wie ich war, bin ich nun — Gottseidank — nimmer! — Was sind Maria und Joseph, was alle Heiligen, was meine Anverwandten und Freunde gegen den Herrn? Habe ich Ihn, was frage ich da nach jenen. Der Herr sorgt für sie alle, wie Er für mich gesorgt hat; was braucht es dann mehr!?“

[BM. Kap. 130, 1-2, 4-5]

 

Der Herr zu einer frommen Seele: „Daß du gebetet hast für ein im Gericht befindliches Land dann und wann, war ja recht. Tue desgleichen nur anhaltender! Denn der Nutzen wird auf deiner Seite sein, wenn du dich übest in Meiner großen Liebe. Aber denke dabei stets, daß Meine Gerichte allezeit gerecht sind und nur diejenigen treffen, welche diese schon lange wohl verdient hatten.“

[Hi. Bd. 1, S. 56, 5]

 

Der Herr: „Ihr sollet nicht denken, Mich etwa durch euer laues Gebet zur Barmherzigkeit zu bewegen; sondern betet, damit ihr euch selber vor Mir in eurer Liebe stärken möget und Mir darum wohlgefällig sei eure Bitte!“

[Hi. Bd. 1, S. 165, 17]

 

Gebet der Jünger Jesu bei Krankenheilungen: „Jesus helfe dir! Jesus mache dich gesund! Jesus erhalte dich! Jesus, Du ewiger Helfer aller Leidenden, Jesus, Du Arzt aller Krankheiten, Jesus, Du ewige Liebe und Erbarmung, hilf diesem (oder dieser) Kranken! Dein heiliger Wille geschehe! Amen!“

[Hi. Bd. 1, 5. 12, 1]

 

Paulus an die Gemeinde zu Laodizea: „Weichet nicht ab vom Gebet und betet auch für mich, auf daß der Herr mir allezeit die Tür des lebendigen Wortes auftun möchte, auf daß ich allezeit rede vor euch und vor allen Brüdern in Christo Sein großes Geheimnis und das Seines Reiches!“

[Lao. Kap. 3, 37-38]

 

Aus einem Gebet Jakob Lorbers: „O gib, daß ich vermöchte Dich, meinen geliebten Jesus, unendlichmal mehr zu lieben als alles, alles in der Welt! O mein Gott und mein Herr, mein allergeliebtester Jesus, erbarme Dich meiner, tröste mich in meiner Not, auf daß ich wieder aufleben möchte und sein voll munterer Tätigkeit nach Deinem allerheiligsten Willen! Oh, lasse sie nicht fallen, die Wenigen (Lichtfreunde), sondern ergreife sie und lasse allergnädigst auf das Auge ihres Geistes einen Strahl Deines übersanften, ja über alle Himmel erhabenen Lichtes fallen, auf daß sie künftighin mehr und mehr erkennen möchten die innere geistige und himmlische Tiefe und Erhabenheit Deiner durch meine Hand und Feder darniedersteigenden unaussprechlichen Gnade und Erbarmung!“

[Hi. Bd. 1, 5. 386, 2. 4. 6]

 

07.09. Sabbatfeier, Zeremonie und Gottesdienste

Jesus: „Der Ich mit Meiner urewigen, unendlichen Gottheit hier vor euch stehe, sage nun selbst zu euch, daß von jetzt an das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit nicht mehr im Tempel zu Jerusalem oder auf Garizim zu suchen ist und alldort Gott anzubeten sein wird, sondern solchen Gottesdienst wird man tun können überall, wo ein Mensch ist. — Des Menschen Herz wird sein der lebendige Tempel des wahren, einzigen Gottes, und die werktätige Liebe wird sein der allein wahre Gottesdienst. Und die Liebe zu Gott wird sein die allein wahre Anbetung. — Da aber weder eine wahre Liebe zu Gott ohne die werktätige Nächstenliebe und diese nicht ohne die wahre Liebe zu Gott denkbar ist, so sind diese beiden Liebearten im Grunde nur eine Liebe und somit eine und dieselbe wahre Anbetung Gottes. Wer das in sich hat, der hat alles Gesetz und alles Prophetentum in seinem Herzen vereint und daher weiter nichts vonnöten.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 132, 3-5]

 

Jesus zu dem bekehrten Judenältesten von Abila: „Den Sabbat heiligen nach dem Gebote Mosis ist für jeden recht und gut. Aber von nun an ist jeder Tag ein Tag des Herrn, und wer an jedem Tage nach Meiner Lehre seinem Nächsten Gutes tut, der heiligt wahrhaft den Sabbat. Und so brauchet ihr an einem Sabbat euch nicht anders zu verhalten als an jedem andern Tage. Der Mensch hat am Sabbat für seinen Leib dieselben Bedürfnisse wie an jedem andern Tage und soll sie nach Möglichkeit auch befriedigen. Nur von einer schweren, knechtlichen Gewinnsarbeit soll er sich enthalten. Wenn er aber dadurch einem Nächsten einen gerechten Nutzen erweisen kann, so wird der Sabbat auch durch schwere Arbeit nicht entheiligt, und Ich werde ihn dafür segnen. Aber sonst ist es gut, auszuruhen an einem Sabbat und sich mit den Dingen des Geistes zu beschäftigen. Denn dazu hat Moses ja den Sabbat verordnet.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 63, 2-3]

 

Jesus: „Es war seit den ersten Zeiten der Menschen der Gebrauch, die Woche in 7 Tage einzuteilen, welche Einteilung die Menschen auf dem natürlichen Wege von den Mondvierteln ableiteten, auf dem ihnen geoffenbarten übersinnlichen Wege aber von den sieben Geistern in Gott. — Von den sieben Geistern Gottes ist es der siebente, der rückwirkend die sechs vorangehenden durchläutert und durchsänftet, und dieser siebente Geist heißt die tätige Erbarmung. Und seht, auch aus diesem Grunde hat Moses den siebenten Tag zum Sabbat bestimmt, daß ihr euch an ihm von der knechtlichen Arbeit für den eigenen leiblichen Bedarf enthalten und bei der Zusammenkunft vor der Hütte, darin die Lade stand, nach den armen Brüdern und Schwestern, den Witwen und Waisen umsehen und euch über sie werktätig erbarmen sollt!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 92, 1-2]

 

Die durch Jesu Wort geheilte Elisa, welche vom Herrn bei der Fischmahlbereitung an einem Sabbat an die von Moses gebotene Feiertagsruhe gemahnt wird, zu Jesus: „O Herr, Du bist Gott durch und durch, was ich klar einsehe. So wir durch unsere Tätigkeit nur Dir dienen, da entheiligen wir den Sabbat sicher nicht. Sonst verrichten wir zwar an einem Sabbat keine schwere, knechtische Arbeit, aber was nottut, das verrichten wir auch an einem Sabbat. — Wenn man die große Schöpfung betrachtet, so ersieht man bald, daß Du, o Herr, an den Sabbaten ebenso tätig bist wie an allen anderen Tagen. Und da wir schon nach der Schrift Gottes Kinder sind, so tun wir doch sicher nichts Unrechtes, wenn wir in allem den guten, heiligen und lieben Vater nachahmen.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 264, 5, 13 und 14]

 

Das Jesuskindlein zu dem gesetzesgebundenen Joseph, der sich scheut, am Ostersabbat für armes Volk ein Schiff auszubessern: „Die rechte Feier des Sabbats besteht nicht im Müßigsein, sondern in guten Werken! Moses hat wohl die Feier des Sabbats geboten und jede unnötige und knechtische, bezahlte Arbeit als eine Schändung des Sabbats bezeichnet, aber an einem Sabbat den Willen Gottes zu tun, hat Moses nie verboten! Es steht nirgends im Gesetze, daß man an einem Sabbat einen Bruder soll zugrunde gehen lassen! — Ich aber als der Herr des Sabbats sage: Tuet auch am Sabbat allezeit Gutes! So werdet ihr den Sabbat am besten feiern!“

[Jug. 149, 9-16]

 

Der Herr: „Der Sabbat soll nur ein Tag der allgemeinen Unterweisung, nicht aber etwa ein ausschließlicher Tag Meiner Liebe sein; denn dieser Liebe ist jeder Tag gleich! Daher liebet Mich allezeit, den Sabbat aber haltet als einen Tag der Unterweisung in Meiner Liebe!“

[H. Bd. 2, Kap. 110, 17-18]

 

Jesus zu Petrus, der wegen guter Gelegenheit am Sabbat fischen möchte: „Gedenkst du denn heute des Sabbats nicht?! Wen es hungert, der mag auch an einem Sabbat fischen, wenn er sich am Vorsabbat keinen Vorrat hat verschaffen können; doch ohne Not soll jeder Jude beim alten Gesetz bleiben, auf daß sich an ihm die Kleinen nicht ärgern! Gutes tun auch an einem Sabbat ist Meine Lehre und Mein Wille; aber ohne Not an einem Sabbat aus dem Meere Fische fangen, ist weder recht nach dem Gesetz, noch nach Meiner Lehre. Darum lasset euch für heute die Lust zum Fischen vergehen! Ich aber habe euch zu Menschenfischern gemacht, und wenn eure Zeit kommt, dann werdet ihr auch an den Sabbaten für diesen Zweck arbeiten können.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 114, 4-5]

 

Jesus: „Es bedarf der allein wahre Gott des Dienstes der Menschen für sich niemals, aber dessen bedarf Er, daß die Menschen aus Liebe zu Ihm und daraus zueinander sich gute Dienste erweisen. Und so besteht der wahre, Mir allein wohlgefällige Gottesdienst hauptsächlich darin, daß die Menschen einander in Meiner Liebe dienen.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 63, 6-7]

 

Jesus: „Gott der Herr bedarf eures Dienstes und eurer Ehre nicht; denn Er hat die Welt und den Menschen ohne alle fremde Hilfe erschaffen und verlangt von den Menschen nichts als das nur, daß sie Ihn erkennen und aus allen ihren Kräften lieben, und zwar nicht nur am Sabbat, sondern an jedem Tage ohne Unterlaß!“

[Ev. Bd. 1, Kap. 50, 4]

 

Jesus zu bekehrten Heidenpriestern: „Ich bin nun drei Tage bei euch und habe euch gelehrt, was ihr zu wissen, zu glauben und zu tun habt, um das ewige Leben der Seele zu erlangen. Habe ich euch da von irgend welchen leeren Lippengebeten oder irgendeinem mysteriösen, Mir allein wohlgefälligen Gottesdienst etwas gesagt oder von gewissen Feiertagen wie etwa von einem Sabbat der Juden, den sie einen Tag des Herrn Jehovah nennen? Nein, von alledem habt ihr aus Meinem Munde nichts vernommen! — Und Ich sage es euch als vollwahr: Hinweg mit allen leeren Lippengebeten und mit allen Feiertagen, da jeder Tag ein wahrer Tag des Herrn ist, — und hinweg mit allem Götzenpriestertum! Denn jeder Mensch, der Gott erkennt, Ihn über alles liebt und Seinen Willen tut, ist ein wahrer Priester und dadurch auch ein rechter Lehrer. Ein solcher Mensch betet wahrhaft allzeit ‚ohne Unterlaß‘. Und jeder Tag, an dem er seinem Mitmenschen in Meinem Namen eine Wohltat erweist, ist ein rechter und Mir allein wohlgefälliger ‚Tag des Herrn‘!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 123, 5-7]

 

Jesus zu gesetzesstrengen Pharisäern: „Wie könnt ihr denn sagen, daß Ich den Sabbat schände, wenn Ich an solchem Tage einen Kranken ohne Entgelt gesund mache?! Ihr reichet doch auch am Sabbat dem Ochsen das Futter und führet die Tiere zur Tränke! Und laßt ihr den Ochsen in einer Zisterne ertrinken, wenn er an einem Sabbat hineinfällt? So ihr aber solches schon euren Haustieren tut, warum soll man dann einem Menschen an einem Sabbat nicht helfen?! Ist ein Mensch nicht mehr als ein Tier?!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 223, 2]

 

Jesus zu Tempelpriestern: „Ich bin auch ein Herr des Sabbats! Und so sage Ich: Ich habe keine Freude an dem von euch verunstalteten Sabbat, und Ich tue auch am Sabbat, was Ich will, so wie Ich auch am Sabbat lasse auf- und untergehen die Sonne, fließen die Ströme, wehen die Winde und Stürme. Wenn aber das alles in Meiner Macht steht, warum soll Ich euch fragen, was Ich an einem Sabbat tun soll?!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 223, 7]

 

Jesus: „Dort ist der rechte Tempel Jehovas, wo im Menschen ein Herz ist, das Gott über alles und seinen Nächsten wie sich selbst liebt.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 2, 17]

 

Der Herr: „Ich habe auf der Welt nie Meine Ehre gesucht, sondern Glauben und Liebe nur. Demnach ist jede eitle Ehrenbezeigung, die aus Mir, dem einigen, ewigen, lebendig wahren Gott, einen Götzen macht, ein Greuel; denn Ich will im Geiste und in der Wahrheit, welche ist im lebendigen Herzen des Menschen, nicht aber in einem Münster angebetet sein! Die rechte Anbetung im Geiste und in der Wahrheit besteht aber darin, daß Mich die Menschen als ihren Gott und Vater erkennen, als solchen über alles lieben und die Gebote der Liebe auch gegen ihre Brüder halten! Das allein ist eine rechte Gottesverehrung!“

[Ed. Kap. 65, 7]

 

Im jenseitigen Kinderreich werden die gereifteren Kinderseelen über die wahre Bedeutung des dritten Gebotes Mosis belehrt: „Der Sabbat ist der Tag des Geistes im Menschen, das göttliche Licht im menschlichen Geiste, die aufgehende Sonne des Lebens in der menschlichen Seele. Das ist der lebendige Tag des Herrn im Menschen, den er fortwährend mehr erkennen und durch alle seine Handlungen heiligen soll, die er aus Liebe zu Gott und daraus aus Liebe zu seinem Nächsten verrichten soll!“

[GS. Bd. 2, Kap. 76, 15]

 

Jesus über religiöse Gedächtnisfeiern: „Alle religiösen Gedächtnisfeste der Menschen haben vor Mir keinen Wert, außer sie werden täglich im Herzen lebendig begangen. — Anfangs werden diese Feste wohl in einer Art religiösen Aufschwungs begangen, später aber werden sie zu einer leeren Zeremonie, bei der man kaum mehr weiß, warum solche Feiern stattfinden. — Wahre Gedächtnisfeste will Ich jedoch nicht auflösen, aber sie müssen neben der Alljährlichkeit auch die Alltäglichkeit im Herzen führen, ansonst sie tot und wirkungslos sind.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 157, 12-14]

 

Jesus: „Das wahre, Mir allein wohlgefällige Gebet im Geiste besteht nicht im Bewegen der Lippen, sondern in der tätigen Ausübung der Liebe. Was nützt es dir, so du mit viel Gold eines Propheten Grab geschmückt, aber darob die Stimme eines leidenden Bruders überhört hast?! Meinst du, Ich werde daran ein Wohlgefallen haben!? Tor! Mit zornigen Augen wirst du von Mir angesehen, darum du eines Toten wegen die Stimme eines Lebenden überhört hast!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 1, 15]

 

Jesus zu einem Psalmsänger: „Singe du nur in deinem Herzen! Dieser Herzensgesang klingt den Ohren Gottes um vieles angenehmer als ein lautes, sinnloses Getöne, wobei das Herz ungerührt bleibt. Wenn aber bei Gelegenheit auch äußerlich gesungen wird, so soll das erst dann geschehen, wenn das Herz vom Gefühl der Liebe zu Gott derart voll ist, daß es sich durch des Mundes Stimme Luft machen muß. Dann ist auch der Gesang Gott wohlgefällig. Aber er soll mit einer reinen Stimme gesungen sein, welche das Gemüt erhebt. Denn eine unreine und nicht wohlklingende Stimme ist wie ein trübes Sumpfwasser, auf eine lodernde Flamme gegossen.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 21, 13-15]

 

Jesus: „Die Juden haben wohl die Beschneidung, die eine Art Vortaufe ist, aber an sich vor Mir keinen Wert hat, wenn der Beschnittene nicht auch beschnittenen Herzens ist. Darunter verstehe ich aber ein rein gefegtes und mit aller Liebe erfülltes Herz.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 110, 3]

 

Auf die Frage des gesetzesgläubigen, besorgten Joseph, was er am Osterfest der Juden mit seinen heidnischen Gästen (Cyrenius und Gefolge) beginnen solle, spricht das Jesuskindlein: „Siehe, an der Beschneidung der Vorhaut liegt nichts, alles aber an der Beschneidung des Herzens! Diese Römer haben ein edel beschnittenes Herz, darum halte Ich auch nun mit ihnen, und nicht mit den Juden, das Osterfest!“

[Jug. Kap. 120, 20-25]

 

Der Herr: „Meinet ihr denn, Ich wohne in den Mauern, in der Zeremonie, im Gebet oder in der Verehrung? O nein! — nur wo die Liebe ist, da bin auch Ich!“

[H. Bd. 1, Kap. 4, 12]

 

Der Herr zu Ohlad, dem neuerwählten Priesterkönig von Hanoch, bei der Wiedereröffnung eines Weisheitstempels: „In diesem Tempel lehre das Volk den wahren, inneren, lebendigen Tempel suchen und finden, — dann wird dir und jedem, der solcher Lehre ernstlich folgt, die wahre, innere, lebendige Weisheit aus Mir werden! — Wer aber nur aus Gewohnheit, um sein Gewissen zu beschwichtigen, in diesen Tempel tritt, der tut besser, so er draußen bleibt; denn wer sich an diesem Tempel nicht stößt und nicht zerschellen macht seine Materie, der wird darin kein Leben des Geistes und dessen Weisheit finden, wohl aber das Gericht seines Geistes: die Materie und durch diese den Tod!“

[H. Bd. 3, Kap. 169, 7-8]

 

Der Herr über den Kirchenbesuch: „Ich sehe nie auf das Äußere, sondern allezeit auf das Inwendige des Menschen, und so kann jeder ehrliche Christ in einem Bethause ganz wohlgemut dem zeremoniellen Gottesdienste obliegen, in seinem Herzen aber bei Mir sein. Wen aber dieser Gottesdienst ärgert, der bleibe draußen; mit Gewalt wird ja niemand hineingezogen. Und wäre dies auch der Fall, so wird es niemand schaden, wenn er hineingeht; denn besser ist es doch immer, sich in einem Bethause zu befinden und eine Andacht zu verrichten, als an den allgemein gebotenen Fest und Feiertagen sich auf die Jagd zu begeben oder wucherische Geschäfte zu machen. Neben den Zeremonien werden ja noch Predigten gehalten, vor welchen einige Verse des Evangeliums gelesen werden! Will schon jemand eine Predigt nicht munden, so bleibe er bei den Versen aus dem Evangelium, und er wird daraus so viel entnehmen können, um das ewige Leben zu erlangen, wenn er nur den wenigen Versen Folge leistet.“

[Ed. Kap. 66, 5-7]

 

Der Herr: „Der Tempel zu Jerusalem war bei Meinen Leibeslebzeiten völlig ein Götzentempel! Von einem Hause Gottes war keine Rede mehr; denn Jehova war nicht mehr darin. Aber Ich, der Jehova, untersagte es niemandem, den Tempel zu besuchen und seine Gabe zu opfern. Ich selbst ging zu öfteren Malen hinein, lehrte und ließ dort auch der Ehebrecherin ihre Schuld nach. Auch Meine Schüler erhielten nie ein Verbot, den Tempel zu besuchen. Warum sollte sich denn heute jemand ärgern, in ein Bethaus zu gehen?! Denn geht er wahrhaft in Meinem Namen hinein, so gehe Ich mit ihm und bin bei ihm.“

[Ed. Kap. 66, 8-9]

 

Der Herr: „Ihr sollt keinen Feiertag mit eurer Jahreserinnerungsfeier unter euch gründen! Sondern es sei euch jeder Tag ein Ruhetag in Meiner Gnade, Liebe und Erbarmung. Ja, jeder Tag sei euch ein Festtag, da Ich ja an jedem Tage des Jahres stets gleich euch Meine Gnade, Liebe und Erbarmung erwies!“

[Hi. Bd. 2, S. 178, 9]

 

In der im Lukas-Evangelium erwähnten ‚Schiff spredigt‘ verwirft der Herr aufs schärfte alle äußeren toten Opferwerke, alle leeren Zeremonien und erkennt als Gott wohlgefällig nur die Liebe zum himmlischen Vater und das innige Herzensgebet an.

[Hi. Bd. 2, S. 203, 13-18]

 

Jesus zu dem Herbergswirt Ebahl in Genezareth, der den Tisch, an welchem Jesus gespeist hat, zum Heiligtum erklären und durch ein jährliches Armenessen verehren lassen will: „Laß du den Tisch Tisch sein und bleibe du, wer du warst! Wenn ein Armer zu dir kommt, so unterstütze ihn an jeglichem Tage; aber ein jährliches Festessen nützt weder dem Armen noch dir etwas und Ich habe daran keine Freude. Wer Meiner gedenken will, der tue das alle Stunden des Tages in seinem Herzen.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 157, 6]

 

Der Herr verwirft die Verehrung des sogenannten ‚Heiligen Rockes von Trier‘ und anderer Reliquien, auch die Errichtung von zu prunkvollen Kirchenbauten.

[Hi. Bd. 2, S. 290, 1 ff]

 

Jesus zu einem Apollopriester, der Ihm einen Tempel erbauen will: „Mein Tempel ist im Herzen der Menschen, die an Mich glauben, Mich über alles lieben und Meine Gebote halten! — Siehe, die Erde mit allem, was sie trägt, und das Firmament! Auch das ist Mein Tempel, den Ich Mir selbst erbaut habe! Darum benötige Ich keines von Menschenhänden hergestellten Tempels!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 191, 1-2]

 

Das Jesuskindlein in Ostrazine zu bekehrten Heidenpriestern, die Ihm einen Tempel erbauen wollen: „Wollet ihr Mir einen Tempel erbauen, da erbauet ihn in euren Herzen lebendig! Denn Ich bin lebendig und will daher lebendige, aber nimmer tote Tempel! So ihr aber schon glaubet, daß in Mir wohne die Fülle der Gottheit leibhaftig, bin Ich da nicht selbst genug ein Tempel lebendig vor euch?! Weshalb soll da vor Mir noch ein Schnitzwerk und ein steinerner Tempel sein? O ihr blinden Toren! Ist denn das nicht mehr, so ihr Mich liebet, als wenn ihr Mir tausend Tempel aus Steinen erbauet?!“

[Jug. Kap. 92, 6-11]

 

Jesus: „Wollt ihr durchaus ein sogenanntes Gotteshaus bauen, dann erbauet Kranken- und Versorgungshäuser für eure armen Brüder und Schwestern; dienet ihnen darin mit allem, was sie benötigen, so werdet ihr auf diese Weise den wahrsten Gottesdienst verrichten, an dem der Vater im Himmel ein großes Wohlgefallen hat.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 202, 12]

 

Paulus an die Gemeinde zu Laodizea: „Ein Herz voll Liebe ist der Gott, dem Herrn in Christus, allein wohlgefällige, lebendige Tempel und ist Ihm lieber als eine Welt voll salomonischer Tempel, die alle tot sind, während das Herz lebendig ist und kann Gott und alle Brüder lieben! Also erbauet von neuem diesen Tempel in euch geistlich und opfert allezeit darin dem Herrn lebendig! — Nicht der Tempel, nicht die Zeremonie, nicht der Priester und nicht der Bischof, auch nicht der Paulus und seine Jünger, nicht der Jude, nicht der Grieche, noch der Juden Beschneidung, noch der Tempel Salomos; weder der Sabbat noch der Neumond, noch das Jubeljahr gelten etwas vor Gott, sondern allein Christus ist alles in allem!“

[Lao. Kap. 3, 17-18]

 

Ein im Jenseits zum Licht erwachter einfacher Kirchendiener: „Ein Bild ist wohl dazu gut, daß man dadurch an so manches Würdige der heiligen Religion erinnert wird. Aber den Bildern eine gewisse Wunderkraft zuzuschreiben, ist heidnisch!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 229, 2]

 

Jesus: „Alle äußerlichen Opfer und Lippengebete sind ein Greuel vor Gott! Gehet und stärket zuerst die Notleidenden, speiset die Hungrigen, tränket die Durstigen, bekleidet die Nackten, tröstet die Traurigen und prediget den im Geiste Armen das Evangelium, dann werdet ihr besser tun um vieles, als so ihr Tag und Nacht in den Tempeln eure Lippen bewegtet, eure Herzen aber wären kalt und unempfindlich gegen eure armen Brüder.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 112, 8 und 10]

 

Jesus: „Gott hat noch nie eines Menschendienstes bedurft und noch weniger eines Brandopfers geschlachteter Tiere! Aber das Opfer, das die wahre Nächstenliebe Gott darbringt in guten Liebeswerken, das sieht Er an mit wohlgefälligen Augen!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 238, 8]

 

Jesus: „Alle großen Tempelopfer samt den Brandopfern sind ein Greuel vor Gott! Er bedarf nicht des Brandgeruches von geschlachteten Tieren, aber des Liebesbrandes eurer Herzen bedarf Gott, als Vater von euch, Seinen Kindern!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 206, 14]

 

Der Herr zu Henoch, dem ersten Priester der Urzeit: „Du weißt es doch am besten, worin das Mir allein wohlgefällige Opfer besteht! Wo Mir zuerst das innere Opfer eines reumütigen, zerknirschten, liebeerfüllten Herzens dargebracht wird, da wird ja auch dadurch jedes (äußere) Opfer geheiligt. — Der Vater will kein Opfer denn allein das des Herzens. Der Vater aber ist auch der ewige, überheilige, mächtige Gott, dem allein gebührt ein Opfer, wie dem Vater die reine Liebe. — Solch ein Opfer ist ein Zeugnis des Menschen vor Gott, welches besagt, daß er Gott erkannt hat, offenbar oder dunkel ahnend im Herzen.“

[H. Bd. 1, Kap. 170, 4-6]

 

Der hohe Abedam über die Teilnahme der Kinder der Höhe am Sabbatopfer: „Es soll niemandem zu einer Lebenspflicht gemacht werden, zum Opfer zu erscheinen; denn das Opfer wird niemanden heiligen, sondern allein die Liebe zum Vater! — Wen die Liebe zum Vater herzuführt, durch den wird das Opfer geheiligt, und er wird dadurch erbaut im Geiste. Wen aber nicht die Liebe, sondern ein nötigender Zuchtmeister hertreiben wird, durch den wird das Opfer entheiligt, und er wird vertrocknen im Herzen.“

[H. Bd. 1, Kap. 170, 16-17]

 

Jesus: „Wer Mich liebend im Stillen ehrt und preist und dabei in aller Demut seine Geringheit und Mein Alles erkennt, der ehrt Mich im Geiste und in der Wahrheit, und Ich habe ein großes Wohlgefallen an ihm. Wer Mich aber mit großem Weltgepränge, mit allerlei nichtiger Zeremonie, mit langen Gebeten und Gesängen ehrt und preist und dabei glaubt, daß Mir dies wohlgefalle, der ist in einer großen Irre!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 95, 5]

 

Jesus zu lichtsuchenden Heidenpriestern, die Ihm im Tempel des Zeus ein Opfer darbringen wollen: „Das rechte, Mir wohlgefällige Opfer bestehe für alle Zukunft einzig und allein darin, daß ihr Menschen an Mich glaubet, Gott über alles in Mir liebet und eure Mitmenschen wie euch selbst durch Haltung Meiner Gebote! — Ihr sollet Mir keine Tempel von Holz, Steinen, Gold und Silber erbauen und Mich darin ehren durch allerlei eitle, nichtige Zeremonie, an der Ich kein Wohlgefallen habe; der rechte Tempel, in dem ihr Mich ehren sollet, sei euer Mich liebendes Herz! Wer Mir im Herzen durch die Werke der Liebe zu Mir und zu seinem Nächsten opfern wird, dessen Opfer hat vor Mir allein einen Wert, und Ich werde ihn belohnen mit dem ewigen, seligsten Leben in Meinen Himmeln!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 102, 15-16]

 

Der Herr zu einem zeremoniell Gebundenen: „Nur auf das Herz ist Mein Auge gerichtet! Alles andere hat vor Mir keinen Wert; denn Ich bin die Liebe selbst und will daher nichts als nur die Liebe!“

[H. Bd. 2, Kap. 254, 21]

 

Am achten Tage nach seiner Geburt wurde das Kindlein beschnitten im Tempel und erhielt dabei den Namen ‚Jesus‘. Maria opferte, wie es das Gesetz gebot, zwei Turteltauben und unterzog sich der Reinigung.

[Jug. Kap. 24, 1-6]

 

Über den Wert des Meßopfers sagt Jesus: „Ich habe nur einmal, und das für alle Menschen, Mich dem geopfert, der in Mir ein heiliger Vater von Ewigkeit ist. Von diesem einzigen Opfer an gibt es für ewig kein zweites, diesem ähnliches mehr!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 226, 3]

 

Jesus über das Meßopfer: „Ich sehe allezeit nur auf das Herz und nie auf die Form. Und durch ein gerechtes, liebevolles Herz wird jede äußere Form gerecht und gut vor Mir. — Durch ein Meßopfer wird nichts zuwege gebracht, aber durch das edle Herz dessen, der es verrichtet, sehr vieles! Denn da wird es von Mir wahrhaft gesegnet, nicht etwa als ein Opfer, sondern als Erinnerung an Mein Erdenleben.“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 1, 2 und 3]

 

Jesus zum Weib am Jakobsbrunnen: „Einen Verlorenen zu finden, ist mehr wert als 99 Gerechte (vor dem Gesetz), die nach ihrer Meinung der Buße nicht bedürfen, weil sie an jedem Sabbat auf Garizim Gott zu dienen wähnen. Am Vorsabbat aber nehmen sie alle Schöpfgefäße vom Brunnen weg, auf daß sich am Sabbat ja niemand einen Trunk Wassers schöpfe und dadurch den Sabbat entheilige. Oh, der großen, blinden Torheit solcher Gerechten!“

[Ev. Bd. 1, Kap. 29, 4]

 

Jesus: „Der Mensch soll auch am Sabbat essen, wenn es ihn hungert, und nicht erst nach dem Untergang der Sonne. Denn was hat die Sonne mit dem Sabbat zu tun und was der Juden Sabbat mit der Sonne?“

[Ev. Bd. 6, Kap. 5, 13]

 

Jesus verläßt am Sabbat eine streng nach altjüdischem Brauch geführte Herberge, um im gastlichen Bethanien auch an solchem Tag ein gutes Mittagsmahl zu finden. Dem Herbergswirt wirft er vor: „Du bist Mir zuviel Jude und hältst auf alles Äußere große Stücke, — aber das Innere, Wahre und Lebendige ist dir fremd!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 148, 6-10]

 

Jesus begründet die strengen Sabbat- und Speisegebote des Moses mit der durch die Entartung des Volkes Israel in Ägypten notwendig gewordenen Läuterung ihrer Seelen von Trägheit und Sinnenlust.

