Die zukünftige Rolle der
Menschheit
Die
menschliche Entwicklung
Wir dürfen Hildegard von Bingen nicht vergessen, denn auch sie wurde in
die Lehre Jesu „eingeweiht“ und erhielt wichtige Botschaften über die spätere
Zeit, in der wir jetzt leben. Im Zusammenhang mit diesen Botschaften zitiert sie
zwei Bibelstellen: 1. Thessalonicher 5,18-23 und Joel 2:
„Danket Gott in allem; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus an
euch. Den Geist löscht nicht aus. Weißagt nicht
schlecht von den Propheten. Prüfet aber alles, und das Gute behaltet. Enthaltet
euch aller Art des Bösen. Und der Gott des Friedens heilige euch selbst ganz
und gar; und euer ganzes Wesen – Geist, Seele und Leib – werde untadelig
bewahrt bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus.“ (1. Thessalonicher 5,18-23)
„Und danach wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgießen werde über
alles Fleisch; und eure Söhne und Töchter werden weißagen,
eure Alten werden Träume träumen, eure Jünglinge werden Gesichte sehen. Ja,
auch über die Knechte und Mägde werde ich in jenen Tagen meinen Geist
ausgießen. Und ich werde Wunderzeichen geben am Himmel und auf Erden: Blut und
Feuer und Rauchfahnen; die Sonne wird sich verfinstern, und der Mond wird zu
Blut werden, ehe der große und schreckliche Tag des HERRN kommt. Und es wird
geschehen, dass jeder, der den Namen des HERRN anrufen wird, gerettet werden
wird; denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem wird eine Flucht sein, wie der
HERR gesagt hat, und unter den Übriggebliebenen, die der HERR beruft.“
(Joel 2,28-32)
Hildegard sagt: „Wenn dann die große ‚Reinigung der Erde‘, von der wir oft
gesprochen und geschrieben haben, vorüber ist, wird auch die Luft wieder
herrlich sein und die Früchte der Erde wieder nützlich werden. Die Menschen
werden gesund und stark sein. In jenen Tagen werden viele Propheten und sehr
viele Weise aufstehen, sodass auch die verborgenen Dinge der Propheten und
anderer Schriften den Weisen vollends offenstehen. Damit werden ihre Söhne und
Töchter weißagen, wie es schon vor langer Zeit in
Joel 2 vorhergesagt wurde.“
„Dies wird in so reiner Wahrheit geschehen, dass die Luftgeister ihnen
keinen Spott mehr zufügen können.“
Einige werden im gleichen Geist weißagen, wodurch die
Propheten einst die Geheimnisse Gottes in Gleichnissen mit der Lehre der
Apostel ankündigten – einer Lehre, die über menschliches Verstehen hinausging.
„Die Menschen werden sich in jenen Tagen wieder ihren alten Gewohnheiten
und den Lehren der früheren Menschen zuwenden und sich in Tugendhaftigkeit
bekehren, indem sie festhalten und beobachten, wie die Älteren damals dies
bewahrt haben. Doch auch jeder König, Fürst und Bischof von kirchlichem Rang
wird sich bessern, wenn er bei ihnen Gerechtigkeit sieht und sie wieder rein
und ehrenhaft leben.“
„Jeder Volksstamm wird die Zurechtweisungen eines anderen akzeptieren, wenn
er wahrnimmt, dass dieser Fortschritte macht und offen ist für Aufrichtigkeit
und Offenheit.“
Die menschliche Entwicklung und die göttliche Steuerkraft
Vortrag am 28. November 2005 in Raalte - Referent: Gradus
Heimrich
Der Vortrag fand in einer gemütlichen, kleinen katholischen Kirche (Stationsstraat) in Raalte statt.
Über 35 Personen waren anwesend. Im Kirchraum gab es zudem einen liebevoll
gestalteten Bereich für Kaffee und Tee.