[Ev. Bd. 9, Kap. 109, 14-18]

 

07.10. Christusverehrung und Marienkult

Jesus: „Ich nehme nicht Ehre von den Menschen, da sie Mir ohnehin ewig nie eine größere geben können, als die in Mir wohnt.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 4, 3]

 

Jesus zu dem Nubierführer Oubratouvishar: „Hinweg mit deiner übertriebenen Ehrfurcht vor Mir! Liebe Mich als deinen Schöpfer, Vater, Meister und Herrn aus allen deinen Lebenskräften und liebe auch deine Brüder wie dich selbst, so tust du genug! Und wenn du Mich anredest, da heiße Mich ganz einfach ‚Herr und Meister‘!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 188, 9]

 

Maria, die Leibesmutter Jesu, zu biederen Bekehrten, die sie als die glücklichste aller Mütter preisen: „Liebe Freunde, preiset allein den Herrn und tuet nach Seinem Willen! Ich bin wohl die Mutter Seines Leibes nach Seinem ewigen Ratschluß, aber Er ist der Herr von Ewigkeit, und nur Ihm gehört denn auch alle Ehre, alles Lob und aller Preis in Ewigkeit! Ich für mich aber bin nur Seine Magd und lasse über mir allzeit Seinen Willen walten. Seid darum ruhig und preiset nur den Herrn!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 195, 26-27]

 

Jesus zu bekehrten herodianischen Kriegsleuten, die vor Ihm auf die Knie fallen: „Freunde, erhebet euch nur schnell vom Boden; denn Ich bin kein Götze und verlange keine äußere, gebärdliche Verehrung! Ich habe in eure Herzen geschaut und sie als Mir wohlgefällig befunden, und eines Weiteren bedarf Ich nicht.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 213, 9-10]

 

Jesus zu bekehrten Indojuden, die sich davor scheuen, an Seiner Seite Platz zu nehmen: „Bin Ich im Geiste denn nicht überall zugegen? Wohin wollet ihr euch verstecken, auf daß euch nicht fände das Licht Meiner Augen?! So seid nun heitern und frohen Mutes darum, daß Ich Mich von euch habe finden lassen; denn jetzt bin auch Ich, ein Mensch von Fleisch und Blut, wie ein Freund und Bruder unter euch.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 107, 13]

 

Jesus zu übermäßig ehrfurchtsvollen, nach der Ihm gebührenden Anrede fragenden Bittstellern: „Herr und Meister bin Ich, und so redet Mich auch an; eines Weiteren bedarf es nicht! Mit dem Ausdruck ‚Heiligster‘ aber kommet Mir nicht mehr! Denn Ich bin hier gleich euch ein Mensch und sage euch, daß niemand heilig ist als der Geist Gottes. Wohl wohnt dieser in Mir, doch der geht euch vorderhand nichts an. Wenn ihr aber selbst in diesem Geiste wiedergeboren seid, dann erst wird er euch auch angehen, und ihr werdet seine Heiligkeit verstehen.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 205, 7-8]

 

Jesus zu reichen, vor Ihm auf den Angesichtern liegenden Bittstellern: „Erhebet euch als freie und vernünftig denkende Menschen und lasset beiseite eure übertriebene Ehrfurcht; denn Ich bin nicht zu euch gekommen, um Mich einem Götzen gleich anbeten und verehren zu lassen, sondern um euch Gott, den ihr vergessen habt, und Seinen Willen von neuem kennen zu lehren und auf Erden zu errichten das Reich Gottes, das wahre Reich des ewigen Lebens, und zu zerstören die alten Fesseln und Kerker der Sünde, des Teufels, des Gerichtes und des Todes der Seelen. Und da will Ich, daß die Menschen vor Mir nicht in eitler Ehrfurcht den Würmern gleich kriechen, sondern sich als werdende Kinder Gottes frei, offen und aufrecht um Mich als wahre Freunde und Brüder sammeln, Mich hören und auch mit Mir reden.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 205, 3]

 

Jesus läßt zwei blinde Bettler, die Ihm mit dem lauten Rufe: ‚Jesus, du Sohn Davids, erbarme Dich unser!‘ nachlaufen, unbeachtet, um ihnen zu zeigen, daß Er gar nichts auf derlei weltliche Ehrentitel und Schmeicheleien halte.

[Ev. Bd. 1, Kap. 130, 1-2]

 

Lazarus von Bethanien zu dem vornehmen Römer Agrikola, der dem von ihm gesuchten Wundermann Jesus mit irdischen Schätzen seine Achtung bezeigen will: „Mit Gold, Silber und Edelsteinen kommet Ihm ja nicht; denn so Er das wollte, könnte Er Berge in Gold verwandeln! Bei Ihm gilt nur ein reines, gutes Herz. Wer Ihm mit diesem größten Schatz entgegenkommt, der ist Sein Freund, und dem tut Er auch alles, was ihm frommt.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 183, 12]

 

Jesus zu Seiner Mutter Maria, welche den Ihm zu Ehren bereiteten königlichen Tafelschmuck im Hause des Kisjona bewundert: „Ich habe nur eine große Freude an dem Herzen des Kisjona, das rein, gut und edel ist, — aber der Glanz des Goldes, des Silbers und der Edelsteine hat keinen Wert vor Mir. Weil es aber dem Freunde eine Freude macht, Mich so zu ehren, so soll ihm seine Freude auch nicht genommen werden.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 116,8]

 

Maria Magdalena auf des Römers Agrikola Aufforderung, einen Becher Wein „in Gegenwart des Arztes“ Jesus zu dessen Ehre zu leeren: „Wenn ich wüßte, daß ich Ihm (dem Herrn) dadurch eine rechte Ehre erweise, so ich den Wein trinke, so möchte ich alle Weinschläuche Palästinas leeren und dann für Ihn sterben. Aber ich weiß, daß ich durch das Trinken des Weines Seine Ehre nicht im geringsten erhöhe. Da er von allen Mächten des Himmels und der Erde im höchsten Grade geehrt wird, so ist daneben meine Ehre soviel wie nichts. Und so trinke ich den Wein um der Ehre willen nicht, wohl aber aus Liebe zu Ihm und auch zu euch, ihr lieben Männer aus Rom! Und so gelte denn dieser Becher voll Wein soviel wie Mein Herz Ihm allein und meine Achtung euch allen!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 186, 9]

 

Auf die Anrede eines jüdischen Synagogenobersten ‚Du wahrhaft großer und guter Meister‘ erwidert Jesus: „Da du Mich nur für deinesgleichen hältst, wie magst du Mich ‚guter Meister‘ nennen? Niemand ist gut als Gott allein!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 166, 1-2]

 

Jesus, der Herr, in einem Schreiben an den Fürsten Abgarus Ukkama in Edessa: „Wer ein Bild von Mir in deiner Absicht will, dem sei es keine Sünde! Denn da erduldet die Liebe ja alles. — Aber wehe denen, die Mich zu einem Götzen gestalten werden! — Halte daher dieses Bild geheim!“

[Bw. 3, Abs. 8]

 

Der Herr: „Was den Wunsch des Malers W. betrifft, den dieser schon lange mehr im Kopfe als in der Brust hat, so sage Ich, daß Mir gar kein Bild, weder aus Farbe noch aus Holz, aus Metall oder Stein angenehm ist. Denn sehet, dies alles ist nichts als Materie und somit tot. — Trachtet vielmehr nach dem lebendigen Bilde Meiner Liebe und Gnade in euren Herzen!“

[Hi. Bd. 1, S. 27, 1-3]

 

Der Herr: „Wer aus Liebe zu Mir das Kreuz, die Nägel und die Krone liebt, der wird gekreuzigt gleich Mir. Wer Mich aber so liebt: des Kreuzes, der Nägel und der Krone wegen, — der liebt Meine Haut, da sie ist voll Blutstropfen, Schläge und Wundmale! — Wer Mich aber recht lieben will, der halte Meine Gebote und liebe Mich aus Meiner Liebe, die Ich jedem — ohne Kreuz, Nägel und Krone — ganz rein gebe!“

[Ei. Bd. 1, S. 12, 2-3]

 

Jesus berichtet: „Als die Mutter Maria den großen, durch die Wundermacht Meines Wortes geschaffenen Vorrat in ihrer Speisekammer erschaut, da wird es ihr völlig bange, sie eilt schnell zu Mir, fällt vor Mir auf die Knie und dankt für eine so reiche Versorgung. Ich aber beuge Mich schnell zur Erde, hebe die Mutter empor und sage zu ihr: ‚Was tust du Mir, was allein dem Vater gebührt?! Stehe auf!‘ — Maria aber weint vor Freude und geht schnell hinaus, uns ein gutes Mahl zu bereiten.

Die Jünger treten nun zu Mir und sagen: „Siehe, welch ein liebes Weib und welch eine zärtliche Mutter! Sie ist nun schon 45 Jahre alt und sieht aus, als hätte sie kaum das zwanzigste Jahr zurückgelegt. Und wie hoch schwellt die reinste, zärtlichste Mutterliebe ihre Brust! Wahrlich, ein Weib der Weiber der ganzen Erde!“ Sage Ich: „Ja, ja, sie ist die Erste, und es wird nimmermehr eine sein wie sie. Aber es wird auch so kommen, daß man ihr mehr Tempel als Mir erbaut und sie ehren wird mehr als Mich, und man wird des Glaubens sein, nur durch sie selig werden zu können! Darum will Ich denn nun auch, daß man sie nicht zu sehr erhebe, da sie wohl weiß, daß sie Meines Leibes Mutter ist, und auch weiß, wer hinter diesem Leibe steht! — Deshalb seid mit ihr wohl überaus gut und artig, aber hütet euch davor, ihr eine göttliche Verehrung zukommen zu lassen!“

[Ev. Bd. 1, Kap. 108, 7-12]

 

Auf den Hilferuf vieler Lahmen, Krüppel und Bresthaften: ‚O du herrliche Mutter, die du halfst den Blinden, wir bitten dich, befreie auch uns von unserer großen Qual!‘ erwidert Maria, die Mutter Jesu: „Was rufet ihr zu mir? Ich kann euch keine Hilfe leisten; denn ich bin gleich euch nur eine schwache, sterbliche Magd meines Herrn! Aber Der (Jesus), den ich auf meinen Armen trage, kann euch wohl helfen; denn in Ihm wohnt die Fülle der ewigen Allkraft!“

[Jug. Kap. 147, 2-4]

 

An ihrer Zufluchtstätte bei Kisjonah erteilte Jesu Mutter Maria bedürftigen Kindern Unterricht in allerlei nützlichen Dingen und Handfertigkeiten; sie heilte auch viele Kranke durch Handauflegung und Gebete. So war sie ein Segen für die ganze Gegend und dem reichen Grundbesitzer Kisjonah ein wahres Kleinod.

[Ev. Bd. 6, Kap. 36, 3]

 

Maria, die Mutter Jesu, von gläubigen Samaritern begrüßt mit salbungsvoller Rede, erwidert den Ehrfürchtigen: „Ich bin nur eine erwählte Magd des Herrn; und daß ich das ward, was ich bin, war Sein Wille! Darum preiset nicht mich, sondern gebet allzeit Gott allein die Ehre!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 130, 7-8]

 

Eine gläubige Herbergswirtin bittet den Herrn, Maria, ‚die würdigste der Mütter‘ in ihr Haus führen zu dürfen. Jesus gibt ihr den freundlichen Bescheid: „Liebes Weib, auch die Mutter hat ihren freien Willen, und Ich kann zu ihr nicht sagen: ‚Tue das, oder tue jenes!‘ Wenn sie will, kann sie dir schon die Freude machen; denn was sie tut, ist stets wohlgetan, und Ich habe daran die größte Freude.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 135, 15-17]

 

Maria auf die rühmende Weissagung des Hohenpriesters: „Würdiger Diener des Herrn, lobe mich nicht zu sehr und erhebe mich nicht über die andern; denn diese Arbeit (Weben am Tempelvorhang) ist ja nicht mein Verdienst, sondern allein des Herrn, der da meine Hand leitete. Darum sei Ihm allein alles Lob, aller Ruhm, alle meine Liebe und alle Anbetung!“

[Jug. Kap. 5, 8-10]

 

Angesichts lobsingender Engelscharen vor der Höhle zu Bethlehem sagt Joseph zu Maria: „Höre, du reinste Jungfrau des Herrn! Die Frucht deines Leibes ist wahrhaftig eine Zeugung des Heiligen Geistes Gottes; denn alle Himmel bezeugen es nun!“

[Jug. Kap. 18, 19-22]

 

Demütiges Bekenntnis der jungen Maria auf das hohe Lob der Elisabeth: „Das gerechte Leben ist nicht unser, sondern des Herrn, und ist eine Gnade! Wer da aus sich zu leben glaubt, der lebt vor Gott sicher am wenigsten gerecht; wer aber stets seine Schuld vor Gott bekennt, der ist es, der da gerecht lebt vor Gott. — Mein Leben ist eine pure Gnade des Herrn; daher kann ich auch nichts anderes tun, als Ihn allezeit lieben, loben und preisen aus allen meinen Kräften!“

[Jug. Kap. 6, 28-30]

 

Die Prophetin Hanna im Tempel zu Jerusalem zu Maria, der Mutter Jesu: „Glücklich und gebenedeit bist du, o Jungfrau, da du die Mutter meines Herrn bist! — Laß es dich aber ja nicht gelüsten, dich darum preisen zu lassen; denn nur das, was da trinkt an deiner Brust, ist allein würdig, von uns allen gepriesen und angebetet zu werden!“

[Jug. Kap. 25, 7-8]

 

Maria tröstet die von dem römischen Statthalter aus hoher Stellung entlassene Griechin Eudokia: „Siehe, auch ich bin eines Königs Tochter, aber die königliche Herrlichkeit ist lange vergangen, und nun bin ich eine Magd des Herrn, und das ist eine größere Herrlichkeit als alles Königtum der Welt!“

[Jug. Kap. 105, 19-20]

 

Liebliche und demütige Zwiesprache der Erzengel Zuriel und Gabriel mit Maria, der Mutter Jesu, bei einem Festmahl in Ostrazine.

[Jug. Kap. 114, 1-14]

 

Der Herr: „Ihr habt es nicht nötig, euch an jemand andern als unmittelbar an Mich in allen euren Anliegen und Nöten zu wenden! Sehet, der Gruß an Maria kam (dereinst bei der Verkündigung Meiner Geburt) aus der höchsten Höhe der Heiligkeit Gottes in aller Fülle der Macht und Kraft Seines Geistes, damit euch allein die Liebe im Vater (Jesus) ein wahrer Bruder werde. — Nun, so fraget euch, was ihr jetzt noch mit diesem Gruße wollt?! — Maria bedarf dessen nicht und dürstet auch nicht danach. Und sie weiß es am besten, daß Mein Ohr schärfer ist als das ihrige und Mein Auge heller als das ihrige! Wahrlich, es bereiteten ihr eure Unwissenheit und euer Irrtum nur Trauer, wenn Ich nicht aus Meiner übergroßen Liebe zu euch zuvorkommend auf Mich nähme, was an sie oder an andere Selige von euch gerichtet wird!“

[Hi. Bd. 1, S. 14, 2-4]

 

07.11. Der Tempel von Jerusalem zu Jesu Zeit

Jesus zu Lazarus, der sich darüber ereifert, daß aus den Wolken kein strafender Blitz unter die Templer fährt: „Mein lieber Bruder, ereifere dich nicht so sehr! Sieh, Ich werde nun sieben Tage im Tempel lehren. Wer sich da wird bekehren wollen, für den wird es gut sein; wer aber verharren wird in seiner Blindheit und Bosheit, der wird umkommen am Tage des Gerichtes, das über Jerusalem losbrechen und alle Kreatur zugrunderichten wird!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 173, 6]

 

Der Ehemann der von Jesus aus der Gewalt der Templer befreiten jungen Ehebrecherin berichtet den Begleitern seines heimgekehrten Weibes, daß nur größte Not sie beide in die Fallgrube der Pharisäer getrieben habe.

[Ev. Bd. 6, Kap. 201, 1-4]

 

Große Beratung der Tempelpriester und Pharisäer über die beste Art, Jesus, dem das Volk begeistert anhängt, als „Volksbetrüger“ zu entlarven und unschädlich zu machen.

[Ev. Bd. 7, Kap. 191, 1-10]

 

Jesus erwähnt, daß der Hohepriester Zacharias von den Pharisäern des Tempels, weil er die großen Mißbräuche und Betrügereien der herrschsüchtigen Pharisäer und ihrer Anhänger rügte und abschaffen wollte, zwischen dem Altar und dem Allerheiligsten erwürgt wurde.

[Ev. Bd. 9, Kap. 78, 6]

 

Mutige Mahnung und Bußpredigt des Tempelältesten Nikodemus vor dem großen Tempelrat anläßlich der schreckenerregenden Erscheinung von 12 Feuersäulen über Jerusalem.

[Ev. Bd. 7, Kap. 45, 14-18]

 

Des Jesusknaben scharfe Anklagerede gegen die Priesterschaft des Tempels, welche ihren Stand, Gott, das Volk und den Tempel nur als eine recht fette Melkkuh betrachtet, die zu melken sie allein von Gott aus das Recht habe; diese Gerichtsrede gipfelt in der schwersten Anklage: „Ja, dieses Gotteshaus ist zu einer wahren Raubmörderhöhle geworden; es gibt keinen Greuel, der in diesem Tempel nicht wäre zu öfteren Malen verübt worden!“

[Dr. T. Kap. 25, 6-14, Kap. 28, 3-7]

 

Jesus zieht mit Seinen Jüngern zum Osterfest und Tempelbesuch nach Jerusalem.

[Ev. Bd. 1, Kap. 12, 6]

 

Die geistige Bedeutung der Tempelreinigung, vom Herrn erläutert.

[Ev. Bd. 1, Kap. 16, 1 ff]

 

Jesus verwirft bei der Besprechung des Textes Jes. 1, 16-24 den Sündenbockglauben der Tempelpriester, die alljährliche Schlachtung des mit den Sünden von ganz Israel belegten Bockes und andere leere Zeremonien.

[Ev. Bd. 2, Kap. 17]

 

Schwere Anklage Jesu wider die jüdischen Tempelpriester und Pharisäer, die ihre eitlen Menschensatzungen über die wahren Gebote Gottes stellen und das Volk damit betrügen. (Ev. Matth. Kap. 15, Vers 1-9)

[Ev. Bd. 2, Kap. 123, 1-9]

 

Die alte Bundeslade im Tempel zu Jerusalem hat seit dem grausamen Tode des Oberpriesters Zacharias ihre wunderbare Kraft verloren.

[Ev. Bd. 6, Kap. 16, 8]

 

Jesus zu forschenden Pharisäern: „Wer war Melchisedek, der alleinige höchste Priester, der König von Salem? Wo sind seine Lehren und seine allen Menschen gegebenen weisesten, liebevollsten Gesetze?! — Seht, eure Väter haben sie vernichtet! — — — Moses hat in seinem sechsten und siebenten Buche alles Verlorene wiedergebracht, und ihr habt es vor dem Volke wieder versteckt und ihm dafür eure eigennützigen Satzungen gegeben!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 221, 4-5]

 

Der Wirt im Tal, ein Nachbar des Lazarus von Bethanien, erzählt, wie das Volk im Tempel zu Jerusalem den Templern nach einer scharfen Gerichtsrede des Herrn ihre Untaten und Greuel, sowie auch ihr habgieriges Verhalten gegen den wohlhabenden Gottesfreund Lazarus zornentbrannt vorwarf. Der Erzähler schildert danach das Rasen des Volkes gegen einen Oberpriester, der die Anhänger Jesu mit dem Fluche des Tempels bedrohte.

[Ev. Bd. 7, Kap. 79, 1-6, 7-20]

 

Jesus in einer großen Tempelrede zu verstockten Pharisäern und Erzjuden: „Weil Ich es wohl weiß, wie ihr alle gänzlich vom Worte Gottes abgewichen seid, darum bin Ich selbst, der Ich im Geiste derselbe bin, der auf Sinai dem Moses die Gesetze gab, nun im Fleische eines Menschen in diese Welt gekommen, um euch alle durch Lehre und Taten aus eurem Gericht und Tod zu erlösen, weil ihr trotz aller Urväter, trotz Mose und aller Propheten in die harte Gefangenschaft der Sünde und des Todes geraten seid. — So Ich euch nun selbst lehre, weil alle Meine früheren Boten nichts ausgerichtet haben, bin Ich darum ein Wahnsinniger?! O du Schlangenbrut, du Otterngezüchte, wie lange werde ich dich noch in deinem Gerichte und in deinem Tode ertragen müssen?!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 190, 7-8]

 

Vernichtende Gerichtsrede Jesu gegen die ruchlose Tempelbrut Seiner Zeit mit dem Schlußwort: „Wie lange soll Ich mit euch noch Geduld haben?! Mir ist alle Gewalt und Macht gegeben im Himmel und auf Erden! Mein Wille kann euch verderben und in das Feuer Meines Zornes werfen; ihr aber könnet Mir nichts tun! — Erst wenn Ich es eurer großen Bosheit wegen zulassen werde, daß ihr eure schnöden Hände an Mich legt — dann ist aber auch der Tag eures Gerichtes und eures Unterganges gekommen!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 193, 22-32]

 

Jesus zu bekehrten Schriftgelehrten: „Der Tempel ist schon lange kein Gotteshaus mehr. Er ist zu einer Räuberhöhle und Mördergrube geworden! Ihr Pharisäer, Hohenpriester und Schriftgelehrten habt ihn dazu umgestaltet, darum kann auch für keinen Menschen aus dem Tempel mehr ein Heil zum ewigen Leben seiner Seele erwachsen!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 85, 19]

 

Glaubensprüfung der jüdischen Kinder im Alter von 12 Jahren im Tempel zu Jerusalem.

[Dr. T. Kap. 1, 1-10]

 

In der im Kirchengebrauch verschollenen, im Lukas Evangelium erwähnten (Kap. 5) sogenannten ‚Schiffspredigt‘ erhebt der Herr schwere Anklage gegen die sündhafte, hab- und herrschsüchtige, ehebrecherische Priesterschaft im Tempel zu Jerusalem.

[Hi. Bd. 2, S. 206, 44-51; 60-64]

 

Rat des Herrn an Seine Jünger: „Wahrlich, auf dem Stuhle Mosis sitzen die Hohenpriester, Schriftgelehrten und Pharisäer. Was sie euch lehren aus der Schrift, das haltet und befolget! Aber ihren Taten folget nicht und ihren eigenen Satzungen auch nicht! Denn diese sind nicht von Gott, sondern eitles Menschenwerk gegen den Willen Gottes.“

[Hi. Bd. 2, S. 375, 4]

 

07.12. Von Religionen und Kirchen der Jetztzeit

Jesus verheißt der Stadt Rom als wichtigstem Hort Seiner Lehre ein langes Bestehen trotz mancher Verirrungen und fährt fort: „In späten Zeiten wird der Geist Meiner Lehre auch dort sehr schwinden, und die Menschen werden an der äußeren Rinde kauen und sie für das geistige Brot des Lebens halten; aber da werde Ich schon durch die rechten Mittel sie auf den Weg des Lebens zurückführen. Und hätte diese Stadt noch soviel Hurerei und Ehebruch getrieben, so werde Ich sie wieder reinigen zur rechten Zeit! Im übrigen aber wird sie stets eine Verkünderin der Liebe, Demut und Geduld verbleiben; die Großen der Erde werden sich oft um sie scharen und aus ihrem Munde die Worte ihres Heils vernehmen wollen.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 9, 6-7]

 

Der Herr: „Es ist wohl wahr, daß es in der katholischen Kirche viele Mißbräuche gibt, aber es gibt darin auch wieder manches Gute; denn es wird dort von Liebe und Demut gepredigt. Und wenn jemand nur das befolgt, so wird er nicht verloren sein.“

[Ed. Kap. 73, 5]

 

Der Herr: „Ist es wohl löblich, wenn Kinder ihre kranke Mutter verlassen und der Leidenden den Tod wünschen ihrer vielen Gebrechen halber? — Die römische Kirche ist zwar eine Hure, aber ihr seid doch in ihr geboren und habt die erste Kindermilch aus ihrer Brust gesogen. Sie lehrte euch zuerst Meinen Namen nennen, nährte euch wie eine zärtliche Mutter und untersagte euch nur das Naschen solcher Speisen, die euch den Magen verdorben hätten. Sie weckte dadurch in euch den Appetit zu kräftigeren Speisen der Seele und des Geistes, welche nach Meinem Willen euch nie vorenthalten wurden, so daß ihr nach Herzenslust habt schwelgen können. Und noch heutzutage schwelget ihr — in ihrem Schoße! — Wie kommt es denn nun, daß ihr wie Jakobus und Johannes ruft: ‚Herr, lasse Blitze und Schwefel regnen auf ihr krankes Haupt!‘? — Hört, da schaut noch wenig wahre Liebe heraus! Meinet denn ihr, Vernichtung sei der Weg zur Besserung!? O nein, da irrt ihr euch! — Sehet, die Römerin, sie gleicht dem ehebrecherischen Weibe, welches hätte gesteinigt werden sollen. Ich aber sage auch hier: Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie!“

[Hi. Bd. 1, S. 97, 6-8]

 

Der Herr: „Die römische Kirche ist gleich der großen Hure und hernach Büßerin Magdalena, die da Meine Füße salbte. Diese Kirche hat Mir schon sehr viele gute Kinder erzogen und dadurch Meine Füße gesalbt. Daher will Ich ihr helfen und sie ansehen, damit sie Buße tue; denn sie hat viel gesündigt, aber auch viel geliebt.“

[Hi. Bd. 1, S. 98, 8 und 10]

 

Jesus: „Es werden zwar die Weltmenschen mit der Zeit aus Meiner Lehre dasselbe machen, was die Heiden aus der Urlehre gemacht haben, die Adam und seine ersten Nachkommen erhielten; aber neben solcher Abgötterei werden stets noch Menschen da sein, die Meine Lehre rein erhalten und besitzen werden, wie sie nun aus Meinem Munde kommt.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 107, 3]

 

Der Erzengel Raphael: „Glaube ja nicht, daß das höchste Licht aus den Himmeln je alle Menschen der Erde durchdringen wird. Nur die wahren Kinder Gottes, in geringer Anzahl allezeit, werden damit rein und reichlichst versehen. Die Weltkinder aber werden aus ihrem Unverstand Tempel und Götzenhäuser erbauen und sie mit ehernen Gesetzen und blinden Regeln umzäunen, jedoch den wahren Kindern dadurch nie etwas anhaben können, wofür der Herr allezeit sorgen wird.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 5, 3]

 

Der Herr: „Sage deinen Freunden, daß sie sich ja nicht an der Kirche stoßen sollen; denn jede Speise, die Ich empfehle, reinige Ich für den, der sie im Geiste und in der Wahrheit genießen will, und dann soll er sie genießen ohne Sorge.“

[H. Bd. 1, Kap. 3, 14]

 

Der Herr: „Es hat zwar jeder Mensch einen lebendigen Tempel der Weisheit in sich. Wenn er Mir darin das Lob der Weisheit gegeben hat, so kann er des äußeren Tempels wohl entbehren. Aber dessen ungeachtet habe Ich auch einen äußeren, sichtbaren Tempel errichtet zum Gedächtnis an den inneren, lebendigen, auf daß jeder Mensch, der in diesen Tempel eintritt, sich erinnere, daß Ich allein der Herr bin! Wären die Menschen der Erde gleich Meinen wahren Kindern, da bedürften sie keiner sichtbaren Tempel. Aber sie sind so grob wie die äußere Materie, aus welcher die Tempel angefertigt sind, daher müssen sie auch ein grobsinnliches Zeichen haben und sich stoßen an der äußeren, harten Materie und daran zerschellen, damit dann ihr Inneres frei werde und sie aus diesem groben, äußeren toten Tempel in den inneren, lebendigen eingehen können, wenn sie dies ernstlich wollen!“

[H. Bd. 3, Kap. 169, 4-6]

 

Der Herr: „Der Knecht kann raten, Ich aber kann es tun; der Diener kann belehren, allein die Erlösung ist nur Mein Werk! Der Knecht kann beten, aber nur Ich kann segnen. Mein Diener muß richten gerecht; aber das Recht der Gnade hat nur der Herr. Daher sollen sie über den Dienern und Knechten des Herrn nicht vergessen!“

[H. Bd. 1, Kap. 2, 6]

 

Der Evangelist Markus zeigt in seiner Sphäre eine Gruppe von jenseitigen Inselbewohnern und sagt: „Das sind gläubige Christen, welche in dem alleinigen Glauben die Rechtfertigung suchten und die Liebe nicht anerkennen wollten, als tauge sie nichts fürs ewige Leben, sondern allein der Glaube. Und solche Begründung hält sie hier (in einer etwas kargen Gegend) fest.“

[GS. Bd. 1, Kap. 21, 14-19]

 

Der Evangelist Markus zeigt in seiner Sphäre den ‚Probehimmel‘ derjenigen römischen Katholiken, die in ihrem Glauben liebtätig und gewissenstreu lebten und nun im Geisterreich zunächst alles ihren Glaubensvorstellungen gemäß vorfinden.

[GS. Bd. 1, Kap. 47]

 

Der Evangelist Markus zu einem Mönch in der geistigen Welt: „Daß ein Paulus in Rom gelehrt hat und gepredigt das Evangelium des Herrn, solches ist allbekannt; aber daß Petrus in Rom das Papsttum gegründet habe, davon finde ich in der ganzen Heiligen Schrift nicht eine Silbe!“

[GS. Bd. 1, Kap. 67, 11]

 

Ein aufschlußreiches theologisches Streitgespräch des Evangelisten Markus mit einem römisch-katholischen Mönch im Jenseits über verschiedene dogmatische Irrtümer seiner Kirche!

[GS. Bd. 1, Kap. 68, 1-27]

 

Ein im Jenseits zum Licht gelangter früherer Prior: „Wir haben in unserem Erdenleben den wahren Christus verloren, der noch am Kreuze blutend und sterbend Seine größten Feinde segnete und sie mit ihrer Unwissenheit entschuldigte. Ja, den Christus haben wir verloren, der den Missetäter, welcher sich zu Ihm gewendet hatte, mit dem offensten Herzen aufnahm und sogar jenen nicht verdammte, der Ihn am Kreuze schmähte. Wir haben uns statt dieses wahren Christus einen Tyrannen-Christus gebildet, der fortwährend Rache brütet bis zu dem von uns bestimmten irrwahnigen Vergeltungstage, während wir doch gar leicht hätten bedenken können, daß der Herr, wenn Er an Seinen armseligen Geschöpfen hätte Rache nehmen wollen, nicht einer so langen, unbestimmten Frist benötigen würde, sondern mit ihnen es hätte machen können wie mit Sodom und Gomorra. — Ferner stellten wir Christum fortwährend in unzugänglicher Erhabenheit vor, durch welche Er sich um Seine Geschöpfe gar wenig kümmere, sondern sie bis zum Gerichtstage frei belasse, da sie Sein Wort und Sein Gesetz haben. Wir gedachten dabei aber wenig dessen, was der gute Hirte spricht. Und die Verheißung: ‚Ich bleibe bei euch bis ans Ende aller Zeiten!‘ ging ebenfalls stumm an unseren Herzen vorüber.“

[GS. Bd. 1, Kap. 97, 4-5]

 

Jesus zu einem im Jenseits zum Licht erweckten ehemaligen Mönch: „Du machst Mir mit Unrecht zum Vorwurf, daß Ich der römischen Kirche ob ihrer Mißstände noch nie eine kräftige Warnung zukommen ließ. Betrachte alle die Trennungen von der Römerin! Siehe, das sind ganz gewaltige Gegenkundgaben! Aber sie fruchteten wenig, weil Ich den Drachen (Satan) noch nicht richten wollte — wegen Meiner Liebe. — Weiter betrachte die große Verbreitung des reinen Wortes durch die Druckschrift in allen Zungen! Aber sie fruchtete wenig, weil Ich den Drachen noch nicht richten wollte — wegen Meiner Liebe! Weiter betrachte die von Mir selbst zu allen Zeiten erweckten zahlreichen Propheten! Diese übten eine starke Gegenkundgabe aus. Aber es fruchtete wenig, weil Ich den Drachen noch nicht richten wollte — wegen Meiner Liebe. Dann betrachte noch die tausendfachen Demütigungen, die Ich der Römerin als starke Gegenkundgabe von allen Seiten habe zukommen lassen! Aber sie fruchteten bisher ebenfalls wenig, weil Ich den Drachen noch immer nicht richten wollte — wegen Meiner Liebe.

Von nun an aber werden sich die Verhältnisse der Römerin ohnehin ganz anders zu gestalten anfangen. Ihre Weltmacht wird sehr erschüttert und eine offene Zunge gegen sie allenthalben gestattet werden. Wird sie eine solche Kundgabe auch noch nicht fruchtbringend berücksichtigen, dann wird der Drache gerichtet — wegen Meiner zu lange mißbrauchten Langmut!“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 126, 20-21]

 

Jesus im geistigen, erscheinlichen Wien zu einem zum Licht erwachenden ehemaligen Erzbischof: „Nicht alles ist schlecht an der Römerin (römisch-katholische Kirche)! Nur das ist ein Greuel, wenn sie des irdischen Mammons wegen Mittel ergreift, die höllischer Natur sind, wie — falsche Wunder und Heilmittel, Ablässe, Reliquien, Bilderdienst, blinde Zeremonien; auch mißbillige Ich: falsche Gnadenwallfahrtsorte, Kirchenschätze, hohe Ämter und Ehrenstellen, ihre Herrschsucht und hartnäckigste Alleinrechthaberei! Ich will vom Meßopfer nichts sagen, nichts von der Ohrenbeichte, nichts von ihren Tempeln, Glocken und Orgeln, nichts gegen würdige Kunstwerke, nichts von der Heilighaltung ihrer Bethäuser und nichts von den pomphaften Begräbniszeremonien für die Verstorbenen. Denn dies alles in reinem Sinne würdig benützt, ist nicht untauglich, das menschliche Gemüt zu erheben und zu veredeln. Aber daß die Römerin diese an und für sich reinen Dinge dazu gebraucht, das menschliche Herz blind glauben zu machen, daß man durch den sorgfältigen Gebrauch alles dessen zum Leben in den Himmeln und nur durch sie zu Meiner Gnade gelangen könne — das ist schlecht! Denn dadurch werde Ich bei den Kindern als Vater zu einem Tyrannen gemacht, den man wohl fürchtet, aber nie liebt. Die Verständigen, Gelehrten und Weltläufigen aber fangen dann an, Meiner sich zu schämen und wollen oft von einem solchen Erlöser, wie Ihn die Römerin schildert, nichts mehr wissen und verwerfen dann das Kind samt dem Bade. Und siehe, das bewirkt die römische Kirche durch ihre eigenmächtigen Lehren und Satzungen, die sie als von Mir empfangen vorgibt, sowie durch allerlei geduldeten und gepredigten Aberglauben. Und dadurch richtet sie sich selbst zugrunde!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 223, 9]

 

Der Apostel Petrus auf konfessionelle Behauptungen katholischer Seelen im Jenseits: „Ich weiß nichts von einer Übergabe der mir von Gott erteilten Macht an den römischen Papst, wie ich auch nie in Rom meinen Sitz gehabt habe. Paulus, als ein Apostel der Heiden, hat sich wohl längere Zeit in Rom, und zwar unter der tyrannischen Regierung des Kaisers Nero aufgehalten, aber ich, der wahre Petrus, nie! Wie sollte ich dann einen Papst zu meinem Nachfolger ernannt und ihm alle mir von Gott selbst eingeräumte Macht übergeben haben?!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 259, 6]

 

Der Apostel Petrus im Jenseits zu dem einstigen Bischof Martin: „Siehe, war Luther auch nicht in der Fülle ein Mann nach dem Herzen Gottes, so war er dennoch besser als viele aus deiner Kirche, die da wollen die allein rechten und vollkommensten sein. Denn er allein hatte inmitten der tiefsten Babelsnacht den löblichen Mut, der Menschheit das reine Wort Gottes wiederzubringen und diese dadurch auf den rechten Weg des Herrn zu führen! Waren auf diesem Wege auch einige Dunkelheiten als natürliche Folgen des zu nahen Babel (Rom), so war dennoch seine Lehre nach dem reinen Worte des Herrn gegenüber den Irrlehren Roms gleich einer Mittagssonne gegen ein mattes Sumpflicht in finsterer Nacht! — Wenn aber Luther solches im Namen des Herrn gewirkt hat, welchen Grund hast du dann wohl, diesen würdigen Mann zu schmähen und zu verachten!?“

[BM. Kap. 5, 3-5]

 

Ein durch einen seligen Tod erlöster Armer beleuchtet die Irrtümer und Fehler der katholischen Kirche seiner Zeit und seine eigene, allein auf Liebe gegründete Einstellung zu Christus und dessen Wort.

[St.-Sz. 10, 31]

 

Der Herr: „Wer recht leben will, der kann es in jeder Kirche; denn eine Hauptregel ist: Prüfet alles und das Gute davon behaltet! — Wenn ihr ein Kind gebadet habt, so schüttet bloß das Badewasser weg, das Kind aber behaltet, — und das Kind ist die Liebe!“

[Ed. Kap. 73, 13-14]

 

Der Herr: „Ihr dürfet alles tun, was der äußere Kultus verlangt, um niemandem ein Ärgernis zu geben.“

[Hi. Bd. 2, S. 322, 9]

 

Der Herr: „Folget der Lehre der äußeren Kirche, wo sie Mein Wort und Demut und Liebe verkündet! Aber ihren Werken und Satzungen folget nicht, wenn sie wider Mein Wort gerichtet sind!“

[Hi. Bd. 2, S. 375, 6]

 

07.13. Propheten, Priester und Lehrer

Jesus: „Ich sah von Ewigkeit voraus, daß die Menschen — da unvorbereitet — Mich bei Meiner Ankunft unmöglich erkennen könnten, und ließ ihnen daher schon von ihrem ersten aus Mir geschiedenen Entstehen an durch viele Seher, die das Licht nicht verloren hatten, die Art und Weise und sogar Ort und Zeit Meiner Ankunft vorhersagen. Und bei Meiner Ankunft ließ Ich große Zeichen geschehen und erweckte einen Mann (Johannes der Täufer), in dem ein hoher Urgeist (der Erzengel Michael) Wohnung genommen hatte, damit er den blinden Menschen Meine Ankunft und Gegenwart auf der Erde verkünde.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 1, 25]

 

Jesus deutet das Gleichnis von den zu verschiedenen Zeiten gedungenen Arbeitern im Weinberg: „Alle Propheten sind, wie nun ihr, Meine Jünger, der Seele nach nicht von dieser Erde, sondern von oben her gedungene Arbeiter. Sie haben mit Mir einen Vertrag wegen der Erreichung der Kindschaft Gottes, die nur auf dieser Erde möglich ist, geschlossen. — Alle großen Propheten — euch mitgerechnet — die eine große Offenbarung empfingen, sind die zuerst gedungenen Arbeiter im Weinberge des Herrn. — Die kleinen Propheten, die nur den halben Dienst zu verrichten haben — nämlich die Aufrechterhaltung der einmal gegebenen großen Offenbarung —‚ sind jene, die nach euch kommen werden. Sie werden die Macht, welche Ich euch gebe, nicht besitzen, aber mit euch den gleichen Lohn haben, weil ihr Glaube ein kräftigerer sein muß; denn weil sie nicht sehen, was ihr nun sehet und erfahret, so wird ihr freiwilligerer Glaube ihnen auch zu einem höheren Lebensverdienst angerechnet. — In gar später Zeit werden knapp vor einem großen Gericht Seher erweckt, welche die kurze, schwere Mühe haben, die sehr unrein gewordene Lehre zu reinigen, auf daß diese nicht von der heller denkenden Menschheit als ein alter Priestertrug verworfen werde. Diese letzten Arbeiter in Meinem Weinberge werden nicht durch große Wundertaten, sondern allein durch das reine Wort und durch die Schrift wirken und nur die Offenbarung des inneren, lebendigen Wortes im Gefühl und in den Gedanken ihres Herzens empfangen. Sie werden eines klaren, vernunftvollen Glaubens sein, ohne Wunderwerke die verdorrten Menschenreben Meines Weinberges aufrichten und von Mir dann auch denselben. Lohn bekommen wie ihr als die Arbeiter des ganzen Tages. Denn sie werden es um sehr vieles schwerer haben, fest und ungezweifelt an das zu glauben, was über tausend Jahre vor ihnen hier geschah.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 176, 7-10]

 

Jesus: „Ein wahrer Prophet ist ein einfacher, natürlicher Mensch, mit allerlei Schwächen behaftet wie du; aber da er ein verständiges Herz hat, in dem weder Zorn noch Rache, noch Mißgunst, noch Stolz oder Unkeuschheit wurzeln können, so reinigt der göttliche Geist dessen Herz von den Schlacken der Welt und gießt ein Licht aus den Himmeln hinein. Da dieses Licht sich in klar vernehmbaren Worten ausspricht, so darf der Prophet nur laut nachsprechen, was er in seinem Herzen deutlich vernimmt, — und solches heißt dann eine vollwahre Prophezeiung oder Weissagung und ist ebensogut ein reines Gotteswort, als hätte Gott selbst unmittelbar zu den Menschen geredet.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 108, 1-3]

 

Der Herr: „Henoch, der liebeweise Lehrer und Prophet der Urzeit war nie Traurig und bedauerte niemand, dem etwas Unangenehmes begegnet war. Denn sein Auge ruhte beständig auf Meinem Herzen, und so gewahrte er gar wohl die geheime Leitung Meiner Liebe, wie sie durch jedes noch so sonderbar scheinende Mittel allzeit am besten versteht, die Menschen so zu führen, wie es für die Gewinnung des ewigen Lebens am allerbesten taugt. Ja, er ging in der Rechnung seiner Liebe zu Mir so weit, daß er sogar mit der größten Sicherheit bestimmte, wie, wann, wo und warum etwas zum Vorscheine kommen werde, und zu welchem Ende.“

[H. Bd. 1, Kap. 80, 4]

 

Der Herr: „Der Geist der ewigen Liebe wird den wahren Propheten erfüllen; er wird schauen: Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit.“

[H. Bd. 1, Kap. 80, 5]

 

Der weise Hohepriester Henoch zu dem geläuterten König Lamech der Ebene, der sich tiefst vor ihm verneigt: „Höre, du mein geliebter Bruder Lamech, was der Herr für sich weder von mir noch von dir verlangt, das unterlasse allzeit auch vor mir! Denn wenn ich zu dir komme, da komme ich in der reinen Liebe des Herrn als ein wahrer Bruder! Wozu demnach solche Ehrung, die zu nichts nütze ist?! Vermeiden wir gegenseitig solches, sonst werden wir selbst Schöpfer arger Zeiten werden!“

[H. Bd. 3, Kap. 35, 1-4]

 

Abedam-Jehova zu Henoch, dem ersten Hohenpriester der Urzeit, nach dessen erster Sabbatrede: „Also wie du jetzt rein aus Mir geredet hast, geradeso wirst du auch künftig in Meinem Namen reden zum Volke. Siehe, solches ist von nun an dein Hauptgeschäft an jedem Sabbat. — Und wenn Ich dir zeigen werde, daß sich jemand abgewendet hat von Mir und hat sein Auge gerichtet zur Welt, so gehe aber an jedem Tage hin, rufe den Verirrten in Meinem Namen und stelle seine Füße wieder auf den rechten Weg der Reue, Demut und Liebe zu Mir! — Wenn sich aber derlei Fälle mehren sollten, daß du nicht auslangen möchtest mit der Zeit, da erwähle du in Meinem Namen einen Tauglichen aus deiner Schule und sende ihn gehörig ausgerüstet hin und sei dabei unbesorgt; denn Ich werde so gut mit ihm sein wie mit dir! Auf den du in Meinem Namen deine Hände legen wirst, den auch will Ich alsbald erfüllen mit Meinem Geiste, und er wird weissagen dir gleich und wird erbrennen im Eifer der Liebe zu Mir!“

[H. Bd. 2, Kap. 26, 3-6]

 

Abedam-Jehova zu den unter Kisehels Führung zur Wortverkündung in der Lasterstadt Hanoch erwählten Gottesboten: „Ich bin der Erste und stehe jedem noch näher als der von Mir euch gegebene Führer. Daher sollt ihr auch allzeit in eurem Herzen eher zu Mir als zum Führer gehen, wenn ihr eines Rates benötiget, und Ich werde dann eure Herzen empfänglich machen zur Aufnahme des Rates aus dem Munde des Führers und werde euch schon zuvor mit dem erfüllen, was euch hernach erst der Mund des Führers bestätigen wird, — damit ihr dann das Wort des Führers nicht als sein Wort, sondern als Mein Wort in euch allen erkennet. Und so diene euch der Führer nicht etwa, als solle er euch Gesetze und Regeln vorschreiben, sondern nur, daß er euch bestätige Meinen Willen in euch!“

[H. Bd. 2, Kap. 12, 4-6]

 

Der weise Hohepriester der Urzeit Henoch: „Wir alle haben nur einen Herrn, einen Vater, wir unter uns sind lauter Brüder! So aber der Herr einen über Größeres setzt als einen andern, so erhöht Er ihn dadurch nicht vor den Brüdern, sondern gibt ihm nur die Gelegenheit, an seinen Brüdern desto mehr Liebe zu üben.“

[H. Bd. 3, Kap. 35, 12-13]

 

Henoch, der erste Prophet und Hohepriester der Urzeit, zu dem zwiespältigen Urvater Adam: „Wie du dich gegen meine Worte, die da kamen aus dem Geiste des Herrn, auflehntest und mich von dir wiesest, also werden es deine Nachkommen allen jenen Lehrern tun, welche vom Geiste Gottes erfüllt sind, und denen huldigen, die den Geist der Welt predigen werden.“

[H. Bd. 3, Kap. 111, 4]

 

Jesus: „Der echte Prophet wird nie selbstsüchtig sein, und fern von ihm ist jeder Hochmut (Geltungsdrang, überhöhtes Sendungsbewußtsein). Er wird wohl dankbar annehmen, was ihm gute Herzen spenden, aber nie von jemand einen Lohn fordern, weil er weiß, daß dies vor Gott ein Greuel ist, und weil Gott Seine Diener wohl erhalten kann. — In des echten Propheten Rede wird nie ein Widerspruch vorhanden sein; stelle aber des falschen Propheten Rede ans Licht, und es wird darin von Widersprüchen wimmeln! — Den echten Propheten kann niemand beleidigen, wie ein Lamm wird er alles ertragen, was die Welt ihm antut; nur gegen Lüge und Hochmut wird er im Feuereifer aufwallen und sie allezeit schlagen!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 204, 12 und 14]

 

Der Erzengel Raphael: „Gar große Propheten, durch welche Gott den Menschen der Erde sehr viele, gewaltigste Dinge kundtut, werden nur alle tausend Jahre einmal zu den Menschen dieser Erde gesandt, um ihnen im reichlichsten Maße die neuen Wege Gottes zu noch höherer Vollendung zu zeigen und andernteils sie von den vielen Irrwegen, auf denen sie sich befinden, abzuwenden und auf den einen rechten Weg hinzuleiten.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 3, 15]

 

Jesus: „Wer einen rechten Propheten in Meinem Namen aufnimmt, verpflegt und dessen Freund ist, der wird auch eines rechten Propheten Lohn überkommen. Wehe aber denen, die einen Propheten verlassen der Welt wegen oder ihn gar verdächtigen und verfolgen! Diese werden schwerlich zur Anschauung Gottes gelangen! Wer aber an einen echten Propheten die Hand legt, soll mit dem Feuer der Hölle bestraft werden! Denn eines Propheten Herr und Mund ist Gottes!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 108, 6-7]

 

Jesus: „Wenn es in einer Gemeinde Lehrer gibt, die nicht Zeit haben, sich mit ihrer Hände Arbeit den Lebensunterhalt zu verschaffen, sollen sie von der Gemeinde so versorgt werden, daß sie nicht nötig haben, die Zeit, die für den Unterricht eurer Kinder bestimmt ist, mit der Feldarbeit und dergleichen zuzubringen. Das ist auch ein Akt einer besonderen Nächstenliebe, der obenan steht. Denn wer euch tätig mit den geistigen, wahren Lebensschätzen versorgt, den sollet ihr auch nicht in seiner leiblichen Sphäre darben lassen.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 126, 6]

 

Jesus: „Wer von Meiner Gnade berufen ist, den Menschen in Meinem Namen ein geistiger Lehrer zu sein, der bedenke, daß er die Gnade von Mir umsonst empfing und sich daher für die Weiterausteilung kein Entgelt bezahlen lassen soll. — Die Beteilten aber sollen einen solchen Lehrer liebevoll aufnehmen und in keiner Art darben lassen.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 126, 7]

 

Der Erzengel Raphael: „Der Herr wird immer von Zeit zu Zeit Knechte erwecken, die jenen Menschen, die eines guten Willens sind, den reinen Willen Gottes zeigen sollen. Wohl denen, die sich danach richten; denn sie werden dadurch die höchste Lebensvollendung erreichen. Nur mit der Wundertätigkeit wird es dann etwas spärlich aussehen; denn des Herrn Geist wird die Seinen lehren, damit vorsichtig zu sein, um nicht ein ganzes Heer von falschen Propheten gegen sich zu hetzen und dann mit dem Schwerte wider die Hölle kämpfen zu müssen.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 83, 11]

 

Der Erzengel Raphael: „Die wahren Propheten wird der Herr stets ganz in der Stille erwecken, und sie werden wie stille Wasser in der Welt nie einen Lärm machen. Die aber einen Lärm machen werden, in denen wird die Wahrheit und das Wort des Geistes nicht sein. — Die von Gott erweckten echten Propheten werden in aller Stille auch sehr wohl imstande sein, Wunder zu wirken; aber es wird davon die Welt nichts merken, sondern allein die wahren Freunde Gottes zu ihrem eigenen stillen Troste.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 83, 12-13]

 

Jesus: „Es werden Zeiten kommen, in denen viele falsche Propheten und Messiasse aufstehen und sagen werden: ‚Sehet, hier ist der Gesalbte!‘ oder, Dort ist er!‘ Aber wo sie angeben, daß Ich zu finden sei, da werde Ich nicht sein! Denn wer Mich suchen wird in etwas Welttümlichem, der wird Mich nicht finden, sondern nur der, welcher Mich in der wahren Liebe, Demut und Selbstverleugnung sucht.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 76, 19]

 

Jesus: „Es war Daniels fromme Seele wohl ganz geeignet, prophetische Bilder zu schauen wie in einem lebhaften Traume, aber sie konnte sie nicht fassen (deuten), weil ihr jenseitiger Geist aus Gott mit ihr nicht eins werden konnte, solange Ich noch nicht im Fleische da war, um solch eine völlige Einigung zu ermöglichen. — Diese volle Einigung aber wird erst dann möglich sein, wenn Ich werde aufgefahren sein in Meine alte und danach ganz neue Heimat.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 101, 6]

 

Ein gottgläubiger, geistig hellsehender Illyrier gibt einem römischen Hauptmann in Rom denkwürdige Aufschlüsse über Gott, den Unwert der Götter, über die stufenweise Entwicklung der Menschenseele in den Naturreichen, über die Verfinsterung und Entartung der Menschheit durch das Sinnenleben und über ihre bald bevorstehende Errettung durch Gott selbst.

[Ev. Bd. 6, Kap. 134, 2-5]

 

Jesus erklärt die Entstehung des Antichrist durch die Habsucht scheinfrommer Menschen, die mit falschen Lehren, mit Zaubereien und Tempelpracht das blinde Volk verführen, und ermahnt die Seinen zu einem bescheidenen Leben: „Habet wohl acht, daß ihr nur den (nötigen) Lebensbedarf von euren Gläubigen annehmet! Denn die echten Propheten werden stets in Meiner Armut einhergehen!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 179, 2-4]

 

Der Herr zu dem ersten Hohenpriester der Urzeit Henoch: „Vermeidet alles Gewaltige und erhaben-geheimnisvoll Pomphafte und gehet Mir gleich liebevoll, bescheiden und schlicht einher, so werden alle Herzen in euch Ruhe finden und in Mir durch euch das ewige Leben!“

[H. Bd. 2, Kap. 236, 15]

 

Jesus zu Seinen Jüngern: „Sorget nicht für den kommenden Tag, was ihr essen, und womit ihr euch bekleiden werdet. Denn das Wort des Moses: ‚Wer dem Altare dient, der soll auch vom Altare leben!‘ gilt nur für euch als die erwählten Arbeiter in Meinem geistigen Weinberg! Zu den anderen sage Ich: Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen! Wer aber Mein Reich sucht und seine Gerechtigkeit, dem wird wie euch alles andere als eine freie Gabe hinzugegeben werden.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 193, 7-8]

 

Jesus schildert den geistigen und wissenschaftlichen Bildungsgang des großen Propheten Moses in den Priesterschulen Ägyptens, nachdem er von seiner Mutter im Glauben Israels belehrt und erzogen worden war.

[Ev. Bd. 6, Kap. 233, 1-2]

 

Jesus: „Moses und Aaron, auch Elias, Jonas, Josua und Samuel waren große Propheten und sind dazu in keiner Schule gebildet worden, denn ihr Glaube, ihr Gott ergebenes Herz und Gott selbst waren ihre Schule. — So waren auch die Erzväter zumeist Seher und Propheten ohne Schule. — Und sogar in dieser Zeit gibt es Seher und Propheten, die nicht in einer Schule dazu erzogen wurden; denn Gott sieht allzeit nur auf das Herz der Menschen und nicht auf die Schule. Siehe da Meine Jünger! Keiner von ihnen hat je eine Prophetenschule gesehen, und dennoch werden viele von ihnen Größeres leisten als alle alten Seher und Propheten; denn Ich allein bin ihr Meister und ihre Schule, und so wird es auch in der Folge sein und bleiben!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 57, 1-3]

 

Paulus an die Gemeinde zu Laodizea: „Der Herr hat mich nicht berufen für eine neue Einrichtung der Zeremonie, sondern für die Aufrichtung der Herzen, um welche der Satan Jahrtausende seine harten Ketten geschmiedet hatte, — und zu predigen jedermann die Freiheit des Geistes, den Frieden der Seele und damit zu zerreißen in Christo, dem Herrn, die alten, harten Bande des Todes!“

[Lao. Kap. 1, 36-37]

 

Der Herr: „Wäre Hus nach Meinem Rate klug statt eigensinnig gewesen — gleich dem Nikolaus Kopernikus, der da war ein kluger Rechner in Meiner Schöpfung —‚ so wäre er nicht im Feuer zugrunde gegangen. Denn Ich sage dir: Ihr sollet allezeit den Satan überwinden mit der Klugheit eurer Sanftmut!“

[Hi. Bd. 1, S. 56, 6]

 

Der Herr zu seinem Schreiber Jakob Lorber: „Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert. Und so du redlich arbeitest und ohne Gewinnsucht, wie bis jetzt, so wird auch für dich ein der Arbeit angemessener Lohn zu rechter Zeit in Bereitschaft stehen. Doch denke nie an den Lohn, sondern stets nur an Mich, und an die Arbeit für Mich, so hast du schon den größten Lohn in dir. Wo aber der ist, da ist alles!“

[Hi. Bd. 2, S. 9, 4]

 

Der fromme Israelit Simeon bezeugt, das Jesuskindlein auf dem Arm tragend, im Tempel zu Jerusalem: „Herr, nun laß Du Deinen Diener in Frieden fahren, wie Du es gesagt hast; denn meine Augen haben nun den Heiland gesehen, den Du verheißen hast den Vätern und den Propheten! Dieser ist es, den Du bereitet hast vor allen Völkern! Ein Licht, zu leuchten den Heiden und Deinem Volke Israel!“

[Jug. Kap. 24, 13-16]

 

Die zeitweise von Gott geduldete Verderbnis der Priesterschaft und ihre stark verfälschte Gotteswortverkündigung nötigt die Menschen zum selbständigen Suchen der göttlichen Wahrheit, und dies ist der Grund solcher Zulassung.

[Ev. Bd. 2, Kap. 203]

 

Jesus: „Der falsche Prophet wird sich zahlen lassen für jeden Schritt und für jede ‚gottesdienstliche‘ Handlung zum vorgeschützten Wohle der Menschheit. Der falsche Prophet wird von den Gerichten Gottes donnern und selbst in Gottes Namen richten mit Feuer und Schwert. Der rechte Prophet aber wird niemand richten, sondern die Sünder nur zur Buße ermahnen und wird keinen Unterschied machen zwischen angesehen und gering. Denn ihm gilt allein Gott und Sein Wort alles!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 204, 13]

 

Jesus: „In wenigen Jahren nach Meinem Erdenleben schon wird es eine Menge falscher Propheten und Wundertäter geben, die Meine reine Lehre gänzlich verunstalten. Sie werden sich zwar Meines Namens bedienen; aber ihre Lehre wird der Meinen nicht mehr gleichen, und ihre Wunderwerke werden betrügerischer Art sein und gar viele Menschen zu festen Anhängern der falschen Propheten machen.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 140, 6]

 

Jesus zu rechthaberischen Schriftgelehrten: „Ein Mensch, der wie ihr im Falschen begründet ist, auch falsch lehrt und dafür von den blinden Menschen noch eine große Ehre begehrt, dem kommt die lichte Wahrheit stets hart und seine vermeinte Ehre verletzend vor und macht ihn ärgerlich. Aber Ich sage euch, daß ein solcher Mensch, wenn er sich in seinem Falschen nicht durch die lichtvolle Wahrheit demütigen lassen will, niemals in die Wahrheit eingehen, sondern in seiner Finsternis untergehen wird.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 64, 3]

 

Jesus: „Es werden mit der Zeit viele falsche Propheten in Meinem Namen hinausreisen zu allen fremden Völkern der Erde, dem Scheine nach wohl, um Meine Lehre auszubreiten, aber dem Hauptgrunde nach nur, um von den fremden Völkern viele Erdengüter zu gewinnen, weshalb sie auch Meine Lehre so gestalten werden, wie sie für ihre Gewinngier am meisten taugt. Derlei Boten werden von Mir keinen Schutz zu gewärtigen haben.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 199, 12-13]

 

Jesus zu Seinen Jüngern und Freunden: „Die fehlende Verbindung mit Mir und Meinem Geist war allzeit der arge Anfang des falschen, lügenhaften Prophetentums, sowie der Verfinsterung und Verschlimmerung der Menschen. Darum soll nur der seine Mitmenschen lehren, der es zuvor von Mir in seinem Herzen erlernt hat. Wer aber aus sich nur von dem, was er durch andere Menschen stückweise vernommen hat, seine Mitmenschen belehren will, dem glaubet nicht; denn das ist ein falscher Prophet, der nur eines Ansehens und zeitlichen Gewinnes wegen einen Propheten spielen will.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 185, 6]

 

Jesus: „Wer einen falschen von einem wahren, von Mir berufenen Propheten und Lehrer mit leichter Mühe erkennen will, der schaue auf die Werke der Selbstsucht, Gewinn- und Machtgier eines falschen Propheten!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 185, 7-9]

 

Jesus zu Heidenpriestern in der Bergstadt Aphek: „Viele Priester Altägyptens wußten es wohl, wie sie mit dem einen, allein wahren Gotte daran waren, aber das blinde Volk mußte glauben, was sie ihm vorstellten. Und darum hat Gott sie mit Blindheit geschlagen. Und in dieser Blindheit befindet ihr Heidenpriester euch auch noch auf langehin, wenn ihr nicht von der Welt ablaßt und aus dem rechten, vollwahren Grunde Gott, Sein Reich und dessen Gerechtigkeit sucht. Wer Gott nicht in aller Liebe, Sanftmut, Demut, Geduld, und Selbstverleugnung sucht, der findet Ihn, das höchste Lebensgut, nicht!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 97, 4-6]

 

Der Apostel Paulus warnt die Gemeinde zu Laodizea vor einem falschen Propheten, kennzeichnet dessen eigensüchtiges, machthungriges Wesen, rät zu seiner Absetzung und zur Hinwendung zu einem wahren Jünger des Herrn, namens Nymphas.

[Lao. Kap. 2, 9-14 und 16-18, Kap. 3, 9-12]

 

Ein im Jenseits zum Licht erwachter einfacher Mesner des Stephansdoms zu Wien geißelt mit eindringlicher Rede den leeren Zeremonienkult und die törichten widerchristlichen Satzungen der Kirche seiner Zeit und enthüllt am Schluß eines heftigen Wortstreites mit geistig blinden, ehemaligen Kirchenfürsten die wahre Bedeutung der Worte Jesu über die apostolische Vollmacht, zu lösen und zu binden. Von den verstockten kirchlichen Würdenträgern wird der unerschrockene Mesner kurzerhand zur Hölle verdammt, jedoch von Jesus gerechtfertigt.