Der Referent betonte die Dualität im Menschen als Dunkel und Licht, also
als Schattenseite und Schimmer. Der Blinde sagt in einem Text des Neuen
Testaments, als er sehend wurde: „Ich sehe Menschen wie Bäume wandeln.“
Tatsächlich ist der Mensch wie ein wandelnder Baum zu sehen. Beide ähneln sich;
beide tragen Früchte. In der Jugend sind diese Früchte zwar noch herb und
spärlich, im Alter süß und zahlreich. Je tiefer die Wurzel und der Wurzeltrieb,
desto mehr Lebenssäfte (Blut) fließen durch die Peripherieadern. Das bestimmt
das Wachstum für später.
Mit etwa sechzehn Jahren befindet sich der Mensch noch im Wachstum – im
Prozess des Einwickelns hin zur Entwicklung. Mit einundsechzig hat er seine
Wendung vollzogen, das Abwickeln – den Weg zum Licht. Je älter also der Baum,
desto süßer seine Früchte; der Mensch erlebt dies als eine zunehmende Toleranz.
Schließlich erschöpfen sich auch seine Mineralien, er wird grau oder zum Greis.
Der Mensch lebt gewiss von seiner Abstammung, die durch die Gene bestimmt
wird. Ist man einmal alt geworden, ist man einfach Großvater oder Großmutter.
Neben dem alten Baum sehen wir dann grüne Zweige – die Enkelkinder –, die an
den Baum erinnern: So war ich früher auch. Auch der Mensch sieht im Alter seine
Enkel wieder, was ihn an seine Jugendzeit erinnert.
Doch wer und was ist dieser Mensch? Äußerlich sind wir Wirbeltiere mit
einem Skelett, bedeckt von Bindegewebe, und im Inneren haben wir Organe, die
unserer Seele dienen sollen. Es geht hier nicht so sehr um den Körper, sondern
um die seelische Verfassung im Menschen. Denn was ist ein Mensch ohne Seele?
Eine leere Hülle ohne Leben.
Mensch gleich Baum
Es muss doch etwas im Menschen geben, das ihm Inhalt verleiht. Betrachten
wir erneut den Baum: Wenn du abends im Dunkeln gehst und plötzlich ein kleiner Baum
in Menschengröße auftaucht, denkst du schnell an eine stehende Person. Was den
Menschen aufrecht stehen lässt, ist seine Ich-Kraft, sein Ich-Wille.
Aus hebräischer Betrachtung lässt sich eine Verbindung zwischen „ich“,
„Boot“, „Baum“, „Schatten“ und „fallen“ herstellen. All diese Begriffe
korrespondieren nahezu mit dem hebräischen Zahlenwert 160 beziehungsweise den
Zahlen 16 oder 61.
Zum Beispiel hat das Wort „ich“ im Hebräischen den Wert 61, zusammengesetzt
aus 1 + 50 + 10 (ANI). Der Zahlenwert für „Baum“ ist 160, zusammengesetzt aus
70 + 90. Das entspricht auch 10 × 16 oder dem Verhältnis 1 : 6. Das Wort
„fallen“ (hebräisch NePhaL) hat den Wert 160 aus 50 +
80 + 30, und „Schatten“ (hebräisch TseleM) ebenfalls
160 aus 90 + 30 + 40.
Ist es nicht erstaunlich, dass gerade unsere menschliche Ich-Verfassung
diese Werte hat: den hebräischen Zahlenwert 61? Die Analogie mit dem bekannten
Vers „Boote unter Jesu Obhut“ verdeutlicht, dass die Ich-Verfassung des
Menschen ihn mit Animus, Anima oder sogar Animal als psychische Zustände verbindet. Mensch und Tier
haben dieselben psychischen Gleichheiten. Der Mensch unterscheidet sich vom
Tier nur dadurch, dass in seinem Herzen der göttliche Geist wohnt, obwohl beide
dieselbe seelische Verfassung oder Ich-Persönlichkeit haben.
Boot und Persönlichkeit haben zusammen eine bestimmte Bestimmung als Weg zu
einem Ziel. In „Bestimmung“ steckt STEM, in Persönlichkeit PERSONA (der Klang
klingt durch). Die Stimme bringt Stimmung auf deinem Lebensweg.