[Rbl. Bd. 2, Kap. 230-232]

 

07.14. Zwangslosigkeit in Glaubensdingen

Jesus: „Wer Mich annehmen will, der nehme Mich an; und wer Mir und Meiner Lehre folgen will, der folge; denn Ich und Mein Reich sind frei und wollen daher auch in aller Freiheit errungen werden. Vor Mir gilt nur die freieste Selbstbestimmung. Denn jeder Zwang von irgendwo andersher als aus dem eigenen Herzen ist etwas Fremdes und kann für des Menschen inneres Leben unmöglich eine Geltung haben in Meiner ewigen, allerfreiesten Ordnung. Darum ist die Ausbildung dieses inneren Lebens einem jeden Menschen in die eigenen Hände gelegt worden.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 93, 4-6 und 8]

 

Jesus zu Seinen zur Lehrverkündung ausgesandten Jüngern: „Die Zeit des sanften Wehens Jehovas vor der Grotte der Welt ist nun da! Darum wollen auch wir weder mit Sturm noch mit Feuer ausziehen, sondern nach der ewigen Ordnung Gottes mit aller Liebe, Sanftmut und Geduld. — Aber auch die Klugheit sollt ihr nicht außer acht lassen, da ihr als Lämmer unter reißende Wölfe ziehet.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 137, 11]

 

Jesus rät bekehrten Heidenpriestern, dem Volke zunächst Seine Lehre vorzutragen und dann erst die alten Götzenbilder zu beseitigen, und fährt fort: „Mein Reich, das Ich nun auf dieser Erde gründe, ist ein Reich des Friedens und nicht der Zwietracht, der Verfolgung und des Krieges; und so sollet ihr es auch im Frieden unter den Menschen ausbreiten und euch dabei keines Schwertes bedienen! Wirket allein durch Meine Liebe in euren Herzen; denn in der Liebe liegt die größte Kraft und Macht!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 106, 4-14]

 

Jesus: „Wahrlich, wer Mein Wort und Meine Lehre mit dem Schwerte in der Hand verbreiten wird, der wird für seinen Eifer keinen Segen von Mir überkommen, sondern in die Finsternis hinausgestoßen werden!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 39, 4]

 

Jesus: „Jeder Zwang im Geistesleben ist ein Gericht. Soll der Mensch gut und voll des wahren, geistigen Lebens werden, so darf ihn weder Gesetz noch Lohn oder Strafe bestimmen zur Annahme Meiner Lehre, sondern allein sein freier Glaube, seine innere Überzeugung, sein Erkennen und sein freier Wille, der aus der reinen Liebe zu Gott und zu allem Guten und Wahren hervorgeht.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 7, 5-6]

 

Jesus: „Meine Zeichen sollen zur Bekräftigung dessen dienen, daß Ich wirklich der bin, als den Ich Mich den Menschen darstelle. Ihr aber sollet euch davon nicht gefangennehmen lassen in euren Herzen, sondern euch allein leiten lassen durch Mein Wort und seine Wahrheit. Denn so ihr frei aus euch heraus allein Meinen Zeichen widersprechet, euch aber frei nach der Wahrheit Meiner Worte füget, so habt ihr dennoch das ewige Leben in euch und seine volle Freiheit. Lasset ihr euch aber nur von den Zeichen bestimmen und achtet auf die Wahrheit Meiner Worte nicht, so seid ihr gefangen, stehet im Gerichte, seid nichts als Maschinenmenschen ohne inneres, wahres Geistesleben!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 7, 9-10]

 

Jesus: „Ich dränge Mich und Meine Lehre niemandem auf, sondern überlasse alles jedermanns freiestem Willen.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 221, 10]

 

Der Herr zu einem genötigt Gläubigen: „Wenn du Gott bekennst in deinem Herzen, d.h. durch deine lebendige Liebe zu Ihm, und betest also im Geiste und in der Wahrheit zu Ihm, so wirst du abschütteln dein jetziges genötigtes Glaubensgericht, aus dem dir nie ein Heil erwachsen wird, und wirst dafür übergehen in den lebendigen Glauben, d.h. in ein lebendiges Schauen deines Geistes. Und darin erst wirst du Gott wahrhaft erkennen!“

[H. Bd. 3, Kap. 47, 8-9]

 

Jesus: „Ich mache euch zu ganz freien Verkündern des Reiches Gottes. Wohl sollet ihr von Mir allzeit die innere Weisung, was da und dort zu tun und zu reden ist, überkommen — aber niemals eine Willensnötigung, da ihr vor allem ja Meine lieben und völlig freien Kindlein seid! Ich werde weder euch noch jemand anderem je Meinen Willen aufdrängen, sondern ihn nur durch Wort und Rat bekanntgeben; dann müsset ihr ihn selbst durch Willen und Tat zu dem eurigen machen, und zwar durch allerlei Selbstverleugnung in den Dingen dieser Welt.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 130, 9-10]

 

Der Apostel Petrus zu einem sichere Glaubensbeweise verlangenden Sonnenmenschen: „Wäre Gott, dem ewigen Herrn, darum zu tun, Seine Menschen durch unumstößliche Beweise zu lehren, daß, wie und wodurch Er ist, so wäre Ihm das ein überaus leichtes, aber die Menschen wären dadurch gerichtet. Der Herr jedoch will keine gerichteten, sondern ganz freie Menschen haben, darum muß auch ihr Herz frei sein in der Annahme der von Ihm geoffenbarten Lehre.“

[BM. Kap. 162, 9]

 

Auf die entrüstete Frage der Jünger Petrus und Johannes: „Herr, hast Du für solche Frevler (falsche Propheten) keine Blitze und Donner?!“ erwidert Jesus: „Seid ihr denn Kinder des Donners oder Kinder Gottes? Der Blitz vernichtet wohl, wohin er schlägt; aber die Kinder Gottes haben eine andere Waffe, und diese heißt: Geduld, Sanftmut und Liebe.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 235, 12]

 

Jesus: „Die himmlische Beeinflussung geschieht bei jedem Menschen nur so, daß man auf sein Erkenntnis vermögen, nie aber auf den Willen hemmend oder fördernd einwirkt; denn ein unterstützter wie ein gehemmter Wille ist als ein gerichteter zu betrachten. — Die Hölle ja, die packt die Menschen beim Willen und zerrt sie damit ins Verderben, ins Gericht und in den Tod.“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 254, 10]

 

Der Herr zu einem Eiferer: „Wer mit Schwert und Knütteln dreinschlägt und blitzt und donnert, der verwundet und tötet nicht selten. Wer aber allzeit ist voll Sanftmut, Gelassenheit und Geduld, der wird die Herzen um sich versammeln und des ewigen Lebens Segen über sie streuen!“

[H. Bd. 1, Kap. 143, 22-25]

 

Jesus: „Ich hebe das durch Moses gegebene Gesetz nicht auf, sondern gebe es euch in seiner ursprünglichen Reinheit wieder. Nur das ‚Muß‘ hebe Ich auf und gebe euch die alte, volle Freiheit wieder. Und darin besteht hauptsächlich das Werk der Erlösung eurer Seelen aus dem harten Joche des Gerichtes und des Fürsten der Finsternis, daß ihr von nun an in Meinem Namen unter keinem Mußgesetz mehr stehen sollt!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 20, 15]

 

Jesus: „Wenn Ich euch Menschen zu Maschinen machen wollte, so kostete Mich das nur einen mit Meinem Willen verbundenen Gedanken, und der ganze Tempel, ganz Jerusalem und das ganze Judenland würden Mich unmöglich als etwas anderes erkennen als den Messias, als Jehova Zebaoth! Aber wäre allen Juden und Heiden damit geholfen? Ich sage es dir: Wahrlich nicht um ein Haar mehr als dieser hölzernen Speiseschüssel, die — wie du das sogleich sehen sollst — sich nach Meinem Willen nach allen Richtungen hin bewegen wird.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 62, 4]

 

Jesus: „Seid äußerst vorsichtig bei der Ausbreitung Meiner Lehre, daß ihr sie ja niemandem aufdränget, weder durch das Schwert noch weniger durch zu auffallende Zeichen. Die Wunde mit dem Schwerte ist zu heilen, aber die eines zu groben Wunderzeichens nahezu nimmer. Wo ihr demnach mit dem Worte auskommt, da wirket keine Zeichen!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 249, 5-6]

 

Jesus: „Es ist für den Menschen ein freier Unglaube um vieles besser als ein durch Wundermittel erzwungener Glaube; denn die volle, selbständige Willensfreiheit im Menschen ist der große Plan Gottes. Der Mensch kann wohl unschädlichermaßen von Gott belehrt werden, was er zu tun hat, um in sich des Lebens Vollendung zu erlangen; aber von Gott wie auch von einem anderen Geiste darf er dazu nie mit Macht gezwungen werden. Denn wird er das, so ist er gerichtet, also tot, und besteht als ein freies, selbständiges Wesen nicht mehr.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 62, 7]

 

Jesus: „Daran werden allzeit Meine wahren Jünger zu erkennen sein, daß sie sich untereinander lieben also, wie Ich euch alle liebe, und daß sie Meinen Namen und Mein Wort niemals mit dem Schwerte verkünden werden!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 251, 3]

 

Jesus zu Seinen Jüngern: „Meine Lehre gibt euch die höchste Freiheit und kann darum nicht mit dem Schwerte und mit den Ketten der Sklaverei verkündet werden. Denn was dem Menschen die höchste Freiheit verschaffen kann und wird, das muß er auch in seiner vollen Freiheit anerkennen und annehmen.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 20, 3, 10 und 11]

 

Jesus: „Alle Gebote, die Ich den Menschen gab, waren niemals Muß-Gesetze, sondern nur Ratschläge Meiner ewigen Liebe und Weisheit. Aus diesen Meinen Ratschlägen haben dann die Menschen, in der Meinung Mir dadurch eine größere Ehre zu erweisen, streng zu haltende Gesetze gemacht, deren Übertretung sie mit zeitlichen und ewigen Strafen belegten.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 20, 6]

 

Jesus: „Die Seele des Menschen muß durch guten Unterricht und durch ihr eigenes Forschen, Prüfen, Erkennen, Glauben und Wollen ins innere lebendige Licht ihres aus Gott ihr innewohnenden Geistes gelangen, dann ist ihr für ewig wahrhaft geholfen. Jede andere Gewalt, um ihr geistig zu helfen, würde nur zerstörend und nie heilend auf ihre Lebenselemente einwirken.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 126, 6]

 

Jesus: „Wenn euch euer Geist die Gebrechen eines schwachen Bruders offenbart, so helft ihm mit Rat und Tat aus der geheimen Not, und euer Lohn wird nicht unterm Wege bleiben! Doch lasset jedem den freien Willen und tuet niemandem einen Zwang an; denn ihr wisset, daß jeder Zwang wider Meine Ordnung ist!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 43, 6-7]

 

Der Herr zu einem Freund Jakob Lorbers: „Führe ihn (einen jungen Hauslehrer) zu Meinem Knechte, damit ihm dieser den Weg zu Mir zeige. Und so er ihn wandeln will, wird es ihm zum größten Nutzen sein, zeitlich und ewig. Doch soll er nicht im geringsten gezwungen werden; sondern er soll selbst den Rat Meines Knechtes als die höchste Hilfe betrachten lernen, damit Ich ihm zum Bedürfnis werde!“

[Hi. Bd. 1, S. 51, 5-6]

 

Der Herr zu Jakob Lorber und seinen Freunden: „Ihr sollet keiner Sekte und keinem Orden angehören, wollet ihr leben, sondern allein Meiner Liebe, darin keine Schranken sind ewig!“

[Hi. Bd. 2, S. 82, 5]

 

07.15. Geistige Kundgaben, Schauungen, Träume und der Verzückungsschlaf

Der Grieche Kado, ein Freund Jesu, berichtet von der dreimaligen Erscheinung der Lichtwolke auf der Insel Pathmos, aus der eine himmlische Stimme das Kommen des Urlichtes Gottes zu allen Völkern der Erde verkündete.

[Ev. Bd. 8, Kap. 177, 2-21, Kap. 180, 1-17]

 

Weissagung des Geistes Gottes an den frommen Simeon: „Du wirst nicht den Tod des Leibes sehen, ehe denn du gesehen hast Jesus, den Gesalbten Gottes, den Messias der Welt!“

[Jug. Kap. 24, 8]

 

Jakobus, der Pflegebruder des Jesuskindleins, von Joseph um ein prophetisches Wort gebeten, bekennt: „Ich bin nur ein mattes Werkzeug des Herrn und kann nur dann reden, wenn mir der Herr die Zunge löst. Darum verlange nicht von mir, was ich nicht habe, sondern wende dich darob an den Herrn. Wenn Er es mir geben wird, dann auch sollst du es sogleich bekommen.“

[Jug. Kap. 238, 8-10]

 

Henoch, der liebeweise Prophet der Urzeit, mahnt: „Es habe niemand eine zu große, begehrliche Freude daran, ein Werkzeug des Herrn zu werden, sondern jeder verharre in heiliger Stille, großer Demut und in heimlicher Liebe! Denn es liegt durchaus kein Verdienst darin, dem Herrn als Werkzeug zu dienen; — der Herr vermag auch ohne Werkzeuge Seine großen Werke zu verrichten. — Wen der Herr berufen hat, vor den Brüdern von Seiner unendlichen Liebe zu zeugen, der zeuge immerhin, aber stets in der höchsten Demut seines Herzens, immer eingedenk, daß man nur ein nutzloser Diener ist. — Dienen wir in aller Liebe uns gegenseitig als Brüder und als Kinder ein und desselben Vaters, und unsere höchste Weisheit sei, den heiligen Vater über alles zu lieben. — Der Prediger — der wahre Prophet — aber bedenke, daß er der Unwürdigste ist, so wird er sein Herz bewahren vor dem Hochmut und sein dem Herrn ein stilles Haus, das Ihm wohlgefällt.“

[H. Bd. 1, Kap. 83, 16, 17, 19 und 21]

 

Der Herr: Einer kleinen aus Hanoch geflohenen Schar predigt der Geist Gottes aus dem Munde mehrerer reißender Tiere Selbsterkenntnis, Buße, Gottes- und Nächstenliebe.

[H. Bd. 1, Kap. 35, Kap. 36, 1-20]

 

Der Herr: „Mein Knecht (Jakob Lorber) redet nichts aus sich und kann es auch nicht; er ist Mir ein ziemlich taugliches Werkzeug, da in seinem Kopfe fast nichts an höherer wissenschaftlicher Bildung vorhanden ist, aber destomehr in seinem Herzen, welches Ich allein brauchen kann, da in ihm kein (Kopfverstandes-) Gedächtnis ist, wohl aber eine Erinnerung der Liebe in und zu Mir und in dieser Erinnerung die Anschauung dessen, was Ich will und sage.“

[Hi. Bd. 1, S. 174, 3]

 

Der Herr: „Wem es vollkommen Ernst ist mit seiner Liebe zu Mir und mit der Verherrlichung Meines Namens, dem sollen alle Gemächer Meiner unendlichen Schöpfung nach und nach aufgeschlossen werden. Und er soll mit dem einen Auge schauen die große Welt der Geister und mit dem anderen Auge zu gleicher Zeit die Welt der (stofflichen) Körper, damit er da gewahren könne, wie eins aus dem andern hervorgeht und eines für das andere da ist. Jedoch, wohlgemerkt, nicht eher soll das jemandem zuteil werden — und würde er darum bitten Tag und Nacht — bevor es ihm nicht ganz vollkommen Ernst mit seiner Liebe zu Mir geworden ist. Denn das Himmelreich leidet allezeit Gewalt, und nur diejenigen werden es besitzen, die es mit eiserner Gewalt an sich reißen. Diese ‚eiserne Gewalt‘ ist aber keine andere als die Gewalt der Liebe. Denn die Liebe vermag alles!“

[Hi. Bd. 1, S. 205, 16-17]

 

Ein Erzengel zu der Jüngerin Jarah: „Du holdselige Tochter des Herrn bist mit deiner Seele ganz in den Geist übergegangen und hast mit der Materie der Welt nahezu keine Gemeinschaft mehr; dein irdisches Auge ist zum Auge deiner Seele geworden und dein Seelenauge zum Auge deines ewigen Geistes. Wenn du nun einen noch so fernen Stern in dein Gemüt aufnimmst, das da ist ein Auge des Geistes, und dein Seelenauge durch das fleischliche Auge dem mit den Augen des Geistes betrachteten Stern zuwendest, so entsteht ein Kontakt des inneren, in deinem Geiste ruhenden Bildes mit dem äußeren Bilde. Dadurch wird es dann in deiner Seele völlig Licht über den beschauten Stern, und dieser stellt sich dir dann so vor, wie er wirklich ist.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 141, 2-3]

 

In der Urzeit erlebt der demütige, aus Liebe zu Jehova einsam wohnende Sehel in einer inneren Schau die Sintflut, sieht die rettende Arche und erkennt die Friedensverheißung Gottes im Regenbogen.

[H. Bd. 2, Kap. 59, 17-26]

 

Des erleuchteten Sehers Oalim wundersames, höchst bedeutungsvolles Gesicht, das ihm drei Herzen in der Menschenbrust zeigt: das fleischliche, das seelische und das geistige Herz, im letzteren erblickt er staunend das Abbild des mensch-persönlichen wesenhaften göttlichen Vaters, der sich dem liebeglühenden Seher danach noch inmitten einer unermeßlichen großen Sonne in der Tiefe der Unendlichkeit als Urmensch offenbart.

[H. Bd. 2, Kap. 72, 11-25]

 

Abedam-Jehova erläutert das Gesicht des Erzvaters Oalim: „Sehet, Oalim fand im dritten Keimherzen, nachdem es sich gestaltet hatte zu einem Menschen, noch ein Sonnenherz und in diesem Herzen endlich Mich selbst, und dieses Mein Bild in ihm redete gleich Mir in ihm, und dessen Wort zeigte ihm Mich als den ewigen, heiligen Vater in der Höhe Meiner unendlich heiligen Göttlichkeit.“

[H. Bd. 2, Kap. 74, 27]

 

Ein Hellsehender sieht die Menschenseelen verschiedener Art in ihrer wahren, vom Leibe sich zumeist sehr stark unterscheidenden, sei es tierischen, sei es menschlichen, sei es engelhaften Farbe und Gestalt.

[Ev. Bd. 3, Kap. 24, 2-5]

 

Der Seher Mathael berichtet von seiner in der Jugend gehabten Gabe des Geistersehens und von deren Verlust durch seinen Eintritt in den Tempel zu Jerusalem.

[Ev. Bd. 4, Kap. 128, 1]

 

Jesus: „Ein seliger Geist kann nur mit den Augen des Geistes, nie aber mit den Augen des Fleisches gesehen werden.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 125, 2]

 

Jesus zu bekehrten Freunden: „Ich habe durch Meine Willensmacht euer inneres Geistesauge geöffnet, und so waret ihr imstande, die fernen Welten ganz wie in der Nähe zu beschauen; denn für den Geist besteht eine räumliche Ferne so gut wie gar nicht.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 275, 4]

 

Jesus öffnet Jüngern und Freunden die geistige Sehe und zeigt ihnen das neue Jerusalem als Sinnbild Seiner reinen Lehre.

[Ev. Bd. 6, Kap. 13, 3-5]

 

Ein Engel zu dem Römer Agrikola: „Deine Sehe ist dir nun soweit aufgetan, daß du mit dem Auge deiner Seele uns reine Geister schauen kannst, aber dies nur deshalb, weil wir uns aus eurer Lebensaußensphäre einen substantiellen Leib gebildet haben. Wären wir als pure Geister bei euch, so würdet ihr uns trotz eures nunmaligen zweiten Gesichtes nicht sehen. Wenn ihr aber dereinst im reingeistigen Schauen sein werdet — was man das dritte Gesicht oder die geistige Sehe nennt —‚ dann könnet ihr reine Geister sehen. Dieses dritte Gesicht ist auch notwendig, um alle anderen Weltkörper zu erschauen, die in der Entsprechung im kleinsten Maßstabe auch in dir sind, aber von deiner Seele erst dann bemerkt werden, wenn sie eins ist mit dem Geist aus Gott. Mit der Zulassung des Herrn können wir bei euch Menschen auf kurze Zeit das dritte, geistige Schauen bei vollwachem Geiste bewirken.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 191, 2-4]

 

Jesus: „Hohe, reine Geister können nicht mit dem Auge der Seele, sondern nur mit dem Auge des in sich selbst reinsten Geistes gesehen werden.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 140, 3]

 

Wunderbare Erlebnisse und Gesichte des Pflegevaters Joseph zur Zeit der Geburt Jesu.

[Jug. Kap. 15, 8-18]

 

Nachdem Jesus Seine Freunde aus dem Zustand des geistigen Schauens in die irdische Wirklichkeit zurückversetzt hat, ruft Nikodemus erschüttert aus: „Wunderbar über wunderbar! Wir waren hier, sahen Dich und alle anderen genau, und doch sahen wir auch alles, was wir beschrieben, höchst deutlich und klar, und ich habe nun wahrhaftig selbst erfahren, wie unbeschreiblich heller das Schauen der freien Seele ist, als das im Verbande mit dem Leibe.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 58, 21-22]

 

Jesus belehrt reine, junge Menschen: „Was ihr in hellen Träumen mit eurer inneren Geistessehe schauet, ist geistig. Diese Sehe ist im irdisch-wachen Zustande der Seele geschlossen, und kein gewöhnlicher Mensch kann sie gleich dem Fleischesauge beliebig öffnen, was seinen höchst weisen Grund hat. — Ich aber kann jedem Menschen die innere Sehe zu jeder Zeit auftun, und er kann dann Geistiges und Natürliches zugleich schauen. — Wenn ihr in der Erfüllung Meines Willens einst vollkommen sein werdet, dann sollet ihr noch in diesem Leben eure innere Geistessehe, wie auch euer Geistesohr völlig in eurer Gewalt haben!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 169, 12, 13 und 18]

 

Jesus öffnet einer Schar junger, reiner Menschen die geistige Sehe, zeigt ihnen selige und unselige Geister und läßt sie im Geiste von Engeln durch herrliche Gegenden und Gebäude führen. Den Wunsch, dort länger verweilen zu dürfen, weist Jesus ab mit den Worten: „Solange ihr noch in dieser Welt zu leben habt — damit ihr dereinst freie, selbständige Geister werden könnt —‚ ist das, was ihr nun geschaut habt, völlig hinreichend; denn es wird dies einen großen Eifer in euch erwecken, nach Meiner Lehre und nach Meinen Geboten zu leben und zu handeln!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 169, 13-17]

 

Jesus zu forschenden Naturfreunden: „Ich habe eure innere Sehe nur soweit aufgetan, daß ihr die schon mehr in die Materie übergehenden Naturgeister erschauen konntet, was zum untersten Grade des inneren Schauens gehört, welches manche einfachen Menschen von Natur besitzen. Mit diesem Grade des inneren Schauens lassen sich aber die Menschenseelen, besonders die vollendeteren, nicht erschauen, weil das Schauen der Naturseelen mehr materieller als reingeistiger Art ist.“

Ev. Bd. 8, Kap. 44, 23

 

Den Wunsch des römischen Hauptmanns Pellagius, einen Engel zu sehen, erfüllt Jesus mit den Worten: „Ich brauche einen Engel nicht aus einem fernen Himmel nach deinem Denken hierher zu berufen; denn wo Ich bin, da ist auch der allerhöchste Himmel mit zahllosen Engelscharen, die Mich umgeben immerdar. — Ich will nun eure Augen auftun, und ihr sollt Meine Umgebung schauen! Und so geschehe Mein Wille!“ — Als Ich solches ausgesprochen hatte, da ersahen alle, wie in weiten Kreisen auf lichten Wolken stehend, sitzend und knieend unzählige Engel sich befanden, die alle ihren Blick nach Mir richteten und Mich priesen.

[Ev. Bd. 10, Kap. 116, 4-6]

 

Henoch, der erste Hohepriester der Urzeit, zu bekehrten Bürgern von Hanoch: „Wenn Gott erschaut werden will, so öffnet Er dem Menschen, der Ihn erschauen soll, die inneren Augen des Geistes, und dann kann der Geistmensch durch den Fleischmenschen hindurch Gott erschauen — und sieht und hört Ihn so, wie ihr Ihn soeben alle gesehen und gehört habt. Wenn aber der Herr nach Seinem weisesten Ratschlusse wieder unsichtbar werden will, so schließt Er durch Seinen allmächtigen Willen dem Menschengeiste alsbald wieder die Augen (des Geistes), und der Mensch kann dann den Herrn nicht mehr erschauen.“

[H. Bd. 2, Kap. 269, 3-4]

 

Der Evangelist Johannes: „Hättet ihr nicht das ganze Universum in euch (in eurem Geiste), so wäre sternlos der ganze Himmel für euer Auge. Und hättet ihr nicht in euch (in eurem Geiste) das geistige Reich der Himmel und das ewige Leben aus dem Herrn, wahrlich, ihr könntet alles dies weder denken noch aussprechen!“

[GS. Bd. 2, Kap. 11, 21]

 

Der Herr: „Menschen mit dem zweiten Gesicht sind nicht deswegen schon als Wiedergeborene zu betrachten. Diese Fähigkeit beruht auf einem zarten Nervensystem und Nervengeist, wodurch die Seele leicht Anschauungen aus ihrem Seelenreiche in den Leibesorganismus überträgt. Starke Nerven eignen sich nicht dafür, daher auch starknervige Menschen selten das zweite Gesicht haben. Das zweite Gesicht ist demnach weder als etwas Gutes noch als etwas Schlechtes zu betrachten.“

[Ed. Kap. 70, 19-20]

 

Der Herr erläutert eingehend das Wesen des ‚zweiten Gesichts‘, das in den verschiedenartigen Seelenzuständen der damit begabten Menschen in sehr verschiedener Weise auftritt, dabei oft Raum und Zeit überwindet. Ein Zeichen der erfolgten Wiedergeburt der Seele im Geiste ist es nicht.

[Hi. Bd. 1, S. 302, 1 ff]

 

Jesus: „Was die Seele im Traume schaut, das ist alles ihrer Art. Ist die Seele im Wahren und Guten aus dem, was Ich euch zu glauben und zu tun lehre, so sieht sie auch im Traume Wahres und kann sich Gutes fürs Leben schaffen. Ist die Seele aber im Falschen und im Bösen, so wird sie im Traume Falsches sehen und daraus Böses bilden.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 37, 8]

 

Der römische Oberrichter Faustus erzählt einen wundersamen Traum, der ihm die Gottheit Jesu zeigte.

[Ev. Bd. 1, Kap. 236, 12-13]

 

Ein Engel des Herrn erscheint dem Pflegevater Joseph im Traum und spricht zu ihm: „Joseph, sei nicht bange ob der Maria, der reinsten Jungfrau des Herrn! Denn was sie unter dem Herzen trägt, ist erzeugt vom Heiligen Geiste Gottes, und du sollst Ihm, wenn Es geboren wird, den Namen ‚Jesus‘ geben!“

[Jug. Kap. 9, 13]

 

Das Mägdlein Jarah erzählt seine prophetischen Träume von der Kreuzigung und Auferstehung des Herrn.

[Ev. Bd. 2, Kap. 120]

 

Belehrende Wahrträume der Jünger und Freunde Jesu auf dem Berge „Morgenkopf“.

[Ev. Bd. 2, Kap. 143; Kap. 145, 7, 10 und 12, Kap. 147, 12]

 

Geistiger Wahrtraum des Fischers Hiram von der Ankunft Jesu mit Seinen Jüngern in einem erleuchteten Schiff.

[Ev. Bd. 5, Kap. 179, 4]

 

Jesus deutet dem gläubigen Tempelobersten Nikodemus den Traum Jakobs von der Himmelsleiter auf himmlische und auf geistige Weise.

[Ev. Bd. 7, Kap. 57, 1-3]

 

Jesus: „Es sind dem Menschen Traumgesichte gegeben, damit er durch sie während seines irdischen Lebens in einem Verkehr mit der Welt der Geister minderer oder höherer Art verbleiben kann, je nachdem er in sich mehr oder weniger des wahren Himmels durch seine guten Werke erbaut und erschaffen hat.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 18, 8]

 

Der Erzengel Raphael belehrt einen römischen Hauptmann über die drei verschiedenen Schau- und Wahrnehmungsgrade der Seele im Traum.

[Ev. Bd. 8, Kap. 135, 2-13, Kap. 136, 1-14]

 

Bedeutungsvoller Wahrtraum eines Schriftgelehrten, in welchem dem Träumenden sein böser Seelenzustand in allerlei erschreckenden Erscheinlichkeiten vor Augen geführt wird.

[Ev. Bd. 9, Kap. 79,3-14, Kap. 80, 3-9]

 

Das geisterleuchtete Töchterchen eines Indojuden zu dem vom Herrn berufenen, allen sichtbaren Erzengel Raphael: „O du lieblichster Bote aus den lichtvollen Höhen Gottes! Dich habe ich in meinen hellen Träumen schon oft gesehen und gesprochen, aber meine Eltern hießen mich eine Traumschwärmerin. Doch jetzt sehen sie dich selbst!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 119, 13]

 

Prophetischer Traum eines blinden Weibes über ihre Heilung durch das Badewasser des Jesuskindleins. Von diesem Traume bewogen, geht die Blinde zu Maria und wird auf die von ihr geträumte Weise sehend.

[Jug. Kap. 93, 11-19]

 

Himmlischer Wahrtraum der Griechin Eudokia, der ihr mit überwältigender Macht die göttliche Herrlichkeit des jesuskindleins zeigt.

[Jug. Kap. 160, 21-23]

 

Der Engel des Herrn in dem Zufluchtsort Ostrazine zu Joseph im Traume: „Stehe auf, nimm das Kindlein und Seine Mutter zu dir und ziehe hin in das Land Israel. Denn sie sind gestorben, die dem Kindlein nach dem Leben standen!“

[Jug. Kap. 256, 14]

 

Der Herr: „Im gewöhnlichen Schlafe träumt nur die Seele und schaut ihre eigenen Zustände und Verhältnisse, jedoch ohne Zusammenhang, weil sie sich außer Verband sowohl mit der Außenwelt als auch mit ihrem Geiste (aus Mir) befindet.“

[Ed. Kap. 67, 6-10]

 

Ein bekehrter Altjude berichtet: „In einem Traume kam es mir vor, daß ich mich hoch entrückt über der Erde befand und diese nicht als einen Kreis, sondern als eine große Kugel unter meinen Füßen erblickte. Ich fragte darauf den mir in diesem Traume sichtbaren Geist des Propheten Elias, was dies zu bedeuten habe. Und Elias sagte: ‚Das wirst du von Dem erfahren, der vor mir war und ewig sein wird!‘.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 159, 13-15]

 

Ein im Jenseits gereifter Lichtfreund berichtet: „Als ein zarter, gottesfürchtiger Knabe auf Erden im Hause meiner frommen Eltern hatte ich allerlei herrliche Gesichte. Ja, es war mir manchmal, wenn ich mein Gebet verrichtete, als umschwebten mich Engelsgestalten, die mich stärkten und in meiner Brust ein so himmlisches Gefühl erweckten, daß es mir dabei nicht selten vorkam, als befände ich mich schon wirklich in einem Eden Gottes! So hatte ich auch in meiner Jugendzeit oft so wunderbar herrliche und bedeutungsreiche Träume, daß diese mein irdischer Vater aufzeichnete und daraus so manche moralische Betrachtungen und Schlüsse zog, ja, manchmal sogar kommende Ereignisse für den Kreis unserer Verwandtschaft weissagte. — Als ich aber als erwachsener Jüngling aus dem väterlichen Hause ging und stets mehr und mehr Geschmack an der Welt fand, da war es mit meinen himmlischen Gesichten und Träumen aus!“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 109, 10]

 

Jesus belehrt Seine Jünger über den Verzückungsschlaf, dessen Herbeiführung durch magnetische, von einem seelenstarken, reinen Menschen gegebene Striche, und seine Wirkung auf den Urlebensfunken (Geist) und die Seele des Menschen, sowie über die Rückführung von Seele und Geist aus dem Verzückungsschlaf in den gewöhnlichen Wachzustand.

[Ev. Bd. 4, Kap. 35, 5-7]

 

Jesus gibt dem geistesstarken Jünger Zinka Anweisung, den Bettler Zorel in den Verzückungsschlaf zu versetzen.

[Ev. Bd. 4, Kap. 42, 10]

 

Jesus belehrt die Jünger über die Bewirkung des Verzückungsschlafes durch seelisch geläuterte Heiler. Die sofortige Heilung eines Kranken auf diesem Wege ist nur einem völlig Wiedergeborenen möglich.

[Ev. Bd. 4, Kap. 47, 8-9]

 

Der Verzückungsschlaf des seelenkranken Bettlers Zorel.

[Ev. Bd. 4, Kap. 48-58]

 

Drittes Stadium im Verzückungsschlaf des Zorel: Die mit ihrem Geist verbundene Seele erschaut und erkennt den Herrn Jesus in der Gnadensonne und Sein göttliches Walten in der Schöpfung.

[Ev. Bd. 4, Kap. 55, 4-10]

 

Zorel erweist sich nach Beendigung seines Verzückungsschlafes als der alte, materialistisch gesinnte Mensch.

[Ev. Bd. 4, Kap. 59, 7-16]

 

Jesus: „Sehr sensitive, sich in Verzückung befindende Menschen sehen mit ihrem geöffneten Gemütsauge durch noch so feste Materie, durch die ganze Erde und durch die entferntesten Sterne.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 72, 4]

 

07.16. Geistige Entsprechungen

Der Seher Mathael erläutert die Beziehungen der Tierkreiszeichen zur Einteilung der altägyptischen Jahresarbeit.

[Ev. Bd. 3, Kap. 103, 1-3ff, Kap. 107, 1-3 ff]

 

Jesus: „Es war die Bestimmung der alten ägyptischen Pyramiden, den Menschen als Weisheitsschulhäuser zu dienen. Denn ‚pira-mi-dai‘ heißt ‚gib mir Weisheit!‘. Die innere Einrichtung dieser Schulen war so bestellt, daß der Mensch darin — von der Außenwelt abgeschlossen — in sein Inneres schauen und sein innerstes Lebenslicht finden mußte.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 72, 3]

 

Jesus: „Weil die Pyramiden als Seelenschulhäuser dienten, so gab man ihnen den bezeichnenden Namen ‚She-oul-a‘, d.h. ‚es dürstet der (Tier)Mensch nach höherer Erkenntnis und Weisheit‘. Daraus bildete der alte Hebräer sein abgekürztes ‚Sheol‘, der Grieche sein ‚Scole‘, der Römer seine Schola, der Perser und Inder sein Schehol.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 72, 6]

 

Jesus: „Es gibt in den Bildern der Prophetenschrift stets einen dreifachen Sinn: erstens den naturmäßig-geistigen, zweitens den reingeistigen und drittens den rein himmlischen aus dem Herzen Gottes.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 272, 8]

 

Wunderbare, das jüdische Volk und die Tempelpriester bestürzende Erscheinung von 12 lichtstarken Feuersäulen über Jerusalem — und deren verschiedenartige Deutung durch das Volk, die Templer und — zuletzt durch den Herrn.

[Ev. Bd. 7, Kap. 45 und Kap. 50]

 

Die Erscheinung des alten und des neuen Jerusalem am Himmel, Jesu Erläuterung dazu.

[Ev. Bd. 7, Kap. 49, 1, 3 und 4, Kap. 54]

 

Jesus: „Wie gewisserart der Magen das Lebensnährherz des Leibes ist, so ist das Herz im Menschen der Nährmagen der Seele zur Erweckung des Geistes aus Gott, und Meine Lehre ist die wahre Lebensspeise und der wahre Lebenstrank für den Magen der Seele. Und so bin Ich in Meiner Lehre an die Menschen ein wahres Lebensnährbrot aus den Himmeln, und das Tun nach ihr ist ein wahrer Lebenstrank, ein bester, kräftigster Wein, der durch seinen Geist den ganzen Menschen belebt und durch seine hell auflodernde Liebesfeuerflamme durch und durch erleuchtet. Wer dieses Brot ißt und diesen Wein trinkt, der wird keinen Tod mehr sehen, fühlen und schmecken in Ewigkeit!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 72, 13-14]

 

Jesus erläutert Seinen Jüngern das Gleichnis vom Fleischessen und Bluttrinken: „Brot und Fleisch sind (entsprechungsweise) ein und dasselbe, so wie Wein und Blut. Und wer in Meinem Namen das Brot der Himmel ißt und durch das Tun nach dem Worte, also durch die Werke der wahren, uneigennützigen Liebe zu Gott und zum Nächsten, den Wein des Lebens trinkt, der ißt auch Mein Fleisch und trinkt Mein Blut. Denn wie das natürliche Brot im Menschen zum Fleische und der getrunkene Wein zum Blute wird, so wird in der Seele des Menschen Mein Wortbrot zum Fleische und der Liebetatwein zum Blute umgewandelt.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 73, 2-7]

 

Jesus: „Die geistige Entsprechungswissenschaft ist nur jenen Menschen zugänglich, die im wahren Glauben und Vertrauen an den einen Gott nicht wankend und schwach werden, Ihn allzeit als den Vater über alles lieben und ihre Nächsten wie sich selbst. Denn diese Wissenschaft ist ja die innere Schrift und Sprache der Seele und des Geistes in der Seele. Die Menschen verloren diese Wissenschaft durch ihre eigene Schuld und haben so sich selbst außer Verkehr mit den Geistern aller Regionen und aller Himmel gestellt, sie können darum das Geistige in der Schrift nicht mehr fassen und begreifen. Sie lesen die geschriebenen Worte nach dem blind eingelernten toten Buchstaben und können nicht einmal dessen innewerden, daß der Buchstabe tot ist und niemanden beleben kann, und daß nur der innerlich verborgene Sinn es ist, der als selbst Leben alles lebendig macht.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 93, 2-5]

 

Jesus: „Trachtet vor allem, daß das Reich Gottes in euch lebendig und volltätig werde, so werdet auch ihr wieder in die Wissenschaft der Entsprechungen zwischen Materie und Geist gelangen, ohne welche ihr weder Moses noch irgendeinen Propheten je in der Tiefe der lebendigen Wahrheit verstehen könnet.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 93,6]

 

Des Urvaters Kenan Traumgesicht von den zehn Säulen, die eine geistige Beleuchtung der zehn Gebote darstellen, sowie der Folgen ihrer Übertretung und der Geistige Entsprechungen segensreichen Auswirkung der Reue der Sünder, wobei das Walten der göttlichen Gnade einsetzt.

[H. Bd. 1, Kap. 42, 1-86]

 

Der Herr erklärt den Urvätern eingehend die geistige Bedeutung der sinnbildlichen Erscheinungen und Geschehnisse bei Seinem Auftreten als der Fremdling Asmahael bis zu Seiner Offenbarung als Abba Emanuel.

[H. Bd. 1, Kap. 138, 1-15]

 

Abedam-Jehova beruft die in der höchsten, reinsten Liebe zu Ihm erprobte „Perle des Morgens“, Purista, zum Herbergsdienst in der Hütte des Vaters Gabiel, darin Purista dem himmlischen Vater auf dem Herd der Liebe allezeit ein köstlichstes Mahl bereiten solle. Der Herr verheißt ihr, daß Er oft als Gast zu ihr kommen wolle, solange das Herdfeuer rein leuchtet gleich den hellen Liebeflammen ihres Herzens.

[H. Bd. 2, Kap. 22, 1-11, 14-16]

 

Der Herr schildert die Gestaltung und die Bewegung der Sonnen, Erden und Monde und bezeichnet sie als Entsprechungsbilder für die gottgewollte geistige Lebensordnung des Menschen.

[H. Bd. 1, Kap. 5, 34-37, Kap. 6, 2-5]

 

Der Evangelist Johannes bezeichnet die Kugel und den Kreis als weise, uralte Entsprechungsbilder für die Ewigkeit und die Unendlichkeit; die Pyramide aber entspricht der eingeteilten Zeit.

[GS. Bd. 2, Kap. 46, 2-8]

 

Ein Engel erläutert abstoßende Erscheinlichkeiten im abödenden Traumerleben unlauterer Seelen im Jenseits und ihre Bedeutung als Entsprechungsbilder seelischer Untugenden und großer Torheiten.

[BM. Kap. 81, 26, 27, 29 und 35]

 

Der Herr gibt eine lichtvolle Deutung des Textes Offenbarung Johannes, Kap. 12, Vers 1, 2 und 5.

[Hi. Bd. 2, 5. 303, 3-11]

 

07.17. Wahrsagen, Prophetien, Magie und Sterndeutung

Der Herr: „Niemand soll es sich beifallen lassen, durch außerordentliche Mittel die Zukunft enthüllen zu wollen; denn es ist nicht nur für jede Seele schädlich, sondern auch höchst unsinnig, da es nirgends eine bestimmte Zukunft gibt; denn diese richtet sich ja allezeit nach dem freien Willen der Menschen, die darum hier auf der Erde leben, um ihren freien Willen zu ordnen. Nach der Ordnung (Entscheidung) des freien Willens der Menschen wird ja erst die Zukunft bemessen! Suchet vor allem das Reich Gottes, alles andere kommt schon von selbst hinzu!“

[Ed. Kap. 69, 19 und 20]

 

Eindringliche Warnung des Herrn vor allerlei Aberglauben: Wettervorhersage nach gewissen Kalendertagen, Glücks- und Unglückszeichendeutung, Kartenlegen und anderen Zukunftsforschungen.

[Ed. Kap. 68 und 69, 1-11]

 

Der Jüngling Jesus zu einem abergläubischen Manne: „Wer Gottes Gebote hält und Gott über alles liebt und seinen Nächsten wie sich selbst, der hat keine Unglückstage zu fürchten; wer aber solches nicht tut, für den ist jeder Tag ein Unglückstag!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 208, 5]

 

Jesus: „Es ist dem Menschen, solange er auf dieser Erde als im Geiste noch nicht wiedergeboren wandelt, nicht zum Guten dienlich, wenn er zuviel vorher weiß; denn die ihm klar enthüllte Zukunft würde sein Gemüt erdrücken und ihn leicht zur Verzweiflung bringen. Bedenke nur, wie es den Menschen zumute wäre, wenn sie ganz bestimmt wüßten, in welcher Zeit und Stunde sie dem Leibe nach sterben werden! Darum forschet nicht zu emsig nach der Gestaltung der Zukunft, sondern begnüget euch mit dem, was ihr als zum Heile eurer Seele nötig wisset, und vor allem damit, daß Ich in Meiner Liebe und Weisheit darum weiß und sicher alles so werde kommen lassen, wie es für die Menschen am besten ist; ihr werdet dann jede böse oder gute Zukunft erträglich finden.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 30, 5, 6 und 8]

 

Die drei Weisen aus Persien zu dem römischen Hauptmann Kornelius vor der Höhle zu Bethlehem: „Halte uns ja nicht für Feinde! Wir sind Sternkundige aus Persien und haben alte Prophezeiungen, daß in dieser Zeit den Juden ein neuer König aller Könige geboren und dies durch einen Stern angezeigt werde. Die den Stern sehen, sollen sich auf die Reise machen und, von dem Stern geführt, den Heiland der Welt finden, wo der Stern wird seinen Stand nehmen! — Siehe aber, über diesem Stalle steht der Stern, jedermann sichtbar am hellen Tage, allwo das Wunder aller Wunder sich lebendig vorfindet, ein neugeborenes Kind, ein König der Könige, ein Herr der Herren von Ewigkeit! Diesen wollen wir sehen, Ihn anbeten und Ihm die höchste Huldigung darbringen!“

[Jug. Kap. 29, 20-24]

 

Der Herr: „Seht, Ich bestimme nie eine Zeit zu etwas, sondern handle allzeit nach der Beschaffenheit der Umstände bei den Menschen, und zwar als Vater bei den Kindern und als Gott bei den Weltmenschen. Wäre Ich nicht grausam, wenn Ich sagen würde: ‚Im nächsten Jahr werde Ich Mein Gericht über euch losbrechen lassen‘ — und täte es bestimmt, auch so ihr euch von Grund aus bessern würdet? — Und täte Ich es nicht, wäre Ich dann nicht ein barer Lügner!? Und wie vertrüge sich das mit Meiner Liebe und mit Meiner Heiligkeit? Aus dieser wahren Ursache lasse Ich alle prophetischen Zeitbestimmer und Zeitrechner anrennen und am Ende zuschanden werden.“

[Hi. Bd. 1, S. 21, 2-3]

 

Jesus erläutert die Gesichte Daniels von den vier großen Tieren, die nicht vier Königreiche, sondern vom Anfange der Menschenzeiten auf dieser Erde an vier große aufeinanderfolgende Menschheitsperioden bezeichnen.

[Ev. Bd. 6, Kap. 101, 1-5]

 

Der Herr: „In vielen somnambulen Träumen werden der Seele von den sie umgebenden Geistwesenheiten auch künftige Begebenheiten vorgeführt, was für die Jenseitigen nichts Schweres ist, da sie die Ordnung der Dinge kennen, weil sie selbst die Hüter dieser Ordnung sind. Von diesen Visionen der Somnambulen ist zwar viel zu halten, jedoch soll niemand auf diese Zukunftsschau wie auf ein unwandelbares Schicksal bauen; denn dadurch soll niemand in seiner Willensfreiheit beeinträchtigt sein. Will jemand ernstlich etwas anderes, als was ihm die Geister in einer Vision gezeigt haben, so darf er sich nur vertrauensvoll an Mich wenden; denn Ich allein kann alle Dinge in jedem Augenblicke ändern.“

[Ed. Kap. 67, 15 und 17]

 

Jesus: „Die Kenntnis vom Sein und Wirken der Naturgeister ist nicht für jedermann heilsam. Viele Zauberer stehen mit Geistern und Kobolden in Verbindung und führen mit ihrer Hilfe allerlei Zauberei aus. Aber solche Zauberei ist ein Greuel vor Gott und wer sie übt, wird schwerlich je ins Reich Gottes kommen.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 65, 6]

 

Jesus warnt vor dem Treiben der Geisterbeschwörer, das zur Hölle führt.

[Ev. Bd. 1, Kap. 226, 8-9]

 

Jesus verwirft das arge Treiben der Zauberer und schildert ihr jenseitiges Los in der tiefsten Hölle.

[Ev. Bd. 2, Kap. 65, 6, 10, 11 und 13]

 

Jesus zu einem um Seinen Segen Bittenden: „Freund, wo Ich bin, da ist schon der Segen mit Mir, eines mehreren bedarf es dann nicht. Lebe du nur nach der Lehre, die Ich Meinen Jüngern gegeben habe, und du wirst zu dem wahren, lebendigen Segen gelangen, der dir zeitlich und ewig zum größten Nutzen gereichen wird! Solch ein Segen aber, wie du ihn dir vorstellst, ist zu nichts nütze. Sieh, die Pharisäer teilen doch allerlei Segen aus und lassen sich dafür bezahlen; wem aber hat ein solcher Segen je genützt!?“

[Ev. Bd. 6, Kap. 180, 1-2]

 

Jesus: „Ich segne die Menschen wahrhaft dadurch, daß Ich ihnen das wahre Lebenslicht gebe und das ewige Leben, wenn sie nach Meiner Lehre handeln! — Doch das gewisse magische Segnen ist zu nichts nütze und vermehrt nur den Aberglauben der Menschen.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 180, 3]

 

Jesus zu bekehrten Heidenpriestern: „Ihr habt die Zahl Sieben zu einer magischen und bedeutungsvollen Sache gemacht, ihr allerlei Wirkungen zugeschrieben und das ganze Volk damit betört!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 96, 10]

 

Jesus warnt einen abergläubischen Herbergswirt vor dem Gebrauch von Amuletten und anderen Zaubermitteln. Er belehrt ihn auch darüber, daß nicht Sein, des Herrn, leibliches Betreten seines Hauses den Bewohnern Segen bringe, sondern erst das Handeln nach der Lehre des Herrn.

[Ev. Bd. 8, Kap. 215, 11-21]

 

Die drei Weisen aus dem Morgenlande bekunden die Fragwürdigkeit der auch von ihnen geübten Weissagungen aus den Sternen, wenn sie ohne starke himmlische Erleuchtung geschieht.

[Ev. Bd. 6, Kap. 38, 7 und 9]

 

Bericht der drei Weisen aus dem Morgenlande über den „Stern von Bethlehem“, eines nach Westen wandernden Kometen, und über die von ihnen in den Sternen gelesene Schrift: „Den Juden ist ein neuer König geboren, der ein Reich gründen wird, das kein Ende hat in Ewigkeit, und er wird herrschen über alle Völker der Erde.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 38, 8]

 

Jesus zu bekehrten Heidenpriestern: „Eure astronomischen Forschungen und Zeitberechnungen sind in Ordnung und gut; ihr dürft sie auch weiter betreiben bis auf eure Sterndeutung, wobei ihr aus den Sternen die Schicksale der Menschen herauslesen und bestimmen wollt. Auch verwerfe Ich, daß ihr unter den Sternbildern Götter sehet, sie anbetet und ihnen Opfer darbringt. — Aber rechnen dürft ihr, wie ihr wollt, und zählen die Tage, Wochen, Monde und Jahre. Und ihr könnt auch Uhren machen, soviel ihr möget, wenn ihr euch dabei aller Abgötterei und Wahrsagerei enthaltet. Dieses Geschäft allein wird euch von Mir aus nicht widerraten, obwohl bei eurer Zeitberechnung die Bestimmung von den das Jahr regierenden Planeten eine leere, dumme Sache ist.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 96, 3]

 

Jesus zu bekehrten Heidenpriestern: „Gott ist nur einer, der alles, was da ist, aus sich heraus erschaffen hat. An Ihn allein glaubet, haltet Seine Gebote und liebet Ihn über alles in der Welt! So ihr aber das tut, da ist‘s mit den regierenden Planeten nichts mehr; denn Gott allein ist der Regent aller Dinge, aller Elemente und aller Zeiten!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 96, 6-7]

 

Jesus zu einem römischen Hauptmann: „Die wahre Sternkunde war auch den Menschen in den alten Zeiten vertraut; aber als ihre Nachkommen sich stets mehr mit den Dingen dieser Welt beschäftigten, dabei stolz und herrschsüchtig wurden, da vergaßen sie bald der alten Weisheit, achteten ihrer nicht und meinten, daß derlei zu wissen zur Fristung des Lebens nicht nötig sei. Es genüge, wenn die Weisen Kunde davon hätten, das Volk solle nur auf seine Herden und Acker sehen und sich nicht mit den Dingen am Himmel beschäftigen. Und siehe, dadurch ward das Volk samt seinen Lenkern in allen geistigen Dingen dumm, blind und voll Aberglaubens.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 16, 3]

 

Jesus: Dem heidnischen Priestertum, das nach irdischen Gütern jagte, trug die wahre, von Gott geoffenbarte Sternkunde zu wenig ein, daher griff es nach der ägyptischen Astrologie und prophezeite den blinden Menschen daraus allerlei Gutes und Schlechtes und ließ sich dafür reichlich bezahlen. Daß das, was sie den Menschen aus den Sternen weissagten, oft in Erfüllung ging, dafür wußten sie durch ihre geheimen Umtriebe zu sorgen.

[Ev. Bd. 10, Kap. 130, 1-2]

 

Der Evangelist Johannes: „Der irdische Mensch, welcher sich einer bestimmten Neigung oder Fähigkeit zu sehr hingibt, erweckt dadurch den diese seelische Kraft beeinflussenden Planeten in sich und wird diesem Einfluß, also der Macht des Planeten untertan.“

[GS. Bd. 2, Kap. 122, 7-9]

 

Der Seher Mathael erklärt die Bedeutung der Tierkreiszeichen.

[Ev. Bd. 3, Kap. 102-105]

07.18. Christliche Lehrverkündung (Mission)

Jesus zu Seinen Jüngern und Lehrverkündern: „Wie ihr nun von Gott belehrt seid, so soll in der Folge jeder wahre Lehrer zuvor von Gott belehrt sein, ehe er in ein Gottesamt tritt; denn wenn ein Mensch in einem Fach ein Meister werden will, so muß er das zuvor doch von einem Meister des Faches wohl erlernen. In diesem Fache aber, wo es sich um das Wichtigste und Heiligste für jeden Menschen handelt, bin Ich allein der Meister.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 200, 9]

 

Erste Aussendung von zwölf Jüngern Jesu, die mit der Macht ausgerüstet werden, Kranke zu heilen und unlautere Geister auszutreiben.

[Ev. Bd. 1, Kap. 134, 3-4]

 

Allzeit gültige Verhaltungswinke bei der ersten Jüngeraussendung. Hauptregel: „Umsonst habt ihr es von Mir empfangen und ebenso sollet ihr es wieder in Meinem Namen hingeben!“

[Ev. Bd. 1, Kap. 135, 8-12]

 

Jesus empfiehlt Seinen Jüngern, Missionsreisen zu zweien oder dreien und nach einem wohlüberlegten Plane zu unternehmen.

[Ev. Bd. 1, Kap. 141, 8-10]

 

Jesus: „Gehet hin in alle Welt zu den verlassenen Brüdern und Schwestern, trocknet ihnen die Tränen von ihren Angesichtern und gebet ihnen reichlich zu trinken von diesem reinsten Wein, den Ich euch allen zu trinken gab in Hülle und Fülle!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 225, 15]

 

Jesus sendet Seine Jünger in zwei Gruppen zur Lehrverkündung auf sieben Tage in die Städte und Orte der Landschaft Hauran und gibt ihnen dafür Verhaltensregeln hinsichtlich der Wahl der Herbergen, des Friedensgrußes beim Betreten eines Hauses, der Annahme von Speise und Trank, der Krankenheilung ohne Entgelt und der Verwendung von Opfergaben für Arme.

[Ev. Bd. 10, Kap. 133, 4-13]

 

Jesus zu dem Heilbadbesitzer Markus: „Wer zu dir kommt und Arbeit sucht, dem gib sie nach seinen Kräften; aber allen Arbeitern soll dies Mein Evangelium gepredigt werden, auf daß auch aus den dienenden Sklaven freie Menschen werden!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 167, 9]

 

Jesus: „Wer in die Fremde zieht, um den dortigen Menschen zu nützen und ihnen ein gutes Licht zu bringen, der wandere und wirke, und die Reise wird ihm viel Gewinnes abwerfen. Jeder Prophet macht in der Fremde mehr Geschäfte als daheim in seinem Lande.“

[Ev. Bd. 2, Kap. 36, 19-20]

 

Jesu Gleichnis vom Sämann, der seinen Samen auf viererlei Acker streut.

[Ev. Bd. 4, Kap. 231, 9-14]

 

Jesus: „Wer da predigt zur Heilung der Seelen, der führe wohl ein vernehmliches, aber doch sanftes Wort und schreie nicht wie ein Rasender; denn ein aufgeregter Mensch bessert niemand mit seinem Geschrei!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 39, 5]

 

Jesus: „Wenn ihr jemanden belehrt, so dürft ihr nicht mit der Tür ins Haus fallen, sondern müßt zuvor den Menschen genau erforschen, von welcher Seite er zugänglich ist! Denn habt ihr ihn bei einer unzugänglichen Seite gefaßt, so habt ihr euch die Arbeit unnütz erschwert und werdet dann lange zu tun haben, um solch einen Menschen auf den rechten Weg zu bringen! Daher kann Ich euch nicht oft genug sagen: Seid klug wie die Schlangen und sanft wie die Tauben!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 113, 3]

 

Jesus: „Wer ein rechter Lehrer sein will, der muß seine Lehren so stellen, daß seine Jünger dabei viel zu denken und zu suchen haben, sonst macht er sie zu trägen Wahrheitsforschern.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 246, 2]

 

Jesus zu Petrus, der seinen schwachen Fang von wenigen kleinen Fischen wieder ins Meer werfen will: „Behalte, was du gefangen hast; denn die kleinen Fische sind oft recht gute Fische und Mir lieber als die großen, die oft ein zähes und schwer verdauliches Fleisch haben. — Merke dir diese Entsprechung als Menschenfischer!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 43, 17-18]

 

Jesus: „Bei der Verbreitung Meiner Lehre sehet nicht etwa aufs Kleid oder auf eine Außenwürde, sondern allein auf Benehmen, Herz und Gemüt eines Menschen. Ist dieses edel, sanft und geduldig, dann verkündet ihm das Evangelium und saget: ‚Der Friede sei mit dir im Namen des Herrn und mit allen Menschen, die eines guten Willens sind!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 86, 12]

 

Jesus zu neuen Jüngern: „Diese Welt ist Mein Weinberg, und die Menschen, die Mein Wort hören, halten und an Mich, den Gottessohn, glauben, sind die edlen Reben, die Mir viel Frucht bringen. Aber zwischen den edlen Reben gibt es viele unedle, diese sollen auch veredelt werden, und dazu benötigt es vieler kräftiger Arbeiter. Wohl denen, die sich als tüchtige Arbeiter in Meinem Weinberg erweisen, und zwar aus Liebe zu Gott und zum Nächsten!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 125, 18]

 

Jesus: „Wer nicht völlig Gottes wird, ehe er sich wirkend kehrt zur Welt, den verführt die Welt und verschlingt bald sein Herz und seine Seele; wer aber zuvor ganz Gottes geworden ist, dem kann die Welt nichts mehr anhaben; denn er hat um sich einen festen Damm und eine Burg erbaut, die von der Hölle nicht überwunden werden können.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 125, 12]

 

Jesus: „Gleichwie ihr selbst vor allem wahre Täter Meines Wortes sein sollt, so ihr es in euren Herzen lebendig erfahren wollet, wer der ist, der euch diese Lehre der Liebe gegeben hat, so sollet ihr auch alle, denen ihr Mein Wort verkündet, zur Tat antreiben. Denn wenn Mein Wort ins Herz dringt, dann wird es lebendig, bemächtigt sich des Willens, treibt den ganzen Menschen zur Tat an. Durch solches Tun wird dann im alten Menschen ein neuer Mensch.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 140, 10-12]

 

Der Erzengel Raphael zu einem Redelustigen: „Es ist besser, viel und gut handeln als viel und gut reden! Da vielen Menschen zur wahrhaft guten Rede die rechte Weisheit mangelt, so reden sie häufig Unsinniges und schaden dadurch schwachen Gemütern und auch sich selbst, weil sie hochmütigen Herzens werden. Durch solche schädliche Redelust werden allerlei falsche Lehren verbreitet, und die arme Menschheit wird verblendet und verfinstert, so daß es nachher sehr schwer ist, sie zu erleuchten. Ein demütiges, der wahren, tätigen Liebe offenes Herz aber ist die beste Pflanzschule der hohen Weisheit und wird auch da gut und recht zu reden verstehen, wo es vonnöten ist!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 30, 8]

 

Der Erzengel Raphael zu dem redelustigen Risa, einem jungen Freunde Jesu: „Wenn du viele Erfahrungen gemacht hast, wirst auch du gut zu reden und zu lehren wissen. Aber zuerst sammle dir Erfahrungen und werde reich und gut an edlen Handlungen!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 30, 14]

 

Jesus: „Ein Prediger muß vor allem selbst in Ordnung sein, bevor er jemand lehrt. Sonst ist die Lehre hohl und läßt auch den Lehrling hohl. Wenn aber jemand selbst ein eifriger Befolger dessen ist, was er lehrt, so werden auch seine Jünger sich mit Eifer bestreben, so vollkommen wie ihr Meister zu werden.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 163, 2]

 

Jesus: „Wer seine Brüder lehrt in Meinem Namen, muß nicht aus seinem, sondern aus Meinem Brunnen schöpfen! Er soll nicht denken: ‚Wie soll ich vor diesem oder jenem reden das Wort des Herrn?‘; denn zur rechten Zeit wird es ihm ins Herz und auf die Zunge gelegt werden, was er zu reden hat. Wem aber diese Gnade zuteil wird, der scheue sich nicht, Mein Wort laut auszusprechen, auch vor einem Machthaber, ohne Furcht, diesen damit zu beleidigen oder zu erzürnen. Denn wer die Welt mehr fürchtet als Mich, der ist Meiner und Meiner Gnade nicht wert!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 165, 9-10]

 

Jesus zu einem römischen Oberrichter, der sich über die Unkenntnis seiner Zeitgenossen auf dem Gebiet der Naturwissenschaft wundert: „Zum zweifelsfreien, richtigen Erkennen in den Dingen der Naturwelt gehört zum voraus eine geistige Gewecktheit, die Erkenntnis des einen wahren Gottes und auch des eigenen menschlichen Wesens. — Erst wenn der Mensch in diesen Hauptstücken im klaren ist und dadurch Mein Geist seine Seele durchdringt, wird der Mensch mit seinem von oben her erleuchteten Verstande auch die Wesenheit und Ordnung in den Dingen der großen und kleinen Naturwelt fassen und von Grund aus begreifen. Darum heißt es: zuerst das Evangelium vom Reiche Gottes auf Erden den Menschen predigen, und haben sie das angenommen und sind durch den Geist aus Gott gestärkt, dann werden sie alle anderen Wahrheiten leicht fassen. Denn Mein Geist, den Ich in Fülle über jeden ausgießen werde, der an Mich lebendig glaubt und Mich liebt, der wird die Menschen in alle Weisheit und Wahrheit leiten.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 184, 6-8]

 

Jesus zu Naturfreunden: „Ich sage euch, daß ihr die Menschen nicht zu sehr auf die Natur der materiellen Dinge der Welt hinweiset, daß sie Gott in ihnen suchen sollen; ihr werdet damit die Menschen nur zu einem Ahnen des Daseins eines Gottes, aber nie zu Seiner vollen Erkenntnis und zum wahren, lebendigen Glauben an Ihn bringen. Schicket daher Mein lebendiges Wort voraus und machet dann erst die Menschen, welche Mein Evangelium angenommen haben, auf den Grund und die Erscheinungen der Dinge in dieser Welt aufmerksam, und ihr werdet so die besten Erfolge von eurer Arbeit und Mühe ernten! Wenn ihr Meine Lehre, wie ihr sie von Mir klar und rein bekommet, euren Brüdern gebet, so werden sie euch hören und die Lehre auch annehmen, und da Meine Worte Kraft, Macht und Leben in sich bergen, so werden sie eine ganz andere Wirkung in den Gemütern eurer Brüder hervorbringen als alle erdenklichen Beweise aus dem Bereiche der materiellen Welt. Wenn dann die Menschen an Mich glauben und nach Meinem Willen leben und handeln, so werden sie schon den wahren Lehrer und Weiterführer in sich finden, der sie in alle anderen Wahrheiten leiten wird.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 108, 10, 14, 11-12]

 

Jesus zu Seinen Jüngern und Freunden: „Wer seine Mitmenschen belehrt in der rechten Ordnung, d.h. zuerst über das Reich Gottes, der baut ein Haus auf Felsengrund. Wenn über ein solches Haus dann Stürme und Fluten kommen, so werden sie ihm nichts anhaben können, weil es auf Felsengrund erbaut ist. Und dieser Felsengrund bin Ich; mit Mir anfangend, werdet ihr alles bestens vermögen, — ohne Mich aber nichts!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 185, 3]

 

Einen bekehrten Stoiker, den Bürgerobersten von Abila, der im ersten Begeisterungsfeuer alle Menschen mit der Lehre des Herrn beglücken möchte, belehrt Jesus: „Liebe und Geduld sind die zwei größten Dinge zu allem in der Welt. An Liebe fehlt es dir nicht, weshalb Ich Mich auch von dir habe finden und bald erkennen lassen, aber an der rechten, mit der Liebe im Einklang stehenden Geduld fehlt es dir noch. Siehe, tue heute in Meinem Namen nur soviel wie dir möglich ist, und es wird dir der nächste Tag schon sagen, was du ferner tun mußt. Denn in dieser Welt läßt sich nichts übers Knie brechen. Denn ginge das, da wäre Ich niemals als Mensch mit Fleisch und Blut zu euch gekommen und hätte euch nicht in den Dingen Meines Reiches selbst mit übergroßer Geduld unterwiesen. Jeder Mensch hat seinen freien Willen, und dieser muß vor allem geachtet und berücksichtigt werden.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 68, 1-3]

 

Der Erzengel Raphael: „Wenn ein Mensch die Wahrheit aus Hochmut und Eigendünkel nicht annehmen will, dann verdient er eine längere Geduld nicht. Aber mit einem Menschen, der infolge seiner Geistesarmut die Wahrheit nicht begreifen und annehmen kann, habe Geduld. Wenn er dadurch verständiger wird, dann wird er die Wahrheit schon annehmen.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 114, 12]

 

Jesus: „Ein rechter Himmelsbote geht von Gemeinde zu Gemeinde und sagt: ‚Der Friede sei mit euch, das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen!‘ Wird der Bote angenommen, so bleibe und predige er; wird er aber von einer Gemeinde, die zu sehr der Welt und des Teufels ist, nicht angenommen, so ziehe er weiter und schüttle den Staub von seinen Füßen!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 165, 6]

 

Jesu Gleichnis von dem Weltstaub, den die lehrenden Jünger von den Füßen schütteln sollen. Mit diesem Staub meint Jesus die scheinklugen Reden der Weltmenschen.