Stufenweise evolutionäre Entwicklung
Es ist nicht mein Anspruch, hier ständig die hebräische Kabbala zu betonen,
auch wenn manche sich daran stören. Bedenke jedoch, dass es viele Quellen beim
Schöpfer gibt, aus denen wir Lebenswasser schöpfen dürfen. Die Ich-Verfassung
steht für den Lebenswillen, die menschlichen Wurzeln für den Lebensgeist und
die Lebenskraft. Zusammen bilden sie eine Dreiheit (Trinität).
Das geistige Wachstum hängt vom eigenen inneren Lebensbaum ab, dem Baum,
den Adam ignorierte. Er wurde von der Schlange verführt, Äpfel vom Baum der
Erkenntnis zu essen. Leonardo da Vinci zeichnete den Menschen als
mikrokosmisches Wesen: Was der Mensch im Kleinen ist, ist er auch im Großen.
Man könnte das Pentagramm verwenden, um darin einen Menschen zu platzieren.
Den menschlichen Evolutionsweg können wir in einem Kreis mit vier gedachten
horizontalen Linien darstellen. Die unterste Linie symbolisiert die
Verwurzelung.
Der Mensch (als unbewusste Geistentität) steigt stufenweise durch
Mineralien, Steine und Pflanzen nach oben. Die Linie darüber führt ins
Tierreich. Das Tier ist noch kein Mensch! Oben angekommen, haben wir als Mensch
alles in uns: Wasser, Mineralien, Metalle und das Tier.
In der untersten Phase gibt es keine geistige Verfassung oder Seele. In der
zweiten Schicht entsteht das Zwischenbewusstsein, die tierische Seele (Psyche).
Letztlich inkarnieren tierische Seelen auf eine höhere Stufe über den
geistigen Weg zum Menschen. Dem Menschen wird eine göttliche Geistverfassung
hinzugefügt (im Herzen – symbolisch im Sinusknoten), damit er bewusst
kommunizieren und handeln kann. Das ist die dritte Schicht im Kreis.
Gleichzeitig kann der Mensch schauen und Visionen haben – die oberste Schicht,
die mit dem geistigen Bereich korrespondiert.
Diesen Kreis können wir auch in drei Teile aufspalten: Der erste Teil
beginnt bei der Geburt, in dem wir noch mit irdischen „Windeln“ eingewickelt
sind, sinnbildlich gesprochen. Im zweiten Teil erleben wir eine Entwicklung, im
letzten Teil ein Abwickeln.
Nach den Schriften Jakob Lorbers dreht sich alles
um die Seele des Menschen. Wir müssen also zuerst wissen, was die Seele
eigentlich ist.
Der Lebensbaum
Noch einmal zum Scheol: In Amos 9,2 steht: „Wenn sie auch bis ins Scheol
graben, so werde ich sie von dort holen.“ Russische Bergleute gruben vor
einigen Jahren bis 16 Kilometer in die Erde und waren entsetzt, was sie dort
fanden ...
Der Raum, den wir jetzt mit bloßem Auge sehen, war schon immer da. Was
jetzt Staub (Materie) geworden ist, ist das Reich der Frau Satana,
ein planetarisches System. Der Planet Saturn hat noch mit unserem Samstag (Saturday) zu tun und steht damit in Verbindung. Einst wird
es wieder so sein wie vor der Schöpfung.
Luzifer war einer der sieben Urgeister (Engelvorsteher), die vor der
Erschaffung der Welt bei Gott waren. Nach seinem Fall wurde er zum Herrscher
der Unterwelt.
So ist die Erde nicht nur Ort des Lebens, sondern auch des Übergangs und
der geistigen Kämpfe. Der Baum des Lebens steht im Paradies, doch die Schlange
verführte Adam und Eva zum Baum der Erkenntnis. Der Lebensbaum zeigt, wie wir
geistig wachsen, was wir von den Wurzeln her empfangen und wie wir später die
Früchte unseres Lebens ernten.
Schlussbemerkung
Hildegard von Bingen, die Bibel und Jakob Lorber
lehren uns, dass unser Leben und unsere Entwicklung ein bewusster Prozess der
inneren Reinigung, Reifung und Erkenntnis ist. Die göttliche Steuerkraft wirkt
im Menschen durch seinen Geist und seine Seele, die zusammen das „Ich“ formen.