[Ev. Bd. 6, Kap. 59, 8-10]

 

Der Herr: „Ein blindes, unwissendes Volk ist leicht zu bekehren; denn es hat bei seiner Blindheit doch ein offenes, gläubiges Herz; aber ein hochkultiviertes Industrievolk hält sich für weiser als Ich es bin. Ja, es braucht Mich gar nicht; denn die Welt hat sich nach seiner Meinung selbst erschaffen und notwendig auch ihre Gesetze.“

[H. Bd. 3, Kap. 138, 4]

 

Jesus zu Seinen Jüngern: „Merket euch, wie Ich die Menschen behandle, und wie Ich sie je nach der Art ihrer Seele belehre! Tuet desgleichen, und ihr werdet gute Erfolge haben!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 108, 17]

 

Einen begeisterten Freund, der behauptet, daß nach einer klaren Verkündung der göttlichen Lehre jeder Mensch sein ewiges Lebensziel erkennen und danach handeln müsse, belehrt Jesus: „Vor wie vielen Menschen habe Ich gelehrt auf dem offenen Felde, auf den Straßen, in den Städten, Flecken, Häusern, auf dem Meere, auf den Bergen, im Tempel und in der Wüste! — Und Ich habe dabei, um den Blinden die Augen zu öffnen, stets große, nie erhörte Zeichen gewirkt; gehe hin und forsche nach, wie wenige sich von allen, die Mich gehört und gesehen, wahrhaft bekehrt haben! Und siehe, wie es nun ist, ebenso wird es in der Folge sein.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 181, 4-5]

 

Jesus zu einem wankelmütigen alten Rabbi, der es auch mit den Heiden und ihren Göttern hält: „Allen Menschen, ob Juden oder Heiden, der Wahrheit nach Freund sein, ist gut und recht und auch Mein Wille — denn auch Ich lasse Meine Sonne über Juden und Heiden leuchten —; aber Menschen, die in der alten Blindheit schmachten, in ihrem Irrwahn noch bestärken, anstatt sie aus wahrer, uneigennütziger Nächstenliebe auf den Weg des Urlichtes zu leiten, ist schlechter, als ein Dieb und Straßenräuber sein! Das merke dir, du alter Doppellehrer!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 38, 5]

 

Jesus zu berufenen Lehrverkündern: „Merket euch wohl, daß es leichter ist, dem Menschen eine Kunde im Bereich des Wissens zu verschaffen, als sein Gemüt zu einem festen Glauben zu bewegen. Darum sollet ihr auf die Gründung des lebendigen Glaubens ein viel schärferes Augenmerk haben als auf ein pures Wissen; denn im Wissen allein ist das Leben nicht, wohl aber im reinen, durch die Werke der Liebe lebendigen Glauben. Das noch so reine Wissen ist ein Ablicht der Dinge und ihrer vergänglichen Ordnung dieser Welt, aber die Dinge des Glaubens sind ein wahres Licht aus den Himmeln, ein lebendiges Angehör des Gemütes, der Seele und ihres Geistes und somit unsterblich und unvergänglich. Alle sichtbaren Dinge werden vergehen, aber Meine Worte und wer an sie glaubt, werden ewig bestehen!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 132, 12-14]

 

Jesus: „Die reine, göttliche Wahrheit kann im allgemeinen dem Menschen von Mir nicht gegeben werden, sondern nur verhüllt in Gleichnissen und Bildern, auf daß er sie, aus solchen Bildern suchend, entwirren kann. Nur mit wenigen Menschen rede Ich ohne Vorbehalt; denen ihr die göttliche Wahrheit weitergebet, die sollen sie von euch aber nicht völlig nackt erhalten, sondern ein wenig verhüllt, auf daß ihnen die Gelegenheit zum freien Nachdenken und zur freien Tätigkeit ja nicht benommen wird.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 168, 12]

 

Jesus: „Ein verfinstertes Volk kann ein plötzlich aufgehendes helles Licht nicht ohne Schaden vertragen; darum muß das Licht ganz sparsam zugelassen werden, damit sich die Menschen nach und nach daran gewöhnen.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 40, 2]

 

Zur Erkenntnis des Vaters in Jesus bedarf es der Reife.

[Ev. Bd. 1, Kap. 109, 16-17]

 

Jesus gebietet seinen Jüngern, vor den Weltkindern ihrer Unreife wegen über das Geheimnis Seiner Gottheit zu schweigen.

[Ev. Bd. 1, Kap. 230, 15-16]

 

Das Jesuskindlein zu Joseph, der einen gottsuchenden römischen Hauptmann auf eine spätere Zeit vertrösten will: „Denen, die da bitten, suchen und anklopfen, muß aufgetan werden die lange verschlossene Pforte in Mein Reich! Doch mußt du nicht gerade mit dem Finger auf Mich herzeigen, weil Meine Zeit noch nicht da ist; denn du weißt es ja, daß alles seine Zeit haben muß!“

[Jug. Kap. 144, 22-23]

 

Jesus: „Es ist nicht allen gegeben, die Geheimnisse des Gottesreiches zu fassen. Wenn ihr aber dennoch jemanden findet, der eines rechten Geistes Kind ist, dem könnet ihr nach und nach ein und das andere Geheimnis offenbaren, aber nur für ihn selbst; denn Ich will es, daß ein Mensch sich solch ein Wissen durch den eigenen Fleiß nach Meiner Lehre erwerben soll.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 61, 6]

 

Der in allen Religionen, in aller Weltweisheit und in der Klugheit der alten Völker bewanderte und durch Jesus bekehrte Pharisäer Floran wird zur Mission unter den Kindern der Welt berufen.

[Ev. Bd. 3, Kap. 159, 11]

 

Der Herr: „Wer als Mein Bote alle Menschen gewinnen will, der muß mit allen alles sein. Er muß weinen mit den Weinenden, scherzen mit den Scherzenden, fröhlich sein mit den Fröhlichen, traurig mit den Trauernden, leidend mit den Leidenden, gesund mit den Gesunden, krank mit den Kranken, stark mit den Starken, schwach mit den Schwachen und somit auch ein Gelehrter mit den Gelehrten! Denn jeder ist nur in seiner Schwäche, die sein Joch, sein Netz und seine Schanze ist, zu fangen. — So komme auch Ich selbst nun allen entgegen mit weit ausgebreiteten Armen und rufe von neuem: Kommet alle her, die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch alle erquicken!“

[Hi. Bd. 2, S. 281, 23-25]

 

Jesus zu Seinen Jüngern: „Habt wohl acht darauf, daß nach Meinem leiblichen Scheiden von euch nicht Zänkereien und Streitigkeiten vorkommen; denn diese würden vollwahr die Mutter des Gegenchristen auf dieser Erde werden. Ich sage es euch zum voraus, damit ihr solches verhütet!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 20, 2]

 

Der Herr: „Seit den Zeiten der Apostel hat es eine Unzahl Eiferer gegeben, die mit glühendem Schwerte die Welt bessern wollten. Ströme von Blut wurden vergossen! Mit welchem Erfolge? — Ich sage euch: Mit offener Gewalt wird niemand etwas ausrichten gegen die Welt; denn wo die Welt Gewalt sieht, dort begegnet sie ihr wieder mit Gewalt! Wer die Welt bekämpfen will, der muß sie mit heimlichen Waffen bekämpfen, und diese Waffen sind Meine Liebe und Mein Friede in euch! Jeder aber muß zuerst mit diesen Waffen die eigene Welt in sich besiegen, dann erst wird er eben diese Waffen allzeit siegreich gegen die Außenwelt gebrauchen können.“

[Schrft. Kap. 35, 17, 21 und 22]

 

Der Herr: „Mein Joch ist sanft, und Meine Bürde ist leicht! Meine Kinder sollen darum nicht eigenwillig ins Feld ziehen für Mich und sich (ohne Not) verwunden lassen von Meinem Feinde; — für sie werde schon Ich kämpfen. Denn die Liebe steht höher als der (eigenmächtige) Kampf! — Wer aber selber kämpfen will und Freude hat am Kampfe, der muß sich auf allerlei Wunden gefaßt machen und sehe zu, daß er nicht unterliege im Gefecht! Der Sieger aber steht nicht über der reinen Liebe, sondern unter ihr, solange er nicht die Siegerkrone in die Flamme der Liebe wirft!“

[Hi. Bd. 1, S. 13, 4-5]

 

Jesus: „Wer, so es nottut, Mich vor der Welt bekennt, den werde auch Ich bekennen vor dem Vater im Himmel. Wer Mich aber nicht bekennt vor der Welt, wenn es nottut, den werde auch Ich nicht bekennen vor dem Vater im Himmel.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 127,9]

 

Jesus: „Jeder Arbeiter in Meinem Lebensweinberg wird nach seinem Fleiß und Eifer einen guten Lohn zu gewärtigen haben. Hier auf Erden wird dieser zwar stets nur ein magerer sein für den Leib, aber ein desto größerer für Seele und Geist!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 163, 8]

 

Jesus: „Was euch die Menschen Meiner Lehre wegen aus freudigem Herzen tun und geben, das nehmet an und gebrauchet es zu eurem und eurer Nächsten Besten, und die Gnade Gottes wird euch darum nicht genommen werden.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 92, 3]

 

Jesus zu neubekehrten Wortverkündern: „Nehmet euch an Mir ein Beispiel! Ich kam ungerufen aus reiner Liebe zu euch und erwies euch sofort alle Liebe, ohne Entgelt zu verlangen; da ihr Mich aber erkanntet und Mir nun mit aller Liebe entgegenkommet, so nehme Ich solche eure Liebe auch mit freudigem Herzen an und verschmähe es nicht, an eurem Tische mit Meinen Jüngern zu essen und zu trinken. Und so erweiset auch den Menschen zuerst Liebe ohne Entgelt; wenn sie euch dann gleichfalls mit aller Liebe entgegenkommen, da nehmet aber allzeit mit Ziel und Maß — von ihnen, was sie euch bieten! Wenn ihr so handelt, dann werdet ihr bald Mein Reich auf Erden in Hülle und Fülle sich ausbreiten sehen!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 84, 11-12]

 

Jesus: Ein wahrer Himmelsbote soll nicht mehr besitzen, als den einfachen irdischen Bedürfnissen entspricht.

[Ev. Bd. 4, Kap. 165, 12]

 

Der Erzengel Raphael: „Ein wahrer Wundertäter wirkt Wunder nicht, um sich von der blinden Welt anstaunen zu lassen oder gar materielle Schätze zu gewinnen, sondern ihm liegt daran, seinen Nebenmenschen den wahren Lebensweg zu zeigen, ihnen Mut und Vertrauen zu geben zum Kampfe mit der Welt und mit ihren bösen Leidenschaften, ihnen zu zeigen des Lebens wahren Grund, Wert und Zweck und sie auf diese Weise dahin zu bringen, wozu sie alle von Gott aus berufen sind, nämlich zum wahren, ewigen Leben und zu dessen höchster Glückseligkeit.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 51, 6]

 

Jesus: „Wer Mir einen Verlorenen wiederbringt, wird mehr Lohn erhalten als derjenige, der Mir auf einer eingefriedeten Weide hundert Lämmer wohl gehütet hat. Denn einen ehrlichen Menschen bei der Tugend erhalten, ist eine leichte Arbeit; aber einen verachteten, verstockten Sünder wieder zu Ehren erheben, das wird von Mir hoch angesehen!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 163, 6]

 

Jesus: „Ich bin der Allerhöchste und Ich suche und nehme das Verachtete und in den Augen der Welt Verlorene auf. Denn die Gesunden bedürfen des Arztes nicht. Wollet ihr vollkommen Meine Jünger und Diener sein, so müsset ihr auch darin so sein, wie Ich selbst bin.“

[Ev. Bd. 3, Kap. 163, 7-8]

 

Jesus zu bekehrten Sklavenhändlern: „Wendet ab euer Ohr und Herz von euern Wahrsagern! Seid die rechten Priester eurer Mitmenschen, und ihr sollet darum einen großen Schatz der geistigen Gaben aus Mir schon in jüngster Zeit überkommen. Redet aber dabei nicht zuviel von Meinen Zeichen, sondern habt vor allem Meine Lehre vor Augen. Denn das Heil für die Menschen liegt ja nicht in den gewirkten Zeichen, sondern in Meiner Lehre und hauptsächlich in ihrer lebenstätigen Befolgung.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 165, 2-3]

 

Jesus zu Seinen Jüngern: „Lasset stehen die Tempel und die Priesterhäuser, bearbeitet nur das Volk! Ist das einmal auf eurer Seite, dann werden die alten Götzentempel ehestens von selbst allen Wert verlieren und zusammenstürzen. Und ihre Diener werden aus eigenem Antrieb oder notgedrungen zu euch übergehen, die neue Lehre annehmen und mit ihr zu wirken anfangen.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 118, 8]

 

Jesus zu einem bekehrten reichen Zöllner: „Die Götzenpriester laß vorderhand so wie sie sind! Sie haben ihr Amt und ihr Brot und werden darum von dem nicht leicht abstehen, was sie sind. Aber mit der Zeit kannst du dem einen oder anderen etwas von Meiner Lehre kundtun, und sie werden euch wenig oder gar keine Anstände machen. Nach und nach werden auch die Götzentempel fallen. Aber Ich gebe euch dennoch kein Gebot, daß ihr sie zerstören sollt; es genügt vollkommen, daß sie in eurem Herzen zerstört sind.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 92, 11]

 

Jesus: „Ich sehe es leider voraus, daß es mit Meiner Lehre in wenigen Jahren, nachdem Ich heimgegangen bin, im allgemeinen sehr traurig aussehen wird. Aber Ich sehe auch, daß sie sich in kleinen Gemeinden sonnenrein bis ans Ende der Zeiten dieser Erde erhalten wird! Und das ist eine große Erquickung Meinem liebenden Vaterherzen!“

[Ev. Bd. 4, Kap. 250, 5]

 

Große Voraussage Jesu über die Zukunft Seiner Lehre.

[Ev. Bd. 8, Kap. 14, 1-11]

 

Jesus: „Habt keine Scheu vor den Weltmenschen! Verkündet offen am Tage Meine Lehre und fürchtet euch nicht vor denen, die wohl den Leib töten können, aber nicht die lebendige Seele.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 138, 21]

 

Jesus sagt für Seine Jünger sehr harte Lebensproben und schwere Verfolgungen seitens der Welt um Seines Namens willen voraus.

[Ev. Bd. 9, Kap. 62, 8]

 

Jesus: „Ich bin nicht auf diese Welt gekommen, um ihr, wie sie ist, Frieden und Ruhe zu bringen, sondern das Schwert zum Kampfe wider sie. Ich selbst bin als die ewige Wahrheit das Schwert; und dieses Schwert habe Ich auch euch zum Kampfe wider die Hölle und ihre Macht gegeben. Fürchtet darum diejenigen nicht, die wohl euren Leib töten, aber der Seele nicht schaden können; sondern fürchtet Den, dem alle Macht zu eigen ist im Himmel und auf Erden!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 101, 8]

 

Jesus zu berufenen Verkündern Seiner Lehre: „Wenn ihr seht, daß ihr mit Liebe und Weisheit bei zu finsteren Menschen nichts ausrichten könnt, dann kehret ihnen den Rücken und ziehet von dannen; ihr werdet andere Menschen finden, an denen ihr in Meinem Namen guten Gewinn machen werdet! Bekennen sollt ihr Mich vor allen Menschen, wie auch Ich euch bekenne vor Meinem Vater; aber aufdrängen sollt ihr Mich den Weltfinsterlingen nicht und ihnen auch nicht Meine Perlen vorwerfen!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 148, 11, 12 und 14]

 

Jesus zu Seinen Jüngern: „Wenn ihr in Meinem Namen den Menschen künftig das Evangelium predigt, so werdet ihr allerlei Urteilen über euch begegnen. Sind diese blind und dumm, jedoch nicht böse, so laßt die Menschen reden! Sind ihre Urteile aber böser Art, dann möget ihr die bösen Beurteiler entweder vor einem Richter zur Rede stellen, oder ihr verlasset den Ort und schüttelt den Staub von euren Füßen, und Ich werde dann im geheimen schon den Richter über solch einen Ort und seine Bewohner machen.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 7, 12]

 

Jesus: „Es ist vom Anfange her kein Weib berufen worden, als Prophetin vor dem Volke zu weissagen; aber wenn ein Weib frommen Herzens ist, die Gebote hält und seine Kinder weise in der wahren Gottesfurcht und Liebe erzieht, so ist es gleich einem Propheten, und der Geist aus Gott nimmt auch in seinem Herzen Wohnung. Darum sollet ihr in der Folge, wenn ihr Mein Wort predigt, die Weiber nicht ausschließen, sondern ihnen nichts vorenthalten, was euch vom Reiche Gottes geoffenbart worden ist!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 213, 9-10]

 

Der Evangelist Johannes belehrt den weisen Ältesten eines Zentralsonnengebietes über den Weg zur Gotteskindschaft: „Willst du ein Kind des Herrn sein, so mußt du nicht sein wollen der Erste und der Vornehmste, sondern gleich einem geringsten Knecht all derer, die du führest. Du mußt sie nicht lehren die Weisheit, sondern Demut und Liebe, dann werdet ihr alle überkommen die wahre Weisheit. — Darum sei von ganzem Herzen demütig! Liebe Gott aus allen deinen Lebenskräften über alles und erfülle dadurch Seinen Willen, daß du deine Brüder und Schwestern achtest und liebest wie dich selbst!“

[GS. Bd. 2, Kap. 59, 14-15]

 

Der Herr sagt über die geistige Lehrverkündung auf dem Saturn: „Die Saturnmenschen werden zuerst durch äußere Belehrung über das Wesen Gottes unterrichtet. — Dann werden sie hingelenkt zur Erkenntnis des Großen Geistes und sodann zur Ausübung des erkannten Willens Gottes.“

[Sa. Kap. 44, 10-11]

 

07.19. Die gottgewollte Gemeindeordnung

Jesus zu berufenen Verkündern Seiner Lehre: „Wenn ihr in Meinem Namen zu den Menschen redet, so denket zuvor nicht lange darüber nach, was ihr reden sollt; denn es werden euch (den Berufenen) durch Meinen Geist die rechten Worte ins Herz und in den Mund gelegt. Das gilt auch für alle, die nach euch das Volk in Meinem Namen zu lehren haben. Erbauet Mir keine Tempel und machet nicht gewisse Tage im Jahre zu besonderen Tagen, sondern bestimmt in der Woche einen Lehrtag, lasset die Menschen dann in eure Versammlungshäuser kommen und belehret sie!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 165, 4-5]

 

Jesus erteilt neuen Jüngern Ratschläge für die Lehrverkündung und fährt fort: „Wenn ihr eine Gemeinde bekehrt, geheilt und in Meinem Namen gefestet habt, dann stellet aus ihrer Mitte den kundigsten und getreuesten Mitbürger zu einem freundlichen Hüter und Aufseher über die Gemeinde und erteilet ihm besonders die Gaben des Heiligen Geistes, auf daß er ein wahrer Wohltäter der ihm anvertrauten Gemeinde werde!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 23, 12-14]

 

Missionswinke Jesu für berufene Verkünder Seiner Lehre: „Teilet euer Brot mit den Armen, lasset euch dafür nicht ehren und begehret von niemandem einen Lohn oder ein Opfer; denn umsonst habt ihr es bekommen und sollet es umsonst auch wieder an eure Mitmenschen austeilen! Den Lohn dafür habt ihr in allem von Mir zu gewärtigen. Wenn aber ein Vermögender kommt und euch freiwillig ein Dankopfer bringt, so nehmet es an und beteilet damit die Armen! Wer euch in Meinem Namen ein Opfer brachte, den schätzet darob nicht höher als den armen Bruder, auf daß er nicht eitel werde und sich über seine Brüder erhebe, sondern nur in der Liebe zu ihnen wachse; dann wird Mein Segen ihm reichlich sein Opfer vergelten!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 165, 5-6]

 

Jesus zu berufenen Lehrern: „Wenn die Menschen euch freiwillig aus Liebe dies und jenes tun oder geben, dann möget ihr es ohne Bedenken in Liebe und Freundlichkeit annehmen. Doch von den Armen sollet ihr auch unter dieser Bedingung nichts nehmen, sondern diese unterstützet noch obendrauf, damit sie völlig innewerden der ewigen Liebe und Freundlichkeit Gottes!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 200, 5]

 

Jesus zu Seinen Jüngern: „Ihr sollet im Anfang euch nicht mit zu vielem Schreiben abgeben, sondern mehr mit dem Reden, damit die Menschen erst einmal erfahren, um was es sich handelt. Sind die Menschen davon in Kenntnis und haben sich in Meinem Namen Gemeinden gebildet, so könnet ihr diesen aus einem entfernten Wirkungsort auch schreiben und ihnen ein schriftliches Gedenkzeichen hinterlassen. Aber ermahnet die Gemeinde aufs lebendigste, daß sie mit derlei Hinterlassenschaft keine Abgötterei treibe!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 79, 4-6]

 

Paulus an die Gemeinde zu Laodizea: „Lasset das lebendige Wort Christi reichlich unter euch wohnen in aller Liebe und wahrer, vollkommener Weisheit aus ihr! Lehret und vermahnet und erbauet euch gegenseitig mit allerlei herrlichen geistigen Dingen und Betrachtungen! Auch mit Psalmen der Liebe und anderen Lobgesängen und geistlichen, lieblichen Liedern; aber singet im Herzen und macht nicht ein leeres Getöne mit dem Munde, so werdet ihr dem Herrn angenehm sein!“

[Lao. Kap. 3, 25-26]

 

Jesus zu der einstigen Sünderin Helena, die sich im Jenseits scheut, lehrend das Wort zu ergreifen: „Siehe, in seinem Briefe an die Römer, und zwar im 16. Kapitel, grüßt Paulus mehrere Frauen, die viel mit Wort und Tat in der Gemeinde in Meinem Namen gearbeitet hatten. — Siehe, Meine liebe Helena, solchen Weibern hat Paulus keine Mundsperre in der Gemeinde angelegt, sondern nur solchen, die aus Hochmut in der Gemeinde Sitz und Stimme erstrebten und, ohne Meinen Geist zu haben und zu begreifen, dennoch reden wollten! — Wenn ein Weib voll Meines Geistes wird, dann kann und muß sie sogar reden, was und wie es der Geist von ihr verlangt!“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 84, 5-6]

 

Jesus: „Wenn einem Gemeinderabbi vom Geiste Gottes angezeigt wird, daß ein Gemeindeglied auf Abwege geraten ist, dann gehe er sogleich hin und ermahne es und warte dazu nicht den Sabbat ab; denn für den Verirrten und wieder Zurechtgebrachten wird der Tag ein rechter Sabbat sein, an dem er sich völlig bessert.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 89, 10]

 

Jesus zu den bekehrten Bewohnern einer von Ihm reich gesegneten Gegend: „Menschen, welche durch euch vollgläubig werden, die segnet in Meinem Namen, indem ihr ihnen die Hände aufleget und im festen Vertrauen auf Mich zu ihnen saget: ‚Gott der Herr, der im Menschensohne Jesus zu uns gekommen ist und durch die Macht Seines Wortes und Willens bezeugte, daß Er der verheißene Messias ist, sei mit euch und durch Ihn der Friede den Menschen auf Erden, die an Ihn glauben, eines guten Willens sind und Seine Gebote halten!‘ Doch denen, die nur halbgläubig sind, tuet das erst, wenn auch sie mit der Zeit voll Glaubens werden; denn ein halber Glaube taugt für den Empfang Meines Segens nicht.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 128, 17-19]

 

Jesus: „Werden arge Sünder nicht besser, so könnet ihr die Sache bei einem Weltrichter anzeigen, und der unverbesserliche Feind soll aus der Gemeinde gestoßen werden! Denn wer da unverbesserlich Arges tut, der soll auch, auf daß durch ihn die Mitmenschen nicht länger geärgert werden, gezüchtigt werden!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 159, 15]

 

Auf die Bedenken Seiner ersten Jünger, daß auch sie wegen des ihnen vom Herrn verliehenen hohen Lehramtes von den Menschen geehrt werden könnten, erwidert Jesus: „Daß euch die Menschen nicht ehren sollen, dafür habe Ich kein Gebot gegeben. Aber wenn ihr euch darauf etwas einbildet, als wäret ihr mehr als die, welche euch ehren, so habt ihr dadurch euren Lohn schon empfangen. Wollet ihr aber als Meine Arbeiter vor Mir als verdienstlich und wohl angesehen dastehen, so saget in eurem Herzen, wenn ihr alles auf das gewissenhafteste in Meinem Namen getan habt: ‚Herr, wir sind vor Dir faule und unnütze Knechte!‘ Wenn ihr das lebendig-wahr in euch fühlet und einsehet, daß ihr nur freiwillige Diener Meines allein wirkenden Geistes waret, so werde Ich eure Arbeit also ansehen, als hätte Ich selbst durch euch gehandelt, und euch dafür den gerechten Lohn geben.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 143, 6-8]

 

Jesus zu Seinen Jüngern: „Obwohl ein Hüter der Gemeinde von euch bestellt wird in Meinem Namen, so soll er doch keinen irdischen Rang haben, sondern er soll sein gleich euch ein demütigster und geringster Diener der ihm anvertrauten Brüder und Schwestern und soll sich von ihnen nicht ehren oder für seine ihnen geleisteten Dienste belohnen lassen; denn was er umsonst erhalten hat, das soll er umsonst weitergeben in aller Liebe zu seinen Brüdern und Schwestern. — Was ihm aber die freie Liebe seiner Gemeinde bieten wird, das soll er auch annehmen, gleichwie Ich solches auch euch gestattet habe!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 23 ‚ 15-16]

 

Die gottgewollte Gemeindeordnung Bei der Aussendung der Jünger in die Landschaft Hauran in zwei Gruppen fragt Simon Juda: ‚Herr und Meister, soll nicht jede Gruppe einen Vorsteher haben?‘ Darauf Jesus: „Wann hat denn die reine Liebe und die klare Wahrheit aus den Himmeln eines Vorstehers benötigt? Ist eine solche Liebe und Wahrheit aus Mir in jedem von euch, wer von euch will dann seinem Bruder einen Vorsteher abgeben? Ich allein bin der Herr! Ihr alle aber seid ganz gleiche Brüder, und es soll keiner mehr noch minder sein. Denn jede noch so geringe Vorsteherei erweckt im Gemüte des Vorstehers die Herrschgier und wird auch bald zum Verderber der reinen Liebe und der lebensvollen Wahrheit. Wer von euch durchaus ein Erster Meiner Jünger sein will, der sei ein Letzter und Geringster und ihrer aller Diener! Denn so besteht die Ordnung in Meinen Himmeln unter Meinen Engeln.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 134, 1-7]

 

Paulus warnt die Gemeinde zu Laodizea: „Der Herr wird sich zurückziehen und wird euch in allerlei Hurerei übergehen lassen, ins alte Gericht und in den alten Tod, so ihr nicht sofort umkehret und gänzlich ablasset von eurer selbstgewählten Geistlichkeit, von eurem Tempel, von eurem Feiertage und von euren verbrämten Kleidern; denn dies alles ist vor dem Herrn ein Greuel!“

[Lao. Kap. 1, 54]

 

Jesus: „In von Menschenhänden unter dem Titel ‚Gott zur größeren Ehre‘ erbauten Tempeln werde Ich ebensowenig daheim sein wie nun im Tempel zu Jerusalem! Wenn ihr aber aus Liebe zu Mir in einer Gemeinde ein Haus erbauen wollet, so sei das ein Schulhaus für eure Kinder. Gebet ihnen aber auch Lehrer nach Meiner Lehre! — Ebenso möget ihr auch ein Haus erbauen für Arme, Kranke und Bresthafte! Versorget solch ein Haus mit allem, was zur Pflege der darin wohnenden Menschen nötig ist, und ihr werdet euch dadurch allzeit Meines Wohlgefallens erfreuen! — In einem wohlbestellten Schulhause aber könnet ihr auch eure Versammlungen und Besprechungen in Meinem Namen halten und habt nicht nötig, dazu ein besonderes Haus zu erbauen!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 44, 4-6]

 

Jesus zu einem Griechen, der zur Versammlung der Gläubigen und zur Besprechung der Lehre des Herrn ein Haus erbauen will: „Wozu ein eigenes Haus erbauen, da ihr ja eure Wohnhäuser habt, in denen ihr euch in Meinem Namen versammeln könnt, um euch über Meine Lehre zu besprechen und die durch den Wandel nach dem Willen Gottes gemachten Erfahrungen mitzuteilen. Denn Gott sieht nicht auf ein Ihm zur Ehre und Anbetung erbautes Haus, sondern auf das Herz und den Willen des Menschen. Ist das Herz rein und der Wille gut und den ganzen Menschen zur Tat ziehend, so ist das schon das wahre, lebendige Wohnhaus des Geistes Gottes im Menschen.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 44, 1-2]

 

Jesus zu dem König von Pontus: „Wenn du deine Völker Lesen, Schreiben und Rechnen lehren willst, so kannst du die Kinder von geeigneten weltlichen Lehrern in Schulhäusern darin unterweisen lassen. Aber Mein Evangelium können und dürfen nur jene mit Nutzen und Segen verkünden, die von Gott dazu berufen und erzogen sind.“

[Ev. Bd. 4, Kap. 165, 5]

 

Jesus zu bekehrten Priesterweibern: „Was ihr nun von Mir gesehen habt und wisset, das lehret in aller Geduld und Sanftmut auch eure Kinder und Diener und später auch die Kinder anderer Eltern! Gründet so eine wahre Lebensschule in Meinem Namen, und ihr werdet dadurch vom Segen aus den Himmeln umflutet sein und so vom Tode dieser Welt zum Leben des Geistes durchdringen.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 103, 13]

 

07.20. Frömmigkeit ohne Kopfhängerei

Jesus über Sein eigenes äußeres Wesen: „Sehet, in Mir wohnt alle Fülle des wahrhaftigen Gottes, und ihr habt Mich noch nie mit hängendem Kopf und frömmelnden Augen einhergehen sehen, sondern allezeit offenen, natürlichen Gesichtes, und Mein Weg ist stets ein gerader. Mit Ehrlichen und Heiteren bin Ich freundlich und heiter, die Trauernden und Ängstlichen mache Ich fröhlich und mutig, und ihr als Meine Jünger sollet ebenso sein!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 18, 11]

 

Jesus weist böswillige Verleumdungen der Pharisäer zurück: „Wem soll Ich diese Art von Menschen vergleichen?! Der Täufer Johannes genoß beinahe nichts als Heuschrecken und wilden Honig und führte ein strenges Büßerleben, da sagten diese: ‚Wie ist doch der Mensch ein Gleisner und Scheinheiliger!‘ — weil Johannes ihnen ihre volle Gottlosigkeit und ihrer Sünden Unzahl vorhielt. — Ich selbst esse und trinke, mache keinen Frömmler und Kopfhänger, begegne jedermann freundlich, helfe jedem, der zu Mir kommt, glaubt und von Mir Hilfe erfleht, und da sagen sie: ‚Wie ist doch der Mensch ein Vollsäufer und Vielesser und ein Freund der Sünder, Zöllner und Heiden und achtet der Satzungen Mosis nicht!‘.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 67, 27-28]

 

Jesus beim fröhlichen Mahl im Hause des Lazarus in Bethanien: „Meine Jünger dürfen keine Kopfhänger sein und nicht mit gleisnerischen, Frömmigkeit heucheln den Gesichtern einhergehen, auf daß die Menschen glauben sollen, sie beträten nur noch mit den Füßen der Erde Boden, mit dem anderen Leibe aber stäken sie, ganz erfüllt vom Geiste Gottes, schon in den Himmeln. — Gehet vielmehr vor jedermann mit dem offensten und heitersten Gesicht einher, damit jeder ein gutes Vertrauen zu euch fassen kann, so werdet ihr viel himmlischen Segen unter den Menschen verbreiten!“

[Ev. Bd. 6, Kap, 18, 10]

 

Jesus: „Ich sage euch allen, daß ihr ganz freien Geistes sein und fröhlich und heiter durch die Welt gehen sollt, ohne an ihr zu hängen. Ich bin ja darum in die Welt gekommen, um allen Menschen eine frohe, höchst beseligende Kunde aus den Himmeln zu überbringen, die jedermann den besten Trost zu geben vermag, weil er aus ihr ersieht, daß es für ihn keinen Tod mehr gibt. Und so werde Ich auch euch, wenn ihr tüchtig seid im Geiste und in der Kraft Meiner Lehre, hinaussenden in Meinem Namen, allen Völkern der Erde diese frohe Kunde aus den Himmeln zu überbringen. Wer aber wird eine so überfrohe Kunde mit einem traurigen, zaghaften und kopfhängerischen Gesicht überbringen wollen?“

[Ev. Bd. 6, Kap. 18, 12-13]

 

Jesus: „Ich will aus euch keine Kopfhänger und Verflucher der Welt machen, sondern weise Benützer derselben. Die Welt ist für euch ein Werkzeug, mit dem ihr — wenn ihr es recht anwendet — überaus viel Gutes und Herrliches schaffen könnt. Aber ihr müßt als Meine Jünger dieses Werkzeug so gebrauchen, wie Ich als euer einziger, wahrer Meister es euch gelehrt habe. Also gebraucht und angewendet, wird euch dieses Werkzeug das ewige Leben bereiten und befestigen.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 83, 6, 8und9]

 

Jesus spricht über himmlische und über unlautere, weltliche Munterkeit.

[Ev. Bd. 4, Kap. 167, 16]

 

Jesus: Markus, ein bekehrter römischer Kriegsveteran, brachte auf Mein Verlangen mit seinen beiden Söhnen mehrere Krüge voll des allerbesten Rebensaftes. Unsere Becher wurden bis an den Rand gefüllt; alle tranken auf das Gedeihen der neuen Lehre aus den Himmeln und konnten die Güte des Weines nicht genug preisen. Wir alle griffen recht wacker nach den Bechern, und das gute Brot wurde dabei auch nicht geschont. Dies bemerkte eine Gruppe am Nachbartische sitzender Pharisäer mit großem Mißfallen; sie ärgerten sich sehr über solch ein „üppiges Gelage“ des ihnen bekannten Propheten und Heilandes.

[Ev. Bd. 5, Kap. 92]

 

Jesus zu Neubekehrten: „Wenn ihr Meine Jünger sein wollt, müßt ihr euern alten Menschen ganz ausziehen wie ein altes Kleid und einen ganz neuen anziehen! Dieses beachtet und seid vernünftig, edel, heiter und voll guten Mutes!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 19, 5]

 

Trinkspruch bekehrter Judgriechen beim Mahle mit Jesus: „Auf ein allgemeines Gedeihen aller Völker der Erde! Dein Wort, Deine Lehre und Deine Gnade, o Herr, möge sie alle ebenso durchdringen, wie dieser köstliche Wein unsere Glieder durchdringt und belebt! Herr, Dein Wille geschehe!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 21, 10]

 

Jesus nach ergiebiger geistiger Aussprache zu dem erleuchteten Wirt in Kapernaum: „Nun bringe noch Wein; denn wir wollen heute und die anderen Tage recht heiter sein. Ich habe eine rechte Freude an dir; denn du hast Mich besser verstanden (bezüglich des Gleichnisses vom Fleischessen und Bluttrinken) als Meine Jünger.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 48, 11]

 

Jesus zu ehrfurchtsbangen Neubekehrten: „Solange die Hochzeitsleute den Bräutigam bei sich haben, sollen sie keine Not leiden; denn sie werden, so der Bräutigam aufgefahren sein wird dahin, von wo Er gekommen, noch genug Not zu erleiden haben. Der wahre Bräutigam aber bin Ich, und die Mich lieben und an Mich glauben, sind die wahren Bräute und Hochzeitsleute zugleich. Darum jetzt nur heiteren und fröhlichen Mutes!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 50, 15]

 

Jesus zu bekehrten heidnischen Priesterweibern: „Setzet euch zu Tische und esset und trinket fröhlichen Mutes mit Mir! Denn so ihr gar oft bei euren Festmahlen habt heiter sein können, als noch der Tod in euren Herzen hauste, da werdet ihr nun wohl umso heiterer sein können, da der Tod von euch gewichen und das Leben in eure Brust eingekehrt ist!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 119, 5]

 

Festliche Mahlbereitung durch die Wundermacht Jesu im Hause des römischen Obersten von Serrhe und demutsvoller Dank des Hausherrn.

[Ev. Bd. 6, Kap. 138, 5-10]

 

Jesus zu ehrfurchtsvoll vor Ihm Niedergefallenen: „Stehet auf, Meine lieben Kinder; denn der Vater will von euch nicht wie ein Götze von den Heiden angebetet, sondern wahrhaft geliebt sein! Eurer Liebe wegen hat Er sich von euch finden lassen. Den ihr suchet, der bin Ich. Aber nun erhebet euch vom Boden und seid frohen, heiteren Mutes! Setzet euch zu diesem Tisch und labet euch mit dem Wein, mit dem Ich eure Becher füllen werde!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 107, 11]

 

Jesus zu glaubensstarken Neubekehrten: „Ich werde das Licht aus Meinen Augen in eure Becher dringen lassen, und sie werden sogleich voll des reinsten Weines aus den Himmeln sein! Solchen Wein trinket aus Liebe zu Mir, und ihr werdet dadurch zu jener Kraft und Stärke gelangen, die euch den rechten Mut gibt, mit Mir zu reden. Und was Ich euch sage, das werdet ihr leicht behalten und in euerm Land euren Brüdern verkünden.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 107, 17]

 

Der Herr: „Meine Liebe wird nur bei denen sein, die künftig sie suchen nicht nur in der Not und Bedrängnis, sondern in ihrer Fröhlichkeit und Freiheit.“

[H. Bd. 1, Kap. 21, 10]

 

Der Herr: „Wenn auch die Tränen der Reue gerecht und Mir wohlgefällig sind, so stehen aber doch die Tränen der Freude für Mein Vaterherz um vieles höher. Denn die Tränen der Reue besagen, daß jemand seinen großen Liebe- und Treueabstand von Mir gewahrt und von der Sehnsucht beseelt wird, zu Mir, dem Vater, zurückzukehren. Die Freudentränen aber sind ein Zeichen des vollen Wiederfindens, weil sich der Sohn freut, daß er den Vater gefunden, der Vater aber, daß Er den Sohn wiedergefunden hat.“

[H. Bd. 2, Kap. 136, 16-18]

 

Der Herr zu dem König und Oberpriester Lamech von Hanoch: „Meine Kinder dürfen in Meinem Namen ganz nach reiner Herzenslust fröhlich sein! Daher magst du auch hüpfen wie ein Hirsch; denn Mir ist der in Meinem Namen Heitere lieber als einer, der da trauert an Meinem Herzen! Denn Ich habe euch für die Seligkeit, aber nicht für die Traurigkeit geschaffen.“

[H. Bd. 2, Kap. 237, 20-21]

 

Der Evangelist Johannes zu dem Ältesten eines Zentralsonnengebietes, der sich vor der Macht der Gotteskinde fürchtet: „Fürchtet euch nicht vor uns, sondern seid fröhlich und voll heiteren Mutes; denn Gott, unser Herr und Vater, hat alle Seine Geschöpfe für Freude und Seligkeit, aber nie für Schrecknisse, Traurigkeit, Qualen und Schmerzen erschaffen!“

[GS. Bd. 2, Kap. 59, 9]

 

Ein hoher Engel zu dem einstigen Bischof Martin im Jenseits: „Ich bin kein Kopfhänger und der Herr schon am allerwenigsten, aber dessenungeachtet muß das Spottlachen aus den Himmeln verbannt sein, weil in ihm eine geheime Schadenfreude versteckt ist.“

[BM. Kap. 81, 15]

 

Jesus zu dem geistig gereiften einstigen Bischof Martin im Jenseits: „Bleibe du nur, wie du bist! Ein rechter Humor des Herzens darf auch in allen Himmeln nicht fehlen!“

[BM. Kap. 96, 3]

 

Der Herr: „Die Bewohner des zweiten Gürtelpaares der Sonne — das eurer Erde entspricht — sind so fröhliche, heitere und gesellige Menschen, wie man sie auf eurer Erde nirgends findet. Sie haben auch Musik, Theater und Konzerte, aber alles dieses in einem anderen Sinne wie ihr! Denn der Zentralpunkt all dieser Unterhaltungen, um den sich alles dreht, bin Ich!“

[NS. Kap. 33, Abs. 29]

 

Der Herr: „Wohl dem, für den die Ewigkeit schon diesseits kein (leerer) Traum ist! Darum sage Ich euch allen: Seid heiter und fröhlich miteinander in Meinem lebendigen Namen! Denn Ich bin wahrhaft mitten unter euch!“

[Hi. Bd. 2, S. 53, 23-24]

 

Der Herr: „Ich habe zwar an keinerlei (weltlichen) Festen, welche die Menschen auf Erden begehen, eine Freude. Aber wenn Feste zu seltenen Malen begangen werden von solchen, die in Meinem Herzen gezeichnet sind, da freilich bin auch Ich dabei wie bei der Hochzeit zu Kana und verwandle das Wasser der Welt in den belebenden Wein des Geistes.“

[Hi. Bd. 2, S. 297, 2]

 

Freudige Lobpreisung des liebeweisen Lehrers der Urzeit Henoch: „0 du überguter, heiliger Vater, Du gabst mir ja ein Herz, angefüllt mit Liebe und Frömmig keit, und so will ich denn allzeit fröhlich sein über Deine so unendlich große Güte und allzeit laut frohlocken in Dir, meinem Gott, daß Du so voll Liebe und Gnade bist gegen jedermann, der da Freude hat in Deinem heiligsten Namen. 0 Fröhlichkeit, Fröhlichkeit, du schönste Gefährtin der Liebe, wie süß schmeckst du dem Herzen, das da schlägt nach dem Willen des heiligen Vaters!“

[H. Bd. 1, Kap. 50, 14-16]

 

07.21. Vom Schönheitssinn und dessen Pflege

Jesus im Garten des römischen Hauptmanns von Samosata: „Sehet, gleich wie dieser musterhafte Garten soll auch der rechte Mensch nach dem Willen Gottes bestellt sein. Er soll auch in sich das Wahre und Gute mit dem Schönen und Erhabenen vereinen. — Seht die große Anmut dieser Blumen, wie herrlich sie geschmückt sind! Ja, warum denn also? Am Ende folgt der Blüte einer noch so reizend schönen Rose doch nur ein einfacher, nie besonders schöner Same, zu dessen Hervorbringung es eigentlich keiner gar so herrlichen Blüte bedurft hätte. Aber Gott wählte zu allen Seinen Werken auch die Schönheit, damit dadurch in den Menschen der zu aller Seligkeit notwendige Schönheitssinn erweckt werde. Ist dieser in einem Menschen völlig wachgerufen, so ist des Menschen Seele dann auch empfänglich für alle Wahrheit und alles Gute.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 136, 2-3]

 

Jesus zu Robert Blum: „Du warst stets ein Freund alle Schönen und auch alles Nützlichen! Dein Wahlspruch lautete: ‚Das Schöne muß nützlich und das Nützliche schön sein!‘ und siehe, dieser dein Wahlspruch ist auch von Ewigkeit her Mein eigener Grundsatz gewesen. Daher denn alle Meine Werke nicht nur nützlich, sondern nach dem Grade ihrer Nützlichkeit auch schön sind. Die Nützlichkeit entspricht Meiner ewigen Liebe und Güte und die Schönheit Meiner Weisheit und Wahrheit!“

[Rbl. Bd. 1, Kap. 124, 9]

 

Jesus verheißt einem frommen, gottbegeisterten Harfensänger, der dem Herrn und Seiner Gesellschaft den Psalm Davids ‚Singet dem Herrn ein neues Lied...‘ mit himmlischer Inbrunst vorgetragen hatte: „Singe du nur noch einmal den Psalm und sei versichert, du frommer Samarite, daß dir Kunst und Stimme bis ans Ende deiner irdischen Lebenstage erhalten bleiben, — und im Himmel sollst du vor dem Throne des Allerhöchsten ein lieblicher Sänger sein und bleiben ewig!“ Hierauf griff der Harfner wieder in die Saiten, und sie klangen noch heller und reiner als das erste Mal, und so war es auch mit seiner Stimme. Alle Meine Jünger, unsere Wirtsleute und ebenso die fremden Gäste wurden zu Tränen gerührt; die Meinen an unserem Tische am meisten, da sie wohl wußten, wem dieser Psalm galt!

[Ev. Bd. 9, Kap. 8, 8-17]

 

Jesus zum Vortrag eines begnadeten Psalmsängers: „Dieses Sängers Amt ist wahrlich nicht eines der geringsten; denn er erweicht durch die große Wärme seines Gesanges und seines Saitenspiels die harten Herzen, und in sie dringt dann leicht das Wort der ewigen Wahrheit (und Liebe). Wenn Saul die Harfe Davids vernahm, dann ward sein steinern Herz mürbe, und der böse Geist wich von ihm. Darum steht auch in der Schrift: Lobet Gott, den Herrn, mit Psalmen, reiner Stimme und wohlgestimmten Harfen!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 10, 2-3]

 

Der Herr verheißt zur Zeit der Urmenschen Zuriel, dem Vater und weisen Erzieher seiner fünf schönen Töchter: „Durch deine Töchter soll gesegnet sein des Geistes künstlerisches Wirken; denn es werden Zeiten kommen, da die Menschen der Künste bedürfen, und diese sollen ein Segen sein denen, welche die Künste weise benützen, — doch ein Gericht für jene, die sich ihrer eigennützig bedienen werden!“

[H. Bd. 1, Kap. 180, 25]

 

Der selige einstige Bischof Martin auf unserer Sonne: „O du göttliche Musik, du erfreuest und erbauest nicht nur auf Erden das Gemüt der Seele, — auch im Himmel bist du eine große Labung der Geister!“

[BM. Kap. 170, 14]

 

Der Herr zu einem Familienvater: „Da einige deiner Töchter auch Musik lernen, eifere sie dazu an und betrachte diese Sache nicht als nutzlos und geringfügig bei ihnen. Und dein Wohlgefallen daran wird nicht wenig ihre Herzen veredeln und sie von vielen anderen, unreinen Gedanken abziehen.“

[Hi. Bd. 2, S. 18, 25]

 

Auf die Frage des römischen Hauptmanns Pellagius, wie denn der Herr, dem die endlos großen Schönheiten der Himmel zu Gebote ständen, an irdischen Naturschönheiten ein Wohlgefallen haben könne, antwortet Jesus: „Freund, wenn der Meister selbst an Seinen Werken kein Wohlgefallen hätte, wer sollte es dann haben? Oder meinst du, daß der Meister alle diese Werke geschaffen hätte, die Er schon lange vor ihrer Entstehung im Geiste sah, wenn Er nicht an ihnen ein überaus großes Wohlgefallen gehabt hätte?!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 40, 16-17]

 

Jesus: Reine Freude an der Schönheit in Natur und Welt kann die Seele nicht verderben.

[Ev. Bd. 3, Kap. 14, 8 und 15]

 

Jesus: „Daß die Menschen eine Freude an der schön gezierten Erde haben, das habe Ich nie untersagt; aber sie sollen dabei allezeit im Herzen dessen gedenken, der die Erde so schön geschaffen und geziert hat. Dadurch werden sie in ihrem Herzen und Gemüt erbaut. Wer so Gottes Werke mit rechten Augen betrachtet, der mag schon seine Lust daran haben. Die Freunde der schönen Natur sind auch bessere Menschen und leicht zum Reiche Gottes reif zu machen.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 78, 9]

 

Jesus in der kleinen Bergstadt Aphek: Wie häufig, so befand Ich Mich auch diesmal mit Meinen Jüngern eine Stunde vor Sonnenaufgang im Freien, und da es ein heiterer Morgen war, genossen wir von einer Anhöhe außerhalb der Stadt eine überaus schöne Fernsicht und so manche überraschend schöne Naturszene.

[Ev. Bd. 10, Kap. 101, 5]

 

Jesus: „Findet ihr eines Menschen Haus rein und zierlich eingerichtet, so könnt ihr daraus schließen, daß das Innere des Besitzers beinahe ebenso bestellt ist. Ein großer Prachtsinn freilich artet bald in Selbstliebe, Hochmut und Herrschsucht aus. Ein solcher Sinn heißt Hoffart und ist eine Sünde. — Aber der Schönheits- und Ordnungssinn, der mit seinem Fleiße und dem Eifer für alles Schöne, Wahre und Gute etwas schafft, ist eine Tugend, die jedermann bestens zu empfehlen ist.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 136, 5-7]

 

Jesus zu einem Besitzer altertümlicher Schätze: „Zeige diese Reliquien nur solchen Menschen, die von keinem Aberglauben beseelt sind, sondern diese Dinge nur als geschichtliche Zeugnisse betrachten und ihnen keine magische Heilswirkung beilegen. Siehe an die Berge und ihr Gestein! Das sind Werke der Macht und Weisheit Gottes und sind für dich unaussprechbar alt, sind also doch um vieles denkwürdiger als die Werke von der Hand eines Menschen! Welcher Vernünftige möchte darum die Berge verehren oder gar anbeten!?“

[Ev. Bd. 8, Kap. 121, 16-17]

 

Jesus zu dem Römer Agrikola, der ewigfort in der Anschauung einer schönen Landschaft schwelgen möchte „Die Seele hat nach des Leibes Tode im Verbande mit dem Geiste aus Gott das Vermögen, überaus herrliche Gegenden auch in anderen Welten zu schauen und zu genießen. Aber Ich meine, daß es nach dem Abfalle des Leibes für eine lebensvollendete Seele noch höhere Seligkeitsgenüsse gibt. Wenn du diese schöne irdische Landschaft nur hundert Jahre hindurch in einem fort betrachten müßtest, so würdest du dich bald derart langweilen, daß du sie nimmer ansehen möchtest. Denn die Seele sehnt sich bald nach Veränderung, damit sie größere Erfahrungen mache und aus ihnen stets etwas Neues erlerne. Zudem besitzt die Seele in ihrem freien, reingeistigen Zustand ein viel höheres Sehvermögen als in dem beschränkten Leibe.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 65, 3-6]

 

Der weise Hohepriester Henoch zu seinem Enkel, der die Pracht der Gebäude in Hanoch übermäßig bewundert: „Höre, mein lieber Sohn Lamech, ich sage dir: Laß dir diese Sachen nicht zu sehr wohlgefallen; denn daran klebt noch viel Welt! Nach dem Maße du daran ein Wohlgefallen findest, ebensosehr verdunkelst du deinen Geist, so daß er dir in deinem Herzen gar wenig Licht mehr spenden kann, und du bist dadurch genötigt, dich zu sehr aufs äußere Fragen zu verlegen. Also betrachte nicht länger, was dich so sehr besticht, und wende dein Auge davon ab, so wird dein Geist bald wieder sein rechtes Licht überkommen!“

[H. Bd. 3, Kap. 34, 6-8]

 

Der Evangelist Johannes: „Die Schönheit des Geistes richtet sich nimmer nach der äußeren Form, sondern nur nach der alleinigen Liebe zum Herrn; denn diese ist die wahre und allerhöchste Schönheit des Lebens!“

[GS. Bd. 2, Kap. 60, 26]

 

Des Herrn scharfe Kritik an dem höllischen Textbuch der mit himmlischer Musik ausgestatteten Oper ‚Don Giovanni‘ von W. A. Mozart.

[Hi. Bd. 2, S. 272, 4-14]

 

Einen römischen Hauptmann, der meint, daß die Erde für die geistige Bildung der Menschen viel zu schön und reizend sei, belehrt Jesus: „Siehe, diese große, schöne Weltnatur ist für die Selbstbildung des Menschen höchst notwendig; denn ohne sie würde es mit seinem Denken und Empfinden sehr mager aussehen, und der Mensch würde sich nicht viel über das Tier erheben. Da aber die Erde so überaus mannigfach mit allen Kreaturen ausgestattet ist, muß der Mensch sie mit bewunderndem Wohlgefallen betrachten, geht dadurch in ein tieferes Denken über und fängt an, den Urgrund des Daseins so vieler Dinge zu suchen und zu erforschen. Ist der Mensch durch diese Eigentätigkeit soweit gekommen, so komme auch Ich ihm entgegen und offenbare Mich ihm stets mehr und immer klarer. — Darum, Mein Freund, ist es schon ganz recht so, daß diese Erde, auf der die Menschen berufen sind, Gotteskinder zu werden, in allem so schön und höchst mannigfaltig ausgestattet ist. Aber freilich soll der Mensch nicht mit zuviel Liebe diese Welt erfassen und mit all seinen Sinnen an ihr hangen; denn dadurch wird er materiell in seiner Seele und entfernt sich von dem, was er anstreben soll, immer mehr und wird blind, finster und böse in diesem kurzen Willensfreiheitsprobeleben!“

[Ev. Bd. 10, Kap. 101, 10-15]

 

07.22. Die Nachfolge Christi

Jesus: „Nicht der ist schon wahrhaft bei Mir, der mit Mir nun umherzieht, Meine Worte hört und Meine Zeichen bewundert, sondern der ist wahrhaft bei Mir, den eine innere, ganz reine Liebe zu Mir zieht, und der vollauf glaubt, was Ich lehre, und daß ich vom Vater ausgegangen und im Geiste eins mit Ihm bin.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 46, 4]

 

Jesus: „Wer mit seinem Herzen bei Mir ist, der kann mit seinen Gliedern unbeirrt sein nötiges Tagewerk verrichten, wie es sein Gewerbe erfordert, und er widmet Mir dennoch seine volle, wahre Aufmerksamkeit.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 60, 2]

 

Jesus zu römischen Freunden, die es bedauern, von Ihm scheiden zu müssen: „Wenn ihr Mir im Geiste folgen wollet, dann denket nur so recht lebendig über alles nach, was ihr von Mir vernommen und gesehen habt! Handelt und lebet im Geiste Meiner Lehre, so werdet ihr Mir dadurch wahrhaft und lebendig im Geiste folgen!“

[Ev. B. 8, Kap. 150, 5]

 

Jesus: „Lasset der Lehre die guten Werke vorangehen, und die Menschen werden daraus ehest erkennen, daß ihr wahrhaft Meine Jünger seid! Nehmet euch alle an Mir ein Beispiel und tuet sogar den Feinden Gutes! Denn Ich bin von ganzem Herzen demütig und sanftmütig, Ich richte und verdamme niemanden; aber ein jeder, der mühselig und mit allerlei Gebrechen behaftet ist, der komme zu Mir, und Ich werde ihn erquicken!“

[Ev. Bd. 6, Kap. 161, 3-4]

 

Jesus zu Seinen Jüngern und Freunden: „Daß ihr Mich als den Herrn und Meister anerkennet, erweckt in euren Seelen noch nicht das Gefühl der Unsterblichkeit, sondern das hat das Unsterblichkeitsgefühl in euch erweckt, daß ihr euch vollernstlich in euren Herzen entschlossen habt, allzeit zu tun, was Ich euch angeraten habe!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 183, 7]

 

Einem gesetzesstrengen, aber geizigen Obersten der Synagoge gibt Jesus den Rat: „Gehe hin, verkaufe alle deine Güter und verteile den Erlös weise unter die Armen, und du wirst dir dadurch einen Schatz im Himmelreich bereiten, aus dem dir ein rechtes Lebenslicht werden wird. Dann komme zu Mir und folge Mir nach, und du wirst der wahren Bürgschaften für ein ewiges Leben der Seele in Hülle und Fülle finden!“ Als der Oberste solches vernahm, da ward er traurig, kehrte Jesus den Rücken und entfernte sich von ihm. Die anwesenden Ortsbewohner aber sagen: „Ja, dieser Oberste ist wohl ein gesetzlich gerechter Mann, aber zu den freigebigen Menschen ist er nicht zu zählen, und seine Diener haben einen sehr spärlichen Lohn und eine magere Kost bei dem Habgierigen.“

Darauf Jesus zu Seinen Jüngern und Freunden: „Wie schwer werden solche Reichen wie der geizige Synagogenoberste ins Reich Gottes, welches das wahre ewige Leben ist, kommen! Ich sage euch: Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als solch ein Reicher ins Reich Gottes!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 166, 10-16]

 

Jesus: „Ich sage euch: Wer um Meines Namens willen nicht Haus, Acker, Weib und Kind verlassen kann, der ist Meiner nicht wert; und wer seine Hände an den Pflug des Reiches Gottes legt, sich aber dabei noch nach den Dingen der Welt umsieht, der ist noch lange nicht geschickt zum Reiche Gottes.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 157, 6]

 

Jesus zu einem wohlmeinenden, aber ängstlichen Suche des Gottesreiches: „Wem Mein Lebenslicht leuchtet, der wird auf dem Wege zu dem inneren Reiche Gottes nicht leicht an einen Stein stoßen, und die Dornen wird er vermeiden können. Wer mit Mir wandelt, der hat allenthalben einen wohlgebahnten Weg; wer aber ohne Mich dem Reiche des Lebens und aller Wahrheit zuwandelt, der hat einen langen, schmalen und sehr dornigen Weg zu durchwandern, wie das bei vielen alten Weisen aller Völker von jeher der Fall war und künftig sein wird.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 58, 1]

 

Jesus: „Ich sage nicht, es solle der Mensch etwa Meiner Willen zufolge gar nicht sorgen und keine irdische Arbeit verrichten! Oh, das sei ferne! Denn der leibliche Müßiggang ist der Erzeuger und Ernährer aller Laster. Im Gegenteil, es solle jeder Mensch sehr emsig tätig sein und im Schweiße des Angesichtes sein Brot essen. Es kommt dabei nur auf die Absicht an. Wer so sorgsam, tätig und arbeitsam ist wie du, Mein Freund und Bruder Lazarus, der sucht auch kräftig und sehr wirksam in sich Mein Reich und seine Gerechtigkeit und wird es auch finden.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 61, 19-20]

 

Jesus zu Neubekehrten in der Bergstadt Aphek: „Wen Ihr durch die Werke der Liebe im lebendigen Glauben an Mich verbleibet, wird euch von Mir die Kraft erteilt, die Kranken durch die Auflegung eurer Hände zu heilen und die von argen Geistern Besessenen von ihrer Qual zu befreien. — Doch solches werdet ihr nur im vollen, lebendigst festen Glauben an Mich zu bewirken imstande sein! Kurz, mit Mir werdet ihr alles vermögen, ohne Mich aber nichts! Darum bleibet gleichfort durch die Liebe und durch den Glauben in Mir, und Ich werde ebenso mit Meiner Liebe, Wahrheit, Macht und Kraft in euch verbleiben.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 109, 12-13]

 

Jesus: „Liebet einander als Brüder und erweiset euch Gutes! Keiner erhebe sich über den andern und wolle ein Erster sein; denn Ich allein bin der Herr, — ihr aber seid Brüder! In Meinem Reiche wird nur der ein Erster sein, wer ein Geringster und stets bereit ist, in allem Guten und Wahren seinen Brüdern zu dienen.“

[Ev. Bd. 10, Kap. 90, 5]

 

Bei einem längeren Aufenthalt bei Kisjona, einem bekehrten Zöllner, fragt Jesus Seine Jünger, ob auch sie wie Judas Ischariot ihre Familien besuchen wollen. Die Jünger antworten: „Herr, unsere Weiber und Kinder sind von Dir aus bestens versorgt, und so bleiben wir hier, wo wir in jedem Augenblicke unendlich viel für Geist und Seele gewinnen können.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 122, 19-23]

 

Jesus: „Wer Mir folgen will, der kann es tun, und Ich werde ihn nicht von Mir weisen, und sollte er ein noch so großer Sünder sein! Ich bin ja der Verlorenen und Seelenkranken wegen in die Welt gekommen; denn die Gesunden bedürfen des Arztes nicht.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 49, 4]

 

Der Apostel Paulus in der geistigen Welt zu ungeläuterten, starrgläubigen Calvinisten: „Calvins Bekenner, kehret euch um; denn der Herr harret euer! Nicht Luther, nicht Calvin, nicht die Bibel, auch nicht Petrus oder Paulus oder Johannes, sondern allein Jesus, den Gekreuzigten, bekennet! Denn Er allein ist der Herr Himmels und der Erde, außer Ihm gibt es keinen Herrn, keinen Gott und kein Leben mehr!“

[BM. Kap. 36, 2]

 

Das Jesuskindlein zu Joseph, der ermatten will unter der ihm von dem göttlichen Kinde auferlegten Kreuzeslast: „O trage Meine leichte Bürde ohne Rast, so wirst du einst in Meinem Reiche den rechten Lohn finden! Siehe, an diesem Kreuze wirst du Meine Bürde gewahr, und es wird dir durch seinen kleinen Druck sagen, was Ich auf der Welt dir bin. Aber wenn du diese Welt in Meinen Armen verlassen wirst, dann wird dir dieses Kreuz zu einem feurigen Eliaswagen, in dem du seligst auffahren wirst!“

[Jug. Kap. 214, 12-14]

 

Der Herr: „Johannes (Mein Lieblingsjünger) hatte die größte Liebe zu Mir, darum scheute er die Verfolgungen der Welt nicht und wollte sie lieber bis auf den letzten Tag erdulden, als daß er Mir von seiner bestimmten irdischen Lebenszeit etwas abgebettelt hätte. Er war also mit Meiner Ordnung vollkommen zufrieden.“

[Schrft. Kap. 35, 9]

 

Der Herr: „Daniel wollte nicht den Märtyrertod sterben, darum ward er erhalten in der Löwengrube, desgleichen die Jünglinge im Feuerofen. Und so ward gar vielen Tausenden Meiner Anhänger ebenfalls kein Haar gekrümmt, weil sie die Kraft Meines Friedens in ihrem Herzen ungestört erhielten. Wer sich aber über diesen Frieden hinausschwingen wollte, der mußte dafür auch den Unfrieden der Welt verkosten!“

[Schrft. Kap. 35, 15]

 

Ein armer, frommer, von schweren Leiden erlöster Vater spricht aus dem Jenseits zu den Seinen: „Alles, was Christum nachfolget, muß den Weg des Kreuzes wandeln. Alles Fleisch muß mit Christus gekreuzigt werden und in Ihm sterben, da es sonst zu keiner Erweckung und Auferstehung in Ihm und durch Ihn gelangen kann!“

[St. Sz., X., 20]

 

Der Herr: „Das Kreuz ist eine wahre Notwendigkeit des Lebens! Wenn das Leben keine Not hat, dann zerstreut und verflüchtigt es sich wie Äthertropfen. Die kein Kreuz tragende Seele ermattet und stirbt und verliert sich in die Nacht des Todes. Die Not des Leben aber ist ein Gefäß des Lebens, in welchem dieses gefestet wird. Daher nehme jeder das Kreuz, welches Ich ihm gebe, auf seine Schulter und folge Mir in aller Liebe nach, so wird er sein Leben erhalten ewig!“

[Hi. Bd. 1, S. 335, 1-3]

 

Der Herr zu einem Freunde, der das Kreuz scheut: „Du mußt Mir deinen Glauben und deine Liebe lebendig erweisen, willst du zu Mir kommen! Du mußt dich verleugnen, dein Kreuz auf deine Schultern laden und Mir nachfolgen! Du mußt Mich in der Tat mit dem Kreuze in der Hand suchen, willst du Mich im Ernste finden! Willst du etwas empfangen von Mir, dann mußt du bitten mit dem Kreuzlein in der Hand! — Und die Pforten des ewigen Lebens werden dir nur aufgetan, so du klopfen wirst an diese mit dem Kreuzlein! Siehe, kein anderer als nur der Weg des Kreuzes führt zum Leben!“

[Hi. Bd. 2, S. 16, 15-17]

 

Der Herr auf die Frage ‚Dürfen wir denn gar keine Freude haben?‘: „Ihr sollt Freude haben, und nimmer soll sie von euch genommen werden, — aber Ich, euer himmlischer Vater, sollte stets eure größte Freude sein! Diese endlose Freude aber werdet ihr nicht eher überkommen, als ihr mit Paulus sagen könnt: Nun lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir!“

[Hi. Bd. 2, S. 266, 12 und 17]

 

Jesus: „Wer in Meinem Namen vieles gibt, dem werde auch Ich alles geben für die Ewigkeit!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 95, 6]

 

Jesus zu schuldbeladenen, reuigen Pharisäern: „Bei Gott sind alle Dinge möglich, und so ist es auch dem noch so tief gefallenen Weltmenschen und Sünder möglich, sich wirksam zu ändern, wenn er ernstlich im vollen Glauben und Vertrauen auf Gott das tut, was die göttliche Weisheit ihm rät. Er muß da an sich selbst durch einen plötzlichen Umschwung seines Willens ein wahres Wunder wirken, und zwar in der gänzlichen Selbstverleugnung bezüglich aller seiner früheren Schwächen, Gelüste und argen Leidenschaften. Und mit wievielen Leidenschaften aller Art seid ihr noch behaftet!? Fasset den ernstesten Willen, sie alle zu verlassen und dann Mir nachzufolgen! Könnet ihr das, so werdet ihr bald zu einer inneren Lebensvollendung gelangen!“

[Ev. Bd. 7, Kap. 155, 2-3]

 

07.23. Das Reich Gottes

Der auf dem Berge Tabor himmlisch verklärte Herr Jesus zu Seinen Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes: „Das ist das rechte Paradies und der wahre Himmel, daß ihr daran glaubet und das tut, was Ich euch lehre, und endlich in der Tat Mich aus vollem Herzen liebet. Also habt ihr das wahre Reich Gottes in euch, sonst gibt es örtlich nirgends eines. Ist es aber in euch, dann ist es örtlich auch überall in der ganzen Unendlichkeit, wo immer ihr sein möget!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 234, 9-11]

 

Jesus: „Darin besteht ja hauptsächlich das Himmelreich, daß unter den Menschen dieselbe Liebe, Eintracht und Versöhnlichkeit herrschen wie in den Himmeln unter Meinen Engeln.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 248, 19, Kap. 249, 8]

 

Jesus im Jenseits: „Mein Reich ist pur Liebe, und wo die Liebe waltet, da bin auch Ich zu Hause! Daher kommt auch niemand ohne Liebe je in Mein Reich und noch weniger unmittelbar zu Mir!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 253, 4]

 

Jesus zu dem herodianischen Hauptmann Leander, der Ihm seine Kriegsdienste anbietet: „Höre, Mein Reich, das Ich nun von neuem gründe unter den Menschen dieser Erde, ist kein diesirdisches Reich gleich dem eines Königs, dem du gedient hast, sondern ein geistiges und ist nicht unter irgendeinem Schaugepränge ersichtlich; denn es besteht inwendig im Menschen, und das gläubige, liebe- und vertrauensvolle Herz ohne Hochmut, Neid, Lüge und Trug, aber dafür voll Demut, Sanftmut, Geduld und Barmherzigkeit ist die feste, von keiner Macht zu besiegende Burg, in der Ich als der ein allein wahre Herr und König alles Lebens Wohnung halten werde bei jedem Menschen, dessen Herz die erwähnten Eigenschaften besitzt.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 204, 9]

 

Ein nachdenklicher Freund zu Jesus: „Da Du nun bei uns bist, so ist ja auch Dein Reich nicht nur in, sondern auch bei uns. Wird bei Deiner Wiederkunft sich diese heiligste Sache auch so verhalten, oder wird Deine zweite Ankunft eine von der jetzigen doch sehr verschiedene sein?“ Darauf Jesus: „Mein lieber Freund, du hast ganz recht, wenn du sagst, daß das Reich Gottes in Mir zu euch gekommen ist und sich bei euch befindet. Aber das genügt noch nicht zur Erreichung des ewigen Lebens der Seele, weil das Reich Gottes in Mir wohl zu euch gekommen, aber noch nicht in euer Inneres gedrungen ist, was erst dann geschehen kann und wird, wenn ihr ohne alle Rücksicht auf die Welt Meine Lehre ganz in euren Willen und in die volle Tätigkeit aufgenommen habt. Dann werdet ihr nicht mehr sagen: ‚Christus und mit Ihm das Reich Gottes ist zu uns gekommen und wohnt unter uns!, sondern ihr werdet sagen: ‚Nun lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir!‘. Dann erst werdet ihr in der Fülle begreifen, wie das Reich Gottes nicht mit äußerem Gepränge zu den Menschen kommt, sondern sich nur inwendig im Menschen entfaltet und die Seele in sein ewiges Leben zieht.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 72, 6-9]

 

Der Herr: „Euer Herz muß völlig lebendig werden aus der Liebe zu Mir! Ich selbst muß eure ganze Liebe ausmachen; dann erst könnet ihr aus dieser Liebe wahrhaft Verdienstliches zum ewigen Leben wirken, und das darum, weil dann das Verdienstliche allein Mir zukommt. Ihr aber bleibt reine Empfänger Meiner Liebe, Gnade und Erbarmung. Sobald aber noch jemand sagt: ‚Ich habe getan, und ich habe gegeben‘, da ist er noch ferne Meinem Reiche. Nur wenn er in sich lebendig bekennt: ‚Herr, mein Gott und Vater, ich bin allein nichts, sondern Du allein bist alles in allem!‘, dann ist er Meinem Reiche nahe!“

[Schrft. Kap. 30, 15-16]

 

Jesus: „Der Pfad zum wahren, lebendigen Reich Gottes in euch ist ein schmaler und dorniger! Demut und volle Selbstverleugnung ist sein Name. Für den Weltmenschen ist er ungangbar. Wer aber an Mich glaubt und Meine Gebote hält, den werden die Dornen auf dem Pfade zum Reiche Gottes nicht verwunden. Nur ein erster Anfang ist schwer. Wenn der Ernst aber bleibt und nicht durch allerlei Weltrücksichten geschwächt wird, so ist die volle Erreichung des Reiches Gottes etwas Leichtes. Denn solchen beharrlichen Strebern nach dem inneren Gottesreich ist Mein Joch sanft und leicht Meine Bürde, und Ich werde Ihnen stets laut in Ihren Herzen zurufen: Kommet alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid! Ich komme euch schon auf halbem Wege entgegen und will euch vollauf kräftigen und erquicken!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 57, 7-8]

 

Der Herr: „Größer ist der, der sein Leben läßt zum Wohle seiner Brüder, als wer diese nur durch lebendige Worte aus Mir zu beleben strebt. Denn es ist leichter, andere zu unterweisen, als für andere sein Leben zu lassen. Wahrlich, Ich sage euch: Wer da je des Leibes Tod finden wird in Meinem Namen und in Meinem Worte, der hat das ewige Leben mit starker Heldengewalt an sich gerissen und ist vollkommen eins mit Mir geworden.“

[H. Bd. 1, Kap. 123, 11-12]

 

Jesus zu Seinen Jüngern, die dem Zudrang zahlreicher kranker Kinder wehren wollen: „So lasset doch die Kindlein alle zu Mir kommen und wehret ihnen nicht; denn ihrer ist das Reich Gottes! Wahrlich: Wer das Reich Gottes nicht als ein Kind einnimmt, der kommt nicht hinein! Wenn Ich dies sage, so verstehe Ich darunter nicht die leibliche Kindschaft, sondern die des Herzens.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 165, 17 und 20]

 

Jesus: „Ich gebe euch für diese Welt keinen Frieden, sondern das Schwert; denn durch den Kampf mit der Welt und mit allem, was sie euch bietet, müßt ihr euch des ewigen Lebens Freiheit erringen. Mein Reich leidet Gewalt, und die es nicht mit Gewalt an sich reißen, die werden es nicht einnehmen.“

[Ev. Bd. 1, Kap. 201, 4-5]

 

Jesus: „In der Welt werden die Meinen keine Triumphe feiern; denn die Menschen dieser Erde sind nicht ledig ich Meine Kinder, sondern auch Kinder des Fürsten der Finsternis. Diese lieben nicht Mein Licht noch jene, die es ihnen bringen, aber daran sollen sich die Meinen nicht stoßen; denn für sie ist der Triumph in Meinem Reiche vorbehalten!“

[Ev. Bd. 3, Kap. 225, 9]

 

Jesus: „Die vollkommene Befolgung des erkannten Willens Gottes ist das wahre Reich Gottes in euch. Aber sie ist nicht leicht; denn die Weltmenschen stemmen sich sehr dagegen und verfolgen die Bewerber ums Reich Gottes. Darum muß derjenige, der das Reich Gottes sich völlig aneignen will, vor denen keine Furcht haben, die nur des Menschen Leib töten, aber der Seele nicht schaden können. Wer Gott mehr fürchtet als die Menschen und trotz der Verfolgung durch die Menschen den erkannten Willen Gottes tut, der ist es, der das Reich Gottes mit Gewalt an sich reißt.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 127, 3-4]

 

Jesus: „Meine Lehre ist wohl der wahre Friede einer Seele, die nach ihr lebt und handelt, — ja, sie ist der selige Friede des Himmels im Menschen; aber für die Teufel der Hölle, die in Menschengestalt auf dieser Erde schalten und walten durch Lüge und Trug, ist sie ein flammendes Schwert! Darum wird das wahre Reich Gottes auf Erden große Gewalt zu erleiden haben. Und die es haben wollen, werden es auch mit Gewalt an sich reißen müssen.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 144, 13]

 

Jesus zu gläubigen Schiffern: „Das Himmelreich braucht Gewalt! Die es nicht mit Gewalt an sich reißen, werden es nicht einnehmen! Ein jeder aber, der einen Kampf des Himmelreiches wegen aufnimmt, ist ein weiser Baumeister, der sein Haus nicht auf Sand baut, sondern auf einen festen Felsengrund! Kommen dann Stürme und Wasserfluten, so können sie dem Hause nichts anhaben. — So ist es auch bei dem Kampfe in sich um das Himmelreich. Wer es einmal in sich erkämpft hat, der hat es für ewig! Es mögen was immer für Weltstürme über ihn kommen, sie werden ihm nichts anhaben!“

[Ev. Bd. 2, Kap. 159, 16-17]

 

Jesus: „Wer zwar Gott erkennt, Ihn über alles achtet und liebt und seinen Nächsten wie sich selbst, aber dabei auch die Welt achtet und fürchtet und sich nicht getraut, offen Meinen Namen zu bekennen, weil ihm das einen weltlichen Nachteil bringen könnte, der tut dem Reiche Gottes keine Gewalt an und wird es auf dieser Welt auch nicht völlig überkommen und dann jenseits noch manche Kämpfe zu bestehen haben, bis er vollendet wird.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 127, 6]

 

Jesus: „Suchet vor allem das Reich Gottes in euch, — alles andere wird euch dann hinzugegeben werden; aber ohne dieses Reich hat der Mensch — und besäße er auch alle Schätze der Erde und die Wissenschaften aller Weltweisen — soviel wie nichts! Ein Besitzer des Reiches Gottes aber hat alles in seinem Herzen: die höchsten und tiefsten Wissenschaften und das ewige Leben mit seiner Kraft und Macht.“

[Ev. Bd. 7, Kap. 126, 9-10]

 

Jesus zu dem bekehrten Römer Markus, der befürchtet, daß die ihm enthüllten Geheimnisse Gottes von den Menschen nicht begriffen werden: „Denen es nottut, des Reiches Gottes wegen Meine Werke tiefer zu verstehen, denen wird es schon Mein Geist in ihnen enthüllen und sie in alle Wahrheit und Weisheit leiten. Die anderen Menschen aber tun genug, wenn sie an Mich glauben und nach Meinen Geboten leben und handeln. Es sind wohl viele berufen zum Reiche Gottes, — aber der Auserwählten gibt es nur wenige, denen es gegeben ist, die Geheimnisse des Reiches Gottes (tiefer) zu verstehen.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 77, 1-2]

 

Jesus zu Jüngern des Täufers Johannes, die Ihm folgen wollen: „Meine Jünger sollen nicht an einen materiellen Erwerb an Meiner Seite denken; denn so etwas gibt es bei Mir nicht! Bei Mir ist nur ein Erwerb gestattet, und der heißt: das Reich Gottes und das ewige Leben! — Da sehet Meine alten Jünger! Sie haben um Meinet willen Haus, Hof, Weib und Kinder verlassen und sind Mir nachgefolgt, aber ihr irdisches Hauswesen ist versorgt. Wer als Mein Jünger der Welt nicht völlig entsagen kann, der wird nicht stark im Gottesreiche werden; denn Gott und der Welt dienen geht schwer oder gar nicht. Wenn aber jemand im Reiche Gottes stark geworden ist, dann kann er wahrhaft auch alle Welt nützlich dienen.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 125, 4, 8-9]

 

Jesus beruft den Erzengel Raphael für Seine Jünger und Freunde, die das Wesenhafte des Reiches Gottes kennenlernen wollen. Der Erzengel erscheint in himmlisch strahlender Schönheit, ernstfreundlichen Angesichts und sagt zum Herrn: „Mein Herr und mein Gott, Dein Wille ist mein Sein, mein ewiges Leben, meine Weisheit und Macht! Lasse geschehen, daß diese Brüder Deinen Willen als Dein Reich in mir erschauen!“

[Ev. Bd. 9, Kap. 172, 5-8]

 

Der Herr: „Gehet nicht hinaus in die Wüste (des weltlichen Schrifttums); denn da ist weder Weisheit noch die lebendige, innere Wahrheit zu finden! Sondern gehet in die Liebe zu Mir und zu euerm Nächsten; suchet in der Tat Mein Reich, so wird euch alles andere in der höchsten Fülle hinzugegeben werden!“

[Schrft. Kap. 14, 6]

 

Jesus zu einem neugierigen Araber auf dessen Frage nach der Herkunft Seiner Wunderkraft: „Was Ich habe, das habe Ich von Meinem Vater im Himmel. Mit dem begnüge dich und frage Mich um nichts Weiteres; denn du und dein Stamm seid noch ferne vom Gottesreich. Euer Himmel sind eure Weiber und Sklavinnen, — und die solchen Himmel preisen, sind noch ferne von Mir und Meinem Vater!“

[Ev. Bd. 8, Kap. 193, 1-2]

 

Jesus: „Die Menschen sollen mit allem Eifer Mein Reich in allem und vor allem suchen und sollen sich als Meine werdenden Kinder stets mehr und mehr in ihres Vater großem Hause auskennen. Dadurch werden sie in der wahren Liebe voll Demut wachsen, und sie werden dann an ihrem göttlichen Vater — und Er auch an ihnen — eine stets größere, mit Liebe erfüllte Freude haben!“

[Ev. Bd. 5, Kap. 117, 5]

 

Der Herr in einem eigenhändigen Antwortbrief an den Fürsten Abgarus Ukkama in Edessa: „Suche das Große — das ist Mein Reich — so wird dir auch das Kleine dieser Welt zukommen! Wenn du aber suchest das Kleine, dann könntest du des Großen nicht wert erachtet werden!“

[Bw. 4, 7]

 

Der Herr: „Im Geiste wird jeder nach seiner Liebe und der daraus hervorgehenden Weisheit der Schöpfer seiner eigenen für ihn bewohnbaren Welt sein, und diese Welt ist das eigentliche Reich Gottes im Menschen.“

[GS. Bd. 1, Kap. 5, 4]

 

07.24. Die Kirche Christi

Der Herr: „Es ist wohl wahr, daß die Rinde an einen Baume tot ist und niemand aus ihr eine Lebensnahrung ziehen kann. Aber wenn man diese tote Rinde einem Baume nehmen würde, so würde der Baum großen Schaden leiden oder gar zugrunde gehen. — Geradeso steht auch die äußere Kirche zur inneren wie die äußere Rinde eines Baumes zum inneren, lebendigen Baume. — Von der äußeren Kirche wird wohl nie das Gottesreich kommen, welches da ist das eigentliche innere, ewige Geistesleben. Aber die äußere Kirche ist nach Meiner Vorsorge ein Schutz für die innere Kirche, die jedermann leicht finden kann, wenn er sie nur suchen und finden will. Und dabei ist es gleich, in welcher äußeren Kirche er sich befindet, — wenn sie nur irgend Meinen Namen und Mein Wort verkündigt.“

[Hi. Bd. 2, S. 375, 7-9]

 

Der Herr: „Wenn jemand sich in der inneren Kirche schon in aller Fülle befindet, da wird es ihm nie zur Sünde gerechnet, so jemand die Bethäuser der äußeren Kirche besucht. Nur soll er darin kein Ärgernis nehmen an den götzerischen Ausstattungen, wohl aber Mich bitte, daß Ich auch dieses dunkle Gemach mit Meinem Lichte erhellen möge, so wird er in seinem Herzen den Armen im Geiste ein lieber Bruder sein, der darob den ewigen, großen Lohn ernten wird. — Das spricht der Herr der äußeren und der wahren, inneren Kirche!“

[Hi. Bd. 2, S. 376, 12-13]

 

Der Herr: „Sage es allen, sie mögen sein, welcher Religion sie wollen — ob Römische, ob Protestanten, ob Juden, ob Heiden — kurz, für alle soll es gesagt sei, es gibt nur eine wahre Kirche, und diese ist die Liebe zu Mir in Meinem Sohne, welche ist der Heilige Geist in euch und gibt sich euch kund durch Mein lebendiges Wort. So bin Ich in euch, und eure Seele, deren Herz Meine Wohnstätte ist, ist die alleinige wahre Kirche auf der Erde. In ihr allein ist ewiges Leben, und sie ist die alleinseligmachende. Daher geht zuvor in die wahre Kirche, darinnen Leben ist, — dann erst in die tote, damit sie lebendig wird durch euch!“

[H. Bd. 1, Kap. 4, 9 und 14]

 

Jesu Abschiedsworte an eine bekehrte und reich gesegnete Hochtalgemeinde: „Bleibet im Glauben an Mich und in der Liebe zu Gott! Dann komme Ich nach wenigen Jahren verklärt wieder zu euch und erteile euch allen die Kraft Meines Geistes. Denn wer Meiner nicht vergißt, dessen vergesse auch Ich ewig nicht. Darum bleibet Mir getreu, solange ihr im Fleische wohnet, und Ich werde euch geben das unvergängliche ewige Leben in Meinem Reiche.“

[Ev. Bd. 5, Kap. 276, 10-11]

 

Jesus: „Meine wahren Kinder auf dieser Erde werden Meine Lehre stets rein erhalten und sich nie in die Macht des Weltbetruges fügen, sondern diamanten an der ewigen Lebenswahrheit festhalten.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 152, 3]

 

Jesus zu Seinen Jüngern: „Daran wird man leicht erkennen, ob jemand Mein Jünger ist oder nicht: Meine Jünger werden einander allzeit lieben, wie auch Ich euch allzeit liebe. Die unechten Jünger dagegen werden einander offen oder heimlich hassen. Denn darin besteht die arge Frucht der Lügen, daß sie stets hassen müssen, weil eine Lüge von der anderen niemals überflügelt sein will. Die Wahrheit aber sucht fortwährend ihresgleichen und liebt sie stets mehr, gleichwie ein Licht das andere niemals verdunkelt, sondern es immer heller macht und am Ende ein vereintes, hellstes Licht bewirkt.“

[Ev. Bd. 8, Kap. 79, 19-20]

 

Jesus: „Viele werden künftig sagen: ‚Sehet, hier ist Christus!‘ oder ‚Dort ist Christus!‘, dann glaubet es nicht! — Wenn aber jemand ungezweifelt an Mich glaubt und Mich wahrhaft im Herzen über alles liebt und darum auch seinen Nächsten wie sich selbst und hat dabei eine stets wachsende Sehnsucht, Mich zu erschauen, sowie Mich und Meinen Willen tiefer und heller zu erkennen, so werde Ich ganz unerwartet in seiner nächsten Nähe gegenwärtig sein, obschon er Mich noch irgendwo ferne glaubt, und gebe Mich ihm auch bald zu erkennen, mit ihm in demselben Hause wohnend und Mahl haltend.“

[Ev. Bd. 9, Kap. 54, 4]

 

Der Herr: „Wenn man euch sagen wird: das Reich Gottes oder die lebendige Wahrheit oder die reine Lehre Christi ist in dieser oder jener Konfession oder Sekte, — so glaubet es nicht; denn der Herr ist nur bei denen, die ihn lieben im Herzen und in Werken!“

[Schrft. Kap. 14, 10]

 

Der Herr: „Menschen, die Ich nicht als Waisen lassen will, sind jetzt — in Gerichtszeiten — sehr selten und kostbar geworden. Sie leben schlicht, von der Welt soviel als möglich abgezogen, und ihre Freude bin Ich, und der Gegenstand ihrer Gespräche bin auch Ich! Warum denn? Weil der Mund davon übergeht, wes das Herz voll ist. Diese sind fürwahr keine Waisen; denn Ich bin ja mitten unter ihnen, rede tagtäglich mit ihnen und lehre und ziehe sie selbst. Diese hören allezeit Meine Stimme und erkennen sie als die des rechten Hirten!“

[Schrft. Kap. 19, 20-21]

 

Der Herr: „An der Liebe erkenne Ich die Meinen, aber nicht an der Sekte! Wer Mich liebt und hält Mein Wort, der hat die Liebe des Vaters in sich, wie Ich den Vater i Mir, — und der ist eins mit Mir, wie Ich eins bin mit dem Vater.“

[Schrft. Kap. 33, 13]

 

Der Herr offenbart Jakob Lorber eine wichtige Lehre des nordischen Religionsphilosophen Heinrich Steffens, die gekürzt wie folgt lautet: „Der fromme Christ wünscht, daß der Heiland Gestalt in ihm gewinnen möge. Man findet diese Äußerung mystisch, fanatisch, schwärmerisch, doch ich möchte das, was diese Äußerung im Innersten ausdrückt, die tiefste Seligkeit der Liebe nennen! — Der Apostel, wenn er die Gemeinde als der Leib des Herrn darstellt, benützt (als Gleichnis dafür) die Glieder des Leibes, die eins sind und alle einander gleich durch die Einheit des Lebens. Dieses Bild ist herrlich; aber des Apostels flammende Worte über die Liebe fordern, daß wir es in einem höheren Sinne nehmen. Wir sind frei im Heilande, Kinder Gottes durch Ihn. Daher tritt uns in Ihm die geheiligte Person alle Persönlichkeiten, die Urgestalt aller Gestalten entgegen. Und vermögen wir uns Ihm hinzugeben, dann gibt Er sich auch uns hin ganz und gar, daß wir, wie die Besonderen, so doch auch in Ihm, mit Ihm Er selbst sind.“ Soweit Steffens. — Der Herr fügt hinzu: „Sieh diese Stelle zeigt dem tiefer Denkenden klar, was er zu tun hat, um aus Mir das wahre, ewige Leben zu überkommen.“

[Hi. Bd. 2, S. 279, 12-15]

 

Der Herr: „Ich sage zu niemandem: Werde ein Katholik oder: werde ein Protestant oder ein Grieche, sondern: was einer ist, das bleibe er, — wenn er will. Sei er aber, was er wolle, so sei er ein werktätiger Christ, und das im Geiste und in der Wahrheit; denn jeder kann, wen er es will, das reine Wort Gottes haben. — Ich bin nicht wie ein Patriarch und bin nicht wie ein Papst und nicht wie ein Generalsuperintendent und nicht wie ein Bischof, — sondern Ich bin wie ein überaus guter und gerechtester Vater allen Meinen Kindern und habe nur Freude daran, wenn sie tätig sind und wetteifern in der Liebe, aber nicht daran, daß sie einander Narren schelten und ein jeder aus ihnen der Weiseste und Unfehlbarste sein will, aber dabei nichts tut!“

[Ed. Kap. 73, Abs. 15-16]

 

Zeugnis des Lazarus vor dem Römer Agrikola, der in Jesus einen künftigen Judenkönig vermutet: Jesus ist ein großer Freund der Römer, und die Weissagungen der alten Propheten müssen dahin gedeutet werden, daß Er als der nun in aller Wahrheit gekommene Messias nicht die Absicht hat, ein irdisches Reich zu gründen, wohl aber ein geistiges Reich der Liebe und der wahren Weisheit Gottes bei allen Menschen der Erde, die Seine Lehre von Gott, vom Himmelreich und vom ewigen Leben der Seele nach dem Tode des Leibes annehmen und nach Seinem kundgegebenen Willen leben und handeln werden.“

[Ev. Bd. 6, Kap. 184, 2]

 

Ein erleuchteter Mesner des Stephansdomes zu Wien erklärt hochmütigen Kirchenfürsten in der Geisterwelt: „Jesus, der Herr, hat Seinen Jüngern, als sie Ihn töricht genug angingen, wer unter ihnen der Erste sein solle, ausdrücklich geboten: ‚Wer unter euch der Geringste ist und euch dienet, der ist vor Mir der Erste! Nur einer ist euer Herr! Ihr alle aber seid gleiche Brüder! Daran aber wird man erkennen, daß ihr Meine Jünger seid, wenn ihr einander als Brüder wahrhaft liebet! — Meine Eminenzen, das sind Worte Christi, des Herrn, in denen klar dargetan ist, daß es auf der Erde in geistigen Dingen nie hätte Standesunterschiede geben sollen. Nie hat Christus, der Herr, von einer geistlichen Eminenz etwas gesagt, noch weniger je etwas von einem Papst! Alle sollen gleich sein vor Ihm, da Er allein der Herr ist über die ganze Unendlichkeit!“

[Rbl. Bd. 2, Kap. 231, 5-6]

 

Der Evangelist Markus in der geistigen Welt zu einem kirchlich gebundenen Mönch: „Daß der Herr bei Seinem Erscheinen in der allerhöchsten Person Christi eine zeremonielle, bildliche Kirche gegründet habe, davon hat Er nie etwas erwähnt! Vielmehr stellte Er als die Grundfeste Seiner Lehre nichts als die Nächstenliebe auf und dieser als unentbehrlichen Vorgrund die Liebe zu Gott, indem Er ausdrücklich sagte: Liebet euch untereinander, wie Ich euch geliebt habe und noch liebe, so wird man daran erkennen, daß ihr wahrhaft Meine Jünger seid!“

[GS. Bd. 1, Kap. 68, 21]

 

Der Herr bezeugt, daß der Heidenapostel Paulus nie einen Zeremoniendienst eingeführt, sondern eine lebendige, innere Kirche, geistlich im Herzen der Seele gegründet hat.

[Hi. Bd. 11, S. 227, 2-3]

 

Ein Himmelsbote in der geistigen Welt: „Der wahre Fels Petri zeigt sich in Worten des Evangeliums wie: ‚Mein Reich kommt nicht mit äußerem Schaugepränge, sondern es ist inwendig in euch!‘ und ‚Wer Meine Wort hört, sie annimmt und danach lebt, der ist es, der Mich liebt, zu dem werde Ich kommen und Mich selbst ihm offenbaren!‘ Sieh, das ist Petrus, der unüberwindliche Fels, in eines Menschen Herzen, das allein ist die wahr lebendige Kirche des Herrn, wenn Er durch den leben vollen Glauben, der die Liebe ist, im Herzen des Menschen Wohnung genommen hat!“                                 [BM., Kap. 79, 8-12]

Inhaltverzeichnis

 

 

05. Der Heilsweg zu Gott 1

05.01. Die Große Frage: Wie werde ich selig?. 1

05.02. Liebe zu Gott und Gottesfurcht 8

05.03. Die Liebe zum Nächsten. 28

05.04. Feindesliebe und Nächstenliebe. 38

05.05. Von der Selbst- und Weltliebe. 45

05.06. Demut, Geduld und Selbstverleugnung. 52

05.07. Dienen, die große Losung. 65

05.08. Seid Täter des Wortes. 67

05.09. Liebe, Weisheit und Verstand. 75

05.10. Die Selbstbeschauung, ein hochwichtiges Seelenreinigungsmittel 86

05.11. Die Lehr- und Erziehungsweise des Herrn. 90

05.12. Zeichen und Wunder Jesu und der Engel 99

05.13. Gleichnisse Jesu. 106

05.14. Das Lehr- und Führungsamt der Engel und Seligen. 110

06. Das Menschenleben im Lichte der Liebesgebote. 117

06.01. Vom Leben mit und ohne Gott 117

06.02. Das irdische Liebesleben. 123

06.03. Der Bund der Ehe. 130

06.04. Man und Weib vor Gott, Dem Vater 139

06.05. Kinderzucht und Jugendpflege. 142

06.06. Gesundheitspflege, Kleidung und Ernährung. 151

06.07. Hauptregel der Leibespflege: Einfachheit und Mäßigkeit 159

06.08. Warum Krankheit, Not und andere Leiden?. 162

06.09. Geistige Heilweise Jesu. 170

06.10. Geistige Handauflegung und andere Heilhilfe durch Berufene. 174

06.11. Totenerweckung. 180

06.12. Vom Fasten und Asketentum.. 181

06.13. Besessenheit und ihre Heilung. 186

06.14. Armut und Reichtum (soziale Frage) 193

06.15. Vom Sparen und Sorgen. 201

06.16. Berufs- und Amtsleben. 207

06.17. Staatsleben und Gesetzesordnung. 211

06.18. Strafrecht und Todesurteil 221

06.19. Krieg und Kriegsdienst 226

06.20. Nicht richten! 228

 

07.    Das Glaubensleben. 234

07.01. Blindglaube oder Vernunftglaube?. 234

07.02. Glaube und Liebe. 236

07.03. Buchstabe und Geist 241

07.04. Von den Schriftgrundlagen: Bibel und Neuoffenbarung. 244

07.05. Das Innere lebendige Wort 255

07.06. Vom Gebetsleben. 261

07.07. Gottes Hilfe. 273

07.08. Die Fürbitte. 276

07.09. Sabbatfeier, Zeremonie und Gottesdienste. 279

07.10. Christusverehrung und Marienkult 289

07.11. Der Tempel von Jerusalem zu Jesu Zeit 295

07.12. Von Religionen und Kirchen der Jetztzeit 298

07.13. Propheten, Priester und Lehrer 303

07.14. Zwangslosigkeit in Glaubensdingen. 312

07.15. Geistige Kundgaben, Schauungen, Träume und der Verzück. 317

07.16. Geistige Entsprechungen. 326

07.17. Wahrsagen, Prophetien, Magie und Sterndeutung. 329

07.18. Christliche Lehrverkündung (Mission) 334

07.19. Die gottgewollte Gemeindeordnung. 346

07.20. Frömmigkeit ohne Kopfhängerei 351

07.21. Vom Schönheitssinn und dessen Pflege. 355

07.22. Die Nachfolge Christi 359

07.23. Das Reich Gottes. 364

07.24. Die Kirche Christi 369

 

 

 

 

 

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[VH-LIF 2008]